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TV Programm für ARTE am 30.09.2026

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Italiens unbekannter Norden 16:10

Italiens unbekannter Norden: Das Ossolatal

Land und Leute

In der Region Piemont erstreckt sich das Ossolatal vom westlichen Ufer des Lago Maggiore bis an die Grenze zur Schweiz. Seit jeher bildet es mit dem Simplonpass eine wichtige Verbindung zwischen Norditalien und der Schweiz. Hier hat die Kraft des Wassers das Gestein in besonderer Weise geformt und spektakuläre Landschaften entstehen lassen - von den Schluchten von Uriezzo bis zum 143 Meter hohen Toce-Wasserfall. Schon seit Jahrhunderten hat der Mensch die Reichtümer dieses Landes genutzt: Der rosafarbene Marmor aus den Candoglia-Steinbrüchen diente für den Bau des Mailänder Doms. Im Anzasca-Tal wurde bis zu Beginn der 1960er Jahre nach Gold gegraben. Doch der wahre Reichtum des Ossolatals ist das Wasser: Es kommt von den alpinen Gletschern des Monte Rosa, wird in den mächtigen Staudämmen von Sabbione und Morasco gesammelt und speist von dort den Toce. Sein Wasser stürzt vom imposanten Toce-Wasserfall, durchfließt das ganze Tal und mündet schließlich in die blaue Weite des Lago Maggiore. Entlang des Toce und seiner Zuflüsse ist eine bemerkenswerte Vielfalt an Landschaften, Schauplätzen und Geschichten zu entdecken. Eine Reise, die die tiefe Verbundenheit von Mensch und Gebirge erlebbar macht.

Danach

Wildwechsel 16:55

Wildwechsel: Tiere auf Achse

Dokumentation

Bei Wildunfällen sterben Tiere, aber auch Tausende Menschen werden dabei verletzt und bis zu 20 Autofahrer sterben dabei jedes Jahr allein in Deutschland. Rothirsche ziehen weite Wege, um genügend Futter zu finden, Kröten wandern, um einen Partner zu finden, und Fische müssen zu ihrem Laichplatz Flüsse hinaufsteigen. Für manche Arten wie den Fischotter sind die Verluste auf unseren Straßen bedrohlich. Denn Straßen töten nicht nur, sie zerschneiden Lebensräume. Diese Isolation kann zu einer genetischen Verarmung führen, die einige Arten in ihrem Bestand stark gefährdet. Gibt es Lösungen für diese Probleme? Straßenplaner und Naturschützer versuchen, die Verluste unter den verschiedenen Wildtierarten zu minimieren und zerschnittene Lebensräume wieder zu verbinden. Grünbrücken und Krötentunnel entstehen, auch Fledermausbrücken, Eichhörnchenseile, Laufstege für Fischotter oder ein Hirschradar mit Hightech-Lösung werden ausprobiert. Erstmals zeigt diese Naturfilm-Dokumentation Erfolge und Misserfolge verschiedener Maßnahmen, damit Wildtiere Straßen sicher kreuzen können. Versteckte Videofallen und mehrmonatige Beobachtungen bringen erstaunliche Erkenntnisse über das Verhalten von Wildtieren an Straßen zutage. Ebenso unterhaltsam wie spannend erzählt die Dokumentation ein bislang wenig beachtetes Problem in unserer Umwelt.

Tierische Burgherren 17:50

Tierische Burgherren: Das wilde Mittelrheintal

Landschaftsbild

Das Obere Mittelrheintal: In die alten Gemäuer links und rechts des Rheins sind tierische Burgherren eingezogen und haben die einstigen Ritter und Grafen abgelöst. Auf Schloss Stolzenfels, dem Inbegriff preußischer Rheinromantik, herrschen heute Turmfalken, und im Dachstuhl der Kirche Sankt Nikolaus im mittelrheinischen Kamp-Bornhofen befindet sich eine der größten Fledermaus-Wochenstuben des Großen Mausohres in Deutschland. Das milde Weinbauklima sorgt in diesen Breiten für eine einzigartige Fauna und Flora. Eine Pflanze wurde sogar nach der Region benannt: die Bopparder Schleifenblume. Sie wächst weltweit nur an zwei Schieferhängen bei Boppard. Zahlreiche andere zoologische Kostbarkeiten wie die seltene Zippammer, der wärmeliebende Segelfalter, die Blauschwarze Holzbiene oder die farbenprächtige Smaragdeidechse, die sonst alle eher in Südeuropa leben, fühlen sich hier zu Hause. Im Burgwald bei Bacharach lauert die Wildkatze auf Beute, und am Felsen der Loreley, dem wohl berühmtesten Wahrzeichen des Mittelrheins, ziehen Milane ihren Nachwuchs auf. Im dicht bewaldeten Wispertal kümmern sich Schwarzstörche, Hirschkühe und Wildschweinbachen ungestört um ihre Jungen. Anfang April bringt noch ein spätes Kältetief aus dem Norden Schnee an den Mittelrhein und beschert der Marksburg einen selten märchenhaften Anblick. Mufflons verlassen die verschneiten Höhen und wandern zum Grasen tiefer. Oben im Taunus wird abends der Wald lebendig. Ein riesiger Schwarm Bergfinken fällt in seine Schlafbäume ein. Schon ist ein Sperber zur Stelle und versucht Beute zu machen.

Das geheime Leben der Hirschkäfer 18:30

Das geheime Leben der Hirschkäfer

Tiere

Die Lichtung an der polnischen Oder ist ein ganz besonderer Lebensraum. Vor allem aber ist sie zum Hotspot für den Hirschkäfer, den größten Käfer Mitteleuropas, geworden. Für ihn sind Eichen unendlich wichtig - tot und lebendig. Seine Larven bevölkern das Totholz einer umgefallenen Eiche. Der umgebende Wald ist ein Eichenmischwald mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt. Die nahe Oder erzeugt ein spezielles Klima, das selbst im Winter Leben ermöglicht. Der Seeadler macht im vereisten Fluss Beute ebenso Fischotter und Eisvogel. Die umgefallene Eiche auf der Lichtung ist nicht nur im Frühling Treffpunkt für Zugvögel. Sie ist später im Jahr auch Balzplatz für Rehe und Hirsche. Mäuse und Eichhörnchen verstecken hier ihren Wintervorrat. Wildschweine, Specht und Eichelhäher sind hinter den fetten Bodenbewohnern her. Für sie hörbar verarbeiten die Hirschkäferlarven die alte Eiche zusammen mit anderen Bodenlebewesen, aber auch mit Hilfe von Wind und Wetter allmählich zu wertvollem Humus. Fünf bis sieben Jahre verbringt eine Hirschkäferlarve im Boden, bis sie ihr geheimes Leben beendet und den Boden als majestätischer Käfer verlässt. Die Mundwerkzeuge der Männchen sind dann zu "Geweihen" und Kampfwerkzeugen geworden. Es müssen etliche Konkurrenten aus dem Weg geräumt werden, bis es zur Fortpflanzung mit den viel kleineren und unscheinbaren Weibchen kommen kann. Vorher brauchen beide Geschlechter den Baumsaft lebender Eichen, denn nur er lässt sie fruchtbar werden. Ein intakter Eichenmischwald, wie der an der polnischen Oder, bietet optimale Lebensbedingungen für die selten gewordenen Hirschkäfer.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus: Spanien: Pedro Sanchez' Bilanz

Infomagazin

Wachstum und Wohnungsnot: Spanien steht vor Gegensätzen. In Madrid protestieren Zehntausende gegen steigende Mieten, während Macron zum Staatsbesuch anreist. An der Grenze zu Marokko gerät Sánchez' Migrationspolitik unter Druck. Die Wirtschaft wächst, doch die Jugendarbeitslosigkeit bleibt hoch. Wie fällt seine Bilanz vor den Wahlen aus?

Re: 19:40

Re:: Bulgariens Tal der Rosen in der Krise?

Reportage

Jedes Frühjahr verwandelt sich das bulgarische Tal der Rosen in ein duftendes Blütenmeer. Von hier stammen rund 70 Prozent des weltweit gehandelten Rosenöls. Ein Liter der kostbaren Essenz ist etwa 10.000 Euro wert und wird für Parfüms, Kosmetik und Medizin genutzt. Doch die traditionsreiche Branche steckt in der Krise. Die mühsame Ernte wird fast ausschließlich von Roma getragen. Noch vor Sonnenaufgang machen sich Anni und Ivko Marinow mit ihrer Familie auf zu den Feldern. In den wenigen Wochen der Saison verdienen sie einen großen Teil ihres Jahreseinkommens. Mit dem Geld früherer Ernten haben sie über Jahre ein eigenes Haus aufgebaut. Viele Roma in Bulgarien leben jedoch weiterhin unter prekären Bedingungen und fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. Die Rosen blühen nur wenige Wochen und müssen täglich in den frühen Morgenstunden geerntet werden. Doch harte Arbeit, geringer Lohn und fehlende Perspektiven schrecken viele Erntehelfer ab. Immer mehr Menschen verlassen die Region oder wählen sichere Ganzjahresstellen, etwa in den Fabriken der nahe gelegenen Rüstungsindustrie, die seit dem Ukraine-Krieg boomt. Doch für die Rosenbauern wird der Mangel an Pflückern zunehmend existenzbedrohend. Die Reportage zeigt eine Region zwischen Tradition und Wandel, Armut und globalem Luxusgeschäft.

Alles in bester Ordnung 20:15

Alles in bester Ordnung

Komödie

Marlen und Fynn lernen sich durch ein Missgeschick kennen: Fynn löst als Zwischenmieter in einer Wohnung einen Rohrbruch aus und muss Marlen um Hilfe bitten. Marlen wiederum lässt niemanden bei sich hinein und komplimentiert ihn gewitzt wieder hinaus. Doch als Fynn in einem Gewitter vollkommen durchnässt wird, darf er für eine Nacht in ihre Wohnung - unter der Bedingung, nichts anzufassen und am nächsten Tag wieder zu gehen. Stattdessen versucht Fynn hartnäckig, Marlen von seiner Weltsicht zu überzeugen: Nur wer wenig hat, ist wirklich frei und hat Zeit für die wichtigen Dinge. Marlen hält dagegen und erklärt ihm, wie wichtig materielle Bindung und Wertschätzung sind. Diskutierend arrangieren sie sich erstaunlich gut - bis die Hausverwaltung nach dem Rohrbruch die gesamte Heizungsanlage austauschen will. Erstmals seit mehr als zehn Jahren drohen Menschen in Marlens Wohnung zu kommen, ein Alptraum. Jetzt ist Fynn dran, ihr zu helfen. Doch Marlen will nichts weggeben, ergänzt sogar immer wieder Neues. Erst in einem letzten Kraftakt finden die beiden gemeinsam eine ganz eigene Ordnung ... "Alles in bester Ordnung" feierte 2021 Premiere auf dem Filmfest Hamburg und startete 2022 bundesweit in den Kinos. Für ihre Regieleistung wurde Natja Brunckhorst auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ausgezeichnet. Sie ist auch Schauspielerin und Drehbuchautorin. Mit 13 Jahren wurde sie auf dem Schulhof von Regisseur Uli Edel entdeckt und für die Titelrolle in "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" engagiert. Natja Brunckhorst ist Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie.

Im Schatten der Wälder 21:50

Im Schatten der Wälder

Drama

Der 29. Februar ist für Kommissarin Michèle Varin ein Tag voller Schuld und Trauer: Vor Jahren verlor sie an diesem Datum ihren Sohn. Kurz vor dem nächsten Schalttag wird sie mit dem rätselhaften Tod einer Frau betraut, die erhängt im Wald aufgefunden wurde. Die Frau litt unter schizophrenen Schüben und suchte nach ihrer Tochter, die sie als Kind zur Adoption weggegeben hatte. Kommissarin Varin kann kaum mehr die grausamen Details der Ermittlung von ihren eigenen Alpträumen unterscheiden. Als sich noch ihr Kollege während der Ermittlungen erschießt, gerät ihr Wirklichkeitsempfinden endgültig ins Wanken. Waren die beiden Fälle gar keine Suizide? Sind ihre "Visionen" vielleicht real, um auch sie in den Suizid zu treiben? Mit "Im Schatten der Wälder" verbindet Regisseur Guillaume Nicloux Krimi, Psychothriller und Mystery zu einem düsteren Rätselspiel über Schuld, Verlust und die Zerbrechlichkeit der Wahrnehmung. In der Hauptrolle überzeugt Josiane Balasko als Kommissarin, die zunehmend an sich selbst zu zweifeln beginnt. Guillaume Nicloux erzeugt mit kühlen Landschaftsbildern, suggestiver Kameraführung und einem eindringlichen Sounddesign eine beklemmende Atmosphäre. Statt auf klassische Krimispannung setzt er auf psychologische Verunsicherung und Anklänge an das Mystery- und Horrorkino. Josiane Balasko wurde für ihre eindrucksvolle Darstellung der Kommissarin Michèle Varin 2004 für den César als beste Schauspielerin nominiert. Regisseur und Drehbuchautor Nicloux ist zudem in einer kleinen Nebenrolle als Polizist zu sehen.

Der Schlüssel 23:25

Der Schlüssel

Thriller

Eric Vincent erfährt vom Tod seines leiblichen Vaters - eines Mannes, den er nie kennengelernt hat. Auf der Suche nach Antworten gerät er in ein Geflecht aus alten Verbrechen, rätselhaften Begegnungen und widersprüchlichen Erinnerungen. Nach und nach wird deutlich, dass zahlreiche Menschen - vom Privatdetektiv bis zu Gestalten aus dem Rotlichtmilieu - auf unterschiedliche Weise mit der Vergangenheit seines Vaters verbunden sind. Mit "Der Schlüssel" schließt Regisseur Guillaume Nicloux seine lose Thriller-Trilogie nach "Eine ganz private Affäre" und "Im Schatten der Wälder" ab. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sehr die eigene Herkunft das Leben prägt. Dafür verknüpft er verschiedene Zeitebenen und Erzählstränge zu einem komplexen Geflecht, in dem Identität, Herkunft und die Last familiärer Geheimnisse im Zentrum stehen. Der Film verzichtet bewusst auf einfache Antworten und entwickelt stattdessen eine dichte, melancholische Atmosphäre, die stärker von psychologischer Spannung als von klassischen Thrillerelementen lebt. Guillaume Canet verkörpert Erics zunehmende Verunsicherung mit großer Zurückhaltung. Unterstützt wird er von einem hochkarätigen Ensemble mit Marie Gillain, Vanessa Paradis, Jean Rochefort, Josiane Balasko und Thierry Lhermitte. Christophe Offensteins kühle Bildgestaltung unterstreicht den schleichenden Übergang vom geordneten Alltag in eine Welt voller Misstrauen und ungelöster Fragen. "Der Schlüssel" ist weniger Kriminalfilm als existenzielle Spurensuche - ein düsteres Puzzle über die Macht der Vergangenheit.