Jetzt 20:15 22:30
Zeit auswählen
Datum auswählen
Mo Di Mi Do Fr Sa So 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

TV Programm für ARTE am 15.08.2026

Jetzt

Gefährliche Wetterextreme - Dürre und Starkregen 21:40

Gefährliche Wetterextreme - Dürre und Starkregen

Dokumentation

Der Klimawandel hat gravierende Folgen für Mensch und Natur. Flüsse, Wälder, Gletscher, Grundwasser, selbst unsere Äcker und das Leben auf dem Land und in den Städten - alles verändert sich, wenn sich die Erde erwärmt. Das volle Ausmaß dieser Veränderungen ist dabei noch gar nicht bekannt. Der Grund allerdings schon sehr lange: Im Jahr 1834 hat der französische Physiker Émile Clapeyron nachgewiesen: Wärmere Luft hat andere Eigenschaften als kalte. Die aktuell auftretenden direkten Folgen dieser alten Erkenntnis sind die Veränderungen des Wetters. Trockenphasen und Starkregenereignisse werden häufiger und extremer. Sie wüten oft nacheinander in identischen Regionen. Im Wechsel verändern die Wetterphänomene die Lebensräume schneller und auch grundlegender als bisher angenommen - mit fatalen Folgen. Sie verstärken das Artensterben und gefährden den Zugang zu sauberem Wasser und zu Nahrungsmitteln. Weder die Natur noch die Städte und die Gesellschaft sind auf das Tempo der Veränderungen vorbereitet. Filmemacher Torsten Mehltretter hat sich auf Spurensuche begeben und unterschiedliche Wissenschaftler getroffen, die sich mit den Wechselwirkungen beschäftigen. Ihre Erkenntnisse sind beängstigend. An den Gletschern in 3.000 Metern Höhe sind die Folgen genauso zu beobachten wie in Flussbetten und in unterirdischen Grundwasservorkommen. Auch in der Arbeitswelt werden sie inzwischen regelmäßig zum Problem. Noch aber ist Zeit, um auf die Wetterextreme zu reagieren - sofern ihre Weiterentwicklung gebremst und der Ausstoß von Treibhausgasen endlich gestoppt wird.

Danach

Die Macht des Rings 22:35

Die Macht des Rings: 150 Jahre Ring des Nibelungen

Dokumentation

Seit der Uraufführung 1876 in Bayreuth zieht Richard Wagners "Ring des Nibelungen" das Publikum in seinen Bann - als Musikmonument, mythisches Welttheater und Werk permanenter Neudeutung. Zugleich bleibt der "Ring" hoch umstritten: Kaum ein anderes Musikdrama ist so stark mit ästhetischen, politischen und kulturellen Zuschreibungen aufgeladen. Die Dokumentation "Die Macht des Rings" erzählt von Wagners Vision eines radikalen Gesamtkunstwerks, das Musik, Dichtung, Bühne und Mythos zu einer neuen Kunstform verschmelzen sollte. Die Dokumentation verfolgt die Wirkungsgeschichte dieses Projekts von seiner Entstehung im 19. Jahrhundert über die ideologische Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten bis zu seiner popkulturellen Aneignung in Hollywood und der enthusiastischen Rezeption im Heavy Metal. Zugleich zeigt die Dokumentation die Spannbreite der Inszenierungsgeschichte: vom legendären "Jahrhundert-Ring" von Regisseur Patrice Chéreau und Dirigent Pierre Boulez, der 1976 in Bayreuth einen Paradigmenwechsel auslöste, bis zu experimentellen Formen der Gegenwart. Immer wieder erweist sich der "Ring" auch als Spiegel seiner Zeit - offen für historische Brüche, ästhetische Innovationen und neue Deutungen. So spannt die Dokumentation den Bogen bis zur KI-gestützten Bayreuther Inszenierung 2026 und veranschaulicht: Jede Generation entdeckt ihren eigenen "Ring", deutet ihn um und reflektiert ihn aus zeitgenössischer Perspektive.

Richard Wagner: Das Rheingold 23:35

Richard Wagner: Das Rheingold

Oper

Die Handlung um Götter, Riesen und das verzauberte Rheingold wird in diesem radikalen Narrativ des "Rheingold" um die Suche nach neuen Idealen erweitert. Die zentralen Themen von Richard Wagners Musikdrama um Macht, Verlust, Begehren und Hoffnung verknüpft Serebrennikov in seiner Erzählform mit der Frage nach Identität und einem Neuanfang in einer brüchigen ökologischen und kulturellen Welt - und öffnet sie so einem heutigen Publikum. Kirill Serebrennikow verfolgt einen Deutungsansatz, der archaische Elemente des Wagnermythos' mit Bildwelten und kulturellen Artefakten aus unterschiedlichen Traditionen verwebt. Zur Konzeption gehören neben zusätzlichen, doubelnden Darstellern imposante Ausstattungsimporte aus Afrika. Feuergott Loge trägt einen knallbunten Rock, zaubert beim Erzählen schwarzafrikanische Holzplastiken aus einem Zelt hervor. Die Bewegungen tanzender Performer sind an kongolesische Tänze und Breakdance adaptiert. Endzeitstimmung vermitteln mobile Projektionen mit Szenen eines in Island gedrehten Films, in dem Alberich einsam über eine öde Landschaft aus Lava, Geröll und Eis jagt. Kein Rhein, keine Rheintöchter - Serebrennikovs Regie-Version bewegt sich in Maximalkontrasten: Nord - Süd, Feuer - Eis, Kälte - Hitze. Es entsteht ein transkulturelles Gesamtkunstwerk, das einen Bogen spannt über Kontinente und Zeiten, um Wagners Musik eine mehrschichtige Dimension zu geben. Der renommierte Liedsänger Christian Gerhaher verkörpert in Salzburg den Rheingold-Wotan. Leigh Melrose singt die Rolle des Alberich und Brenton Ryan brilliert als wendiger Loge.