04:48
Die dritte Staffel des Kurzprogramms wirft in 30 Folgen einen humorvollen Blick auf unsere Gesellschaft und die Rolle des Sports. In dieser Folge: Eine Elefantenfamilie macht ein Picknick im Park. Das Elefantenbaby ist vor Freude ganz aufgeregt. Die Elefanteneltern wollen es sich bei einem Gläschen gemütlich machen, aber das Elefantenbaby will lieber spielen ...
05:00
Beton, Stahl, Holz, Glas und Lehm - ohne sie ist unsere Architektur nicht denkbar. Aus diesen Materialien entstanden Häuser, Städte, ja ganze Kulturen! Sie prägen Regionen und kommen seit Jahrtausenden zum Einsatz. Diesen "Wunderstoffen" haben wir großartige und bis heute emblematische Bauwerke zu verdanken, aber sie gelten - wie Beton und Stahl - inzwischen als Klimakiller oder sind nicht nachhaltig genug. Welche Alternativen gibt es? Im Zentrum der zweiten Folge stehen Materialien, die für das Bauen der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen werden: nachwachsende Baustoffe. In Holz sehen viele bereits den Baustoff des 21. Jahrhunderts. Bambus wächst sogar noch um ein Vielfaches schneller. Schon heute zeigen Architektinnen und Architekten, was mit dem Riesengras möglich ist.
05:50
Man kann Pelota mit der Hand spielen oder mit einem Schläger, auch mit einem eigens angefertigten Handschuh. Insgesamt gibt es etwa 20 Varianten. Wichtig dabei ist, dass es eine gegenüberliegende Wand gibt, die den geworfenen Ball zurückprallen lässt. Was sich einfach anhört, erfordert Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Im Baskenland wird dieser Sport seit Jahrhunderten betrieben. Hier wurde er erfunden und noch heute spielen ihn bereits die Kinder nach der Schule auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Pelota gilt als das Spiel der Basken. Und als eines der wichtigsten identitätsstiftenden Merkmale einer Region, die eine bewegte Geschichte hinter sich hat, aus sieben Provinzen besteht und auf der Grenze zweier Länder liegt. Ellande Alfaro spielte lange Zeit als Profi Pelota, heute produziert er die Bälle für das Spiel. Sie sind aus Gummi, Schafwolle und anderen einheimischen Materialien. In seiner Freizeit ist er als Schiedsrichter unterwegs, bewertet Spiele und unterrichtet junge Spieler. Die Brüder Jon und Patxi Tambourindeguy sind bis heute aktiv, spielen in der baskischen Liga. Für sie alle ist wichtig, dass Pelota lebendig bleibt. Ein Symbol der Eigenständigkeit - und sportliches Mittel der Politik.
06:45
Sizilianische Reisbällchen: Arancini / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Kambodscha: Ein Künstler verschmilzt mit der Natur / Burle Marx entwirft die Gärten von Rio de Janeiro / Norwegen: Björns Algenbrot / Paris: Die Königin der Betrügereien
08:05
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Japan: Jiro Taniguchi und die Kunst der Nostalgie / Bayern: Ein Hoch auf den Hopfensaft / Estland: Martens feine Fischsuppe / Ägypten: Ideenwerkstatt Alexandria
08:55
Es ist eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Expeditionen des 21. Jahrhunderts: Nach sechs Jahren Vorbereitung geht ein internationales Team aus acht Nationen an Bord des Forschungsschiffes "JOIDES Resolution". Ihr Ziel ist einer der explosivsten Vulkane der Welt - die griechische Insel Santorini. Die Expedition IODP 398 soll die Eruptionsgeschichte des Vulkans erstmals unter Wasser untersuchen. Kilometerlange Bohrkerne aus dem Herzen der Caldera sollen Aufschluss über das Alter des Vulkans und sein Verhalten geben. Vor rund 3.600 Jahren zerriss eine Eruption, größer als die von Pompeji, die Insel und überzog das östliche Mittelmeer mit einer dicken Ascheschicht. Ist es möglich, dass dieser Ausbruch das Ende der Minoer einläutete, der ersten Hochkultur Europas? Archäologen erkunden antike Stätten in der Ägäis und finden neue Hinweise auf das Ausmaß der Zerstörung. Ein spektakulärer Fund an der türkischen Küste zeigt, wie weitreichend die Folgen des Vulkanausbruchs waren - selbst weit entfernte Regionen blieben nicht verschont. An Land haben Wind und Wetter im Laufe der Jahrtausende viele Spuren verwischt. Deshalb hoffen die Wissenschaftler, durch Bohrungen im Meeresboden neue Erkenntnisse über das komplexe Verhalten des Vulkans zu gewinnen. Ziel der Expedition ist es, die vulkanische Geschichte Santorinis zu entschlüsseln und fundierte Prognosen für die Zukunft dieses beliebten Reiseziels im Mittelmeer zu erstellen. Es ist das erste Mal, dass die Geschichte eines Vulkans in solcher Detailfülle untersucht wird. Die Ergebnisse geben neue Einblicke in das Verhalten von Vulkanen - weltweit.
10:25
Mit dem Namen Côte d'Azur, einem schmalen Küstenstreifen an der französischen Mittelmeerküste, verbindet die ganze Welt Sonne, Stars und Skandale. In Saint-Tropez, einem ehemaligen Fischerstädtchen, entwickelte sich dank der jungen Brigitte Bardot eine neue und sinnliche Lebenskunst, während ganz im Osten der Küste die frischgebackene Oscarpreisträgerin Grace Kelly das Fürstentum Monaco eroberte. Ihre Hochzeit mit Fürst Rainier wurde zum Jahrhundertereignis. Kuppler war der griechische Reeder Aristoteles Onassis. Er wollte das Image des Zwergstaates aufpolieren. In Cannes etablierte sich eines der glamourösesten Filmfestivals der Welt, und alle kamen an die Küste. An einem Ort kreuzten sich die Wege fast aller berühmten Besucherinnen und Besucher im vergangenen Jahrhundert: im Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes. Seit rund 150 Jahren beherbergt es Künstlerinnen und Künstler, Königinnen und Könige, Diven und Stars. König Edward VIII. fand hier diskreten Unterschlupf mit seiner Geliebten Wallis Simpson. Marlene Dietrich dagegen scherte sich wenig um Diskretion bei ihren Affären. Seit 1969 ist das Hotel im Besitz der deutschen Industriellenfamilie Oetker. Maja Oetker schildert ihre persönlichen Erinnerungen der vergangenen 50 Jahre. Bis heute hat die Côte d'Azur nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Sie ist nicht nur ein Sehnsuchtsort, sie ist ein Mythos.
11:25
Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl: Der 17-jährige Max kämpft für eine offene Gesellschaft, Jura-Student Hannes dokumentiert den politischen Rechtsruck in seiner Heimat, und Kosmetikerin Alexandra erlebt täglich, wie tief ihre Kundschaft auch politisch gespalten ist.
11:55
Jakobsmuscheln aus der Normandie mit Livarot-Käse / Ein Biss'chen Heimat: Valérie, eine Normannin in New York / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Gary Shteyngart, ein Außenseiter in New York / Kenia: Die Legende von der chinesischen Vergangenheit der Insel Pate / China: Karamellisierte Schweinerippchen von Liu / Wales: Fastende Mädchen
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Nîmes: Die bunte Farbpalette von Claude Viallat / Kalifornien: Im Land der Baumriesen / #Berlin: Eine Visionärin der Physik
14:00
Nach dem Reha-Aufenthalt kehrt Kommissar Alexander Forsman in den Dienst zurück. Doch das Trauma des Erlebten sitzt tief: Er kämpft mit einer Schmerzmittelsucht, was seine Rückkehr erschwert. Von seinem Chef Stenmark wird ihm eine Therapie bei einer Psychologin verordnet, doch Alexander öffnet sich weder ihr noch seiner Freundin, Staatsanwältin Nora Linde, die ihm anbietet, bei ihr einzuziehen. Stattdessen stürzt er sich in einen neuen Fall, der ihn und sein Team auf eine gefährliche Spur führt: Ein Händler von Luxus-Booten, Bruno, liegt nach einem brutalen Überfall mit schweren Verletzungen im Koma. Seine Frau Evelina berichtet, dass ihr Mann von seinem ehemaligen Geschäftspartner Ronny bedroht wurde, da er ihm Geld schuldet. Doch auch Nikki, eine Jugendfreundin von Evelina, die sie zufällig wiedergesehen hat, gerät unter Verdacht. Nikki hatte scherzhaft angeboten, sie könne Bruno für Evelina umbringen. War es wirklich nur ein Scherz, oder steckt mehr dahinter? Auch Noras Tochter Anna, die mit Nikki im gleichen Restaurant kellnert, bemerkt, dass mit ihrer Arbeitskollegin etwas nicht stimmt. Die Situation eskaliert, als Bruno im Krankenhaus unter mysteriösen Umständen stirbt - alles deutet auf Fremdeinwirkung hin. Während sich der Fall immer weiter zuspitzt, wird auch Alexander von seinen Dämonen verfolgt. Er benimmt sich zunehmend auffällig, was Nora und auch seinem Team nicht entgeht. Wird Alexander den Fall lösen können, bevor er selbst an seinen inneren Konflikten zerbricht?
15:50
Mit dem Katamaran von Kap Verde nach Brasilien überzusetzen war letztlich nur ein kleines Abenteuer im Vergleich zur Weiterfahrt nach Madagaskar. Sechs Meter hohe Wellen und eine Windstärke von 50 Knoten haben das fragile Gleichgewicht an Bord völlig durcheinandergebracht. So ist die Besatzung der "Nomade des Mers" noch etwas aufgewühlt, als sie im Hafen von Toliara im Südwesten Madagaskars anlegt. Doch der Lowtech-Katamaran dürfte schnell wieder meerestüchtig sein: Lowtech bedeutet nämlich auch einfache Reparatur. In der Zwischenzeit entdecken die jungen Meeresnomaden eine wichtige Ressource Madagaskars: die erstaunlich nährstoffreiche Spirulina-Alge. Täglich dient sie Zehntausenden von Menschen als wichtiges Nahrungsergänzungsmittel - eine Wunderwaffe gegen Mangelernährung im Kindesalter. Dr. Haza, Spezialist für Spirulina-Kulturen, schaut sich die Kultur an Bord an und will ein neues System entwickeln, wie sich der Ertrag am besten steigern lässt. In einer von Nonnen geführten Krankenstation nehmen unterernährte Kinder an einem Aufbauprogramm teil, das auch die Eigenschaften der Spirulina-Alge nutzt.
16:20
Im Süden Kanadas ist das Karibu vom Aussterben bedroht. In den Ebenen im hohen Nordens Kanadas durchqueren die Rentiere ungehindert Tausende Kilometer. Doch etwas weiter südlich, dort, wo die Landschaft bergiger wird, müssen die Herden der Rocky Mountains mit weit weniger Platz zurechtkommen. Ein Grund hierfür ist die intensive Forstwirtschaft des Menschen. Auf den Straßen, die die einst undurchdringlichen Wälder durchziehen, kommt der Wolf schneller voran und zieht immer häufiger die leichter zu jagenden Karibus seiner einstmals bevorzugten Beute, den Elchen vor. Daher sind hier einige Karibu-Herden bereits ausgestorben. In British Columbia haben sich die First Nations der West Moberly und der Saulteau zusammengeschlossen, um die Lage einer Karibu-Herde mit einem beispielhaften Rettungsplan zu verbessern. Das Karibu ist für die Kultur der beiden Völker von zentraler Bedeutung. Gemeinsam mit Forschenden fingen sie zunächst trächtige Weibchen aus der gefährdeten Herde ein. Um einen möglichst zügigen Transfer zu gewährleisten, organisierten sie einen Sondereinsatz mit Helikopter und Motorschlitten. Die Tiere wurden auf eine große, gesicherte Lichtung gebracht. Auf dieser "Karibu-Geburtsstation" konnten die Weibchen in aller Ruhe ihre Kälber zur Welt bringen. Als die Jungen nach einigen Wochen eigenständig waren, wurden sie gemeinsam mit ihren Müttern wieder in die Freiheit entlassen. Parallel zu diesem Programm haben beide First Nations lange mit den Regierungen ihrer Provinz und des kanadischen Staates verhandelt, um die von der Herde bevorzugten Wälder zu schützen. Neun Jahre nach dem Beginn dieses Programms hat sich die Anzahl der Karibus aus der gefährdeten Herde verdreifacht. Dieser Ansatz ist auch deshalb beispielhaft, weil die indigenen Gemeinschaften maßgeblich zu seinem Erfolg beitrugen.
17:05
Im Yukon und den daran angrenzenden Territorien leben an die 15.000 Wölfe - etwa ein Drittel aller Wölfe Kanadas. Allerdings sind die Tiere nicht nur zahlreich, sondern auch so gut wie unsichtbar. Und doch sind sie bedeutende Akteure einer lebendigen Biodiversität: Ein funktionierendes Ökosystem benötigt Beutegreifer am oberen Ende der Nahrungskette. Am Anfang der Initiative "Yellowstone to Yukon" stand ein Wolf. GPS-Daten belegen, dass Wölfe mehrere tausend Kilometer zurücklegen können. Damit verschieben die Tiere die Grenzen einer Naturschutzpolitik, die sich auf Nationalparks beschränkt. Außerhalb der Nationalparkgrenzen erlernen Mensch und Wolf in den Weiten des Yukon eine friedliche Koexistenz. Im Yukon-Territorium werden Wölfe mit GPS-Sendern ausgestattet. Trapper, die früher Handel mit Pelzen trieben, erweisen sich heute als ortskundige Helfer für die Forschenden. Nördlich des Polarkreises leben im Dorf Old Crow die Vuntut Gwitchin. Sie gehören zu den 13 First Nations des Yukon und bewohnen die äußerste Grenze der Region. Bis vor kurzem zog an Old Crow eine große Herde Karibus vorbei. Die Rentiere waren einst der wichtigste Nahrungslieferant für die Vuntut Gwitchin. Seit einigen Jahren gibt es in der Gegend allerdings immer weniger Karibus, dafür aber immer mehr Wölfe. Die Vuntut Gwitchin gaben den Wölfen die Schuld am Verschwinden der Karibus. Wissenschaftliche Untersuchungen vor Ort haben jedoch gezeigt, dass der Klimawandel für diese Veränderung verantwortlich ist. Um ihre vom Klimawandel betroffenen Jagdgebiete zu erhalten, haben sie mit drei weiteren First Nations einen Schutzstatus für das benachbarte Einzugsgebiet des Peel River erwirkt. Mit ihren diversen Höhenlagen bietet diese Gegend auch in Zeiten des Klimawandels einen Schutz für Rentiere und Wölfe.
17:50
In dieser Folge führt die Reise auf dem Great Loop von Chicago entlang des Mississippi bis zum Golf von Mexiko. Die Etappe beginnt in Chicago, wo Reisende seit jeher die Großen Seen verlassen und in das Flusssystem des Mississippi fahren. Am Missouri River sorgt eine kleine Autofähre für die sichere Überquerung, während Biologen am nahen Mississippi invasive asiatische Flusskarpfen bekämpfen. In St. Louis pflegt ein Chor die Geschichte der afroamerikanischen Kultur und singt traditionelle Spirituals. Flussabwärts geht es weiter nach Cairo an der Mündung des Ohio. Der Ort steht beispielhaft für den wirtschaftlichen Niedergang einer Stadt, wenn sich Verkehrsströme verändern. In Memphis trafen viele musikalische Einflüsse aufeinander und brachten weltberühmte Stile wie Blues und Rock 'n' Roll hervor. Weiter südlich befährt John Ruskey den Mississippi seit Jahrzehnten in historischen Holzbooten. Das Hochwasser des Frühjahrs versetzt die Ingenieure der Old River Control Structure in Alarmbereitschaft. Bei New Orleans erreicht die Reise eine besondere Wegmarke: Die Stadt ist für ihre kulturelle Vielfalt und entspannte Lebensart bekannt. Schließlich folgt die Etappe dem Fluss bis zum Mündungsdelta im Golf von Mexiko, wo die letzten Krabbenfischer von Louisiana ihre Netze füllen.
18:35
In dieser Episode folgt die Reise dem Great Loop entlang Floridas Küsten und weiter nordwärts bis nach South Carolina. Die Etappe beginnt an der "Forgotten Coast", einem entlegenen und naturnahen Abschnitt der Golfküste Floridas. Die Route folgt der Küste weiter zur sonnigen Insel Sanibel, auf der engagierte Anwohner neue Mangroven anpflanzen, um die Strände vor Hurrikans zu schützen. Nach den Ten Thousand Islands, einem verwunschenen Labyrinth aus Mangroveninseln, erreicht der Loop die Südspitze der kontinentalen USA bei Key West, wo man in salzwassergetränkten Fässern den südlichsten Rum der USA destilliert. Hier wird auch jedes Jahr der beste Ernest-Hemingway-Doppelgänger gekürt. Der Loop wendet sich dann nach Norden zur bunten Metropole Miami und erkundet dort die Street-Art-Szene. Danach geht es auf den geschützten Gewässern des Intracoastal Waterways nach Cape Canaveral, dem weltberühmten Raketenstartgelände. Vorbei an der großen Hafenstadt Savannah in Georgia erreicht der Great Loop schließlich South Carolina, wo auf ehemaligen Reisplantagen wilde Alligatoren leben.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Jedes fünfte Huhn, das in der EU gegessen wird, stammt aus Polen. Das Land ist Europas größter Geflügelproduzent. Konzerne bauen immer mehr Mastanlagen - und stoßen zunehmend auf Widerstand. In Kode? in Ostpolen steht neben dem Grundstück von Barbara Bil eine Mastanlage für rund eine Million Hühner. Die 19-fache Großmutter wollte den Hof für ihre Großfamilie ausbauen, doch die Pläne wurden durch den Bau der Ställe durchkreuzt. Während einige Dorfbewohner die Investition als Chance für Arbeitsplätze und Entwicklung sieht, sorgen sich Barbara Bil und andere Anwohner. Katarzyna Wujek ist nach vielen Jahren in London in ihre Heimat in der Nähe von Lodz zurückgekehrt, um sich auf dem Land um ihre kranken Eltern zu kümmern. Nun soll auch hier ein großer Stall entstehen. Zusammen mit anderen Anwohnern will sie den Bau des Betriebs in ihrer Nachbarschaft verhindern. Mitstreiter Tomasz Tarnacki befürchtet, Schadstoffe könnten die Asthmaerkrankung seines Sohnes verschlimmern. Strengere Regeln könnten die heimische Produktion gefährden, heißt es aus der Branche. Die Industrie verweist auf Wettbewerbsdruck und internationale Märkte. Nur wer effizient produziere, könne bestehen. Dass es auch andere Wege gibt, zeigt der Kleinbauer Tomasz Jakiel. Seine Hühner wachsen langsamer, mit mehr Platz, frischer Luft und Sonnenlicht. Das Fleisch ist deutlich teurer als im Supermarkt. "Die Konsumenten müssen mit ihrem Portemonnaie über die Produktionsmethoden abstimmen", sagt er.
20:15
Die Volksrepublik China ist heute ein Global Player der Weltpolitik. Das moderne China ist ohne seinen Architekten Mao Zedong undenkbar. Er entwickelte sich vom Bauernsohn zum Revolutionär, wurde Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei und kämpfte in einem Bürgerkrieg um die kommunistische Vorherrschaft in China. 1949 hatte er es geschafft: Mao stand vor den Toren Pekings, bereit die Volksrepublik auszurufen. Als Mao Zedong 1893 geboren wird, deutet nichts auf seinen späteren Aufstieg hin. In seiner Jugend erlebt der Bauernsohn die politische Instabilität und die sozialen Umwälzungen im China des frühen 20. Jahrhunderts. Die Revolution von 1911, die das Ende des Kaiserreichs einläutet, weckt sein politisches Bewusstsein. Sein Streben nach einer besseren Zukunft hat noch kein politisches Programm. Doch durch die russische Oktoberrevolution im Jahr 1917 kommt Mao mit marxistischen Ideen in Berührung und wird wenig später Mitbegründer der Kommunistischen Partei. Langsam beginnt sein Aufstieg in der Bewegung, die sich zunehmend in einen blutigen Bürgerkrieg mit der Kuomintang verstrickt, der nationalistischen Partei Chinas. Eine verlustreiche Flucht, die als "Der lange Marsch" in die Geschichte eingeht, wird zu einem Erfolg Maos umgedeutet und markiert die Geburtsstunde des Mao-Kults. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geht der Kampf um die Macht in China ohne Rücksicht auf Verluste weiter, bis Mao und seine Truppen nach langen Kämpfen die Tore Pekings erreichen.
21:05
Am 1. Oktober 1949 ruft Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China aus. Dieses Ereignis markiert den Beginn einer neuen Ära. Die nationalistischen Kuomintang und ihre Anhänger fliehen auf die Insel Taiwan, die sich daraufhin für unabhängig erklärt. Ein immer noch ungelöster Konflikt, den der heutige starke Mann Chinas, Xi Jinping, militärisch beenden und damit Maos Traum von der nationalen Einheit Chinas verwirklichen will, wie er bei seinem Amtsantritt angekündigt hat. Kaum ist die Volksrepublik China ausgerufen, bricht 1950 der Koreakrieg aus. Mao gerät in einen außenpolitischen Konflikt. Dennoch leitet er in aller Eile eine Reihe von Reformen ein, die dem Land schneller als erwartet zu einem enormen Aufschwung verhelfen - auf Kosten vieler Menschenleben. Nicht nur Großgrundbesitzer werden brutal enteignet und oft hingerichtet, auch sogenannte Konterrevolutionäre werden getötet, um die eigene Macht zu festigen. Mao initiiert die Hundert-Blumen-Bewegung, die Intellektuelle ermutigt, Kritik an der Regierung und den bestehenden politischen Verhältnissen zu äußern. Doch als die Kritik zu laut wird, reagiert er mit der Verfolgung eben jener Kritiker und schafft so ein noch bedrückenderes Klima der Angst. Innenpolitisch unter Erfolgszwang, wird Mao ungeduldig: China soll sich schneller industriell entwickeln. Dafür wagt er den "Großen Sprung nach vorn", der dazu führt, dass sich zu viele Chinesen um die Stahlproduktion und zu wenige um die Ernte kümmern. Eine der größten Hungersnöte der Geschichte ist die Folge.
22:00
Nach den katastrophalen Folgen des "Großen Sprungs nach vorn" steht Mao Zedong in der Kritik. Er sorgt sich um sein Erbe und holt zum Gegenschlag aus, um seine Rivalen auszuschalten. Mao ruft die "Große proletarische Kulturrevolution" aus. Als Motor seiner Kampagne hat er die Jugend auserkoren, die sich als Rote Garden formieren und die "konterrevolutionären Elemente" in der Gesellschaft beseitigen soll. Bewaffnet mit einer Sammlung von Mao-Zitaten ziehen die Roten Garden durch Städte und Dörfer, zerstören kulturelle Artefakte und setzen Lehrer, Intellektuelle und auch Parteifunktionäre Gewalt und Demütigungen aus. Das Land versinkt in ein Klima der Angst, des Misstrauens und der Gewalt. Mao kann das anarchische Chaos nur durch militärisches Eingreifen beenden. Trotzdem wird der Revolutionär im Westen zur Ikone der beginnenden Studentenrevolten. Am Ende der Kulturrevolution gelingt es dem alternden Mao nicht, einen Nachfolger zu bestimmen. Von Parkinson und Schlaganfällen gezeichnet stirbt er 1976. Mit der Parole "70 Prozent gut, 30 Prozent schlecht" beendet die Partei die Aufarbeitung des Mao-Regimes. Bis heute dient Mao in der mythisch aufgeladenen Figur des Großen Vorsitzenden dem Regime zum Machterhalt - insbesondere unter Xi Jinping, der in mancher Hinsicht bewusst an Mao anknüpft.
22:50
Die Dokumentation erzählt vom Boxerkrieg und beleuchtet dabei auch die Rolle des Deutschen Reiches, das den Konflikt zur Bühne imperialer Ambitionen machte. Befeuert unter anderem durch die berüchtigte "Hunnenrede" Kaiser Wilhelms II. kamen am Ende über 100.000 Menschen ums Leben, vor allem chinesische Zivilisten. Am Ende der Eskalation steht das Boxerprotokoll von 1901 (Xinchou-Vertrag), das China zu Reparationszahlungen, politischen Zugeständnissen und symbolischer Demütigung verpflichtete. Eine zentrale Forderung war die sogenannte "Sühnemission" des 18-jährigen Prinzen Chun nach Deutschland - geprägt von Machtungleichgewicht, rassistischen Vorstellungen der "Gelben Gefahr" und tiefen kulturellen Missverständnissen. Die ARTE-Geschichtsdokumentation von Minh An Szabó de Bucs und Grit Lederer zeigt mit Unterstützung namhafter Historiker und Expertinnen, wie leicht Konflikte eskalieren, wenn zivilisatorische Normen missachtet werden - und wie stark der Boxerkrieg das Verhältnis zwischen China und der westlichen Welt bis heute prägt.
23:45
In Europa bildete sich im 6. Jahrhundert nach Christus ein eigener Bauernstand heraus. Der Untergang des Römischen Reiches hatte den Zerfall großer Städte nach sich gezogen, und die Menschen waren fortan gezwungen, ihren Lebensunterhalt auf dem Lande zu erwirtschaften. Die Zeit der ganz auf den Handel ausgerichteten römischen Landwirtschaft war vorbei. Entbunden von den Steuerlasten und der Pflicht, die großen Städte des Reiches mitzuversorgen, produzierten die Bauern nicht mehr als sie selbst benötigten. Ab dem 8. Jahrhundert erhoben immer mehr regionale Herrscher Steuern, außerdem führten sie Fronarbeit und Leibeigenschaft ein. Auch die Kirche hatte Anteil an der Unterdrückung, indem sie die bäuerlichen Kulte an den Pranger stellte.