07:25
(1): Chamonix: James Salter und der Gipfelstürmer (2): Curitiba: Die grünste Stadt Brasiliens (3): Im spanischen Baskenland: Aitors Eintopf (4): London: Die Ursprünge des Kriminalromans
08:10
(1): Vivienne Westwood, ein Punk-Tornado fegt durch London (2): Tuamotu-Archipel: Das menschenfeindliche polynesische Paradies (3): Kroatien: Tanjas Blätterteiggebäck (4): Usbekistan: Die Rache des Emirs
09:00
Der Tanganjikasee im Herzen Afrikas vereint zwei gleichermaßen magische Welten: geschützte Wildnis an den Küsten - mit Schimpansen, Elefanten, Antilopen - und eine faszinierende Unterwasserwelt. In 15 Millionen Jahren hat die Evolution Wunder vollbracht: Im See gibt es Schwämme, Schnecken, Krebse, Milliarden von Süßwassersardinen und mehr als 200 Arten von Buntbarschen. Ihre rätselhafte Vielfalt beschäftigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt, allen voran Biologinnen und Biologen der Universität Graz. Beeindruckendes Küstenmerkmal sind die Mahale-Berge in Tansania mit über 2.000 Meter hohen Gipfeln. Der umgebende Regenwald beherbergt eine der größten Schimpansenpopulationen in Afrika, deutlich mehr als der weiter im Norden gelegene Gombe-Stream-Nationalpark, die afrikanische Heimat der legendären Forscherin Jane Goodall. In Sambia, am südlichen Ende des großen Sees, wurde im letzten Augenblick eine Wildnis gerettet, die nur wenige je gesehen haben: das weite Busch- und Grasland des Nsumbu-Nationalparks. Hier trifft man auf türkisfarbene Buchten mit Flusspferden und Krokodilen, an den Ufern stillt die letzte Elefantenherde des Tanganjikasees ihren Durst, und einen Steinwurf entfernt streifen große Büffel- und Antilopenherden durch ein Flickwerk aus Sümpfen, Flüssen und Savannen. Der österreichische Autor und Regisseur Harald Pokieser war mit seinem Team mehrmals am Tanganjikasee und hat diese nur wenig bekannte Region in beeindruckenden Bildern porträtiert.
10:30
Eine Reise aus der Luft über Uganda zeigt spektakuläre Landschaften: die gletscherbedeckten Ruwenzori-Berge, urzeitliche Regenwälder und Kraterseen. Die Virunga-Berge erstrecken sich über Uganda und Ruanda bis nach Kongo. Im Bwindi-Nationalpark haben die seltenen Berggorillas ihre Heimat. Max-Planck-Forscher Julius Mutale studiert ihr Verhalten, um sie besser schützen zu können. Jenseits der üppigen Wälder liegen die vielleicht steilsten Ackerflächen der Erde. Mineralreiche Vulkanasche hat den Boden fruchtbar gemacht. Trotz der Gefahr eines Vulkanausbruchs möchte Farmer Michael an keinem anderen Ort arbeiten. Im Queen-Elizabeth-Nationalpark lebt eines von nur zwei bekannten Löwenrudeln weltweit, die auf Bäume klettern. Das Wasser, das die Seen im Nationalpark speist, hat seinen Ursprung im Ruwenzori-Gebirge. Von den regenreichen hohen Gipfeln stürzt das Wasser die Hänge hinab und nährt die mächtigen Flüsse. Perfekt angepasst an das äquatoriale Klima sind die Watussirinder. Einer der letzten Hirten der traditionellen Nutztierrasse ist Eric. Er schwört auf die Widerstandskraft seiner Tiere. Unweit der Hauptstadt Kampala liegt der Zika-Wald mit düsterem Ruf: Er beheimatet eine Vielzahl von virentragenden Mücken. Virologe Julian Lutwama erforscht die Erreger und identifiziert noch unbekannte Viren. Östlich verläuft die Küste des Victoriasees bis hin zur kenianischen Grenze. Unterbrochen vom größten Strom Afrikas: Das ist der Ursprung des Nils. In seinem Kajak stürzt Geoffrey Cabiliar die Stromschnellen hinunter. Der Weiße Nil gehört zu den extremsten Wildwasser-Spots der Welt.
11:25
In Europa wird immer weniger Wein getrunken - und das bedroht auch unsere Weinlandschaften. Winzer in Spanien und Deutschland suchen einen Ausweg aus der Krise - mit der Herstellung von alkoholfreiem Wein. Durch neue Verfahren wird dieser immer besser. Winzer Ivan aus Kastilien-Leon wagt den Schritt. Ob ihm sein erster entalkoholisierter Rotwein schmecken wird?
11:55
(1): Das Symbol der Kreta-Diät: Dakos (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Michigan: Laura Kasischke kratzt am Lack (2): Die Basse-Normandie: Land der Pferde (3): Chile: Pablos Eintopf Charquicán(4): England: Die Anfänge der Impfstoffentwicklung
13:10
(1): Thomas Fersen, ein Wahlbretone (2): Indien: Der heilige Duft von Sandelholz (3): Malaysia: Karens fermentierter Fisch (4): Polen: Der Scoop des Jahrhunderts
14:00
Ausgerechnet an seinem Hochzeitstag entdeckt Mortimer Brewster, dass seine netten alten Tanten Abby und Martha - neben vielen anderen Taten der Nächstenliebe - einsamen alten Menschen zu einem glücklichen Tod verhelfen. Mortimer will einen weiteren Mord verhindern, ohne den Verdacht seiner Verlobten zu erregen. Filmvergnügen mit Kultcharakter (1944) von Frank Capra mit Cary Grant. Als Mortimer Brewster an seinem Hochzeitstag seine beiden Tanten Abby und Martha besucht, wird er mit einer erschütternden Entdeckung konfrontiert: In einer Truhe unter dem Fenster liegt die Leiche eines Mannes. Seine Tanten gestehen ihm sofort, dass sie aus Herzensgüte mitunter älteren einsamen Männern einen ruhigen Tod bringen, indem sie ihnen ein wunderbares Essen anbieten, bevor sie sie vergiften. Bei den Tanten wohnt auch Mortimers Bruder Theodore: Der hält sich für Präsident Roosevelt und übernimmt die Aufgabe, im Keller Löcher für die Leichen zu graben, wobei er glaubt, am Bau des Panamakanals beteiligt zu sein ... Nun will Mortimer verzweifelt die beiden geliebten Serienmörderinnen beschützen, sie davon abhalten, noch jemanden zu töten, und verhindern, dass seine Verlobte herausfindet, wie gestört seine Familie tatsächlich ist. Dabei hilft das plötzliche Auftauchen seines zweiten Bruders Jonathan kaum - dieser gefährliche psychopathische Mörder kommt nämlich zu Besuch, um eine Leiche im Haus zu verstecken. Die Handlung dieses Broadway-Bühnenerfolgs wurde 1944 triumphal auf die Leinwand verlegt. Da sich fast die ganze Geschichte an einem einzigen Abend im Salon der mörderischen Tanten abspielt, liegt es vor allem an den Schauspielern, das Kammerspiel voranzutreiben. Das gelingt ihnen bravourös mit Josephine Hull und Jean Adair als gewiefte Brewster-Tanten, die Capra direkt aus dem Broadway-Hit übernahm, einem brillant agierenden Cary Grant als Mortimer sowie Raymond Massey als Bösewicht Jonathan und Peter Lorre als versoffener, schäbiger Schurke Dr. Einstein.
16:10
San Diego ist ein wahrer Schmelztiegel der Natur - eine Oase für zahllose Arten und Lebewesen. Zwischen Küste und Wüste, Bergen und Wäldern, Canyons, Flüssen und Gezeitenzonen tummelt sich die artenreichste Natur weit und breit - und das, obwohl das Ökosystem in den vergangenen 100 Jahren entscheidend vom Menschen verändert wurde. Der Mensch hat San Diego neu gestaltet, um das Leben angenehmer und planbarer zu machen - zumindest für seine eigene Spezies. Doch selbst in einer Welt aus Asphalt, Stauseen, Hochhäusern und Vororten findet das Leben seinen Weg: So bilden künstlich angelegte Stauseen heute einen neuen Lebensraum für Wasservögel, die es hier zuvor nicht gab. Renntaucher vollführen faszinierende Balzrituale. Die Parks von San Diego sind das weitläufige Zuhause Kalifornischer Erdhörnchen, der Ziesel. Am vom Menschen so geliebten Strand gibt es einen kleinen Abschnitt, der mit einer Betonmauer vor der Brandung geschützt ist. Eigentlich für Kinder gedacht, lockt er heute Seehunde an, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Auch in der Luft ist viel los: Kolibris versammeln sich in den Hausgärten San Diegos an speziellen Futterstellen. Die Dokumentation erzählt die bemerkenswerte Geschichte der Tierwelt in der artenreichsten Region Amerikas - einer Landschaft, die vom Menschen künstlich verändert wurde. Sie bietet faszinierende Einblicke in das geheime Leben der Wildtiere, die sich an eine neue Welt anpassen müssen, in der der Mensch bestimmt, wie "Natur" auszusehen hat.
16:55
Corentin de Chatelperron legt mit seinem Boot auf Kuba an - nicht nur, um die Art-déco-Gebäude und Vintage-Limousinen zu bewundern, sondern vor allem, um die Menschen zu treffen. Von ihrer legendären Kunst des Bastelns, Tüftelns und der Selbsthilfe will sich der französische Ingenieur und Abenteurer bei seiner eigenen Suche nach einfachen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Lowtech-Lösungen inspirieren lassen. Auf der Insel besucht Corentin die Werkstätten erfinderischer "Mecaniqueros", die Geräte aus der Sowjetzeit wieder fit machen. Er trifft außerdem Schweinezüchter, die Gas erzeugen, Stadtgärtner, die solidarische Permakultur betreiben und pflanzenschützende Insekten züchten, und junge Geeks, die ein gemeinschaftliches Online-Netzwerk betreiben. All diese halb illegalen, aber geduldeten Initiativen sind das Ergebnis von fast 60 Jahren Mangelwirtschaft und Isolation. Sie sind jedoch nicht nur den politischen Verhältnissen, sondern vor allem dem Schöpfergeist und dem solidarischen Zusammenhalt der kubanischen Bevölkerung zu verdanken, von dem westliche Gesellschaften durchaus lernen können. Die vielfältigen Ideen, Technologien und Projekte zeugen von der Fähigkeit der Menschen, sich an Widrigkeiten anzupassen, sind aber auch subtile Formen bürgerschaftlichen Widerstands.
17:50
In keinem anderen Land Europas werden so viele Orangen angebaut wie in Spanien. Im Export der Zitrusfrucht ist das Land sogar Weltmarktführer. Besonders üppig gedeihen Orangenbäume in der Provinz Valencia. Rund um die Stadt am Mittelmeer breiten sich über Hunderte Quadratkilometer immergrüne Orangenplantagen aus. Das mediterrane Klima und die nährstoffreichen Böden der Region bieten ideale Bedingungen für den Anbau der Zitrusfrüchte. Bereits 1781 beginnt hier der Handel mit Süßorangen. Er bringt der Region einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Orange wird zum Markenzeichen Valencias. Zwischen November und März reifen die Früchte in der Wintersonne, zwischen April und Mai ist Blütezeit. Dann versinkt die Stadt samt der ganzen Region im intensiven und süßlichen Duft der Orangenblüten. Porträtiert werden Menschen in der Region, deren Berufung den saftigen Zitrusfrüchten gilt. Wie Gonzalo Úrculo, der auf seiner Plantage nachhaltigen Bio-Anbau betreibt und für dessen Orangenbäume Kunden in ganz Europa sogenannte "Patenschaften" übernehmen. Teresa Bover führt ihren Betrieb bereits in sechster Generation. Ihre Finca "Huerto Ribera" gilt als einer der schönsten Obstgärten der Region. Und die Wissenschaftler Pablo Aleza und Alejandro Medina erforschen auf einem Experimentierfeld nahe Valencia mehr als 100 verschiedene Orangensorten. In Valencia hat auch das spanische Nationalgericht, die Paella, seinen Ursprung. Und ein Paella-Koch, der etwas auf sich hält, benutzt ausschließlich Holz von Orangenbäumen, um das schmackhafte Reisgericht am offenen Feuer zuzubereiten.
18:35
An den Steilhängen Amalfis und hoch über den Klippen von Sorrent wachsen die wohl berühmtesten Zitronen der Welt: Einst für die Seeleute angebaut - damit diese auf ihren Reisen gesund blieben - ziehen sie heute Gäste aus der ganzen Welt an. Noch bis ins vergangene Jahrhundert waren Zitronen ein Luxusgut. Diese Zeiten sind vorbei, doch an Bekanntheit haben die Zitronen Amalfis und Sorrents nichts eingebüßt. Angebaut wird die Amalfi-Zitrone auf Terrassen, gestützt von Trockensteinmauern, die hier schon seit dem Mittelalter stehen. Nicht nur der Anbau, auch die Ernte ist noch immer Handarbeit - und Knochenarbeit: Salvatore Aceto pflückt auf den Steilhängen seine reifen Zitronen zwischen ausschwärmenden Bienenvölkern. Auf den gleichen Hängen sucht sein Sohn Gianmarco, angehender Agronom, nach Lösungen zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Noch tiefer im Hang bessert der Zitronenbauer Gino Amatruda seinen "pergolato" aus. Die Gartenkonstruktion aus Kastanienholz stützt die Gärten seit Jahrhunderten. Auf der anderen Seite der Sorrentinischen Halbinsel liegt der "Agriturismo Giardino di Vigliano". Valentina Nunziata ersetzt hier die Nylonnetze über ihrem Zitrushain mit Schilfmatten, den "pagliarelle". Diese schützten seit Generationen die Bäume vor Wind, Hagel und Starkregen. In einem Kastanienwald bei Sorrent fährt der junge Imker Vincenco D'Esposito im Morgengrauen seine Bienenstöcke in die Zitronengärten an der Küste. Zitronenbäume können sich zwar selbst bestäuben, aber mit Hilfe der Honigbiene gibt es eine größere Ernte - und duftenden Zitrushonig noch dazu.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Forscher, Bauern und Umweltaktivisten kämpfen gegen die Dürre - und gegen die eigene Regierung, die weiter auf Wachstum setzt. Während jedes Jahr Millionen Urlauber auf die Insel drängen, bleibt für die Landwirtschaft kaum ein Tropfen Wasser. Schon seit Beginn der Besiedlung der Mittelmeer-Insel war das Wasser rar in Malta. Doch während frühere Zivilisationen umsichtig mit dem kostbaren Gut umgingen, indem sie strenge Regeln erließen, scheint der sorgsame Umgang mittlerweile in Vergessenheit geraten zu sein. Mehr als vier Millionen Touristen kamen 2025 auf die Insel, bei nicht einmal 600.000 Einwohnern. 70 Prozent des Wassers auf Malta werden mittlerweile künstlich erzeugt, mit riesigen Meerwasser-Entsalzungsanlagen. Allein am Golden Beach, einem Strand im Westen der Insel, tummeln sich bis zu 9.000 Urlauberinnen und Urlauber pro Tag. Auch unter Wasser zeigen sich die Folgen: Delfine verlieren ihren Lebensraum, das Meer seine Reinheit, wie Expertin Francesca Soster auf einem wissenschaftlichen Bootsausflug zeigt. Visionäre wie Agrarökonom Malcolm Borg, Hydrologe Michael Schembri oder Umweltexperte Brian Restall suchen Wege aus der Krise: mit Bodenfeuchte-Sensoren, Grundwassernutzung, Überwachungskameras oder Pflanzen, die deutlich weniger Wasser verbrauchen. Auch wenn die Lage sich zuspitzt; das in Malta gewonnene Knowhow kann anderen Regionen im Mittelmeerraum helfen, den Wassermangel zu überwinden. Re: zeigt jene Menschen, die trotz widrigster Bedingungen nicht aufgeben - und Malta zu einem Labor der Zukunft machen. Eine eindringliche Warnung. Aber auch ein Hoffnungsschimmer.
20:15
Ein Autoreifen liegt im Gebüsch, Menschen rufen aufgeregt durcheinander, Trillerpfeifen erklingen. Der schwer verletzte Fahrer des Unfallwagens lebt - noch. In Rückblenden wird sein Leben erzählt: Der Pariser Architekt Pierre Bérard lebt mit der jungen Übersetzerin Hélène zusammen. Von seiner Frau Catherine und seinem Sohn Bertrand hat er sich getrennt; doch verbindet sie noch ein freundschaftliches Verhältnis. Statt mit Hélène, wie versprochen, nach Tunis zu verreisen, sagt er seiner Frau und seinem Sohn einen Urlaub auf der Île de Ré zu. Zwischen Hélène und Pierre kriselt es seit längerem. Pierre schreibt ihr einen Brief, in dem er die Trennung vorschlägt. Schließlich besinnt er sich und möchte Hélène in Rennes treffen, um ihr zu sagen, dass er sie heiraten will. Den Brief steckt er in seine Jackentasche. Auf der Fahrt zu einem Geschäftstermin in Rennes muss Pierre einem Hindernis ausweichen und schleudert gegen einen Lastwagen. Schwer verletzt wird er in ein Krankenhaus gebracht. Dort befinden sich bereits Catherine und Bertrand. In den verschwommenen Gedanken des sterbenden Pierre sticht nur eine Obsession heraus: Den Brief an Hélène darf niemand finden ...
21:35
Im Jahr 2025 sind verschollen geglaubtes Filmmaterial und bislang unbekannte Briefe von Romy Schneider aufgetaucht. Sie ermöglichen neue Einblicke in ihr Leben - insbesondere in die Beziehung zu ihrer Mutter, Magda Schneider. Das Verhältnis der beiden Frauen hat immer wieder Anlass zu Spekulationen gegeben. So soll es etwa 1958 zum Bruch gekommen sein, als Romy spontan zu ihrer ersten großen Liebe, Alain Delon, nach Paris zog. Damit kehrte sie dem deutschen Nachkriegsfilm den Rücken - jenem Genre, in dem Mutter und Tochter zuvor als populäres Gespann die Kinokassen hatten klingeln lassen. Ist Romy regelrecht zu Alain geflüchtet, wie oft behauptet wird? Hat die Tochter ihre alte Karriere an den Nagel gehängt, weil sie unter dem Einfluss der Mutter litt? Zu Beginn von Romy Schneiders Karriere gilt Magda als omnipräsente Helikopter-Mutter, als "Wachhund", der den Jungstar keine Sekunde aus den Augen lässt. Eifersüchtig soll sie verfolgt haben, wie Romy zum gefeierten Kinostar aufsteigt und die Karriere der Mutter in den Schatten stellt. Und nicht nur das: Magda soll rigoros moderne Rollenangebote für die Tochter abgelehnt haben, damit die Minderjährige in Schmonzetten spielt, mit denen das Familieneinkommen gesichert ist. Romys Briefe zeigen jetzt: Die beiden Schauspielerinnen waren zeitlebens engste Vertraute. Romy erzählt Magda viel Persönliches, vertraut sich ihr an, sucht Rat und Trost bei ihrer Mutter - etwa, als Alain Delon sie nach fünf Jahren über Nacht verlässt, oder nach der komplizierten Geburt ihrer Tochter Sarah.
22:30
Bei einem Landgang in Antwerpen verpasst der US-Seemann Philip Gale sein Schiff und wird noch dazu von dem Mädchen, mit dem er die Nacht verbracht hat, bestohlen. All sein Geld ist weg, aber schlimmer noch, sie nimmt auch sein Seefahrtsbuch an sich. Schon bald muss er feststellen, dass man ohne Papiere kein Mensch ist. Der anfangs noch hochmütige junge Mann lernt, dass ihn ohne Papiere kein Schiff an Bord nimmt. In Rotterdam versucht er, über das amerikanische Konsulat an neue Papiere zu kommen. Da dies jedoch eine langwierige Angelegenheit ist und er glaubt, im Süden leichter ohne Papiere einen Job zu finden, macht er sich auf den Weg nach Marseille. Unterwegs trifft er die schöne Mylène, an die er bei seinem folgenden Abenteuer voller Sehnsucht zurückdenken wird. In Marseille findet Gale zunächst auch keine Arbeit. Als er schließlich von einem verwahrlosten Seemann angesprochen wird, ist er zunächst skeptisch. Doch als der Kapitän ihm erklärt, sie hätten einen Schiffbruch erlitten und das Schiff sei Richtung Boston unterwegs, seine Heimat, wo er hofft, endlich neue Papiere ausgestellt zu bekommen, willigt er schließlich ein. An Bord erkennt er gleich, dass auf diesem verrotteten Kahn etwas nicht stimmt. Die Arbeit ist hart, Unterkunft und Essen sind schlecht und der Kapitän führt etwas im Schilde ...
00:05
Kochava Levi glaubt nicht, dass sie den Morgen des 6. März 1975 noch erleben wird. Als sie im Hotel Savoy als Geisel genommen wird, ist sie überzeugt, dass sie ihre Tochter nie wiedersehen wird. "Es ist mir klar, dass ich heute Nacht in diesem schäbigen Hotel sterben werde", schreibt sie in ihr Tagebuch. Doch Kochava Levi fürchtet nicht nur um ihr Leben, sondern auch darum, dass ihre Affäre auffliegen wird - sie ist nicht mit ihrem Ehemann im Hotel. Dennoch wird sie zur Heldin für eine Nacht. Mit ihren Arabischkenntnissen vermittelt sie zwischen den Terroristen und den israelischen Streitkräften. Ihr gelingt, dass die Angreifer eine verwundete Geisel freilassen. Zohar Wagner erzählt in ihrem hybriden Dokumentarfilm die außergewöhnliche Geschichte einer Frau, die erst als Heldin gefeiert und dann von den Medien als Prostituierte beschimpft wurde. Der Film feierte auf dem Jerusalem Film Festival 2022 seine Premiere und wurde mit dem Diamond Award für die beste Regie und den besten Schnitt ausgezeichnet. Zudem erhielt der Film 2022 gleich mehrere Ophir Awards von der Israel Film Academy, ein renommierter Preis, der den israelischen Oscars entspricht.
01:25
Alma, Erbin eines beträchtlichen Vermögens, beschließt, ihr Leben Menschen in Not zu widmen, und ist gewillt, ihr ganzes Erbe dafür einzubringen. Sie verspürt den inneren Drang, anderen zu helfen. Sie kann und will diesen starken Impuls nicht kontrollieren, vermittelt er ihr doch das Gefühl von Zugehörigkeit und Erfüllung. Als sie auf Marina und ihre kleine Tochter trifft, beide obdachlos und ohne Ausweg, meldet sich das Verlangen wieder in ihr - so stark wie nie zuvor. Die Begegnung verändert Almas Leben für immer, denn ihre Hilfe trifft auf fruchtbaren Boden und sorgt gleichzeitig dafür, dass sie sich selbst endlich bereit fühlt, aus dem starren gesellschaftlichen Korsett auszubrechen. Doch was löst in Alma diese radikale Menschenliebe aus? Was mag in ihrer Vergangenheit passiert sein? Ihr Umfeld schafft es nicht, ihr Wesen zu begreifen: Für die einen ist sie eine Manipulatorin, andere sehen eine Heilige in ihr und wiederum Dritte sind der Meinung, dass sie den Verstand verloren hat. Der Film versucht nicht, Almas geheimnisvollen, widersprüchlichen Charakter zu sezieren, sondern zeigt auf, welche Konsequenzen ihr Verhalten nach sich zieht - folgt den Problemen, den Schwierigkeiten, dem Terror, die in Almas Leben einziehen. "Wirf deine Sorgen über Bord" zeigt eine Frau, die stets ihrem Inneren folgt, einer Schlafwandlerin gleich, die in ihrem eigenen Unterbewusstsein herumläuft. Wird Alma aufwachen?
02:55
Patagonien liegt am südlichen Ende Lateinamerikas und war schon immer ein Paradies für Pioniere, Schriftsteller und Reisende, die das Abenteuer suchen. An den Ausläufern der Anden haben ein paar ambitionierte Winzer damit begonnen, die karge Erde mit modernen Methoden in grüne Reblandschaften zu verwandeln. Trotz extremer Hitze und Kälte setzte sich eine kleine Gruppe abenteuerhungriger Europäer bereits vor etwas mehr als hundert Jahren in den Kopf, die lebensfeindlichen Landschaften zu bezwingen, um dort Wein anzubauen. Unweit der Stadt General Roca gedeihen die Pinot-noir-Trauben der Bodega Humberto Canale. Ihre Gründer, die sich vor mehr als hundert Jahren dort niederließen, waren Pioniere des Rebbaus in Patagonien. Etwas weiter entfernt liegt der südlichste Weinberg Argentiniens. Er gehört der Familie Rodríguez, die es als erste wagte, in diesen Breitengraden Wein anzubauen. Tag für Tag verschieben Patagoniens Winzer die Grenzen der Wüste etwas weiter. Mit neuen Technologien trotzen sie den extremen klimatischen Bedingungen einer isolierten Region, die von der Natur nicht für den Weinbau vorgesehen war.
03:30
Im Dezember 2024 veröffentlichte die US-Datenanalyse-Firma Palantir einen Werbespot, der nichts weniger als die Zukunft der Kriegsführung zeichnet. 30 Sekunden voller kinoreifer Szenen, die Fragen über die Verbindungen zwischen Silicon Valley und dem US-Militär aufwerfen. Der Tech-Journalist Damien Leloup von Le Monde beleuchtet diese gefährlichen Liebschaften, während Laure de Roucy-Rochegonde, Leiterin des Zentrums für Geopolitik und Technologie am IFRI, die zunehmende Rolle Künstlicher Intelligenz in der Kriegskunst analysiert.
03:40
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
04:29
Ein Mann kommt von einer langen Reise zurück und trifft seinen besten Freund, den er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Die beiden alten Freunde gehen etwas trinken und bringen sich auf den neuesten Stand. Als die Bar schließt, möchte der eine dem anderen unbedingt seine Familie vorstellen, doch der Plan geht nach hinten los ...