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TV Programm für ARTE am 18.07.2026

Abenteuer Archäologie 05:00

Abenteuer Archäologie: Die Felsmalereien des San-Volkes

Archäologie

Im südafrikanischen uKhahlamba Drakensberg Park gibt es etwa 35.000 Felsmalereien. Nirgendwo sonst auf der Welt finden sich prähistorische Kunstwerke in solcher Dichte. Angefertigt wurden die Bilder, deren älteste Exemplare vor etwa 30.000 Jahren und die letzten im 19. Jahrhundert entstanden, von den San, einem Volk von Jägern und Sammlern. Heute lebt nur noch eine kleine Gruppe von San in der Wüste der Nachbarländer Namibia und Botsuana. Mit ihrem Verschwinden ist auch das Wissen um die Bedeutung dieser über Jahrtausende entstandenen Malereien verloren gegangen. Welche Geschichte erzählen die San-Malereien? Welche Botschaft hinterließen ihre Schöpfer auf den Felsen? Nach jahrelangen Forschungsarbeiten ist es Archäologen endlich gelungen, die Zeichnungen zu entschlüsseln. Eine Tierdarstellung sollte sich als entscheidend für das Verständnis dieser Kunst erweisen: die Elantilope. Diese war eine Kreatur des San-Gottes Cagn und spielte eine vergleichbare Rolle in deren Religion wie die Taube für die Christen. Daneben versuchten die Archäologen herauszufinden, was die verschiedenen Mischwesen - halb Tier, halb Mensch - symbolisieren. Es entstand die Hypothese, dass es sich um sakrale Darstellungen handeln muss, nicht um Alltagsszenen. Weitere Belege für diese Vermutung lieferten die Neurowissenschaften, ein Forschungsfeld, das noch nie in der Archäologie bemüht wurde: Unter Berücksichtigung von Erkenntnissen aus der Neuropsychologie kamen die Archäologen zu dem Schluss, dass die Felsbilder Trancetänze darstellen, die eines der wichtigsten Rituale der San-Religion waren. Die Zeichnungen führten die Forscher letztlich in die mystische Welt der ersten Geistheiler Südafrikas - der Schamanen.

Malaria - Hoffnung in Sicht 05:30

Malaria - Hoffnung in Sicht

Dokumentation

Der Kampf gegen Malaria ist eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Immunbiologie. Sie gehört zu den tödlichsten Krankheiten weltweit: Mehr als 600.000 Menschen, die meisten von ihnen Kinder, fallen ihr alljährlich zum Opfer. Obwohl es sich um eine Tropenkrankheit handelt, hat die Malaria auch das Schicksal von Menschen in Europa geprägt. Heute steht die Welt an einem Wendepunkt im Kampf gegen das "Sumpffieber", denn ein Team unter Leitung von Forschenden der Universität Oxford hat einen neuen Impfstoff entwickelt. Die Dokumentation folgt diesem Wissenschaftlerteam, das schon den AstraZeneca-Impfstoff gegen COVID-19 entwickelte und zeitgleich an dem Malaria-Vakzin R21/Matrix-M arbeitete, von dem man hoffte, dass es als erste Substanz das von der Weltgesundheitsorganisation WHO propagierte Ziel einer 75-prozentigen Wirksamkeit erreicht. Über 140 Impfstoffen war dies zuvor nicht gelungen, und nur ein einziger war bisher zugelassen: Das unter dem Namen "RTS,S" oder "Mosquirix" bekannte Serum ist jedoch teuer und derzeit nur sehr begrenzt verfügbar. Noch während die Ergebnisse der klinischen Tests an Kindern von R21/Matrix-M in ganz Afrika ausgewertet wurden, hatte der größte Impfstoffhersteller der Welt, das Serum Institute of India, die riskante Entscheidung getroffen, noch vor der WHO-Zulassung mit der kostengünstigen Herstellung von Millionen Dosen zu beginnen. Bevor diese Zulassung erteilt wurde, musste das Forscherteam überzeugende Daten aus Phase-3-Tests an Tausenden Kindern vorlegen. Darüber hinaus wurde der Impfstoff strengen Qualitätsprüfungen unterzogen. Das Vorhaben, das Vakzin rechtzeitig zur Malariasaison 2024 bereitzustellen, war ein Wettlauf gegen die Zeit. Ein exklusiver, hochspannender und ergreifender Einblick in die Welt der Forschung.

Die Muschelsammlerinnen von Galicien 06:25

Die Muschelsammlerinnen von Galicien

Dokumentation

Irene hat lange davon geträumt, diesen Beruf ausüben zu dürfen. 120 Frauen stehen auf der Warteliste. Jetzt ist sie eine der 450 Mariscadoras in der Ría de Muros e Noia in Galicien, eine Muschelsammlerin zu Fuß! Rosa, die dienstälteste Mariscadora, führt sie ein in das Wissen um die besten Stellen und die richtige Haltung mit dem langen Rechen. Anders als die Muschelsammler zu Boot müssen sich die Mariscadoras bei ihrer Arbeit nach der Ebbe richten, denn die unberechenbaren Strömungen bergen Gefahren. Je rauer das Meer, je heftiger Sturm und Regen, desto gefährlicher ist ihr Job. Irene und Rosa aber lieben genau diese Naturgewalten. Eine Erntesaison geht normalerweise von Oktober bis Februar, die Muschelsammlerinnen verdienen in dieser Zeit ein Jahresgehalt, doch dieses Jahr sind die Muscheln nicht genug gewachsen. Die Fischerzunft von Noia legt die Erntezeiten und die Fangmengen in Absprache mit einem Biologen fest. Diese Saison wird die kürzeste in der Geschichte der Ría sein. Für Irene ist das tragisch, Rosa arrangiert sich und will nachhaltig handeln. Der Film taucht ein in ihre sehr besondere Welt.

360° Reportage 07:20

360° Reportage: Werft unter Palmen: Indonesiens Pinisis

Reportage

Syarifuddin hat es wieder einmal geschafft - eines seiner Schiffe ist fertig gebaut und soll die kleine Werft am Strand von Sulawesi verlassen. Monatelang hat der Bootsbauer mit seinen Angestellten an dem Auftrag für einen einheimischen Reeder gearbeitet, ohne schriftlichen Bauplan, ohne moderne Maschinen. Die Bootsbauer geben ihr Wissen nämlich seit jeher mündlich weiter, von einer Generation zur nächsten. So wie es Syarifuddin heute mit seinem Sohn tut. Schon zur niederländischen Kolonialzeit spielten diese Frachtensegler, Pinisi genannt, eine wichtige Rolle. Die Bugi-Schoner, wie sie damals auch genannt wurden, sammelten die kostenbaren Waren wie etwa Gewürze ein, die dann mit größeren Handelsschiffen nach Europa gebracht wurden. Auch heute versorgen die traditionellen Lastenschiffe den indonesischen Inselstaat mit Waren des täglichen Bedarfs. Viele sind inzwischen mit einem Motor ausgestattet, was die Handhabung und Lenkung zwar einfacher macht, aber auch droht, die althergebrachte Segelkunst in Vergessenheit geraten zu lassen. Immer weniger junge Leute beherrschen diese Technik, und lange schien es, als würde der Beruf des Segelmatrosen dem Untergang geweiht sein. Doch seit einiger Zeit setzt ein Umdenken ein. Sogar junge Frauen interessieren sich neuerdings für eine Tätigkeit an Deck der Segler. Syarifuddin bereitet nun den Stapellauf seines neuesten Schiffes vor. Auch dabei sind wieder Gespür und Erfahrung gefragt. Denn bis zur Wasserung können Wochen vergehen, der Stapellauf ist sowohl vom Wetter als auch den Gezeiten abhängig. Das Schiff wird nämlich per mühsamer Handarbeit auf Rollen Stück für Stück ins Wasser gezogen. So wie es schon Syarifuddins Vorfahren taten.

360° Reportage 08:15

360° Reportage: Das teuerste Stroh der Welt

Reportage

Lison de Caunes hat einen wichtigen Termin bei einem Luxusjuwelier in Paris. Die französische Künstlerin und Möbeldesignerin, deren Markenzeichen die Arbeit mit dem veredelten Stroh ist, das sie stilgemäß über Möbelstücke oder Wände spannt, soll eine aufwendige Dekoration für eine geplante Boutique in Chicago entwerfen. Das Material dafür bezieht sie aus dem Burgund, einer ländlich geprägten Gegend im Herzen Frankreichs, deren Bauern lange Zeit mit dem derben und haltbaren Roggenstroh arbeiteten, um damit etwa ihre Dächer zu decken oder Wände abzudichten. Aufgrund neuer maschinell erstellter Alternativen sank die Nachfrage in den letzten Jahren jedoch, so dass nur noch wenige kleine Betriebe überlebten, die das Naturprodukt verarbeiteten. Im Dorf L'Abergement-de-Cuisery war Jean-Jacques Rodot der Letzte, der Roggen eigens wegen der baulichen Qualitäten des Materials anbaute. Mangels Kunden war er kurz davor, ebenfalls aufzugeben, doch seine Begegnung mit Lison de Caunes änderte alles. Sie nutzte das von Jean-Jacques Rodot gefärbte Stroh, um damit Möbelstücke zu veredeln und sie so zu exquisiten Unikaten werden zu lassen. Ein Trend, der auch andere Kunsthandwerker inspirierte und bis heute anhält. So gibt es mancherorts wieder kleine Ateliers und Werkstätten, die für teures Geld exklusive Stühle bespannen oder Kommoden beschichten. Lison de Caunes hat sich derweil mit dem Juwelier auf einen Auftrag geeinigt. Ein mehrere Meter hoher Paravent, dessen Oberfläche an das farbenfrohe Rad eines Pfaus erinnern wird, soll die Niederlassung in Chicago zieren. Eine Herausforderung für die Künstlerin und ihr Team. Schon in wenigen Wochen soll das exquisite Objekt auf die Reise geschickt werden.

Stadt Land Kunst Spezial 09:05

Stadt Land Kunst Spezial: Elfenbeinküste

Magazin

(1): Bernard Binlin Dadié: Die Stimme der ivorischen Unabhängigkeit (2): Ein ganzes Volk tanzt den Zouglou (3): Guetous typisch ivorischer Eintopf mit Reis (4): Ein Wettrennen gegen die Savanne

Stadt Land Kunst Spezial 09:55

Stadt Land Kunst Spezial: Chile

Magazin

(1): Chiloé, die Wiege von Francisco Coloane (2): Wände, die vom Leben erzählen (3): Tutis und Franciscos Suppe mit getrocknetem Pferdefleisch (4): Bücher des Zorns

Zu Tisch 10:40

Zu Tisch: Tahiti, Französisch-Polynesien

Essen und Trinken

Polynesierinnen und Polynesier führen weltweit die Body-Mass-Index-Ranglisten an - viele sind fettleibig. Dabei bietet die Vegetation Tahitis fast alles, was das Herz begehrt. Kreativ ersetzt Monia Temaurioraa Importprodukte mit lokalen Zutaten. Wenn die Regenzeit beginnt und die Brotfrüchte reifen, wird es Zeit für ihre Taboulé - zu 100 Prozent lokal. Als Mutter gibt sie ihr kulinarisches Erbe weiter. Ihr zwölfjähriger Sohn weiß bereits, wie er Kokosmilch herstellt. Marc Cizeron ist Exil-Franzose. Er wohnt und kocht in einem kleinen Paradies direkt am Meer. Dort taucht er nach essbaren Algen und pflegt Korallen. Wie Monia glaubt er, dass eine gesunde Ernährung die beste Medizin ist. Sonntags feuern Monia und Marc den traditionellen tahitianischen Erdofen Ahima an und garen darin Poulet Fafa, ein Hähnchengericht.

Mächtige Winde 11:10

Mächtige Winde: Mistral, der Wind des Meisters

Natur und Umwelt

Früher hieß es, der Mistral könne Stieren die Hörner abreißen und junge Frauen schwängern. Diese alten Sprüche sind Geschichte, aber der "Herr der Winde" ist auch heute noch gefürchtet. Der Mistral ist aus der provenzalischen Kultur nicht wegzudenken: Er formt die Landschaft, bestimmt die Anbaupraktiken, kristallisiert das Salz, inspiriert Künstlerinnen und Künstler. Und im Sommer verstärkt er die Waldbrände im Südosten Frankreichs. Der kalte und stürmische Fallwind weht durch das südliche Rhônetal und bahnt sich seinen Weg durch atemberaubende Landschaften, vom Mont Ventoux bis zu den Salzmarschen von Aigues-Mortes. Segensreich und zerstörerisch zugleich, zwingt der Mistral Mensch und Natur, sich anzupassen. Er ist ein nützlicher Helfer: Die Winzer verlassen sich auf ihn, die Müller versorgt er mit der nötigen Energie für ihre Mühlen und in den Salzgärten der Camargue trocknet er die Marschen aus und lässt die Salzkristalle wachsen. Sein dämonisches Gesicht zeigt er, wenn er im Sommer die Brände in den trockenen Wäldern der Alpilles antreibt oder das Meer vor den Frioul-Inseln gefährlich aufwühlt. Der Mistral weht über Weinberge und Dörfer, über Schluchten und Sümpfe, über Klippen und Meer. Wer ihm folgt, entdeckt die Geschichte einer wunderschönen Region und erfährt, wie sich Mensch und Natur im Laufe der Jahrhunderte an den kalten und stürmischen Fallwind aus dem Norden und Nordwesten angepasst haben.

Mächtige Winde 11:55

Mächtige Winde: Passat, der Wind der Reisenden

Natur und Umwelt

Der Passat ist der Wind der Reisenden. Heute ist seine Bahn rund um den Globus bekannt; vor Jahrhunderten war dieses Wissen ein Staatsgeheimnis, das wie ein kostbarer Schatz gehütet wurde. Denn wer den Weg des Windes kannte, hatte auf See unschätzbare Vorteile. Der Passat ermöglichte es unerschrockenen Seefahrern, den Atlantik zu überqueren, Amerika zu entdecken und den Lauf der Geschichte zu verändern. Die feuchten und beständigen Winde wehen zwischen den Tropen und dem Äquator, an Land und auf See. Sie begünstigen die Entwicklung von Ökosystemen und haben es dem Menschen ermöglicht, sich trotz widriger Bedingungen anzusiedeln. Auf den Kanarischen Inseln verleihen die Passatwinde den Wacholderbäumen ihre typische gebeugte Form - das Bild einer wilden, ungestümen Natur. Auf den Kanaren regnet es selten, und die wenigen Niederschläge werden sofort vom vulkanischen Gestein aufgesogen. Umso kostbarer ist die Feuchtigkeit, die der Passatwind mit sich bringt. Sie legt sich in kleinen Tropfen auf die Blätter der Bäume und füllt die Wasserbecken, die die ersten Bewohner der Insel in die Felsen schlugen, um zu überleben. Die Passatwinde helfen auch dem Sturmtaucher auf seiner langen Reise von den Kanarischen Inseln bis nach Südafrika. Auch für das Leben unter Wasser sind die kräftigen Winde wichtig: Unablässig wehen sie über den Atlantik, wühlen den Ozean auf und bringen kaltes Wasser an die Oberfläche. Bedrohlich werden die Passatwinde nur selten, aber sie sind verantwortlich für das größte Erosionsphänomen der Erde. Und sie sorgen für ein Wunder, das die Wissenschaft gerade erst entdeckt hat: Der Saharastaub, den die Passatwinde über den Atlantik transportieren, düngt den 6.000 Kilometer entfernten Amazonas-Regenwald, die grüne Lunge unseres Planeten.

Mächtige Winde 12:40

Mächtige Winde: Monsun, der Wind des Schicksals

Natur und Umwelt

Im Sommer bringt der Monsun von Südindien bis zum Himalaya spektakuläre Wolkenbrüche, die von den Menschen sehnsüchtig erwartet werden. Mit Gebeten und Prozessionen beschwören sie den Schicksalswind, denn das Leben von Millionen Menschen hängt von ihm ab. So ist zum Beispiel die Landwirtschaft ganz auf den Monsun angewiesen. Boden und Saat werden nach uralter Tradition auf ihn vorbereitet. Doch wie lange noch? Der Klimawandel hat den natürlichen Kreislauf durcheinandergebracht. Der Monsun weht aus Südwest und bringt Libellen aus Afrika über den Indischen Ozean an die Küste Keralas. Hier pflanzen sie sich in den Reisfeldern fort und werden von Biologen untersucht. Der Wind zieht weiter, trifft auf die Berghänge der Westghats und lässt ergiebige Regenfälle auf die dichten Wälder niedergehen. Hat der Wind die Berge hinter sich gelassen, nimmt er in den Ebenen von Tamil Nadu Fahrt auf und versorgt riesige Windparks mit Energie. Der Monsun wird auch für die traditionellen Drachenwettbewerbe genutzt, die schon zu Zeiten der Maharadschas beliebt waren. An der Ostküste Indiens wartet man sehnsüchtig auf den Wind. Die Fischer halten ihre Netze bereit, denn der Monsun bedeutet zwar stürmische See, aber auch reichlich Fang. Auf seinem Weg über den Golf von Bengalen lädt sich der Wind mit Feuchtigkeit auf, bevor er auf die Ausläufer des Himalayas trifft - eine unüberwindbare Mauer. Der Regen überschwemmt den Kaziranga-Nationalpark, das weltweit wichtigste Schutzgebiet für das Indische Panzernashorn. Die Tiere haben dann weniger Platz und Wilderer leichtes Spiel. Doch mutige Tierschützer wachen über die Nashörner, bis der Wasserspiegel wieder sinkt.

Mächtige Winde 13:25

Mächtige Winde: Scirocco, der Wind der Wüste

Natur und Umwelt

Der Scirocco entsteht in der heißen Luft über der Sahara und strömt nach Norden. Wo er weht, können die Temperaturen innerhalb weniger Stunden um zehn Grad Celsius steigen. Tiere verkriechen sich in den Dünen, um sich vor dem rund 90 Stundenkilometer schnellen Wind zu schützen, der Unmengen von Sand aufwirbelt, und auch die Nomaden haben gelernt, mit dem Scirocco umzugehen. Auf seinem Weg zur Küste schleift der heiße, sandige Wind den Boden ab, entwurzelt Olivenbäume, trocknet die Vegetation aus und entfacht Brände. Wissenschaftler und Meteorologen versuchen, den Scirocco besser zu verstehen. Seine Staubwolken gelangen bis nach Europa und legen sich als ockerfarbene Schicht auf die schneeweißen Gipfel der Alpen. Dies beschleunigt die Schneeschmelze und stört die hiesigen Ökosysteme. Wissenschaftler des "Barcelona Dust Forecast Center" nehmen die gesundheitsschädlichen Partikel unter die Lupe und versuchen, die Staub- und Sandstürme mit Hilfe eines der größten Superrechner Europas zu modellieren und genauer vorherzusagen. Doch der Scirocco bringt nicht nur Zerstörung, er hat auch große Künstler und Musiker inspiriert - so findet er etwa in Antonio Vivaldis berühmten "Vier Jahreszeiten" Erwähnung. Der Scirocco tut auch der Natur gut: Auf seinem Weg über das Mittelmeer lädt er Mineralsalze ab, die für die marine Artenvielfalt von großer Bedeutung sind, und ist damit einer der wichtigsten Nährstofflieferanten für das Meer. Trotz seines zerstörerischen Potenzials fasziniert der Scirocco die Menschen seit jeher, von den Dünen der Sahara bis zu den schneebedeckten Bergen Europas.

Volver 14:10

Volver

Tragikomödie

Raimunda steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch: Während ihr Mann Paco zu Hause die Füße hochlegt, hetzt sie von einer Arbeit zur nächsten. Doch als sie von ihrem Putzjob am Flughafen zurückkommt, findet sie Paco tot auf dem Küchenboden vor - erstochen von ihrer Tochter Paula, die in Notwehr zum Messer gegriffen hat, als ihr Vater versuchte, sie zu vergewaltigen. Während Raimunda die Leiche beseitigt und nebenher noch ein zum Verkauf stehendes Restaurant in Schwung bringt, muss sie ihre Schwester Sole belügen und sich um die Beerdigung einer Tante kümmern. Als wäre das nicht genug, taucht plötzlich ihre totgeglaubte Mutter Irene auf, die ein lange gehütetes Familiengeheimnis mit sich trägt ... Raimunda versucht verzweifelt, die Fassung zu wahren und ihr Leben nicht völlig aus den Fugen geraten zu lassen. Doch die Ereignisse überschlagen sich und sie gerät immer tiefer in einen Strudel aus Lügen, Geheimnissen und überraschenden Enthüllungen. "Volver - Zurückkehren" ist eine Hommage an den unerschütterlichen Lebensmut und die Resilienz der Frauen in der spanischen Gesellschaft. Pedro Almodóvar verwebt in dieser Tragikomödie auf meisterhafte Weise Elemente des Melodramas, der schwarzen Komödie und des Mystery-Thrillers. Dabei gelingt ihm ein warmherziges und farbenprächtiges Porträt einer Familie, die trotz aller Widrigkeiten zusammenhält. Die außergewöhnlichen Frauenfiguren sind es, die diesen Film unvergesslich machen.

Naachtun - Verborgene Stadt der Mayas 16:05

Naachtun - Verborgene Stadt der Mayas

Archäologie

An der Seite weltweit bedeutender Maya-Experten unternimmt ARTE eine Reise zu den antiken mittelamerikanischen Monumentalstädten Teotihuacán, Tikal, Calakmul, El Mirador und Copán, die sich mal mit Naachtun verbündeten, mal mit ihm rivalisierten. Bis heute ist es ein Rätsel, warum Naachtun fast 200 Jahre lang den Zusammenbruch der Maya-Zivilisation überlebte. Die klassische Archäologie suchte die Erklärung in der politischen Geschichte der Stadt und in den zahlreichen gefundenen Stelen. Das aus Archäobotanikern, Geografen und Archäozoologen bestehende Ausgrabungsteam von Naachtun verfolgt darüber hinaus einen speziellen, bisher einzigartigen Ansatz: Es interessiert sich auch für die Untersuchung der Umwelt, das heißt für die Beziehungen zwischen den Mayas und dem sie umgebenden Dschungel. So können die Forscher das Alltagsleben der Mayas im Wald, insbesondere die zahlreichen Rituale und Zeremonien, vor Ort untersuchen und neue Erkenntnisse über den Untergang der Maya-Kultur erhalten. "Naachtun: Verborgene Stadt der Mayas" verbindet das archäologische Abenteuer, die historische Untersuchung und den ethnologischen Blick auf das gegenwärtige Naachtun. Durch die gelungene Verknüpfung der geschichtlichen Ereignisse mit den Glaubensvorstellungen der Mayas zeichnet der Film ein lebendiges Bild von der blühenden Kultur der präkolumbischen Welt, von gewaltigen Palästen und Tempeln und großartigen Städten aus Stuck und Stein.

ARTE Reportage 17:40

ARTE Reportage: Indien - China / Indien

Dokumentation

(1) Indien - China: Väter und Mütter in Indien und China wollten jahrzehntelang nur Jungen als Kinder. Das ändert sich seit einiger Zeit, wohl auch aus Einsicht in die Notwendigkeit. (2) Indien: Im September 2023 belegte Indien den zweiten Platz in der Weltrangliste des Internationalen Schachbundes, direkt hinter den USA.

Faszination Südsee - Die Fidschi-Inseln 18:35

Faszination Südsee - Die Fidschi-Inseln

Land und Leute

In den Weiten des Südpazifiks, in einer blauen Unendlichkeit, liegt die Republik Fidschi. Steile Berge und weiße Strände prägen die Landschaft auf den rund 300 Fidschi-Inseln. Die schmalen Strandstreifen und Küstenregionen der Inseln sind am dichtesten besiedelt. Doch je weiter man ins Landesinnere kommt, desto schwieriger werden die Lebensumstände. Tropische Hitze und Dauerregen herrschen vor, die Hänge der Vulkane sind von dichtem Urwald bewachsen. Nur wenige Wege führen hinauf in die abgelegenen Regionen. Das Leben in den kleinen Dörfern ist noch stark von den Traditionen der indigenen Bevölkerung geprägt. So auch auf der Insel Mbenga südlich der Hauptinsel Viti Levu. Wenn ein Junge 16 Jahre alt wird, muss er erstmals den Ritus des Feuergehens bestehen. Stundenlang werden die Steine im Feuer erhitzt, bis sie zu glühen beginnen. Anschließend gehen die Männer des Dorfs barfuß über die heißen Steine. Der Schutz eines Gottes, so sagt es die Tradition, bewahrt sie davor, sich zu verbrennen. Auf den Fidschi-Inseln leben nicht nur Polynesier und Melanesier. Als sich Europäer auf dem Archipel niederließen, brachten sie Arbeiter mit, die auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt wurden - meist aus der damaligen britischen Kolonie Indien. Deren Nachfahren leben bis heute auf Fidschi und stellen inzwischen einen großen Teil der Bevölkerung des Inselstaats. Den Mix aus polynesischer, europäischer und indischer Kultur erlebt man besonders eindrucksvoll in der Hauptstadt Suva. Dort stehen britische Kolonialgebäude neben modernen Hochhäusern und hinduistischen Tempeln.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Tracks East 19:40

Tracks East: Konservativ ist das neue Cool

Reportagereihe

Durch viele westliche Gesellschaften weht ein konservativer Wind - und er zeigt sich längst nicht nur in der Politik. Tradition, nationale Identität und sogenannte klassische Werte: Begriffe, die vor kurzem noch altmodisch wirkten, feiern ihr Comeback. Für manche ist das ein dringend nötiger Gegenpol zum rasenden Wandel, für andere ein gefährlicher Rückschritt. "Tracks East" fragt: Ist das eine Rückkehr zu alten Idealen oder Ausdruck einer Suche nach Halt? In New York untersucht Reporter Jean-Michel Scherbak, warum Konservatismus gerade "cool" wird - und wie die Sozialen Medien den Trend befeuert. Während sich junge Frauen im "Tradwife"-Look als perfekte Hausfrau inszenieren und Wellness mit konservativen Botschaften verschmelzen, wehren sich andere Stimmen gegen die Re-Branding-Versuche von Hausfrauenidealen und warnen vor gezielten Kampagnen der US-amerikanischen Bewegung der "Alternativen Rechten" oder "Alt-Right", wie sie sich selbst nennt. In Südkorea wächst dagegen mit der radikalen "4B-Bewegung" eine feministische Gegenströmung, die selbst Dating mit Männern ablehnt. In Russland wiederum suchen westliche Auswanderer vermeintliche Sicherheit im Autoritären. Und in Ungarn wurde Kultur zur Bühne der Politik: Rockbands wie die Bagossy Brothers Company oder Popstars wie Muri Eniko verbinden Unterhaltung mit Loyalität zum früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán - und prägten so die konservative Ästhetik einer jungen Generation. Zwischen Nostalgie und neuer Coolness untersucht "Tracks East", was der konservative Zeitgeist über die Gegenwart verrät - und wie er die Zukunft prägen könnte.

Söhne der Sonne 20:15

Söhne der Sonne: Die Maya

Dokumentation

Unter dem Blätterdach des Regenwaldes verbergen sich die Überreste der untergangenen Maya-Stadt El Mirador. Moderne Lasertechnik bringt heute ihre gigantischen Ausmaße ans Licht: Tempel, Paläste, Verteidigungsanlagen, Tiergehege und ein engmaschiges Straßennetz. Über 250.000 Menschen lebten hier einst, eine weitere Million im Umland. Die Versorgung so vieler Menschen stellte die Maya vor große Herausforderungen. So züchteten sie aus einem unscheinbaren Wildgras ihr rasch wachsendes, nährstoffreiches Grundnahrungsmittel: den Mais - noch heute eines der am häufigsten angebauten Getreide der Welt. Tomaten, Kakao, Schotenfrüchte - die Liste ihrer Domestizierungsleistungen ist lang. Streng hierarchisch war ihre Gesellschaft gegliedert. Gottkönige vermittelten ihren Untertanen göttliche Unterstützung und Sicherheit. Im Gegenzug stellte ihnen das Volk seine Arbeitskraft zur Verfügung. Durch Rituale und Blutopfer suchten die Maya das Gehör der Götter. Und: Könige mussten mit gutem Beispiel vorangehen. Die Maya gehören zu den Hochkulturen, die eine Schrift entwickelten. Die Herrscher besaßen riesige Bibliotheken, doch die Spanier ließen ihre Faltbücher nach der Eroberung als Teufelswerk verbrennen. Sie rechneten sogar mit der Null, die damals weder Römer noch Griechen kannten. Ihre Astronomen bestimmten den Lauf der Sterne exakt und sagten Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse präzise vorher. Nur mit bloßem Auge. Raubbau an der Natur und Kriege zwischen den Stadtstaaten setzten dieser Kultur ein Ende. Die Maya unterschätzten, wie fragil ihre Lebensbedingungen waren.

Söhne der Sonne 21:05

Söhne der Sonne: Die Inka

Dokumentation

Sie sind ein kleines Andenvolk. Und doch gelingt es ihnen, in wenigen Jahrzehnten das größte Imperium der damaligen Welt zu werden. Die Inka herrschten über mehr als 200 Völker mit etwa zehn Millionen Menschen, bis die Ankunft spanischer Konquistadoren alles veränderte. Von einem sagenhaften Goldland ist damals im fernen Europa die Rede. Das weckt fatale Gier, auch bei Francisco Pizarro. Gold - das sind die "Tränen der Sonne". So sehen es die Inka. Das glänzende Edelmetall hatte für sie ausschließlich spirituellen Wert, keinen materiellen. Der Tempel der Sonne zu Cuzco war damit ausgekleidet. Eine Aura des Rätselhaften umgibt dieses Volk bis heute. Sie kannten weder Eisen, Rad noch Geld, verfügten über keine Schrift. Schriftliche Zeugnisse ihrer Kultur und Geschichte entstehen erst mit den spanischen Eroberern. Ihren Göttern opfern die Inka auch Menschen - bevorzugt Kinder. In 7.000 Meter Höhe finden Forscher 1999 auf dem Gipfel des heiligen Berges Llullaillaco Opferstätten und die Mumien dreier Kinder, die im Capacocha-Ritual geopfert wurden. Für die Inka waren es Auserwählte, die selbst zu Göttern wurden. Mit modernen Untersuchungsmethoden lassen sich heute die letzten Monate dieser Kinder rekonstruieren. Vor allem in der Endphase des Inkareichs war es zu vielen Opfern gekommen. Bislang unbekannte Seuchen wie Pocken, Masern und Grippe töteten selbst den als gottgleich verehrten Herrscher und entvölkerten ganze Landstriche. Hinzu kamen Thronstreitigkeiten. Der Niedergang des Inkareichs hatte viele Ursachen.

Söhne der Sonne 21:55

Söhne der Sonne: Die Azteken

Dokumentation

Als blutrünstige Gewaltherrscher, die ihren Göttern mit grausamen Menschenopfern huldigten - so wurden die Azteken lange gesehen. Doch wer waren sie wirklich? Auf einer Insel in einem Salzsee Mexikos gelang den Nomadenkriegern, was vor ihnen keine der dort ansässigen Kulturen geschafft hatte: Sie errichteten eine der größten Städte der damaligen Welt, die Hauptstadt ihres Reichs: Tenochtitlan. Und sie schwangen sich auf zur Supermacht Mittelamerikas. Alles im Aztekenreich war perfekt geregelt: Auf den Märkten sorgten Aufseher für Ordnung, erhoben Steuern und stellten sicher, dass kein Verkäufer seine Kunden betrog. Öffentliche Gerichte behandelten Adlige und Bürger nach gleichem Recht. Die Schulen standen Jungen und Mädchen aus allen sozialen Schichten offen. Anders als im damaligen Europa achteten die Azteken auf Sauberkeit. Es gab ein Toilettensystem, eine Müllabfuhr und Reinigungskräfte, die täglich die Straßen fegten. In blutigen Feldzügen dehnten die Azteken ihr Reich immer weiter aus. Von den Verlierern forderten sie hohe Tribute in Form von Nahrungsmitteln, Waren und Sklaven - viele von ihnen endeten als Blutopfer auf den Altären der Aztekenpriester. Beim Templo Mayor machten Archäologen 2015 eine schockierende Entdeckung: Menschenschädel! Sie waren Teil eines riesigen Holzgerüsts, auf dem die Azteken die Schädel zur Schau stellten, nachdem sie den Opfern bei lebendigem Leib das Herz herausgerissen hatten. Die Spanier unter Hernán Cortés fanden daher schnell einheimische Verbündete gegen die Azteken, deren Herrscher Moctezuma sie rasch stürzten ...

Die Maya 22:50

Die Maya: Untergang einer Hochkultur

Dokumentation

Die präkolumbianische Kultur der Maya existierte über 2.000 Jahre im Dschungel Mittelamerikas. Ihre Städte lagen im heutigen Mexiko, in Guatemala, Belize und Honduras. Die alten Maya waren eine der beeindruckendsten Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent, sie entstand mitten in den Urwäldern. Die Maya bauten kolossale Pyramiden und verwinkelte Tempel, sie waren bewandert in Mathematik und Architektur. Wie konnte es ihnen gelingen, inmitten des Dschungels eine so beispiellose Zivilisation aufzubauen? Die Geschichte der Hochkultur kann nun dank neuer wissenschaftlicher Entdeckungen noch fundierter erzählt werden. Tief verborgen in verschiedenen Höhlen, die für die Maya Heimstatt der Götter waren, finden sich Nachweise. Die Analyse von Knochen aus Hunderten von Gräbern liefert außerdem wertvolle Hinweise auf Ernährung und geografische Herkunft der Maya, aber auch auf Umstände, die ihr Leben veränderten. Die Archäologen arbeiten mit einer Technologie namens LiDAR. Dieses System sendet Tausende Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge aus und misst die Zeit bis zur Rückkehr der reflektierten Strahlen. Die Laser sind in der Lage, das Dschungeldach zu durchdringen und hochauflösende Bilder des darunterliegenden Bodens aufzunehmen. So offenbart sich nicht nur die komplexe Herangehensweise der Maya bei der Errichtung ihrer gewaltigen Stadtstaaten, sondern auch der Zusammenbruch der Kultur. Es ist die Geschichte eines Kriegs, die Geschichte von intensiven Machtkämpfen zwischen den Gottkönigen und von Machtlosigkeit der Herrschenden angesichts klimatischer Veränderungen, die zum Zerfall führten. Dazu gehören auch unzählige Menschenopfer, die die Maya ihren Göttern darbrachten. Ihren Untergang konnten sie jedoch auch dadurch nicht verhindern.

Dollys Erbe 23:45

Dollys Erbe: Zwischen Heilung und Hybris

Dokumentation

Am 05.07.1996 halten die Wissenschaftler am Roslin Institute in Schottland den Atem an: mit Dolly wird das erste geklonte Säugetier geboren. Und die Welt stellt sich die Frage: Wird jetzt der erste Mensch geklont? Seitdem hat sich die Forschung rasant weiterentwickelt. Die Dokumentation blickt von Dollys Geburt bis in die Gegenwart: Klonen ist heute längst Teil moderner Biotechnologie und selbst Privatpersonen nehmen Klonverfahren in Anspruch. Nicht nur Promis lassen ihre Haustiere klonen, sondern auch Roberto Novo, ein New Yorker Hairstylist - und er will es wieder tun. Parallel wirft die Doku einen Blick in die wichtigsten Labore der aktuellen Forschung zum Thema: von geklonten Schweinenieren bis zur Stammzellgewinnung aus frühen Embryonen. In München forscht Prof. Eckhard Wolf an Schweineherzen für Menschen, um den Organmangel zukünftig zu minimieren. In den USA hingegen werden schon geklonte Schweinnieren in Patienten eingesetzt. Vom Tier zum Menschen ist der Weg nicht weit. Der Reproduktionsbiologe Shoukhrat Mitalipov klonte 2013 erstmals einen menschlichen Embryo und forscht aktuell an neuen Wegen für die reproduktive Medizin. 2018 wurden schließlich in China erstmals Primaten geklont - unsere nächsten Verwandten. Doch der Preis beim Klonen ist hoch: Für Stammzellen werden Embryonen im Frühstadium zerstört und für ein Organ muss ein Tier sterben. Die große Debatte dabei: Was darf Wissenschaft, und wo steht Tierwohl und Menschenwürde im Vordergrund? Die Dokumentation zeigt eindringlich den Nutzen und die Gefahren der Klonforschung - zwischen Medizin, Machbarkeit und moralischer Grenze.