11:25
Vor der Ostküste Afrikas liegt ein Archipel von über 100 Trauminseln: die Seychellen. Riesige Granitfelsen ragen aus dichten Urwäldern und schmücken die tropischen Strände. Selbst unter Wasser schafft der Granit atemberaubende Landschaften, die man so nirgendwo sonst findet. Die Seychellen sind voller Überraschungen: An Land produziert die sagenumwobene Coco de Mer den größten Samen der Welt - gut 30 Kilogramm schwer. Und auf der nördlichsten Seychellen-Insel nisten über 1,5 Millionen Rußseeschwalben. Doch wer zu dicht am Meer brütet, läuft Gefahr, von den Wellen des Ozeans fortgespült zu werden. Unter Wasser verblüfft der Dreifleck-Preußenfisch mit erstaunlichem Verhalten, das so wohl noch nie gezeigt wurde. Der Fisch legt einen Garten aus Algen an, den er penibel pflegt. Betreten Einsiedlerkrebse oder Seeigel seine Wiese, werden sie vehement vertrieben. Anschließend beginnt der Fisch mit der Balz, einem wilden Tanz, den er mit knurrenden Geräuschen untermalt. Mangrovenwälder sind das Zuhause kurioser Schlammspringer mit merkwürdigen Vorlieben: Sie jagen Krebse und beißen ihnen die Scheren ab. Doch es gibt Probleme im Tropenparadies. Die einst ausgedehnten Mangroven wurden großflächig zerstört. Dabei sind die semiaquatischen Wälder wichtig für den Küstenschutz. Die Dokumentation zeigt auch, wie sich die Menschen für die Natur der Trauminseln engagieren.
12:10
Sie sind Trauminseln im Indischen Ozean und voller Überraschungen: Mauritius und La Réunion. Vor der Küste von Mauritius leben Pottwale. Während die Familie in der Tiefe nach Riesenkalmaren jagt, bleiben die Kälber an der Oberfläche und werden dort liebevoll behütet. Kehren die Mütter aus der Tiefsee zurück, ist die Wiedersehensfreude groß. Unweit von Mauritius machten Taucher vor wenigen Jahren eine sensationelle Entdeckung: Eine Senke im Riff, in der sich an manchen Tagen über 50 Graue Riffhaie versammeln, um dort zu ruhen. Doch die Natur der Inseln verändert sich dramatisch. Die ehemaligen Kolonialherren stellten nicht nur einheimischen Tierarten bis zur Ausrottung nach, auch brachten sie fremde Arten auf die Inseln. Die endemischen Flughunde leiden besonders darunter, denn das Auffinden von Früchten wird für sie immer schwieriger: Nur etwa zwei Prozent der ursprünglichen Waldfläche von Mauritius ist erhalten geblieben. Zu allem Überfluss fressen die eingeführten Makaken einen Großteil der heimischen Früchte bereits unreif, bevor die Flughunde sie überhaupt erreichen können. Ihnen bleibt keine andere Wahl, als in Mango- und Litschi-Plantagen nach Nahrung zu suchen - zum Ärger der einheimischen Bauern und mit fatalen Folgen für die Flughunde. Doch es gibt Hoffnung: Die kleine Île aux Aigrettes bietet vielen endemischen Arten Zuflucht. Naturschützer entfernten dort invasive Arten und ersetzten sie durch einheimische. Heute ähneln die Wälder wieder jenen vor der Besiedlung. Die Insel wurde zu einer Art Arche Noah, die zeigt: Artenschutz lohnt sich.
12:55
Bitte einsteigen! Die Passagiere des luxuriösen "Orient-Express" auf dem Weg nach Istanbul nehmen ihre Plätze ein. Unter ihnen ist auch Detektiv Hercule Poirot, der sich auf dem Rückweg von einem Fall in Jordanien befindet. Nur durch Beziehungen zum Eisenbahnpersonal konnte Poirot in letzter Minute einen Platz im Schlafwagen "Athen-Paris" ergattern. Dessen Passagiere sind allesamt skurrile Persönlichkeiten: Da sind zum Beispiel die Missionarin Greta Ohlsson, der sexuell gehemmte Hector McQueen, die reiche Witwe Harriet Hubbard, die Exil-Prinzessin Dragomiroff - und Samuel Edward Ratchett, der regelmäßig Morddrohungen erhält. Als er Poirot eine hohe Summe bietet, damit er ihn auf der Reise bewache, lehnt der Detektiv ab. Kurz darauf wird Ratchett im Schlaf brutal mit einem Messer ermordet. Inzwischen ist der Zug in einer Schneewehe steckengeblieben - und Poirot beginnt mit seinen Ermittlungen. Verfilmung des Agatha-Christie-Klassikers mit großem Staraufgebot.
14:55
Paris, 1842: Bei einem Pferdekutschenrennen kommt es zu einem Unfall. Graf Rodolphe de Sambreuil fährt den Arbeiter Godin an, der später an seinen schweren Verletzungen stirbt. Godins Witwe und seine Tochter Marie fallen daraufhin in Armut. Auf der Suche nach Arbeit verschwindet die schöne Marie auf mysteriöse Weise. Als der Graf durch einen Zufall vom Tod des Arbeiters erfährt, der sich geweigert hatte, ins Krankenhaus gebracht zu werden, sucht er direkt dessen Witwe auf. Diese sitzt mittlerweile zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt im Gefängnis. Da sich der Graf für den Tod ihres Mannes verantwortlich fühlt, verspricht er der Witwe, ihre Tochter Marie zu suchen, die nun schon seit zwei Monaten unauffindbar ist. Durch seinen Butler, der in den Arbeitervierteln Informationen sammelt, erfährt Sambreuil, dass Marie sich in den Fängen der "Eule" befinden könnte, einer bösen Alten, die junge Frauen in die Zwangsprostitution treibt. Graf Sambreuil verkleidet sich daraufhin als Türsteher und macht sich selbst auf den Weg in die Unterwelt der Stadt. Mit seinem Charisma, seiner Stärke und seinem Mut gelingt es ihm, Beziehungen zu knüpfen und auch anderen aus der Patsche zu helfen. Gleichzeitig entdeckt der Graf in Gesellschaft der hart arbeitenden Leute eine ihm bisher unbekannte Welt von gutherzigen, armen Menschen und Elend, aber auch von Schurken und grausamen Machenschaften. Doch nicht nur diese Welt wird dem Grafen zur Gefahr. Obschon er Marie vor der Prostitution bewahren kann, ist sie noch lange nicht in Sicherheit. Denn in der Zwischenzeit spinnt der skrupellose Baron de Lansignac eine heimtückische Intrige gegen den Grafen ...
16:40
Die Rosenkranzkapelle in Vence gilt als das künstlerische Vermächtnis des Künstlers Henri Matisse. Der Maler, bereits Mitte 70, plante und gestaltete sie als sein letztes großes Werk - eine Hommage an Farbe und Licht. Doch das Projekt, das heute als Höhepunkt seines Schaffens gefeiert wird, war zuerst umstritten: Kirche und Avantgarde kritisierten die neuartige Gebetsstätte der Dominikanerinnen scharf. Hinter der Kapelle steht jedoch mehr als künstlerischer Ehrgeiz. Ihre Entstehung verdankt sie einer besonderen Freundschaft: der zu Monique Bourgeois, die später als Schwester Jacques-Marie in den Orden eintrat. Zuvor war sie Matisse als Pflegerin, Modell und Vertraute zur Seite gestanden - besonders in den Jahren seiner schweren Krankheit. Als er die Kapelle entwarf, begleitete sie ihn durch den schwierigen Schaffensprozess. In ihren späten Tagebuchaufzeichnungen schildert sie die Herausforderungen: Doch welche Rolle spielte sie wirklich? Wie viel Einfluss gestand Matisse ihr zu - und was verriet ihr Blick auf sein Schaffen, seinen Glauben und seine Stellung in der modernen Kunst? Die Kapelle bleibt nicht nur ein Gesamtkunstwerk, sondern auch ein Zeugnis einer ungewöhnlichen Beziehung. Monique Bourgeois' Aufzeichnungen zeigen eine sehr persönliche Seite des herausragenden Künstlers der Klassischen Moderne.
17:35
Die Musikgeschichte ist voller Rätsel und Überraschungen. Gibt es so etwas wie Johann Sebastian Bachs "Unvollendete"? Präziser: eine unvollendete Passion? Seit fast 150 Jahren rätselt die Bachforschung über ein verschollenes Passionsoratorium des Thomaskantors. Zumindest fand sich in der Forschungsbibliothek im Gothaer Schloss ein gedrucktes Libretto, das der Dichter Picander - einer von Bachs Lieblingslibrettisten - 1725 veröffentlicht hat. Sicher ist zumindest, dass Picander Ausschnitte dieses Textbuchs in die spätere Matthäus-Passion übernahm. Im Bach-Werke-Verzeichnis wird die "Unbekannte" deswegen bislang als Werk ohne geklärte Zuschreibung aufgeführt. Picanders Libretto ist beeinflusst von der berühmten Passionsdichtung "Der für die Sünde der Welt gemarterte und Sterbende Jesus" des Barthold Heinrich Brockes. Georg Friedrich Händel hat diesen vertont, eine Abschrift fand man in Bachs Bibliothek. Diese scheint ihn zum vorliegenden Passionsoratorium inspiriert zu haben. Da der Bibeltext in einem solchen Werk nicht wörtlich, sondern in eine freie dichterische Form übertragen wird, könnte das Werk das Missfallen des Leipziger Stadtrates erregt haben und so der Textzensur zum Opfer gefallen sein. Der Cembalist und Dirigent Alexander Grychtolik hat sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Er wagte es, ein lange vergessenes Passionsoratorium von Johann Sebastian Bach zu rekonstruieren und zu vervollständigen. Zusammen mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino gelang es ihm, dieses fast vergessene Werk zum Leben zu erwecken. Premiere feierte das Werk während der Thüringer Bachwochen 2025 in der malerischen Stadtkirche Schmalkalden.
18:25
(1) Die Mail Eine deutsche Zuschauerin zeigt eine Technik, mit der man verhindert, dass ein Camembert ausläuft, wenn er einmal angeschnitten ist. (2) Das Wort Heinrich Schmidt-Henkel fühlt sich als Dichter und erklärt alles über den Ausdruck "blauäugig sein". (3) Die Geschichte Sara Roumette erklärt die besondere Topographie der Stadt Berlin. (4) Das Rätsel Und wie jede Woche das Rätsel!
18:35
Wie eine Krabbe liegt die Île d'Ouessant vor der bretonischen Küste im offenen Atlantik. Knapp 850 Menschen leben auf der abgeschiedenen Insel - wobei ein Großteil nur im Sommer kommt, wenn die Tage lang und mild sind. Früher lebte die kleine Gemeinschaft von dem, was die karge Landschaft und das umliegende Meer hergaben. Heute kommen die meisten Lebensmittel vom Festland, doch wie vielerorts gewinnt das Thema Selbstversorgung auch auf der Insel an Bedeutung. Wildpflanzen, die in der Abgeschiedenheit üppig gedeihen, Algen und regionale Landwirtschaft erleben seit einigen Jahren ein Revival. Das liegt auch an jungen Frauen wie Gwenaëlle Héré-Mazé und Lucie Deck, die zurück oder neu auf die Insel gezogen sind, um das alte Wissen zu bewahren und kreativ weiterzuentwickeln.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Kasachstan ist ein riesiges, geheimnisvolles Land in Zentralasien, fast acht Mal so groß wie Deutschland. Eine Region der Extreme zwischen uralter Nomadentradition, den Resten der sowjetischen Supermacht und dem Aufbruch in die Moderne. Der bildstarken Dokumentation gelingt ein Blick in das streng abgeriegelte Sternenstädtchen Baikonur. Als geheimes Testgelände 1955 gegründet, war Baikonur der Startplatz für die sowjetische Weltraummission. Noch immer starten hier 20 Raketen pro Jahr ins All. Dorthin zu reisen, das wünscht sich auch die 17-jährige Anna Novikova. Sie geht auf die Internationale Kosmonautenschule. Wer raus zum streng bewachten Raketenstartgelände will, muss in den sogenannten Motovoz-Pendlerzug steigen. Anar Sydykova ist eine von sechs Schaffnerinnen, die fürs Sperrgebiet eine Sondergenehmigung haben. Was aus Kasachstan gar nicht wegzudenken ist, sind die kasachischen Pferde - rund 1,7 Millionen von ihnen leben in den weiten Steppen. Azat Kurmanbajev besitzt 250 dieser Tiere. Er ist Stutenmilchproduzent und liefert damit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Außerdem gilt Stutenmilch als natürliches Antibiotikum. Im Osten des Landes bringt der Steppenwind eine riesige Düne zum Singen. Diese Töne will Zhanar Doskalieva einfangen, denn sie ist Geräuschemacherin bei Kasachfilm. Im Westen Kasachstans liegt der Aralsee, Schauplatz einer der weltweit größten Umweltkatastrophen. Seit etwa 1960 trocknete der See zunehmend aus. Nun aber sorgt der Kokaral-Staudamm dafür, dass der Wasserspiegel wieder steigt. So können die Fischer mit ihren Booten wieder hinausfahren, wie diese Dokumentation in beeindruckenden Bildern zeigt.
20:15
Der rebellische Sklave Spartacus wird in einer Gladiatorenschule ausgebildet und verliebt sich dort in die Sklavin Varinia. Als der patrizische Senator Crassus sie kauft, zettelt Spartacus einen Aufstand an, bei dem die Gladiatoren die Freiheit erlangen. Sie beschließen, unter Spartacus' Führung gemeinsam zur Hafenstadt Brundisium aufzubrechen. Auf ihrem Weg dorthin befreien sie zahlreiche andere Sklaven. In Freiheit trifft Spartacus wieder auf Varinia, der es inzwischen gelungen ist, von dem Wagen zu fliehen, der sie zu ihrem neuen Besitzer nach Rom bringen sollte. Die beiden werden ein Paar. Später besiegen die nun freien Gladiatoren ein von Crassus' Günstling Glabrus kommandiertes Heer. Danach ziehen sie in die Hafenstadt Brundisium zurück, um von dort mit Hilfe einer Piratenflotte in ihre Heimatländer zu gelangen. Der römische Senat beschließt jedoch, den Aufstand niederzuschlagen, womit sich Crassus als Retter Roms profilieren will. Er wird gegen die Warnungen des Senators Gracchus zum obersten Befehlshaber und ersten Konsul ernannt. Diesmal werden die Sklaven von der römischen Übermacht vernichtend geschlagen. Die Überlebenden werden gekreuzigt, da sie ihren Anführer nicht verraten. Crassus versucht unterdessen erfolglos, Varinia zu erobern, die mit Hilfe von Gracchus fliehen kann.
23:15
50 Jahre Filmkarriere in weniger als einer Stunde widerzuspiegeln, ist eine große Herausforderung. Kirk Douglas (1916-2020) spielte in mehr als 90 Filmen mit und war einer der letzten Stars des Goldenen Zeitalters von Hollywood. Er gehörte zu den wandlungsfähigsten Darstellern im Filmgeschäft: vom raubeinigen Westernheld über zerbrechliche Figuren bis hin zum unermüdlichen Kämpfer. Und doch war ihm eine Karriere als Schauspieler nicht unbedingt vorherbestimmt: Als Sohn jüdischer Emigranten wuchs Douglas in einem New Yorker Armenviertel auf und wurde schon im jungen Alter mit Antisemitismus konfrontiert. Doch mit seinem außergewöhnlichen Talent, viel Ehrgeiz und etwas Glück konnte der Junge aus bettelarmen Verhältnissen zur Filmlegende aufsteigen. Tatsächlich war es die nicht minder bekannte Lauren Bacall, eine ehemalige Studienfreundin, die ihm zu seiner ersten Filmrolle verhalf. Ihre Freundschaft hielt nicht zuletzt, weil die bereits etablierte Schauspielerin den damaligen Broadway-Darsteller Kirk Douglas dem Produzenten Hal Wallis empfahl. So ließ Douglas die Theaterbretter hinter sich und ging nach Hollywood, um seinen ersten Film "Die seltsame Liebe der Martha Ivers" zu drehen. Der große Durchbruch gelang Kirk mit der Rolle des rücksichtslosen Boxers in "Zwischen Frauen und Seilen". In den folgenden Jahren arbeitete das Ausnahmetalent mit großen Regisseuren wie Billy Wilder, Howard Hawks, Otto Preminger und Elia Kazan. Die Dokumentation begibt sich auf die Reise zu den wichtigsten Stationen der langen Karriere von Kirk Douglas. Dabei streift sie die großen Meilensteine der Geschichte Hollywoods.