05:00
Ziegen gelten als zänkisch, rastlos und launisch, verblüffen aber auch durch ihre Energie und Schalkhaftigkeit. Von allen Nutztieren sind sie ihren Naturinstinkten am nächsten geblieben. Obwohl Ziegen schon seit rund 10.000 Jahren an der Seite des Menschen leben, sind manche Facetten ihres Verhaltens noch immer ein Rätsel. So legten Ziegen bei jüngsten wissenschaftlichen Experimenten überraschende Fähigkeiten an den Tag und erwiesen sich als überaus ausgefuchst.
05:50
Mit Spitzhacke, Hammer und Meißel bewaffnet, geht es bei "360° Reportage" hoch in die Berge auf Schatzsuche. Das Objekt der Begierde: der Bergkristall. Es handelt sich hierbei um einen Quarz in seiner reinsten und transparentesten Form. In den Schweizer Alpen benötigen die Mineralien- und Kristallsucher, auch "Strahler" genannt, ein Strahlerpatent, um die Bergkristalle abzubauen. Dafür geht es in tiefe Felsspalte und Hohlräume, sogenannte Klüfte. Ein gefährliches Unterfangen, bei dem manche Kristallsucher nicht selten ihr Leben riskieren. Der Preis ist es jedoch wert, denn Sammler bezahlen für Bergkristalle oft mehrere Tausend Euro. Amateure und Berufsstrahler sind in den Schweizer Alpen aus ganz unterschiedlicher Motivation unterwegs: Jelena Brkic ist Schmuckdesignerin und hat ihr eigenes Schmucklabel gegründet. Außerdem ist es ihr wichtig, ein traditionelles Handwerk ihrer Heimat weiterleben zu lassen. Oder Thomas Steinbrugger, Berufsstrahler und ehemaliger Extremkletterer, der ausschließlich vom Abbau der wertvollen Bergkristalle lebt: In 3.500 Meter Höhe schlägt er, zusammen mit seinem Bruder, jeden Sommer sein Basislager auf. Hier oben wird das Steinesuchen zur nicht ganz risikofreien Expedition. Die Veränderung des Klimas ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits legt das Schmelzen der Gletscher neue Klüfte frei, andererseits birgt das Tauen des Eises auch eine erhebliche Gefahr für die Schatzsucher - Unfälle gibt es fast jedes Jahr.
06:45
(1): Die Currywurst, der Streetfood-Klassiker Berlins (2): Nostalgiegeschmack: Daniela, eine Deutsche in Brasilen (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Papua-Neuguinea: Hinter Irving Penns Linse (2): Kanada: Der "Icefields Parkway" (3): Irland: Benitas Algenpudding (4): Frankreich: Der Pfarrer macht sich aus dem Staub
08:05
(1): Katalonien: Nicolas de Staëls Suche nach Licht (2): Frankreich: Wo Glas auf Parfümkunst trifft (3): Zypern: Georgoullas Nudelauflauf (4): Virginia: 100 Bräute aus dem Alten Europa
08:50
An der Seite weltweit bedeutender Maya-Experten unternimmt ARTE eine Reise zu den antiken mittelamerikanischen Monumentalstädten Teotihuacán, Tikal, Calakmul, El Mirador und Copán, die sich mal mit Naachtun verbündeten, mal mit ihm rivalisierten. Bis heute ist es ein Rätsel, warum Naachtun fast 200 Jahre lang den Zusammenbruch der Maya-Zivilisation überlebte. Die klassische Archäologie suchte die Erklärung in der politischen Geschichte der Stadt und in den zahlreichen gefundenen Stelen. Das aus Archäobotanikern, Geografen und Archäozoologen bestehende Ausgrabungsteam von Naachtun verfolgt darüber hinaus einen speziellen, bisher einzigartigen Ansatz: Es interessiert sich auch für die Untersuchung der Umwelt, das heißt für die Beziehungen zwischen den Mayas und dem sie umgebenden Dschungel. So können die Forscher das Alltagsleben der Mayas im Wald, insbesondere die zahlreichen Rituale und Zeremonien, vor Ort untersuchen und neue Erkenntnisse über den Untergang der Maya-Kultur erhalten. "Naachtun: Verborgene Stadt der Mayas" verbindet das archäologische Abenteuer, die historische Untersuchung und den ethnologischen Blick auf das gegenwärtige Naachtun. Durch die gelungene Verknüpfung der geschichtlichen Ereignisse mit den Glaubensvorstellungen der Mayas zeichnet der Film ein lebendiges Bild von der blühenden Kultur der präkolumbischen Welt, von gewaltigen Palästen und Tempeln und großartigen Städten aus Stuck und Stein.
10:25
Gut ein Jahrhundert nach seiner Entdeckung erscheint der Schatz des Tutanchamun in neuem Licht. Die Grabbeigaben wurden an einem einzigen Ort zusammengeführt, dem 2025 eröffneten Großen Ägyptischen Museum, das etwa zwei Kilometer von der Nekropole von Gizeh entfernt liegt. Aus diesem Grund befassten sich Forscher erneut mit dem Grab des Tutanchamun - mit erstaunlichen Ergebnissen. Tatsächlich soll ein Großteil des Grabschatzes von Tutanchamun nicht für ihn, sondern für seine ältere Schwester Meritaton bestimmt gewesen sein. Die historische Rolle dieser vergessenen Pharaonin muss neu beurteilt werden: Sie hätte nach dem Tod ihres Vaters für ihren unmündigen Bruder regiert und Ägypten aus einer strategisch schwachen Lage herausmanövriert. Während ihrer kurzen Herrschaft soll sie sich einen prächtigen Grabschatz zusammengestellt haben, den Tutanchamun, einmal zum Pharao gekrönt, schließlich für sich beanspruchte. Auch der berühmte goldene Thron des Tutanchamun soll ursprünglich für seinen Vater, Pharao Echnaton, angefertigt worden sein. Andere Grabbeigaben wie Gehstöcke, Zepter und Bekleidung weisen darauf hin, dass der Pharao unter einer Gehbehinderung litt und offenbar nicht lange stehen konnte. Weitere Enthüllungen betreffen die Entdeckung des Grabschatzes durch Howard Carter: Der britische Archäologe und sein Finanzier Lord Carnarvon sollen einige Grabbeigaben entwendet haben, die heute in alle Welt verstreut sind. Drei renommierte Forscher kommen in der Sendung zu Wort: Marc Gabolde, Professor an der Universität Montpellier und Experte für das Tutanchamun-Grab, Dimitri Laboury, Professor an der Universität Lüttich und weltweit anerkannter Experte der Amarna-Zeit, und Christian Loeben, Ägyptologe im Landesmuseum Hannover. "Tutanchamun, Neues aus dem Grab" ist eine spannende Ermittlung über eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten.
12:00
Grüne Dinkelkörner brauchen einen bestimmten Reifegrad, damit beim Rösten über Feuer das unverwechselbare Aroma des Grünkerns entsteht. Nur an ein paar Tagen im Sommer kann Jürgen Stätzler unreifen Dinkel dreschen und anschließend auf seiner historischen Darre per Hand über Buchenholz trocknen. Diese Verarbeitung haben die Bauern im Bauland, einem kleinen Landstrich in Nordbaden, vor über 300 Jahren zufällig entdeckt. Grünkern gibt es als ganzes Korn, Schrot oder Mehl. Die traditionellen Rezepte in der Region sind Grünkernsuppe und herzhafte Grünkernküchle. Jürgen und seine Partnerin Dagmar Graser leben vegetarisch, und sie verwenden Grünkern für viele Gerichte - im Salat, als Risotto, als Füllung für asiatischen Rollen oder als Falafel-Grundlage. Auch im Kuchen schmeckt das nussige Korn.
12:30
(1): Hamburg: Das Tor zu Karl Lagerfelds Welt (2): Türkei: Die Ölringer von Edirne (3): Usbekistan: Gulnozas Ravioli (4): Schweiz: Umschlagplatz für entartete Kunst
13:15
(1): Griechenland: Der humanistische Blick des Fotografen Costas Balafas (2): Costa Rica: Der maskierte Kampf der Borucas (3): Neapel: Robertas Calamari-Salat (4): Brest: Die Macht des Schicksals
14:00
Zehn Jahre ist es her, dass Samba aus dem Senegal nach Frankreich gekommen ist, um seine Familie finanziell zu unterstützen. In Paris hält er sich seitdem mit schlecht bezahlten Hilfsjobs über Wasser. Als ihm in einem Restaurant eine feste Stelle in Aussicht gestellt wird, scheint ein geregeltes Leben erreichbar. Um seine Situation zu legalisieren, beantragt er eine Aufenthaltserlaubnis, die jedoch abgelehnt wird. Samba wird von der Ausländerbehörde festgesetzt und in Abschiebehaft gebracht. Dort begegnet er Alice, die sich nach einem Burn-out in einer Hilfsorganisation für Menschen ohne Papiere engagiert. Während sie für sich versucht, nach ihrem Zusammenbruch wieder Halt zu finden, lässt sie Sambas Schicksal nicht los. Nach seiner Entlassung taucht der in Paris unter und schlägt sich weiter mit prekären Arbeiten und der ständigen Unsicherheit und Angst vor Kontrollen durch. Je länger Samba in dieser Parallelwelt aus improvisierten Überlebensstrategien gefangen bleibt, desto mehr gerät auch sein Selbstbild ins Wanken. Zugleich entwickelt sich zwischen ihm und Alice eine vorsichtige Nähe. Das Regieduo Olivier Nakache und Eric Toledano verbindet in "Samba" soziale Realität mit melancholischer Komik. Der Film erzählt von Arbeit, Identität und Zugehörigkeit, ohne seine Figuren auf Thesen zu reduzieren. Omar Sy verleiht der Titelfigur Charme und Verletzlichkeit.
16:20
Teneriffa ist die artenreichste Insel des gesamten Atlantiks. Viele Pflanzen wachsen nur hier. Noch heute bebt auf Teneriffa regelmäßig die Erde. Denn der Inselvulkan lebt. Jeden Monat kommen Mitarbeitenden von INVOLCAN in den Krater des Teide, um die vulkanische Aktivität zu überwachen. Sie sind für die Gefahrenabwehr auf dem Inselarchipel zuständig. Die Kegelform der Vulkaninsel ist verantwortlich für ein besonderes Mikroklima. 300 wolkenfreie Tage im Jahr machen den Teide zu einem idealen Ort für Sonnenbeobachtung. In der Caldera des Teide stehen wissenschaftliche Einrichtungen von Weltrang, darunter auch das größte Sonnenteleskop Europas: GREGOR. Die Kanarischen Inseln gehören zu den letzten Rückzugsgebieten weltweit für einen seltenen Unterwasserbewohner: den Engelhai. Ausgerechnet vor den Toren der Hauptstadt Teneriffas an einem künstlich angelegten Badestrand liegt seine Kinderstube. Meeresbiologen vom Angel Shark Project erforschen hier Jungtiere und beraten die Regierung. Mit großem Erfolg: Heute steht der Engelhai unter Schutz.
17:05
Die El-Hierro-Rieseneidechse ist eine naturgeschichtliche Sensation. Sie galt bereits als ausgestorben und wurde vor etwa 50 Jahren von Hirten wiederentdeckt. Sie ist eines der am stärksten bedrohten Reptilien Europas. Im Herzen La Gomeras liegt der Garajonay-Nationalpark, ein urzeitliches Relikt. Ein ähnlicher Wald bedeckte vor Millionen von Jahren die gesamte Mittelmeerregion. Doch während in Mitteleuropa die Eiszeit wütete und viele Arten auslöschte, blieb dieser Klimaumbruch auf den Kanaren aus. Isolation und Anpassung an neue Gegebenheiten waren Motoren der Evolution und schufen Arten, die weltweit einzigartig sind. Fast die Hälfte der Pflanzen auf La Gomera wächst nur hier. Steil sich auftürmende Lavamassen schufen zwischen den Vulkaninseln Meerestiefen von 2.000 bis 3.000 Metern. Viele Tiefseetiere sind hier zu Hause. Zwischen La Gomera und der Nachbarinsel Teneriffa liegt das erste Walschutzgebiet Europas: Teno-Rasca. Weltweit ist es das dritte. Hier leben 22 Walarten, und mehr als 350 Grindwale bilden eine der weltweit größten Kolonien dieser seltenen Spezies.
17:50
Im Süden herrscht das mildeste Klima der irischen Insel, und das hat Auswirkungen auf das Leben vor Ort. Durch den Golfstrom und die geschützte Lage zwischen hohen Bergen wirkt die Landschaft grüner, paradiesisch und ausgesprochen fotogen. In den Countys Cork und Kerry ganz im Südwesten ragen bergige Halbinseln in den Atlantik. Die Dörfer sind bunt und belebt. Abseits des regen Lebens ist die Pacht der Inselherberge auf Great Blasket attraktiv. Zahlreiche ausländische Bewerberinnen und Bewerber melden sich alljährlich auf die ungewöhnliche Stellenausschreibung. Rotwild zeigt sich in den hohen Gebirgsebenen des Killarney-Nationalparks und vor der Küste der Iveragh-Halbinsel finden verschiedene Walarten und seltene Riesenhaie, die im Sommer im Atlantik anzutreffen sind, ausreichend Nahrung. Ganz im Kleinen bringen die Bienen der nachhaltigen Bio-Farm auf der Dingle-Halbinsel das Land zum Aufblühen und ermöglichen eine natürliche, fast ganzjährige Ernte von einheimischen Gemüsesorten. Bei einem Flug über Land wird klar, dass die Beara-Halbinsel mit ihrer mystischen Landschaft in unzähligen Grüntönen und verträumten Seen dem Klischeebild der Grünen Insel am nächsten kommt. Das Mikroklima ermöglicht auf natürliche Weise eine Art gemäßigten Regenwald von hohem ökologischem Wert. Hier wachsen Farne, Moose und Flechten. Einst sahen weite Teile von Irland so aus. Der Einfluss des Klimawandels und die Balance der Artenvielfalt sind für Parkranger und Biologen tägliche Herausforderung. Sie schützen die einzigartigen, gefährdeten Naturräume.
18:30
Mit der Hauptstadt Dublin ist die östliche Region der Insel ein Zentrum der Kultur, aber auch der Geschichte. Hier treffen das alte und neue Irland zusammen. Dublin präsentiert sich als moderne internationale IT- und Wirtschaftsmetropole. Nur wenige Kilometer außerhalb liegen Zeugnisse aus prähistorischen Zeiten: die keltischen Hügelgräber Newgrange und Knowth. Aus der Luft zeigt sich eindrucksvoll, dass sie in ihrer Bedeutung nicht weit von den ägyptischen Pyramiden entfernt sind. Die Wände und Mauern sind übersät mit 5.000 Jahre alten Gravuren. Diese keltischen Motive bergen Geheimnisse, die Archäologinnen und Archäologen bis heute zu lüften versuchen. Von den Ebenen im Osten Irlands aus kolonialisierten die Engländer das Land über Jahrhunderte. Noch immer sind ihre Einflüsse in Architektur und Alltag spürbar. Die große Kunst des Gartenbaus hat ihren Ursprung in den englischen Herrenhäusern und hat vor allem im County Wicklow ihre Spuren hinterlassen. In bunter Farbenpracht lässt sich hier nachvollziehen, warum Gärtnern heute zu einem beliebten Hobby der Iren geworden ist. Irlands längster Fluss, der Shannon, auf dem einst die Wikinger in das Land einfielen, zieht sich durch das Zentrum der Insel. Mittlerweile ist der Fluss zur Heimat vieler Freizeitkapitäne geworden: eine eingeschworene Gemeinschaft. Die uralte Geschichte mit ihren verschiedenen Einflüssen ist im Osten der irischen Insel allgegenwärtig. Dort, wo das alte und das moderne Irland aufeinanderprallen, entsteht ein neuer Zeitgeist. So manche altgediente Tradition muss neuen Ideen weichen.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Dieser Sommer steht im Zeichen des K-Pop, denn mit BTS ist eine der bekanntesten-K-Pop-Bands zurück. Für Fans war K-Pop aber nie weg: In München hat die Friseur-Auszubildene Nhi eine eigene K-Pop-Tanzgruppe gegründet. Aufwändige Choreografien folgen strengen Regeln: Wer dazugehören will, muss sich in Castings beweisen. Um bekannter zu werden, messen sich Nhi und ihre Gruppe auf Social Media und bei Wettbewerben. Der nächste Contest steht an, doch noch wichtiger als der Sieg ist für Nhi die Leidenschaft: sie will ihren Idolen nahekommen, indem sie die Tänze perfektioniert. David hat K-Pop schon als Kind entdeckt, als er im ländlichen Bayern aufgewachsen ist. Die androgynen Idole prägen früh sein Verständnis von Männlichkeit. Koreanischer Pop inspiriert ihn und heute lebt er seinen eigenen Stil, inklusive Make-up und Crossdressing. Doch er musste sich auch vom K-Pop emanzipieren. Denn der progressive Look der Szene steht im Kontrast mit einer Industrie, die Queerness kaum zulässt. Für die Ultra-Fans Nathalie und Joana wird ein Traum wahr: Sie werden BTS live in Madrid sehen. Wochenlang planen sie Outfits und Reise - alles muss perfekt sein. Für Nathalie bedeutet K-Pop mehr als Musik: Nach dem Tod ihres Bruders gibt er ihr Halt. Ihr BTS-Idol Jung Kook ist für sie wie ein Ersatzbruder. Re: taucht in die K-Pop-Fanszene ein - und erlebt Leidenschaft, Gemeinschaft, aber auch die Schattenseiten dieser glitzernden Welt. Denn Teil der Fandom zu sein, wird schnell teuer. Nicht nur die Konzerttickets, sondern auch Merch, Kleidung und der dazugehörige Lifestyle belasten den Geldbeutel junger Fans.
20:15
Es ist Sommer, und Sandöns neueste Zuzügler, Carsten und Celia Larsson, haben alle Inselbewohner zur Einweihungsparty in ihre Luxusvilla eingeladen. Unter den Gästen sind auch Nora und ihr Freund Jonas. Als die beiden nach der Party spät in der Nacht auf dem Heimweg sind, geht die zur Villa gehörende Sauna plötzlich in Flammen auf. Doch die von Nora und Jonas gerufenen Rettungskräfte kommen für eine Person zu spät: Am nächsten Morgen wird in den Überresten der Sauna eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche gefunden. Das Werk eines Pyromanen? Oder ein kaltblütiger Mord? Ein neuer Fall für die Ermittler Thomas Andreasson und Mia Holmgren. Bald deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Opfer um Gastgeber Carsten handelt. Er ist seit der Party spurlos verschwunden - und bei mehr als genug Menschen sehr unbeliebt. Nicht nur war sein protziger Neubau vielen Inselbewohnern ein Dorn im Auge, allen voran dem Nachbarn Pär-Anders, auch die Baufirma ist wegen unbezahlter Rechnungen nicht gut auf ihn zu sprechen. Und dass Carsten zuletzt gesehen wurde, als er mit einer blonden jungen Frau die Party verließ, würde auch seiner eifersüchtigen Gattin Celia ein mögliches Motiv liefern. Kann Partygast Nora mit ihrer Orts- und Menschenkenntnis auch dieses Mal Thomas bei den Ermittlungen helfen? Doch auch sie weiß nichts über den mysteriösen Russen, der als ungeladener Gast auf der Party nach Carsten gesucht haben soll. Könnte er etwas mit dem Fall zu tun haben?
21:45
Auf geht's, für eine Woche zum Segelcamp nach Knarrholmen! Während sich Noras 12-jähriger Sohn Simon auf das Ferienabenteuer auf der kleinen Nachbarinsel freut, muss Benjamin von seinem Vater Christian regelrecht dazu gedrängt werden. Christian hofft, dass Benjamin endlich etwas selbstsicherer wird. Doch der in sich gekehrte Bücherwurm wird dort schnell zum Ziel gemeiner Späße der älteren Jungen. Bei einer Schnitzeljagd werfen sie Benjamins Kleider ins Wasser und lassen ihn vor Kälte zitternd am Strand zurück. Ein Mann kommt Benjamin mit einem trockenen Handtuch zu Hilfe. Es ist Pontus Lindqvist, der alles beobachtet hat und gerade erst nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs aus der Haft entlassen wurde. Am nächsten Morgen ist Benjamin spurlos verschwunden. Thomas Andreasson und seine Kollegin Mia Holmgren machen sich sofort auf die Suche nach dem Jungen und seinem mutmaßlichen Entführer ... Thomas hatte eigentlich in die Nachtschicht gewechselt und im Hafen Ausschau nach Treibstoffdieben gehalten. So wollte er tagsüber mehr Zeit für Pernilla haben, die sich alleine auf der Insel unwohl fühlt. Doch seit Benjamins Verschwinden ist Thomas wieder voll eingespannt, und Pernilla flüchtet in die Stadt. Unterdessen sieht Noras Stieftochter Vera in deren Freundschaft mit Thomas eine Gefahr für die Beziehung zwischen Nora und ihrem Vater Jonas. Tatsächlich kriselt es zwischen den beiden, nicht zuletzt wegen Jonas' aufkeimender Eifersucht ...
23:15
Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist. In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studierenden, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrenden nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit. Camilla Guttner erzählt Jojos Weg als satirisch gebrochenen Bildungsroman und als Blick in einen Mikrokosmos aus künstlerischem Streben und institutionalisierter Grenzüberschreitung. Der Film verbindet groteske Figuren und Milieubeobachtung mit einer zunehmend melancholischen Atmosphäre, die nachdenklich macht.