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Sie sind ein Rätsel in der grell ausgeleuchteten Welt des großen Kinos: Die Coen-Brüder haben in sehr eigenwilligen Filmen ein ganz eigenes Genre in der Welt des Kinos geschaffen - ein filmisches Universum mit eigener Moral und eigenen Regeln, ein Ort, der Amerika auf beunruhigende Weise ähnelt, es aber doch nicht ist. Es ist eine Welt, die nur mit einem Wort beschrieben werden kann: Coenesque. Die Dokumentation fächert die Karriere von Joel und Ethan Coen auf und versucht sich an einer Antwort auf die Frage, die so viele gestellt haben: Wie machen sie das? Ihr Chamäleon-Talent hat jedes Genre - Thriller, Komödien, Tragödien, Western, Musicals, Spionage - neu erfunden und zu ihrem eigenen gemacht. Die Dokumentation zeigt, wie ihre gemeinsame Fantasiewelt aus der Kindheit und die Entfremdung, die sie vom amerikanischen Leben empfanden, diese einzigartige Vision hervorgebracht haben. Wie sie durch das goldene Zeitalter Hollywoods geprägt wurden und selbst ein neues goldenes Zeitalter des unabhängigen Kinos geschaffen haben. Dabei haben sie ihre kauzigen Persönlichkeiten bewahrt, was sie zu den beiden unwahrscheinlichsten Kreativen macht, die jemals Hollywood erobert haben. Die Dokumentation folgt der seltsamen, aber brillanten Reise, die die Brüder dorthin geführt hat. Eine faszinierende Geschichte über die Zusammenarbeit von zwei Menschen, die manchmal wie eine Person erscheinen. Und eine Geschichte, die so düster-komisch ist wie jeder einzelne ihrer Filme.
23:55
Ob Barack Obama oder Donald Trump, Meryl Streep oder Angelina Jolie, Johnny Cash oder Adele: In seinen Ausstellungen und Fotobänden sind sie alle zu sehen. Doch der seit 30 Jahren in New York lebende Deutsche interessiert sich auch für diejenigen, die auf der Straße leben. Für seine Fotoprojekte trifft Martin Schoeller obdachlose Menschen auf den Straßen von Hollywood, holt Drag Queens in sein Studio und besucht Menschen, die zu Unrecht zum Tode verurteilt wurden. Ob berühmt oder unbekannt: Schoeller begegnet allen auf Augenhöhe, sucht mit jeder einzelnen Aufnahme nach der Persönlichkeit des Porträtierten, hinter jeder einstudierten Geste das Unerwartete. Doch es geht dem Fotografen auch um die Geschichten hinter den Gesichtern. In seinen Videoarbeiten über Menschen, die zu Unrecht zum Tode verurteilt waren, gibt er den ehemals Inhaftierten ein Gesicht und eine Stimme. Regisseurin Josephine Links begleitet den Fotografen Martin Schoeller bei seiner Arbeit und zeichnet so auch ein facettenreiches Bild eines Landes, das zerrissener ist denn je.