20:15
England, 1932: Auf dem Landsitz Gosford Park hat sich eine illustre Gesellschaft eingefunden. Die Anwesenden sind einer Einladung des so wohlhabenden wie eigenwilligen Sir William McCordle und seiner Frau Lady Sylvia gefolgt. Neben der blasierten Lady Constance und dem galanten Lord Stockbridge zählen auch der Hollywoodstar Ivor Novello und der US-Filmproduzent Morris Weissman zu den Gästen. Mit gutem Essen, Musik und Jagdausflügen vertreiben die Herrschaften sich die Zeit. Allerdings bleiben Spannungen nicht lange aus. Vor allem Lady Constance genießt es, für Unruhe zu sorgen. Die zahlreichen Bediensteten, darunter die strenge Hausdame Mrs. Wilson, der Butler Henry Denton und der geheimnisvolle Robert Parks, leben derweil in einer Art Parallelwelt. Hinter den Kulissen durchschauen die Diener und Zofen so manches Ränkespiel der feinen Aristokratie, pflegen untereinander aber ähnliche Hierarchien wie ihre Arbeitgeber. So nimmt ein feudales Wochenende der britischen Upper Class seinen Lauf, bis ein dramatischer Zwischenfall die Anwesenden aus ihrer eitlen Lethargie reißt: Vor der versammelten Gästeschar kommt es zwischen Sir William und Lady Sylvia zu einem heftigen Streit, und noch am gleichen Abend wird der Gastgeber ermordet aufgefunden. Dies ruft Inspektor Thompson auf den Plan, der jedoch kaum fähig scheint, Licht in die Sache zu bringen.
22:30
Die Hauptwerke der britischen Schriftstellerin Jane Austen "Stolz und Vorurteil" und "Emma" stammen aus der Zeit der Regency (etwa 1810 bis 1820) und zählen zu den Klassikern der englischen Literatur. Am 16. Dezember 2025 feiert Austen ihren 250. Geburtstag. Sie stammte aus einer einfachen, gebildeten Familie. Ihr Vater war anglikanischer Pfarrer, sie war das siebte von acht Kindern. Ihre Romanheldinnen sind vor allem unverheiratete Frauen im heiratsfähigen Alter. Von Anfang an ist sie mit ihren Romanen erfolgreich, die sie anonym als "By a Lady" veröffentlicht. Prinzregent George, Namensgeber der Regency-Epoche, ist begeisterter Leser ihrer Werke. Auch die Verfilmungen ihrer Werke zählen längst zu den Klassikern, bis hin zu "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (2001), einer modernen Adaption von "Stolz und Vorurteil" nach dem Roman von Helen Fielding. Heute steht Austen auf dem Höhepunkt ihres Ruhms: eine Weltliteratin von multimedialer Präsenz. Das mit leichter Hand erzählte Porträt zeigt sowohl die Welt der großartigen Schriftstellerin als auch die Welt ihrer Romane. Historikerinnen und Historiker sowie Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler sprechen über das Leben und das Werk der britischen Autorin. Filmausschnitte laden zum Schmachten ein.
23:20
2027: Theo Faron lebt in einer Welt, die zugrunde geht. Seit 2009 ist kein Kind mehr geboren worden, die Menschheit stirbt langsam aus, und eine Reihe von Pandemien und Kriegen haben jede Hoffnung auf Glück und Frieden zerstört. In Theos Heimatland, Großbritannien, sind alle Grenzen geschlossen und jeder Einwanderer wird von der Polizei unerbittlich gejagt, eingesperrt und zurückgeschickt. Doch es gibt auch Widerstand: in Form einer Rebellengruppe unter der Führung von Julian - Theos Ex-Frau. Nach 20 Jahren taucht sie wieder in Theos Leben auf und bittet ihn gegen Entlohnung um Hilfe. Es geht darum, der jungen Migrantin Kee die notwendigen Papiere zu besorgen, um sie außer Landes in Sicherheit zu bringen. Theo verfügt über die nötigen Beziehungen und willigt ein, um Julian einen Gefallen zu tun. Doch bald sieht er sich im Mittelpunkt einer Verschwörung: Kee ist schwanger und selbst in ihrem Versteck bei den Rebellen in Lebensgefahr. Mit der früheren Hebamme Miriam unternimmt Theo eine Rettungsaktion. Dabei hofft er auf die Hilfe des "Human Project", einer Geheimorganisation, die sich der Forschung zur Rettung der Menschheit verschrieben hat. Doch bisher konnte die Existenz dieser Organisation nicht bewiesen werden. Gleichzeitig rückt der Geburtstermin immer näher und Theo steht mit seinen zwei Weggefährtinnen allein da, gegen den Rest der Welt ... Dystopischer Film des Erfolgsregisseurs Alfonso Cuarón, der trotz seines pessimistischen Ausgangspunkts voller überraschender Wendungen ist - mit treffender Ironie.
01:05
Bei einem Landgang in Antwerpen verpasst der US-Seemann Philip Gale sein Schiff und wird noch dazu von dem Mädchen, mit dem er die Nacht verbracht hat, bestohlen. All sein Geld ist weg, aber schlimmer noch, sie nimmt auch sein Seefahrtsbuch an sich. Schon bald muss er feststellen, dass man ohne Papiere kein Mensch ist. Der anfangs noch hochmütige junge Mann lernt, dass ihn ohne Papiere kein Schiff an Bord nimmt. In Rotterdam versucht er, über das amerikanische Konsulat an neue Papiere zu kommen. Da dies jedoch eine langwierige Angelegenheit ist und er glaubt, im Süden leichter ohne Papiere einen Job zu finden, macht er sich auf den Weg nach Marseille. Unterwegs trifft er die schöne Mylène, an die er bei seinem folgenden Abenteuer voller Sehnsucht zurückdenken wird. In Marseille findet Gale zunächst auch keine Arbeit. Als er schließlich von einem verwahrlosten Seemann angesprochen wird, ist er zunächst skeptisch. Doch als der Kapitän ihm erklärt, sie hätten einen Schiffbruch erlitten und das Schiff sei Richtung Boston unterwegs, seine Heimat, wo er hofft, endlich neue Papiere ausgestellt zu bekommen, willigt er schließlich ein. An Bord erkennt er gleich, dass auf diesem verrotteten Kahn etwas nicht stimmt. Die Arbeit ist hart, Unterkunft und Essen sind schlecht und der Kapitän führt etwas im Schilde ...
02:40
Sie war Präsidentin oder Astronautin - lange, bevor die Realität ihr folgte: Barbie. Es gibt sie in allen Hautfarben, im Rollstuhl - Diversität und Inklusion sind längst Teil des Konzepts. Keine andere wird so geliebt und gehasst wie sie. Im Sommer 2023 eroberte "Barbie" als Hollywoodfilm die Kinoleinwand. Die Welt war im Barbie-Fieber, Pink die Modefarbe der Saison. Doch was viele nicht wissen: Barbie ist das Produkt der ehrgeizigen Geschäftsfrau Ruth Handler, einem amerikanischen Einwandererkind mit jüdisch-polnischen Wurzeln. Gemeinsam mit ihrem Mann und einem Geschäftspartner gründete sie das Spielzeugunternehmen Mattel. Auf einer Europareise entdeckte sie die Puppe "Lilli", ein Merchandise-Produkt einer Boulevardzeitung. Handler erkannte sofort das Potenzial: Zum ersten Mal sah sie eine erwachsene Puppe mit eigenem Stil. Zuvor gab es nur Babypuppen, die Mädchen früh auf die Mutterrolle vorbereiten sollten. 1959 wurde Barbie auf der Spielwarenmesse in New York vorgestellt. Bereits im ersten Jahr verkaufte Mattel rund 350.000 Exemplare - das Barbie-Universum war geboren. Das Konzept war schlüssig und wirtschaftlich durchdacht: Barbie wurde zum Sinnbild einer selbstständigen Frau - mit eigenem Haus, Auto und Beruf. Heute ist sie mit Millionen Followern auf Instagram auch Influencerin. Viele erfolgreiche Frauen wurden als Barbie verewigt - darunter die deutsche Meeresbiologin Antje Boetius. Die Dokumentation zeigt: Barbie ist und bleibt ein Phänomen.
03:35
Als die Regisseurin Jeanne Lefèvre das Haus ihrer Großeltern ausräumt, stößt sie auf Zeitungsausschnitte, Fotos, 8-mm-Filme und ein Tagebuch. Der Fund dokumentiert eine Reise ihres Großvaters, des Kernforschers und Ingenieurs Bruno Parlier, nach Adélieland, einen von Frankreich beanspruchten Teil der Antarktis, im Jahr 1959. Lefèvre beschließt, seinen Weg bis zum Südpol anhand der Archivdokumente nachzuverfolgen. An Bord des Schiffes Astrolabe, das Hobart in Tasmanien mit Adélieland verbindet, durchquert sie das eisige Südpolarmeer, passiert atemberaubende Landschaften aus Packeis und Gletschern und erreicht schließlich die Dumont-d'Urville-Forschungsstation. Sie will erkunden, was ihr verstorbener Großvater hier erlebte. Gleichzeitig möchte sie die antarktische Welt der Wissenschaft selbst entdecken und davon erzählen. Im Gespräch mit den Forschenden der Station erfährt sie, dass sich die Herausforderungen hier innerhalb von nur zwei Generationen radikal verändert haben: Während in den 1960er-Jahren die Kernforschung im Mittelpunkt stand, geht es heute um das alarmierende Voranschreiten des Klimawandels. In Adélieland werden essenzielle Daten gesammelt, um die globalen Umbrüche der Zukunft verstehen und vorhersagen zu können. Vor der Kamera und im Aquarellskizzenbuch hält Jeanne ihre Reise aus der Ich-Perspektive fest. So entsteht ein ehrliches, einfühlsames Porträt dieser unwirtlichen und faszinierenden Landschaft. Es ist eine Welt, die sich kaum in Worte fassen lässt, geprägt von den Legenden der ersten Entdecker und Pioniere.