05:05
Die Niederlande und das Wasser - ein Land und eine Naturgewalt, die untrennbar miteinander verwoben sind. In ihrer faszinierenden Landschaft sind Deiche, Kanäle, Teiche, Becken, Seen und Flüsse allgegenwärtig. Ganze 16 Prozent ihrer Oberfläche bestehen aus Süßwasser, ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Wasser und Wolkenlandschaften sind Teil der niederländischen Identität. Tatsächlich fühlen sich die Menschen seit Urzeiten zum Wasser hingezogen. Aber die ursprünglichen Systeme mit ihren breiten Flussdeltas wurden begradigt, kontrolliert und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Die Süßwasserbiotope interessierten dabei kaum jemanden. Noch vor 30 Jahren hätte niemand dort drehen können, denn in den verschmutzten Gewässern gab es kein Leben mehr. Aber die Zeiten dieser umfangreichen Umweltverschmutzung sind vorbei und die Nachhaltigkeitspolitik macht sich bezahlt: Zahlreiche Lebewesen haben sich ihren einstigen Lebensraum zurückerobert und tummeln sich im frischen, sauberen Nass. Wie das Wasser selbst ist auch sein Ökosystem in ständiger Bewegung. In dem von Wetter und Wolken begünstigten Kreislauf spielt das Quellwasser, das sich in Ströme und Flüsse ergießt, eine ebenso wichtige Rolle wie das scheinbar stagnierende Becken. Jedes Gewässer hat seine Geschichte und seine Protagonisten - nur der Aal ist überall zu Hause. Die Dokumentation entführt in die verborgene, faszinierende und atemberaubend schöne Welt unter der Wasseroberfläche.
05:55
Das Kloster auf dem Berg Ossa wurde im 16. Jahrhundert gegründet. Ende des 20. Jahrhunderts verfiel es und wurde erst Anfang des neuen Jahrtausends von einer Handvoll Nonnen wiederentdeckt. In mühevoller Kleinarbeit renovierten sie das alte Gemäuer und bauten es zu einem kleinen, florierenden Landwirtschaftsbetrieb aus. Sie haben 30 Hektar Land und die Gebäude darauf in ein kleines Paradies verwandelt. Bevor ihnen das gelang, mussten sie roden, pflanzen, wiederaufbauen und das Kloster neu ausstatten. Da dieses auch das Haus Gottes ist, half ihnen neben dem Tatendrang ihre Liebe und der Glaube. Hier leben und arbeiten 20 Schwestern aus insgesamt 13 Ländern. Neben dem Anbau ihres eigenen Gemüses züchten die Frauen Schafe, Hühner und Kühe, von denen sie mit Milch, Käse und Eiern versorgt werden. Was sie nicht selbst benötigen, verkaufen sie. Bevor man in die Klostergemeinschaft aufgenommen wird, muss man Prüfungen ablegen, vor den anderen und vor sich selbst. Eine Berufung zum Klosterleben sollte jedoch reiflich überlegt werden. Immer wieder kommen junge freiwillige Helferinnen ins Kloster, die das einfache und bescheidene Leben für sich austesten und sehen möchten, wie sie mit der Enthaltsamkeit zurechtkommen. Auch Catherine gehörte einst zu ihnen. Die junge Amerikanerin kehrte nach ihrer Zeit als Praktikantin zurück und absolviert derzeit ihr Noviziat. Noch hat sie sich nicht für einen Lebensweg entschieden, hofft aber, durch die Zeit bei den Schwestern den rechten Pfad für sich zu entdecken. Mindestens zwei Jahre soll die Zeit bei den Nonnen dauern. Danach steht für Catherine vielleicht ein Leben auf dem Berg Ossa an.
06:50
(1): Açorda, die Brotsuppe aus dem Alentejo (2): Ein Biss'chen Heimat: José, ein Portugiese in Paris (3): Ran an die Töpfe!
07:25
(1): Island: Halldór Laxness, der Nationaldichter (2): Michigan: Idlewild, das schwarze Eden (3): Frankreich: Georgettes provenzalisches Kürbisgratin (4): Toronto: Das Great Stork Derby
08:10
(1): Färöer: Die spitze Feder des William Heinesen (2): Extremadura: Das unglaubliche Schicksal der Konquistadoren (3): Mexiko: Dalias Schokotortillas (4): Türkei: Rasenschlacht in Istanbul
08:55
Ihre Liebe zu Schloss Windsor und ihren rasanten Fahrstil erlebte der frühere Erzbischof von Canterbury als Wochenendgast und Beifahrer der Queen. Auch in diesen privaten Momenten blieb sie ganz Monarchin. "Sie schaffte eine entspannte Atmosphäre. Aber es war klar, wer Boss ist", erinnert sich Justin Welby an seine Vier-Augengespräche mit der Queen. Sie war stets akribisch vorbereitet und vergaß kein Detail. Gefürchtet war ihre Frage: "Sind Sie sich sicher?" Selbst wenn sie ein paar Tage bei ihren Freunden, den Warrens, verbrachte, kam Elizabeth II. ihren Pflichten nach. Die roten Lederkoffer mit den Staatspapieren hatte sie ebenso im Gepäck wie ihre Reitstiefel. John Warren hat die Queen bei der Zucht ihrer Rennpferde beraten. Täglich haben sie telefoniert und gefachsimpelt, erzählt er. Zudem schildert er ein Erlebnis mit ihrem Vater, das den Grundstein für ihre Leidenschaft für Pferde legte. Die dreireihige Perlenkette, die George VI. seiner Tochter schenkte, war ihr tägliches Accessoire. Jedes Tageskleid musste so gefertigt werden, dass die Kette zur Geltung kam. "Die Queen war durchaus kokett", sagt Modeschöpfer Stewart Parvin, der die Queen zwanzig Jahre lang eingekleidet. Zu ihrem ikonischen Look gehörte auch die Handtasche. Was ist dran an dem Handtaschen-Code, mit dem die Queen angeblich Signale an ihr Team sendete? Ihre Privatsekretärin klärt auf, wie die Kommunikation mit ihrer Chefin lief. Besonders gerne denkt Samantha Cohen an Aufenthalte mit der Queen in Balmoral, wo nicht nur die Amtsgeschäfte auf dem Plan standen, sondern auch viel gelacht und getanzt wurde.
09:40
Fest vertäut am Kai im Hafen von Edinburgh liegt der größte Stolz der britischen Seefahrt, die königliche Yacht. Auf den Uhren der "Britannia" stehen die Zeiger heute noch auf 15.01 Uhr: Es ist die Zeit zu der Königin Elizabeth II. am 11.Dezember 1997 das letzte Mal von Bord ging. Es war das Ende von mehr als vier Jahrzehnten glanzvoller Dienstzeit der Yacht. Nirgendwo sonst kommt man der Privatsphäre der Queen so nahe wie hier. Denn das Schiff war nicht nur Staatsyacht, sondern auch privater Rückzugsort der Königin, so etwas wie das schwimmende Ferienhaus. Jedes Jahr im Mai kehren etwa 60 ehemalige königliche Matrosen - die "Yotties", die Royal Yachtsmen - für eine Woche auf die "Britannia" zurück. Die Yotties' Week ist für die Seeleute ein Wiedersehen unter Freunden - und mit ihrem Lieblingsschiff. Die Ex-Matrosen helfen beim Streichen, Reinigen und Warten der Yacht. Ihre Geschichten über die Tage mit der königlichen Familie an Bord geben Einblick in ein Leben zwischen Ritual und Privatsphäre. Die Royals lebten luxuriös auf der "Britannia". Die Royal Yachtsmen hingegen hatten nur einfache Unterkünfte. Dennoch sehen es die Yotties heute noch als großes Privileg an, so direkt im Dienst der Queen gestanden zu haben. Mit ihrer Yotties' Week feiern sie sich, die "Britannia" und die Queen.
10:25
Die Stürme nehmen zu, die Insel ist den Elementen ausgeliefert. Die Bewohnerinnen und Bewohner reagieren, indem sie sich vom konsumorientierten Lebensstil abwenden und aufs Wesentliche besinnen. Die Dokumentation taucht ein in das einfache, naturnahe Leben auf der Insel Sein. Vor der Küste des Départements Finistère widersetzt sich eine von unbeugsamen Galliern bevölkerte Insel den Auswüchsen des modernen Lebens. Im Zweiten Weltkrieg engagierten sich ihre Bewohner besonders stark in der Résistance. Heute kämpfen sie an vorderster Front gegen den Klimawandel. "Wer Sein sieht, sieht sein Ende." Der alte Seefahrerspruch beschwört die Gefahren der Iroise-See, die karge Île-de-Sein, die im Meer verschollenen Seeleute ... Heute ist die bretonische Insel jedoch ein einzigartiger Lebensraum für Menschen, die der modernen Welt den Rücken kehren. Der Film erzählt von Wolken, Wind, Wasser - und von den Inselbewohnerinnen und -bewohnern, die es jeden Tag mit den Elementen aufnehmen. Belohnt werden sie dafür mit einem Leben direkt am Puls der Natur, fernab vom Gedränge und Lärm der Stadt. Wer die Überfahrt bei stürmischem Wetter wagt, fragt sich, was diese Menschen dazu bewegt hat, hier ihren Anker auszuwerfen. In letzter Zeit nehmen Stürme und Überflutungen zu, die Insel droht zu versinken. Während die Menschen in Städten erst langsam anfangen, den Klimawandel wahrzunehmen, ist er auf Sein längst Realität geworden.
11:25
Rennpferd Sacamiro steht in seiner Box, die Hinterbeine zittern. "Er bereitet sich vor und weiß schon genau, was auf ihn zukommt", erklärt Eva Petriková kurz vor einem Rennen. Ihr Schützling ist in Tschechien ein Star: 2023 gewann Sacamiro die legendäre Velká pardubická - das wichtigste Pferderennen des Landes, nationales Kulturgut seit 1874. Doch es gilt auch als eines der gefährlichsten Hindernisrennen weltweit. Immer wieder kostet es Pferdeleben. Nach mehr als einem Jahr verletzungsbedingter Pause soll Sacamiro nun erneut bei der Velká pardubická starten.
11:55
(1): Chairo, eine Suppe aus den peruanischen Anden (2): Ein Biss'chen Heimat: Ingrid, eine Peruanerin in Lyon (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Peru: Martín Chambi, Fotograf der Indigenen (2): Südafrika: Bitterer Rooibos-Tee (3): Neuseeland: Stephens Wildfleischsalat (4): Bordeaux: Angriff auf die Männlichkeit
13:10
(1): Frankfurt am Main: Ein Lausbub namens Struwwelpeter (2): Indien: Toda, die Wächter der blauen Berge (3): Marseille: Lionels Bouillabaisse (4): Dänemark: Eine Düne auf Wanderschaft
14:00
15:50
Das Quellgebiet des längsten Flusses Chinas, des Yangtse, liegt im Hochland von Tibet. Die letzte Etappe seiner Reise verschlägt den niederländischen Fotografen Ruben Terlou an die Ausläufer des Himalaya. Aufgrund der felsigen Landschaft und der Mäanderströmung ist das eine der faszinierendsten Landschaften Chinas. Tausende Jahre lang war diese Region schwer zu erreichen, deswegen leben hier viele ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen und Bräuchen. Jetzt wird die Region erschlossen. Die Arbeiten an Straßen und Tunneln sind auf 4.000 Höhenmetern beschwerlich, Arbeiter von weit her verbringen Monate auf engstem Raum, weit weg von Zivilisation und Ablenkung. Viele sind Han-Chinesen, sie bilden die Mehrheit in China. Insgesamt gibt es über 90 ethnische Gruppen, 56 davon sind von der Regierung anerkannt. Ruben Terlou trifft auf seiner Reise Volksgruppen, deren Kultur und Sprache sehr wahrscheinlich durch die Erschließung des Gebiets verschwinden werden. Die Bewohner des Volks der Malimasa sehen auch die Vorteile der Erschließung: bessere medizinische Versorgung und weniger Abhängigkeit vom eigenen Ertrag in der Landwirtschaft. Je mehr sich Ruben Tibet nähert, desto weniger Menschen verstehen Chinesisch. Aber er sieht erstaunliche Bauten, die von großer Handwerkskunst zeugen, lernt interessante Menschen und Rituale kennen. Am Ende seiner Reise will er noch etwas über das Ritual der Wasserbestattung erfahren.
16:20
Staub, Sand und flirrende Hitze - es herrscht Trockenzeit in Tsavo, einer Wildnis im Süden von Kenia. Die Dürre macht vielen Wesen das Leben schwer, und auch die ausgedörrte Landschaft selbst dürstet es nach Wasser. Ohne das kostbare Nass gibt es auf Dauer kein Dasein - umso wichtiger sind die wenigen Wasserstellen für die Bewohner von Tsavo. Aber wie entsteht eigentlich ein Wasserloch? Alles beginnt mit einem verlassenen Termitenbau. Der Baustoff des zerfallenden Turms zieht Elefanten magisch an, denn er enthält mineralische Nährstoffe, die den Speiseplan der grauen Riesen bereichern. Und so tragen die Elefanten, aber auch Wind und Regen den Termitenbau mit der Zeit komplett ab, bis eine flache Senke entsteht. In der Regenzeit füllt sich diese Senke mit Wasser. Ein idealer Platz für die Elefanten, um sich im Schlamm zu wälzen, bis sie komplett damit bedeckt sind. Die Schlammschicht kühlt die Dickhäuter nicht nur, sie bietet auch Schutz gegen lästige Parasiten - und gegen Sonnenbrand ... Bei jedem ihrer Besuche tragen die Elefanten einen Teil des Schlamms mit sich fort, wodurch die Senke größer und tiefer wird. Ihre Trampelpfade führen aus allen Richtungen zur Schlammgrube, so dass Regenwasser über diese Pfade wie durch Kanäle in die Senke geleitet wird: Dies ist die Geburt eines Wasserlochs, das über viele Jahre hinweg der Lebensmittelpunkt für alle Tiere der Umgebung sein wird. Die zweiteilige Produktion "Kenia - Eine Oase im Sand" der preisgekrönten Naturfilmer Mark Deeble und Victoria Stone dokumentiert die Entstehung eines Wasserlochs und das Leben der Tiere in seinem Umkreis inmitten der trockenen Savanne des Tsavo-Nationalparks in Kenia. Die erste Folge beschreibt, wie sich die seltenen, dafür aber umso heftigeren Regenfälle auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirken.
17:05
Langsam verdunstet das Wasser und der Pegel des Wasserlochs in Kenias Tsavo-Nationalpark beginnt zu sinken. Wenn die Samen der Gräser im Buschland ringsum reifen, erscheint eine wahre Naturgewalt am Wasserloch. Der Himmel verdunkelt sich, als zu Beginn der Trockenzeit die Blutschnabelweber eintreffen. Sie gelten als die häufigsten wildlebenden Vögel der Welt, ihre Schwärme bestehen aus mehreren Tausend Tieren. Sie kommen aus dem Norden, wo sie in riesigen Brutkolonien ihre Jungen großgezogen haben. Nun sind Eltern und Nachwuchs auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Jeder der etwa spatzengroßen Vögel nimmt zwar nur wenige Schnabel voll Wasser, aber in der Summe trinkt so ein Schwarm Tausende Liter am Tag - kein Wunder also, dass das Wasserloch jetzt immer rascher schrumpft und diese Oase in der Wildnis bedroht ist. Ein Wasserloch kann hundert Jahre lang existieren. Aber jedes Jahr durchläuft es einen tiefgreifenden Wandel. Der Bogen spannt sich dabei vom Niedergang bis zur Wiedergeburt - eine Geschichte, die sich seit grauer Vorzeit stets wiederholt. Die Regenfälle in Tsavo bleiben aus, im Umland wird es immer trockener. Viele Tiere zieht es jetzt ans Wasserloch, denn es ist die einzige Wasserstelle weit und breit. Doch je mehr kommen, um ihren Durst zu stillen, umso schneller geht der Wasservorrat zur Neige. Bald ist nur noch eine schlammige Brühe übrig. Die Elefanten wissen das zu nutzen: sie bespritzen sich mit dem kühlenden Schlamm - zum Trinken reicht das Nass hier jedoch nicht mehr aus. Es ist eine überwältigende Vielfalt des Lebens, die sich rund um das Reservoir entwickelt. Hier kommen Tiere miteinander in Kontakt, die sich sonst kaum begegnen würden - und entsprechend lassen sich im Lauf der Zeit spektakuläre Wechselbeziehungen beobachten.
17:50
Hawai'i (oder Big Island) ist die größte und jüngste Insel des gesamten Archipels sowie dessen Namensgeberin. Der aktive Vulkanismus auf dem Eiland offenbart die Urkräfte des Planeten. Der Kilauea gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Die Einsamkeit und die Erhabenheit der Landschaft machen das Leben am Rande des Kilauea für Menschen wie Jade Chen so lebenswert. Die aus New York stammende gebürtige Taiwanerin kann sich keinen besseren Ort zum Leben vorstellen. Sie hat sich regelrecht in die Lava verliebt. Auch Sig Zane hat sich verliebt - in die atemberaubende Natur von Big Island. Die Folge: Der berühmte Hawaiihemd-Designer würdigt auf seinen Entwürfen die einzigartige Pflanzenwelt der Insel. Ihre Motive finden sich auf all seinen Kreationen wieder. Big Island ist nicht nur Vulkan-, sondern auch Rinderland. Hier befinden sich einige der ältesten und größten Rinderfarmen der USA. Michelle Galimba leitet seit knapp 25 Jahren die Kuahiwi Ranch, einen Familienbetrieb an der Südspitze der Insel. Ihre Weiden liegen in unmittelbarer Nähe vom South Point, dem südlichsten Landpunkt der USA. Den Überlieferungen nach erreichten hier die Polynesier vor rund 1.500 Jahren die Hawai'i-Inseln. Kailua-Kona an der Westküste ist das sonnige und trockene Zentrum der Insel. Hier trainiert Melanie Kelekolio ein Damenteam in sogenannten Auslegerkanus. Outrigger-Paddeln kennt keine Altersgrenze. Die Frauen in Melanies Team sind zwischen 20 und 75 Jahre alt. Das Auslegerpaddeln ist auf Hawai'i so beliebt wie Fußball in Deutschland. Die Dokumentation entstand vor den verheerenden Bränden auf der Insel Maui im August 2023.
18:35
In dieser Folge der Dokumentationsreihe wirft Frank Gensthaler einen Blick auf Maui und Moloka'i. In der Mitte des Archipels bilden sie das Herz Hawai'is. Die zweitgrößte Insel Hawai'is - Maui - ist ein wahres Paradies für Surfer. Archie Kalepa war einer der ersten Big-Wave-Surfer und jagt heute noch dem Nervenkitzel hinterher. Für den Klang der Insel steht die Ukulele wie kein anderes Instrument. Eric DeVine baut das kleine Zupfinstrument seit 20 Jahren. In Kula macht er sich auf die Suche nach dem perfekten Holz. Der Tanz der Insel - da gibt es keinen Zweifel - ist der Hula. Pi'ilani Lua ist eine Hula-Lehrerin der vierten Generation. Die Kumu Hula will nun diese alte Tradition auch an die nächste Generation, an ihre Kinder und Enkelkinder, weitergeben. Moloka'i ist das komplette Gegenteil von Maui: Vom Massentourismus verschont, scheint hier die Zeit stehengeblieben. Auf der ganzen Insel gibt es nur ein Hotel und keine einzige Verkehrsampel. Umweltschützerinnen und -schützer wie Matt Yamashita kämpfen hier für den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Mönchsrobbe. Eine Besonderheit der fünfgrößten Insel Hawai'is: Vom örtlichen Postamt können bemalte Kokosnüsse in die ganze Welt verschickt werden. Diese skurrile Idee rettete das Postamt vor 30 Jahren vor der Schließung. Die Dokumentation entstand vor den verheerenden Bränden auf der Insel Maui im August 2023.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Als Emily Wittmann vor einigen Monaten die Diagnose Multiple Sklerose erhält, ist das ein Schock - aber auch eine Erleichterung. Endlich kann die Dreißigjährige ihre wiederkehrenden Probleme mit Gleichgewicht, Konzentration und Sprachvermögen einordnen und behandeln lassen. "Erstmal habe ich mega geheult, aber nach und nach ist mir klar geworden, dass das jetzt nicht das Aus ist und es mir auch eine gewisse Handlungsfähigkeit wieder gibt", so die Hamburgerin. Emily ist eine von mehr als einer Million Menschen in Europa, die mit MS leben, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. MS ist unheilbar und durch unterschiedliche Verläufe gekennzeichnet. Da die Symptome stark variieren, wirken Medikamente und Behandlungsmethoden nicht immer gleich gut. Auch Emilys weiterer Therapieverlauf ist noch unklar. Ricky Baerg war 24, als er an MS erkrankte. Anfangs hatte er nur wenige der MS-typischen Symptome, doch inzwischen tragen ihn seine Beine nicht mehr. Seit 2020 nutzt der heute 36-Jährige einen Rollstuhl und meistert einen trubeligen Alltag: als Ehemann, Vater von drei Kindern, in der Sozialberatung einer Klinik und als Mitglied einer Baugemeinschaft. Seine krankheitsbedingten Schwächen thematisiert er offen: "Es gibt Tage, an denen mich die MS lahmlegt - im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich will mich weiterbewegen und mich nicht einschränken lassen, sondern das Leben in meinen Möglichkeiten genießen."
20:15
Im Waldgebiet Jhalana, am Rande von Jaipur, lebt das königliche Erbe der Rajputen weiter. Seit nunmehr sechs Jahren herrscht der mächtige Leopardenkönig Bahadur über das Gebiet. Als die Gefährtin des Königs verschwindet, bleibt Bahadurs zweijähriger Sohn allein im Wald zurück. Der bislang von seiner Mutter umsorgte Prinz Rana muss nun ums Überleben kämpfen und bedient sich dazu heimlich an der Beute seines Vaters. Mit der Zeit wächst er zu einem stattlichen jungen Leoparden heran. Eigentlich hätte Rana sich anderswo sein eigenes Revier sichern müssen, aber er bleibt, um das Königreich seines Vaters einzufordern. Indessen wittert Flora, eine ehrgeizige junge Leopardin, ihre Chance auf den Thron. Sie verführt zunächst den alternden Bahadur, fasst jedoch bald Rana als neuen Gefährten ins Auge. Die Verbindung zwischen Rana und Flora ist einzigartig. Monatelang verteidigen sie Seite an Seite ihr Revier und bekommen auch bald drei Junge. Rana wird immer stärker und tötet schließlich eine stattliche Nilgauantilope, doppelt so groß wie er selbst - ein bedrohliches Signal für den noch herrschenden Bahadur. Der König weiß um die zunehmenden Unruhen in seinem Reich, wird sich aber nicht ohne Weiteres geschlagen geben. Er tötet zwei der Jungen von Rana und Flora. Es kommt zum Kampf, bei dem Flora verletzt mit ihrem verbliebenen Jungen in den Wald flieht. Nun ist es an der Zeit für Rana, seinem Vater die Stirn zu bieten. Er weiß, dass er dem König die Macht nur in einem blutigen Kampf entreißen kann. Bald wird das Leben im Königreich für niemanden mehr so sein, wie es bisher war ...
20:55
In der afrikanischen Savanne haben die Löwen das Sagen und gehen im Rudel auf die Jagd nach großer Beute. Im indischen Bundesstaat Gujarat hingegen sieht der Überlebenskampf dieser majestätischen Raubtiere ganz anders aus. Asiatische Löwen müssen sich in einer Welt behaupten, in der der Mensch an der Spitze der Nahrungskette steht. Im Gegensatz zu ihren afrikanischen Verwandten ist ihr Lebensraum durch dichte Wälder, bewirtschaftete Felder und bewohnte Dörfer stark eingeschränkt. Inmitten dieser Herausforderungen begleitet die Dokumentation eine Löwenmutter, die ihr erstes Junges großzieht. Ständig muss die Löwin Mut und Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen, denn Gefahr lauert überall. So muss sie ihr Junges vor umherstreifenden Leoparden und paarungswilligen Löwen verstecken. Männchen sind unerwünschte Gäste in den Rudeln - hier geben die Weibchen den Ton an. Entschlossen, ihren Sohn zum neuen König heranzuziehen, stellt sie ihn unter den Schutz schwesterlicher Solidarität. Doch der Weg bis zum Erwachsenwerden ist steinig. Das Jungtier muss lernen, sich an Beute anzuschleichen, die geschmeidigen Bewegungen seiner Mutter zu imitieren und gefährlichen Feinden aus dem Weg zu gehen. Die wichtigste Lektion ist jedoch die der Unabhängigkeit. Eines Tages muss die Löwin ihren Sohn sich selbst überlassen, damit er im Gir-Wald ein eigenes Revier erobern kann. Die Dokumentation erzählt eine Geschichte von Überlebenskampf, Anpassungsfähigkeit - und vom Vermächtnis der letzten Asiatischen Löwen.
21:40
Jay eilt zu Mary ins Krankenhaus, die Gefahr läuft, ihr Kind durch erhöhten Blutdruck zu verlieren. Sie macht sich große Sorgen um ihre kleine Nichte Anya, die immer noch spurlos verschwunden ist. Jay verspricht, sie zu finden, und sucht die ganze Nacht nach ihr, aber vergeblich ... Jay ist schockiert, als Joey ihm gesteht, Schwester Kerry getötet zu haben. Er wollte sie dafür bestrafen, dass sie ihn als Baby seiner Familie weggenommen und im Kinderheim St. Joseph's aufgezogen hat. Dabei ist die alte Nonne ausgerutscht und hat sich den Kopf angeschlagen. Jay liest den Autopsiebericht von Schwester Kerry. Er und Simmo streiten sich über die Ergebnisse. Da die Leiche keine Anzeichen eines Kampfes aufweist, ist Simmo weiterhin überzeugt, dass Schwester Kerry einen leichten Sturz erlitten hat und dann auf natürliche Weise in der Badewanne ertrunken ist ... Später bringt Jay Simmo dazu, eine Kontaktperson bei der Kinderfürsorge anzurufen, die seine Befürchtung bestätigt: Anya wurde in staatliche Obhut genommen. Er überbringt Mary die Nachricht im Krankenhaus. Da bei Schwester Kerry Spuren von Diazepam gefunden wurden, fragt Jay bei Dr. Garry nach, ob er ihr dieses verschrieben hatte. Garry sagt, dass er Schwester Kerry nicht dazu überreden konnte, Medikamente zu nehmen. Jay durchsucht ihr Haus, kann aber kein Diazepam finden. Er findet roten Lehm und fühlt sich an die Erde erinnert, die er auf Swayzes Sachen gefunden hat. Jay besucht die New Paradise Farm, die moderne Antwort auf St. Joseph's: ein Kinderheim. Dort entdeckt er ein Päckchen Diazepam bei Sam, dem Betreiber der Farm ...
22:35
Jemand ist in die alte Krankenhausstation eingebrochen, die früher als Kinderheim fungierte. Mary stellt fest, dass die gesammelten Akten der Aborigines verschwunden sind ... Jay besucht Swayze und befragt ihn nach seiner Zeit auf der New Paradise Farm. Swayze sagt, Sam habe ihn gut behandelt, aber er hasse die Farm wegen der Geister dort. Als Jay ihm seine Mütze zurückgibt, bekommt Swayze fast eine Panikattacke. Jay erkennt, dass das Logo auf der Mütze dasselbe ist wie das Logo auf den Gebetskarten, die ihn in Panik versetzt haben: das Logo von St. Joseph's ... Mary und Jay dürfen Anya, die bald zu anderen Familienmitgliedern väterlicherseits gebracht werden soll, unter Aufsicht besuchen. Mary ist aufgewühlt, aber Anya bleibt seltsam distanziert. Widerwillig lässt sich Mary von ihrem Vater Philip zur Arbeit fahren und konfrontiert ihn damit, dass er sie damals zur Adoption freigeben wollte. Er leugnet das sehr überrascht und anscheinend aufrichtig. Jay erfährt, dass Sam und Dr. Garry große Rivalen bei der Jagd sind - beide sind Scharfschützen mit großer Reichweite, die sich jedes Jahr um den ersten Platz in der Stadtrangliste duellieren. Ihm wird klar, dass ein solcher Schütze Cowboy von einem weit entfernten Aussichtspunkt aus getötet haben könnte - wo er tatsächlich eine einzelne Patrone findet ... Swayze ist abends allein zu Hause, als ein Auto vor der Tür hält. Er versteckt sich verängstigt, als eine unbekannte Gestalt einbricht und das Haus nach ihm durchsucht ...
23:30
Swayze ist verschwunden. Auf dem Revier befragen Simmo und Jay Sam zum Mord an Cowboy. Jay sieht sich die alten Aborigine-Akten, die Joey aus dem Krankenhaus gestohlen hat, genauer an. Sie enthalten alle Adoptionen von Aborigine-Kindern im Zeitraum der letzten 50 Jahre. Jay fällt auf, dass die Zustimmung der Mutter in jedem einzelnen Fall nur mit einem X gekennzeichnet wurde - und dass jede Akte dieselbe autorisierende Unterschrift trägt. Im Krankenhaus sieht sich Jay bestätigt, dass die Unterschrift in den Adoptionsakten zu Dr. Garry gehört. Mary zeigt Philip die Unterschrift auf ihrer Adoptionsakte. Sie dachte, es wäre Philips Unterschrift, aber jetzt weiß sie, dass es die von Dr. Garry ist. Philips Bruder hat dafür gesorgt, dass Mary als Baby von ihrer Familie getrennt wurde. Philip ist von dieser Enthüllung tief erschüttert ... Jay teilt dem inhaftierten Sam mit, dass Swayze verschwunden ist. Sam scheint zu ahnen, wer ihn entführt hat, sagt aber nichts. Philip stellt Garry wütend zur Rede. Garry betont, dass er das getan habe, was statistisch gesehen das Beste für Philips Baby gewesen sei. Es kommt zu einer körperlichen Auseinandersetzung - bis plötzlich Marys Fruchtblase platzt. Als Jay die New Paradise Farm erreicht, findet er Swayze im Kofferraum von Susans Auto. Im angrenzenden Wald stößt er auf den aufgewühlten Joey, der Susan mit einem Gewehr bedroht. Joey beschuldigt sie, das Erbe von Schwester Kerry fortzuführen, indem sie Aborigine-Kinder aus ihren Familien reiße. Es kommt zu einer gefährlichen bewaffneten Konfrontation und zum erschütternden Moment der Wahrheit ...