22:35
In einer näheren dystopischen Zukunft lebt die junge Skalde mit ihrer Mutter innerhalb einer geschlossenen Gesellschaft im Wald. Sie selbst ist dort geboren; ihre Mutter jedoch war eine Außenstehende, die nur dank der Liebe zu Skaldes Vater bleiben durfte - ein seltenes Vorkommnis. Die Bewohner des Waldes leben in Autarkie, ernähren sich durch Ernte und Jagd. Doch die friedliche Gemeinschaft sieht sich zunehmend mit mysteriösen Ereignissen konfrontiert. Immer wieder werden Tierleichen aufgefunden; sie fürchten die Rückkehr der Wölfe in die Gegend. Eines Nachts taucht ein kleines Mädchen bei Skalde auf, das behauptet, selbst ein Wolf zu sein. Es erinnert Skalde an die Legende der Wolfskinder: Kreaturen, die sich unter die Menschen mischen und deren Kinder gegen die eigenen tauschen. Die Anwesenheit des unbekannten Kindes stiftet auch bei Skaldes Mitmenschen Unruhe. Beeinflusst durch ihre Mutter nimmt Skalde das Mädchen in Schutz und erklärt sich bereit, für es zu sorgen, bis ihm der erste Milchzahn herausfällt: der Beweis für seine Menschlichkeit! Als zwei junge Frauen kurz darauf spurlos verschwinden, fällt der Verdacht sofort auf die kleine Außenseiterin ...
00:05
Ob knallharte Polizisten oder schwere Jungs - Lino Ventura war als Schauspieler ein Naturtalent. Seine Mimik war sparsam, er wirkte kantig, aber auch melancholisch. Er vermittelte immer den Eindruck, dass hinter seinen Figuren, die meist in sich gekehrte Einzelgänger waren, ein Mann mit Prinzipien und ausgeprägtem Moralbegriff steht - solide und wortkarg, hart und sentimental. Doch warum lehnte er so viele große Rollen ab? Und weshalb schien er sich als Schauspieler manchmal selbst im Weg zu stehen? Der am 14. Juli 1919 als Angiolino Ventura geborene Italiener kam als Kind nach Paris. Als italienisches Einwandererkind wurde Ventura in Frankreich geschmäht und gedemütigt. Nach einer sehr kurzen Schulzeit schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter durch, später wurde er Profiringer. Kurz nach dem Gewinn des Europameistertitels im Jahr 1950 zwang ihn eine Verletzung dazu, seine Karriere aufzugeben. 1953 wurde er als Schauspieler entdeckt. Er spielte in dem Gangsterfilm "Wenn es Nacht wird in Paris" an der Seite von Jean Gabin und Jeanne Moreau. Der Film "Der Mörder kam um Mitternacht" machte Lino Ventura im Jahr 1959 endgültig zum Charakterdarsteller. Es folgten Filme wie "Fahrstuhl zum Schafott" (1958) und "Der Panther wird gehetzt" (1960), "Die Abenteurer" (1967), "Der zweite Atem" (1966) oder "Armee im Schatten" (1969). 1969 wurde auch "Der Clan der Sizilianer" produziert - hier spielte Lino Ventura an der Seite von Alain Delon und Jean Gabin. Später brillierte er in "Der Kommissar und sein Lockvogel" (1970), "Die Filzlaus" (1973) und "Das Verhör" (1981). Blickt man auf Lino Venturas Kindheit, erscheint der Mann unter der rauen Schale in einem ganz anderen Licht. Lino Ventura überzeugte vor der Kamera durch seine starke Präsenz und Männlichkeit, im Kreis der Kollegen und Filmemacher aber war er bekannt als sensibler, schweigsamer Mensch, für seine Achtsamkeit und das übertrieben genaue Studieren der Drehbücher, für seine Ängstlichkeit am Set und seine Scheu vor anzüglichen Filmszenen, und sei es auch nur ein Kuss. Die Dokumentation bringt eine sehr intime Seite des Schauspielers zutage. Ob als Agent, Killer oder Kommissar - immer sind in den Figuren auch die Verletzungen seiner Kindheit spürbar. Privat führte Ventura ein solides, bürgerliches Leben und eine skandalfreie Ehe mit Odette Lecomte, die er als 17-Jähriger kennenlernte und mit der er vier Kinder hatte. Am 22. Oktober 1987 starb Lino Ventura mit 68 Jahren in seinem Haus im Pariser Vorort Saint-Cloud an Herzversagen.
01:00
Vor 180 Jahren wurde Europa von einer verheerenden Hungersnot heimgesucht. Ausgelöst wurde die Krise durch einen aus Südamerika eingeschleppten heimtückischen Pilz, der die Kartoffelernten vernichtete. In Frankreich, Belgien, Holland, Schottland und dem Königreich Preußen fielen Hunderttausende Menschen Hunger und Krankheiten zum Opfer. In Irland, wo die Kartoffel das Hauptnahrungsmittel für die meisten Menschen darstellte, waren die Auswirkungen besonders extrem. Eine Million Iren starben, zwei Millionen wanderten zwischen 1845 und 1855 aus. Anhand von Gesprächen mit Historikern und von Zeitzeugenberichten ergründet "Die große Hungersnot in Irland" die Hintergründe dieser humanitären Katastrophe des 19. Jahrhunderts auf dem europäischen Festland sowie in Großbritannien und Irland. Der Film veranschaulicht verheerende Zusammenhänge und Folgen: eine bäuerliche Unterschicht, die sich angesichts der existenziellen Bedrohung zu Mord, Plünderung und Kannibalismus getrieben sah; eine kapitalistische, meist britische Elite in Irland und Großbritannien, die vor nichts zurückschreckte, um die eigenen Interessen zu schützen. Irland war zwar seit 1801 offiziell scheinbar gleichberechtigt im Staatsnamen "Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland" vertreten, de facto betrachteten die Briten Irland aber als eine ihrer vielen Kolonien. Deshalb gab es große Unterschiede beim Zugang zu Ressourcen. Eine skrupellose Mittelschicht schlug Profit aus dem Elend der Armen. Emigrationswellen erinnern an die heutige Zuwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa. Die Krise führte 1846 zum Sturz der britischen Regierung unter Robert Peel, war Katalysator für die europäischen Revolutionen von 1848 und begründete die irische Diaspora, zu der sich heute mehr als 70 Millionen Menschen in aller Welt zählen. Nicht zuletzt befeuerte sie den kulturellen Aufschwung und die Unabhängigkeitsbestrebungen Irlands. Erst gut 70 Jahre später, nach einem furchtbaren Weltkrieg und einem blutigen Bürgerkrieg, kam für Irland mit dem Irischen Freistaat die Unabhängigkeit und das Ende britischer Ausbeutung.
02:30
Wir schienen auf einem guten Weg. Wir hatten die Theorien der klassischen Physik, mit denen wir verstanden haben, welche Gesetze in der Natur herrschen. Doch dann entdeckten Physikerinnen und Physiker eine völlig neue Welt, in der auf einmal nichts mehr so war, wie sie es kannten: die Quantenwelt. Auch wenn wir sie bis heute nicht wirklich verstehen - eine Welt ohne die Quantenmechanik wäre eine andere. Wir hätten weder Computer noch LEDs oder Laser. Doch für die Suche nach der Theorie von Allem ist die Quantenwelt ein großes Problem. Wir müssen zwei Welten zusammenbringen, die völlig unterschiedlich sind. Die größten Probleme bereitet die Gravitation. Sie gilt in unserer erfahrbaren Welt, ist groß und mächtig. Doch sie hat keine Quanteneigenschaften. Manche Forscher glauben, dass die Gravitation noch nicht einmal eine Kraft ist. Das wäre schlecht, denn dann würden wir nie die Weltformel finden. Noch allerdings besteht allerdings Hoffnung. Forschungsteams auf der ganzen Welt nehmen sich der Gravitation an und versuchen durch aufwendige Experimente und verblüffende Berechnungen herauszufinden, ob auch die Gravitation Quanteneigenschaften hat. Davon jedenfalls ist nicht nur einer der Begründer der Schleifenquantengravitation überzeugt: der Physiker Carlo Rovelli.
03:00
Seit der Antike wird in der südkroatischen Adriaregion Dalmatien Wein angebaut - trotz schwieriger Bedingungen: steiniger Boden, glühende Hitze und starker Wind machen den Winzern die Arbeit schwer. Trotzdem gelang es den Menschen, einzigartige Rebsorten zu züchten, die sich heute wieder wachsender Beliebtheit erfreuen. Die Weinberge erzählen die wechselhafte Geschichte eines ganzen Landes. Knapp 30 Jahre nach ihrer Gründung ist die Republik Kroatien dabei, ihre Weinbautraditionen wiederzuentdecken und auch dadurch mit der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens und der kroatischen Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre trat eine neue Generation passionierter Winzer an, die stolz ihre lokalen Traditionen verteidigen. Stein für Stein bauten sie die riesigen, in den Berg gegrabenen Weinterrassen wieder auf. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass der Mittelmeerraum heute um ein prestigeträchtiges Weinbaugebiet reicher ist. Rebsorten wie Plavac, Grk oder Posip, die zur Zeit der Massenproduktion in Vergessenheit gerieten, erobern heute die Riviera zurück. Die kroatischen Winzer sind dabei, mit alten Sorten neues Interesse zu wecken - und ihre Weine sind sicherlich die besten Botschafter des jüngsten Mitglieds der Europäischen Union.
03:25
03:30
"Eat small to be small": Mit diesem provokanten Slogan wurde Minazalie zu einem der Gesichter von #SkinnyTok, dem neuen TikTok-Trend, der Magerkeit zum Schönheitsideal erhebt. Fokus auf den neuen Schlankheitswahn, der die Debatte um die Rolle der Plattform bei der Banalisierung von Essstörungen befeuert.
03:45
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
04:32
Die gute Butter.