18:35
"Es ist die Aufgabe der Alten, dafür zu sorgen, dass alles läuft", sagt Whang Od. Und tatsächlich: Unter ihrer Führung hat sich das Dorf verändert. Es gibt Arbeit, weil viele Gäste kommen; es gibt größere Häuser und endlich Strom für alle. Für viele Filipinos ist es zu einem Ritual geworden, sich von Whang Od tätowieren zu lassen. Mit Ruß und Wasser mischt sie die Tinte, mit dem Dorn eines Zitrusbaums klopft sie ihre Signatur - drei Punkte - in die Haut der Gäste. Batok heißt diese uralte Technik, die sie einst von ihrem Vater lernte. Damals waren die Männer ihres Stammes noch Kopfjäger, die ihre Feinde töteten. Gelang ihnen das, erhielten sie zur Bestätigung ihres Mutes ein Krieger-Tattoo. Seit einigen Jahren bereitet Whang Od ihre Nachfolge vor. Dafür hat sie ihre Großnichten Grace und Elyang ausgewählt. Sie sollen die Batok-Tradition in die Zukunft tragen: Whang Od hat sie die Technik gelehrt und ihnen die alten Motive erklärt - nun tragen die beiden jungen Frauen die Verantwortung. Doch viele Besucher kommen vor allem wegen der legendären alten Meisterin. Können Grace und Elyang aus dem Schatten der Matriarchin treten? Was passiert, wenn Whang Od irgendwann nicht mehr da sein wird? Wird das Dorf Buscalan seinen Wohlstand halten können? Und werden die Menschen weiterhin den beschwerlichen Weg in die Berge auf sich nehmen? Ein Film über Tradition und Wandel, über weibliche Autorität und kulturelles Erbe - und über ein Dorf, dessen Zukunft untrennbar mit dem Leben einer außergewöhnlichen Frau verbunden ist.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
"Wir haben ein Projekt. Ein Projekt, das einfach nur magisch und verrückt ist. Das Projekt besteht darin, alle Leuchttürme im offenen Meer zu besuchen. Denn dort gibt es diesen Geschmack der Weite, diesen Geschmack der Freiheit. Und so dachten wir uns, dass es eine tolle Idee wäre, die Iroise-See zu durchqueren, um die sportliche Herausforderung zu meistern, und die Leuchttürme, ihre Geschichte, die Leuchtturmwärter und ihre Erfahrungen ins rechte Licht zu rücken, damit diese Erinnerung weiterlebt", sagt Fabienne d'Ortoli, zweifache Weltmeisterin im Kitesurfen. Um ihr Projekt zum Erfolg zu führen, haben Fabienne und ihr Lebensgefährte Cyrille einen Verein gegründet. Mit Hilfe von Freunden und begleitet von der SNSM, der französischen Seenotrettungsorganisation, bereiten sie sich akribisch auf das waghalsige Vorhaben vor. Die Iroise liegt vor der Westküste des Finistère und erstreckt sich von der Insel Ouessant bis zur Insel Sein. Fabienne und Cyrille wollen das Meer von Norden nach Süden durchqueren, wobei ihr Startpunkt am Fluss Aber Wrac'h liegt. Auf ihrem Weg kommen sie an den legendären Leuchttürmen auf dem offenen Meer vorbei: Île Vierge, La Jument, Kéréon, der Phare des Pierres Noires, Tevennec und Sein. Eine enorme sportliche Herausforderung, denn die offene See ist hier besonders gefährlich.
20:15
Nördlich von Barcelonas Altstadt, im Stadtteil Eixample, ragen die organisch geformten Türme der Sagrada Família in den Himmel. Im Inneren taucht man in eine floral-botanische, wie in Stein gemeißelte Pflanzenwelt ein. Im Februar 2026 wurde das Kreuz auf den zuletzt fertiggestellten Hauptturm gesetzt - seitdem ist die Sagrada Família die höchste Kirche der Welt. Warum braucht es über ein Jahrhundert, um Gaudís Lebenswerk zu vollenden? Was inspirierte ihn bei der Entwurfsanfertigung und vor allem: Wie beendet man ein Werk ohne seinen Schöpfer? Um diesen Fragen nachzugehen, taucht der Film in die älteste aktive Baustelle der Welt ein und zeichnet ihre Entstehungsgeschichte sowie die jüngsten architektonischen Entscheidungen nach. Fachleute aus Geschichtswissenschaft und Architektur gehen auf Gaudí und sein Schaffen ein. Beleuchtet werden zudem die Herausforderungen, die mit dem Weiterbau einhergingen, und wie die die Nachfolger des katalanischen Meisters das visionäre Projekt auslegten und umsetzten. Als Gaudí 1926 verstarb, war lediglich die Geburtsfassade fertiggestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Gaudís Atelier 1936 niederbrannte und zahlreiche Entwürfe zerstört wurden. Der Weiterbau forderte daher aufwändige Deutungsarbeit, die auf den wenigen Überresten der Bauhütte beruhte, sowie auf privaten Schriften Gaudís, in denen er seine Ideen, Obsessionen und Leiden festhielt.
21:45
Barcelona - wenn zwei unvollendete Meisterwerke miteinander in Austausch treten, bekommt man das Gefühl, sie bildeten ein untrennbares Ganzes: Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem d-Moll KV 626 und Antoni Gaudís Sagrada Família. Das Symphonieorchester, dirigiert von Giovanni Antonini, und der Chor des Gran Teatre del Liceu unter der Leitung von Pablo Assante präsentieren eine Aufführung des Meisterwerks in der ikonischen Basilika. Die Wahl des Ortes ist Programm: Gaudís modernistisches Bauwerk, dessen Fertigstellung für 2026 geplant ist, korrespondiert mit Mozarts Fragment gebliebenem Requiem - beide Werke verbinden geniale Schöpfungskraft mit einer Aura des Unabgeschlossenen. Die dramatische Spannweite des Requiems - vom düsteren Dies irae bis zum hellen Sanctus - findet in der lichtdurchfluteten, organisch geformten Architektur der Sagrada Família eine ideale Klangkulisse. Mit hochkarätigen Solisten und dem renommierten Liceu-Ensemble verspricht die Interpretation unter Antoninis Leitung eine musikalisch wie visuell beeindruckende Inszenierung. Eine aufwendige immersive Kameraführung verbindet Weitwinkelansichten der Basilika mit Nahperspektiven der Musikerinnen und Musiker, während dynamische Lichteffekte die Wechsel zwischen Pathos und Zartheit des Werks unterstreichen. Ein universeller Moment der Spiritualität, der lange nachklingt, und nicht nur Mozart- und Gaudí-Enthusiasten faszinieren dürfte.
22:35
Der charismatische samoanische Tenor Pene Pati gilt als die Opernentdeckung des Jahrzehnts. In nur wenigen Jahren hat er das Publikum auf der ganzen Welt in seinen Bann gezogen, manche haben ihn schon als den nächsten Pavarotti gefeiert. Auch sein Bruder Amitai hat sich als Tenor einen Namen gemacht. Der Film zeigt den bemerkenswerten Aufstieg des Pene Pati von den Inseln Samoas im Südpazifik über South Auckland in Neuseeland bis auf die größten Opernbühnen der Welt. Ein Aufstieg, der für einen Jungen aus Samoa kaum möglich schien. In seiner Kindheit und Jugend von Gesang umgeben, kommt Pati erst im Studium mit der Oper in Berührung. Überwältigt von einem Besuch von "La Bohème" beschließt er, Opernsänger zu werden. Mit Humor, Herz und mitreißendem Gesang zeigt der Film den Erfolg, der sich gegen alle Widrigkeiten aus dem Verfolgen eines ganz unwahrscheinlichen Traums ergeben hat. Dabei ist Pati immer eng mit der samoanischen Kultur verbunden geblieben, in der die Wertschätzung der eigenen Familie ein wichtiges Thema ist. So ist für Pati sein eigener Erfolg auch ein Erfolg der Familie. Mit besonderem Zugang verwebt der Film Archivmaterial der Familie, Einblicke hinter die Kulissen, emotionale Szenen und viel Musik. Eine Geschichte von Talent und Entschlossenheit, von der Kraft der Familie und von kulturellem Stolz.