04:10
Wie leben die baltischen Staaten seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit der Bedrohung durch Moskau? Émilie Aubry ist für drei Sonderausgaben ins Baltikum gereist. In dieser Folge: Angesichts der angespannten Lage an den militärisch hochgesicherten Grenzen bereitet Litauen seine Bevölkerung auf eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung vor.
04:30
Die Zeichentrickserie transportiert die großen Mythen der Antike in die heutige Zeit. In dieser Folge: Penelope und Odysseus sind zum Essen eingeladen und wollen einen guten Tropfen mitbringen. Doch obwohl der Weinhändler Ganymed seine Karriere als Sommelier auf dem Olymp gestartet hat, fühlen sie sich von ihm nicht gut beraten ...
05:05
"28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. Montags bis donnerstags moderiert von Élisabeth Quin, freitags und samstags von Renaud Dély.
05:55
Die südostasiatische Insel Borneo ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt: Während in deutschen Wäldern rund 90 Baumarten leben, gedeihen in den Regenwäldern Borneos bis zu 1.200 Arten auf einem halben Quadratkilometer. Auch die Zahl der Tierarten ist enorm, und jedes Jahr werden neue entdeckt. Mitte des vergangenen Jahrhunderts begann allerdings eine beispiellose Vernichtung: Um Holz zu gewinnen und Ackerflächen anzulegen, entwaldete man riesige Gebiete. In manchen Jahren exportierte Borneo mehr Holz als Afrika und Südamerika zusammen. Mit dem Beginn des Palmöl-Booms nahm die Zerstörung noch zu. Mit der Vernichtung ihres Lebensraumes verschwanden viele Tiere. Das kleine Borneo-Nashorn starb in Malaysia aus, Tiere wie Nasenaffen, Zwergelefanten und Orang-Utans sind stark bedroht. Der malaysische Bundesstaat Sabah im Nordosten Borneos hat sich für ein Umdenken entschieden. Die berüchtigten Palmölplantagen, denen in den Tropen riesige Urwälder zum Opfer fallen, dürfen nur noch nachhaltig und ohne weitere Waldvernichtung betrieben werden. Ein großer Teil Sabahs steht unter Naturschutz. Die Menschen in Sabah wollen den Regenwald zurück. Regenwaldbäume werden neu angepflanzt, grüne Korridore aus Bäumen sollen ursprüngliche Waldgebiete verbinden und neue Lebensräume für seltene Tiere schaffen. Der Wald, der auf diese Weise entsteht, wird lange brauchen, bis er wieder das wird, was er einmal war: Regenwald. Aber schon jetzt zieht man neue Erkenntnisse aus der Aufforstung und der Renaturierung.
06:40
Im September 2015 erlebt die Welt der Wissenschaft eine Sensation: Forschern in den USA gelingt es erstmals in der Geschichte der Physik, die Existenz von Gravitationswellen nachzuweisen. Ein Meilenstein. Denn dieser Nachweis eröffnet einen völlig neuen Blick auf unser Universum - vielleicht sogar auf die Geburt des Kosmos selbst, nichts Geringeres also als den Urknall. Gravitationswellen entstehen, wenn im Weltall etwas Gigantisches passiert: eine Sternenexplosion, die Verschmelzung von Neutronensternen oder von Schwarzen Löchern. Die Ereignisse sind so gewaltig, dass sie Wellen von immenser Energie freisetzen. Milliarden Jahre reisen diese Wellen durchs All, krümmen Zeit und Raum und erreichen mit etwas Glück schließlich auch die Erde. 2017 bekamen die amerikanischen Forscher für die erfolgreiche Messung einer Gravitationswelle den Nobelpreis. Die Dokumentation "Wie klingt der Urknall?" erzählt die Geschichte dieses Erfolgs. Sie unternimmt eine Entdeckungsreise in die Astrophysik und in die Geschichte der Gravitationswellenforschung. Angefangen bei Albert Einstein über die Gravitationswellendetektoren in den 1960er Jahren bis hin zu jenen Messinstrumenten, die 2015 zum ersten Mal Gravitationswellen erfolgreich festhalten konnten. Die Dokumentation berichtet von der Leidenschaft und dem unermüdlichen Forschergeist der Pioniere auf dem Feld. Es geht um nichts weniger als das große Ganze und um die Chance, die Unendlichkeit, die uns so unvorstellbar erscheint, ein bisschen besser zu verstehen.
07:25
Schon immer haben Menschen sich umeinander gekümmert. Krankheiten zu heilen oder Schmerzen zu lindern sind Menschheitspraktiken, die in früheste Zeit zurückreichen - auch wenn wir lange Zeit vielen Erkrankungen gegenüber völlig hilflos waren. Heutzutage weiß man über die Ursachen vieler Krankheiten besser Bescheid. Ärztinnen und Ärzte verfügen über umfangreiche Kenntnisse und wirksame Medikamente. Doch sind wir dadurch jetzt unangreifbar? Diese Folge unternimmt eine Reise zu den großen Errungenschaften, die der Menschheit die Möglichkeit geschenkt haben, die Welt der Viren und Bakterien zu erforschen. Im Fokus stehen Wissenschaftler wie Semmelweis, Leeuwenhoek, Spallanzani, Pasteur und Fleming. "Impulse" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wissenschaftsbegeisterung jener zu wecken, die sich stets für naturwissenschaftlich unbegabt gehalten haben. Die Serie will an komplexe Themenbereiche wie Genetik, Strömungsmechanik, elektromagnetische Wellen, Mikrobiologie oder Quantenphysik heranführen und für sie begeistern. Und dann sage noch mal einer, Wissenschaft mache keinen Spaß!
07:50
Der Mensch hat immer wieder versucht, sich über die Naturgesetze hinwegzusetzen. Schon die rätselhaften Megalithen aus prähistorischer Zeit bezeugen, was sich später, ob beim Pyramidenbau oder beim Aufstieg der ersten Heißluftballons, immer wieder bestätigte: Bereits unsere Vorfahren wussten, dass man beobachten und experimentieren muss, um die Welt zu verstehen. Heute sind die komplexen Mechanismen der Physik immer besser bekannt, und wir sind sogar in der Lage, die Anziehungskraft der Erde zu überwinden und den Weltraum zu erschließen. Diese Folge der Dokumentationsreihe "Impulse" blickt auf die großen Etappen der Erforschung der Schwerkraft und auf die Wissenschaftler, die daran beteiligt waren: Aristoteles, Ptolemäus, Kopernikus, Galilei, Newton und Einstein. Eine populärwissenschaftliche Reise ins Reich der Schwerkraft, der Geschwindigkeit und der Trägheit. "Impulse" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wissenschaftsbegeisterung jener zu wecken, die sich stets für naturwissenschaftlich unbegabt gehalten haben. Die Dokumentationsreihe will an komplexe Themenbereiche wie Genetik, Strömungsmechanik, elektromagnetische Wellen, Mikrobiologie oder Quantenphysik heranführen und für sie begeistern. Und dann sage noch mal einer, Wissenschaft mache keinen Spaß!
08:20
Eigentlich ist Planwirtschaft eine genial einfache Idee. Nur haben wir aus der Sowjetunion gelernt, dass kommunistische Planwirtschaft immer ineffizient ist, Innovation hemmt und zu Machtmissbrauch führt. Oder stimmt diese Regel gar nicht mehr? Auch kapitalistische Volkswirtschaften haben immer geplant und tun es heute mehr denn je. Der globale Wirtschaftsboom nach dem Zweiten Weltkrieg, Chinas Marktsozialismus, Europas Energiewende - alles Beispiele für ziemlich gut funktionierende Wirtschaftsplanung. Selbst Amazon nutzt Planungsalgorithmen eines sowjetischen Mathematikers. Offenbar sind Markt- und Planwirtschaft nicht unvereinbar - sie lernen voneinander. Durch Informationstechnik und Künstliche Intelligenz wird Planung auf einem ganz neuen Level möglich. Ist eine neue, demokratische Planwirtschaft also machbar? Vielleicht hatte der Sozialist Salvador Allende ja die richtige Vision mit Cybersyn, einem in den 1970er Jahren revolutionären Computersystem. Das sollte die komplette chilenische Wirtschaft vernetzen, den Betrieben mehr Autonomie und den Mitarbeitern Mitsprache ermöglichen. Aber dann putschte das chilenische Militär, Allende erschoss sich und der Cybersyn-Traum einer demokratisch-kooperativen Wirtschaft war zu Ende. Doch jetzt ist die Idee zurück: mit digitalen Zwillingen für ganze Wirtschaftsblöcke, mit lokal planenden Bürgerräten, Green Deals und der Vision von planetaren CO2-Budgets. Nicht als Reinform zentraler Planung, sondern als Mischung aus strategischer Planung, demokratischen Elementen und einem gut geregelten Markt.
08:50
Das Vogelparadies Acadiana, auch "Cajun Country" genannt, erstreckt sich von New Orleans bis zur Grenze nach Texas und dem Golf von Mexiko. Pelikane, Kraniche, Enten, Adler und unzählige weitere Vogelarten bevölkern die hiesigen Sümpfe, Wälder und Küsten. Doch das Vogelparadies ist durch Abtragung des Watts und die Klimaveränderung gefährdet. Tatsächlich verschwindet jede Stunde ein Areal des Watts so groß wie ein Fußballfeld - und damit auch viele Tiere. Bewohnt wird Acadiana von Cajuns, den Nachfahren französisch-kanadischer Einwanderer, die sich im 18. Jahrhundert in Louisiana niederließen. Ihre französische Herkunft bestimmt bis in die Gegenwart die Kultur der Cajuns. Manche Cajuns sprechen noch etwas Französisch-Kreolisch, auch wenn Englisch schon lange Landessprache ist und sie im Laufe der Zeit viel der Kultur der indianischen Ureinwohner übernommen haben. Dazu gehört die tiefe Verbundenheit zur Natur und natürlich ganz besonders zu den Vögeln der Region. Dies zeigt sich bei der Vorliebe der Cajuns für Holzvogel-Schnitzarbeiten, eine große Kunstfertigkeit, die schon seit hunderten Jahren von den Ureinwohnern der Gegend praktiziert wurde und als die erste original amerikanische Kunstform gilt. So beliebt ist die Holzschnitzkunst, dass es mehr Weltmeister in Louisiana gibt als in allen anderen Staaten der USA. Und sie alle treffen beim jährlichen "Cajun Heritage Festival" gegeneinander an. Das oberste Gebot ist es, die Vogelskulpturen mit größtmöglicher Kunstfertigkeit naturgetreu zu gestalten. Enten sind häufige Motive, aber erfahrene Schnitzer wagen sich auch an Singvögel, Kraniche, Pelikane oder sogar Adler.
09:40
Drachensteigen gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im westindischen Bundesstaat Gujarat. Es ist mehr als ein Sport - es ist ein Wettkampf und eine Leidenschaft. Besonders deutlich wird dies am Neujahrsfest, dem sogenannten Uttarayan, das traditionell im Januar stattfindet. Tausende Flugkörper steigen dann in den Himmel und ringen um die Lufthoheit. Doch die Drachen sollen nicht nur hochsteigen und möglichst lange in der Luft bleiben. Durch speziell mit Glaspulver präparierte Schnüre sollen sie auch die Halterungen der anderen Drachen kappen und diese zum Absturz bringen. Einer, der diese Kunst zu einer besonderen Fertigkeit gebracht hat, ist der 15-jährige Mohit Prajapati aus der Stadt Ahmedabad. Das Drachensteigenlassen hat er von seinem zwei Jahre älteren Bruder Nikhil gelernt. Drachen lassen die Geschwister das ganze Jahr über steigen. Vor dem großen Fest verbringen sie jede freie Minute auf dem Dach ihres Hauses, um ihre Flugtechniken zu perfektionieren. Wie die meisten Einwohner Ahmedabads wollen auch sie neue Drachen kaufen, die sie am Tag vor den Festlichkeiten aufwendig präparieren. Ein ganzer Wirtschaftszweig hat sich daraus entwickelt. Tausende kleine Werkstätten richten sich ein, um sie herzustellen, Millionen Drachen werden in den Tagen vor Uttarayan verkauft. Zwei Tage dauert das Ereignis, bei dem die Flugdrachen bis in die Nacht hinein den Himmel über Ahmedabad bevölkern. Und Mohit hofft, dass seine Modelle bis zuletzt oben bleiben werden.
10:35
Im Westen Liguriens liegt die Riviera di Ponente, auch bekannt als die Riviera dei Fiori. Das milde Klima und eine lange Tradition des Gartenbaus prägen diese Küste: terrassierte Gärten, farbige Blüten und Pflanzen aus aller Welt bestimmen das Bild. Marcos Lochtl ist einer der letzten Fischer von Noli - einem Ort, der bis vor wenigen Jahrzehnten vom Fischfang lebte. Der Fang ist klein, aber geschmacksintensiv. Zusammen mit Gemüse bereitet Marcos daraus Cappon Magro zu: ein vielschichtiger Salat, einst ein Arme-Leute-Essen, heute Inbegriff ligurischer Raffinesse. Im Hinterland bei Albenga lebt Aldo Lomanto, einer der letzten Hirten der Region. Die robuste Brigasca-Rasse ist an steile Hänge und karge Böden angepasst. Aus der Milch seiner Tiere produziert Aldo unter anderem Bruss, einen fermentierten Ricotta. Daraus entsteht eine kräftige, aromatische Sauce - ideal zum Würzen der Suggelli, einer typischen Nudel der Hirten, die traditionell auf den Bergweiden gekocht wurde. In Alassio liegt die Villa della Pergola. Die Villa mit ihrem botanischen Garten wurde im 19. Jahrhundert von englischen Wintergästen angelegt, später dem Verfall überlassen und schließlich von Silvia Arnauld Ricci bei einer Auktion erworben. Über viele Jahre ließ sie Haus und Garten restaurieren. In der Küche entstehen daraus klassische Gerichte wie gefülltes Gemüse nach ligurischer Art, inspiriert vom Garten. Oberhalb von Ventimiglia führt Ilaria Positano die Tradition der Florikultur fort - neu gedacht und ökologisch. Sie kultiviert essbare Blumen, die in der Küche zu Pasta und zu einem Pesto aus den Blüten verarbeitet werden.
11:05
In den dichten Wäldern der Karpaten ist der Europäische Braunbär Teil eines komplexen, aber fragilen Ökosystems. Aus vielen anderen Regionen Europas ist das beeindruckende Raubtier bereits verschwunden, doch in den Karpaten findet sich der größte Bestand des Kontinents. Das Zusammenleben von Mensch und Bär hat sich hier recht harmonisch eingespielt. Am Rande der Arktis muss der majestätische Eisbär miterleben, wie sein Jagdgebiet, das Packeis, zunehmend dem Klimawandel zum Opfer fällt. Während die Tiere auf die Rückkehr des Packeises warten, müssen sie mit ihren Energiereserven haushalten. In Kamtschatka im äußersten Osten Sibiriens verlassen die Braunbären Anfang März den schützenden Bau. Die Weibchen werden von ihren Jungtieren begleitet, die im Dezember zur Welt gekommen sind. Hungrig warten sie auf die Ankunft der Lachse, die in den Flüssen stromaufwärts an ihre Laichorte zurückwandern, wo sie nach der Eiablage sterben. Im Norden Kanadas spürt Pierre Mann nicht nur Amerikanische Schwarzbären auf, sondern auch den legendären, äußerst seltenen Kermodebär, der in seiner Heimat - dem gemäßigten Regenwald British Columbias - auch "Spirit Bear" (Geisterbär) genannt wird. In der Mythologie der indianischen Ureinwohner dient das Tier als Vermittler zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits.
11:50
Im 19. Jahrhundert siedelte Bram Stoker seinen Roman "Dracula" in Transsilvanien mit seinen verfallenen Schlössern und blutigen Legenden an. Heute ist die abgelegene Region Rumäniens, auch bekannt als Siebenbürgen, eines der letzten unberührten Wildnisgebiete Europas, mit atemberaubenden Landschaften und einer großen Artenvielfalt. Abgeschirmt durch die majestätischen Karpaten und durch ein jahrzehntelanges, hartes kommunistisches Regime konnte die einzigartige Naturlandschaft erhalten bleiben, die sich in manchen abgeschiedenen Gegenden seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die Menschen haben hier ihre Traditionen bewahrt und pflegen bis heute ihre Bräuche. Die ausgedehnten Bergketten und Urwälder Siebenbürgens sind die Heimat von Luchsen, Wölfen und einer Bärenpopulation, die einen Großteil der europäischen Bären ausmacht. Transsilvanien ist auch ein Paradies für einen wichtigen Protagonisten des Romans "Dracula": 26 Fledermausarten leben in den vielen Höhlen, Schlossruinen und alten Kirchenburgen. Wenn die Nacht hereinbricht, verlässt das Große Mausohr, eine der größten Fledermausarten Europas, sein Versteck, um in den tierreichen Wiesen und Wäldern zu jagen. Diese Mischung aus Geschichte, Folklore und Natur verleiht Transsilvanien einen ganz eigenen, ursprünglichen Zauber.
12:35
Spezial Dänemark mit folgenden Themen: Westjütland: Stine Pilgaard im Land der kurzen Sätze / Land des Windes / Adams Smørrebrød / Kopenhagen: Gewagte Gemälde
13:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Jérôme Ferraris unverfälschtes Kindheitsparadies / Insel der Macchia und der Hirten / Marines Mini-Crêpes mit Käse / Verteidigung ist der beste Angriff
14:10
Die junge Ärztin Dr. Constance Petersen arbeitet in einer Nervenklinik. Wie ihre Kollegen wartet sie gespannt auf den neuen Chefarzt, der den bisherigen Leiter der Anstalt, Dr. Murchison, ablösen soll. Als Dr. Edwardes eintrifft, fällt ihr jedoch dessen seltsames Verhalten auf und sie hegt den Verdacht, dass der Chefarzt nicht der ist, für den er sich ausgibt. Tatsächlich erscheint die Polizei in der Klinik und unterrichtet die Belegschaft darüber, dass der wahre Dr. Edwardes verschwunden und wahrscheinlich Opfer eines Mordes geworden ist. Hauptverdächtiger ist der falsche Dr. Edwardes, der sich in die Klinik eingeschlichen hat. Doch der ist verschwunden. Dr. Constance Petersen glaubt fest an die Unschuld des Mannes, in den sie sich verliebt hat. Sie kann ihn in einem New Yorker Hotel ausfindig machen und versucht, den Mord aufzuklären. Aber überdeckt ihre Liebe vielleicht die Wahrheit? Mit "Ich kämpfe um dich" setzte sich Hitchcock zum ersten Mal dezidiert mit Erkenntnissen der Freud'schen Psychoanalyse auseinander. Produziert für 1,5 Millionen US-Dollar, spielte der Film fast das Vierfache seiner Kosten ein und wurde zu einem weiteren Triumph in Hitchcocks Hollywood-Karriere. Filmkomponist Miklos Rozsa bekam für "Ich kämpfe um dich" 1946 den Oscar. Der Film erhielt weitere Oscarnominierungen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Beste männliche Nebenrolle (Michael Chekhov als Dr. Brulov), Beste Schwarz-Weiß-Kamera und Beste optische Spezialeffekte. Ingrid Bergman wurde im gleichen Jahr als beste Schauspielerin mit dem New York Film Critics Circle Award ausgezeichnet.
15:55
Das Team reist nach Südfrankreich, ins heutige Lozère. Die Dokumentation begleitet den Historiker Bernard Soulier und den Illustrator Jean-Charles Poupard auf einer spannenden Recherchereise. Soulier beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit der Geschichte der Bestie von Gévaudan, der Illustrator Poupard arbeitet an einer Graphic Novel über die Angriffe. Gemeinsam besuchen sie Originalschauplätze entlang der Cevennen am Rande des Zentralmassivs, durchsuchen Archive und versuchen vor Ort, das Rätsel zu lösen. Sie gehen den Legenden und Mythen um die Bestie von Gévaudan nach. Neben den Spuren der Bestie von einst besucht das Team einzigartige Orte wie den Parc des Loups, die Réserve des Bisons d'Europe und das Programm der französischen Tierschutzorganisation LPO ("Ligue pour la Protection des Oiseaux") zur Wiederansiedlung von Geiern. Gemeinsam mit den Einwohnern der Region entdeckt das Team die faszinierende Flora und Fauna der Gegend.
16:40
Die Folge "Louisianas schaurige Sümpfe und mystische Wesen" führt in die geheimnisvolle Welt der Swamps im Süden der USA. Zwischen Sumpf und Großstadt verläuft hier eine unsichtbare Grenze zwischen Mythos und Wahrheit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Reihe widmet sich Regionen unserer Welt, die durch Spuk- und Geistergeschichten bekannt sind. Die Entdeckungsreise führt dieses Mal von den endlosen Bayous des Honey Island Swamp, wo Einheimische von einem geheimnisvollen Monster erzählen, über die sagenumwobenen Friedhöfe von New Orleans bis zu den verlassenen Plantagen am Bayou Teche, wo die Geister einstiger Sklaven bis heute durch die Häuser spuken sollen. Vampirlegenden und düstere Schicksale der Vergangenheit erwachen auf unheimliche Weise zu neuem Leben. Voodoo-Priester zelebrieren uralte Schutzrituale. Die Cajuns bewahren hier über Generationen ihre Musik und ihre Kultur. Und das alles inmitten der einzigartigen Sumpflandschaft Louisianas.
17:25
Die Folge von "Haunted Places" führt zu schottischen Orten, an denen sich Geschichte, Legenden und Spukgeschichten bis heute überlagern. Sie stellt Bram Stokers Inspirationsorte für den Roman "Dracula" an Schottlands Nordostküste vor. Außerdem geht sie den Spukgeschichten rund um das Kilmarnock Arms Hotel und das berüchtigte Fyvie Castle nach. Traquair House, das als das älteste bewohnte Haus Schottlands gilt, und das verschlossene "Bear Gate" erzählen von jahrhundertealter Treue, während das Schlachtfeld von Culloden den schicksalhaften Untergang der Jakobiten vergegenwärtigt. Am Ufer von Loch Ness begegnet die Dokumentation einem selbst ernannten "Nessie-Jäger" und erfährt, was ihn auf seiner jahrzehntelangen Mission antreibt. "Schottlands Geister und Highlands" entführt in eine Welt, in der Geschichte lebendig bleibt und Mythen zum Alltag gehören.
18:10
Wie leben die baltischen Staaten seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit der Bedrohung durch Moskau? Émilie Aubry ist für drei Sonderausgaben ins Baltikum gereist. In dieser Folge: Angesichts der angespannten Lage an den militärisch hochgesicherten Grenzen bereitet Litauen seine Bevölkerung auf eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung vor.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Wenn Kremlkritiker aus Russland fliehen, um Repressionen zu entkommen und ihr Leben zu schützen, endet die Verfolgung oft nicht an der Grenze. Pavel Krisevich war der jüngste Performancekünstler in Russland, der die Staatsmacht mit mutigen Kunstaktionen auf dem Roten Platz herausforderte. Dafür wanderte er für mehrere Jahre ins Gefängnis. Um härteren Strafen zu entgehen, verließ er das Land und lebt mittlerweile in Paris. Dennoch ist er nach wie vor im Visier des Kreml. Ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied von Pussy Riot wurde Berichten zufolge vom Geheimdienst auf ihn angesetzt. Durch die Sendung führt der Journalist und Filmemacher Igor Saadrev, der ebenfalls Russland verlassen hat und kürzlich vom Kreml zum "ausländischen Agenten" erklärt wurde. Ein neues Gesetz der Duma entzieht den "Agenten" jede Lebensgrundlage in Russland: Konten werden gesperrt und Konsulate stellen keine neuen Pässe aus. Belarus geht ähnlich vor. Die Frontsängerin der Band Dymna Lotva wurde fünf Jahre nach ihrer Flucht in Minsk in Abwesenheit wegen Terrorismuspropaganda angeklagt. KGB-Mitarbeiter sollen sogar die Konzerte der Band in Polen überwacht haben.
20:15
Im Juni 1456 überflog der Komet Halley den Himmel über dem Balkan. In fast ganz Europa deutete man dies als Vorboten der bevorstehenden Apokalypse. Mit einer Ausnahme: Der aus der Walachei stammende Vlad III., auch Dracula genannt, sah darin ein gutes Omen. Nach einer gewaltsamen Machtübernahme als Anführer einer kleinen Armee ließ er den Kometen auf seine Münzen prägen. Seine Herrschaft war gnadenlos. Seine bevorzugte Hinrichtungsmethode versetzte die Menschen in Angst und Schrecken und brachte ihm den Beinamen "der Pfähler" ein. So steht es jedenfalls in den Texten jener Zeit, die dank des Buchdrucks verbreitet wurden. 1890 stieß der irische Schriftsteller Bram Stoker im Zuge seiner Recherchen auf den Namen Dracula und verwendete ihn für seinen Roman. In den 1970er Jahren machte der rumänische Diktator Nicolae Ceau?escu aus Vlad dem Pfähler einen Nationalhelden. Wahrheit oder Mythos? Seit mehreren Jahren beschäftigen sich Forschende mit der Quellensammlung Corpus Draculanium und hinterfragen die Geschichte von Vlad III. Sie analysieren private, diplomatische und zu Handelszwecken verfasste Korrespondenz, Verhandlungsprotokolle, verwaltungstechnische Dokumente, Erzählungen und Bilder sowie Münzen und Siegel aus der damaligen Zeit. Die Quellen stammen aus ganz Europa und erzählen die Geschichte eines shakespeareschen Herrschers, der zwischen dem christlichen Westen und dem seit dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 immer mächtiger werdenden Osmanischen Reich gefangen war. Das damalige Europa befand sich im Umbruch, und die Walachei lag an der Grenze zweier gegensätzlicher Gesellschaften.
21:45
Zwischen Karpaten und Donau wurde im Mittelalter immer wieder gekämpft: Kriege, Einfälle und Plünderungen prägten die Geschichte der Region. Im 15. Jahrhundert regierte in der Walachei Vlad III., genannt "der Pfähler". Jahrhunderte später ließ sich Bram Stoker von seinem Namen und einzelnen historischen Bezügen zu seiner berühmten Romanfigur Graf Dracula inspirieren. Die Dokumentation untersucht, wie die Geschichten und Mythen um Graf Dracula die Orte prägen, an denen sie spielen. Und sie zeigt ungestörte Natur, wie sie in Europa nur selten zu finden ist: Mehr als die Hälfte der europäischen Braunbären lebt in den wilden Wäldern der Karpaten, ebenso Adler, über 3.000 Wölfe, Eulen, Krähen und Fledermäuse. Forscherinnen und Forscher geben Einblick in ihre Arbeit mit Krähen und Fledermäusen und klären über Mythen und Vorurteile über die unheimlichen Tiere auf.
22:30
Angst ist eine der stärksten menschlichen Emotionen, soll uns schützen - und doch genießen viele von uns genau dieses Gefühl beim Anschauen von Horrorfilmen. Die körperlichen Reaktionen beim Blick auf Monster, Zombies oder erfundene Massenmörder sind messbar und die gleichen wie bei echter Gefahr: Schwitzen, beschleunigter Herzschlag, schnelle Atmung. Aber warum tun wir uns das an? Die Psychologie spricht von sogenannter Angstlust: Wir erleben eine intensive emotionale Achterbahnfahrt, nach dem Schrecken folgt die wohltuende Erleichterung - ein Endorphinrausch, der Körper und Geist entspannt. Kein Wunder, dass Grusel seit Jahrhunderten fester Bestandteil unserer Kultur ist. Forschende gehen davon aus, dass wir, wenn wir uns in Sicherheit ängstigen, unseren Umgang mit dem Gefühl der Angst trainieren können. Wie in einer Mini-Expositionstherapie lernen wir, mit dem unangenehmen Gefühl umzugehen, während wir in Sicherheit auf dem Sofa sitzen. Erste Studien des "Recreational Fear Lab" im dänischen Aarhus legen sogar nahe: Wer regelmäßig Horror genießt, entwickelt eine bessere Stressresistenz. Doch auch das Maß ist entscheidend: Wer es übertreibt, riskiert Schlaflosigkeit und Alpträume.
23:00
Zombies erschrecken und faszinieren uns zugleich - Zombiefilme boomen. Woher kommt unsere Faszination für die Untoten? Die Dokumentation reist vom westafrikanischen Totengeist und den Voodoo-Legenden Haitis zum Umbruch im Kino der 1960er Jahre, als George A. Romero mit "Die Nacht der lebenden Toten" den modernen Zombie erschuf. Seitdem wandelt sich die Figur vom schlurfenden Menschenfresser zum rasenden Blockbuster-Monster, das ganze Zivilisationen bedroht - und manchmal wieder fast menschlich erscheint. Mit Filmklassikern, Behind-the-scenes-Material und persönlichen Geschichten aus Hollywood und der Independent-Szene zeigt die Dokumentation, warum der Zombie zeitlos ist: Er spiegelt unsere Ängste, Krisen und Wünsche. Der Horror der Gegenwart bietet Filmemachern ein unerschöpfliches Spielfeld. Der amerikanische Maskenbildner und Regisseur Greg Nicotero ("The Walking Dead") gewährt beim "The Living Dead Weekend" in Pittsburgh Einblicke in seine Arbeit. In Berlin lädt die deutsche Filmemacherin Shamila Lengsfeld einen Zombie-Darsteller zum Testdreh und bearbeitet das Material mit KI. Das Genre reicht weit über Horror hinaus. In "Resident Evil" (2002) wird Milla Jovovich zur Action-Ikone und folgt damit Lori Cardille, die in Romeros "Day of the Dead" (1985) eine frühe starke Frauenrolle verkörperte. Romero sowie die Filmexperten Marcus Stiglegger und Benjamin Rubin erläutern, wie sich der Zombie vom kolonialen Opfer zum Symbol für Konsum, Identität und gesellschaftliche Konflikte wandelte. Zombies sind zwar untot - aber sie erzählen mehr über die Lebenden als über die Toten.
23:55
In Abomey, Benin, in einem Voodoo-Tempel, der der mächtigen Meeresgöttin Mami Wata gewidmet ist, wachsen ein Bruder und eine Schwester inmitten von Ritualen, Besessenheitstänzen und nächtlichen Zeremonien auf. Die 16-jährige Déo absolviert eine Ausbildung zur Friseurin und träumt davon, ihren eigenen Salon zu eröffnen. Der 31-jährige Sam, der als Hauptassistent seines Priester-Vaters Barthélémy arbeitet, bereitet die Eröffnung eines mobilen Fotoautomaten vor. Er träumt von einem Copy-Shop. Der Vater leitet den Tempel mit der ruhigen Autorität eines Menschen, der das Heilige nicht vom Alltäglichen trennt. Während der Dreharbeiten stirbt Barthélémy völlig unerwartet. Ohne Priester verliert der Tempel seine Legitimität, die Gläubigen wenden sich ab, und das wirtschaftliche Überleben der ganzen Familie ist gefährdet. Es müssen groß angelegte Trauerfeiern organisiert werden und das kostet nicht nur Geld. Man muss dafür bis nach Togo zu reisen, um einen Bokono-Priester zu finden, der in der Lage ist, den Fâ zu befragen und einen Nachfolger zu benennen. Wird das Orakel Déo oder Sam als Nachfolger verpflichten, oder haben die beiden eine Chance, ihre Lebensträume zu realisieren? Der Film begleitet die beiden in einer entscheidenden Lebensphase. Müssen sie ihre Träume für die Tradition und das Wohl der Familie opfern? Oder fällt das Los auf ein anderes Familienmitglied?