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TV Programm für ARTE am 06.10.2026

Vagusnerv: Wie das Hirn zum Herzen spricht 05:00

Vagusnerv: Wie das Hirn zum Herzen spricht

Dokumentation

Der Vagusnerv ist das innere Sprachrohr zwischen Kopf und Körper, ein feiner Sensor für unser Wohlbefinden. Er gilt als Tausendsassa, scheint überall mitzumischen, doch viele seiner Fähigkeiten sind noch unerforscht. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen meinen, er habe die Kapazität, unsere Medizin grundlegend zu verändern. Lebenswichtige Vorgänge wie Atmung, Herzschlag und Verdauung steuert der Vagusnerv. Aber er kann noch viel mehr, etwa Stress abbauen oder sogar Krankheiten lindern. Gezielte Übungen wie tiefe Bauchatmung oder die elektrische Reizung können den Vagus aktivieren. Doch wie viel Potenzial steckt im Vagusnerv? Wie weit ist die Forschung? Der Vagusnerv entspringt im Hirnstamm und verläuft über Hals und Brustkorb hin zum Darm. Seine Fasern verbinden das Gehirn mit den meisten Bauchorganen. Wie dieser besondere Nerv funktioniert und welche Rolle er für unsere Gesundheit spielt, zeigt diese Dokumentation. Die Forschung erprobt die Kraft des Vagus bereits bei der Therapie weit verbreiteter chronischer Erkrankungen wie Epilepsie, Long Covid und Depressionen. Aktuelle Studien und medizinische Anwendungen zeigen aber auch, wie der Nerv die Anpassungsfähigkeit des Körpers im beruflichen Alltag oder beim Profisport stärkt und sogar beim Abbau von Entzündungen helfen kann. Ohne ihn wären wir schlecht dran. Aber ist der Hype um kommerzielle Geräte zur Nervenstimulation und Übungen auf Social Media berechtigt? "Vagusnerv - Wie das Hirn zum Herzen spricht" bietet Einblicke in die Funktionsweise eines Nervs, der unser Verständnis von Gesundheit und Therapie revolutionieren könnte.

360° Reportage 05:55

360° Reportage: Tempo und Leidenschaft: Argentiniens Polo-Spielerinnen

Reportage

Clarita Cassino ist eine der argentinischen Spitzensportlerinnen im Polospiel - schafft sie es mit ihrem Team erneut ins Finale? Die Welt des Polo-Sports ist vor allem eine Welt der Pferde, eine ganze Batterie von Spezialisten im Hintergrund macht das Spiel erst möglich: Tierärzte, Pferdepfleger, Trainer, Hufschmiede, Stiefelmacher und viele andere. Sie alle vereint die bedingungslose Leidenschaft für Pferde und diesen Sport. Es ist beeindruckend zu sehen, wie ein klischeebehafteter, seit über einem Jahrhundert männerdominierter Sport sich verändert. Frauen haben die Sportart für sich erobert und sind darin sehr erfolgreich. Clarita Cassino ist eine der Top-Spielerinnen Argentiniens, ein Leben ohne Pferde ist für sie undenkbar: "Polospielen bedeutet mir alles. Ich betreibe den Sport, seitdem ich klein bin. Nur darum stehe ich jeden Tag auf und versuche, noch etwas besser zu sein." Überhaupt findet man in der Szene inzwischen viele starke und pferdebegeisterte Frauen, wie zum Beispiel auch Silvina Casadedio. Sie züchtet auf ihrer Ranch Rinder und arbeitet als Pferdezähmerin. Dafür hat sie viel aufgegeben, im Alter von 24 Jahren entschied sie sich, allein zu leben, baute ein Haus und lebt seither ihren Traum - sie widmet ihre ganze Zeit den Pferden.

Küchen der Welt 06:50

Küchen der Welt: Taiwan: Guo Shao Yi Mian

Essen und Trinken

Taiwanesisches Frühstück: Guo Shao Yi Mian / Ein Biss'chen Heimat: Tzu Ti, eine Taiwanerin in Bordeaux / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 07:20

Stadt Land Kunst: Thomas Fersens Bretagne / Indien / Polen

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Thomas Fersen, ein Wahlbretone / Indien: Der heilige Duft von Sandelholz / Malaysia: Karens fermentierter Fisch / Polen: Der Scoop des Jahrhunderts

Stadt Land Kunst 08:05

Stadt Land Kunst: Brasilien / Frankreich / Schottland

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Brasilien: Luiz Gonzaga, die fröhliche Stimme aus dem Nordosten / Frankreich: Die Gebirgspferde von Megève / Schottland: Wer tötete Miss Gilchrist?

Franz von Assisi - Der Grenzgänger 08:55

Franz von Assisi - Der Grenzgänger

Dokumentation

Franziskus von Assisi, dessen Tod sich 2026 zum 800. Mal jährt, gehört zu den populärsten Figuren der Kirchengeschichte. Sein Leben ist ein Bruch mit allen Konventionen seiner Zeit: ein Sohn aus reichem Haus, der öffentlich dem Besitz abschwört, sich an die Seite der Ausgestoßenen stellt und die Kirche damit zugleich herausfordert und erneuert. Seine radikale Botschaft prägt die europäische Kultur bis heute. Wie konnte ein Mann, der freiwillig als Bettler lebte, so wichtig werden? Aktuelle Forschung zeigt einen Franziskus, der die großen gesellschaftlichen Veränderungen des 13. Jahrhunderts miterlebt: Aufstieg des Frühkapitalismus, religiöse Reformbewegungen, die Kreuzzüge. Doch seine Radikalität inspiriert und provoziert noch heute: Sein Sonnengesang beeinflusst die Umweltbewegung, sein radikaler Eigentumsverzicht wirft Fragen an unsere Gesellschaft auf. Seine naturnahe Spiritualität ist auch für säkulare Sinnsucher anschlussfähig. Und Franziskaner bauen heute wieder Brücken zwischen Christentum und Islam. Filmemacher Stefan Ludwig folgt den Spuren dieses charismatischen Rebellen. Die Reise führt von Paris, wo ein erst kürzlich entdecktes Manuskript zu sehen ist, bis in die Felsspalten von La Verna, wo Franziskus wochenlang meditierte. In Assisi wird die Faszination Franziskus besonders spürbar, als seine Gebeine erstmals öffentlich zu sehen sind und 370.000 Gläubige anziehen. Doch Franziskus' Grenzgänge führen weit über Europa hinaus: Mitten im Fünften Kreuzzug trifft er den muslimischen Sultan Al-Kamil - eine Begegnung voller Symbolkraft, gerade heute.

Italiens unbekannter Norden 10:20

Italiens unbekannter Norden: Das Aostatal

Land und Leute

Im äußersten Nordwesten Italiens liegt das Aostatal. Die Alpenregion ist umgeben von einigen der berühmtesten und höchsten Gipfeln der Alpen: Gran Paradiso, Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn - alle über 4.000 Meter hoch. Zugleich ist die Region die kleinste und am dünnsten besiedelte des Landes. Der Nationalpark Gran Paradiso ist nicht nur geprägt von majestätischen Bergen, sondern beheimatet auch eine vielfältige Tierwelt. Engagierte Parkranger wie Mario Bizel und Stéphanie Bethaz schützen Flora und Fauna. Auch Gletscher sind Gegenstand intensiver Forschung: Geologe Paolo Pogliotti überwacht sie mit modernster Technik. Bergführerin Anna Torretta gibt ihr Wissen im Eisklettern an Frauen weiter. Im Valgrisenche bewahrt Familie Bethaz mit Hingabe die Tradition des Fontina-Käses. In Chamois, einem der wenigen autofreien Dörfer Italiens, sichert Elvis Baravex den Betrieb der Seilbahn - sie ist die Lebensader für die kaum mehr als 100 Einwohnerinnen und Einwohner. In einigen der höchsten Weinberge Europas trotzen rund um Morgex und La Salle Winzer wie Nicolas Bovard und Vanda Angelini den extremen Bedingungen, um aus der Prié-Blanc-Traube Weißwein zu gewinnen. Dank idealer Beobachtungsbedingungen mit durchschnittlich 200 klaren Nächten pro Jahr und fortschrittlicher Forschungstechnik liefert das Observatorium von Saint-Barthélemy unter der Leitung von Astrophysiker Jean Marc Christille neue Erkenntnisse über das Universum. Ob auf Gletschern, Almen oder unter den Sternen: Das Aostatal steht für wilde Schönheit und eine tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Bergwelt.

Re: 11:25

Re:: Asbest-Alarm in Österreich

Reportage

Asbest gilt als Gift der Vergangenheit. Doch im österreichischen Burgenland lagert das krebserregende Mineral noch heute in Steinbrüchen - und landet auf Straßen, in Wohngebieten und sogar im Ausland. Während Behörden Entwarnung geben, suchen Aktivisten nach dem Ausmaß der Belastung. Eine Recherche über ein gefährliches Erbe und die Frage, wer Verantwortung übernimmt.

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Guadeloupe: Tourment d'amour

Essen und Trinken

Kokos-Tarte aus Guadeloupe: Tourment d'amour / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Fernand Khnopffs Belgien / Griechenland / USA

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Das erträumte Belgien des Malers Fernand Khnopff / Griechenland: Das Schönheitsideal der Nacktheit / Bretagne: Sophies Jakobsmuscheln mit Andouille-Wurst / USA: Baseball ist kein Spaß!

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Japan / Paris / Kanada

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Japan: Sawako Ariyoshi, Stimme der japanischen Frauen / Paris: Der rote Gürtel der französischen Hauptstadt / Panama: Catalinas geschmortes Hühnchen / Kanada: Jagd auf queere Menschen

Mord im Mittsommer 14:00

Mord im Mittsommer: Rakel

Krimireihe

Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See 15:30

Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See: Philippinen, Manila

Abenteuer und Action

Zusammen mit Johnny, den er in Auroville kennengelernt hat, segelt Corentin von den Lubang-Inseln zur philippinischen Hauptinsel Luzon. Während der Überfahrt ist in der linken Kabine eine Glühbirne durchgebrannt. Corentin und Johnny überlegen, wie sich die Leuchte auf einfache, nachhaltige Weise ersetzen ließe. Nach einer Nacht auf See fährt der "Meeresnomade" in die Bucht von Manila ein. Dort treffen die beiden Seefahrer einen Sozialunternehmer, der eine aus Plastikflaschen hergestellte DIY-Solarlampe im ganzen Land verteilt. Die so einfache wie geniale Erfindung stammt aus den Slums von Manila und kommt heute in 26 Ländern des globalen Südens zum Einsatz.

Naturjuwel Südkorea 16:00

Naturjuwel Südkorea: Kragenbären, Kimchi und Klosterleben

Landschaftsbild

Im Upo-Feuchtgebiet in der Provinz Gyeongsang dreht sich viel um einen sagenumwobenen Vogel: den Ibis. Der in vielen Volksliedern besungene Vogel galt hier seit den 1970er Jahren als ausgestorben. Die Provinz Gyeongsang rief 2008 ein Wiederansiedlungsprojekt ins Leben und importierte Ibisse aus China. Im Süden befindet sich der größte und älteste Nationalpark Südkoreas: der Jirisan-Nationalpark. Mit fast 5.000 Pflanzen- und Tierarten, der einzigen Bärenpopulation Südkoreas und tiefen Tälern umfasst das Gelände eine Fläche von mehr als 480 Quadratkilometern. Im Ostteil des Parks leben die Ordensschwestern des Daewonsa-Tempels. Das aus dem Jahr 548 stammende Gotteshaus ist einer der ganz wenigen buddhistischen Nonnentempel Südkoreas. Die Nonnen bauen hier ihr eigenes Gemüse an. Mehr als 400 Gäste kommen jedes Jahr zu Besuch. An den Ausläufern des Jirisan-Parks befindet sich ein Forschungsgebiet für den Reisanbau. Die Jeolla-Provinz gilt als Kornkammer Südkoreas. Anhand mehr als 800 entwickelter Reissorten experimentiert man hier erfolgreich mit nachhaltigen Anbaubedingungen. Nur wenige Kilometer vom nördlichen Ende entfernt pulsiert das pralle Leben. Seoul ist mit knapp zehn Millionen Menschen eine Megacity und Anziehungspunkt für das moderne, zukunftsorientierte Südkorea.

Naturjuwel Südkorea 16:45

Naturjuwel Südkorea: Sinan und die 1004 Inseln

Landschaftsbild

Das Biosphärenreservat Suncheon ist eines der artenreichsten Ökosysteme Südkoreas: ein Küstenfeuchtgebiet, in dem Meer, Marschlandschaft, Salzwiesen, Dämme und Deiche miteinander verbunden sind. Im Jahr 2018 wurde es zum Weltnaturerbe ernannt. Umgeben von Bergen ist die Suncheon Bay ein Paradies für Vogelfans und Ornithologen. Im Südwesten Südkoreas, im Landkreis Sinan, wird das Leben von der Fischerei und der Landwirtschaft dominiert. Die Inseln wurden im Laufe der vergangenen Jahre durch unzählige Brücken miteinander verbunden. Um das Gebiet für Touristinnen und Touristen attraktiver zu gestalten, fördert der Landkreis ungewöhnliche Forschungsprogramme, wie etwa die Zucht von Austern. Trotzdem kämpft die Region ums Überleben. Immer mehr junge Koreanerinnen und Koreaner sehnen sich nach dem pulsierenden Leben der Metropolen. Während in der einen Region der Tourismus gefördert werden soll, hat man sich auf der Insel Heuksando für die Abgeschiedenheit entscheiden. Ob Bootsbau oder Rochenfang - die Südkoreanerinnen und Südkoreaner kümmern sich mit Leidenschaft darum, dass ihre Naturgüter nicht aussterben. Besonders auf den abgelegenen Inseln pflegen die Menschen das einfache Leben im Einklang mit der Natur.

Hüter der Südseeinseln 17:30

Hüter der Südseeinseln: Französisch-Polynesien

Land und Leute

Die indigenen Gemeinschaften der Südseeinseln setzen auf ihre kulturellen Wurzeln, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Auf Hawaii, den Salomonen, in Französisch-Polynesien und auf Fidschi entwickeln sie Lösungen, die Natur und Tradition verbinden - und so die empfindlichen Ökosysteme bewahren. In Französisch-Polynesien gelten Tiere als spirituelle Führer der Menschen und Verbindung zur Natur. Sie liefern mit ihren Beobachtungen gleichzeitig wichtige Hinweise für die Forscher, die auf diesen Inseln arbeiten. Wale, die jedes Jahr wiederkommen, um sich in den warmen Gewässern fortzupflanzen, liefern Aufschlüsse über Veränderungen in den Weltmeeren. Auf den unter französischer Verwaltung stehenden Marquesas-Inseln sind Vogelarten, die einen wichtigen Beitrag zur Waldpflege leisten, durch die Schrumpfung ihres Lebensraums bedroht. Darüber hinaus verlangsamen die Wildpferde, die im 19. Jahrhundert von den Europäern eingeführt und zum Wahrzeichen der Insel Ua Huka wurden, bereits die natürliche Regenerierung der Wälder. Aale, die aus dem Ozean die Flüsse hinaufschwimmen, sind ein wichtiges Bindeglied für beide Ökosysteme. Und um die Korallenriffe zu erhalten, die für das Leben in der Lagune unerlässlich sind, arbeiten Meeresbiologinnen und Meeresbiologen an der Wiederansiedelung von Seeigeln. Traditionelles Know-how und wissenschaftliche Erkenntnisse werden eingesetzt, um jene Arten zu beobachten und zu schützen, die für den Erhalt des fragilen Gleichgewichts dieser Inseln von elementarer Bedeutung sind.

Hüter der Südseeinseln 18:25

Hüter der Südseeinseln: Hawaii

Land und Leute

Die indigenen Gemeinschaften der Südseeinseln setzen auf ihre kulturellen Wurzeln, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Auf Hawaii, den Salomonen, in Französisch-Polynesien und auf Fidschi entwickeln sie Lösungen, die Natur und Tradition verbinden - und so die empfindlichen Ökosysteme bewahren. Auf Hawaii leiden die Ökosysteme unter Klimawandel, Verstädterung und Tourismus. Als Antwort darauf besinnt man sich jetzt auf die Weisheit der Ureinwohner. Deren traditionelles Konzept der Landeinteilung und -bewirtschaftung Ahupua'a betrachtet Inselgebiete vom Gipfel des jeweiligen Vulkans bis zur Küste als Ganzes: Jedes Gebiet versorgt die Menschen bei nachhaltiger Ressourcennutzung mit allem Nötigen. Überall auf Hawaii engagieren sich Freiwillige, um die traditionellen Fischteiche und Taro-Felder wieder zu restaurieren oder Sumpfgebiete zu bewahren, die diesen Vogelarten als Refugium dienen. Andere setzen sich dafür ein, Flüsse oder Schildkröten zu schützen, die für das Gleichgewicht des Korallenriffs unabdinglich sind.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen

Re: 19:40

Re:: Eltern gegen Social Media

Reportage

Nachdem sich seine Tochter Mia im Alter von 14 Jahren nach Online-Mobbing das Leben nahm, setzt sich Mariano Janin in Großbritannien für Altersgrenzen auf Social-Media-Plattformen und wirksame Schutzfilter ein. Zusammen mit der Elterninitiative Bereaved Families for Online Safety bereitet er derzeit eine Klage gegen TikTok in den USA vor. In Großbritannien hatte ihre Lobbyarbeit bereits Erfolg. Im Frühjahr 2027 soll eine gesetzliche Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien eingeführt werden.Auf eine solche Regelung wartet Verena Holler in Deutschland derzeit noch. Die dreifache Mutter hat den Verein Smarter Start ab 14 mitgegründet. Sie wirbt für eine Kindheit ohne Smartphone. Die zentrale Idee: ein Elternpakt, bei dem Eltern vereinbaren, ihren Kindern während der Grundschulzeit kein eigenes Smartphone zu geben. So sollen Neid und sozialer Druck unter den Kindern gar nicht erst entstehen. Die Belgierin Audrey Hédo weiß um die Sogwirkung von Social Media. Sie ist selbst Beauty-Influencerin und hat deshalb beschlossen, ihre zwei Kinder möglichst lange von Smartphones und Social Media fernzuhalten. Ihr 13-jähriger Sohn Ohio darf sein Smartphone, auf dem weder TikTok, Snapchat noch Instagram installiert sind, nur nutzen, wenn er allein unterwegs ist. Für ihren eigenen Account filmt und fotografiert Audrey ihre Kinder aber dennoch. Für sie ist das kein Widerspruch. Wie viel digitale Freiheit brauchen Kinder und wie viel Schutz vor sozialen Medien? Alle drei Eltern finden sehr unterschiedliche Antworten auf eine Frage, die viel diskutiert wird.

USA 1960-1980: Die konservative Revolution 20:15

USA 1960-1980: Die konservative Revolution

Dokumentation

Das amerikanische Selbstbild der 1960er Jahre ist geprägt von Wohlstand und Freiheit. Das Land steht hinter dem sogenannten "liberalen Konsens", einer kollektiven Zukunftsvision, die eine gewisse Regulation der kapitalistischen Marktwirtschaft sowie ein staatliches Sozialhilfesystem beinhaltet. 1963 löst die Ermordung John F. Kennedys eine Schockwelle aus und wirkt wie ein Warnschuss: Die ruhigen Zeiten in den USA sind vorbei. Die Konservativen - Nostalgiker des Wilden Westens und einer Welt ohne Staat und Steuern, die den liberalen Konsens als sozialistische Diktatur erachten - werden damals noch als Spinner am rechten Rand der republikanischen Partei abgetan. Aber sie nutzen das Chaos um die Aufhebung der Rassentrennung und den inneren Widerstand vieler Weißer, um sich populistisch anzubiedern. 1964 kann sich der konservative Senator Barry Goldwater in den Vorwahlen für die republikanische Präsidentschaftskandidatur durchsetzen. Auch wenn er die Präsidentschaftswahl schließlich verliert, verleiht seine Kandidatur der konservativen Bewegung erheblichen Auftrieb. Vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs erleben die USA eine gesellschaftliche Krise. Die Gewalt der Unruhen in einem hauptsächlich von Afroamerikanern bewohnten Brennpunktviertel in Los Angeles erschüttert das ganze Land. Die Jugend rebelliert gegen die älteren Generationen. Schwule und Lesben treten für ihre Rechte ein. Feministinnen fordern die etablierte Ordnung heraus. 1968 ist Präsident Johnson so unbeliebt, dass er nicht wieder kandidiert. Das Jahr steht im Zeichen blutiger Aufstände; Martin Luther King und Robert Kennedy fallen Attentaten zum Opfer.

USA 1960-1980: Die konservative Revolution 21:05

USA 1960-1980: Die konservative Revolution

Dokumentation

1968: Mit dem Wahlkampfthema "Recht und Ordnung" sichert sich der Zentrist Richard Nixon die Nominierung als republikanischer Kandidat für die Präsidentschaftswahl und schlägt damit seinen konservativen Herausforderer Ronald Reagan. Nixon hat außerordentliches politisches Geschick. Seine Kampagne richtet sich an die "stille Mehrheit" des amerikanischen Volkes, die genug hat von Rassenunruhen und Friedensdemonstrationen. Und der Erfolg gibt ihm recht: Die "stille Mehrheit" verhilft ihm zum Wahlsieg. Der neue Präsident greift hart durch. 1970 eröffnet die Nationalgarde das Feuer auf Studierende der Universität Kent State - vier von ihnen sterben. In Manhattan greifen Arbeiter der Baustelle des World Trade Centers studentische Anti-Vietnam-Demonstranten an. Und zum ersten Mal stellt sich die evangelikale Rechte offen hinter einen amerikanischen Präsidenten. Aber diese Radikalisierung der amerikanischen Gesellschaft kommt nicht der konservativen Bewegung zugute, sondern einzig und allein dem amtierenden Präsidenten. Für Reagan bleibt Nixon - obwohl er ausgesprochen rechte Ideen vertritt - ein unverbesserlicher Liberaler. Nixon steht weiterhin für den Wohlfahrtsstaat ein, bekämpft Armut und institutionalisiert die Umweltpolitik. Gleichzeitig ist überall in der Gesellschaft eine Radikalisierung spürbar. 1973 mobilisieren sich Millionen Hausfrauen gegen die Gleichstellung von Mann und Frau. Im selben Jahr stürzt die erste Ölkrise Amerika in eine tiefe Rezession, der die Regierung machtlos gegenübersteht. Das Kapitel Nixon endet kläglich mit dem Watergate-Skandal. Ronald Reagan ist überzeugt, dass jetzt die Stunde der konservativen Revolution gekommen ist.

USA 1960-1980: Die konservative Revolution 22:00

USA 1960-1980: Die konservative Revolution

Dokumentation

1974 stecken die USA in einer tiefen Krise: Der verlustreiche Abzug aus Vietnam und eine ungebremste Inflation erschüttern das Land. Präsident Gerald Ford, der nach Richard Nixons Rücktritt ins Amt kam, gilt als unpopulär und wenig charismatisch. Ronald Reagan ist überzeugt, ihn 1976 mühelos als republikanischer Präsidentschaftskandidat abzulösen. Doch zunächst steht New York vor dem Bankrott - nicht zuletzt wegen seines großzügigen Sozialsystems. Ford verweigert der Stadt finanzielle Hilfe, woraufhin massiv gespart wird: Feuerwehrleute, Polizisten, Lehrer und Beamte werden entlassen. Die Stadt verfällt, der "liberale Konsens" der Nachkriegszeit ist endgültig gescheitert - ein Erfolg für die Konservativen. Auf dem republikanischen Parteitag 1976 unterliegt Reagan Ford nur knapp. Doch Ford verliert die Wahl gegen den Demokraten Jimmy Carter, der ein wirtschaftlich und sozial zerrüttetes Land übernimmt. Reagan und die Konservativen formieren sich zum Widerstand: Sie bekämpfen die Frauenrechtsbewegung und das "Equal Rights Amendment" (ERA), instrumentalisieren die Waffenlobby und hetzen gegen Sozialhilfeempfänger. In Kalifornien lösen sie eine Steuerrevolte aus und gewinnen die evangelikale Rechte als Verbündete. 1980 wird Carter durch die Geiselkrise im Iran geschwächt. Reagan nutzt den Slogan "Let's Make America Great Again" und schafft damit die Grundlage für die MAGA-Bewegung. Diesmal siegt er - nicht weil sein Diskurs weniger radikal wäre als 20 Jahre zuvor, sondern weil die USA jetzt dafür bereit sind.

Amerikas Geschlechterkampf 22:55

Amerikas Geschlechterkampf

Dokumentation

Der Aufstieg der konservativ-puritanischen Ideologie des christlichen Nationalismus führte in den USA zu einer massiven Einschränkung der Grundrechte von US-Bürgerinnen. Vielerorts sterben Frauen, weil es an gynäkologischer Versorgung fehlt. In Bundesstaaten mit radikalem Abtreibungsverbot sahen sich bereits mehr als 100.000 Frauen dazu gezwungen, nach einer Vergewaltigung ein Kind zu gebären. Seit der Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident sieht die Zukunft der Frauen in den USA düster aus. Der Dokumentarfilm blickt auf die Machenschaften der Anti-Abtreibungszentren und enthüllt in Interviews die Mechanismen dieser freiheitsbeschränkenden und rückwärtsgewandten Politik. Doch er zeigt auch den Widerstand all jener, die sich mit diesen Entwicklungen nicht abfinden wollen.