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TV Programm für ARTE am 16.05.2026

Jetzt

Zu Tisch 10:40

Zu Tisch: Kapverden

Essen und Trinken

Santo Antão ist die zweitgrößte und westlichste Insel der Kapverden. Mediterrane Hochebenen wechseln sich mit tropisch-feuchten Tälern ab. An den Hängen der Insel wurden Terrassen angelegt, auf denen Gemüse für den täglichen Bedarf wächst. Armindo Pires und seine Familie leben im kleinen Dorf Cobo de Ribeira inmitten der Berge. Sie bauen Kaffee und Zuckerrohr an. Um das leibliche Wohl der Familie kümmern sich Armindos Frau Julia und ihre Schwiegertochter Aurisia. Zum Mittagessen gibt es Cachupa, das Nationalgericht der Kapverden. In den Eintopf kommt nahezu alles, was auf der Insel wächst: Mais, Zwiebeln, grüne Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Yams, Tarowurzeln, Bohnen und Kohl. Als Nachtisch bereitet Aurisia einen Kaffeepudding zu - das Lieblingsdessert ihres Mannes Kevin.

Danach

Hawaiis versteckte Paradiese 11:05

Hawaiis versteckte Paradiese

Landschaftsbild

Hawaiis Pflanzenwelt ist einmalig. Nirgendwo sonst herrscht eine so große Vielfalt. In der Isolation des Insel-Ökosystems haben sich Pflanzenarten über Millionen von Jahren entwickelt. Sie haben jedoch keinerlei Abwehrmechanismen ausgebildet und sind sehr anfällig für eingeschleppte Krankheiten oder invasive Tierarten. Seit Jahren setzen sich die Biologen und Naturschützer für den Erhalt der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt ein. Die Projekte zeigen auch Erfolge: Im Nordwesten der Insel Oahu brüten seit einigen Jahren wieder Albatrosse. Die Bodenbrüter hatten ursprünglich keine natürlichen Feinde, sind aber inzwischen leichte Beute für eingeschleppte Räuber. Während die Natur rund um die Vulkane auf Big Island wunderschön ist, stellt sie dennoch eine große Gefahr dar. Die Feuerberge zählen nämlich zu den größten und aktivsten der Erde, weshalb sie im U.S. Geological Survey ständig überwacht werden. Die Gewässer vor Hawaii sind nicht nur verlockend für Surfer aus aller Welt. Sie sind auch ein Paradies für große Meeressäuger und Spinnerdelfine, die tagsüber in großen Gruppen vor der Küste auftauchen. Liah McPherson und ihr Kollege Fabien Vivier erforschen die Altersstruktur der Gruppen, die Häufigkeit ihrer Besuche vor Oahu und identifizieren Individuen. So können die Tiere besser geschützt werden.

Unsere Wälder 11:50

Unsere Wälder: Netzwerk der Tiere

Tiere

Die Dokumentationsreihe gibt Einblicke in das Leben seltener Arten, die in einige unserer Wälder zurückgekehrt sind, wie Luchs, Auerhuhn oder Wolf. Sogar Bärenspuren werden immer wieder in den Wäldern am Alpenrand entdeckt. Kein Wald gleicht dem anderen. Je nach regionalem Klima und Bodenbeschaffenheit herrschen unterschiedliche Pflanzen vor, die ihrerseits großen Einfluss auf die Tierwelt haben. Im Frühjahr etwa ertönt im Inneren der Bäume ein merkwürdiges Rauschen und Gluckern. Die Sonne hat Zucker in den Wurzeln und Stämmen aktiviert. Als süßer Saft steigt er im Inneren der Bäume empor und versorgt Vögel, Insekten und viele andere Lebewesen mit wertvoller Energie. Die Reihe schildert die erstaunlichen Verbindungen zwischen den Lebewesen unserer heimischen Wälder und berichtet vom gewaltigen Netzwerk der kleinen und großen Arten. Denn unsere Wälder sind keineswegs nur das Reich der Bäume, sondern beherbergen auch ein spannendes Netzwerk der Tiere.

Unsere Wälder 12:35

Unsere Wälder: Mut zur Lücke

Tiere

Alle unsere heimischen Wälder sind vom Menschen geprägt. Vor allem Fichtenmonokulturen sind durch Borkenkäfer, Stürme und hohe Temperaturen geschwächt und liegen großflächig am Boden. Was für viele wie eine Katastrophe aussieht, ist für den Wald ein Glücksfall: Vom Aussterben bedrohte Arten tauchen wie aus dem Nichts wieder auf: Luchs, Auerhuhn, ausgestorben geglaubte Käfer und viele andere Arten vermehren sich rasant. Andere, wie der Wolf, kehren zurück. Warum aber muss ein Wald erst sterben, damit sich die Natur erholen kann, damit Haselhuhn, Rothirsch und Auerhuhn zurückkehren? Mit seltenen, fantastischen Naturaufnahmen plädiert Jan Haft in seinem Film für Wälder mit einem Mosaik aus dichtem und offenem Baumbewuchs. Es ist das Licht der Sonne, das aus einem dunklen, grünen Kosmos ein Paradies macht. Die Liste der Arten, die von diesem Wandel profitieren, ist lang.

Unsere Wälder 13:20

Unsere Wälder: Zurück in die Zukunft

Tiere

Durch Stürme, Trockenheit, Brände und Borkenkäfer wird binnen kurzer Zeit zerstört, was über Jahrhunderte gewachsen ist. Bedeutet das das Ende für unsere Wälder und ihre Bewohner? Unordnung im Wald durch Windbruch, herumliegendes Totholz oder Brände irritieren uns. Genau darin aber liegt eine Chance für die Natur. Es ist verblüffend und scheint wie ein Widerspruch: Nach einem Waldbrand oder einem Massenbefall durch Borkenkäfer erholen sich selbst stark geschädigte Wälder. Denn Katastrophen sind Teil eines natürlichen Kreislaufs, der Platz für frisches Grün schafft. Und die Rückkehr von Wisent, Wildpferd oder Rind schafft wichtige Voraussetzungen, um unsere Wälder fit für die Zukunft zu machen. Die großen Pflanzenfresser sorgen dafür, dass Lichtungen entstehen und die Artenvielfalt sprunghaft ansteigt. Auch in dieser Folge der Dokumentationsreihe ist der Wald die Bühne für die großen und kleinen Dramen der Natur: Wir sehen, wie eine Rehmutter Zwillinge zur Welt bringt, werden Zeuge dramatischer Brände, beobachten Hornissen bei der Jagd und sind dabei, wenn sich der Wald nach vermeintlicher Zerstörung regeneriert und artenreicher als zuvor emporwächst.

Jesse James - Mann ohne Gesetz 14:05

Jesse James - Mann ohne Gesetz

Western

Missouri, 1868: Mit skrupellosen Methoden zwingt die Midlands-Eisenbahngesellschaft kleine Farmer zum Verkauf ihres Landes. Bei einer solchen Aktion stirbt die Mutter von Jesse und Frank James, worauf die Brüder unter großem Beifall Bank- und Zugüberfälle begehen. Bald landesweit bekannt, sehnt sich Jesse jedoch nach seinem alten Leben an der Seite seiner Familie. Missouri, 1868: Jesse James und sein Bruder Frank verteidigen ihr Land gegen die Agenten der Midlands-Eisenbahngesellschaft, die alle kleinen Grundbesitzer zum Verkauf zwingen wollen. Als ihr Haus niedergebrannt wird und ihre Mutter dabei ums Leben kommt, töten sie einen Vertreter der Gesellschaft und begehen in der Folge Bank- und Eisenbahnüberfälle, um sich zu rächen. Auf die Ergreifung der Brüder wird eine hohe Belohnung ausgesetzt. Die James-Brüder sind ständig auf der Flucht. Jesses Versuch, mit seiner Frau Zerelda ein neues, gewaltloses Leben zu beginnen, scheitert, weil Zerelda das rastlose Umherziehen von einem Versteck zum anderen nicht mehr aushält. Je länger die Brüder Gesetzlose sind, desto einsamer wird es um sie. Als Jesse es am wenigsten erwartet, gerät er in einen tödlichen Verrat. Mit Pathos, viel Gefühl und Humor inszenierte Henry King 1939 diesen effektvollen, frühen Technicolor-Western, der sich eher für die heroische Legende als die historische Wahrheit der James-Brüder interessiert. Die Rollen der Brüder wurden mit den größten Stars ihrer Zeit besetzt: Tyrone Power und Henry Fonda. Henry Kings Karriere in Hollywood überspannte fünf Jahrzehnte, von frühen Stummfilmen bis zu "Zärtlich ist die Nacht" Anfang der 1960er Jahre. Unter den zahlreichen Filmen, die das Leben des Outlaws Jesse James und seiner Komplizen schildern, ging Henry Kings Version als die kanonische Erzählung der Legende in die Geschichte Hollywoods ein. Da der Film zu den bis dahin erfolgreichsten Filmen überhaupt zählte, ließ das Studio nur ein Jahr später eine Fortsetzung drehen, für die Fritz Lang als Regisseur engagiert wurde.

Grand Canyon - Abenteuer Erdgeschichte 15:50

Grand Canyon - Abenteuer Erdgeschichte

Dokumentation

Der Grand Canyon wird über seine gesamte Länge vom Colorado River durchzogen, der sich tief in den Fels eingrub und geologische Schichten von prächtigem Form- und Farbreichtum freilegte. Diese Strukturen sind so gut erhalten, dass sie einen Blick auf eine rund zwei Milliarden Jahre zurückreichende Erdgeschichte ermöglichen. Der Grand Canyon wurde erst spät wissenschaftlich erforscht: 1869 begann John Wesley Powell eine Expedition in das "Große Unbekannte", wie er es nannte. Unter Lebensgefahr erkundete er einen grandiosen Ort voller geologischer Wunder und menschlicher Spuren. Auch die Geologen Karl Karlstrom und Laura Crossey erforschen dieses Naturwunder und waren bereits dutzende Male auf dem Fluss unterwegs. Die Reise ist jedes Mal ein neues Abenteuer, das ohne das Wissen und Können der "River-Runner" nicht realisierbar wäre. Glade ist seit 15 Jahren River-Runner und sorgt auf dieser Expedition nicht nur für eine sichere Navigation und gute Stimmung, sondern teilt auch seine Kenntnisse über den Grand Canyon. Ebenfalls dabei ist Naturforscher Geoff Carpenter. Er hat den Grand Canyon bereits etwa 50-mal durchquert, oft auf den Spuren von Reptilien. Auf ihrer achttägigen Expedition bestimmten Karl und Laura geologische Schichten und blicken auf die geheimnisvolle Geschichte der Landschaft zurück - von der Explosion des Lebens vor rund 500 Millionen Jahren bis zur Eiszeit. Der Grand Canyon - mittlerweile zwar von Talsperren und anderem menschlichen Einfluss geprägt - ist dank der Kraft der Erosion in ständiger Bewegung. Am Beispiel der Stromschnellen wird deutlich, wie die Elemente ihn auch heute noch formen.

ARTE Reportage 17:25

ARTE Reportage: Grönland / Kambodscha

Dokumentation

(1) Grönland: Stolz darauf, Inuit zu sein Drei Frauen reden über ihren Stolz, zum Volk der Inuit zu gehören. Sie stellen ihre indigene Identität in den Mittelpunkt ihres Lebens. Und sie leiten daraus politische Forderungen ab, gegenüber der Regierung in Dänemark, aber vor allem angesichts Donald Trumps Annexionsfantasien. (2) Kambodscha: Blut klebt an ihren Ziegeln Kambodscha boomt: In der Hauptstadt Phnom Penh wird ein Hochhaus nach dem anderen gebaut. Dafür wird Nachschub an Baumaterial benötigt, vor allem Ziegelsteine. In den Ziegeleien schuften deshalb in Schuldknechtschaft gehaltene Arbeiter Tag und Nacht.

Mit offenen Karten 18:20

Mit offenen Karten

Infomagazin

"Mit offenen Karten" berichtet in dieser Ausgabe aus den Vereinigten Staaten, genauer gesagt aus Texas, dem "Labor des Trumpismus" und historische Hochburg der amerikanischen Rechten. Der US-Bundesstaat mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl gelangte über die Förderung von Erdöl zu Reichtum. Texas, das im 19. Jahrhundert Ziel vieler Einwanderer war, stellt sich heute als Speerspitze von Donald Trumps Anti-Immigrations-Politik auf. Auch wirtschaftlich spielt der US-Bundesstaat eine wichtige Rolle: aufgrund seiner Erdölvorkommen, aber auch als attraktiver Standort für Spitzenbranchen. Zum Leidwesen Kaliforniens, das bei US-Konzernen weniger begehrt ist als zuvor, zieht Texas einflussreiche Unternehmen an - allen voran die von Elon Musk.

Armenien: Die Rückkehr des Leoparden 18:35

Armenien: Die Rückkehr des Leoparden

Dokumentation

Arus Nersisian leitet das Arpa-Naturschutzgebiet, als erste und bislang einzige Frau Armeniens auf so einer Position. Nur 3.000 Hektar groß ist das Schutzgebiet mit seinen spektakulär rostroten Felsen in der Provinz Wajoz Dsor. Wilderer hatten die Artenvielfalt in der Region dezimiert. Nach Jahren intensiver Arbeit im Naturschutzgebiet feiert Arus mit ihrem Team nun einige Erfolge: Die Bezoarziegen haben sich signifikant vermehrt, einige Braunbärfamilien bevölkern das Gebiet. Selbst der Kaukasusleopard ist zurück in der Region, seitdem er hier wieder genügend Beute findet. Seine Entdeckung war einer der großen magischen Momente für Arus und die Ranger. Das Gata-Festival in Khachik ist benannt nach einem traditionellen Mandelkuchen. Neben Tänzen und Gesängen präsentiert hier Vahe Keushguerian, ein Armenier aus der Diaspora, den jüngsten Wein aus dem Bergdorf. Er hat die verwilderten Reben in Grenzlage reanimiert und unterstützt so die lokalen Bauern. Der Steinmetz Rouben Ghazaryan hingegen öffnet den Gästen die Augen für ein altes armenisches Weltkulturerbe. Er fertigt Chatchkare an, kunstvoll behauene Steinkreuze. Seine Inspirationsquelle ist das Kloster Norawank aus dem 13. Jahrhundert. Wenige Tage vor dem geplanten Festival in Khachik erobert Aserbaidschan Berg-Karabach. Auch in Khachik, an der Grenze zur aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan im Westen Armeniens, fühlen sich die Bewohner bedroht. Deshalb wird das Gata-Festival abgesagt. Aber Arus hält an ihren Zielen fest, schließlich will sie, dass ihre Kinder eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat finden.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

360° Reportage 19:40

360° Reportage: Kirgisistan: Hoffnung für die Schneeleoparden

Reportage

Im Tien-Shan-Gebirge, einer in Teilen noch wilden und unberührten Region im Herzen Zentralasiens, haben es Wilderer vor allem auf das schöne Fell der Großkatzen abgesehen. Die kirgisische Naturschutzgruppe Bars ist daher ständig im Einsatz. Die Männer gehen jedem Hinweis auf Wilderei nach, überprüfen Waffenscheine und suchen im Gebirge nach aufgestellten Fallen. Befreite Tiere und auch solche, die keine Überlebenschance in der Natur haben, finden im Rehabilitationszentrum für Wildtiere Zuflucht. Zurzeit befinden sich hier zwei weibliche Schneeleoparden. In freier Wildbahn leben Leoparden meist kaum länger als zwölf Jahre. In der Auffangstation kann sich ihre Lebenszeit bei richtiger Pflege und Ernährung auf 25 Jahre verlängern. Im Fokus der Tierschützerinnen und Tierschützer aus Kirgisistan und Deutschland stehen aber vor allem die freilebenden Schneeleoparden - insbesondere, weil es immer weniger von ihnen gibt.

Mossul - Wiedergeburt einer antiken Metropole 20:15

Mossul - Wiedergeburt einer antiken Metropole

Dokumentarfilm

Nach drei Jahren Krieg und Besetzung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versucht Mossul, seine verlorene Identität wiederzufinden. 2017 lag die historische Altstadt in Trümmern. Acht Jahre später kehrt wieder Leben in die Straßen zurück. Mossul, eine der ersten Großstädte der Geschichte, wird vom Tigris durchquert. Seit dem Entstehen der Weltreligionen war die Stadt multiethnisch und multireligiös: Christen, Juden, Jesiden und Muslime lebten hier. Diese Vielfalt verlieh der Stadt einen eigenen Charakter. Die große Al-Nuri-Moschee, die Kirchen Al-Tahira und Mar-Toma, das schiefe Al-Hadba-Minarett - jenes städtische Erbe, das der IS zu zerstören versuchte - werden von Mossuls Bewohnern wiedererrichtet. In der gesamten Stadt hört man den Lärm der Räum- und Bauarbeiten. Experten, Architekten, Archäologen, Restauratoren und Hilfsorganisationen aus aller Welt unterstützen den Wiederaufbau. Als Erstes wollen die Menschen die Wahrzeichen ihrer Stadt wiederaufbauen. Durch ihr Engagement kehrt auch die Hoffnung zurück. Die sechsjährige Riesenbaustelle (2019-2025), eines der weltweit größten Wiederaufbauprogramme, brachte zahlreiche Fundstücke hervor: assyrische Relikte, verborgene Räume, illegale Gemälde - und ermöglichte neue Datierungen. So lebt das architektonische Erbe der Stadt wieder auf und liefert der Wissenschaft neue Erkenntnisse. Für die irakischen Handwerker bedeutet dies, traditionelle Handwerkskunst und Werkstoffe wiederzubeleben. Die Jüngeren haben neue Berufe erlernt und finden Zukunftsperspektiven in ihrer Stadt. Für Mossul beginnt damit eine Renaissance, allerdings nicht im politischen Sinne. Vielmehr besinnt sich die jahrtausendealte Stadt auf ihre entstehungsprägende Architektur und einzigartige Kunst: ein Neuanfang auch für das vom Krieg erschöpfte Volk.

Denkmäler der Ewigkeit 21:40

Denkmäler der Ewigkeit: Wo Löwen Aufzug fahren: Das Kolosseum in Rom

Dokumentation

Im ersten Jahrhundert nach Christus wurde mitten in Rom das größte Amphitheater aller Zeiten errichtet. Kaiser Vespasian, der mit dem Kolosseum seine neu begründete Dynastie legitimieren und das Volk Roms mit Brot und Spielen für sich gewinnen wollte, stellte dafür unbegrenzte Mittel zur Verfügung. Für die Demonstration der kaiserlichen Autorität bot das Bauwerk eine fantastische Kulisse: Zahlreiche Statuen, Säulen und Fresken an der Außenfassade und im Innenraum rühmten das Römische Reich als Nachfolger des antiken Griechenlands und als unbezwingbare Großmacht. Durch seine ovale Form bot das Kolosseum nach heutigen Berechnungen etwa 50.000 Zuschauern Platz. Die von der römischen Verwaltung für das Volk veranstalteten Spiele und Theateraufführungen wurden im Beisein des Kaisers abgehalten und hatten auch eine wichtige politische Funktion. Archäologische Ausgrabungen zeigen, mit welchem Einfallsreichtum alles darangesetzt wurde, um den Erfolg dieses PR-Instruments der kaiserlichen Macht sicherzustellen. Archäologische Funde an mehreren Grabungsorten zeugen vom kulturellen und wirtschaftlichen Stellenwert der Spiele im alten Rom. So verdeutlicht die Untersuchung der Gebeine von Gladiatoren, dass Technik und Strategie ihrer Kampfkunst ebenso wichtig waren wie heute beim Fußball. Die afrikanischen Mosaiken wiederum veranschaulichen die Bedeutung des Raubtierhandels für die Versorgung der Arenen. Im gesamten Reich entstanden Dutzende Amphitheater, die ab dem späten 5. Jahrhundert im Zuge des Untergangs des Römischen Reiches ebenso wie das Kolosseum allmählich verfielen.

Akropolis - Beraubtes Symbol 23:10

Akropolis - Beraubtes Symbol

Dokumentation

Der Parthenon, der Athena-Tempel auf der Akropolis, zählt zu den berühmtesten Bauwerken der Welt. Er gilt als Symbol der griechischen Kultur und steht für Schönheit und Demokratie - Werte, die in aufgeklärten Gesellschaften als grundlegend gelten. Kaum jemand kann sich seiner Anziehungskraft entziehen. Doch gerade sein Ruhm und seine Schönheit wurden ihm zum Verhängnis: Im Laufe der Zeit wurde er schwer beschädigt und entstellt. Einst war der Parthenon ein prachtvoller Tempel, reich verziert mit Skulpturen und Reliefs. Doch heute sind davon nur noch Fragmente übriggeblieben. Die übrigen Teile sind über verschiedene europäische Museen verstreut, darunter der Vatikan, der Louvre, Wien, München, Würzburg, Kopenhagen - vor allem aber das British Museum in London. Dort wird die Hälfte des noch erhaltenen Bauschmucks ausgestellt, ein wahrer Schatz, der jährlich Millionen von Besuchern anlockt. Seit über 200 Jahren wird um diese Skulpturen gestritten, die als Höhepunkt der Kunst und Vermächtnis der Athener Demokratie gelten. Doch das British Museum weigert sich bis heute, sie zurückzugeben. Selbst der Charme einer Melina Mercouri, der früheren griechischen Kulturministerin und ehemaligen Filmdiva, die in den 1980er Jahren für die Rückführung der Skulpturen kämpfte, vermochte nichts daran zu ändern. Der Fall ist so prominent, dass sogar Hollywoodschauspieler wie George Clooney sich für die Rückgabe an Griechenland aussprechen. Seine Frau Amal war als Anwältin ebenfalls in den Fall involviert. Ist es Raubkunst oder Weltkunst? Der Fall ist äußerst komplex. Wie konnte ein einzelnes Bauwerk eine derartige Bedeutung erlangen? Und wann werden die Skulpturen endlich in Athen wiedervereint?