04:30
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Tony Parker.
05:00
Moorea - die Schwesterinsel Tahitis - liegt wie ein grünes Juwel mitten im Südpazifik: ein längst erloschener Vulkan mit steilen, von tropischem Regenwald bewachsenen Gipfeln, umringt von einem schützenden Korallenriff. Trotz der extremen Abgeschiedenheit von den nächsten Festlandküsten haben hier Pflanzen, Tiere und Menschen über Millionen von Jahren eine fragile, aber vielfältige Lebensgemeinschaft geschaffen. Schon unter Wasser beginnt das Wunder: Hier entfaltet sich ein komplexes Ökosystem samt Riffhaien und Rochen, Seesternen und Schildkröten, das Forschende zu bewahren versuchen. Doch invasive Arten, Klimawandel und gefräßige Räuber wie der Dornenkronenseestern bedrohen die Existenz der Korallenriffe - und mit ihnen das Gleichgewicht der gesamten Oase. Auch an Land zeigt sich Mooreas ökologische Einzigartigkeit: Seltene, endemische Pflanzen und Tierarten wie die Partula-Baumschnecken leben hier - bedroht von eingeschleppten Raubtieren, die sich im Regenwald ausbreiten. Jenseits der flachen Korallenlagunen werden Tigerhaie und Wale beobachtet, denn Moorea ist ein Refugium für Buckelwale und eine Kinderstube für Junghaie. Die Forschungsstation CRIOBE spielt eine zentrale Rolle für das Verständnis und den Schutz dieser einmaligen Insel des Lebens.
05:45
Paris ist die Wiege der Haute Couture, der gehobenen Schneiderkunst. Hier entstehen edle Roben und extravagante Designs, gefertigt ausschließlich in Handarbeit von den Kunsthandwerkern der Modezaren. Ihre Fähigkeiten sind ein urfranzösisches Kulturgut, ihre Namen und Auftraggeber oft streng geheim - und jeder Auftrag ist etwas Einzigartiges. "Diskretion ist Teil unseres Kunsthandwerkerdaseins. In der Haute Couture werden nie die Namen der Kunsthandwerker genannt. Wir dürfen noch nicht einmal verraten, für wen wir arbeiten. Man behält uns für sich, in streng vertraulichen Ateliers, gut versteckt. Das gilt für uns als Personen, aber auch für unser Handwerk, das ein französisches Kulturgut ist", sagt Séverina Lartigue. Die Blumenkünstlerin arbeitet für die Giganten der Modebranche, Jean Paul Gaultier zum Beispiel stellte sie jahrelang vor immer neue künstlerische Herausforderungen. Und auch Eric Charles-Donatien ist einer dieser Kunsthandwerker. Er ist "Plumassier", Federschmuckmacher, sein Gewerk ist aus der Haute Couture nicht wegzudenken. Erics Weg säumen ebenfalls die großen Namen der Branche. Aktuell fertigt er für den Designer Christophe Josse einen Blousonärmel - ganz aus filigranen Federn. Ob Blumenkünstlerin, Plumassier oder auch Faltenmacher wie Karen Grigorian: Sie alle vereint die bedingungslose Leidenschaft für das, was sie tun. Berühmte Lehrmeister und Tausende einsame Atelierstunden haben sie zu Künstlern gemacht, die Kreationen auf allerhöchstem Niveau zaubern.
06:35
(1): Das süße Geheimnis der Alentejo-Klöster: Sericaia (2): Ein Biss'chen Heimat: Nuno, vom Alentejo nach Paris (3): Ran an die Töpfe!
07:10
(1): Tarascon, ein Anti-Held aus der Provence (2): Kroatien, Titos Spuren in Beton (3): Ruanda, Furahas Pilawreis mit Rindfleisch (4): Irak, ein neuer Pythagoras?
07:55
(1): Bosnien: Die spitze Feder der Sladana Nina Perkovic (2): Baskenland: blutrotes Eisenerz (3): Schottland: Sorinas Hirschbraten (4): Deutschland: Sprengung einer Insel
08:40
Kanada ist das zweitgrößte Land der Welt und das erste, das erkannt hat, dass die Vielfalt seiner Landschaften geschützt werden muss, um sie für künftige Generationen zu bewahren. Auch in der dritten Staffel erzählt "Kanadas Nationalparks", wie die Mitarbeiter der kanadischen Forstbehörde Parks Canada gemeinsam mit Wissenschaftlern, lokalen Interessengruppen und Vertretern der indigenen Bevölkerung dafür Sorge tragen, dass die einzigartige Natur und die Lebensräume der kanadischen Tier- und Pflanzenwelt vor dem Einfluss des Menschen geschützt werden. Der Pacific-Rim-Nationalpark erstreckt sich über 125 Kilometer entlang der Pazifikküste von Vancouver Island und teilt sich in drei Hauptregionen auf: Long Beach Region im Norden, die Broken Group Islands in der Mitte und den West Coast Trail im Süden des Pacific Rim. Letztere umschließt einen der letzten intakten Regenwälder der kanadischen Westküste. In der Region Long Beach arbeiten die Parks-Canada-Biologen Todd Windle und Mike Collyer an zwei Projekten, die den Küstenwolf schützen und die fragile Dünenlandschaft von invasiven Gräsern befreien sollen. Unterstützt werden sie dabei von freiwilligen Helfern sowie von der indigenen Toquaht First Nation. In der Region Broken Group Islands ist der Vogelkundler Yuri Zharikov auf der Suche nach Schwarzen Austernfischern, während Sam Starko und Clay Steell vom Bamfield Marine Science Center den Einfluss des Klimawandels auf die Seetangwälder vor der Küste des Nationalparks erforschen. Die Region West Coast Trail im Süden des Pacific Rim befindet sich auf dem traditionellen Gebiet der Huu-ay-aht First Nation. Hier arbeiten Kevin Peters und Joseph Jules als Trail Guardians, während Stella Peters und Wish Key den Parkbesuchern in Kiixin - dem einzigen traditionellen Dorf an der Westküste, von dem noch Überreste erhalten sind - ihre Kulturgeschichte nahebringen.
09:35
Kanada ist das zweitgrößte Land der Welt und das erste, das erkannt hat, dass die Vielfalt seiner Landschaften geschützt werden muss, um sie für künftige Generationen zu bewahren. Auch in der dritten Staffel erzählt "Kanadas Nationalparks", wie die Mitarbeiter der kanadischen Forstbehörde Parks Canada gemeinsam mit Wissenschaftlern und lokalen Interessengruppen dafür Sorge tragen, dass die einzigartige Natur und die Lebensräume der kanadischen Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden. Der Ivvavik-Nationalpark liegt hoch über dem Polarkreis, im äußersten Nordwesten des Territoriums Yukon und fernab jeder modernen Zivilisation. Er umfasst eine Fläche von über 10.000 Quadratkilometern, ist mehr als die Hälfte des Jahres von Schnee und Eis bedeckt und gilt als das Kronjuwel unter den kanadischen Nationalparks. Seine Gründung als Nationalpark verdankt er der größten Karibuherde der Erde, die hier seit Jahrhunderten ihre Jungen zur Welt bringt. Aber der Ivvavik repräsentiert auch den kulturellen Geburtsort der indigenen Bevölkerung der Arktis, die hier bereits vor über 10.000 Jahren als Jäger und Sammler lebten. So ist er der einzige Nationalpark Kanadas, in dem Naturschutz und der Schutz des kulturellen indigenen Erbes gleichgestellt sind. Jerry und Verna Arey, Renie Arey und Mervyn Joe erzählen im Ivvavik von ihrer tiefen emotionalen und kulturellen Verbindung zum Park und davon, wie viel er den Inuvialuit bedeutet. Die Ökologin Colleen Anderson untersucht die Vegetation im Park, die ihr Rückschlüsse auf das Migrationsverhalten der Karibus ermöglicht. Nirgendwo auf der Welt sind die Auswirkungen des Klimawandels so sicht- und erlebbar wie in der Arktis in und um den Ivvavik-Nationalpark. Klimaforscher Dustin Whalen und die Geologinnen Alice Wilson und Celtie Ferguson untersuchen deshalb schon seit Jahren das Abschmelzen des Permafrosts, der für das Leben im hohen Norden lebenswichtig ist.
10:30
Der Waterton-Lakes-Nationalpark liegt mitten in der sensiblen Übergangszone zwischen den Bergen und der Prärie: Hier reicht das üppige Grasland Süd-Albertas bis an die Ausläufer der Rocky Mountains heran. Seit 1932 bildet der Waterton gemeinsam mit dem auf US-amerikanischer Seite angrenzenden Glacier-Nationalpark auch den ersten internationalen "Friedenspark" der Welt. Zusammen haben sie sich dazu verpflichtet, innerhalb des Schutzgebietes keine physischen Grenzen zu errichten, damit sich Mensch und Tier frei bewegen können. Rob Found, der Chefökologe des Waterton-Lakes-Nationalparks, und die Biologin Kim Pearson arbeiten unermüdlich daran, dass Arten wie der Braunbär, das Dickhornschaf, der Leopardfrosch und der Bison im Park einen natürlichen Lebensraum vorfinden, der vor den Menschen geschützt bleibt. Zusätzlich wird der Park von einer erweiterten Pufferzone umgeben. Hier kämpft die Biologin Elizabeth Anderson um das Überleben der Kleinen Braunen Fledermaus, die von einer gefährlichen Pilzkrankheit bedroht wird. Ebenfalls in der Pufferzone arbeitet Leta Pezderic gemeinsam mit lokalen Ranchern für den Erhalt des ursprünglichen Graslands - ein stark gefährdetes Ökosystem. Innerhalb des Nationalparks sorgen Brandmeister Curtis Pine und seine Kollegin Olivia Aftergood mit kontrollierten Bränden dafür, dass sich die Prärie auch innerhalb des Parks wieder ausbreiten kann.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Ein Hauch von Venedig: Risotto di gò (2): Ein Biss'chen Heimat: Paola, eine Venezianerin in Lothringen (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Jaan Kross, Estland in russischen Händen (2): Der protestantische Einfluss in der katholischen Bretagne (3): Jamaika, Barringtons Süßkartoffelpudding mit Kokosfleisch (4): Zürich, die Neuerfindung des Frühstücks
13:10
(1): Claude McKay, ein Jamaikaner in Douarnenez (2): Bambuco, Gesang aus den kolumbianischen Bergen (3): Albanien: Arbamas Goldbrasse mit Gemüse (4): Vereinigtes Königreich: Gefahr im Paradies
14:00
Nach dem Autounfall eines belgischen Drogendealers auf einer Landstraße an der Saar wird im Kofferraum seines Wagens die Leiche einer 16-Jährigen entdeckt. Judith Mohn kennt die Tote: Es ist Jette Mertens, die Tochter des befreundeten Ehepaars Nicole und Frank. Die Kommissarin hatte Jette noch am Abend des Verbrechens bei einer Drogenrazzia auf einer Party gesehen und sie allein nach Hause geschickt. Getrieben von Schuldgefühlen setzt die Ermittlerin alles daran, Jettes Mörder zu finden. Gleichzeitig plagen Judith auch im Privaten Sorgen: Eigentlich sollten sie und ihr Mann Hochzeitstag feiern, doch Niklas scheint spurlos verschwunden. Bald stellt sie fest, dass Jettes jüngere Schwester Sarah mehr über das Verbrechen an ihrer Schwester weiß, als sie sagt. Sarah chattet im Internet mit einem Unbekannten, der sich hinter dem Avatar "Leo" versteckt. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Freddy kommt Judith auf die Spur des geheimnisvollen Nerds Sven, der sich in der Nähe der Familie Mertens herumtreibt. Doch welche Verbindung besteht zwischen dem im Heim aufgewachsenen Computerfreak und der Familie Mertens? Mysteriös sind auch die Informationen, die die Kommissarin erhält, als sie immer tiefer in das Geflecht aus Lügen und Geheimnissen der Familie eindringt. Als Sarah plötzlich verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...
15:35
Der mehr als 3.300 Meter hohe Ätna ist der höchste und aktivste Vulkan Europas. Ein- bis zweimal jährlich bricht der Mongibello, wie ihn die Sizilianer nennen, aus und bedroht mit seinen glühenden Lavaströmen die etwa 900.000 Menschen, die in seinem Umkreis leben. Und doch ist der Ätna für die sonst sehr trockene Insel Sizilien auch ein unbezahlbarer Schatz: Der Feuerberg fungiert als natürliches Wasserreservoir. Zu seinen Füßen erstrecken sich Felder, Zitrus- und Olivenplantagen, so weit das Auge reicht. Die äußerst fruchtbaren Böden bescheren den Menschen seit Jahrtausenden reiche Ernten und bilden die Existenzgrundlage ihrer Dörfer. Jedes Jahr Anfang Februar veranstaltet die Stadt Catania das für Katholiken weltweit bedeutsame Fest der heiligen Agatha. Drei Tage und drei Nächte lang versammeln sich rund eine halbe Million Sizilianerinnen und Sizilianer, um zur Schutzheiligen Catanias zu beten, damit sie sie vor den Zornesausbrüchen des Ätna bewahrt. Zusammen mit Mathilde, Einwohnerin und Stadthistorikerin von Catania, nimmt Arnaud Guérin an der spektakulären Prozession teil. Doch den Vulkan aus der Ferne zu betrachten, genügt dem Geologen nicht. Gemeinsam mit Boris Behncke erklimmt er den sich regenden Feuerberg für eine Inspektionstour. Der Vulkanologe besteigt den Ätna beinahe täglich, um das Terrain zu kontrollieren und gegebenenfalls Warnstufen auszurufen. Zurück in der Ebene lässt sich Arnaud Guérin vom Obstbauern Orazio erklären, wie sich die Lavaströme im Verlauf der Zeit in einen wahren Garten Eden verwandeln. Für Orazio und viele Menschen auf Sizilien ist der Ätna nicht nur ein Vulkan - er ist die Seele von Catania, Orientierungspunkt und Wohltäter, der alles gibt und alles wieder nehmen kann.
16:00
In einem der größten Meeresschutzgebiete Europas liegt der Toskanische Archipel, zu dem die Inseln Elba, Montecristo und Capraia gehören. Auch große Landflächen stehen unter Schutz und sind als Nationalpark ausgewiesen. Elba, die größte und bekannteste Insel des Archipels, wird vor allem als Urlaubsinsel geschätzt. Dabei galt die Insel bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wegen ihrer reichen Eisenerzvorkommen als das Ruhrgebiet Europas. Als der Bergbau nicht mehr rentabel war, wurde er vom Tourismus abgelöst. Dabei hat die Insel weit mehr zu bieten als glasklares Wasser und lange Strände: eine reiche Geschichte, denn schon den Etruskern war Elba bekannt, dann kamen die Römer, die Medici und schließlich Napoleon. Und die Tier- und Pflanzenwelt ist vielseitig. Montecristo wurde durch den Roman "Der Graf von Monte Christo" weltberühmt. 63 Kilometer vom italienischen Festland entfernt ragt das menschenleere Inselchen wie ein steiler Granitfelsen aus dem Wasser. Allein Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ist der Zutritt erlaubt. Nur hier lebt die Montecristo-Ziege und eine der giftigsten Schlangen Europas, die Montecristo-Viper. Dazu kommt eine Vielzahl an endemischen Reptilien, Schnecken und Pflanzen. Die Insel Capraia hat eine ganz besondere Pflanzenwelt, bedingt durch die Entfernung zum Kontinent und die Lage mitten im Mittelmeer. Über 400 Pflanzenarten wachsen hier, mehr als die Insel Einwohner hat. Hier bleibt nur, wer sich der Natur verbunden fühlt.
16:55
Pantelleria ist ein inaktiver Vulkan, der letzte Ausbruch war 1891. Aber es dampft, brodelt und blubbert immer noch überall auf der Insel. Die Insel ist Italiens nächstgelegenes Stück Erde zu Afrika. Die hier siedelnden Araber nannten die Insel einst die "Tochter des Windes". Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, fegen doch der kalte Mistral und der heiße Scirocco abwechselnd über Pantelleria hinweg. Die Gärten, nicht selten in Terrassen angelegt, schützen die knapp 8.000 Bewohner mit Mauern aus Lavagestein. Viele davon hat Pietro Di Malta gebaut. Sein Vorname ist Familientradition und ganz bewusst gewählt. Pietro bedeutet: Stein. Schon seine Urgroßeltern nannten sich "Pirriatri", also die, die sich auf die Arbeit mit Stein spezialisiert hatten. Das eine ist sein angeborenes Talent, wie er es beschreibt, das Apnoetauchen und die Harpunenjagd sind seine Leidenschaften. Er ist vor den Klippen der Insel regelmäßig auf der Jagd nach den typischen Mittelmeerfischen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Pantelleria ist der Specchio di Venere, der "Spiegel der Venus". Dieser nach Schwefel riechende türkisfarbene Binnensee ist vor 16.000 Jahren entstanden, als ein großer Bereich eines Vulkans in sich zusammenstürzte. An vielen Stellen quillt Schwefelwasser mit einer Temperatur von bis zu 50 Grad Celsius aus dem Grund heraus. Beliebt ist der See vor allem für Schlammbäder. Pantellerias Küsten bieten steile Klippen und vom Wind gepeitschte Natur. Nichts, was die meisten Touristen anzieht. Die, die auf die Insel kommen, wollen Geschichte und Natur pur.
17:50
Schon seit langer Zeit waren die Buckelwale aus der Unterwasserwelt von La Réunion verschwunden. Nur einige alte Leute konnten sich daran erinnern, die imposanten Meeressäuger mit eigenen Augen gesehen zu haben. Und dann waren sie eines Tages wieder da. Seit Anfang der 2000er Jahre gehören Buckelwale zu den Attraktionen der Insel Réunion im Indischen Ozean. Immer im Juli versammeln sich etwa hundert von ihnen vor der Westküste, um dort ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen: ein Ereignis, das Jahr für Jahr Tausende Walbeobachter auf die Insel lockt. Doch nicht nur die Buckelwale sind in die Gewässer von La Réunion zurückgekehrt, sondern auch die nicht minder faszinierende Grüne Meeresschildkröte. Sie drohte aufgrund von illegaler Jagd und Umweltzerstörung auszusterben. Seit 2004 bevölkert sie wieder das Korallenriff - sehr zur Freude der Taucher. Die Rückkehr dieser Meeresbewohner ist eine Hoffnungsgeschichte für die Biodiversität von La Réunion und ein gutes Beispiel dafür, wie Mensch und Natur in Einklang leben können. Auf der Suche nach Gründen für die unerwartete Rückkehr der beiden Arten folgt der Film der Wanderung eines Jungwals von seiner Geburt vor La Réunion bis in die Antarktis sowie einer Grünen Meeresschildkröte, die zur Eiablage wieder zu der Insel zurückkehrt, an deren Stränden sie einst geschlüpft war.
18:35
Ein Waljunges, das vor der Küste von La Réunion geboren wurde, und eine ausgewachsene Meeresschildkröte treten ihre erste Ozeanüberquerung an. Der kleine Wal wird an der Seite seiner Mutter bei Madagaskar gesichtet, einer wichtigen Etappe auf der Wanderroute der Meeressäuger, die sich jedes Jahr in die nährstoffreichen Gewässer der Antarktis aufmachen. Die Meeresschildkröte hat dagegen ein anderes Ziel - sie setzt Kurs auf ihre Geburtsinsel in Europa, mehr als tausend Kilometer entfernt. Dort wird sie sich fortpflanzen, um das Überleben ihrer Art zu sichern. Buckelwale und Meeresschildkröten wurden so lange vom Menschen gejagt, bis sie kurz vor dem Aussterben standen. Heute erholen sich die Populationen zwar wieder, doch die menschlichen Aktivitäten stellen für die faszinierenden Meeresbewohner noch immer eine Bedrohung dar. Wenn sie überleben sollen, muss der Mensch sein Verhalten ändern und lernen, harmonisch und nachhaltig mit ihnen zusammenzuleben. So werden Tauchtouristen auf La Réunion zu einem respektvollen Umgang mit den Buckelwalen angehalten: Es bleibt den Tieren überlassen, ob sie sich ihren menschlichen Bewunderern nähern wollen oder nicht. Bei den Walbeobachtungstouren vor Sainte-Marie wird der Motor abgestellt, um das Waljunge und seine Mutter nicht zu stören. Und auf den Komoren legen die Bewohner von Itsamia den Wilderern das Handwerk, damit die Meeresschildkröten ihre Eier in Ruhe am nahe gelegenen Strand ablegen können. Denn um das Überleben dieser bedrohten Arten zu sichern, müssen prioritär die Orte bewahrt werden, an denen sie sich fortpflanzen.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Gwladys und Margot hüten in diesem Jahr 800 Schafe von fünf verschiedenen Züchtern in den französischen Alpen. Zwischen Juni und Oktober ist ihre Arbeit intensiv und gefährlich, denn die Herde ist durch Wölfe bedroht. Die beiden sind rund um die Uhr für das Wohl der Tiere verantwortlich. Arbeitsschutz oder geregelte und fair bezahlte Arbeitszeiten stehen dabei hinten an. Gerade als Frauen geraten sie manchmal in heikle Situationen. Immer wieder kommt es bei Hirtinnen zu sexueller und sexualisierter Gewalt im Job - teils auch durch Arbeitgeber. Lange Zeit standen sie damit allein da. Benoît will die Arbeitsbedingungen für Hirtinnen und Hirten verbessern. Er hütet in den Pyrenäen Kühe und knüpft nebenbei ein Netzwerk unter den Hirtinnen und Hirten. Benoît kritisiert, dass viele Züchter ihre Verantwortung nicht wahrnehmen, die Unterkünfte verkommen lassen und die Schuld auf die Gemeinden schieben. Deshalb nimmt er an Gesprächen in Paris teil und drängt bei der Bauerngewerkschaft Fnsea auf den Abschluss eines Tarifvertrags - mit verbindlichen Zusagen für mehr finanzielle Sicherheit, strengere Vorgaben an die Bauern zur Qualität der Unterbringung und für faire Bezahlung. Aber können sich die Hirten damit durchsetzen? Ihre Situation wird im Sommer 2025 nicht leichter. Ein ausgebrannter Schäfer nimmt sich wegen prekärer Arbeitsbedingungen das Leben - ein anderer wird während der Arbeit vom Blitz getroffen und stirbt. Gwladys und Margot haben zwar Glück, sie kommen diesmal ohne große Zwischenfälle durch die Saison. Doch ihre Zukunft bleibt ungewiss.
20:15
Die Angestellte Ansa und der Arbeiter Holappa lernen sich beim Karaoke kennen. Beide haben ihren Job verloren, doch darüber sprechen sie nicht - eigentlich sprechen sie fast gar nicht miteinander. Ihr jeweiliger Jobverlust hat auch unterschiedliche Ursachen; während Holappa nicht von seinem Schnaps lassen kann und deswegen von einem schlecht bezahlten Knochenjob zum nächsten stolpert, hat Ansa im Supermarkt die abgelaufenen und weggeschmissenen Lebensmittel eingesteckt und wird deshalb entlassen. Gemeinsam ist ihnen ihre Schüchternheit und ihre Zuneigung füreinander. Doch für Ansa kommt ein Alkoholiker als Mann nicht infrage. Nachdem sie sich wochenlang aus den Augen verloren haben, weil Holappa ihre Adresse verloren hat und ihren vollständigen Namen nicht kennt, geht es für ihn daher erst einmal in den kalten Entzug. Als er sich dann bereit für Ansa fühlt, kommt ihm eine Straßenbahn in die Quere. Doch auch dieses Unglück kann ihre Liebe nur kurzzeitig aufhalten. Aki Kaurismäkis jüngster Film (2023) greift Figuren und Motive aus seiner frühen "Arbeiterklasse-Trilogie" auf, den Filmen "Schatten im Paradies", "Ariel" und "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik", die er zwischen 1986 und 1990 herausgebracht hat. Voller Wärme und mit viel Musik (von den Tangos des finnischen Sängers Olavi Virta aus den 60er Jahren zu den Elektroklängen des zeitgenössischen Duos Maustetytöt) erzählt Kaurismäki eine Außenseiter-Romanze, die sich im Schatten des beginnenden Ukraine-Krieges entfaltet. Der Film ist zugleich zeitlos (die Kofferradios, die Tangos) und aktuell (der Krieg, die Band Maustetytöt).
21:30
Seit mehr als 50 Jahren reisen sie gemeinsam durch die Zeit: Udo Lindenberg & das Panikorchester. In Deutschland haben sie einen Stellenwert wie Johnny Hallyday in Frankreich oder Adriano Celentano in Italien. Angefangen hat alles 1973 im beschaulichen Münster, als Udo Lindenberg mit Steffi Stephan (Bass), Gottfried Böttger (Piano), Peter "Backi" Backhausen (Schlagzeug) und Karl Allaut (Gitarre) die Band gründete. Im gleichen Jahr kam das Erfolgsalbum "Alles klar auf der Andrea Doria" heraus. Was dann folgte, ist Geschichte. Mit Millionen verkauften Tonträgern und etlichen Gold- und Platinplatten gehören sie zu den erfolgreichsten Musikern Deutschlands. Mitglied im Panikorchester zu sein ist kein Brotberuf, von dem man abends in die Biedermeier-Idylle einer Kleinfamilie nach Hause kommt. Die turbulenten 1970er waren geprägt von Entbehrungen, zugleich aber voll von Zuversicht: Man war "fahrendes Volk" und empfand sich als Großfamilie. In den 1980er und 1990er Jahren erfand sich die Band immer wieder neu - beeinflusst von politischen Umbrüchen und persönlichen Krisen. Nicht alle Musiker waren durchgängig in der Band, die Besetzung wechselte häufig. Im Jahr 1996 formierte sich wieder der "alte Kern der Gang" und begleitet seitdem Lindenberg auf seinen Tourneen. Der Dokumentarfilm zeigt in anekdotischen Ausschnitten den Weg von der Stammkneipe Onkel Pö bis in die großen Stadien der "Bunten Republik Deutschland". Herzstück der Erzählung sind die Orchestermitglieder, aber auch Musiker wie Johannes Oerding, Jan Delay, Clueso, Adel Tawil und Peter Maffay kommen zu Wort.
23:00
Nach zwei Mandaten als Bürgermeisterin des Wohnbezirks "Bernardins" in der Pariser Banlieue hatte sich Clémence Collombet vorgenommen, von der politischen Bühne abzutreten. Kurz vor Ende ihrer Amtszeit bleibt aber eine Baustelle offen: die gründliche Sanierung des Viertels mit Hilfe von 63 Millionen Euro staatlichen Fördergeldern. Tatsächlich leiden die Bewohner seit Jahren unter den Lebensbedingungen in den Hochhaustürmen, die allmählich verfallen. Sie sind alle Eigentümer ihrer Wohnungen, kommen aber nur schwer über die Runden; einige verdienen mit der illegalen Untervermietung winziger Zimmer an Migranten ein Zubrot. Aufgrund ihres ablaufenden Mandats fehlt es Clémence an Zeit, die erhofften Finanzmittel für das Wohnviertel noch zu erhalten und damit ein ewiges Wahlkampfversprechen zu erfüllen. Mit Hilfe ihres Kabinettschefs Yazid, selbst in der Banlieue aufgewachsen, setzt Clémence alles aufs Spiel, um in letzter Minute doch noch die staatliche Unterstützung zu bekommen. Als die Bewohner des Viertels nach einem kolossalen Wasserschaden aus Protest entscheiden, die Bezahlung der Nebenkosten einzustellen, schwimmen Clémence die Felle davon. Aus Paris werden nämlich keine Hilfsgelder an einen Bezirk zugewiesen, der Schulden hat. Nun müssen Clémence und Yazid sich beeilen: Bei der Verfolgung ihres Ziels mit undurchsichtigen Strategien vergisst Clémence ihr Versprechen an sich selbst, die Macht aufzugeben. Regisseur Thomas Kruithof liefert einen kühlen Einblick in die Mechanismen der Politik und die inneren Konflikte, die politische Verantwortung mit sich bringt.