17:25
(1) Brasilien: Mütter gegen Polizeigewalt In ganz Brasilien sterben jedes Jahr 6.000 Menschen bei Polizeieinsätzen, meistens trifft es junge schwarze Männer aus den Armenvierteln. Kriminelle Banden kontrollieren fast ein Drittel der Stadt Rio de Janeiro. Die Polizei patrouilliert dort nur in militärischer Formation, dabei sterben in Rio de Janeiro jährlich zwischen 700 und 900 Menschen. (2) Irak: Kehren Christen heim nach Mossul? Nach Jahren des Schweigens läuten in Mossul nun auch wieder die Kirchenglocken. Zehn Jahre nach dem Fall des Islamischen Staats erhebt sich die Stadt der Minarette wieder aus ihren Trümmern. Die Kirchen Al-Tahira und Mar Toma, Ikonen des orientalischen Christentums, die der IS zerstört hatte, wurden restauriert und gerade wiedereröffnet.
18:20
Am 26. Januar 2026 lud der indische Ministerpräsident Narendra Modi die EU-Kommissionspräsidentin Ursula Van der Leyen und den EU-Ratspräsidenten Antonio Costa zur Militärparade am "Tag der Republik" ein. Vor dem Hintergrund der neuen geopolitischen Lage unterzeichneten Indien und Europa einen historischen Wirtschafts- und Sicherheitsvertrag. Sowohl Indien als auch Europa sehen China als "systemischen Rivalen" und haben das Vertrauen in die Vereinigten Staaten unter Donald Trump verloren. Die Europäer setzen daher stärker auf Indien, und das beruht auf Gegenseitigkeit. Natürlich weiß die EU, dass das Land unter Narendra Modi mehrere diplomatische Eisen im Feuer hat und auch im Rahmen der BRICS seine Interessen verfolgt.
18:35
Die Slowakei führt zu Unrecht ein Schattendasein neben ihren Nachbarländern. Verstecken muss sich das kleine Land nicht, denn es hat alles: unverbrauchte Natur, Burgenreichtum, ein einzigartiges Binnendelta und unzählige Heilquellen, in denen einst schon Kaiserin Sisi badete. Zuzana Vandlikova und David Chrenak wollen die "slowakische Route 66" erkunden. Sie beginnt im Süden und führt einmal quer durchs Land, bis zur Hohen Tatra im Norden. Die Nebenstraße ist seit einigen Jahren ein Geheimtipp. Jozef Svoren ist Produzent und Hüter eines slowakischen Schatzes. Er baut die Fujara, eine bis zu 1,70 Meter lange Hirtenflöte. Seit dem 14. Jahrhundert werden die Instrumente hauptsächlich aus Holunderholz gebaut. Früher verständigten sich damit die Hirten über weite Strecken hinweg. Einer begann, ein anderer stimmte ein - das legendäre Echospiel war geboren. Die berühmteste slowakische Burg ist die Arwaburg. 1921 nutzte der deutsche Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau die Felsenfestung als Filmkulisse für "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens". Die guten Geister von heute heißen Lenka Cervenova und Andrea Vyskrabkova. Zwei Restauratorinnen mit viel Verantwortung, denn die alten Burgherren haben unzählige Schätze hinterlassen. Im Süden der Slowakei bildet die Donau ein in Europa nahezu einmaliges Binnendelta. 3.800 Quadratkilometer groß, voll einzigartiger Flora und Fauna. Doch das Gebiet droht auszutrocknen. Katarina Holubova, Wissenschaftlerin und Umweltschützerin, kämpft schon seit Jahren für dessen Erhalt.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Transnistrien hat sich 1992 einseitig von der Republik Moldau abgespalten, ist faktisch jedoch ein Staat im Staat - mit eigener Flagge, eigener Währung und eigener Regierung. Die selbsternannte Republik ist international nicht anerkannt, aber seit Jahrzehnten politisch, wirtschaftlich und militärisch eng mit Russland verflochten. Rund 1.500 russische Soldaten sind dauerhaft in der Region stationiert. Im Frühjahr 2022 kommt es zu Explosionen und Angriffen auf Behördengebäude - kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Ein Zufall? Der sogenannte eingefrorene Konflikt zwischen Transnistrien und der Republik Moldau birgt erhebliches Eskalationspotenzial. Während die Regierung in Chisinau einen pro-europäischen Kurs verfolgt, halten viele Menschen in Transnistrien an Russland fest, trotz tiefer Armut im Land. Die Wirtschaft der Region wird von einem mächtigen Oligarchen-Netzwerk dominiert. Kritiker sprechen von einem System gegenseitiger Absicherung zwischen Wirtschaft, Politik und pro-russischen Machtstrukturen. Bis Anfang 2025 beruhte Transnistriens Ökonomie auf kostenlosem Gas aus Russland - obwohl rund 80 Prozent der Exporte in die EU fließen. Ein paradoxes Konstrukt. Die Energiekrise nach dem Gas-Stopp hat die Spannungen in der Region verschärft. Spätestens seit Moldau seit Juni 2022 den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten hat, rückt die lange vergessene Region wieder ins Zentrum geopolitischer Machtspiele. Während Oligarchen und prorussische Akteure auf Destabilisierung setzen, wächst der Druck auf die moldauische Regierung - und auf Europa, eindeutig Stellung zu beziehen.
20:05
In Moldau hat man sich für Europa entschieden: Die Partei der amtierenden Präsidentin Maia Sandu, die ihre Politik auf einen EU-Beitritt des Landes ausrichtet, hat die Wahl 2024 klar gewonnen. Das Ergebnis ist gleichzeitig ein Rückschlag für Sandus Kontrahenten, den früheren moldauischen Präsidenten Igor Dodon, und für Wladimir Putins Russland, das ihn unterstützte.
20:15
Als es der Sowjetunion am 12. April 1961 gelingt, den ersten Menschen in den Weltraum zu schicken, steigt in den USA der Druck. Schließlich verkündet Präsident John F. Kennedy einen ambitionierten Plan: Noch innerhalb der 1960er Jahre soll ein bemannter Flug zum Mond realisiert werden. Koste es, was es wolle. Doch im Wettstreit um den Mond ereignete sich eine Tragödie: Am 27. Januar 1967 kommt es während eines Routinetests zu einem tragischen Unfall, der das ganze Land erschüttert und drei Astronauten das Leben kostet: Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee, so die Namen der Besatzung der ersten bemannten Raumfahrtmission im Rahmen des Apollo-Programms der Nasa. Sie ebneten all denjenigen den Weg, die später den Mond erreichen sollten: Dass am 21. Juli 1969 - nur rund zweieinhalb Jahre nach der Katastrophe - Neil Armstrong erfolgreich auf dem Mond landet, wäre ohne die Erfahrungen der Apollo-1-Mission unmöglich gewesen. Ehemalige Nasa-Verantwortliche und Hinterbliebene der Verstorbenen gewähren einen emotionalen Einblick in die Zeit vor und nach dem Tod der Astronauten. Aus ihrer sehr persönlichen Perspektive erzählt der Dokumentarfilm die inspirierende Geschichte dreier fast vergessener Pioniere, die mit einem unbändigen Willen für ihren großen Traum gearbeitet haben und damit den Grundstein für einen großen Schritt der Menschheit legten.
21:45
Es ist vollbracht: Mit Artemis II umrundete erstmals seit Apollo 17 (1972) wieder eine bemannte Mission den Erdtrabanten. Die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen bereiteten sich intensiv auf ihren bevorstehenden Einsatz vor. Die neuntägige Mission führte die Crew zunächst in die Erdumlaufbahn, bevor die Raumkapsel Kurs auf den Mond nahm. Anschließend umflog sie ihn in großem Bogen, ehe die Astronauten gesund zur Erde zurückkehrten. Damit waren sie die ersten Menschen, die sich seit über 50 Jahren so weit von der Erde entfernen. Die Nasa setzte bei Artemis II auf das Space Launch System (SLS), eine der leistungsstärksten Raketen der Welt, und die Orion-Kapsel - beide wurden bereits bei der unbemannten Mission Artemis I (2022) erfolgreich getestet. Doch der bemannte Flug war ein entscheidender Schritt. Langfristig soll Artemis den Weg für eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond ebnen und als Vorbereitung für bemannte Marsmissionen dienen. Die USA wollen mit dem Programm ihre Führungsrolle in der Raumfahrt verteidigen. China plant ebenfalls eine bemannte Mondlandung bis 2030. Mit Artemis III will die Nasa wieder auf der Mondoberfläche landen - nach derzeitiger Planung im Jahr 2027.
22:45
Am 4. Oktober 1957 schossen russische Wissenschaftler den Satelliten "Sputnik", eine Aluminiumkugel mit knapp 60 Zentimetern Durchmesser, in eine Erdumlaufbahn. In Zeiten des Kalten Krieges verschafft diese Meisterleistung der UdSSR einen großen technischen Vorsprung: Wenn die Sowjets über Trägerraketen verfügen, die Satelliten in den Weltraum schießen, dann werden sie durchaus in der Lage sein, eine Atombombe in die USA zu bringen und abzuwerfen, so die damals vorherrschende Meinung. Den Amerikanern blieb nichts anderes übrig, als in Wettstreit mit der Sowjetunion zu treten. Die Vereinigten Staaten mussten in den ersten Jahren zahlreiche Niederlagen einstecken. Am 12. April 1961 siegten erneut die Sowjets: Der Astronaut Juri Gagarin flog als erster Mensch ins All. Um aufzuholen, wendete sich US-Präsident Eisenhower widerwillig an den Raketeningenieur sowie einstigen SS-Angehörigen Wernher von Braun. Während des Zweiten Weltkriegs hatte dieser die "V2"-Rakete erfunden und damit die Raumfahrt entscheidend vorangebracht. Dank seiner Arbeit schöpften die Amerikaner Hoffnung, die Sowjets in technischer Sicht einholen zu können. Am 5. Mai 1961 zeigte das Fernsehen in einer Live-Übertragung, wie Wernher von Brauns "Redstone"-Rakete den US-Marine-Testpiloten Alan Shepard in den Weltraum schoss. Nach diesem Etappensieg verkündete der frisch gewählte Präsident John F. Kennedy den Wettlauf zum Mond und damit den Wettstreit um einen neuen Einflussbereich. Knapp ein Jahr später vollbrachte das US-amerikanische Raumfahrtprogramm erneut eine Meisterleistung: Der Marine-Oberstleutnant John Glenn umkreiste am 20. Februar 1962 als erster Amerikaner die Erde. Endlich konnten die Nasa und Wernher von Braun konkrete Ergebnisse vorweisen. Während eines Gipfeltreffens mit KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow erwähnte Kennedy nebenbei eine mögliche gemeinsame Mondmission. Chruschtschow zögerte, denn eine solche Kooperation könnte die Wahrheit ans Licht bringen: Die Sowjetunion hatte gar keinen technischen Vorsprung. Nachdem sein Vorschlag abgelehnt wurde, konzentrierte sich der junge US-Präsident auf sein nationales Raumfahrtprogramm. Doch die ersten Schritte auf dem Mond erlebte er nicht mehr: Am 22. November 1963 wurde John F. Kennedy in Dallas, Texas, ermordet.