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Im ersten Jahrhundert nach Christus wurde mitten in Rom das größte Amphitheater aller Zeiten errichtet. Kaiser Vespasian, der mit dem Kolosseum seine neu begründete Dynastie legitimieren und das Volk Roms mit Brot und Spielen für sich gewinnen wollte, stellte dafür unbegrenzte Mittel zur Verfügung. Für die Demonstration der kaiserlichen Autorität bot das Bauwerk eine fantastische Kulisse: Zahlreiche Statuen, Säulen und Fresken an der Außenfassade und im Innenraum rühmten das Römische Reich als Nachfolger des antiken Griechenlands und als unbezwingbare Großmacht. Durch seine ovale Form bot das Kolosseum nach heutigen Berechnungen etwa 50.000 Zuschauern Platz. Die von der römischen Verwaltung für das Volk veranstalteten Spiele und Theateraufführungen wurden im Beisein des Kaisers abgehalten und hatten auch eine wichtige politische Funktion. Archäologische Ausgrabungen zeigen, mit welchem Einfallsreichtum alles darangesetzt wurde, um den Erfolg dieses PR-Instruments der kaiserlichen Macht sicherzustellen. Archäologische Funde an mehreren Grabungsorten zeugen vom kulturellen und wirtschaftlichen Stellenwert der Spiele im alten Rom. So verdeutlicht die Untersuchung der Gebeine von Gladiatoren, dass Technik und Strategie ihrer Kampfkunst ebenso wichtig waren wie heute beim Fußball. Die afrikanischen Mosaiken wiederum veranschaulichen die Bedeutung des Raubtierhandels für die Versorgung der Arenen. Im gesamten Reich entstanden Dutzende Amphitheater, die ab dem späten 5. Jahrhundert im Zuge des Untergangs des Römischen Reiches ebenso wie das Kolosseum allmählich verfielen.
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Der Parthenon, der Athena-Tempel auf der Akropolis, zählt zu den berühmtesten Bauwerken der Welt. Er gilt als Symbol der griechischen Kultur und steht für Schönheit und Demokratie - Werte, die in aufgeklärten Gesellschaften als grundlegend gelten. Kaum jemand kann sich seiner Anziehungskraft entziehen. Doch gerade sein Ruhm und seine Schönheit wurden ihm zum Verhängnis: Im Laufe der Zeit wurde er schwer beschädigt und entstellt. Einst war der Parthenon ein prachtvoller Tempel, reich verziert mit Skulpturen und Reliefs. Doch heute sind davon nur noch Fragmente übriggeblieben. Die übrigen Teile sind über verschiedene europäische Museen verstreut, darunter der Vatikan, der Louvre, Wien, München, Würzburg, Kopenhagen - vor allem aber das British Museum in London. Dort wird die Hälfte des noch erhaltenen Bauschmucks ausgestellt, ein wahrer Schatz, der jährlich Millionen von Besuchern anlockt. Seit über 200 Jahren wird um diese Skulpturen gestritten, die als Höhepunkt der Kunst und Vermächtnis der Athener Demokratie gelten. Doch das British Museum weigert sich bis heute, sie zurückzugeben. Selbst der Charme einer Melina Mercouri, der früheren griechischen Kulturministerin und ehemaligen Filmdiva, die in den 1980er Jahren für die Rückführung der Skulpturen kämpfte, vermochte nichts daran zu ändern. Der Fall ist so prominent, dass sogar Hollywoodschauspieler wie George Clooney sich für die Rückgabe an Griechenland aussprechen. Seine Frau Amal war als Anwältin ebenfalls in den Fall involviert. Ist es Raubkunst oder Weltkunst? Der Fall ist äußerst komplex. Wie konnte ein einzelnes Bauwerk eine derartige Bedeutung erlangen? Und wann werden die Skulpturen endlich in Athen wiedervereint?