05:00
Die minoische Kultur auf der Mittelmeerinsel Kreta galt bis vor kurzem als weitgehend erforscht; doch neue Erkenntnisse rücken sie nun in ein völlig anderes Licht. Die Minoer waren die ersten Schriftgelehrten in Europa und errichteten prachtvolle Bauwerke. Ihre labyrinthische Architektur hat Archäologen und Archäologinnen lange Zeit in die Irre geführt ...
05:25
Das Quellgebiet des längsten Flusses Chinas, des Yangtse, liegt im Hochland von Tibet. Die letzte Etappe seiner Reise verschlägt den niederländischen Fotografen Ruben Terlou an die Ausläufer des Himalaya. Aufgrund der felsigen Landschaft und der Mäanderströmung ist das eine der faszinierendsten Landschaften Chinas. Tausende Jahre lang war diese Region schwer zu erreichen, deswegen leben hier viele ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen und Bräuchen. Jetzt wird die Region erschlossen. Die Arbeiten an Straßen und Tunneln sind auf 4.000 Höhenmetern beschwerlich, Arbeiter von weit her verbringen Monate auf engstem Raum, weit weg von Zivilisation und Ablenkung. Viele sind Han-Chinesen, sie bilden die Mehrheit in China. Insgesamt gibt es über 90 ethnische Gruppen, 56 davon sind von der Regierung anerkannt. Ruben Terlou trifft auf seiner Reise Volksgruppen, deren Kultur und Sprache sehr wahrscheinlich durch die Erschließung des Gebiets verschwinden werden. Die Bewohner des Volks der Malimasa sehen auch die Vorteile der Erschließung: bessere medizinische Versorgung und weniger Abhängigkeit vom eigenen Ertrag in der Landwirtschaft. Je mehr sich Ruben Tibet nähert, desto weniger Menschen verstehen Chinesisch. Aber er sieht erstaunliche Bauten, die von großer Handwerkskunst zeugen, lernt interessante Menschen und Rituale kennen. Am Ende seiner Reise will er noch etwas über das Ritual der Wasserbestattung erfahren.
05:55
Mit Spitzhacke, Hammer und Meißel bewaffnet, geht es bei "360° Reportage" hoch in die Berge auf Schatzsuche. Das Objekt der Begierde: der Bergkristall. Es handelt sich hierbei um einen Quarz in seiner reinsten und transparentesten Form. In den Schweizer Alpen benötigen die Mineralien- und Kristallsucher, auch "Strahler" genannt, ein Strahlerpatent, um die Bergkristalle abzubauen. Dafür geht es in tiefe Felsspalte und Hohlräume, sogenannte Klüfte. Ein gefährliches Unterfangen, bei dem manche Kristallsucher nicht selten ihr Leben riskieren. Der Preis ist es jedoch wert, denn Sammler bezahlen für Bergkristalle oft mehrere Tausend Euro. Amateure und Berufsstrahler sind in den Schweizer Alpen aus ganz unterschiedlicher Motivation unterwegs: Jelena Brkic ist Schmuckdesignerin und hat ihr eigenes Schmucklabel gegründet. Außerdem ist es ihr wichtig, ein traditionelles Handwerk ihrer Heimat weiterleben zu lassen. Oder Thomas Steinbrugger, Berufsstrahler und ehemaliger Extremkletterer, der ausschließlich vom Abbau der wertvollen Bergkristalle lebt: In 3.500 Meter Höhe schlägt er, zusammen mit seinem Bruder, jeden Sommer sein Basislager auf. Hier oben wird das Steinesuchen zur nicht ganz risikofreien Expedition. Die Veränderung des Klimas ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits legt das Schmelzen der Gletscher neue Klüfte frei, andererseits birgt das Tauen des Eises auch eine erhebliche Gefahr für die Schatzsucher - Unfälle gibt es fast jedes Jahr.
06:50
(1): Poulet Yassa, ein senegalesischer Gruß an Europa (2): Nostalgiegeschmack: Manbiron, eine Senegalesin in Paris (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Norwegen: Die verschwundenen Fjorde von Anne B. Ragde (2): El Salvador: Die Farbenpracht der Wandmalereien (3): Papua-Neuguinea: Trishs Kokosbananen (4): Athen: Eine musikalische Arche Noah
08:05
(1): Celia, Elena Fortúns kleine Heldin aus Madrid (2): Bordeaux: Die Stadt der zehntausend "Échoppes" (3): Hawaii: Lasagne mit Brotfrüchten von Heidi (4): Irland: Piraten außer Kontrolle
08:55
Die Wartburg gilt als renommierteste Festung Deutschlands und verkörpert seit annähernd 1.000 Jahren deutsche Kultur und Identität. Gegründet wurde sie um 1067 von Ludwig dem Springer. Das einzigartige Bauwerk erfährt in den folgenden Jahrhunderten diverse Erweiterungen, Umbauten und Renovierungsphasen. Die Wartburg wird immer wieder beschossen, vom Blitz getroffen oder von verheerenden Bränden heimgesucht. Um den Verfall aufzuhalten, wird sie stetig instandgesetzt, meist besser als zuvor. Die Burg ist Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse: Im 13. Jahrhundert lebt hier die Heilige Elisabeth von Thüringen. Sie gibt ihr Leben als Adlige auf und widmet sich der Armenpflege. Der berühmte Sängerkrieg, ein Wettstreit der Minnesänger, findet im Palas statt und beeinflusst nachhaltig die deutsche Kultur. Im 16. Jahrhundert sucht Martin Luther auf der Wartburg Zuflucht, übersetzt hier 1521 und 1522 das Neue Testament ins Deutsche. Damit stellt Luther die Weichen für die Reformation, die nicht nur seine Zeit, sondern große Teile der Welt verändert. 1817 wird die Burg mit dem Wartburgfest zum Symbol nationaler Einheit und des Strebens nach Freiheit und Gleichheit. Unter den Nationalsozialisten wird sie politisch umgedeutet und missbraucht. Heute ist die Wartburg ein Symbol für die Verbindung von deutscher Architektur, Geschichte und Kultur. Sie ist Zeugnis deutscher Vergangenheit und schenkt nach wie vor Hoffnung für eine Zukunft in Freiheit und Demokratie.
10:20
Die Inselgruppe der Magdalenen liegt im Herzen des Sankt-Lorenz-Golf und gehört zur kanadischen Provinz Québec. Ein paradiesischer Archipel, der zugleich als berüchtigtes Hindernis für die Seefahrt gefürchtet ist. Die Nachkommen der Schiffbrüchigen leben noch heute hier gemeinsam mit den französischsprachigen Akadiern. Der Archipel besteht aus einem Dutzend verschiedener Inseln. Sieben sind bewohnt und sechs mit einer Landstraße verbunden, der Route 199. Die Île d'Entree ist nur mit dem Boot erreichbar. Laurence ist eine von knapp sechzig Personen, die hier dauerhaft leben und sich der Entvölkerung der Insel widersetzen. Auf Cap aux Meules betreibt Bernard eine Fahrradwerkstatt und setzt sich für den Ausbau von Fahrradwegen ein. Mit der Umrüstung auf Elektroantriebe will er die Insulaner motivieren, trotz ständigem Gegenwind aufs Rad umzusteigen. Einige Wege wurden durch die starke Erosion weggespült. Die lokale Umweltorganisation Attention Fragile arbeitet mit der Bevölkerung an der Befestigung der Küstenlinie. Auch manche der bedrohten Tierarten suchen auf den Magdalenen Unterschlupf. Für den Gelbfuß-Regenpfeifer ist der Archipel die einzige verbliebene Brutstätte in ganz Québec. Eine seltene Kuhherde produziert die Milch für den Käse und ist Teil der lokalen Kreislaufwirtschaft. Den Elementen der Natur ausgeliefert, sind die Madelinots weitgehend auf sich allein gestellt. Zwischen Wind und Dünen pflegen sie eine lebhafte Kultur, die ihnen hilft, mitten im Sankt-Lorenz-Golf zu überleben.
11:05
Ein kleines Paradies liegt mitten im Sankt-Lorenz-Golf: die Inselgruppe der Magdalenen. Im Nordosten des Archipels hat sie eine eigene Hummerkooperative gegründet. Zwischen Feuer und Wasser pflegen die Madelinots eine lebhafte Kultur, die ihnen hilft im St. Lorenz Golf zu überleben. Der Archipel besteht aus einem Dutzend verschiedener Inseln. Sieben sind bewohnt und sechs mit einer Landstraße verbunden, der Route 199. Rund 300 Kilometer Strand sind gesäumt von Schiffsracks, meist aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Charles war 38 Jahre bei der Küstenwache und versucht seit Jahren das Geheimnis um die verschollene Simcoe zu lösen. Was es bedeutet auf See zu verunglücken, musste Claude erleben. Der ehemalige Hummerfänger hat sich ein neues Leben aufgebaut. Der Hummerfang gehört zur Identität der Madelinots. Während der neunwöchigen Saison fährt Gaston jeden Morgen um fünf Uhr raus. Der Bestand hat sich aufgrund der strengen Regularien erholt. Nicht so beim Hering. Die traditionelle Hering-Räucherei ist weitgehend ausgestorben. Benoit ist der Einzige, der seinen Betrieb aufrechterhalten hat und innerhalb der lokalen Kreislaufwirtschaft, aus Kunst, Handwerk und Lebensmittelherstellung geräucherten Fisch produziert. Zusammenhalt ist hier draußen überlebenswichtig.
11:55
(1): Piperade, spanische Würze in der französischen Küche (2): Nostalgiegeschmack: Camille, eine Baskin in London (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Das leuchtende Sizilien des Nicolas de Staël (2): Fischfang - Eine neuseeländische Geschichte (3): Bretagne: Der Farz buen von Thomas (4): Niederlande: Ein Vagabund als Kandidat
13:10
(1): Finnland: Die Kunst der Nation (2): Pantelleria: Eine Insel ohne Wasser (3): Schweiz: Berts Pilzpfanne (4): Osaka: Schnelle Nudeln
14:00
Alexander Forsman ersetzt Kommissar Andreasson, der seinen Dienst im Polizeirevier Nacka quittiert hat. Alexander kommt aus Norwegen. Seit dem Verschwinden seiner Frau ist er mit seinem neunjährigen Sohn alleine. Beruflich hat er sich dem Kampf gegen Drogen verschrieben. Neu auf dem Markt ist ein chemisches Rauschmittel, das sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreut. In letzter Zeit werden der Polizei immer mehr Todesfälle gemeldet, die offenkundig durch die Partydroge verursacht wurden. Eines Nachts verschwindet Anna, die Tochter von Staatsanwältin Nora Linde. Sie bittet ihren neuen Kollegen um Hilfe. Alexander versucht zunächst, Vincent festzunehmen, einen jungen Dealer. Doch aus Mangel an Beweisen muss er ihn wieder laufenlassen. Bei der Suche nach Anna kommen sich die beiden Protagonisten auch privat näher. Werden sie die Dealer überführen können und Anna lebend finden?
15:30
Strömma Cement ist ein Familienunternehmen, das von Eva mit eiserner Hand geführt wird. Als sie erkrankt, soll ihre Tochter Jonna einen wichtigen Verkauf abwickeln. Das führt zu einem Konflikt mit ihrem Bruder Sebastian. Er ist als Geschäftsführer eingesetzt, doch Eva vertraut ihm nicht, da er spielsüchtig ist und sich bereits hohe Schulden angehäuft haben. So kontaktiert Sebastian hinter dem Rücken seiner Familie den Immobilienunternehmer Wilhelm Bauer. Die beiden sind befreundet und Sebastian möchte durch ihn schnell ein großes Geschäft abwickeln. Staatsanwältin Nora Linde ermittelt zeitgleich gegen Wilhelm Bauer wegen Bilanzfälschung und Geldwäsche. Bauers Firma kauft billige Industriegrundstücke an der Küste auf und wandelt sie in Luxuswohnanlagen um. Doch dann wird der Unternehmer plötzlich tot in seiner Villa aufgefunden ...
17:05
Wirbelstürme, Erdbeben, Vulkanausbrüche: Wie reagieren Tiere und Pflanzen auf solche Naturkatastrophen? Einige Tiere können kurz bevorstehende Extremereignisse erahnen und sich davor schützen. Andere sind gezwungen, zu bleiben und müssen gegen die Unberechenbarkeit der Natur um ihr Überleben kämpfen. Seit einiger Zeit untersuchen Forschende, wie Flora und Fauna auf Extremereignisse reagieren. Die Ergebnisse deuten auf bemerkenswerte Überlebensstrategien hin. Dennoch bleibt ungewiss, ob Tiere und Pflanzen auch in der Lage sein werden, die neuen, menschengemachten Herausforderungen zu überstehen. Der Zug der Vögel von Kanada nach Brasilien ist von starken Wetterereignissen beeinflusst. Während der Sturmsaison wird die Reise durch kräftige Winde und Niederschläge gestört. Die Insel Puerto Rico beheimatet Ameisen, die Überschwemmungen überstehen, indem sie kompakte Flöße bilden und sich mit der Strömung davontreiben lassen. Die australische Flora und Fauna hat sich an die alljährlichen Buschfeuer angepasst: Gewisse Vögel profitieren von den Bränden, da sie dank ihnen Beute einfacher aufstöbern können. Dennoch haben die Tierarten angesichts des gegenwärtigen Klimawandels nur extrem wenig Zeit zur Anpassung. Der Anstieg des mittleren Meeresspiegels, die Häufung zerstörerischer Wirbelstürme und verheerender Waldbrände übersteigen alles, was bisher beobachtet wurde, und beunruhigen mittlerweile nicht mehr nur Forschende ...
17:50
Seit Jahrzehnten werden Waldbrände weltweit heftiger und zerstörerischer. In den Sommermonaten häufen sich die Schlagzeilen über katastrophale Brandverläufe im Süden Europas. In der Region haben Feuer und Landschaft eine lange gemeinsame Geschichte. Waldbrände gehörten zum natürlichen Rhythmus der Erneuerung. Tier- und Pflanzenarten in natürlich gewachsenen Wäldern haben sich im Laufe der Evolution angepasst und Überlebenstricks entwickelt. Einige Arten sind feuerresistent, andere sind sogar auf Brände angewiesen, um sich fortzupflanzen. Die andalusischen Korkeichenwälder trotzen seit Jahrtausenden den immer wiederkehrenden Waldbränden. Ihre mehrere Zentimeter dicke Korkborke schützt die Bäume und die darunter liegenden Knospen vor den Flammen. Das andalusische Taublatt braucht Brände sogar, um zu überleben. Nach jedem Feuer werden die Karten im Waldsystem neu gemischt. Zu den Gewinnern gehören anpassungsfähige Tierarten wie Manguste, Ginsterkatze und viele Gliedertiere. Ein alter, natürlich gewachsener Wald ist bei einem Brand die beste Lebensversicherung für seine Bewohner. Vom Menschen gepflanzte Monokulturen aus Kiefern und Eukalyptus dagegen brennen in den Sommermonaten oft großflächig und vernichtend nieder. Doch auch hier kann ein Neuanfang gelingen, wenn die Neubepflanzung im Sinne einer nachhaltigen Waldnutzung erfolgt.
18:35
Die Autonome Provinz Trient, auch Trentino genannt, zählt zweifellos zu den noch weitgehend unentdeckten Naturschätzen Norditaliens. Die majestätischen Ausläufer der Dolomiten prägen diese atemberaubende Berglandschaft, die sich in vielerlei Hinsicht als wahres Paradies erweist. Doch das Trentino ist vor allem das Land der Seen, und an seiner Spitze thront der Gardasee, der größte See Italiens. Sein schmales Nordufer wird von imposanten Bergen beschützt und verwöhnt seine Besucher mit einer einzigartigen Kulisse. In diesem Mikroklima, das von der Nähe zu den Bergen geprägt ist, gedeihen Olivenbäume in Hülle und Fülle. Einige behaupten sogar, sie seien die nördlichsten Europas, ja vielleicht sogar der ganzen Welt. Hier, wo der See schmal und von steil abfallenden Berghängen umgeben ist, wirkt die Landschaft beinahe wie ein Fjord. Die letzten Fischer, die in diesem Teil des Sees ihrem Handwerk nachgehen, mögen zwar weniger fangen als ihre Kollegen weiter südlich, aber die Qualität ihrer Fänge ist unübertroffen. Doch nicht nur der Gardasee verzaubert mit seiner Schönheit. Der Naturpark Paneveggio - Pale di San Martino beeindruckt mit seinen imposanten Felsmassiven und beherbergt zugleich den größten zusammenhängenden Wald Norditaliens. Dieser Wald, der den bezaubernden Namen "Geigenwald" trägt, beheimatet an den Nordhängen Fichten, deren Holz eine besonders feine Maserung aufweist. Diese Fichten sind so begehrt, dass sogar der berühmte Geigenbauer Antonio Stradivari hierherkam, um das perfekte Resonanzholz für seine unvergleichlichen Geigen auszusuchen. In den Tälern erstrecken sich bunte Wiesen, die von Sternekoch Alessandro Gilmozzi aus Cavalese in seine einzigartige Küche integriert werden. Seine Gerichte sind geprägt von Aromen wie Baumrinde und Harz sowie Wildkräutern - ein wahrer Genuss, der die Vielfalt des Trentino auf einem Teller einfängt. Doch die kulinarische Reise hört hier nicht auf. In der Piana Rotaliana werden erlesene Weine angebaut, darunter die einzigartige Teroldego-Traube, die nur hier gedeiht. Auf den malerischen Almen wird traditionell Käse hergestellt; aus der Region stammen über 30 verschiedene Käsesorten. Das Trentino fasziniert nicht nur mit seiner wilden Naturpracht, sondern auch mit seinen beeindruckenden Kulturlandschaften. Es ist zweifellos ein verborgenes Juwel, das darauf wartet, von Entdeckern aus der ganzen Welt erkundet zu werden.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Nommen Kruse lebt auf der kleinen Hallig Nordstrandischmoor im Wattenmeer. Gemeinsam mit seiner Frau, den drei Kindern und Mutter Ruth trotzt er den Naturgewalten. Bis zu 30-mal im Jahr heißt es auf Nordstrandischmoor "Land unter". Sturmfluten überspülen die Hallig, nur die erhöhten Warften, auf denen ihre Häuser stehen, bleiben trocken. Nordstrandischmoor ist eine von zehn Halligen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Durch den Klimawandel sind die Halligen einer neuen Bedrohung ausgesetzt. Während Nordstrandischmoor jährlich um 1,5 Millimeter wächst, steigt der Meeresspiegel der Nordsee mit 4,5 Millimetern dreimal so schnell. Als Wasserbauer kämpft Nommen deshalb täglich um seine Heimat, baut an der Halligkante und fördert die Ablagerung von Sedimenten, um so das natürliche Wachstum der Hallig zu unterstützen. Zusammen mit dem Geologen Matthias Deicke von der Universität Göttingen hat er eine sogenannte Sedimentfalle gebaut, die bei jeder Sturmflut Sand und Schlick direkt auf die Hallig spült. Ihre ersten Tests zeigen, dass so die Hallig schneller wachsen könnte, als der Meeresspiegel ansteigt. Vier Rohre müssten auf der Hallig verlegt werden. Doch Nordstrandischmoor ist Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und somit eigentlich vor Baumaßnahmen geschützt. Können Nommen und Matthias dennoch die zuständigen Behörden überzeugen und somit langfristig die Hallig vor dem Untergang schützen?
20:15
Lange galt der Wolf in Europa als so gut wie ausgerottet. Nur in den ausgedehnten Wäldern Osteuropas überlebten einige kleinere Populationen. In den letzten Jahrzehnten wurden Wölfe unter Artenschutz gestellt - und haben zuletzt ein bemerkenswertes Comeback gefeiert. Die außergewöhnliche Dokumentation zeichnet nach, wie dieses faszinierende Tier wieder in Mitteleuropa Fuß fasste. Die meisten Menschen haben noch nie einen Wolf in freier Wildbahn gesehen, aber jeder kennt den Mythos vom "großen bösen Wolf" aus dem Märchen. Die alten Geschichten erzählen jedoch nicht die ganze Wahrheit. Der Protagonist der Dokumentation ist ein im Osten Europas geborener Wolfswelpe, der im Schutz seines Rudels aufwächst. Als er geschlechtsreif wird, verlässt er das Rudel, um ein eigenes Revier und eine Gefährtin zu finden. Dafür muss er sich auf eine lange Wanderung begeben, die ihn über Flüsse und gefährliche Autobahnen durch ein immer dichter besiedeltes Gebiet führt. Schließlich erreicht er die Niederlande. In sich regenerierenden Wäldern findet er ausreichend Beute; allein durch seine Präsenz scheint sich ein natürliches Gleichgewicht wiederherzustellen. Tatsächlich findet er dort auch eine Gefährtin und gründet mit ihr erfolgreich das erste Wolfsrudel der Niederlande. Die Dokumentation gewährt hautnahe Einblicke in das Leben dieses hochintelligenten Tieres. Veranschaulicht werden auch sein Familiensinn, sein positiver Einfluss auf die Artenvielfalt und erstaunliche Parallelen zum "besten Freund des Menschen".
21:45
Cathys Mann David ist nach langer Krankheit verstorben. Vor der Beerdigung kommen einige Familienmitglieder und deren Partner bei Cathy vorbei. Doch wirklich Zeit für Trauer hat Cathy nicht. Ihr Sohn Jason ist nett, aber sehr unbeholfen und braucht selbst beim Bügeln seines Hemds Unterstützung. Auch seine Freundin Kelly ist keine Hilfe: Ihre Gedanken lässt sie wie ein Wasserfall aus sich heraussprudeln, wodurch sie in so manches Fettnäpfchen tritt. Cathys Bruder Derek erscheint mit seiner neuen Freundin Pauline, die herablassend auf Cathys Vorstadtleben blickt und ihr das mit falscher Freundlichkeit ins Gesicht sagt. Auch Cathys Schwiegereltern Maureen und Reg sind anwesend, ein mürrisches, zänkisches Paar. Mit ausgesuchter Höflichkeit manövriert Cathy durch die verschiedenen Situationen ... bis endlich Michael kommt, ein alter Freund, auf dessen Unterstützung sie sich immer verlassen kann.
22:10
Für die frisch verwitwete Cathy ist der erste Valentinstag nach dem Tod ihres Mannes schwierig: "Es ist ein Tag wie jeder andere, aber die Erinnerungen kommen hoch." Zum Glück hat sich ihr Bruder Derek mit seiner neuen Freundin Pauline angekündigt, um einen Film mit ihr zu schauen und chinesisches Essen zu bestellen. Doch Pauline ist nicht begeistert davon, ihren Abend bei Cathy zu verbringen statt bei einem romantischen Essen in einem teuren Restaurant. Das lässt sie Derek und Cathy spüren; im vergangenen Jahr hatte ihr Ex sie mit dem Helikopter nach Sizilien geflogen ... Auch bei Cathys Sohn Jason und seiner Freundin Kelly ziehen dunkle Wolken auf: Kelly hat entdeckt, dass Jason plant, nach Australien auszuwandern - während sie es sich nicht vorstellen kann, ihre Freunde und Familie zu verlassen. Auch Michael, ein alter Freund von Cathy und David, kommt vorbei, um sicherzugehen, dass Cathy den Abend nicht allein verbringen muss ...
22:40
Cathy ist dabei, ihre Garage aufzuräumen. Jason und Kelly helfen ihr dabei und finden so manche kleine Überraschung. Maureen und Reg kommen mit dem Auto - und mit schlechter Laune. Auch Kellys Mutter Carol erscheint, um sich ein paar Sachen auszusuchen, und erweist sich als unangenehme Person, unter der Kelly immer noch leidet. Jason ist von der Idee überzeugt, nach Australien auszuwandern. Michael montiert Cathys neuen Fernseher, aber eigentlich hat er ein Date und ist hin- und hergerissen. Derek und Pauline haben mit Golf angefangen, in der Hoffnung, in bessere Kreise vorzudringen. Und tatsächlich: Sie kennen jetzt einen Millionär!
23:05
Cathy hat eine Verabredung mit Brian, den sie online kennengelernt hat. Doch es ist kein richtiges Date, wie sie versichert. Leider ist auch gerade Kellys Cousine Debbie zu Besuch, die ihr mit ihren Ratschlägen auf die Nerven geht. An mehreren Fronten unter Druck gesetzt, sagt Cathy die Verabredung ab. Und dann passiert Kelly noch ein Missgeschick mit Cathys Lieblingskette, die sie von ihrem verstorbenen Mann David geschenkt bekommen hat.
23:35
Es ist ein kalter, dunkler Oktobermorgen. Cathy hat sich das Handgelenk gebrochen. Michael hat die Nacht bei ihr auf dem Sofa verbracht, und auch Derek hat im Haus geschlafen, nachdem er von Pauline aus seiner eigenen Wohnung geworfen wurde. Beide Männer sind ziemlich verkatert, und Cathy ist neugierig, worüber sie sich den ganzen Abend unterhalten haben ... Jason hat an diesem Tag ein Vorstellungsgespräch für einen Job in Australien, weshalb Kelly nicht schlafen konnte. Ihr ist gar nicht wohl bei dem Gedanken, auszuwandern, aber sie traut sich nicht, das Jason gegenüber anzusprechen. Zumal ihr Freund sie überhaupt nicht gefragt hat, wie sie über ein Leben in Australien denkt. Cathy versucht zu vermitteln.