19:40
Europas Bevölkerung schrumpft und nach vielen Jahren des dynamischen Zuwachses, sinkt nun auch in Frankreich die Geburtenrate. Eltern zu werden, das scheint kein erstrebenswertes Ziel mehr zu sein. Wir begleiten Yasmine, Lou und Chloé in ihrem Alltag, drei Erwachsene, die sich dafür entschieden haben, keine Kinder zu bekommen. Weil sie frei bleiben wollen oder aus Sorge um die Zukunft dieser Welt. Viele stimmen ihnen zu, andere kritisieren sie für ihre Entscheidung. Drei Wege, die von einer anderen Art erzählen, sein Leben zu gestalten und ohne Familie sein Gleichgewicht zu finden.
20:15
Lena war mit ihrer Mutter auf dem Weg in den Urlaub, doch stattdessen strandet sie mit Cem Öztürk, seiner Schwester Yagmur und dem Griechen Costa auf einer Insel. Zusammen müssen sie überleben, bis Rettung kommt. Aber die Gruppe ist zu verschieden - zwischen Culture-Clash und Gefühlschaos entsteht ein bizarres Abenteuer. Der Film zur gleichnamigen Kultserie von Bora Dagtekin. Die 19-jährige Lena Schneider ist genervt. Eigentlich will sie nur ihre Ruhe haben, doch daraus wird nichts: Notgedrungen muss sich die Abiturientin aus Berlin in einen Flieger quetschen, um mit Mutter Doris Richtung Thailand abzuheben. Bereits an Bord der Maschine macht Lena Bekanntschaft mit Cem Öztürk, der sich für einen coolen Rapper hält. Das Resultat: Man ist sich spontan unsympathisch. Der - zumindest von Doris - erhoffte Strandurlaub unter Palmen verläuft dann auch ganz anders als geplant: Eine Aschewolke zwingt das Flugzeug zum Notlanden, mitten im Indischen Ozean. Zwar überleben alle Passagiere, doch als Lena zur Besinnung kommt, findet sie sich auf einer einsamen Insel wieder. Nicht ganz menschenleer allerdings: Ausgerechnet Cem, seine Schwester Yagmur und den Griechen Costa hat es ebenfalls auf die Insel verschlagen. Lena ist ziemlich verzweifelt angesichts dieses unfreiwilligen Culture-Clashs unter Überlebensbedingungen. Vor allem Cems rüpelhafte Macho-Manieren kollidieren mit ihren Vorstellungen. Immerhin gelingt es ihnen gemeinsam, Funkkontakt mit Doris Schneider, Lenas Mutter, und Metin Öztürk, dem Vater von Cem und Yagmur, aufzunehmen. Die beiden wurden inzwischen wohlbehalten in ein Ferienhotel gebracht, wo der ordnungsliebende Metin den unkonventionellen, kämpferischen Charakter von Doris kennenlernt. Für das Wohl ihrer Kinder versuchen die beiden, einen gemeinsamen Nenner zu finden, und kommen dabei nervlich an ihre Grenzen. Währenddessen warten die jungen Leute auf die versprochene Rettung - und zwischen Suche nach Essen und Lagerfeuer unter Sternenhimmel scheinen Cem und Lena sich doch mehr zu mögen, als sie zugeben wollen.
22:00
Seit jeher wurde die Migration der türkischen Gastarbeiter und ihrer Familien nach Deutschland auch musikalisch begleitet. Arbeiterwohnheime und Teehäuser waren die ersten improvisierten Bühnen für gesellschaftskritische Musiker und Musikerinnen. Diese sangen und komponierten Lieder, die ihre Lebensumstände in der Ferne widerspiegelten - mal melancholische, mal fröhlich sarkastische Melodien und Texte über Aufbruch und Abenteuerlust, aber auch über die krude fremde Arbeitswelt und Abweisung durch die Gastgeber, Entwurzelung und Heimat. Zeit und Entfernung schufen ein Bild der Türkei aus Erinnerungen und Sehnsüchten. Abgekapselt vom Herkunftsland entwickelten die Migrantinnen und Migranten in Deutschland eine eigene Kultur mit großen Unterschieden zum Musikleben in der Türkei. Zwar wurden diese Songs auf Hochzeiten, religiösen Veranstaltungen oder in Gesangsvereinen über Jahrzehnte gesungen, doch wurden sie von der deutschen Kulturindustrie überhört. Mit dem Aufkommen von Satellitenfernsehen und Musikkassetten, später auch CDs, wurde die Isolation beendet. Die kulturellen Bedürfnisse der Einwanderer werden ab Mitte der 1990er Jahre vom türkischen Markt gestillt, die beiden isolierten türkischen Musikszenen kreuzen sich und es entstehen unzählige Hybride. Mit der Erfolgsgeschichte des Hip-Hops kam der Durchbruch für die zweite und dritte Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre eigenen Lebenswirklichkeiten auf den großen Bühnen ihrer Heimat Deutschland behandelten.
23:30
Paris, zwei Tage vor dem entscheidenden Termin bei der Ausländerbehörde: Der junge Souleyman, aus Guinea stammend und "sans papiers", arbeitet illegal als Essenskurier. Tag für Tag fährt er mit seinem Fahrrad durch die Straßen der französischen Hauptstadt, immer auf der Jagd nach dem nächsten Auftrag. Gleichzeitig bereitet er sich auf das Gespräch vor, das über seine Zukunft entscheiden wird. Um seine Chancen auf ein Bleiberecht zu erhöhen, prägt er sich die Geschichte ein, die seine Flucht erklären und den Antrag auf Asyl unterstützen soll. Doch mit jedem Tag wächst der Druck, bei der Befragung bestehen zu müssen, zumal seine Geschichte nicht die ganze Wahrheit ist ... Regisseur Boris Lojkine zeigt das Leben eines Menschen, dessen Zukunft von wenigen Minuten in einer Behörde abhängt. Ohne Pathos und mit großer Nähe begleitet der Film seinen Protagonisten durch eine Stadt, in der Hoffnung und Verzweiflung oft nur eine Straßenecke voneinander entfernt liegen. "Souleymans Geschichte" ist ein eindringliches Sozialdrama über Würde, Identität und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.