19:40
In der Nachkriegszeit, als sich die Landwirtschaft in den Pyrenäen im Umbruch befand, begann man überall, die schnell wachsenden rosa Schweine zu züchten. Vom Kintoa-Schwein, einer einheimischen Rasse, blieben nur wenige Tiere übrig. Als dem Metzger Pierre Oteiza Ende der 1980er Jahre ein solches baskisches Schwein buchstäblich über den Weg lief, beschloss er, die Rasse zu retten. Zu dieser Zeit gab es noch 25 Exemplare, die er auf weit verteilten Höfen mühsam aufspürte und mit ihnen eine neue Genration des Baskischen Schweins begründete. Heute bevölkern 4.000 Tiere die urig-verträumten Hügel des Landes, athletisch, mit kurzen Beinen, gutmütig und lebensfroh. Und vor allem frei - im Sommer wie im Winter. Einmal am Tag werden sie mit Getreide gefüttert, danach müssen sie sich ihr Futter in der Natur selbst suchen. Bis zu zwei Jahre dürfen die Schweine so leben, sie wachsen langsam und ernähren sich in den heimischen Wäldern und Wiesen. Diese Art der Tierhaltung schlägt sich in der Qualität des Schinkens nieder, der in Frankreich und weltweit begehrt ist: der Kintoa-Schinken. Gourmets sind bereit, für diesen buttrig-nussigen Schinken, der weich auf der Zunge zergeht, hohe Preise zu zahlen. Die Reportage begleitet eine Handvoll Menschen, die angetreten sind, diesen heimischen Schatz zu bewahren, die tagtäglich mit Ausdauer, harter Arbeit sowie ihrem Glauben an Qualität und Respekt vor dem Tier und der familiären Tradition die baskische Lebensart bewahren.
20:15
Können alte Heilkünste den Weg für innovative Therapien ebnen? In den Bibliotheken von Fès, Rabat und Istanbul entdecken französische Forscher ein faszinierendes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte neu: die arabische Medizin des Mittelalters. Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert legten Gelehrte wie Al-Kindi, Al-Razi, Avicenna oder Geber mit systematischen Beobachtungen, Experimenten und sorgfältigen Aufzeichnungen die Grundlagen der modernen Pharmakologie. Ihre lange verkannten oder gar verdrängten Schriften zeugen von einer erstaunlich modernen Denkweise, die auf einem experimentellen, streng klinischen Ansatz basiert. Diese Wiederentdeckung bildet den Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Forschungsarbeit. Historiker, Biologen und Chemiker des CNRS bündeln ihren Sachverstand, um dieses vergessene Wissen neu zu erschließen. Die Dokumentation wandelt kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei wird deutlich: Die Werkzeuge der Wissenschaft haben sich verändert, ihre Methode ist jedoch dieselbe geblieben - beobachten, vergleichen, experimentieren. In Bibliotheken entschlüsseln die Forscher arabische Texte des Mittelalters, in Laboren prüfen sie die Hypothesen der einstigen Gelehrten. Ein von Avicenna beschriebenes Mittel gegen Hautinfektionen bildet das Herzstück der Untersuchung und steht sinnbildlich für die Weitergabe von jahrhundertealtem Wissen. Zugleich stellt die Dokumentation grundlegende Fragen: Warum wurde dieses Wissen aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt? Weshalb blieb das goldene Zeitalter der arabischen Medizin im Westen so lange unbeachtet?
21:45
Adipositas ist längst zur globalen Herausforderung geworden: Mehr als eine Milliarde Menschen sind betroffen, Tendenz steigend. Die chronische Erkrankung erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Belastungen. Doch die Medizin steht nicht still. Mit neuartigen Medikamenten wie den GLP-1-Rezeptoragonisten, die das Sättigungsgefühl regulieren, und bahnbrechenden Methoden wie der tiefen Hirnstimulation in Mailand, die Esssucht direkt im Gehirn bekämpft, werden neue Wege beschritten. Die Dokumentation begleitet Forschende, Ärzte und Betroffene in vier europäischen Ländern. In Mailand zeigt ein Ärzteteam, wie elektromagnetische Stimulationen die Dopamin-Ausschüttung beeinflussen und so die Kontrolle über das Essverhalten zurückgeben. In Dänemark profitiert ein Teenager von einem neuen Medikament, das ihm ermöglicht, seinen Alltag wieder aktiv zu gestalten. Gleichzeitig werden klassische Therapieansätze wie Magenoperationen weiterentwickelt - präziser und risikoärmer als je zuvor. Doch auch die neuesten Therapien kommen nicht ohne eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten aus. Die Dokumentation fragt: Können diese Innovationen die Adipositas-Epidemie stoppen? Und welche Risiken bringen sie mit sich? Ein europäischer Blick auf eine der drängendsten Gesundheitsfragen unserer Zeit.
22:40
Was ist wirklich dran an der Heilkraft des Fastens? Angesichts der Gefahren durch skrupellose "Fasten-Gurus" und skeptische Gesundheitsbehörden haben Sylvie Gilman und Thierry Lestrade, die Macher der erfolgreichen Dokumentation "Heilen und Fasten", beschlossen, einen weiteren Film zu drehen, um die Mechanismen, Versprechungen und Grenzen des Fastens auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu erforschen. Tatsächlich scheinen die Forschungsergebnisse zahlreicher Studien der letzten Jahre die positive Wirkung des Fastens auf Diabetes, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, das Mikrobiom, Bluthochdruck und Krebs zu bestätigen. Die Dokumentation begleitet Stéphane, der aufgrund von gesundheitlichen Problemen zwei Wochen fastet. Parallel dazu werden neueste Erkenntnisse aus den USA, Deutschland und Italien aufgegriffen, um zu erklären, was während des Nahrungsverzichts im Körper geschieht: von der Autophagie - einem natürlichen Reinigungs- und Recyclingprozess der Zellen - bis hin zur Stoffwechselumstellung in die sogenannte Ketose, die zur Bildung von Ketonen führt, einem Superkraftstoff mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Neben dem mehrtägigen Fasten erlebt das Intervallfasten sowohl in den sozialen Medien als auch in der Wissenschaft einen regelrechten Hype. Die neue Ernährungsweise, bei der statt der Kalorien auf dem Teller die Stunden zwischen zwei Mahlzeiten gezählt werden, könnte die Behandlung vieler chronischer Krankheiten revolutionieren. Ob als Therapie oder Prävention - dass Fasten Teil der Gesundheitspolitik werden könnte, ist die Hoffnung vieler Wissenschaftler.
23:45
Für "La Gioconda", ein opulentes Musikdrama mit sechs Hauptfiguren, inspirierte sich Amilcare Ponchielli bei Victor Hugos "Angelo, Tyrann von Padua" (1835). Das Libretto stammt von Arrigo Boito, der später gemeinsam mit Giuseppe Verdi für "Otello" und "Falstaff" verantwortlich zeichnete. Im Wechsel von kammerspielartigen Dialogen und spektakulären Massenszenen entfaltet sich ein historisches Panorama des venezianischen Lebens im 17. Jahrhundert. Die hochdramatischen Situationen geben Anlass zum Ausdruck unterschiedlichster Gefühle von flammender Leidenschaft über düstere Verzweiflung bis zu brennender Liebe, getrübt von Eifersucht und Nebenbuhlerschaft. Meisterhafte Instrumentpassagen wie das prägnante Opernvorspiel, die Einleitung des vierten Akts und natürlich die "Danza delle ore" - eines der bekanntesten Opernballette, das durch Disneys "Fantasia" (1940) unsterblich wurde - erinnern an die große französische Operntradition. 50 Jahre nach der letzten Aufführung bringt das Teatro San Carlo in Neapel die "Gioconda" mit Anna Netrebko in der Titelrolle auf die Bühne. Ludovic Tézier ist als hinterhältiger Spion der Inquisition zu erleben und Jonas Kaufmann als Enzo Grimaldo, Mann zwischen zwei Frauen. Pinchas Steinberg dirigiert das Orchester des Teatro San Carlo, die Kostüme sind von Christian Lacroix.
02:40
Merten Mederacke hat eine fixe Idee: Obst wächst ja dank Mutter Natur am Baum, ist quasi umsonst. Da kann man das Obst doch gleich verschenken und den gierigen Kapitalisten damit ein Schnippchen schlagen, oder? Dafür will Merten ein Festival organisieren und die Leute aus der Stadt mit kostenlosem Obst aufs Land locken. Unterstützt wird er von seiner Freundin Pia Schulze, die ebenfalls eine erfolgreiche Youtuberin ist. Die Altländer Obstbauern aber machen den eloquenten Städtern schnell klar: Mit Ideologie und soziologischen Utopien kommt man hier nicht weiter. Werden sich Obstbauern und Weltretter trotzdem zusammenraufen?
03:10
Merten Mederacke hat eine fixe Idee: Obst wächst ja dank Mutter Natur am Baum, ist quasi umsonst. Da kann man das Obst doch gleich verschenken und den gierigen Kapitalisten damit ein Schnippchen schlagen, oder? Dafür will Merten ein Festival organisieren und die Leute aus der Stadt mit kostenlosem Obst aufs Land locken. Unterstützt wird er von seiner Freundin Pia Schulze, die ebenfalls eine erfolgreiche Youtuberin ist. Die Altländer Obstbauern aber machen den eloquenten Städtern schnell klar: Mit Ideologie und soziologischen Utopien kommt man hier nicht weiter. Werden sich Obstbauern und Weltretter trotzdem zusammenraufen?
03:40
An einem Abend im Restaurant weist Dalidas Bruder und Manager die Sängerin darauf hin, dass sie etwas zu laut spricht. Daraufhin erwidert diese etwas angeheitert: "Na und? Ich habe eben eine tragende Stimme - und eine einträgliche!" Womit sie Recht behielt: 1957 verlieh man ihr Frankreichs erste Goldene Schallplatte. Die Animationsserie "(Fast) Die ganze Wahrheit", die mit augenzwinkerndem Humor aus dem Nähkästchen prominenter Persönlichkeiten plaudert, wartet mit einer fünften Staffel auf. Die vom Kreativteam der französischen Produktionsfirma Blogothèque geschaffene Serie setzt Spielzeug oder Alltagsutensilien in Stop-Motion-Animationen ein, die von einer frechen Off-Stimme kommentiert werden. In der fünften Staffel gesellen sich zur lustigen Porträtgalerie 39 weitere Promis, darunter Josephine Baker, Jeanne Moreau, Albert Camus, Napoleon, Alain Delon und Virginie Despentes.
03:45
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
04:30
Zwei alte Freundinnen begegnen sich zufällig auf der Straße. Die eine erkundigt sich nach dem Leben der anderen, da sie sich länger nicht gesehen haben. Mit einem detaillierten Bericht, weshalb es sich lohnt, sich einen alten Mann zuzulegen, hätte sie allerdings nicht gerechnet ...