04:15
Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
05:00
In der Dokumentation erzählen drei Menschen ihre Geschichte, von persönlichen Erfahrungen und den Folgen der Scham: Sucht, Selbstverletzung, Depression. Expertinnen und Experten erklären, warum wir uns überhaupt schämen, wie Scham unser Selbstbild beeinflusst und wie wir einen Weg aus diesem schmerzhaften Gefühl finden können. Denn Scham tut weh. Aber sie ist für unser Zusammenleben unerlässlich. Sie macht uns zu sozialen Wesen, die Normen und Regeln der Gemeinschaft verinnerlicht haben. Wie viel Scham für unser Miteinander gut ist, wird auch in der Forschung diskutiert. Brauchen wir angesichts der sozialen Medien mehr Scham als moralischen Kitt, damit wir uns respektvoller zueinander verhalten? Oder leiden wir unter den vielen Schamkonflikten, weil wir uns immer mehr Menschen zeigen und immer mehr Erwartungen erfüllen wollen?
05:55
Sorgerechtsstreitereien, Unterhaltsforderungen oder kleinere Diebstähle - all das, was in größeren Städten zur täglichen Routine von Gerichten und Ämtern gehört, stellt an den Flussufern des Amazonas eine besondere Herausforderung dar. Denn oft liegen die kleinen Dörfer und Gemeinden an unzugänglichen Uferstellen, an denen nur Schiffe anlanden können. Feste Wege oder gar Straßen gibt es nicht. Selbst die Kleinsten werden per Boot in den Kindergarten gebracht. Dennoch unterstehen auch jene Ortschaften der brasilianischen Gerichtsbarkeit, und die Menschen haben ein Recht auf Unterstützung bei Amtsfragen und Streitfällen. Sechsmal im Jahr fährt deshalb das Gerichtschiff "João Bruno" für jeweils eine Woche die Regionen ab, um den Menschen in jenen abgelegenen Orten diese Serviceleistung des Staates anzubieten. Höchste Instanz dabei ist eine amtliche Richterin oder ein Richter. Diesmal ist es Laura Costeira. Der 42-jährigen ist es ein Anliegen, ihre Dienste den Menschen auch abseits der Städte nahezubringen. Einfach wird die Reise nicht: An Bord gibt es für die insgesamt 70-köpfige Reisegemeinschaft gerade einmal vier Waschmöglichkeiten. Die meisten Passagiere schlafen in Hängematten. Eine einzige Köchin ist für die Verpflegung der Mannschaft zuständig. Und dennoch hat sich das Projekt zu einem Erfolgsmodell entwickelt - bei der Mannschaft und den Menschen am Amazonas. So soll es auch diesmal sein.
06:50
(1): Kabeljau Deluxe - Portugals Bacalhau à Gomes de Sá (2): Nostalgiegeschmack: Rita, eine Portugiesin in Schottland (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): William Kleins ungeschminktes New York (2): Polynesien: Hingucker aus Perlmutt (3): Frankreich: Clémences provenzalisches Schmorfleisch (4): Hochwasserkatastrophe von Murcia
08:05
(1): Alexis Ravelo, in der Unterwelt der Kanarischen Inseln (2): Bretagne: Das Heilige Land der Pardons (3): Neuseeland: Das Barbecue von Grattan (4): Baltimore: Mit Swing gegen die Rassentrennung
08:55
Venedig hat seiner außergewöhnlichen geografischen Lage Macht und Reichtum zu verdanken, doch die weltbekannte Stadt muss im Rhythmus der Gezeiten leben. Die ersten Siedlungen wurden auf Pfählen auf dem sumpfigen Untergrund errichtet. Mit dieser Technik ließ sich schließlich das Gewicht einer ganzen Stadt tragen. Der Schlamm in der Lagune sorgt dafür, dass das Holz nicht verfault. Die Pfähle sind in einem sehr guten Erhaltungszustand. Die ständigen Überschwemmungen bringen jedoch eine andere Bedrohung mit sich: Salz. Sobald das Wasser verdunstet ist, muss mühsam das Salz entfernt werden, das sich auf den Baudenkmälern der Stadt absetzt und das Mauerwerk angreift. Nach jahrzehntelangen Bauarbeiten und Baukosten in Milliardenhöhe soll "Mose" die Stadt beschützen - ein System aus beweglichen Fluttoren, die an den drei Öffnungen der Lagune zum offenen Meer errichtet wurden. Aber das Sturmflutsperrwerk darf nicht systematisch zum Einsatz kommen, da die Fluttore die Gezeiten blockieren, die Unrat und Abwässer aus der Lagune befördern. Daher arbeiten Ingenieure an einem kühnen Projekt, bei dem Meerwasser in den Untergrund der Stadt gepumpt und diese so um 25 Zentimeter angehoben werden soll. Die Zukunft Venedigs hängt ganz von der Beziehung zwischen Stadt und Lagune ab. Die Venezianerinnen und Venezianer fürchten, ihre Stadt könnte im Zuge des Klimawandels verschwinden. Daher setzen sie auf einen mehrdimensionalen Ansatz aus technischer Innovation und Renaturierungsmaßnahmen.
10:25
Der Legende nach ließ Venus, die Göttin der Schönheit und Liebe, bei einem Ritt über die Wolken ihre mit sechs Edelsteinen besetzte Halskette ins Wasser fallen. Aus ihnen entstanden die sechs Inseln des Toskanischen Archipels. Der größte und für viele auch schönste Edelstein unter ihnen ist Elba. Die Reisedokumentation begleitet Menschen auf Elba, die ihre Heimat lieben und sich für den Erhalt der Natur und der alten Traditionen dort einsetzen. Wir sind unterwegs mit einem Fotografen, der besondere Menschen auf Elba und deren Arbeit porträtiert und fahren mit auf dem Katamaran einer Meeresforscherin, die für die Delfine rund um Elba kämpft. Das Kamerateam blickt über die Schulter eines Restaurantbesitzers, der alten Rezepten neues Leben einhaucht, ist bei einem historischen Volksfest dabei und begleitet Freitaucher bei ihrer Wanderung durchs Meer.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Gazpacho: Ein Sommergenuss aus Andalusien (2): Nostalgiegeschmack: Elena, eine Andalusierin in Annecy (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Die Marquesas: Stevensons Schatzinseln (2): Patagonien: Goldrausch in Feuerland (3): Spanien: Ascens Gaspacho mit Mandeln (4): Italien: Eine Stadt wird vermessen
13:10
(1): China: Marc Ribouds politischer Blick durch die Kamera (2): Belgien: Seelennahrung Pommes (3): Hawaii: Nates Schweinefleisch mit Taro (4): Puy-de-Dôme: Wo Blaise Pascal ordentlich Luft holte
14:00
Auf der Terrasse von Nora Lindes Haus wird im Rahmen der alljährlichen Segelregatta, die in Sandhamn endet, ein großes Fest veranstaltet. Noras Ehemann Henrik fährt selbst auf der neuen Jacht von Oscar Juliander mit, einem bekannten Insolvenzanwalt. Wie erwartet gewinnen die Mitglieder des Königlichen Jachtclubs das Rennen. Doch der Jubel dauert nur kurz, denn noch bevor das Boot im Hafen anlegen kann, fällt Juliander tot um. Erschossen! Kommissar Thomas Andreasson hatte sich darauf gefreut, bei der bekannten Segelregatta hautnah dabei zu sein - doch nun ist er Zeuge eines Mordes geworden. Die Ermittlungen führen ins Milieu der Vornehmen und Reichen, der Jachtbesitzer und Adeligen. Warum musste Juliander sterben? Motive gibt es viele: Juliander betrog seine Ehefrau, er düpierte seine Partner und spielte mit Mandanten Katz und Maus. Während sich Thomas an der großbürgerlichen Gesellschaft die Zähne ausbeißt, hat Nora, die als Juristin bei einer Bank arbeitet, andere Probleme: Sie möchte das gerade geerbte Haus auf Sandön behalten, das ihr Mann unbedingt verkaufen will. Ihre Ehe droht zu zerbrechen, obwohl Henrik alles versucht, um sie zu retten. Auch "Tod im Schärengarten" bietet Hochspannung: Das charmante Ermittlerduo Thomas und Mia bekommt es vor traumhafter Ostseekulisse erneut mit grausamen Morden, fatalen Verstrickungen und düsteren Geheimnissen zu tun.
14:40
Thomas ermittelt immer noch zusammen mit Kollegin Mia im Mordfall Oscar Juliander. Sie finden heraus, dass der Schuss entweder aus Noras Haus oder von der Villa Brandt gekommen sein muss. Folglich werden Noras Partygäste näher unter die Lupe genommen, was den betreffenden Mitgliedern der High Society gar nicht gefällt. Aus gutem Grund: Nacheinander geraten ehemalige Geschäftspartner und Freunde von Juliander in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen, und viele von ihnen machen sich auf ihre Weise verdächtig. Nora hat inzwischen ganz andere Sorgen: Ihre Schwiegermutter "verbietet" ihr die Scheidung, und sie findet heraus, dass Henrik engen Kontakt zu einer anderen Frau hat. Zusätzlich bittet Thomas sie um ihre Hilfe, und sie überrascht einen Einbrecher in der Villa Brandt. Der Fall bekommt schließlich eine vollkommen neue Wendung, als ein zweiter Mord geschieht ... Auch "Tod im Schärengarten" bietet Hochspannung: Das charmante Ermittlerduo Thomas und Mia bekommt es vor traumhafter Ostseekulisse erneut mit grausamen Morden, fatalen Verstrickungen und düsteren Geheimnissen zu tun.
15:25
Nachdem mit Martin Nyrén ein zweites Vorstandsmitglied des Königlichen Jachtclubs getötet wurde, stellt sich Thomas und Kollegin Mia die Frage, ob sich die anderen Mitglieder ebenfalls in Lebensgefahr befinden. Sie suchen verzweifelt nach einer Verbindung zwischen Juliander und Nyrén. Eine mögliche Spur ist eine Person mit dem mysteriösen Decknamen "Indi", die Martin Nyrén mit einer Textnachricht hinaus auf die kleine Insel lockte, wo er erschossen wurde. Es stellt sich heraus, dass sich hinter "Indi" Ingmar verbirgt, der Mann, der nach dem Tod von Juliander Vorsitzender des Jachtclubs wurde. Der nun Hauptverdächtige hütet ein Geheimnis, das unter den Schönen und Reichen von Sandhamn einen Skandal auslösen könnte und unter allen Umständen bewahrt werden soll. Nora geht inzwischen Fotos von ihrer Party am Tag von Julianders Tod durch und entdeckt etwas, das sie erneut in die Villa Brandt und schließlich zum wahren Täter führt. Sie bringt sich dadurch in große Gefahr ... Auch "Tod im Schärengarten" bietet Hochspannung: Das charmante Ermittlerduo Thomas und Mia bekommt es vor traumhafter Ostseekulisse erneut mit grausamen Morden, fatalen Verstrickungen und düsteren Geheimnissen zu tun.
16:20
Als Tor zu Afrika hat Marokko lange Zeit Eroberer angezogen, die alle ihre Spuren hinterlassen haben. Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca ist eine der größten Moscheen überhaupt. Das befestigte Dorf Aït-Ben-Haddou ist eine ehemalige Karawanenstadt. Mit seinen Lehmmauern erhebt sich der Ort wie eine Fata Morgana und dient immer wieder als Filmkulisse. Im Marokko von heute trifft die alte Welt auf die neue. Technische Meisterleistungen wie der globale Megahafen Tanger Med und eine der größten Solarfarmen der Welt versetzen in Staunen. Kontrastreiche Landschaften begegnen sich: die Mittelmeerküste mit gemäßigtem Klima, das mächtige Atlasgebirge mit schneebedeckten Gipfeln und die scheinbar endlose Sahara, die größte heiße Wüste der Erde. Außergewöhnliche Menschen nennen dieses Land ihr Zuhause: von traditionellen Berberbauern über Gnawa-Musiker bis hin zu Abenteurern, die sich unter der rauen Wüstensonne bewegen. Alljährlich treten Extremsportler zum Marathon des Sables (MDS) an, einem Lauf durch die Weiten der Sahara. Noch immer ziehen auch Nomaden durch die Wüste. Nur dank der widerstandsfähigen Kamele, die sie begleiten, können sie ihre Lebensweise erhalten. Unter der heißen Sonne gedeihen im Draa-Tal Dattelpalmen. Ein unterirdischer Fluss versorgt die Plantagen und ermöglicht so seit Jahrhunderten das Überleben der Menschen in den Oasen.
17:05
In der Provinz Tigray in Äthiopien finden sich uralte christliche Wurzeln. Die ersten Christen schufen einmalige Kulturdenkmäler im massiven Sandstein. Noch heute ist die Stadt Aksum Pilgerstätte für äthiopische Christen. Weiter im Süden ragen im Simien-Gebirge einige der höchsten Gipfel Afrikas empor. Im Hochland auf über 2.200 Meter Höhe leben äußerst seltene Primaten. Die Dscheladas, auch Blutbrustpaviane genannt, ernähren sich ausschließlich von Gras, das es hier reichlich gibt. Der höchstgelegene See Afrikas und größte Äthiopiens ist der Tana-See. Sein Fischreichtum lockt große weiße Pelikane an. Wie seit Jahrhunderten fahren die Fischer mit ihren traditionellen Binsenbooten hinaus und werfen ihre Netze aus. Die Tis-Issat-Wasserfälle gelten als Ursprung des Blauen Nils. Nicht weit von der Hauptstadt Addis Abeba eröffnet sich das Great Rift Valley, der Große Afrikanische Grabenbruch. Diese Täler bilden eine eigene reiche Welt aus Savannen, Wald und sanften Hügeln von einzigartigem Artenreichtum. Die seltenen und wenigen Elefanten am Horn von Afrika sind fast nur aus der Luft zu entdecken.
17:50
Mehr als sechs Stunden braucht die Rhodopenbahn, die letzte bulgarische Schmalspurbahn, von Septemwri nach Dobrinischte und zurück. Sie schlängelt sich in über 1.200 Meter Höhe vorbei an kleinen Minaretten, orthodoxen Kirchen, verlassenen Bahnübergängen und atemberaubenden Landschaftskulissen. Die Rhodopen und das anliegende Pirin-Gebirge an der bulgarisch-griechischen Grenze gelten als Artenvielfalt-Hotspot Europas, denn nirgends sonst gibt es auf so kleiner Fläche so viele verschiedene Vogel-, Säugetier-, Insekten- und Pflanzenarten. Sogar einer der größten Greifvogel Europas, der fast ausgestorbene Mönchsgeier mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern, gleitet hier durch die Luft. Auch der höchste Berg der Umgebung, der Große Perelik mit seinem über 2.000 Meter hohen Gipfel ist aus dem Zugfenster zu beobachten. Am Fuße des Wichren, dem höchsten Gipfel des Pirin-Gebirges, nahe dem Zielort des Zuges, liegt der älteste Nationalpark Bulgariens, der Nationalpark Pirin. Die bulgarische Regierung wollte die Strecke der Rhodopenbahn schon oft stilllegen, doch die Bevölkerung setzte sich mit ganzer Kraft für ihren Erhalt ein. Die Strecke hat nicht nur Tradition, sie ist für viele Anwohnerinnen und Anwohner der landwirtschaftlich geprägten Gegend das einzige Verkehrsmittel und damit auch die einzige Verbindung zur Außenwelt, denn Autos gibt es nur wenige. Die Dokumentation begleitet entlang der Gleise das Leben verschiedener Menschen der Region, die seit jeher eng durch den alten Zug verbunden sind.
18:30
Die Bahnstrecke Oravi?a-Anina heißt bei den Einheimischen schlicht "Aninabahn" - benannt nach ihrem Zielort auf 559 Meter Höhe im Banater Gebirge. Die Bewohnerinnen und Bewohner im dünn besiedelten Banat sind bis heute stolz auf ihren Zug. Als die Linie in den 1860er Jahren erbaut wurde, gehörte das Gebiet zum Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich. Noch heute werden deutsche Traditionen entlang der Strecke aufrechtzuerhalten versucht. Mit dem Auto sind die Endbahnhöfe kaum weiter als eine Stunde voneinander entfernt, auf den Schienen kann es locker zweieinhalb Stunden dauern. Und steckt man seinen Kopf aus dem Fenster der alten Zugwaggons, rast die Zeit nur so an einem vorbei. Belohnt wird man mit wunderschönen Aussichten, die so nur aus dem Zugfenster möglich sind.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Gianluca Ricci ist ein typischer Serparo, wie man in Cocullo einen Schlangenfänger nennt. Wie man die scheuen Tiere aufspürt, hat er von seinem Vater gelernt. Tagelang kraxelt der 19-Jährige durch die Abruzzen und stöbert die Tiere unter Felsen auf. Ohne Serparo wie Gianluca würde es das legendäre Schlangenfest nicht geben. Er trägt die Tiere, sämtlich ungiftige Nattern, nach Hause, wo er sie in Säcken bis zum Fest aufbewahrt. Was fasziniert den jungen Mann an den Reptilien, vor denen sich die meisten Menschen fürchten? Ohne das Schlangenfest wäre Cocullo längst in Vergessenheit geraten. Von einst mehr als 1.000 Einwohnern sind nur noch knapp 250 übrig. Auch Gianluca wird die Gegend schon bald verlassen, um in Rom bei den Carabinieri zu arbeiten. Wenigstens denkt er darüber nach, eines Tages als Forstpolizist zurückzukehren. Bürgermeister Sandro Chiocchio ist sich der Bedeutung des alten Brauchs für den Ort bewusst: Am 1. Mai explodiert die Zahl der Besucher. Zwischen 10.000 und 20.000 Touristen und Pilger aus aller Welt strömen durch die engen Gassen des Ortes. Hotels und Pensionen sind ausgebucht. Doch bedeutet der Brauch nicht auch Stress für die Schlangen? Bevor sie auf die Statue des heiligen Dominikus gelegt werden, wird jede von Tierarzt Jairo Mendoza untersucht. Kranke Tiere werden behandelt und wieder ausgesetzt, gesunde Schlangen nach der Prozession. Den Kriechtieren scheint das nicht zu schaden. Da jede Schlange mit einem Chip versehen wird, weiß man, dass einige schon mehrmals beim Schlangenfest von Cocullo dabei waren.
20:15
"Heir" und "Spare" - im Englischen ist es scheinbar nur ein kleiner Unterschied und doch stecken dahinter zwei völlig unterschiedliche Lebenskonzepte: Der eine ist der Thronfolger - auserkoren dazu, die Krone zu tragen, in die Geschichtsbücher einzugehen und den Fortbestand der Monarchie zu sichern. Der andere ist Reserve - sein Schicksal hängt ganz davon ab, was mit dem Älteren geschieht. Sollte dieser frühzeitig ums Leben kommen, dann rückt er nach und wird zum Thronfolger. Im Fall der Windsors ist dies gänzlich unrealistisch, denn inzwischen sind die Kinder von William in der Thronfolge vor Harry. In seinem Buch "Spare" (deutscher Titel: "Reserve") schildert Harry, wie er sich sein Leben lang an der Ungerechtigkeit abgearbeitet hat, dass die Thronfolge nichts mit Leistung oder Verdienst, sondern nur mit der Tradition und dem Recht des Erstgeborenen zu tun hat. Doch er genießt Freiheiten im Leben, die seinem Bruder William nicht gewährt werden. Als Thronfolger ist es dessen Aufgabe, dem Land zu dienen und den Fortbestand der Monarchie durch Nachwuchs zu sichern. Für ihn gilt die alte Losung: "never complain, never explain". Die Dokumentation beleuchtet Ehre und Bürde der Thronfolgerschaft, das Schicksal des Zweitgeborenen sowie die Rolle der Eltern, der Partnerinnen und der Medien - und ordnet sie mit Hilfe von Expertinnen und Experten ein. Sie verhandelt am Beispiel der Windsors aber auch Themen universeller Geschwisterkonflikte.
21:05
Sie ist die beliebteste Royal im Hause Windsor, glamourös, doch immer korrekt und nahbar: Catherine, Prinzessin von Wales - genannt Kate. Ihr ist gelungen, was den Erfolg der großen Stars aus der Film- und Musik-Welt ausmacht: Sie ist zur Projektionsfläche für Wünsche und Träume unzähliger Menschen geworden. Als erste Bürgerliche im britischen Königshaus verkörpert sie die royalen Werte geradezu perfekt. Die Pflege dieses makellosen Images ist harte Arbeit und verlangt viel Selbstdisziplin und Strategie. Dennoch bleibt es fragil: Nach einer Bauch-OP und wochenlanger Medien-Abstinenz löst Kate mit der Veröffentlichung eines sichtbar bearbeiteten Fotos der Familie auf Instagram ihr erstes PR-Desaster aus. Um die Deutungshoheit zurückzugewinnen, wählt sie die Flucht nach vorne, macht ihre Krebsdiagnose publik und bittet um die Wahrung ihrer Privatsphäre. Seitdem hält sie sich mit öffentlichen Auftritten zurück. Die Dokumentation gibt Einblicke in die Maschinerie, die hinter der Marke "Kate" steht und betrachtet ihre Rollen als Vertreterin des britischen Königshauses, Ehefrau und Mode-Ikone. Sie erzählt vom Aufstieg eines Mädchens aus bürgerlichen Verhältnissen zur heutigen Prinzessin von Wales und von ihrer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Königshauses - muss doch die "Firma" gerade ohne zwei ihrer wichtigsten Repräsentanten auskommen.
22:00
Polizeisergeant Catherine Cawood kann nach all den Strapazen endlich wieder ihrem Alltag in West Yorkshire nachgehen. Ihr schlimmster Alptraum, Tommy Lee Royce, ist hinter Gittern. Als sie jedoch in einer Garage eine grausige Entdeckung macht, wird Catherine direkt wieder von ihrem Trauma eingeholt. Die erwürgte Frau ist ihr nicht unbekannt - es ist Tommy Lee Royces Mutter. Catherine kannte die Frau persönlich und hatte ihr sogar Drohnachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Tommys Mutter hatte Kontakt zu ihrem Enkelsohn Ryan - der auch Catherines Enkel ist - aufgenommen, was Catherine alarmierte. Sie wollte verhindern, dass Ryan erneut in das Familiendrama hineingezogen wird. Dadurch, dass Catherine nun selbst unter Verdacht steht, wird sie von dem Fall abgezogen. Doch es tauchen weitere Opfer auf, die auf dieselbe Weise getötet wurden. Es muss sich also um einen Serientäter handeln. Ist Catherine damit aus dem Schneider?
22:55
Tommy schleust eine Komplizin in Ryans Schule ein. Der Kampf um seinen Sohn geht weiter. Plötzlich bekommt er auch noch die Möglichkeit, an der Beerdigung seiner Mutter teilzunehmen - doch auch Catherine erscheint und bringt ihn aus der Fassung. "Happy Valley" verbindet auch in der zweiten Staffel klassische Krimispannung mit einem sozialrealistischen Blick auf die Charaktere.
23:45
Eine weitere Leiche - getötet nach demselben Muster - taucht auf. Bisher waren die ermordeten Frauen meist machtlose Sexarbeiterinnen, doch dieses Mal fällt das Opfer durch teure Kleidung und gute Gesundheit aus der Reihe. "Happy Valley" verbindet auch in der zweiten Staffel klassische Krimispannung mit einem sozialrealistischen Blick auf die Charaktere.