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"Venedigs goldenes Zeitalter - Glanz und Gewalt" beleuchtet den Aufstieg und Fall eines der mächtigsten Dogen der Republik. Im 15. Jahrhundert, dem goldenen Zeitalter Venedigs, führte Francesco Foscari die Stadt an die Spitze politischer und wirtschaftlicher Macht - und zugleich an den Rand innerer Zerreißproben. Während Handel, Flotte und internationale Netzwerke der Serenissima florieren, treibt Foscari die Expansion auf dem Festland voran. Doch dieser Kurs führt zu Rivalitäten mit mächtigen Familien wie den Loredan und verstrickt Venedig in jahrzehntelange Konflikte mit den Stadtstaaten Italiens. Hinter den prächtigen Fassaden des Dogenpalasts kommt es zu Intrigen, persönliche Feindschaften wachsen - und das alles unter der Kontrolle des ausgefeilten Rätesystems der Kaufmannsrepublik. Die Tragödie kulminiert im Schicksal von Foscaris Sohn Jacopo: Er gerät in die Mühlen des politischen Systems und wird zum Spielball politischer Fehden - Folter im Palast seines Vaters und Verbannung mit dessen Unterschrift eingeschlossen. Foscari muss sich entscheiden - zwischen Vaterrolle und Staatsräson im Sinne des Wohles aller Bürger. Der Dokumentarfilm zeichnet das eindrucksvolle Porträt einer Epoche, in der Glanz und Gewalt untrennbar verbunden sind. Experten, Archivmaterial, Animationen und reale Schauplätze eröffnen einen tiefen Blick in Politik, Handel, Architektur und Alltagsleben der Serenissima. So wird die Geschichte der Foscaris zum Sinnbild für den Mythos Venedig: schillernd, mächtig und zutiefst menschlich.
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Venedig hat seiner außergewöhnlichen geografischen Lage Macht und Reichtum zu verdanken, doch die weltbekannte Stadt muss im Rhythmus der Gezeiten leben. Die ersten Siedlungen wurden auf Pfählen auf dem sumpfigen Untergrund errichtet. Mit dieser Technik ließ sich schließlich das Gewicht einer ganzen Stadt tragen. Der Schlamm in der Lagune sorgt dafür, dass das Holz nicht verfault. Die Pfähle sind in einem sehr guten Erhaltungszustand. Die ständigen Überschwemmungen bringen jedoch eine andere Bedrohung mit sich: Salz. Sobald das Wasser verdunstet ist, muss mühsam das Salz entfernt werden, das sich auf den Baudenkmälern der Stadt absetzt und das Mauerwerk angreift. Nach jahrzehntelangen Bauarbeiten und Baukosten in Milliardenhöhe soll "Mose" die Stadt beschützen - ein System aus beweglichen Fluttoren, die an den drei Öffnungen der Lagune zum offenen Meer errichtet wurden. Aber das Sturmflutsperrwerk darf nicht systematisch zum Einsatz kommen, da die Fluttore die Gezeiten blockieren, die Unrat und Abwässer aus der Lagune befördern. Daher arbeiten Ingenieure an einem kühnen Projekt, bei dem Meerwasser in den Untergrund der Stadt gepumpt und diese so um 25 Zentimeter angehoben werden soll. Die Zukunft Venedigs hängt ganz von der Beziehung zwischen Stadt und Lagune ab. Die Venezianerinnen und Venezianer fürchten, ihre Stadt könnte im Zuge des Klimawandels verschwinden. Daher setzen sie auf einen mehrdimensionalen Ansatz aus technischer Innovation und Renaturierungsmaßnahmen.
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Anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi im Jahr 2025 führen Théotime Langlois de Swarte und die Musiker des Ensembles Le Consort das berühmte Werk in Vivaldis Geburtsstadt Venedig auf. Ihre Interpretation auf barocken Instrumenten kehrt zu den Ursprüngen zurück und nähert sich der Intention Vivaldis, der sein Werk als Sinnbild für die Kraft der Natur und der Elemente verstand. Jenseits ihrer idyllischen Schönheit enthalten diese vier Konzerte eine zeitlose Botschaft: Indem sie die Sinne ansprechen und den Kreislauf des Lebens nachempfinden, regen sie zum Nachdenken über die menschliche Existenz an. An symbolträchtigen und prachtvollen Orten Venedigs, wie dem Palazzo Contarini della Porta di Ferro, dem Palazzo Grassi und der Fondazione Giorgio Cini, präsentieren Théotime Langlois de Swarte und sein Ensemble die einzelnen Jahreszeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten - vom Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit, dem zyklischen Ablauf des Stückes folgend: Im Frühling zeigt sich Venedig in goldenes Morgenlicht getaucht, im Sommer unter einem bedrohlichen Gewitterhimmel, und während der Winter wie ein Totentanz in f-Moll erklingt, bricht die Nacht herein. Zusammen mit dem Musikwissenschaftler Olivier Fourés besucht Théotime Langlois de Swarte die ehemaligen Aufführungsorte von Vivaldis Musik und entdeckt einzigartige Dokumente wie die Erstausgabe der "Vier Jahreszeiten" oder die Notizen der berühmten italienischen Geigerin Anna Maria dal Violin, einer Schülerin Vivaldis.