21:45
Wälder, Felder und Weinberge verbrennen in kürzester Zeit. Ein sich rasch ausbreitender Großbrand im Département Aude hält im August 2025 Frankreich in Atem. Mehr als 16.000 Hektar Land entzünden die Flammen. Ein Großaufgebot von 2.000 Feuerwehrkräften mit rund 600 Fahrzeugen sowie Löschflugzeugen und Hubschraubern versucht, das Feuer in den Griff zu bekommen. Kurz darauf steht Spaniens bergiger Norden in Flammen. Eine lange Trockenperiode, Temperaturen von über 40 Grad und starke Winde führten zu einer besorgniserregend schnellen Ausbreitung der Brände im trockenen Terrain. Wege müssen gebahnt und Schneisen geschlagen werden. Viele Gebiete sind allerdings nur per Helikopter erreichbar. Es ist die gefährlichste Brandsaison seit 30 Jahren. Besonders bedroht ist die Region Attika bei Athen - Europas Brand-Hotspot. Nordöstlich der Stadt grenzen dichtbesiedelte Gebiete an bewaldete Zonen, die immer wieder durch Feuer zerstört werden. Heute ist von der Katastrophe, die im Juli 2018 im Küstenort Mati geschah, kaum mehr etwas zu sehen. Seitdem überwachen hunderte Freiwillige die Umgebung. Wenn irgendwo Rauch aufsteigt, schlagen sie Alarm. Gleichzeitig entwickeln Forschende im Zentrum für Forst und Technik CTFC im katalonischen Solsona Maßnahmen zur Prävention, um den Betroffenen in den Risikogebieten zu helfen. In Zeiten des Klimawandels fordern sie, gefährdete Landschaften schnell zu verändern. Durch Wassermangel geben viele Bauern ihre Landwirtschaft auf, die Jungen ziehen weg und die verwaisten Flächen verstärken die Brandgefahr - ein Teufelskreis.
22:40
Eine neue Heißzeit wirft ihre Schatten voraus und verändert auch die Ozeane tiefgreifend. Wie ihre Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der Vergangenheit. An der Universität Utrecht wird erforscht, was während einer besonders schnellen Erwärmung vor 56 Millionen Jahren in den tropischen Meeren passierte: Sie ähnelten Whirlpools, waren bis zu 38 Grad warm und nahezu alles Leben verschwand aus ihnen. In Frankreich spüren Paläontologen den Lebensbedingungen urzeitlicher Korallen nach. Sie entdecken: Die Organismen siedeln sich bei steigenden Temperaturen in kühleren Breiten an, wachsen dort jedoch langsamer. Hoffnung bieten auch Refugien wie der Golf von Akaba im Roten Meer. Durch einen erdgeschichtlichen Zufall leben Korallen dort in einem für sie kühlen Wasser - sind aber gleichzeitig sehr hitzetolerant. Doch nicht nur warme Meeresgebiete stehen unter Druck. An der Nordwestküste der USA sorgt die Erderwärmung für mehr Nordwind, der mehr kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe aufsteigen lässt. Die Folge: In den oberen Wasserschichten explodiert das Leben. Doch am Meeresboden zersetzen Bakterien herabsinkende Biomasse und verbrauchen den gesamten Sauerstoff. Es bilden sich Todeszonen. Durch den Meeresspiegelanstieg dringen die Ozeane immer weiter in unseren Lebensraum vor. Geologen der Columbia University in New York rekonstruieren daher aus antarktischen Sedimentkernen und fossilen Korallenriffen, dass der Meeresspiegel in der letzten Warmphase vor rund 125.000 Jahren bei einem Klima wie heute um rund vier Meter angestiegen ist.
23:30
Eine neue Heißzeit wirft ihre Schatten voraus und verändert unsere Ökosysteme tiefgreifend. Wie die Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Im Bighorn Basin in Wyoming im Norden der USA ist eine erdgeschichtliche Epoche besonders interessant, denn vor rund 56 Millionen Jahren erwärmte sich die Erde - vermutlich aufgrund von Vulkanausbrüchen - besonders schnell. Nicht so rasant wie heute, aber dennoch eignet sich die Phase des sogenannten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums (PETM) für Vergleiche mit heutigen Entwicklungen. Fossilien verraten Erstaunliches über die Tiere, aber auch darüber, wie Pflanzen damals reagiert haben. Die Forschenden rekonstruieren, dass sich Vegetationszonen auf der Erde um mehr als 1.000 Kilometer polwärts verschoben haben. Und sie erfahren Beunruhigendes über die CO2-Speicherkapazität der Pflanzen. In einem Permafrosttunnel nahe Fairbanks in Alaska reist ein Forschungsteam zurück in die letzte Eiszeit. Die Untersuchung des Permafrostbodens zeigt, dass in ihm riesige Mengen abgestorbenes Pflanzenmaterial konserviert sind. Taut der Boden, verrottet das Material und der Kohlenstoff geht wieder in die Atmosphäre zurück, als Methan und Kohlendioxid. In Australien entwickelt ein Paläontologenteam gemeinsam mit Artenschützern eine neue Wissenschaft. Sie wollen aus der Vergangenheit lernen, wie Arten heute und in Zukunft besser geschützt werden können. Mit dieser Strategie wollen sie ein etwa mausgroßes Beuteltier, das ausschließlich in Australien vorkommt, vor dem Aussterben retten.