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TV Programm für ARTE am 24.10.2026

Jetzt

Tracks East 19:40

Tracks East: Nordkorea - Kims Comeback?

Reportagereihe

Nordkorea ist längst nicht mehr so isoliert, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Gegenteil: Kim Jong Un hat in den vergangenen Jahren neue Partner gefunden - und damit mehr Spielraum gewonnen. Vor allem die Beziehungen zu Russland sind deutlich enger geworden. Auch mit China sucht Pjöngjang wieder stärker die Nähe. Gleichzeitig treibt Kim sein Atom- und Raketenprogramm weiter voran. Das ist für ihn ein wichtiges Machtinstrument: Je stärker Nordkorea militärisch aufgestellt ist, desto schwieriger wird es für andere Staaten, Pjöngjang unter Druck zu setzen. "Tracks East" fragt: Welche Bedeutung haben die neuen Bündnisse und wie groß ist die Gefahr einer Eskalation auf der koreanischen Halbinsel? Für Moskau ist Nordkorea vor allem wegen des Krieges gegen die Ukraine ein wichtiger Partner geworden. Die neue Nähe zwischen Russland und Nordkorea wird auch in Moskau sichtbar. Mehrere nordkoreanische Restaurants wurden eröffnet, immer wieder wird in Ausstellungen die enge Bindung glorifiziert. Ein anonymer Reporter folgt den Spuren der Annäherung durch die russische Hauptstadt. Eine Flucht aus Nordkorea ist extrem gefährlich. Der Künstlerin Jeon Ju-ok gelang sie mit 17 Jahren. Ihre Erfahrungen hielt sie in einem Tagebuch fest, dessen Aufzeichnungen sie nun in einem Online-Comic verarbeitet. Für Menschen in Südkorea ist die wachsende Rolle des Nordens beunruhigend. Sogenannte Prepper bereiten sich aus Angst vor einem nuklearen Angriff auf den möglichen Ernstfall vor.

Danach

Auf den Spuren der ersten Amerikaner 20:15

Auf den Spuren der ersten Amerikaner

Dokumentation

Im kanadischen Norden und im Süden der Vereinigten Staaten, in Zentralmexiko, im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso und an der Südspitze von Chile - an verschiedenen Orten wurden archäologische Funde gemacht, die ein neues Licht auf die Urgeschichte des amerikanischen Kontinents werfen: Menschen könnten Amerika bereits vor 30.000 Jahren besiedelt haben, also 15.000 Jahre früher als bislang angenommen. Zwar wurde das Szenario, nach dem die ersten amerikanischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohner am Ende der letzten Eiszeit auf dem Landweg über die damalige Beringlandbrücke gekommen sein sollen, auch in der Vergangenheit schon mehrfach angezweifelt. Doch die Wissenschaftsgemeinde distanzierte sich lange von diesen alternativen Thesen. Jüngste Radiokarbondatierungen geben ihnen nun recht, denn sie zeigen nicht nur, dass die Besiedlung Amerikas bereits auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit einsetzte, sondern zeichnen auch überall auf dem Kontinent ein ganz neues Bild der Migrationsbewegungen: Die ersten Zuwanderer könnten sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg gekommen sein und sich von Süden bis Norden an mehreren Orten gleichzeitig niedergelassen haben. Bei Ausgrabungen im White-Sands-Nationalpark im US-Bundesstaat New Mexico wurden Hunderte Fußabdrücke von Kindern und Jugendlichen freigelegt und datiert. Die älteste dieser aus verschiedenen Perioden stammenden Spuren wurde vor 23.000 Jahren hinterlassen. Der Dokumentarfilm lässt die in der Nähe dieser Forschungsstätten lebenden Nachfahren dezimierter indigener Völker zu Wort kommen. Dass sich die offizielle Forschung so lange und so hartnäckig der Hypothese einer früheren Besiedlung des Kontinents verweigert hat, halten die Befragten für eine unbewusste ideologische Verzerrung, die in der kolonialistisch motivierten Annahme gründet, Amerika sei unberührtes und damit zu eroberndes Terrain gewesen.

Amerigo Vespucci - Der Mann, der Amerika seinen Namen gab 21:45

Amerigo Vespucci - Der Mann, der Amerika seinen Namen gab

Geschichte

Der Patriziersohn Amerigo Vespucci aus einer Florentiner Familie ist Mitarbeiter einer Bank in Florenz, als er im Dienst der reichen und mächtigen Medici nach Sevilla geschickt wird. Er soll dort nach dem Rechten sehen. In Spanien lernt der Vierzigjährige seinen Landsmann Kolumbus kennen. Über die Westroute will der Genuese im Auftrag der spanischen Krone 1492 zu den sagenhaft reichen Gewürzländern Asiens gelangen. Was Europa später als größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte feiern sollte, wird jedoch unternehmerisch ein Desaster. Kolumbus bringt keine Schätze mit. Stattdessen häuft er Schulden bei seinen Kapitalgebern an. Und bis zu seinem Tod wird der Seefahrer überzeugt bleiben, er habe Indien auf der Westroute gefunden. Erst nach diesen Entdeckungsreisen sollte Vespuccis Stunde schlagen: Mit mehreren Expeditionen, die endlich Reichtümer finden sollen, macht er sich auf den Weg gen Westen. Vespucci erreicht die Küstengebiete von Guayana und das riesige Delta des Amazonas. Der Florentiner erkundet auch die brasilianische Küste bis weit nach Süden. Sein Reisebericht "Mundus Novus" ("Neue Welt") wird zum immer wieder nachgedruckten Bestseller. Denn Vespucci präsentiert eine Sensation: Dort im Westen liegt nicht Indien, sondern ein riesiger, bisher unbekannter Kontinent, dicht besiedelt mit Menschen, voller exotischer Tiere und Pflanzen. Es ist dieser Reisebericht, der den deutschen Kartographen Martin Waldseemüller dazu veranlasst, auf seiner Weltkarte den bisher in Europa unbekannten Kontinent "Amerika" zu nennen.

Die Mütter von Cherson 22:35

Die Mütter von Cherson

Oper

Viele der rund 20.000 nach Russland verschleppten ukrainischen Kinder sind bis heute nicht zu ihren Familien zurückgekehrt. Der Film "Die Mütter von Cherson - Dokumentation über die Entstehung einer einzigartigen Oper" erzählt von den Schicksalen dieser Kinder und ihrer Familien. Und von einer außergewöhnlichen künstlerischen Auseinandersetzung mit ihrem Leid in Form einer Oper, die in Zusammenarbeit mit der Metropolitan Opera in New York und der Polnischen Nationaloper entstanden ist. Dabei begleitet die Dokumentation Menschen, deren Leben vom Krieg geprägt wurde und die mit der Entstehung der Oper verbunden sind: die ukrainische Dokumentaristin Sasha Andrusyk, den in Leipzig im Exil lebenden Komponisten Maxim Kolomiiets und die Sängerin Mariia Udovenko, die Teile ihrer Familie nach Polen in Sicherheit bringen musste. Und die Dokumentation zeigt die wahren Geschichten, auf denen das Libretto der Oper basiert. Zum Beispiel die von Yulia Radzevilova: Als beinahe täglich ihre Heimatstadt Cherson von russischen Angriffen getroffen wurde, wollte sie ihren Sohn Maxim schützen. Man versprach ihr, der damals Zwölfjährige könne sich in einem Feriencamp auf der nahegelegenen Krim erholen und sie stimmte zu. Doch nach wenigen Wochen wurde klar: Die Russen ließen ihn nicht zurückkehren. Nach einer abenteuerlichen Reise gelang es ihr, Maxim zurückzuholen. Bei einer Voraufführung in Kiew erleben die beiden ihre eigene Geschichte auf der großen Bühne.

Die Mütter von Cherson 23:10

Die Mütter von Cherson

Oper

Die Oper "Die Mütter von Cherson" basiert auf einer wahren Geschichte - die der Mütter und Großmütter, die sich aus dem Süden der Ukraine auf den Weg machten, um ihre verschleppten Kinder nach Hause zu holen. Fast 5.000 Kilometer legten sie zurück, um über Polen, Weißrussland und Russland das Lager auf der Krim zu erreichen, in dem ihre Kinder in so genannten "Summercamps" festgehalten wurden. Nicht für alle ging diese Reise glücklich aus. Der amerikanische Librettist George Brand hat den Operntext auf Grundlage von etlichen Interviews mit betroffenen Müttern, Großmüttern und zurückgekehrten Jugendlichen geschrieben. Die Musik zu der Oper, die von der New Yorker Metropolitan Opera und dem Teatr Wielki in Warschau in Auftrag gegeben wurde, komponierte der Ukrainer Maxim Kolomiiets, einer der erfolgreichsten jungen Komponisten des Landes. In "Die Mütter von Cherson" verzichtet er auf übermäßig komplexe Musik, um den Hauptfiguren der Geschichte, die keine mythologischen Helden, sondern gewöhnliche Frauen aus Cherson sind, gerecht zu werden. Die Musik ist zeitgemäß, aber nicht avantgardistisch und verwendet musikalische Themen aus der Ukraine. Seit Beginn der russischen Invasion wurden laut offiziellen ukrainischen Angaben und internationalen Berichten mehr als 20.000 ukrainische Kinder systematisch nach Russland sowie in russisch besetzte Gebiete verschleppt. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat wegen dieser rechtswidrigen Deportationen offizielle Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie seine Kinderrechtsbeauftragte Marija Lwowa-Belowa erlassen.