20:55
Kirgisistan - ein Land, das die meisten Menschen auf Anhieb gar nicht auf der Weltkarte lokalisieren können. Umso überraschender ist, was das zentralasiatische Land zu bieten hat: Imposante Hochgebirge, uralte Traditionen und gastfreundliche Menschen, die mit ihrer einladenden Wärme der winterlichen Kälte trotzen. Traditionen wie der Reitsport Kok Boru oder das Manas-Epos gehören in ländlichen Regionen weiterhin zum Alltag. Das Nomadenleben war lange Zeit die beste Möglichkeit, in der Extremlandschaft zwischen Steppe, Halbwüste und Hochgebirge zu bestehen. Für viele Erwachsene ist Viehzucht auch heute noch die einzige Möglichkeit, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Um aus dieser Armut zu entfliehen, gehen die Kinder hier voller Stolz und Ehrgeiz in die Schule. Denn sie wollen eines Tages ein besseres Leben führen als ihre Eltern. Doch gerade im harten kirgisischen Winter ist der Schulweg lang, beschwerlich und voller Gefahren. Sherali (8) und sein Bruder Ali (12) reiten eineinhalb Stunden vom Haus ihrer Großeltern zur Schule: durch Dunkelheit, über Felder und über einen vereisten Bergpfad. Akzholtoy (12) und ihre Schwester Akmarzhan (6) laufen eineinhalb Stunden zu Fuß. Sie müssen einen gefrorenen Flussarm überqueren.
21:40
Das Leben der Anfang 30-jährigen Aurore ist chaotisch. Sie hält sich mit kleineren Jobs über Wasser und ihr Freund Bastien verlässt sie überraschend. Die Nachricht, dass ihr ehemaliger Cello-Lehrer Étienne Vogler gestorben ist, wirft sie noch mehr aus der Bahn. Verdrängte Erinnerungen kehren zurück, so dass sie Kontakt zu früheren Mitschülerinnen aufnimmt. Aber es wird deutlich, dass Aurore etwas aus dieser Zeit mit sich trägt, das sie von den anderen unterscheidet. Parallel dazu träumt der gleichaltrige Noé von zwei Dingen: als Journalist Fuß zu fassen und seiner großen Liebe zu begegnen. Doch die Sorge um seinen alkoholkranken Vater, der auf ihn angewiesen ist, hindert ihn, in seinem eigenen Leben voranzukommen. Fast verpasst er deswegen ein Vorstellungsgespräch bei einem renommierten Journal, für das er unbedingt arbeiten will. Noé bekommt die Stelle nicht, trifft dafür aber eine Frau und hält die Begegnung für Liebe auf den ersten Blick. Er schafft es jedoch nicht, sie nach ihrer Nummer zu fragen. Stattdessen folgt er ihr zu einem Restaurant - und in der Bar gegenüber begegnet er Aurore. Was zunächst nur eine flüchtige Begegnung scheint, entwickelt sich zu einem Abenteuer ... Für "Eines Tages werden wir uns lieben" schrieb und inszenierte Jérôme Bonnell alle drei Folgen. In den Hauptrollen spielen Natacha Krief als Aurore und Édouard Sulpice als Noé, an ihrer Seite sind unter anderem Laurent Stocker und Olivia Côte zu sehen. Bonnell widmet sich einer intimen Geschichte über Liebe, familiäre Bindungen und die Schwierigkeit, sich aus der eigenen Vergangenheit zu lösen.
22:30
Nach ihrer chaotischen gemeinsamen Nacht verabschieden sich Aurore und Noé am Morgen etwas verlegen voneinander. Eigentlich kennen sie sich kaum und rechnen nicht damit, sich wiederzusehen. Doch wie es der Zufall will, treffen sie wenig später in einem Café erneut aufeinander. Zunächst ist Aurore distanziert; da ihr aber ein Mittagessen auf dem Land bevorsteht und sie dafür dringend ein Auto braucht, bittet sie Noé, sie mit dem Wagen seines Vaters zu begleiten. Ohne von Aurore vorgewarnt zu sein, landet Noé mit ihr schließlich auf dem stattlichen Anwesen ihres Vaters bei einem Familienessen und wird dort als ihr fester Freund vorgestellt. Überrumpelt und sauer wegen dieser erfundenen Behauptung, wird Noé in eine ihm völlig unbekannte Welt hineingezogen: Er lernt Aurores Familie kennen und entdeckt hinter ihrer verschlossenen Art Abgründe, die mit ihrer Vergangenheit und ihrem ehemaligen Cello-Lehrer Étienne Vogler zusammenhängen. Auch für Aurore ist die Heimkehr schwierig und mit schmerzhaften Erinnerungen und Spannungen verbunden, besonders mit ihrem Vater. Während Noé versucht, sich zwischen den fremden Menschen und unausgesprochenen Konflikten zurechtzufinden, kommen sich die beiden näher. Aus einer durchzechten Nacht beginnt langsam eine Verbindung zu entstehen, die für beide unerwartet viel bedeuten könnte ...
23:10
Nach dem Besuch bei Aurores Familie können die Anfang 30-Jährige und der gleichaltrige Noé ihre inneren Verletzungen und Sorgen nicht mehr voreinander verbergen. Trotzdem kann Noé die Begegnung mit der anderen Frau nicht vergessen. Aurore schlägt ihm vor, mit ihrem Armband in das Antiquitätengeschäft zu gehen, wo er die Unbekannte zuletzt gesehen hat, und unter dem Vorwand, ihr den Armreif zurückgeben zu wollen, nach ihrer Nummer zu fragen. Zögerlich nimmt Noé Aurores Idee auf. Als sie vor einer Kirche anhalten, realisiert Noé nicht sofort, dass Aurore vorhat, zu der Beerdigung von Étienne Vogler zu gehen, ihrem pädophilen Cello-Lehrer. Voglers Angehörige und der Anblick des Sargs lösen in Aurore eine Panikattacke aus. Obwohl Noé sie zunächst nicht begleiten wollte, steht er ihr schließlich bei und versucht mit ihr zusammen, die Welle an Gefühlen einzufangen ... Ausgerechnet in diesem Moment meldet sich Noés alkoholkranker Vater bei ihm. Im Chaos der Gefühle setzt Noé Aurore bei ihrem Vater ab, bevor er selbst zu seinem eigenen Vater in die Stadt zurückkehrt. Währenddessen versucht Aurore, sich ihren Problemen mit ihrer Familie zu stellen. Aber wie es das Schicksal will, treffen sich die beiden am Abend erneut ... Werden sie sich schließlich einander öffnen und der Liebe eine Chance geben?