13:45
Jacques Cournot ist ein erfahrener Kapitän, der sein Geld mit Schiffsüberführungen verdient. Als ihn der wohlhabende Geschäftsmann Hugo Hendrix zu einem lukrativen Auftrag überredet, ahnt er nicht, worauf er sich einlässt. Er soll die Luxusjacht Dragoon ihrer Eigentümerin Madame Osborne abkaufen und in die Karibik überführen. Doch kurz nach Besichtigung wird die Jacht gestohlen, und Cournot wird zum Hauptverdächtigen. Madame Osborne überredet Cournot, mit ihr zusammen nach dem verschwundenen Schiff zu suchen. Schon bald gibt es Hinweise, dass sich an Bord eine wertvolle Fracht befindet. Je tiefer Cournot in die Machenschaften seines Auftraggebers gerät, desto klarer wird, dass er Teil eines internationalen Waffenhandels geworden ist. Zwischen einsamen Inseln, offenem Gewässer und undurchsichtigen Bündnissen muss er entscheiden, wem er noch vertrauen kann. Während die Gefahr wächst, kämpft er nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, seine moralischen Grundsätze zu bewahren.
15:20
Unter der Herrschaft Ludwigs XIV. war Versailles eine ständige Baustelle. Auch anschließend wurde es von den nachfolgenden Bewohnern unaufhörlich umgewandelt. Daher hat das Kulturdenkmal, das Millionen Besucher heute erblicken, nur noch entfernte Ähnlichkeit mit der Residenz des Sonnenkönigs. Außerdem erzählt es nichts über seine erstaunliche Entstehungsgeschichte. Moderne Rekonstruktionstechniken eröffnen heute einen neuen Blick auf Versailles und seine Entstehung. Der Dokumentarfilm beobachtet die Wissenschaftler bei ihren Bemühungen, die Räume und Ausstattungen der verlorenen Orte zu rekonstruieren und die Entstehungsgeschichte des Schlosses zu klären. So rekonstruiert der Konservator des Schlossmuseums, Alexandre Maral, die irrwitzigen barocken Fantasiegebilde, die eine Zeit lang den Park füllten, und lässt die Zuschauenden eine wunderbare künstliche Grotte mit zauberhaften Springbrunnen erkunden. Der wissenschaftliche Direktor des Versailler Forschungszentrums, Mathieu da Vinha, führt detailliert vor, wie die großen Höflingsgemächer eingerichtet waren. Der Spezialist für die königlichen Sammlungen, Matthieu Lett, kann dank der 3D-Rekonstruktion des Privatmuseums von Ludwig XIV. die Hängung in diesem sehr privaten Ort in virtueller Realität ausprobieren. Verbunden mit der Untersuchung Tausender alter Pläne ermöglichen diese modernen Rekonstruktionstechniken eine vollkommen neue Erforschung der architektonischen Vergangenheit von Versailles und offenbaren deren verborgenen Sinn.
16:55
Valletta ist eine der prunkvollsten Städte Europas, und so zählt die Hauptstadt von Malta seit 1980 in ihrer Gesamtheit zum Unesco-Welterbe. Valletta wurde ab 1566 aus einem Guss erbaut, von den Rittern des Johanniterordens - bekannt als die Malteserritter. Der Film untersucht, wie der Welterbestatus das Stadtbild und das Leben der Bewohner verändert. Historikerinnen, Architekten, Stadtplaner und Künstlerinnen erzählen davon, wie die Bewahrung des wertvollen Erbes, Tourismus, und Immobilienboom zusammenwirken. So steht Maltas Hauptstadt Valletta heute exemplarisch für die Chancen und Konflikte, die mit dem Status als Welterbestätte verbunden sind. Die Kunsthistorikerin Charlene Vella beschreibt die Stadt als Gesamtkunstwerk. Der Architekturhistoriker Conrad Thake erläutert die Entstehung Vallettas nach der Großen Belagerung 1565. Der Kunsthistoriker Keith Sciberras zeigt die internationale Bedeutung von Caravaggios berühmtem Werk "Die Enthauptung Johannes des Täufers" in der St. John's Co-Cathedral. Stadtplaner Antoine Zammit und Unesco-Botschafter Alexander Farrugia diskutieren, wie sich das historische Erbe mit den Bedürfnissen einer lebendigen Stadtgesellschaft vereinbaren lässt, und Sängerin Ira Losco, Eurovision-Teilnehmerin, erzählt, warum sie Valletta so schätzt und auf Malta bleibt. Der Film "Unesco-Weltkulturerbe - Schätze für die Ewigkeit: Valletta" zeigt dank exklusiver Zugänge zu den Bauten der Malteserritter, wie sich die einstige Festungsstadt zu einem weltweit beachteten Kulturerbe entwickelt hat.
17:50
Die Tschechische Philharmonie beendet ihre Saison traditionell mit dem Konzert auf dem Hradcany-Platz zwischen Dom und Prager Burg. Das diesjährige Programm, unter der Leitung des französischen Maestros Alain Altinoglu, steht ganz im Zeichen der USA. Alfred Newmans berühmter "20th Century Fox Fanfare" folgt ein Stück des großen Tschechen Antonín Dvorák, das "Largo" aus seiner Neunten Sinfonie. Mit Leonard Bernsteins "Symphonic Dances from West Side Story" klingt das sommerliche Konzert aus. Alfred Newman (1900-1970) komponierte die "20th Century Fox Fanfare" 1933 als Begleitmusik zum Logo des berühmten Filmstudios. Dvoráks "Symphonie aus der Neuen Welt" von 1893, inspiriert von seinen Jahren in Amerika, gehört nach wie vor zu den beliebtesten Werken des Orchesterrepertoires. Der zweite, langsame Satz, "Largo", besticht durch seine Melodieführung, die mit dem Ton des Englischhorns beginnt, ein Ausdruck der Sehnsucht des Komponisten nach der Heimat. Reich an Atmosphäre und emotionaler Tiefe hat dieser Satz ein eigenständiges Leben jenseits der Symphonie selbst erlangt. Leonard Bernsteins Musical "West Side Story" wurde 1957 in New York aufgeführt. Es versetzt Shakespeares Drama "Romeo und Julia" ins New York der 1950er Jahre, und aus dem Konflikt zwischen zwei Familien wird ein Bandenkrieg. Die einprägsamsten Momente fasste Bernstein später in seinen "Symphonic Dances from West Side Story" zusammen, einer von Jazz und lateinamerikanischen Rhythmen durchdrungenen Partitur.
18:35
(1) Wer hat schon mal Pilates gemacht? Fabian Erik Schlüter erzählt von den Ursprüngen dieser Trendsportart (2) Was sagen Deutsche und Franzosen, wenn sie sich wehtun? (3) Claire Doutriaux schaut sich einen Ausdruck an, der in Frankreich täglich verwendet wird: "Bon courage". Seine deutsche Entsprechung hat eine ganz andere Konnotation. (4) Und wie immer - das Rätsel
18:50
Über 1.500 Quadratkilometer und die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen erstreckt sich die Rhön. Wegen der weiten Ausblicke wird die Region auch das "Land der offenen Fernen" genannt. Im Naturschutzgebiet Lange Rhön hält Julia Djabalameli eine der ältesten Schafrassen der Welt: das Rhönschaf. Die Schäferin wohnt mit ihrem Sohn in Melperts, einem kleinen Dorf in der hessischen Rhön. Während sie sich um ihre Tiere kümmert, ist Adrian bei seinen Freunden nebenan: Die van Eyks und ihre drei Kinder sind Teil einer Hofgemeinschaft. Das Abendessen bereitet Vanessa van Eyk gemeinsam mit ihrem Schwiegervater Franz vor. Die beiden kochen Rhöner Mehlklöß' in einer Variante mit buntem Gemüsecurry. Franz hat den heruntergekommenen Hof in den 1980er Jahren gekauft und die erste Landkommune der Rhön gegründet. Heute leben in der Hofgemeinschaft vier Familien. Anfang Oktober feiern alle gemeinsam das Erntedankfest. Dafür probiert Vanessa typische Rezepte der Region wie den Rhöner Apfel-Schmand-Kuchen aus. Die Brüder Till und Samuel Vollmer, die in der Hofgemeinschaft aufgewachsen sind, bereiten eine Rhönlammkeule zu. Während die Kinder das Lagerfeuer vorbereiten, erntet Vanessa im Gemeinschaftsgarten Herbstgemüse für den Rhöner Ploatz, einen deftigen Blechkuchen mit Roggenmehl.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Bastri Limoj ist Hirte im südalbanischen Bergdorf Vranisht und lebt mit seiner Familie wie viele in Albanien auf dem Land - von dem, was er mit seinen Schafen und Ziegen erwirtschaftet. Während der sozialistischen Diktatur, zwischen 1944 und 1990, wurden die Herden jedoch zwangskollektiviert, den Hirten weggenommen und in Gemeinschaftseigentum umgewandelt. Nach dem Ende des Regimes waren es die Alten, die sich wieder auf die Tradition besannen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nachwuchs gab es kaum. Zu mühselig erschien vielen jungen Menschen der Beruf, zu rückwärtsgewandt, mit zu geringen Verdienstmöglichkeiten. Auch Bastris Sohn Lucjano suchte wie viele seiner Generation ein besseres Leben in der Stadt und studierte Maschinenbau. Ab und zu kommt er in sein Heimatdorf zurück, um seinem Vater zu helfen. Der möchte diesmal, dass er ihn auch beim Auftrieb der Herde zur Sommerweide in die Berge begleitet. Der Weg über die Geröllpfade ist gefährlich für Mensch und Tier. Und auch oben auf den Weiden nimmt die Sorge um das Vieh nur selten ein Ende. Kein Platz für Schäferromantik - außer in den überlieferten polyphonen Gesängen. Diese mehrstimmigen Gesänge mit einem tiefen Halteton stammen aus der Hirtentradition der Region Labëria. Mittlerweile greifen auch junge Leute sie begeistert wieder auf. Liegt hierin eine Chance für den Schäferberuf? Und wird der Vater seinen Sohn überzeugen können, sein Erbe fortzuführen und so tatkräftig mitzuhelfen, dass die Schäfertradition nicht ausstirbt?
20:15
Michael Corleone, Sohn des verstorbenen Mafiapaten Vito Corleone, übernimmt die Geschäfte des Corleone-Clans. Als er jedoch versucht, seinen Einflussbereich auf das Gebiet der Spielkasinos auszudehnen, stößt er auf erbitterten Widerstand. Sein New Yorker Partner Frankie Pentangeli nimmt es ihm übel, dass er sich mit dem Kasinobetreiber Hyman Roth verbündet, um seine Macht zu vergrößern. Nur knapp kann Michael einem Mordanschlag entkommen. Er vermutet Frankie Pentangeli dahinter und schwört Rache. Um ein Kasino-Geschäft mit dem korrupten Batista-Regime auf Kuba einzufädeln, reist Michael mit Hyman Roth auf die Karibikinsel. Dort erhält er Hinweise, dass sein eigener Bruder Fredo an dem Mordversuch mitgewirkt haben soll, lässt ihn jedoch zunächst unbehelligt. Währenddessen hat Frankie Pentangeli erreicht, dass Michael Corleone vor Gericht erscheinen muss. Durch raffiniert eingefädelte Intrigen wird Michael schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun kann er seine Rachepläne in die Tat umsetzen. Aber er verliert durch seine zunehmende Gewaltbereitschaft und seinen unbeugsamen Herrschaftsanspruch die Zuneigung seiner Ehefrau Kay, so dass er schließlich völlig allein dasteht ... Parallel zur Gangsterkarriere Michael Corleones erzählt der Film in geschickt eingefügten Rückblenden die Anfänge des Clangründers Vito Corleone, seine Kindheit auf Sizilien, seine Flucht nach Amerika und seinen Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum mächtigsten Mafiapaten New Yorks. Der zweite Teil der opulenten Mafiasaga wurde gleich mit sechs Oscars ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Francis Ford Coppola die begehrte Trophäe für die beste Regie, den besten Film und zusammen mit Mario Puzo für das beste adaptierte Drehbuch. Als bester Nebendarsteller wurde Robert De Niro geehrt. "Gegenüber dem ersten Teil sind die grellen, spektakulären Effekte stark zurückgenommen. Der brillant inszenierte und exzellent gespielte Film verbindet in angemessener Form gesellschaftliche Reflexion und spannende Unterhaltung." (Lexikon des Internationalen Films)
23:25
Die Ermordung des Carabiniere Carlo Alberto Dalla Chiesa im Jahr 1982 war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Staatsanwaltschaft von Palermo gründete einen sogenannten Anti-Mafia-Pool und machte Jagd auf Salvatore "Totò" Riina. Das Richter-Team sollte auch gegen die wegen ihrer Verbindungen zur Mafia bis dahin unantastbaren Geschäftsleute und Politiker ermitteln. Daraufhin ließ Riina den Ermittlungsrichter Rocco Chinnici durch ein Attentat mit einer Autobombe ermorden. Von nun an machten zwei junge Richter Palermos, Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, den Kampf gegen die Mafia zu ihrer Lebensaufgabe. Insbesondere dank der Zeugenaussage eines ehemaligen, weniger von Reuegefühlen als von Rachegelüsten angetriebenen Rivalen Riinas gelang es den Richtern schließlich, Hunderte von Haftbefehlen gegen die Cosa Nostra zu erlassen. 1986 wurde in Palermo der Maxi-Prozess gegen 475 Angeklagte eröffnet, obwohl der weiterhin flüchtige Riina ein Klima der Angst aufrechterhielt. Bei dem Prozess wurden sehr schwere Strafen verhängt. Riina wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein historischer Urteilsspruch, der vollkommen wider Erwarten im Berufungs- und im Kassationsverfahren bestätigt wurde. Aus Wut gab Riina 1992 zwei tödliche Sprengstoffanschläge auf die Richter Falcone und Borsellino in Auftrag. Eine doppelte Tragödie und für die Sizilianer eine mit 9/11 vergleichbare Schockwelle. Riina wurde 1993 verhaftet und starb 2017 im Alter von 87 Jahren im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses in Parma. Bis zum Schluss zeigte er keinerlei Reue. Der zweiteilige Dokumentarfilm beleuchtet den blutigen Mafia-Krieg, der zwischen 1977 und 1994 mitten in Europa geführt wurde.