15:45
Gary Cooper, mit bürgerlichem Namen Frank James Cooper, verbrachte seine Kindheit auf einer Farm im ländlichen Montana. Seine Eltern stammten ursprünglich aus England. Der Vater war sowohl Richter als auch Rancher und konnte sich ein beachtliches Vermögen aufbauen. Dank seiner Reitkünste versuchte Cooper in den 1920er Jahren in Hollywood als Stuntman Fuß zu fassen. Seinen Durchbruch feierte er 1930 im Liebesfilm "Marokko", in dem er unter der Regie von Josef von Sternberg an der Seite von Marlene Dietrich spielte. Zwei Jahre später übernahm er die Hauptrolle in der Hemingway-Verfilmung "In einem anderen Land" (1932). Cooper war persönlich mit dem Schriftsteller befreundet und trat 1943 erneut in einem Hemingway-Stoff auf, diesmal in "Wem die Stunde schlägt" mit Ingrid Bergman. Seine erste Oscar-Nominierung erhielt er 1936 für die Komödie "Mr. Deeds geht in die Stadt" von Regisseur Frank Capra. Besonders bekannt wurde er jedoch durch seine Rollen in Westernfilmen. Regielegende Cecil B. DeMille besetzte ihn unter anderem in "Der Held der Prärie" und "Die scharlachroten Reiter". Privat kursierten Gerüchte über Beziehungen zu Marlene Dietrich, Carole Lombard, Ingrid Bergman und Grace Kelly. Cooper war jedoch ab 1933 mit der Schauspielerin Veronica Balfe verheiratet. Das Paar bekam 1937 eine Tochter namens Maria Cooper. Coopers Schauspielstil war zurückhaltend und minimalistisch - ein Kontrast zum expressiven Ansatz des Actors Studio. Er verkörperte den klassischen amerikanischen Helden: stark, moralisch und ohne innere Konflikte. Erst in den 1970er Jahren wurde dieser Typus vom komplexeren Antihelden des New Hollywood abgelöst, den emotionale Tiefen und persönliche Krisen ausmachten.
16:40
In Aix-en-Provence steht das Landhaus der Familie des Malers Paul Cézanne, die Bastide du Jas de Bouffan. Die Dokumentation erzählt, wie Cézanne in der Bastide nach einem neuen Ausdruck in der Malerei sucht. Allein und ungestört kann er an diesem Ort und in der Umgebung einen Stil entwickeln, der über den Impressionismus hinausweist und ihn zum "Vater der Moderne" machen sollte. In der Bastide entstanden einige seiner berühmten Werke. Lange Zeit musste Cézanne mit der Ablehnung durch Publikum und Kollegen leben. Seine Stillleben galten als lächerlich - sehen so Äpfel und Birnen aus? Bei all der Ablehnung wurde die Bastide als Rückzugsort für Cézanne immer wichtiger. Durch das Haus blieb er auch mit seinem Vater in Verbindung, der ihn zwar finanziell unterstützte, die Malerei als Beruf aber ablehnte. Cézanne nutzte das Landhaus über vier Jahrzehnte, 1859 bis 1899. Zeit seines Lebens reiste Paul Cézanne zwischen Paris, wo er sich Anerkennung erhoffte, und Aix-en-Provence hin und her. Auch das Fischerdorf L'Estaque am Golf von Marseille wird einer seiner Rückzugsorte sein. Als die Berliner Nationalgalerie im Jahr 1897 noch vor den französischen Museen ein erstes Werk Cézannes ankauft, erfährt er späten Ruhm. 1906 starb der Maler in seiner Geburtsstadt Aix-en-Provence. Anhand exemplarisch ausgewählter Gemälde sowie zahlreicher originaler Schwarz-Weiß-Fotografien des Künstlers wird das Werk Cézannes verständlich. Einst um Anerkennung ringend und von inneren Zweifeln getrieben, sind die Gemälde Paul Cézannes heute Publikumsmagneten.
17:35
Die Brüder Lucas (Jahrgang 1993) und Arthur Jussen (Jahrgang 1996) aus dem niederländischen Hilversum und versprühen als Klavierduo jede Menge Elan. Sie haben sehr viel Spaß zusammen - auf und hinter der Bühne. Der Musikfilm begleitet die Brüder auf den Spuren der Geschwister Mendelssohn. Im Mittelpunkt steht das mitreißende "Konzert für zwei Klaviere und Orchester E-Dur", das im Konzerthaus Dortmund aufgezeichnet wird. Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte es im Alter von nur 14 Jahren zum 18. Geburtstag seiner Schwester Fanny. Oft haben die beiden bei den Sonntagsmusiken der Mendelssohns miteinander musiziert. Die Reise beginnt in Leipzig, wo Mendelssohn zwölf Jahre lang Gewandhauskapellmeister war. Hier proben Lucas und Arthur Jussen mit dem Gewandhausorchester unter der Leitung von Andris Nelsons, einem Nachfolger Mendelssohns als Chef des Leipziger Klangkörpers. Die Kamera begleitet die beiden bei den Proben und den Konzertvorbereitungen, bei der Spurensuche im Mendelssohn-Haus und beim Fußballspielen zwischendurch. Die Dokumentation kommt den Brüdern sehr nahe, wenn sie über herausfordernde Momente in der Musik, über Vertrauen und Disziplin sowie über das Verhältnis musizierender Geschwister sprechen. Ein Leben lang sind sie beruflich und privat eng miteinander verbunden. Die Jussen-Brüder nehmen vieles leicht, mit Witz und Humor. Sie wissen aber auch, welch großes Privileg es ist, diese Weltkarriere gemeinsam erleben zu können. Den Begriff "Wunderkinder" lehnen sie für sich selbst ab, gönnen ihn aber gerne dem jungen Mendelssohn.
18:25
Ein künstlerisches und humorvolles Spiel mit Klischees bietet dieses Magazin. In jeder Folge werden dabei bestimmte Eigenheiten der Franzosen und Deutschen unter die Lupe und auch aufs Korn genommen.
18:35
Die größte der griechischen Inseln ist nicht nur ein Touristenmagnet - junge Menschen suchen hier dauerhaft ihr Glück. So auch Tina Paidis und Voltas Christodoulidis. Beide sind von Athen nach Kreta gezogen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Heute sind sie Geschäftspartner und betreiben gemeinsam eine kleine Genossenschaft für ökologische Erzeugnisse von der Insel. Das Herz ihrer Kooperative: Karob. Karobbäume, auch bekannt als Johannisbrotbäume, wachsen überall auf der Insel. Sie sind robust und klimaresistent. Ihre Früchte, die Karob-Schoten, stecken voller wertvoller Nährstoffe und Vitamine. So findet man sie in der Küche: als Zwieback im traditionellen Dakos-Salat oder als Tortenboden. Und der Karobsirup eignet sich nicht nur zum Verfeinern von Süßspeisen.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Wenn der erste Schnee fällt, reitet Baibolat mit seinem Adler in die Berge. Jetzt beginnt die Jagdsaison im Altai-Gebirge. Mit seinem Raubvogel als Waffe erlegt Baibolat Hasen, Murmeltiere und Füchse, der Felle wegen. Mit viel Glück stößt das Jagdgespann sogar auf einen Wolf. Baibolat ist ein Berkutschi, ein kasachischer Adlerjäger. Seit Jahrhunderten leben die Berkutschi im Nordwesten der Mongolei und haben ihre einzigartige Jagdtradition erhalten. Die meisten Steppenvölker jagen mit Falken. Die Berkutschi bevorzugen Adler, weil diese ihrer Meinung nach klüger sind. Baibolat nennt sein Adlerweibchen Balapan, die Einjährige. Baibolat lebt mit seiner Frau Altingül und seinem fünfjährigen Sohn Baka in einer Jurte. Sie sind Nomaden und gerade im Herbstlager angekommen - mitsamt ihren Ziegen, Schafen, Kühen, Pferden und Kamelen. Wenn ihm die Arbeit Zeit lässt, trainiert Baibolat seinen Vogel. Er hat Balapan als Küken aus dem Nest geholt und muss den Jagdtrieb bei dem Tier erst noch fördern. Doch bis ihm Balapan gehorchen wird, vergehen Wochen. Dann steht die erste Prüfung bevor: das Adlerfest. Das Adlerfest ist ein Kräftemessen der besten Berkutschi. Auch Baibolat reitet mit seinem Adlerweibchen in die Provinzhauptstadt Ulgii. In zwei Wettbewerben versuchen die Adlerjäger, ihre Raubvögel von einem Hügel anzulocken. Doch Adler sind nicht nur klug, sie sind auch eigensinnig und schwerer zu trainieren als zum Beispiel Falken. In diesem Jahr weht der mongolische Wind mit besonderer Stärke, sodass mancher Vogel seinem Herrn den Gehorsam versagt.
20:15
Im biederen Dublin des 19. Jahrhunderts arbeitet Albert Nobbs, ein penibler Mann mittleren Alters, als Kellner im Morrisons Hotel, das von der geizigen und kontrollsüchtigen Marge Baker geführt wird. Albert arbeitet hart und spart sein Geld, um sich in ferner Zukunft ein besseres Leben aufzubauen, indem er sich selbstständig macht. Angehörige hat er keine. Eines Tages heuert Mrs. Baker einen Mann namens Hubert Page an, um eines der Hotelzimmer zu streichen, und zwingt ihn, um die Arbeiten abschließen zu können, für eine Nacht Alberts Bett zu teilen - sehr zu Alberts Entsetzen. Hubert findet den Grund heraus, warum Albert ihn nicht im Zimmer haben wollte - und das ist für ihn kein Problem. Vielmehr zeigt er Albert die Möglichkeit eines Lebens auf, wie er selbst es mit seiner Frau Cathleen führt, wozu ein Versteckspiel gehört, aber auch der Status eines Ehepaars und emotionale Unterstützung. Alberts Wahl der Braut ist seine jüngere, kokette Kollegin Helen Dawes, die aber, ohne dass Albert es weiß, bereits eine sexuelle Beziehung mit dem verschlagenen Joe Mackins führt, einem anderen Mitarbeiter, der erst kürzlich eingestellt wurde. So beginnt Albert also, Helen zu umwerben, die allerdings nur Augen für Joe hat. Und Albert muss feststellen, dass ein Leben, wie es Hubert gelingt, für ihn nicht so leicht zu haben ist.
22:00
2027: Theo Faron lebt in einer Welt, die zugrunde geht. Seit 2009 ist kein Kind mehr geboren worden, die Menschheit stirbt langsam aus, und eine Reihe von Pandemien und Kriegen haben jede Hoffnung auf Glück und Frieden zerstört. In Theos Heimatland, Großbritannien, sind alle Grenzen geschlossen und jeder Einwanderer wird von der Polizei unerbittlich gejagt, eingesperrt und zurückgeschickt. Doch es gibt auch Widerstand: in Form einer Rebellengruppe unter der Führung von Julian - Theos Ex-Frau. Nach 20 Jahren taucht sie wieder in Theos Leben auf und bittet ihn gegen Entlohnung um Hilfe. Es geht darum, der jungen Migrantin Kee die notwendigen Papiere zu besorgen, um sie außer Landes in Sicherheit zu bringen. Theo verfügt über die nötigen Beziehungen und willigt ein, um Julian einen Gefallen zu tun. Doch bald sieht er sich im Mittelpunkt einer Verschwörung: Kee ist schwanger und selbst in ihrem Versteck bei den Rebellen in Lebensgefahr. Mit der früheren Hebamme Miriam unternimmt Theo eine Rettungsaktion. Dabei hofft er auf die Hilfe des "Human Project", einer Geheimorganisation, die sich der Forschung zur Rettung der Menschheit verschrieben hat. Doch bisher konnte die Existenz dieser Organisation nicht bewiesen werden. Gleichzeitig rückt der Geburtstermin immer näher und Theo steht mit seinen zwei Weggefährtinnen allein da, gegen den Rest der Welt ... Dystopischer Film des Erfolgsregisseurs Alfonso Cuarón, der trotz seines pessimistischen Ausgangspunkts voller überraschender Wendungen ist - mit treffender Ironie.
23:45
Sie war eine Sensation ihrer Zeit: Jutta Hipp, eine weiße, deutsche Jazzpianistin, die in den 1950er-Jahren als erste Musikerin aus Europa beim legendären Blue Note Label veröffentlichte. Der Film erzählt das Leben einer Ausnahmekünstlerin, die gegen alle Widerstände zur Jazzgröße wurde. Als Autodidaktin spielte sie sich von Leipziger Untergrundclubs über Frankfurts Jazzkeller bis nach New York - an der Seite von Größen wie David Amram und Charles Mingus. Der Film rekonstruiert ihren Weg mit seltenem Archivmaterial und unveröffentlichten Aufnahmen, er erzählt von Jutta Hipps früher Liebe zur verbotenen Musik im Nazi-Deutschland, ihrer Flucht in den Westen, der Geburt ihres Sohnes Lionel - einem "Brown Baby" - und ihrem kometenhaften Aufstieg in der amerikanischen Jazzszene. Doch Ruhm hat seinen Preis: Sexismus, Rassismus, Selbstzweifel und Alkohol bestimmen zunehmend ihr Leben. Als sie sich gegen eine Affäre mit ihrem Agenten wehrt, fällt sie in Ungnade - und verstummt. 1960 verlässt sie die Bühne für immer. Die Musik tauscht sie gegen einen Job in einer Textilfabrik und findet Frieden mit sich selbst. "Being Hipp" ist mehr als eine Musikerbiografie: Es ist ein Porträt über Selbstbehauptung, künstlerische Integrität und den Preis weiblicher Unabhängigkeit - im Showbusiness wie im Leben.
00:40
An einem regnerischen Abend in Ho-Chi-Minh-Stadt stirbt eine Frau bei einem Motorradunfall - zurück bleibt ihr kleiner Sohn, der das Unglück ohne einen Kratzer überlebt. Die Leiche der Verstorbenen soll ihr Stiefbruder Thien an ihren Heimatort zurückbringen. Mit dem fünfjährigen Dao macht sich Thien auf den Weg zu seinen Wurzeln und auf die Suche nach seinem vor einigen Jahren verschwundenen älteren Bruder. Es ist für Thien eine seltsame Reise zwischen Trauer und Neubeginn. Bei der Totenfeier sieht er sich mit Fragen des Glaubens konfrontiert, die er zuvor abgewehrt hat. Auch kommen verschüttet geglaubte Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Und letztlich erwachen in ihm neue Wünsche an das Leben. Religion begegnete Regisseur Thien An Pham zunächst innerhalb seiner Familie, durch den Glauben seiner Eltern. Er selbst betrachtet sich nicht als gläubig; gleichwohl erforscht er in seinem Film "Im goldenen Kokon" mit Fantasie und Feinfühligkeit die spirituelle Reise seiner jungen Hauptfigur. Eine autobiografisch gefärbte innere Suche nach dem Sinn des Lebens.
03:30
Im Westen der USA liegt der Grand Canyon, eines der großen Naturwunder der Erde. Über Jahrmillionen wurde er durch den Colorado River über eine Strecke von 445 Kilometern ins Gestein gegraben. 1919 als Nationalpark unter Schutz gestellt, beherbergt er trotz unwirtlicher Lebensbedingungen eine beeindruckende Artenvielfalt. Die Steilhänge des Canyons bieten Lebensraum für den erfolgreich wieder angesiedelten Kalifornienkondor, der Ende der 1980er Jahre kurz vor dem Aussterben stand. Am trockenen Südrand liegt das Revier von Felsenzieseln, Eulen, Dickhornschafen und Pumas. Der kühlere, bewaldete Nordrand mit einem der letzten Gelb-Kiefernwälder ist Heimat für Bisonherden, Wapitis, Maultierhirsche und Waschbären, und an den Flussufern der inneren Schlucht tummeln sich Biber und zahlreiche Vogelarten. Gleichzeitig steht der Grand Canyon vor ernstzunehmenden Bedrohungen: fünf Millionen Besucherinnen und Besucher jährlich, der Bau eines Staudamms, Uranabbau und Klimawandel bedrohen sein fragiles Gleichgewicht. Der Schutz dieses geologischen Naturdenkmals mit seinen diversen Ökosystemen erfordert konkrete Aktionen, darauf drängen insbesondere die elf indigenen Stämme des Gebiets. Aber über die Artenvielfalt und das indianische Kulturerbe hinaus steht der Grand Canyon vor allem für den Artenreichtum und gleichzeitig das fragile Gleichgewicht unserer Umwelt, die für die künftigen Generationen erhalten werden muss.