05:20
Zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erzählt dieser Film die Revolution aus einer ungewohnten Perspektive: nicht aus der Sicht der Gründerväter, sondern mit den Worten jener, die kämpften, litten und überlebten - und deren Erfahrungen lange unbeachtet blieben. Ausgehend von originalen Militärpensionsakten entfaltet sich ein vielstimmiges Panorama des Unabhängigkeitskriegs. Einfache Soldaten, Frauen, versklavte Menschen und Jugendliche berichten in ihren eigenen Worten von Hoffnung, Angst, Gewalt und Entbehrung in einem Krieg, der tief in den Alltag eingriff. Der junge "Minuteman" William French greift nach den ersten Schüssen von Lexington und Concord zu den Waffen, nicht wissend, was ihn erwartet. Männer wie James Potter Collins schildern das Chaos, den Lärm und den ständigen Kampf ums Überleben in Schlachten wie denen von Bunker Hill, Long Island, Brandywine oder Yorktown. Versklavte Menschen wie Prince Griswold kämpfen darüber hinaus für eine ganz konkrete Hoffnung: Freiheit - erkauft mit ihrem Dienst an der Waffe. Jenseits der Fronten halten Frauen wie Susannah Chandler Familien und Höfe unter unvorstellbaren Bedingungen zusammen. Andere, wie Deborah Sampson, sind ihrer Zeit voraus und ziehen als Männer verkleidet selbst in den Krieg. Der Film folgt diesen Biografien von den ersten Gefechten über Hunger, Krankheit und den Winter von Valley Forge bis zur Entscheidung von Yorktown. Er zeigt, wie sich ein neues politisches Bewusstsein formt - und wie brüchig das Versprechen von Freiheit bleibt, das für viele erst Generationen später eingelöst wird.
06:50
Mehr als ein Reiskuchen: der Uánn-kué aus Taiwan / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Madrid: Carlos Giménez stellt sich den Geistern des Franquismus / Quebec: Die Atikamekw / La Réunion: Nativs kreolisches Fisch-Cari / Indien: Die Farbe Khaki
08:05
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Federica Manzon und die Rückkehr nach Triest / Madagaskar: In Antsiranana ist Träumen erlaubt / Frankreich: Gabys Limousin-Pastete / Kyoto: Japans Amazone
08:55
Die Errichtung des kolossalen Werks der Freiheitsstatue bedeutete eine enorme technische, künstlerische und finanzielle Herausforderung. Der Dokumentarfilm gibt Einblicke in die Meisterwerkstätten von damals und erzählt die Reise der weltberühmten Lady Liberty vom ersten Tonmodell bis zur endgültigen Fertigstellung der 46 Meter hohen Statue 15 Jahre später. Zudem wird die hohe Symbolkraft dieses außergewöhnlichen Werks im Zusammenhang mit den großen politischen Auseinandersetzungen und Ereignissen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beleuchtet: Amerikanischer Bürgerkrieg, Deutsch-französischer Krieg von 1870, Pariser Kommune, Dritte Französische Republik ... Anhand der Manuskripte von Frédéric-Auguste Bartholdi zeichnet der Film die engen Beziehungen zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert nach - einschließlich ihres gemeinsamen, bisweilen auch idealisierten Weltbilds. Eine Geschichte, die angesichts der politischen Krisen unserer heutigen Zeit stark nachhallt.
10:25
Ob in den tiefen Wäldern der Karpaten oder hoch oben auf den Gletschern des Mont Blanc: In diesen großartigen Landschaften voller Felsen, Burgen und historischer Stätten entsteht teilweise eine neue Beziehung zwischen Mensch und Natur. In den rumänischen Karpaten erwachen im Schatten des sogenannten Dracula-Schlosses Fledermäuse und Braunbären aus ihrem Winterschlaf. Auch der Wisent, das größte Landsäugetier Europas, ist hier wieder heimisch geworden und trägt zur Regeneration uralter Ökosysteme bei. Weiter westlich, im Elsass, zu Füßen der Hohkönigsburg kämpft der durch die moderne Landwirtschaft stark bedrohte Feldhamster ums Überleben. Die Weißstörche, die beinahe ausgestorben waren, nisten inzwischen wieder auf den Dächern der Dörfer und werden so zum Symbol für ein überwiegend harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier. In der Sächsischen Schweiz überragen atemberaubende Felsformationen die Basteibrücke. Jedes Jahr bewundern Millionen Besucherinnen und Besuchern die fantastische Landschaft, die ein idealer Zufluchtsort für Wanderfalken ist. Hier zeigt sich, dass nachhaltige Forstwirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Schließlich führt die Reise in die Pyrenäen und in das Mont-Blanc-Massiv. Auf dem Pic du Midi de Bigorre wird deutlich, wie stark die Ökosysteme durch den Klimawandel unter Druck geraten. Im Mont-Blanc-Massiv entdecken Wissenschaftler zudem, dass selbst der Schnee eine eigene, unsichtbare Lebenswelt beherbergt: Mikroalgen bilden eine Art "Hochgebirgsozean", der für das Leben in den Bergen unverzichtbar ist.
11:25
Sabine floh vor den Schlägen und Todesdrohungen ihres Partners ins Frauenhaus. Lara entkam nach Jahren von Gewalt und Ausbeutung in ein geheimes Schutzhaus. Fast täglich suchen Frauen Schutz vor häuslicher Gewalt. Nach der Flucht beginnt ein oft mühsamer Neuanfang, geprägt von Angst, Selbstzweifeln und der Hoffnung auf ein Leben ohne Gewalt.
11:55
Guadeloupes westindisches Erbe: Colombo / Ein Biss'chen Heimat: Marie Line, von Guadeloupe nach Malta / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Arizona: Die Wüstenarchitektur von Frank Lloyd Wright / Die "Buschmänner": Die ersten Menschen in Botswana / Malaysia: Die pikante Suppe von Min / Ein Hundeleben in Athen
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Charles Rennie Mackintosh drückt Glasgow seinen Stempel auf / Chilenisches Patagonien: Die Natur als Erbe / Estland: Vallos Hühnersuppe mit Kalbfleischklößchen / Warschau: Polens geheime Universitäten
14:00
Der tragische Verlust seiner einzigen Tochter Linnea bei einer Bootsexplosion stürzt den erfolgreichen Unternehmer Sven und seine Familie in eine Krise. Sven und seine Ehefrau Catharina lassen sich scheiden. Zwei Jahre später will Sven seine Firma verkaufen und mit dem Erlös eine Stiftung in Linneas Namen gründen. Doch bei der Feier zu Linneas Andenken eskalieren die familiären Streitigkeiten. Sven kann nicht ertragen, dass Catharina ihren neuen Partner, den jungen Edvin, mit zur Feier gebracht hat. Svens Cousin Isidor will einen Anteil vom Verkauf der Firma, während Ziehsohn Adam, der in die Schusslinie zwischen seinem Ziehvater und dem neuen Partner seiner Mutter gerät, von Sven verstoßen wird. Dann bricht Sven plötzlich vor allen Gästen zusammen ... Kommissar Alexander Forsman, sein Kollege Valpen und Nora Linde nehmen sich des Falls an, wobei sich die Zusammenarbeit zwischen Alexander und Nora als schwierig erweist. Zu viel Ungesagtes steht noch zwischen ihnen. Und als wäre das nicht genug, bringt die neue Polizeichefin Rakel eine neue Dynamik ins Team. Ein wackliger Start in einem Fall, bei dem es mehr mögliche Tatverdächtige als Anhaltspunkte gibt. Doch dann stoßen die Ermittler auf Hinweise, die den Tod von Linnea in ein neues Licht rücken ...
15:45
Bastri Limoj ist Hirte im südalbanischen Bergdorf Vranisht und lebt mit seiner Familie wie viele in Albanien auf dem Land - von dem, was er mit seinen Schafen und Ziegen erwirtschaftet. Während der sozialistischen Diktatur, zwischen 1944 und 1990, wurden die Herden jedoch zwangskollektiviert, den Hirten weggenommen und in Gemeinschaftseigentum umgewandelt. Nach dem Ende des Regimes waren es die Alten, die sich wieder auf die Tradition besannen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nachwuchs gab es kaum. Zu mühselig erschien vielen jungen Menschen der Beruf, zu rückwärtsgewandt, mit zu geringen Verdienstmöglichkeiten. Auch Bastris Sohn Lucjano suchte wie viele seiner Generation ein besseres Leben in der Stadt und studierte Maschinenbau. Ab und zu kommt er in sein Heimatdorf zurück, um seinem Vater zu helfen. Der möchte diesmal, dass er ihn auch beim Auftrieb der Herde zur Sommerweide in die Berge begleitet. Der Weg über die Geröllpfade ist gefährlich für Mensch und Tier. Und auch oben auf den Weiden nimmt die Sorge um das Vieh nur selten ein Ende. Kein Platz für Schäferromantik - außer in den überlieferten polyphonen Gesängen. Diese mehrstimmigen Gesänge mit einem tiefen Halteton stammen aus der Hirtentradition der Region Labëria. Mittlerweile greifen auch junge Leute sie begeistert wieder auf. Liegt hierin eine Chance für den Schäferberuf? Und wird der Vater seinen Sohn überzeugen können, sein Erbe fortzuführen und so tatkräftig mitzuhelfen, dass die Schäfertradition nicht ausstirbt?
16:20
Hohe Berge erheben sich majestätisch und fangen die feuchtwarme Luft ab, die vom Pazifik aufsteigt. Dichte Nebelschwaden ziehen über die steilen Hänge und speisen unzählige Fließgewässer, die die Landschaft prägen. Diese Wasserläufe machen den Nationalpark Baishanzu zu einem wahren Naturparadies. Das Schutzgebiet ist Lebensraum für eine Vielzahl endemischer und bedrohter Tiere. Dazu gehören verschiedene Molcharten, das Ohrenschuppentier - ein wichtiger Regulator von Ameisen- und Termitenpopulationen -, der Chinesische Riesensalamander, die Großkopfschildkröte sowie Makaken. Darüber hinaus dient das bergige Reservat zahlreichen Zugvögeln als Rastplatz, darunter Schwarzschnabelstörchen, Schneekranichen, Seidenreihern sowie dem seltenen Schwarzstirnlöffler. Auch Silberfasane mit ihrem herrlich gezeichneten Gefieder sind hier anzutreffen. Aufgrund der über 600 Pilzarten, von denen mehr als 300 essbar sind oder Heilzwecken dienen, wurde die Provinz Zhejiang zum "global wichtigen System des landwirtschaftlichen Kulturerbes" erklärt.
17:05
Bis heute bilden Indien und Pakistan einen geheimnisvollen Subkontinent. In der Kolonialzeit bauten die Briten eine Straße durch das riesige Reich und nannten sie "Grand Trunk Road". Heute kommt der über 2.400 Kilometer langen historischen Route, die von Kolkata über Benares am Ganges entlang nach Delhi und über die pakistanische Grenze nach Lahore und Peshawar verläuft, eine besondere Bedeutung zu: Sie führt durch die verfeindeten Nachbarstaaten Indien und Pakistan, die kulturell immer zusammengehört haben. In Kolkata, dem Ausgangspunkt der Reiseetappe, wird gerade das religiöse Fest Durga Puja gefeiert, ein farbenprächtiges Ereignis. Von dort aus führt die Grand Trunk Road weiter durch den Bundesstaat Bihar bis in die Stadt Bodhgaya. Dort soll Buddha unter dem Bodhibaum Erleuchtung erlangt haben. In Varanasi streift die historische Straße den heiligsten Ort Indiens: Für jeden Hindu ist es wichtig, einmal im Ganges ein rituelles Bad genommen zu haben und wenn möglich auch in Varanasi ins Nirwana einzugehen. Über Delhi geht es weiter bis zur Grenze nach Pakistan, wo allabendlich die Flaggenparade als martialische Show stattfindet. Für kurze Zeit öffnet sich die Grenze, und im Stechschritt zeigen historisch gekleidete Soldaten unter dem Jubel der Zuschauer ihre Gefährlichkeit. In der pakistanischen Stadt Lahore spielen Mädchen Fußball, und Journalistin Xari Jali erzählt vom Werk Rudyard Kiplings, der die Grand Trunk Road in seinem Roman "Kim" verewigte. Mit Eindrücken aus dem afghanischen Viertel von Peshawar, wo Lapislazuli bearbeitet und gehandelt wird, endet die abenteuerliche Reise.
17:50
Die abenteuerliche Route durch das Pamir-Gebirge auf das Dach der Welt steckt voller Geheimnisse und Überraschungen. Die Reise beginnt in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans. Von dort führt die Fahrt den Fluss Pandsch entlang, durch den Wachan-Korridor und weiter bis in die kirgisische Hauptstadt Bischkek. Der Reiseweg wurde 1932 als Geschenk des Sowjetstaates an die entlegene Region fertiggestellt. Die Nähe zu Afghanistan und China gibt dem Pamir-Highway die Aura einer Abenteuerroute. In den Dörfern am Wegrand ähneln sich die Eindrücke: kleine Gehöfte mit Garten und wenigen Haustieren. Zu sehen sind nur Frauen und Kinder. Die Männer seien fort, heißt es überall, im Ausland zum Arbeiten. Die Berge sind höher als 7.000 Meter und nach Marx, Engels oder dem Kommunismus benannt - so ehrte die Sowjetunion ihre höchsten Gipfel. Will man das Leben der Familien im Pamir kennenlernen, sollte man in "Homestays" übernachten. Pässe, die in über 4.000 Meter Höhe liegen, sorgen für wechselnde Eindrücke und verzaubernde Stimmungen. Auf fast 5.000 Metern leben Nomaden auf ihren Sommerweiden, wo sie aus der Milch von Yaks und Ziegen Käse herstellen. In Kirgistan ändert sich die Kultur. Steppenland mit Pferdeherden bestimmt dort das Bild. Am Yssykköl-See erleben die Besucher einen erstaunlichen Kulturpark: Der Pavillon über den Schriftsteller Tschingis Aitmatov zieht Menschen aus dem ganzen Land an. Der Park würdigt auch die Weltreligionen: Christliche, jüdische, islamische oder buddhistische Zeichen stehen dort für religiöse Toleranz.
18:35
In der Wüstenstadt Jasd gibt es noch die Türme des Schweigens, auf denen ehemals Feuerbestattungen durchgeführt wurden, und Tempel mit der ewigen Flamme Zarathustras. Früh am Morgen treffen sich heutzutage dort die Männer zum Souchane, einem traditionellen Muskeltraining, gepaart mit islamischen Gebetsformen. Weiter geht es nach Kerman. Das Neujahrsfest Nouruz steht bevor und jede Familie erwirbt Sofreh-e-Haft-Sin, sieben Symbole, darunter Knoblauch, Apfel, Weizenpudding und Essig, die zum Jahreswechsel in keinem Haushalt fehlen dürfen. Dann wird der Reiseweg abenteuerlich: Schneeberge, hohe Pässe, Salzwüsten und schließlich die Kaluten - einzigartige Formationen in der Wüste, die von Wind und Erosion gestaltet wurden. In der kaum besiedelten Wüste Lut zeigt sich das Leben eines Kamelzüchters und das der Frauen auf dem Land. Nach einem Besuch in Mesched, der heiligsten Stadt im Iran, geht es weiter in die Berge Usbekistans zum Neujahrsfest. Ein Sufimeister und Kräuterarzt weiht in die Geheimnisse seines Berufes und die religiösen Praktiken ein. Buchara und Samarkand, die Endpunkte der Reise, sind heute wieder wunderschöne Zentren des Orients und erinnern an die Blütezeiten der Seidenstraße.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen.
19:40
"Mittlerweile sieht man hier häufig U-Boote der USA, aus Deutschland oder anderen Nato-Ländern vor unseren Küsten", sagt Helikopterpilot Hanus Olsen. Die Hubschrauber der staatlichen Fluggesellschaft transportieren Personen und Güter zwischen den zu Dänemark gehörenden Inseln. Die Färöer liegen zwischen der Arktis, Europa, Russland und den USA und gewinnen zunehmend an militärischer Bedeutung. Seitdem Donald Trump öffentlich Ansprüche auf Grönland erhoben hat, ist auch die färöische Politik in großer Sorge. "Wir hoffen, dass Trump die Färöer nicht will, und wir hoffen, dass nicht eines Tages Russland die Färöer besetzt", sagt die 20-jährige Björg. Sie ist die jüngste Abgeordnete, die das Land je hatte. Viele junge Färinger sind verunsichert. Sie befürchten, dass das kleine Land zwischen den Großmächten zerrieben wird. "Deshalb wäre ein Beitritt zur Europäischen Union ideal", meint Fischfabrikant Jens-Martin Knudsen. Denn die Färöer gehören zwar zu Dänemark, aber nicht zur EU. Knudsen sieht wirtschaftliche Vorteile in einer EU-Mitgliedschaft, denn der Fischfang macht 95 Prozent des Exports aus. Der alte Seebär Birgir Enni ist eine Legende auf den Färöern. Er möchte, dass die Färöer unabhängig von Dänemark werden und auch als eigenständiger Staat kein EU-Mitglied werden. Auch, weil er sich von niemandem vorschreiben lassen will, was er essen darf. Denn die Färinger fangen nach wie vor Wale, und das ist in der EU verboten.
20:15
Vom nordfranzösischen Mittelständler zu einem der mächtigsten Männer der Luxusbranche: Bernard Arnault. In den 1970er Jahren übernimmt er das familieneigene Bauunternehmen und richtet es neu aus - statt Wohnraum verkauft er die Verheißung von Wohlstand. Als die Sozialisten 1981 in Frankreich an die Macht kommen, zieht es ihn in die USA. Dort lernt er die Regeln eines rücksichtslosen Kapitalismus: Tempo, Aggressivität und den Kult um Leistung. Nach seiner Rückkehr agiert er in Frankreich äußerst trickreich. Sein Meisterstück gelingt ihm mit dem Kauf der maroden Boussac-Gruppe. In dem bankrotten Textilhaus entdeckt er mit der Marke "Christian Dior" einen echten Schatz. Unterstützt durch Staat und Banken erwirbt er das Unternehmen, streicht Arbeitsplätze, verkauft unrentable Sparten und häuft so ein Vermögen an. Parallel formiert sich der Luxusgüterkonzern LVMH aus der Fusion von Louis Vuitton und Moët Hennessy. Arnault nutzt den Machtkampf zwischen den Geschäftsführern geschickt aus. Nach dem Börsencrash 1987 kauft er massiv LVMH-Aktien, schürt die Rivalität der Kontrahenten und sichert sich schließlich die Kontrolle. Gerüchte, Industriespionage und juristische Schlachten prägen diesen Kampf, aus dem Arnault als Sieger hervorgeht. Er begründet neue Marken, engagiert Star-Designer und macht exklusive Produkte wie Taschen, Accessoires und Parfüms für eine internationale Mittelschicht zugänglich, die nach Statussymbolen strebt. In kurzer Zeit baut er ein globales Imperium auf. 1996, mit 47 Jahren, zählt er zu den Milliardären - und prägt die Branche bis heute wie kein Zweiter.
21:15
Die zweite Folge der Dokumentation zeigt, wie LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton von der weltweiten Nummer eins im Luxussegment zum scheinbar allmächtigen Player in Politik, Finanzwesen und Medienwelt aufstieg. Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist eine Zeit der ungezügelten Finanzmärkte, des Freihandels, des explodierenden Reichtums. Eine Welt ohne Grenzen - wie geschaffen für Bernard Arnault. Sein Konzern setzt auf aggressive Expansion und zieht selbst aus vermeintlichen Niederlagen immense Gewinne. Sogar die Finanzkrise von 2008 wirkt als Beschleuniger. Zwischen 2010 und 2025 vervierfacht sich der Umsatz von LVMH und erreicht über 80 Milliarden Euro. Daneben erweitert das Konglomerat seine Einflusszonen. 2007 kauft Arnault, der bereits das Wirtschaftsblatt "La Tribune" besitzt, die Tageszeitung "Les Échos" zu einem überhöhten Preis - trotz des Widerstands der Redaktion. Mit zunehmender Nähe zum damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy verschwimmen bei Arnault die Grenzen zwischen privatem und geschäftlichem Interesse. Unter Präsident Hollande kommt es im Zusammenhang mit der geplanten Reichensteuer zu Diskussionen über "Steuerpatriotismus". Die Folge enthüllt auch die Schattenseiten dieser Maschinerie: Ein System, in dem nur Rentabilität zählt, setzt seine Stardesigner unter immensen Druck. Heute ist Bernard Arnault auf dem Gipfel der Macht angekommen. Als einflussreicher Partner von Kulturinstitutionen und Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen 2024 in Paris spinnt sein Konzern die Fäden. Und auch die Nachfolge ist gesichert: LVMH ist eine Familienholding und Arnaults Kinder sitzen im Verwaltungsrat.
22:20
Angesichts der Krisen auf der Erde erscheint eine mögliche Besiedlung des Alls durchaus verlockend. Doch die Vision von einer Zukunft auf fernen Planeten verstellt den Blick auf eine andere Entwicklung: Schon heute dehnt die Raumfahrtindustrie ihren Einfluss im Erdorbit aus - mit Tausenden von Satelliten und im Namen einer globalen, jederzeit verfügbaren Vernetzung. Der beispiellose Ausbau der Raumfahrt bringt immer mehr Startplätze und Raketenstarts mit sich. Ganze Regionen werden dadurch verändert, Ökosysteme geschwächt und lokale Gemeinschaften unter Druck gesetzt. Von Texas über Schweden bis Chile wächst der Protest gegen diese neue Jagd nach Profit, gegen die von ihr verursachte Umweltbelastung und gegen das Paradox eines Systems, das im Namen eines möglichen "Planeten B" den einzigen bewohnbaren Planeten aufs Spiel setzt, den wir haben.
23:15
Was als kühne Idee in einem Seminarraum der University of the South Pacific im Jahr 2019 begann, entwickelte sich zu einer globalen Rechtsrevolution. Angesichts zerstörerischer Zyklone und steigender Meeresspiegel fassten Jurastudierende auf Vanuatu einen Entschluss: Sie wollen nicht länger auf unverbindliche politische Versprechen warten. Ihr Ziel ist der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Die Staaten, die hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich sind, sollen für die Schäden haftbar gemacht werden. Es geht um Entschädigungszahlungen in Billionenhöhe. Der Dokumentarfilm "Der Billionen-Prozess" erzählt die außergewöhnliche Geschichte dieses sechsjährigen Marathons. Mit unerschütterlicher Entschlossenheit mobilisierten die Studierenden eine weltweite Jugendbewegung. Ihr Ziel ist ein Rechtsgutachten, das die Pflichten der Staaten zum Klimaschutz völkerrechtlich klärt. Was als studentische Initiative begann, wuchs zu einem Zusammenschluss von mehr als 100 Nationen heran, die schließlich vor das höchste Gericht der Welt zogen. Die Dokumentation zeigt den Kontrast zwischen den bedrohten Küstendörfern des Pazifiks und den prunkvollen Hallen des Friedenspalastes. Hier, Tausende Kilometer von zu Hause entfernt, treten die jungen Menschen schließlich vor das Weltgericht. Es ist ein historischer Wendepunkt: Zum ersten Mal wird die Klimakrise nicht als abstrakte Umweltfrage, sondern als Frage der Menschenrechte und der rechtlichen Haftung verhandelt. Die Industriestaaten wehren sich mit Händen und Füßen gegen mögliche finanzielle Ansprüche. Wer wird vor Gericht Recht bekommen?