22:05
Sierra Leone, 1999: Das Land leidet unter dem Bürgerkrieg. Der Fischer Solomon wird zur Zwangsarbeit in einer Diamantenmine verschleppt. Gemeinsam mit dem zynischen Schmuggler Archer und der idealistischen Journalistin Maddy Bowen gerät er in eine gefährliche Suche nach einem Rohdiamanten. Edward Zwick verbindet seinen Abenteuerfilm mit einer politischen Anklage gegen "Blutdiamanten" (2006). Der Bürgerkrieg in Sierra Leone Ende der 1990er Jahre fordert seine Opfer: Viele Dörfer werden brutal überfallen und Familien getötet oder verschleppt. So auch die des Fischers Solomon Vandy, der vergebens versucht, sie zu beschützen. Während sein Sohn in den Fängen der Rebellen zum Kindersoldaten ausgebildet wird, landet Solomon selbst als Zwangsarbeiter in einer Diamantenmine. In einem unbeobachteten Moment gelingt es ihm, einen rosa Rohdiamanten unschätzbaren Werts am Rande der Diamantenfelder zu verstecken. Zeitgleich versucht der ehemalige Söldner Danny Archer, geboren in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, als Diamantenschmuggler zwischen den Fronten des Konflikts zu überleben. Geprägt von den gewaltvollen Erlebnissen seiner Kindheit scheint er den Glauben an das Gute im Menschen verloren zu haben. Als sich seine Wege mit denen von Solomon kreuzen, sieht er in dessen Diamanten-Fund eine Chance, das Land, den Kontinent und sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Solomon hingegen hofft, mit Archers Hilfe seine Familie retten zu können. Die amerikanische Journalistin Maddy Bowen verkörpert in diesem heterogenen Trio die Rolle der idealistischen Kämpferin für Gerechtigkeit. Sie recherchiert für eine Geschichte, mit der sie die Verstrickungen der westlichen Diamantenhändler mit den schmutzigen Geschäften der Rebellen und Waffenschmuggler aufdecken will. Das Trio macht sich auf eine gefährliche Suche nach dem Diamanten und gerät dabei in Schusswechsel und andere Schwierigkeiten.
00:25
Die Nabatäer waren ein mächtiger Verbund von Nomadenstämmen. Als Karawanenhändler kontrollierten sie vom 3. Jahrhundert vor Christus bis ins 2. Jahrhundert nach Christus die Handelswege Südarabiens. An der sogenannten Weihrauchstraße zeugt noch heute vieles vom Einfluss der Nabatäer. Ihre berühmteste Hinterlassenschaft ist Petra, die Hauptstadt ihres einstigen Königreichs im heutigen Jordanien. Diese antike Zivilisation ist noch weitgehend unerforscht, selbst über ihre elegante Schrift, aus der sich später das arabische Alphabet entwickelte, ist nicht alles bekannt. Gemeinsam mit anderen Archäologen, Epigraphikern und Historikern will Laïla Nehmé die 160 Kilometer lange Handelsroute zwischen den beiden großen nabatäischen Städten Hegra und Tayma erkunden. Die Forscherinnen und Forscher hoffen, entlang dieser Straße die von Einheimischen und Reisenden erwähnten Reliefwände wiederzufinden, um mehr über die Kultur der Nabatäer zu erfahren. Für Laïla Nehmé und ihr Team wird diese Expedition auf den Rücken der Dromedare zu einem wissenschaftlichen und menschlichen Abenteuer.
01:20
In Neuseeland existieren noch uralte Wälder - letzte Reste der riesigen Waldflächen, die einst den gesamten Archipel bedeckten. In diesen Fragmenten des Primärwaldes stehen Baumriesen, die so alt sind wie die Kathedralen Europas: Totara, Matai, Rimu, Kauri oder Rata - stumme Zeugen unzähliger Veränderungen. Rund 90 Prozent der Baumarten sind endemisch, sie kommen nur hier vor. Mit der menschlichen Besiedlung vor kaum 700 Jahren begann der Niedergang dieser einzigartigen Lebensräume. Fläche und Stabilität der Wälder wurden drastisch reduziert. Nur wenige, inzwischen geschützte Gebiete sind erhalten geblieben - letzte Rückzugsorte der Artenvielfalt. Die mächtigen Bäume ragen bis zu 50 Meter in den Himmel. Auf ihren Ästen gedeihen Epiphyten, in ihren hohlen Stämmen leben Kolonien von Langnasenfledermäusen. Doch können diese Bäume auch diesmal überleben? Invasive Arten, Parasiten, Waldfragmentierung - und die Folgen der Klimaerwärmung - setzen ihnen massiv zu. Aus Sorge um "ihre" Bäume kämpfen Wissenschaftlerinnen, Waldhüter und lokale Behörden für den Erhalt der Urwälder. Sie erläutern ihre Strategien zum Schutz und zur Wiederbelebung dieser wertvollen Ökosysteme.
02:05
Nach einer konfliktreichen Trennung stehen Miriam und Antoine vor Gericht. Es geht um das Sorgerecht für ihren gemeinsamen Sohn Julien. Miriam beantragt den vollständigen Kontaktabbruch: Sie behauptet, sich um die Sicherheit ihres Kindes zu fürchten. Antoine hingegen weist alle Vorwürfe zurück und präsentiert sich als fürsorglicher Vater, der lediglich um sein Recht auf Nähe kämpft. Schließlich ergeht das Urteil: Das Gericht spricht Antoine regelmäßige Besuchszeiten zu. Julien gerät zwischen die Fronten. Bei den Wochenendbesuchen wird er zunehmend zum stillen Beobachter und unfreiwilligen Vermittler zwischen den Eltern. Antoine nutzt jede Begegnung, um Informationen über Miriams neues Leben zu erlangen, während Miriam versucht, Normalität für ihre Kinder aufrechtzuerhalten. Die Spannung wächst, je deutlicher wird, dass Antoines Kontrolle weit über juristische Fragen hinausgeht. Der Film folgt nüchtern und konsequent den unterschiedlichen Blickwinkeln und legt Schicht für Schicht die Dynamik einer zerstörerischen Beziehung offen. Regisseur Xavier Legrand setzt auf präzise Beobachtung, zurückhaltende Mittel und intensive Darstellerleistungen, um eine Atmosphäre stetiger Bedrohung zu erzeugen. "Nach dem Urteil" ist ein konzentriertes, realistisches Drama, das lange nachwirkt.
03:40
Patagonien liegt am südlichen Ende Lateinamerikas und war schon immer ein Paradies für Pioniere, Schriftsteller und Reisende, die das Abenteuer suchen. An den Ausläufern der Anden haben ein paar ambitionierte Winzer damit begonnen, die karge Erde mit modernen Methoden in grüne Reblandschaften zu verwandeln. Trotz extremer Hitze und Kälte setzte sich eine kleine Gruppe abenteuerhungriger Europäer bereits vor etwas mehr als hundert Jahren in den Kopf, die lebensfeindlichen Landschaften zu bezwingen, um dort Wein anzubauen. Unweit der Stadt General Roca gedeihen die Pinot-noir-Trauben der Bodega Humberto Canale. Ihre Gründer, die sich vor mehr als hundert Jahren dort niederließen, waren Pioniere des Rebbaus in Patagonien. Etwas weiter entfernt liegt der südlichste Weinberg Argentiniens. Er gehört der Familie Rodríguez, die es als erste wagte, in diesen Breitengraden Wein anzubauen. Tag für Tag verschieben Patagoniens Winzer die Grenzen der Wüste etwas weiter. Mit neuen Technologien trotzen sie den extremen klimatischen Bedingungen einer isolierten Region, die von der Natur nicht für den Weinbau vorgesehen war.
04:05
Das Elsass bietet optimale Bedingungen für den Weinbau. Die an den Berghängen aneinandergereihten Rebzeilen bilden ein schmales, rund hundert Kilometer langes Band. Die Lage am Fuß der Vogesen sorgt nicht nur für ideale klimatische Bedingungen, sondern beschert dem Elsass auch besonders vielfältige Böden. In einem Tal im Süden des Elsass produziert die Familie Zusslin edle Weine von internationalem Renommee. Die Geschwister Jean-Paul und Marie haben das Gut übernommen, das seit 13 Generationen im Besitz der Familie ist. Auf Initiative ihres Vaters wird es seit den 1970er Jahren biologisch bewirtschaftet. Schon damals machten die Winzer der Region 250 Hektar Land, die an den Weinberg grenzten, zum Naturschutzgebiet, um die Biodiversität zu bewahren. Die heutige Generation geht sogar noch einen Schritt weiter: Die jungen Winzer verteilen unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten zwischen ihre Rebstöcke. Nach Jahrzehnten intensiver Landwirtschaft kehrt damit eine große biologische Vielfalt zurück, was auch dem Wein zugutekommt: Vögel, Obstbäume und diverse Pflanzen bilden einen natürlichen Kreislauf. Im Elsass wird Pionierarbeit in Sachen biodynamischer Weinanbau geleistet. Damit dienen die engagierten Winzer einer ganzen Generation von jungen Weinbauern als Vorbild.
04:30
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Jeff Bezos.