13:55
In Paris beschließen die fünf Männer Jabeke, Moreau, Paoli, Clavet und Valoti, gemeinsam in ein großes Drogengeschäft zu investieren. Jeder bringt einen Teil des benötigten Geldes auf, um eine Lieferung von Marseille zu finanzieren. Die Durchführung scheint sorgfältig geplant, doch hinter der Fassade gegenseitigen Vertrauens verfolgt mancher Beteiligter eigene Interessen. Einer der Männer, Jabeke, schmiedet heimlich den Plan, seine Komplizen auszuspielen und die gesamte Beute für sich zu behalten. Während die Vorbereitungen laufen, wächst das Misstrauen innerhalb der Gruppe, alte Rivalitäten brechen auf und persönliche Beziehungen werden zu Schwachstellen. Als schließlich Moreau von Paoli mit dem Geld in den Zug nach Marseille gesetzt wird, um den Drogendeal abzuschließen, folgt Jabeke ihm inkognito und beginnt sein mörderisches Spiel ... Aus dem gemeinsamen Coup entsteht ein Machtkampf, in dem Verrat, Manipulation und Gewalt die Oberhand gewinnen. Während Jabeke versucht, seine Spuren zu verwischen und die anderen gegeneinander auszuspielen, geraten nach und nach alle Beteiligten in eine Spirale aus Angst und gegenseitigen Verdächtigungen, Tod und Verderben.
15:45
Mit Neuschwanstein will sich König Ludwig II. von Bayern eine eigene, sagenhafte Welt erschaffen, um der nüchternen Realität eines konstitutionellen Monarchen zu entrinnen. Bei der Umsetzung seiner Vision lässt er sich durch nichts und niemanden aufhalten. Bereits die Idee des jungen Königs, sein Schloss auf einem steilen Berggipfel zu errichten, ist ambitioniert. Der Bauherr hat eine präzise Vorstellung für seine idealisierte Ritterburg. Inspiriert wird er durch deutsche Sagenwelten und die Werke des Komponisten Richard Wagner. Nichts geschieht, ohne dass es der König selbst in Auftrag gibt, überall redet er mit - bis ins kleinste Detail. Für die Architekten ist das eine immense Herausforderung, ständig müssen Pläne geändert und angepasst werden. Der Bauherr ist dem technischen Fortschritt gegenüber aufgeschlossen, um seine oft bizarren Wünsche schnell und präzise umzusetzen. Die bauliche Leistung ist atemberaubend und die facettenreiche Umsetzung im historisierenden Stil bis ins kleinste Detail meisterhaft. Das Besondere an Neuschwanstein ist dabei nicht der oft als kitschig bezeichnete Prunk, sondern die bemerkenswerte Verflechtung von Ludwigs idealisiertem Weltbild und dem Bauwerk selbst. Weder als Repräsentationsbau noch als Machtdemonstration, sondern ausschließlich als privates Refugium gedacht, ist das Schloss wie eine zu Stein gewordene Fantasie des Herrschers. Der Monarch, der sich unverstanden fühlt, zieht sich immer weiter zurück. Das Leben und der plötzliche, legendenumrankte Tod des "Märchenkönigs" sind untrennbar mit seinem Schloss verbunden.
17:15
Vor über 2.300 Jahren lässt in Rom ein Mann eine Straße bauen, die schnurgerade in die Ferne führt, von Rom bis Capua. Der Mann heißt Appius Claudius Caecus, genannt der Blinde, bis dahin hat noch niemand eine solche Straße gebaut. 244 vor Christus wird sie bis ins heutige Brindisi an der Adria verlängert. Lange vor Julius Cäsar marschieren die Legionen Roms auf der Via Appia hinaus in die Welt, und über die Via Appia gelangt man nach Rom. Mit fast 600 Kilometern Länge stellt sie eine noch nie dagewesene Ingenieursleistung dar. Sie gilt bis heute als längste Gerade im europäischen Straßensystem. Aber die Via Appia lässt auch Städte und Siedlungen in ihrer Umgebung erblühen und für reiche Römer ist es schick, sich am Straßenrand pompöse Grabmäler bauen zu lassen. Der Film zeigt, wie sich dank der Via Appia das römische Reich nach Osten ausbreitet. Später finden exotische Waren und neue Ideen den umgekehrten Weg. Im Jahr 73 vor Christus werden entlang der Straße 6.000 Sklaven gekreuzigt, die an der Seite von Spartakus für ihre Rechte gekämpft haben. Und auf ihren Pflastersteinen soll der späterer Apostel Petrus die berühmten Worte "Domine, quo vadis?" gesprochen haben. Doch wie lassen sich die erhaltenen, teils noch genutzten Abschnitte einer so alten Straße als Weltkulturerbe bewahren? Welche Konflikte zwischen Denkmalschutz und moderner Infrastruktur bringt das Unesco-Label - und welche Chancen? Vom Archäologiepark Appia Antica bis zu den Ausgrabungen in Minturno, vom Amphitheater in Capua bis zum Städtchen Mirabella Eclano: Die "Königin der Straßen" fasziniert bis heute.
18:10
Gold fasziniert Menschen seit Jahrhunderten. Nachdem 1848 in Kalifornien Vorkommen entdeckt wurden, folgten Tausende aus Amerika, Europa und China dem Ruf des Goldes. Und auch heute lockt das Edelmetall. In Zeiten geopolitischer Krisen bleibt es eine Fluchtwährung für Staaten, Investoren und Industrielle, die damit neue technologische Errungenschaften finanzieren.
18:25
Die "Toyoko Kids" sind die Ausgestoßenen Japans. Viele von ihnen haben mit ihren Familien gebrochen, leben in den toten Winkeln einer der reichsten und sichersten Metropolen der Welt. Sie gelten als gefährlich, als kriminell oder werden als unmoralisch angesehen. Um zu überleben, verkaufen manche ihren Körper, andere dealen, viele irren nachts umher auf der Suche nach einem Schlafplatz. Eines ist ihnen allen gemeinsam: die Verzweiflung über das Scheitern und das Gefühl gesellschaftlicher Ausgrenzung. Einige treibt die Einsamkeit in den Selbstmord, andere finden Trost, Mut, Freiheit und Lebensfreude in der fragilen Gemeinschaft der "Toyoko Kids". Die Behörden wirken hilflos, viel mehr als wegsperren fällt ihnen nicht ein. Auch die Eltern wissen in aller Regel nicht, wie sie reagieren sollen. Manche versuchen Kontakt zu halten, andere geben auf. Über Wochen begleiteten Arthur Rayssiguier und Pierre Chabert die "Toyoko Kids" mit der Kamera.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Wer ist bereit, im Kriegsfall zu kämpfen? In der EU beschäftigt die Frage eine ganze Generation. Die jungen Menschen, die es am meisten beträfe, sind am wenigsten überzeugt. "Tracks East" fragt: Was bringt junge Menschen dazu, im Kriegsfall zu kämpfen? Oder eben nicht? Ein geflohener ukrainischer Soldat berichtet von der Mobilisierung im eigenen Land - und von seinem Sinneswandel. Nachdem seine Heimat zerstört wurde und er innerhalb des ukrainischen Militärs vermehrt schlimme Erfahrungen machen musste, beschloss er zu fliehen. Der Rapper HeXer ist als Vertreter der Gen Z einer der prominentesten Gegner der Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland. Sein Song "Gewinner" wurde zum Soundtrack gegen die Wehrpflicht. Sanata Doumbia-Milkereit ist Bundeswehr-Reservistin, Psychologin und bekennende Feministin. Mit sechs Jahren kam sie von der Elfenbeinküste nach Deutschland. Die Selbstbestimmung, die sie hier gefunden hat, ist für sie keine Selbstverständlichkeit. Zur Wehrpflicht-Debatte positioniert sie sich klar: Sie hält die aktuelle Diskussion für zu stark auf ein altes Pflichtmodell verkürzt. Timofey Vaskin ist russischer Menschenrechtsanwalt und verteidigt unrechtmäßig mobilisierte Männer aus dem Exil heraus. Denn in Russland werden junge Männer oft auch mit unlauteren Mitteln direkt für die Front rekrutiert.
20:15
"Schloss Schönbrunn" zeigt beeindruckende Bilder einer der schönsten herrschaftlichen Residenzen Europas so, wie es selbst die Habsburger Kaiser nie gesehen haben. Denn erst aus der Vogelperspektive, die moderne Drohnenkameras ermöglichen, offenbart sich die ganze Pracht und Größe dieses spätbarocken Juwels in Wien. Das gewaltige Ensemble mit Schloss, Park, Tiergarten und zahlreichen Nebengebäuden diente vom 18. Jahrhundert an den Herrschern aus dem Hause Habsburg als Wohnung, aber auch als repräsentativer Herrschaftssitz. Zwei Frauen stehen für die wechselhafte Geschichte des Schlosses: Kaiserin Maria Theresia und Kaiserin Elisabeth, bekannt als Sisi. Kaiserin Maria Theresia baute das Schloss aus, als Sommerresidenz war es gedacht. Wohnlich sollte es sein, zugleich aber repräsentativ. Und vor allem sollte es der Idee des Absolutismus sichtbar Ausdruck verleihen. Alles an diesem Schloss ist auf die Verherrlichung eines absolutistischen Herrschers ausgerichtet, der nur Gott untertan ist, sich selbst aber sein Land, sein Volk, ja Fauna und Flora untertan macht. Daher die Ornamentik der Beete, die Alleen aus in Form geschnittenen Bäumen, das Bildprogramm von Gloriette und Neptunbrunnen. Hieß es für Maria Theresia am Ende eines Sommers Abschied nehmen, so wollte Franz-Joseph mit seiner Sisi dort das ganze Jahr zubringen - allerdings wie auf einem Präsentierteller, denn der Park war schon lange den Wienern zugänglich. Sisi floh von Schönbrunn. Franz-Joseph blieb und starb dort vereinsamt. Glück hat der Prunk den beiden nicht gebracht.
21:45
Unter der Herrschaft Ludwigs XIV. war Versailles eine ständige Baustelle. Auch anschließend wurde es von den nachfolgenden Bewohnern unaufhörlich umgewandelt. Daher hat das Kulturdenkmal, das Millionen Besucher heute erblicken, nur noch entfernte Ähnlichkeit mit der Residenz des Sonnenkönigs. Außerdem erzählt es nichts über seine erstaunliche Entstehungsgeschichte. Moderne Rekonstruktionstechniken eröffnen heute einen neuen Blick auf Versailles und seine Entstehung. Der Dokumentarfilm beobachtet die Wissenschaftler bei ihren Bemühungen, die Räume und Ausstattungen der verlorenen Orte zu rekonstruieren und die Entstehungsgeschichte des Schlosses zu klären. So rekonstruiert der Konservator des Schlossmuseums, Alexandre Maral, die irrwitzigen barocken Fantasiegebilde, die eine Zeit lang den Park füllten, und lässt die Zuschauenden eine wunderbare künstliche Grotte mit zauberhaften Springbrunnen erkunden. Der wissenschaftliche Direktor des Versailler Forschungszentrums, Mathieu da Vinha, führt detailliert vor, wie die großen Höflingsgemächer eingerichtet waren. Der Spezialist für die königlichen Sammlungen, Matthieu Lett, kann dank der 3D-Rekonstruktion des Privatmuseums von Ludwig XIV. die Hängung in diesem sehr privaten Ort in virtueller Realität ausprobieren. Verbunden mit der Untersuchung Tausender alter Pläne ermöglichen diese modernen Rekonstruktionstechniken eine vollkommen neue Erforschung der architektonischen Vergangenheit von Versailles und offenbaren deren verborgenen Sinn.
23:20
Über kaum einen Komponisten hält sich ein Gerücht so hartnäckig wie über Antonio Salieri. Die Dokumentation "Der Komponist Antonio Salieri - Mythos vom Mörder Mozarts" spürt diesem Bild nach und blickt auf einen Musiker, dessen tatsächliches Wirken lange hinter einer populären Legende verschwand. Sie erzählt von Salieris Anfängen in Norditalien über seine Ankunft in Wien bis zu seiner Rolle als Hofkapellmeister - und zeigt einen Künstler, der das Musikleben seiner Zeit maßgeblich prägte. Der Schauspieler und Salieri-Liebhaber Tobias Moretti führt durch die Dokumentation, Diana Damrau, Rolando Villazón und Riccardo Muti sprechen über Salieris Leben und Werk. Zusammen mit Original-Briefen, Auszügen aus Partituren und szenischen Rekonstruktionen entsteht ein vielschichtiges Porträt und ein differenzierter Blick auf das Verhältnis zwischen Mozart und Salieri. Rivalität und gegenseitige Neugier standen hier nebeneinander und ergeben ein deutlich komplexeres Bild als die spätere Erzählung vom intriganten Gegenspieler. Die Dokumentation zeigt, wie politische Umbrüche, ästhetische Debatten und ein anonym verbreitetes Gerücht den Boden für einen Mythos bereiteten. Salieris Bedeutung als Lehrer - von Beethoven bis Schubert - rückt ebenso in den Fokus wie seine internationale Wirkung. Der Film zeichnet das Panorama einer Epoche im Wandel und erzählt zugleich die Geschichte eines Musikers, dessen Werk und Persönlichkeit sich erst nach Jahrhunderten aus dem Schatten der Überlieferung lösen. Eine Annäherung an einen langen missverstandenen Künstler.