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TV Programm für ARTE am 23.08.2026

Jetzt

Maria João Pires spielt Mozart 17:50

Maria João Pires spielt Mozart: Klavierkonzert Nr. 9

Konzert

Offiziell hat sich die unvergleichliche Maria João Pires ab 2018 weitgehend von der Bühne zurückgezogen, doch von Zeit zu Zeit gibt sie immer noch einzelne Konzerte. In solchen selten gewordenen Momenten scheint die Zeit stehenzubleiben und die Pianistin verzaubert das Publikum mit ihrer Kunst. Auf der Bühne des KKL (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) interpretiert sie Wolfgang Amadeus Mozart, einen ihrer Lieblingskomponisten. Mit dessen Klavierkonzert in Es-Dur und mit dem Dirigenten Paavo Järvi verbindet Pires eine unglaubliche Erinnerung: 1999 traten die beiden Musikgrößen zusammen in Amsterdam auf. Als Järvi die ersten Takte des Werks dirigierte, wurde Pires sofort klar, dass sie sich nicht auf das richtige Mozart-Konzert vorbereitet hatte. Doch weit davon entfernt, die Nerven zu verlieren, lieferte sie aus dem Gedächtnis eine unglaubliche Interpretation des großartigen Klavierkonzerts in Es-Dur, das sie damals lange nicht gespielt hatte.

Danach

Zu Tisch 18:40

Zu Tisch: Capri, Italien

Essen und Trinken

Capri ist eine der bekanntesten Inseln weltweit, eine legendäre Idylle, die römische Kaiser, Intellektuelle und Künstler durch die Jahrhunderte begeisterte. Neben den luxuriösen Boutiquen, noblen Hotels und gehobenen Restaurants gibt es aber auch die alteingesessenen Familien mit ihren Traditionen. Sie bauen ihr Gemüse und Obst im eigenen Garten an und fangen Fische. Eine alte italienische Tomatensorte Cuore di Bue, was so viel wie "Ochsenherz'" bedeutet, eignet sich ideal für den wohl bekanntesten Salat der Welt: Insalata Caprese. Es ist ein geradezu "patriotisches" Rezept, weil es mit Tomate (rot), Basilikum (grün) und Mozzarella (weiß) die Farben der italienischen Flagge repräsentiert. Aus dem Meer kommen Pfeilkalmar und Rotbrasse auf den Tisch. Wenn für Pfeilkalmare mit heimischen Kartoffeln (Totani e Patate) serviert werden, vereinen sich die zwei Seelen Capris - Wasser und Erde. Die Familie von Lucia Scialapopolo lebt seit fünf Generationen auf Capri. Wenn die Enkel in den Ferien zu Besuch sind, gibt es zahlreiche einheimische Gerichte: Ravioli Capresi, Frittata di Spaghetti und Torta Caprese - einen Schokoladenkuchen ohne Mehl, frei von Gluten. Der Koch hatte es in aller Eile einfach vergessen.

ARTE Journal 19:10

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

Mein Sari, mein Sound 19:30

Mein Sari, mein Sound: Junge Rapperinnen verändern Indien

Dokumentation

Zwischen Callcenter-Job, familiären Verpflichtungen und den Erwartungen einer patriarchalen Gesellschaft kämpft die 20-jährige Shruti in Mumbai mit ihrer Stimme für ein selbstbestimmtes Leben. Als jüngstes Mitglied des Rap-Kollektivs Wild Wild Women findet sie im Hip-Hop einen Raum, in dem sie sich ausdrücken, ihre Wut artikulieren und ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen kann. Unter ihrem Künstlernamen MC Mahila wird sie zur Stimme einer Generation junger Frauen, die sich gegen traditionelle Rollenbilder auflehnen. Die Dokumentation begleitet Shruti durch ihren Alltag: durch die engen Gassen ihres Viertels in Mumbai, in ihr kleines Zuhause, das sie mit ihrer Familie teilt, zu nächtlichen Momenten am Strand - und auf die Bühnen, auf denen sie gemeinsam mit den Wild Wild Women auftritt. Dabei wird deutlich, wie viel Mut es braucht, als Frau in Indien eigene Wege zu gehen: zwischen ökonomischem Druck, familiären Konflikten und der allgegenwärtigen Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen. Gleichzeitig erzählt "Mein Sari, mein Sound" von Solidarität und kollektiver Stärke. Die Crew ist für Shruti mehr als ein Musikprojekt - sie ist eine Wahlfamilie, die Halt gibt, Räume öffnet und Veränderung möglich macht. Gemeinsam nutzen die Frauen ihre Musik, um Tabus zu brechen, Missstände sichtbar zu machen und andere Frauen zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Die Dokumentation zeichnet das intime und kraftvolle Porträt einer jungen Frau, die sich gegen Widerstände behauptet und dabei nicht nur ihr eigenes Leben verändert, sondern auch Teil einer Bewegung wird.

Perfect World 20:15

Perfect World

Drama

Texas, 1963. Nach dem Attentat auf Präsident Kennedy nimmt Butch, ein Verbrecher auf der Flucht, den kleinen Phillip als Geisel. Sheriff Red Garnett heftet sich an seine Spur, begleitet von einem Scharfschützen und der Kriminologin Sally Gerber. Doch die Verfolger beginnen allmählich, zu verzweifeln ... - Spannendes, melodramatisches Psycho-Drama (1993) mit Kevin Costner. Texas, 1963: Den Gangstern Robert "Butch" Haynes und Terry Pugh gelingt es, aus dem Gefängnis von Huntsville zu flüchten. Bei einem Einbruch nehmen sie einen achtjährigen Jungen als Geisel. Als der aggressive Terry sich fast an dem kleinen Phillip vergeht, erschießt Butch ihn in einem Kornfeld. Von nun an fahren Butch und seine junge Geisel allein durch Texas. Butch hat ein klares Ziel: Alaska. Dort wohnt sein Vater, den er nie kennengelernt hat. Auch der kleine Phillip ist ohne Vater aufgewachsen, und so entwickelt sich zwischen dem ungleichen Paar eine Vertrautheit wie zwischen Vater und Sohn. Indessen macht sich Sheriff Red Garnett, der einst Butch ins Gefängnis gebracht hat, auf die Suche nach den Flüchtigen. Ihn begleiten die Kriminologin Sally Gerber, die sich klug gegen ihre männlichen Kollegen zu behaupten weiß, und der FBI-Scharfschütze Bobby Lee, der sich mehr für seine selbstbewusste Kollegin als für die Ergreifung des Gangsters zu interessieren scheint. Während das ungleiche Duo den verzweifelnden Polizisten ständig entwischt, lernt der aus einer strenggläubigen Familie kommende Phillip die Vorzüge des ungezähmten Lebens kennen, das Butch führt. Für den Jungen ist die Reise durch Texas auch ein Schritt in Richtung Erwachsenwerden: Er lernt, dass Gut und Böse nicht immer leicht zu trennen sind und dass auch im Herzen gute Menschen zum Opfer ihrer Umstände werden können.

Kevin Costner und der Western 22:25

Kevin Costner und der Western

Film/Kino/TV

"Der mit dem Wolf tanzt" gilt als Kevin Costners Meisterwerk und belebt Anfang der 1990er ein totgeglaubtes Genre. Während Western als unmodern gelten, ist Costner überzeugt: Man muss sie nur anders erzählen. Er führt selbst Regie und setzt auf maximale Authentizität - erstmals werden indigene Rollen ausschließlich mit amerikanischen Ureinwohnern besetzt, erstmals sprechen indigene Figuren im Blockbuster-Kino Lakota. Der Film trifft den Nerv der Zeit, gewinnt sieben Oscars und verändert die Wahrnehmung des Westerns nachhaltig. Costner wächst behütet auf, entdeckt früh seine Liebe zum Kino und arbeitet sich vom Nebendarsteller in "Silverado" zum Weltstar in "Bodyguard" hoch. Flops wie "Waterworld" oder "Postman" lassen sein Image schwanken, doch dem Western bleibt er treu: Mit "Open Range" kehrt er 2003 zurück, mit der Serie "Yellowstone" prägt er das Genre im Streaming-Zeitalter neu. Gleichzeitig entwickelt sich der Western weiter: "Brokeback Mountain" zeigt 2005 offen die intime Beziehung zweier Cowboys, "Westworld" verbindet Westernmotive mit Science-Fiction, Quentin Tarantino setzt in "Django Unchained" auf überzeichnete Gewalt und Hip-Hop-Sounds.

Modern, lebendig, selbstbewusst: Musiklandschaft Polen 23:20

Modern, lebendig, selbstbewusst: Musiklandschaft Polen

Dokumentation

Die polnische Filmregisseurin Magdalena Zieba-Schwind, die in Deutschland lebt und arbeitet, nimmt das Publikum mit auf eine persönliche Reise in ihr Heimatland. Es ist eine Suche nach dem Klang Polens, nach dem, was viele als "polnische Seele" empfinden - und nach den Geschichten, die in der Musik des Landes bis heute mitschwingen. Polen hat in seiner Geschichte heftige politische und territoriale Umbrüche erlebt. Grenzen verschoben sich, das Land verschwand 123 Jahre lang von der Landkarte. Neben der katholischen Kirche blieb die Musik ein verlässlicher Anker für den Zusammenhalt in der polnischen Bevölkerung: Sie verband Menschen, gab ihnen Identität und wurde zum Spiegel einer lebendigen kulturellen Tradition. Doch was macht Musik eigentlich "polnisch"? Welche Einflüsse prägen sie und welche Künstlerinnen und Künstler formen ihren Klang heute? Diesen Fragen nähert sich die Autorin in Begegnungen mit herausragenden Solisten und Komponistinnen aus Klassik, Jazz und Folk, die das facettenreiche Bild einer modernen Musiknation prägen: darunter Marzena Diakun, Agata Zubel, Kinga Glyk, Jakub Józef Orlinski, Szymon Nehring und die Warsaw Village Band. Sie erzählen von ihren Wurzeln, ihrem Selbstverständnis und der Inspiration, die Polen ihnen gibt. Die filmische Reise führt durch die Musikzentren Breslau, Kattowitz, Krakau und Warschau. Jede Station zeigt ein anderes Kapitel der jungen und lebendigen polnischen Musiklandschaft - geprägt von Tradition, Offenheit und einem frischen, selbstbewussten Ausdruck.