18:35
Die Wälder des Nationalen Naturreservats Fanjingshan in der chinesischen Provinz Guizhou sind unberührt und dank der Bemühungen des Reservatleiters Yang Yequin geschützt. Doch er wird sich demnächst als Forschungsleiter zurückziehen. Sein Nachfolger Nui Kefeng hat sich entschieden, mit Überwachungskameras zu arbeiten, die herausfinden sollen, wie sich die letzten 700 noch lebenden Guizhou-Goldaffen verhalten, wenn keine Beobachter in der Nähe sind. Dabei erwartet die Forscher eine erstaunliche Überraschung. Etwa 1.000 Kilometer nordöstlich erhebt sich in der Provinz Anhui ein anderer heiliger Berg: Auf dem Tianzhu steht das 400 Jahre alte buddhistische Nonnenkloster Jidi An. Die friedliche Stimmung wird durch eine Baustelle gestört: Ein neues Gebäude für den großen goldenen Buddha von Jidi An soll entstehen. In einem Tal am Fuße des Fanjing liegt ein geheimnisvoller blauer Teich, dessen glasklares Wasser auf die Menschen wie ein Jungbrunnen wirkt. Angeblich kann deshalb auch Yang Heping, ein alter Papiermacher aus dem angrenzenden Dorf, noch unermüdlich seiner uralten Profession nachgehen. Am Berg Tianzhu läuft das Leben inzwischen glücklicherweise wieder in geregelten Bahnen. Der Einblick in den Klosteralltag in Jidi An offenbart, dass genügsame Selbstversorgung und ein tiefer Respekt für die Natur das Leben der Nonnen bestimmen. So kann die Äbtissin endlich zu ihrer Reise in die Heimat der Goldaffen, auf den Berg Fanjing, aufbrechen. Von ihrer Höhenangst will sie sich dabei nicht aufhalten lassen, denn sie ahnt, dass sie auf dem Gipfel des Fanjing ein betörender Ausblick erwartet.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Bei der Metzger-WM in Paris zerlegen die Mannschaften vor den Augen der Jury innerhalb von dreieinhalb Stunden ein halbes Rind, ein Lamm, ein halbes Schwein und vier Hühner. Etwa 340 thekenfertige Produkte werden dann auf einem riesigen Tisch präsentiert und bewertet. "Es ist mir eine Ehre, dass ich unseren Beruf, unser Land und unser Know-how repräsentieren darf", sagt der Franzose Godefroy Piaton. Er und seine Kollegen wollen den Titel unbedingt nach Frankreich holen und haben dafür eigens einen Ernährungs- und Fitness-Coach engagiert. Ihr stärkster Gegner ist der amtierende Weltmeister: die deutsche Mannschaft. Das Team, das sich "Wolfpack" nennt, wird von Dirk Freyberger angeführt: "Zwei Jahre lang haben wir in unserer Freizeit auf eigene Kosten trainiert und sind bereit, den Titel zu verteidigen". Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen mit dieser Veranstaltung auch das Image des Metzgerberufes verbessern. Denn ihre Zunft leidet besonders unter dem Fachkräftemangel. Dies, sowie Skandale um Billigfleisch und veränderte Ernährungsgewohnheiten sind Ursachen dafür, dass sich die Zahl der Metzgereien in Deutschland in den vergangenen 23 Jahren fast halbiert hat. Gegen diesen Trend haben zwei Brüder aus dem Oberbergischen Land in Köln einen Metzgerbetrieb neu eröffnet und vor kurzem sogar eine zweite Filiale aufgemacht. Ihr Erfolgsrezept: "Wir setzen ganz auf naturnahe Fleischproduktion von heimischen Rindern", sagt Sebastian Friedrichs.
20:15
Juliane und Marianne wachsen in den 1950er Jahren als Töchter eines evangelischen Pfarrers auf: Die eine eckt an, die andere gilt als angepasst, und doch tragen beide denselben Drang in sich, die Enge ihrer Herkunft zu sprengen. Jahre später stehen sie auf entgegengesetzten Seiten desselben Aufbruchs. Juliane arbeitet für eine feministische Zeitschrift und streitet für gesellschaftliche Reformen, unter anderem gegen den Paragrafen 218. Marianne hingegen hat Familie und Alltag hinter sich gelassen und sich einer radikalen Gruppe angeschlossen, die den Staat mit Gewalt herausfordert: der RAF, Rote Armee Fraktion. Als Marianne untertaucht, wirkt sich das auch auf Julianes Leben aus: Mariannes kleiner Sohn Jan wird bei ihr abgeladen; kurz darauf nimmt sich sein Vater das Leben. Juliane, die mit dem Kind überfordert ist und sich zugleich in der Verantwortung sieht, organisiert eine Pflegefamilie und wird dadurch tiefer in die Geschichte ihrer Schwester hineingezogen. Marianne taucht überraschend wieder auf, fordert Loyalität und Hilfe, und zwischen den Schwestern beginnen konfliktreiche Auseinandersetzungen, die alte Verletzungen freilegen. Nach Mariannes Verhaftung besucht Juliane sie im Gefängnis. Bestürzt über den Zustand ihrer Schwester, opfert Juliane Zeit und Mittel, um Marianne zu unterstützen. Trotz ihrer weltanschaulichen Differenzen kehrt Juliane immer wieder zurück - bis sie im Urlaub die Nachricht erreicht, Marianne sei in ihrer Zelle gestorben, offiziell durch Suizid. Juliane glaubt nicht daran und beginnt, trotz Widerständen und zunehmender Vereinsamung, die Umstände zu hinterfragen.
22:00
Margarethe von Trotta wird international als Starregisseurin verehrt. Die 1942 in Berlin geborene von Trotta ist eine der wenigen deutschen Regie-Ikonen, ihre Werke haben deutsche (Film-)Geschichte geschrieben. Schon früh setzt sich Margarethe von Trotta in einer reinen Männerdomäne durch. 1981 gewinnt sie bei den Filmfestspielen in Venedig für "Die bleierne Zeit" den Goldenen Löwen und startet damit ihre Weltkarriere. Margarethe von Trotta hat sich in ihren Filmen und in ihrer Arbeit immer für mehr Gleichberechtigung eingesetzt, die Hauptrollen in all ihren Filmen besetzte sie mit Frauen. Für die Regisseurin und Filmprofessorin Julia von Heinz war Margarethe von Trotta ein wichtiges Vorbild. Bis heute ist sie das für viele junge Frauen. Begleitet wird Margarethe von Trotta in dem abendfüllenden Dokumentarfilm an die zentralen Orte ihrer Biografie - nach Berlin, Paris, München und Rom. Der Film geht ausführlich auf ihr künstlerisches Werk und den jeweiligen Bezug zum Zeitgeschehen ein und nähert sich der Privatperson Margarethe von Trotta. Was bewegt sie, wer hat sie geprägt, beeinflusst, was treibt sie noch heute an? Wir treffen ihre wichtigsten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter - ihren Ex-Mann, den Regisseur Volker Schlöndorff, sowie die Schauspielerinnen Angela Winkler, Barbara Sukowa und Katja Riemann, mit denen sie bis heute eng verbunden ist. Was ist ihr "Geheimnis", und warum verehren sie alle, die mit ihr arbeiten durften?
23:30
Paris, im Frühjahr 1976: Pierre Goldman, ein linksradikaler Aktivist, Sohn polnisch-jüdischer Immigranten und Widerständler, muss sich in einem zweiten Prozess verantworten. In erster Instanz wurde er wegen vier bewaffneten Raubüberfällen zu lebenslanger Haft verurteilt - darunter ein Fall, bei dem zwei Apothekerinnen starben. Goldman gesteht die übrigen Taten, doch den Doppelmord weist er entschieden zurück. Kurz vor Prozessbeginn hat er seine Sicht der Dinge in einem Buch veröffentlicht und der Polizei Rassismus und Antisemitismus sowie fragwürdige Ermittlungsmethoden vorgeworfen. Das macht ihn in der Öffentlichkeit zur Projektionsfläche: für die einen Täter, für die anderen Symbolfigur. Pierre Goldman ist bestens vernetzt, im Saal sitzen prominente Unterstützer, darunter Schlüsselfiguren der französischen Linken. Goldmans Verteidiger, der junge Anwalt Georges Kiejman, befragt die geladenen Zeuginnen und Zeugen. Alle wollen Goldman am Tatort oder kurz danach gesehen haben, doch ihre Erinnerungen sind widersprüchlich und geraten unter der Befragung ins Wanken. Goldman hingegen konterkariert über lange Strecken die Taktik seiner Verteidigung, schützt standhaft einen früheren Freund und fährt allen Anwesenden über den Mund; dabei riskiert er doch die Todesstrafe. Der Prozess wird zum emotionalen Schlagabtausch im Gerichtssaal: Zwischenrufe von der Tribüne, protestierende Polizisten im Zeugenstand und ein zunehmend aufgebrachter Angeklagter eskalieren die Stimmung und erzwingen Unterbrechungen. Der charismatische Richter hat das Geschehen im Griff, aber es ist auch für ihn eine Tour de Force. Hauptdarsteller Arieh Worthalter erhielt für seine Leistung 2024 den César als bester Schauspieler; Cédric Kahns Film war insgesamt achtmal für den César nominiert.