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TV Programm für ARTE am 10.10.2026

Jetzt

Tierische (R)Evolution 09:45

Tierische (R)Evolution: Inseln

Dokumentation

Die Welt verändert sich mit atemberaubender Geschwindigkeit - und auf den Inseln unserer Erde lässt sich besonders gut beobachten, wie die Tierwelt auf diese Änderungen reagiert. Der Evolutionsbiologe Shane Campbell-Staton reist zu den Galapagos-Inseln. Heute beobachten Forschende neue evolutionäre Anpassungsformen: Seelöwen ernähren sich mittlerweile nicht nur von Sardinen, sondern auch von Thunfisch - und um diesen zu jagen, haben sie eine völlig neuartige Jagdmethode entwickelt. In der Karibik haben Forschende entdeckt, dass sich eine Echsenart evolutiv an Hurrikane angepasst hat. Auf den Turks- und Caicos-Inseln hat Anolis scriptus größere und besser haftende Zehen sowie längere Vorderbeine entwickelt, um sich bei starkem Wind wirksamer festhalten zu können. Auf Hawaii findet ein evolutionäres Wettrennen zwischen Pazifik-Feldgrillen und einer invasiven parasitischen Fliegenart statt. Auf einer Insel in der Antarktis war der Riesenpiper durch die Einschleppung von Ratten stark gefährdet. Dank eines umfassenden Schutzprogramms ist sein Gesang nun wieder zu hören. Auf dem Sansibar-Archipel leiden die Roten Stummelaffen unter Abholzung und der Ankunft neuer landwirtschaftlicher Nutzpflanzen, durch deren Verzehr sie krank werden. Doch sie haben ein Gegenmittel gefunden: Sie essen Kohle, um die Giftstoffe zu neutralisieren. Und auch die dort lebenden Menschen bleiben nicht untätig: Um das Meer zurückzuhalten und die Dörfer zu schützen, wurden dank lokaler Initiativen auf der ganzen Insel Mangrovenbäume gepflanzt - im Rahmen eines Projekts, das sich mittlerweile bis auf den afrikanischen Kontinent erstreckt.

Danach

Tierische (R)Evolution 10:40

Tierische (R)Evolution: Wüsten

Dokumentation

Im Senegal leben Savannen-Schimpansen unter Bedingungen, die sie an ihre körperlichen Grenzen bringen. In der Region Fongoli filmt das Team bisher ungesehene Szenen: Die Schimpansen flüchten sich in Höhlen, um sich vor der sengenden Hitze in Sicherheit zu bringen. In der Wüste Negev in Israel klettert der Nubische Steinbock über Felswände, um seltsame Oasen zu erreichen: Städte. Wenn die Sonne in der Sahara im Zenit steht, kann kaum ein Lebewesen unter freiem Himmel überleben - anders die Silberameise. Die schnellste Ameise der Welt musste sich anpassen, um diese Temperaturen auszuhalten. Sie jagt im Eiltempo, um Nahrung zu erbeuten und diese rechtzeitig zum Nest zu bringen. Im australischen Outback lebt der Zebrafink. Der kleine Vogel verfügt über eine mysteriöse Gabe, Wasser aufzuspüren. Darüber hinaus entwickelte die Art eine weitere außergewöhnliche Überlebensstrategie: Beim Brüten singt das Weibchen, um das Wachstum der Küken hinauszuzögern. Je kleiner die Jungen sind, desto bessere Überlebenschancen haben sie in der Hitze. In der Wüste Gobi in der Mongolei leben die seltenen Wildkamele. Sie sind so widerstandsfähig, dass sie Jahrzehnte von Atomtests überlebt haben. Ein Forscher versucht herauszufinden, wie ihnen das gelang. Auch Menschen müssen sich weltweit an höhere Temperaturen und Desertifikation anpassen. In Marokko erzählen Ortsansässige von den Problemen, mit denen sie zu kämpfen haben. Ihre Berichte erklären die größer werdende Zahl von Klimaflüchtlingen und wecken zugleich Hoffnung: Um der Desertifikation entgegenzuwirken, wenden sich die Menschen der Natur zu.

Tierische (R)Evolution 11:35

Tierische (R)Evolution: Eis

Dokumentation

In der Arktis leben Eisbären heute mehr auf dem Festland als auf Packeis, da sich dieses immer später im Jahr bildet. Die Packeisbedeckung lässt sich nur noch schwer einschätzen, deshalb liefert das Verhalten der Eisbären wertvolle Hinweise. In den schottischen Highlands zeigt sich an den Schneehasen, wie sehr sich die Jahreszeiten bereits verändert haben: Ihr Fell, das im Winter seine weiße Tarnfarbe annimmt, bietet ihnen keinen Schutz vor Fressfeinden mehr, weil der Schnee zu früh schmilzt. Auch in den südlichen Rocky Mountains setzt die Schneeschmelze jedes Jahr etwas zeitiger ein. Deshalb findet der Breitschwanzkolibri immer weniger Nahrung. In der Antarktis haben die Eselspinguine ihr Jagdverhalten an die nunmehr eisfreien Küsten angepasst. Nicht so flexibel sind die Adeliepinguine: Ihr Wanderverhalten liefert Aufschlüsse darüber, wo das Packeis stabil bleibt. Auf den subantarktischen Inseln im Südpolarmeer brüten die Wanderalbatrosse. Anhand der Daten, die mit GPS-Sender ausgestattete Vögel übermitteln, wurde herausgefunden, dass sich die Windverhältnisse im Südpolargebiet gewandelt haben. Auf der anderen Seite des Globus wird der Polarfuchs von einem größeren Artgenossen, dem Rotfuchs, aus seinem angestammten Territorium vertrieben. Dies zeugt von einschneidenden Veränderungen in der Polarkreisregion. In Skandinavien schließlich haben Feldversuche gerade bestätigt, was die indigenen Samen von jeher wissen: Die Beweidung durch Rentierherden ist gut für die Tundra.

Tierische (R)Evolution 12:30

Tierische (R)Evolution: Steppen

Dokumentation

Die Reise beginnt in Tansania, im legendären Serengeti-Nationalpark. Forschende fanden heraus, dass die weiten Graslandschaften Kohlenstoff aus der Atmosphäre speichern. Gesunde Wiesen könnten demnach im Kampf gegen den Klimawandel eine essenzielle Rolle spielen. In Patagonien konnten sich Grünlandflächen regenerieren, nachdem Zäune entfernt und die Jagd auf die Tiere verboten wurde, die sich nun wieder frei bewegen können. Hier spielen die Pumas für das Ökosystem eine wichtige Rolle: Sie halten die Guanakos auf Trab und verhindern so, dass zu viel Gras an einer Stelle abgeweidet wird. Das sorgt für ein regelmäßiges Nachwachsen der Vegetation. Die nordamerikanischen Prärien fielen zum Großteil der Massentierhaltung zum Opfer; nur wenige dieser majestätischen Steppen sind noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Die Bisons sind dieser Gefahr nur knapp entronnen - inzwischen erholen sich ihre Bestände wieder. Gemeinsam mit den Präriehunden ermöglichen sie einheimischen Wildpflanzen und anderen wilden Tieren, die weiten Grasflächen zurückzuerobern. In Kansas öffnete ein Heuschreckensterben den Menschen die Augen für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosysteme der Graslandschaften. Heute weiß man, dass Steppen noch mehr CO2 binden können als manche Wälder und dass ihre Wiederherstellung den Klimawandel erheblich verlangsamen könnte. Am Ende der Reise nehmen Sioux und Assiniboine in Fort Peck die größte Bisonherde, die je von Yellowstone hierhergebracht wurde, in Empfang. Die Wiederkäuer sollen dazu beitragen, die legendäre nordamerikanische Prärie wiederherzustellen.

Stadt Land Kunst Spezial 13:25

Stadt Land Kunst Spezial: Schweiz

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Das Schweizer Exil von Gustave Courbet / An der Waadtländer Riviera lebt es sich gut - und diskret / Julians Barschfilets am Genfer See / Der verschwundene Charlie Chaplin

Stadt Land Kunst Spezial 14:10

Stadt Land Kunst Spezial: Französisch-Guayana

Magazin

Spezial Französisch-Guayana mit folgenden Themen: Der Aufstand von Léon-Gontran Damas/ Karneval als Gemeinschaftserlebnis/ Thierrys Fisch mit Sauce Chien/ Ein unerwarteter Präsident in Französisch-Guayana

Der Code des Killers 14:55

Der Code des Killers

Krimiserie

Ende November 1983 in Narborough, einem kleinen bürgerlichen Vorort der englischen Stadt Leicester: Die 15-jährige Lynda Mann ist auf dem Weg nach Hause, als sie vergewaltigt und erdrosselt wird. Nachdem ihre Leiche auf einem nahe gelegenen Sportplatz gefunden wurde, übernimmt Kriminalhauptkommissar David Baker die Ermittlungen. Zur gleichen Zeit arbeitet der Wissenschaftler Alec Jeffrey an der Universität von Leicester daran, DNA zu entschlüsseln. Mit dieser Entdeckung könnten einmalige Muster und Verwandtschaftsverhältnisse nachgewiesen werden. Doch die bisherigen Ergebnisse sind unbrauchbar. Trotzdem ist Alec so fasziniert von seiner Arbeit, dass er seine Familie vernachlässigt. Ein Jahr nach Lyndas Ermordung ist der Täter noch nicht gefasst und David Baker kann die Ermittlungen nur mit einem reduzierten Team fortführen, ohne viel Hoffnung auf Erfolg. Alec Jeffreys gelingt hingegen endlich der erhoffte Durchbruch: die perfekte Entschlüsselung einer DNA-Sequenz. Doch kann die Technik auch bei einem Mordfall eingesetzt werden? Die dreiteilige Serie basiert auf den wahren Mordfällen zweier Mädchen aus Leicester in den Jahren 1983 und 1986. Die Entdeckung des genetischen Fingerabdrucks durch Alec Jeffreys im Jahr 1984 wurde erstmals zur Überführung eines Mörders genutzt. Die Serie wurde mit dem inzwischen pensionierten Alec Jeffreys und dem ehemaligen Chefermittler David Baker entwickelt. Regie führte James Strong. Hauptdarsteller John Simm ist dem ARTE-Publikum aus der Serie "Life on Mars: Gefangen in den 70ern" bekannt.

Der Code des Killers 15:45

Der Code des Killers

Krimiserie

Die kleine Gemeinde Narborough hat die Vergewaltigung und Ermordung der 15-jährigen Lynda Mann vor drei Jahren noch nicht verarbeitet. Damals fand sich trotz intensiver Ermittlungen kein Täter. Nun scheint der Mörder wieder zugeschlagen zu haben: Die gleichaltrige Dawn Ashworth wird vermisst und nach zwei Tagen auf einer Weide vergewaltigt und erdrosselt aufgefunden. Kriminalhauptkommissar David Baker und sein Team jagen nun einen Serienmörder. Am Tatort fällt der junge Gavin Hopkirk mit einer Aussage auf: "Ihr habt sie also gefunden? Ich wusste, ihr habt am falschen Ort geschaut." Die Ermittler verhaften den jungen Mann, und nach einiger Zeit in der Vernehmung gesteht er Dawns Ermordung. Zwar streitet er den Mord an Lynda vehement ab, aber Davids Team freut sich, endlich einen Schlussstrich unter die Fälle zu setzen. Doch im Detail passen Gavins Aussagen nicht: Dawn trug ein Kleid, keine Hose. David Baker will sichergehen. Er erfährt von einer neuen DNA-Methode und erhofft sich davon ein einwandfreies Ergebnis. Dafür besucht er Alec Jeffreys, den Entdecker des genetischen Fingerabdrucks, der einige Kilometer entfernt an der Universität von Leicester forscht. Die erst zwei Jahre zuvor entwickelte Technik der DNA-Bestimmung könnte helfen, die Spermaproben vom Tatort mit Gavins Blut zu vergleichen.

Der Code des Killers 16:30

Der Code des Killers

Krimiserie

1987 in Narborough, einem Vorort von Leicester: Kriminalhauptkommissar David Baker und sein Team ermitteln in zwei ähnlichen Mordfällen. 1983 wurde die 15-jährige Lynda Mann vergewaltigt und erdrosselt, drei Jahre später die gleichaltrige Dawn Ashworth. Ein Tatverdächtiger, der bereits gestand, kann mit Hilfe einer DNA-Analyse von Wissenschaftler Alec Jeffreys als Täter ausgeschlossen werden. Allerdings kann Alec beweisen, dass die Spermaspuren an beiden Tatorten von derselben Person stammen. Ohne weitere Anhaltspunkte kommt Kriminalhauptkommissar David Baker plötzlich die Idee: Statistisch gesehen leben die meisten Täter in einem Umkreis von fünf Meilen um den Tatort. Wenn nun alle Männer zwischen 18 und 34 Jahren in diesem Gebiet auf ihre DNA getestet werden würden, könnte man die genetischen Fingerabdrücke vergleichen und so den Täter finden. Aber wie soll man 5.000 Männer dazu bringen, freiwillig eine Blutprobe abzugeben? Außerdem ist die Analyse jeder Probe kostspielig. Nach anfänglichem Widerstand des sparsamen Innenministeriums gelingt es David, die Finanzierung zu sichern, und Alecs Team kann in der Stadthalle von Narborough die ersten Proben nehmen. Einen solchen Massentest hat es noch nie gegeben. Immer mehr Männer können so als Täter ausgeschlossen werden. Doch im Labor stauen sich die Proben, die Analyse dauert lange. Die größte Herausforderung: Gelingt es dem Täter, das System zu umgehen, würde die Glaubwürdigkeit des DNA-Verfahrens erschüttert. Das Team steht unter Druck. Dann taucht eine Zeugin mit einem Hinweis auf, der die entscheidende Wendung bringt ...

Italiens unbekannter Norden 17:15

Italiens unbekannter Norden: Das Aostatal

Land und Leute

Im äußersten Nordwesten Italiens liegt das Aostatal. Die Alpenregion ist umgeben von einigen der berühmtesten und höchsten Gipfeln der Alpen: Gran Paradiso, Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn - alle über 4.000 Meter hoch. Zugleich ist die Region die kleinste und am dünnsten besiedelte des Landes. Der Nationalpark Gran Paradiso ist nicht nur geprägt von majestätischen Bergen, sondern beheimatet auch eine vielfältige Tierwelt. Engagierte Parkranger wie Mario Bizel und Stéphanie Bethaz schützen Flora und Fauna. Auch Gletscher sind Gegenstand intensiver Forschung: Geologe Paolo Pogliotti überwacht sie mit modernster Technik. Bergführerin Anna Torretta gibt ihr Wissen im Eisklettern an Frauen weiter. Im Valgrisenche bewahrt Familie Bethaz mit Hingabe die Tradition des Fontina-Käses. In Chamois, einem der wenigen autofreien Dörfer Italiens, sichert Elvis Baravex den Betrieb der Seilbahn - sie ist die Lebensader für die kaum mehr als 100 Einwohnerinnen und Einwohner. In einigen der höchsten Weinberge Europas trotzen rund um Morgex und La Salle Winzer wie Nicolas Bovard und Vanda Angelini den extremen Bedingungen, um aus der Prié-Blanc-Traube Weißwein zu gewinnen. Dank idealer Beobachtungsbedingungen mit durchschnittlich 200 klaren Nächten pro Jahr und fortschrittlicher Forschungstechnik liefert das Observatorium von Saint-Barthélemy unter der Leitung von Astrophysiker Jean Marc Christille neue Erkenntnisse über das Universum. Ob auf Gletschern, Almen oder unter den Sternen: Das Aostatal steht für wilde Schönheit und eine tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Bergwelt.

Mit offenen Karten 18:10

Mit offenen Karten: Medikamente: Ein globaler Markt

Infomagazin

Angesichts des Risikos von Lieferengpässen und dem strategischen Aspekt der Gesundheitssouveränität wollen unter anderem viele europäische Länder die Herstellung der wichtigsten Medikamente wieder ins eigene Land zurückholen. Zwar belegen die USA nach wie vor einen zentralen Platz in der Pharmaforschung - nicht zuletzt zur Bekämpfung von Krebs, aber auch die chinesische Biotechnologie behauptet sich zunehmend. Diese Entwicklungen illustrieren das Aufkommen einer sowohl wirtschaftlichen, technologischen als auch geopolitischen Rivalität im globalen Gesundheitswesen.

ARTE Reportage 18:25

ARTE Reportage: Moldau / Gaza

Dokumentation

(1) Moldau: Die Autonome Territoriale Einheit Gagausien ist eine pro-russische autonome Region in der Republik Moldau an der Südgrenze der Ukraine. (2) Gaza: Der Alltag dreht sich in Gaza fast ausschließlich ums Überleben. Und doch finden junge Dichter die Kraft zu schreiben und sich eine ganz andere Zukunft vorzustellen.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

Tracks East 19:40

Tracks East: Helden oder Täter? - Der Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine

Reportagereihe

Seit eine ukrainische Militäreinheit sich "Helden der ukrainischen Aufstandsarmee" (UPA) genannt hat, ist das Verhältnis zwischen Warschau und Kiew auf einem Tiefpunkt. Denn in Polen steht die historische UPA vor allem für die Massaker an polnischen Zivilisten in Wolhynien und Ostgalizien während des Zweiten Weltkriegs. Schätzungen zufolge wurden dabei bis zu 100.000 Menschen ermordet. In der Ukraine dagegen wird die UPA von vielen als Symbol des Unabhängigkeitskampfes verehrt: Ihre Kämpfer wollten einen eigenen ukrainischen Staat - während des Zweiten Weltkriegs und danach im Kampf gegen die sowjetische Herrschaft. "Tracks East" begibt sich auf Spurensuche und begleitet in Wolhynien ein Team von polnischen und ukrainischen Forensikern, das Opfer der Massaker von 1943 exhumiert, damit sie eine würdige Bestattung erhalten. Mit dabei: Der Historiker Leon Popek, dessen Familie von den Bluttaten betroffen war. Auch Karolina Romanowskas Familie war von den Massakern betroffen. Sie setzt sich für Versöhnung ein und wendet sich gegen eine Instrumentalisierung der Wolhynien-Opfer für politische Zwecke. Fast alle Parteien im polnischen Sejm fordern von der Ukraine, die Verbrechen der UPA anzuerkennen und sich von Nationalistenführer Stepan Bandera zu distanzieren - andernfalls könne sie nicht Mitglied der EU werden. Kiew wiederum will sich nicht vorschreiben lassen, wie es den eigenen Unabhängigkeitskampf, die UPA und Bandera erinnern soll. Wer in Polen vor allem als Täter gilt, wird in der Ukraine von vielen als Kämpfer für die Unabhängigkeit verehrt.

Auf den Spuren prähistorischer Künstler - Die Chauvet-Höhle 20:15

Auf den Spuren prähistorischer Künstler - Die Chauvet-Höhle

Dokumentation

Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Chauvet-Höhle bis ins Detail erkundet werden. Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf große Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle eines der ersten "Theater" der Menschheit gewesen sein. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten. Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuß- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten. Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden.

Sulawesi - Am Anfang war die Höhlenmalerei 21:45

Sulawesi - Am Anfang war die Höhlenmalerei

Dokumentation

Seit einiger Zeit gilt als gesichert, dass sich die Spezies Homo sapiens vor über 300.000 Jahren in Afrika entwickelte. Doch wann genau sind die Fähigkeiten zum Geschichtenerzählen und der Herstellung von Kunstwerken entstanden? Seit den Entdeckungen der Höhlenmalereien in Lascaux (rund 18.000 Jahre alt) und Chauvet (etwa 36.000 Jahre alt) schien klar, dass der entscheidende kulturelle Entwicklungssprung vor ungefähr 40.000 Jahren in Europa stattgefunden haben muss. 2014 wurde diese Annahme jedoch durch einen wichtigen wissenschaftlichen Fortschritt infrage gestellt: Dank einer neuen Datierungsmethode konnte nachgewiesen werden, dass Felsmalereien auf der indonesischen Insel Sulawesi, die bislang nur auf einige Tausend Jahre geschätzt worden waren, mindestens 40.000 Jahre alt sind. Seither wurden auf Sulawesi Hunderte weiterer Höhlen mit Malereien entdeckt, deren Mindestalter inzwischen auf 51.200 Jahre datiert wurde. Diese Entdeckungen schafften es auf die Titelseiten renommierter Wissenschaftsjournale und sorgten für ein neues Verständnis der evolutionären Entwicklung des Homo sapiens. In der Januarausgabe 2026 der Fachzeitschrift "Nature" stellt ein Artikel die bislang älteste bekannte Malerei der Welt vor - sie soll mindestens 67.800 Jahre alt sein. Diese bahnbrechende Erkenntnis zeigt, dass Homo sapiens figurative Darstellungen mehr als 20.000 Jahre früher schuf als bislang angenommen. Die Funde auf Sulawesi legen zugleich nahe, dass die Fähigkeit zur Kunst bereits wesentlich früher entstanden sein könnte - möglicherweise noch in Afrika, bevor sich Homo sapiens von dort aus über andere Teile der Welt verbreitete.

Thorin - Der letzte Neandertaler 22:40

Thorin - Der letzte Neandertaler

Dokumentation

Bevor die Neandertaler vom Erdboden verschwanden, lebten sie für eine Dauer von rund 300.000 Jahren auf dem eurasischen Kontinent. Warum starben sie aus? Wie trat der Homo sapiens an ihre Stelle? Die Forschungen des Teams um Ludovic Slimak deuten darauf hin, dass Homo sapiens bereits vor rund 54.000 Jahren im Rhônetal präsent war - deutlich früher als bisher angenommen. Zugleich zeigen die außergewöhnlich gut erhaltenen Ablagerungen, dass Homo sapiens und Neandertaler die Höhle in sehr kurzer zeitlicher Folge nutzten und sich möglicherweise in der Region begegneten. In der Grotte Mandrin sind archäologische Fundstücke außergewöhnlich gut erhalten. Dies liegt an ihrer Öffnung gen Norden, durch die der Mistral Sand in sie hineinträgt. Ausgrabungen beweisen, dass Menschen die Höhle über einen Zeitraum von rund 80.000 Jahre lang immer wieder nutzten. Die Analyse von Rußablagerungen erlaubt es, Dauer und Abfolge einzelner Besiedlungsphasen erstaunlich genau zu rekonstruieren. In einer rund 54.000 Jahre alten Schicht fanden Forscher zudem winzige Feuersteinspitzen. Sie zeigen, dass die ersten des Homo sapiens, die sich in der Höhle niederließen, mit Pfeil und Bogen jagten - und das 40.000 Jahre vor der bisher angenommenen Erfindung dieser Jagdmethode. Haben diese Homo sapiens - die ersten, deren Überreste im heutigen Westeuropa gefunden wurden - die Neandertaler aus der Grotte Mandrin vertrieben? 2015 wurde eine neue Entdeckung gemacht: In einer Schicht, die auf etwa 10.000 Jahre nach der Ankunft des anatomisch modernen Menschen zurückgeht, wurden die fossilen Überreste eines Neandertalers gefunden. Sie zeigen, dass der Neandertaler in die Grotte Mandrin zurückgekehrt sein muss. Zunächst wurde seine DNA einer alten Neandertaler-Linie zugewiesen. Über einen Verwandten wurde dann aber eine neuere Abstammungslinie der Art in Südeuropa gefunden. Seither kann bei den späten Neandertalern von einem mediterranen Zweig gesprochen werden. Die Geschichte des Aufeinandertreffens zweier Arten der Gattung Mensch im Rhône-Tal ist ein archäologischer Thriller.

Abel Selaocoe beim Rheingau Musik Festival 2025 23:35

Abel Selaocoe beim Rheingau Musik Festival 2025

Konzert/Musik

Abel Selaocoe ist ein charismatischer Performer, der die Parameter des Cellos neu definiert. Dabei ist das Cello wirklich nicht das Instrument, das man mit der südafrikanischen Heimat des Ausnahmekünstlers als erstes in Verbindung bringt. Sein Ziel ist aber genau das: Möglichkeiten auszuloten, inwiefern sich die Kultur seines Saiteninstrumentes weiterentwickelt, während es verschiedene kulturelle Räume durchschreitet. "Da wo ich herkomme, steckt man nicht alles gleich in eine Schublade", berichtet er von seiner früheren und wichtigen künstlerischen Prägung. Also hat sich Selaocoe mit großer Neugier auf die Reise in musikalische Zwischenwelten begeben. In seinen Konzerten wird die Stimme zum Instrument und der ganze Körper zum Kommunikationsmittel. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Perkussionisten Sidiki Dembele lässt er in einem Open-Air-Konzert im Kloster Eberbach Werke mit unterschiedlichen musikalischen Wurzeln aufeinandertreffen und so die Welt ein Stück zusammenrücken. Das Rheingau Musik Festival hat sich seit 1987 zu einem der bedeutendsten europäischen Festivals entwickelt und zieht jedes Jahr außergewöhnliche Künstlerinnen und Künstler in die reizvolle Region. Abel Selaocoes Open-Air-Konzert ist in der Reihe der Events eine Veranstaltung, die sich abhebt - eine Fusion der Gegensätzlichkeiten. Die Location des traumhaften, romanischen Klosterkreuzgangs, die Geschichte erzählt, trifft auf innovatives Cellospiel "out of the box".