17:05
In der Region um den Ort Bundenbach haben bis in die 1960er Jahre viele Menschen vom Schieferabbau gelebt. Bis heute erzählen unzählige stillgelegte Stollen von dieser Zeit. Der Bergbauingenieur Christian Wild und der Fledermausexperte Andreas Kiefer begeben sich auf Spurensuche. Dabei finden sie nicht nur erstaunlich gut erhaltene Relikte aus der Bergbauzeit - wo früher Schiefer abgebaut wurde, haben sich heute Fledermäuse in den Höhlen eingenistet. Zwischen steilen Hängen und tiefen Tälern: In der wunderschönen Umgebung des Moseltals sind Steffen Carmin und Hanna Braun mit ihren 250 Schafen auf Wanderschaft. Die Tiere sind Landschaftspfleger und halten die Wiesen offen für seltene Pflanzen. Der Hunsrück ist auch das Habitat der scheuen Wildkatze. Mehr als 100 der seltenen Exemplare leben hier - das ist die größte zusammenhängende Population Westeuropas. Wildnispädagogin Maria Salomé Hoffmann kann ihre Spuren lesen und lockt die Tiere mit einer selbst gemachten Baldriantinktur vor die Fotokamera.
17:50
Der größte Teil der Ardennen liegt im Südosten Belgiens in der französischsprachigen Wallonie. Im Osten geht das Schiefergebirge der Ardennen in die deutsche Eifel über, bedeckt weiter südlich rund ein Drittel des Großherzogtums Luxemburg und dehnt sich ganz im Süden bis nach Frankreich hinein aus. In den Hochmooren des Hohen Venn erstreckt sich ein 5.300 Hektar großes Naturschutzgebiet, eine für Mitteleuropa höchst ungewöhnliche Tundra-Landschaft: kalt, karg, fast baumlos, aber mit einer breiten Heidevegetation, in der viele Tiere eine Heimat gefunden haben. Seltene Vögel wie der Auerhahn leben hier, die Kreuzotter, der Biber und vor einigen Jahren ist auch der Wolf zurückgekehrt. Naturschützer freut das, manche Schäfer eher weniger. Der Förster Thomas Wislet versucht, die Bewegungen des Wolfes mit Fotofallen und DNA-Analysen nachzuverfolgen. Zurzeit gibt es zwei Wolfsmeuten in den Ardennen und immer wieder ziehen weitere Einzeltiere durch das Naturschutzgebiet. Mit fast 700 Meter Höhe sind die Ardennen zwar nicht das Dach der Welt, aber das Dach Belgiens. Durch die niedrige Durchschnittstemperatur finden sich hier zahlreiche Pflanzenarten, die sonst eher in nördlicheren Breiten zu Hause sind. Und so finden Françoise Gabriel und Karin Laschet hier Heilkräuter, die es sonst kaum noch gibt. Sie schwören auf deren einzigartige Heilwirkung. Doch es gibt in den Ardennen noch ein weiteres Biotop für vielfältige Lebensformen: Die Ardennen sind von einem Geflecht aus Höhlen und Grotten und unterirdischen Flussläufen durchzogen.
18:30
Die Black Mountains liegen im Südosten von Wales an der Grenze zur englischen Grafschaft Herefordshire und sind Teil des Nationalparks Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons). Die Bergrücken der Black Mountains erstrecken sich wie lange Finger von Nord nach Süd. Steht die Sonne tief, erscheinen die Berge schwarz im Gegenlicht. Auch der Abbau von Sandstein und Torf bringt das Schwarz in die überwiegend grünen Berge. Wer hier lebt, liebt die Gemeinschaft und setzt sich für den Erhalt der einzigartigen Landschaft und Tierwelt ein. Besonders geschützt werden Rotmilane, Dachse sowie seltene Fledermausarten. Am Llangorse Lake züchtet Coline Preece Biber, um damit das empfindliche Ökosystem zu retten. Am Berg Bryn Arw arbeitet Keith Powell daran, die von Adlerfarn überwucherten Bergrücken wieder zu bewalden. Als Gletscher in der letzten Eiszeit die Berge, Hügel und Täler der Black Mountains formten, wurden in der ganzen Region Sedimente abgelagert. Gwenda Binns nennt die rote, besonders tonhaltige Erde "dirt". Shaun Bevan baut damit Mountainbike-Strecken auf ihrem Ackerland. Den Ursprung dieser besonders formbaren Erde hat Kerry Crosfield unter Tage gefunden: Die Black Mountains werden von einem der längsten Höhlensysteme Europas durchzogen.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen.
19:40
Zensur, Kürzungen und Entlassungen: In der zweiten Amtszeit von Donald Trump droht Forschenden in den USA der Verlust ihrer wissenschaftlichen Freiheit. Manche von ihnen geraten immer mehr in Bedrängnis. "Wenn laufenden Wissenschaftsprojekten Mitteln entzogen werden, bedeutet das eine Verschlechterung der Ergebnisse.", so Dr. Elsa Anderson. Seit Juli ist die 37-Jährige in Berlin. Sie kommt auf Einladung der Alexander von Humboldt Stiftung. Sie erhält ein Forschungsstipendium am Leibniz-Institut für Gewässerökologie. Vorher forschte sie in den USA an der Northwestern University in Evanston, Illinois. "Ich bin auf die biologische Vielfalt in der Stadt spezialisiert. Und ich verbinde Straßenkunst mit Artenentwicklungen." Einige Forscherinnen und Forscher suchen nach unabhängig finanzierten Stellen, kommen zum Beispiel nach Europa. Die Reportage begleitet zwei hoch dotierte amerikanische Personen, eine Wissenschaftlerin in Deutschland und einen Wissenschaftler in Frankreich in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft: Bioingenieurin Dr. Katharina Maisel, in Saarbrücken und den Astrophysiker Dr. Kartik Sheth in Marseille. Bis März 2025 war er in leitender Position bei der Nasa. Die Ankündigung der Schließung des gesamten Wissenschaftsdirektorats, sowie die Schließung der zuständigen Büros, für Technologie, Politik und Strategie der Nasa, markierte einen Wendepunkt.
20:15
In dieser zum Kultfilm gewordenen Musical-Verfilmung verirrt sich ein frisch verlobtes junges Paar in ein geheimnisvolles Schloss und trifft dort auf eine Versammlung skurriler Charaktere. So wird die Unwetternacht zum unterhaltsamen Horrortrip voller Tanz und Gesang. - Mit Stars wie Tim Curry, Susan Sarandon und Meat Loaf und unter der Regie von Jim Sharman. In einem abgelegenen Schloss feiert Dr. Frank-N-Furter, ein exzentrischer Wissenschaftler, mit Anhängern seine neueste Schöpfung. Er hat einen künstlichen jungen Mann von strahlender Attraktivität erschaffen: Rocky Horror. Doch als das prüde Liebespaar Brad und Janet während eines Unwetters zufällig in die sonderbare Veranstaltung platzt, bricht in Franks sündigem Schloss der Teufel los. Was folgt, ist eine für alle erlebnisreiche, bizarre Nacht voller sexueller Ausschweifung, skurriler Gestalten und Musik. Während sich die Ereignisse überschlagen, werden Brad und Janet zunehmend in die dekadente Welt des Schlosses hineingezogen. Das verrückte Bühnenstück "The Rocky Horror Show", das dem Film als Vorlage diente, ist ein Dauerbrenner auf den Bühnen der Welt. Die kongeniale Filmversion des schrillen britischen Rock-Musicals ist seit 1975 zum Kultfilm und Klassiker geworden. Mit Elementen aus Horror, Science-Fiction und Glam-Rock setzt sich die respektlos-freche Persiflage auf Genreregeln und -motive mit gesellschaftlichen Normen auseinander und ist ein Plädoyer für queere Sichtbarkeit, Vielfalt und Kreativität.
21:50
Der Dokumentarfilm ist eine liebevolle Hommage an ein Stück Popkultur, das bis heute Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Er lädt zu einer Reise zu den Anfängen von "The Rocky Horror Show" ein und erzählt, wie aus einer kleinen, ungewöhnlichen Theaterproduktion in London ein weltweites Kultphänomen wurde. Regisseur Linus O'Brien ist der Sohn von Richard O'Brien, dem kreativen Kopf hinter "Rocky Horror". Seine Dokumentation wirft so einen sehr persönlichen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Musicals und die spätere Verfilmung "The Rocky Horror Picture Show". Mit spürbarer Leidenschaft zeichnet der Film die Höhen und Tiefen dieses Werks nach, das zunächst kaum beachtet wurde und schließlich Filmgeschichte schrieb. Stars wie Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick und Patricia Quinn erinnern sich an eine Zeit, in der niemand ahnen konnte, welchen Einfluss ihre Arbeit einmal haben würde. Ergänzt werden ihre Geschichten durch prominente Fans wie Jack Black und Trixie Mattel, die erzählen, warum "Rocky Horror" für sie weit mehr als ein Film und Musical ist. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Selbstbestimmung, Toleranz und die Freiheit, anders zu sein. Der Film zeigt warum sich über Generationen hinweg eine leidenschaftliche Fangemeinde gebildet hat und weshalb die legendären Mitternachtsvorführungen bis heute Menschen zusammenbringen. "Die 'Rocky Horror Show': Eine wilde Geschichte" erzählt von einer kreativen Revolution, einer einzigartigen Gemeinschaft und einem Werk, das seinen Schöpfern längst entwachsen ist.
23:05
Die alleinerziehende Yoshimi zieht nach der Scheidung mit ihrer Tochter Ikuko in eine verwahrloste Mietskaserne am Rande von Tokio. Zunächst schenkt sie einem Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke wenig Beachtung. Sie hofft, dass der Hausmeister Kamiya sich darum kümmern wird. Ihre Aufmerksamkeit gilt ganz dem Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann und der Jobsuche. Doch bald schon tropft Wasser von der Decke und unheimliche Vorgänge häufen sich. Eine mysteriöse Kinderhandtasche taucht immer wieder auf dem Dach auf, von oben sind trampelnde Schritte zu hören, dunkle Kinderhaare finden sich im Trinkwasser und wiederholt sieht sie ein scheues Mädchen in einem gelben Regenmantel. Nach und nach wird klar, dass die Geschehnisse mit der vor zwei Jahren verschwundenen Mitsuko zusammenhängen. Mitsukos Leiche wurde nie gefunden. Nun irrt ihr Geist durch das Haus auf der Suche nach einer Mutter. Yoshimi begreift, dass das eifersüchtige Geistermädchen eine große Gefahr für ihre Tochter Ikuko darstellt. Autor und Regisseur Hideo Nakata zählt mit seinen Filmen "Ring - Das Original" und "Dark Water - Besuch aus dem Jenseits" zu den Vätern des Genres J-Horror. Einige der effektvollsten formalen Inventionen des Genres gehen auf ihn zurück: verlangsamte, unscharfe Bilder von Geistergestalten; von dunklen Haaren halb verdeckte Gesichter; die Dissoziation der Bild- und Tonebene; die Fetischisierung alltäglicher Verfallserscheinungen, wie Schimmel oder Wasserflecken; entsättigte Farben. Um die Jahrtausendwende wurden japanische Horrorfilme auf diese Weise zu einem weltweiten popkulturellen Phänomen.