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TV Programm für ARTE am 22.02.2026

28 Minuten 04:00

28 Minuten

Magazin

Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.

Geschichte schreiben 05:15

Geschichte schreiben: Die mechanische Ente - Automatenkunst im 18. Jahrhundert

Geschichte

Sie gilt als Wegbereiterin der Robotik und faszinierendes Beispiel des Experimentierens mit Automaten im 18. Jahrhundert: die mechanische Ente, eine Erfindung des französischen Ingenieurs Jacques Vaucanson aus dem Jahr 1738. Was machte diese Ente so besonders? Und in welchem Maße erschließen uns Maschinen intellektuellen Fortschritt? Die Historikerin Mélanie Traversier gibt Einblicke in die abenteuerliche Geschichte und die Funktionsweise dieses Automaten. Schon lange vor dem 18. Jahrhundert tauchen menschen- oder tierähnliche Automaten in der Geschichte auf. Auch der junge Jacques Vaucanson, 1709 in Grenoble als Sohn eines Handschuhmachers geboren, ist von der Mechanisierung und ihrer langen Tradition fasziniert. Seine Automaten stehen in engem Zusammenhang zu der Begeisterung für technische Innovation und mechanischen Fortschritt im 18. Jahrhundert. Vaucanson beginnt Anfang der 1730er Jahre mit der Konstruktion erster Automaten und wird ab 1738 durch eine Ausstellung dreier seiner Konstruktionen in Paris schlagartig berühmt: Neben einem automatischen Flötenspieler und einem Trommler stand vor allem die Ente bald im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und faszinierte Wissenschaftler und Laien im In- und Ausland. "Die mechanische Ente", schrieb Edgar Allan Poe später in seinem Roman "Maelzels Schachspieler", "imitierte so perfekt das lebende Tier, dass sich alle Zuschauer der Illusion hingaben." Sie war lebensgroß und wurde mittels eines Aufziehmechanismus aktiviert. Zahnräder in ihrem Innern bewegten Hals und Schnabel. Wenn man Körner vor sie hinlegte, konnte die Ente sie aufpicken und sogar vermeintlich verdauen, ein Mechanismus, der auf einer Illusion beruhte, denn die "Exkremente" wurden zuvor im Entenkörper deponiert und bei Aktivierung ausgeschieden. Besonders angetan waren die Betrachter von der Tatsache, dass man diesen "Verdauungsprozess" im Innern durch seitliche Öffnungen verfolgen konnte. Bis weit ins 19. Jahrhundert zieht die mechanische Ente die Menschen in ihren Bann, bevor sich die Faszination für Automaten und Androiden erstmals mit Unbehagen mischt. Wird sich der Maschinenmensch eines Tages von der humanisierten Mechanik beherrschen lassen?

42 - Die Antwort auf fast alles 05:35

42 - Die Antwort auf fast alles: Wie monogam ist der Mensch?

Infomagazin

Monogamie ist ein kulturelles Ideal und gleichzeitig ein komplexes biologisches Phänomen - und gilt für viele als das Beziehungsmodell der Wahl. Doch die Realität sieht anders aus: Die Hälfte aller Ehen in Deutschland und Frankreich scheitern, Untreue ist einer der häufigsten Trennungsgründe und alternative Formen wie offene Beziehungen gewinnen an Bedeutung. Warum gelingt es oft nicht, ein Leben lang sexuell treu zu lieben? Expertinnen und Experten erklären, dass Monogamie im Tierreich selten und eher an Umwelteinflüsse gebunden ist, etwa bei Vögeln, die gemeinsam Brutpflege betreiben, oder bei isoliert lebenden Gibbons. Entscheidende genetische Mechanismen, die Paarbindungen unterstützen, sind uralt und in vielen Arten vorhanden, jedoch selten lebenslang exklusiv. Beim Menschen wirken zusätzlich soziale, kulturelle und religiöse Normen, die Monogamie absichern: Sesshaftigkeit, Besitz, Erbfolge und religiöse Sakramente schufen jahrtausendealte Strukturen, die bis heute prägend sind. Doch die Idealisierung der lebenslangen Treue wird zunehmend hinterfragt. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die Zufriedenheit mit einer Beziehung nicht zwangsläufig an sexuelle Treue gebunden ist. Familienmodelle jenseits der klassischen Monogamie zeigen oft ein gleichwertiges oder sogar besseres Vertrauen der Partner. Was bleibt, ist die Suche vieler Menschen nach Nähe, Sicherheit und Geborgenheit - und doch ringen sie mit den Zwängen eines Modells, das im Wandel ist. Vielleicht ist es an der Zeit, Liebe neu zu denken und sich mehr miteinander auszutauschen, wie man die Partnerschaft ein Leben lang führen will.

Warum wir küssen 06:05

Warum wir küssen

Dokumentation

Ein 11.000 Jahre altes Artefakt beweist: Küssen ist so alt wie die Menschheit selbst und einer der ältesten Gefühlsausdrücke, die es gibt. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis neuester anthropologischer Studien: Nicht einmal die Hälfte der Weltbevölkerung küsst. Zumindest nicht auf die Art und Weise wie im westeuropäischen Kulturkreis. In der Eltern-Kind-Beziehung ist Küssen ein wichtiger Baustein für unsere Bindungsfähigkeit. Später hilft Küssen bei der Partnersuche und dient als eine Art Statusmeldung, wie es um unsere Beziehung steht. Bleibt das Küssen nämlich irgendwann aus, ist das oft der Anfang vom Ende. Doch warum ist das so - und was kann man dagegen tun? Experten aus verschiedenen Fachbereichen geben auf diese und andere Fragen antworten und verraten, wie man in nur sechs Sekunden mit Hilfe von Küssen die Schmetterlinge im Bauch zurückholt. Ein Blick ins Tierreich zeigt, wie es unsere Vorfahren mit dem Knutschen halten. Oft wird behauptet, dass Menschenaffen sich auf ähnliche Art und Weise küssen wie wir Menschen. Doch stimmt das wirklich? Warum ist Küssen nicht überall auf der Welt zu finden? Warum gibt es Menschen, die regelrecht Angst vor dem Küssen haben? Was spielt sich beim Küssen in unserem Körper ab? Ein Kuss übt eine besondere Faszination aus - umso spannender ist die Frage: "Warum küssen wir?"

Der Algorithmus der Liebe 07:00

Der Algorithmus der Liebe

Dokumentation

Seit dem 20. Jahrhundert beschäftigen sich Mathematiker und IT-Experten mit der Frage nach dem "Perfect Match". Sie versuchen, die Partnersuche zu professionalisieren und das Prinzip "Wo die Liebe hinfällt" zu durchdringen. Mit der Verbreitung des Internets und von Smartphones erlebten Dating-Apps einen rasanten Aufschwung. Doch das Kennenlernen per Computer gibt es nicht erst seitdem das Internet floriert. Bereits Ende der 1950er Jahre schrieben die amerikanischen Elektroingenieurstudenten Jim Harvey und Phil Fialer ein Dating-Programm, da sie der Meinung waren, dass der Computer das perfekte Werkzeug sei, um einsame Herzen zu verbinden. Das Programm nannten sie "Happy Families Planning Service". Sie organisierten eine Party mit 49 Frauen und 49 Männern, die sie befragten, um Psychogramme zu erstellen. Am Ende hatten einige Leute Dates, und die Idee der computergestützten Partnervermittlung verfestigte sich. Neben Vermittlungsagenturen oder kirchlichen Anbahnungsinstituten entstanden auch kommerzielle elektronische Partnervermittler. In den 1960er Jahren gibt es eine regelrechte Dating-Euphorie. Eine Allianz aus Computer- und Sozialwissenschaftlern ergründete den "Algorithmus der Liebe" und stellte die Partnervermittlung schließlich auf wissenschaftliche Beine. Der Markt wandelte sich langsam vom Heirats- zum Partnerschaftsmarkt und spiegelte damit die Liberalisierung des Dating-Verhaltens der späten 1960er und 1970er Jahre wider. Doch wie kann ein Algorithmus Amor spielen? Womit haben die Pioniere des Matchmakings ihre Computer gefüttert, um zwei passende Menschen zusammenzuführen? Wie gehen menschliche Kuppler vor? Haben Dating-Apps die Partnersuche einfacher gemacht?

Vietnam - Schwimmen um zu überleben 07:45

Vietnam - Schwimmen um zu überleben

Dokumentation

Vietnam ist nicht nur von der über 3.000 Kilometer langen Meeresküste, sondern auch von einer Wasserwelt aus Lagunen, Flüssen, Sümpfen und von Reisfeldern geprägt. Diese tropische Wasserlandschaft führte seit Generationen dazu, dass die Menschen zum größten Teil auf dem Wasser leben, wohnen und arbeiten. Schwimmen lernten sie automatisch nebenbei. Seit ein Programm der Regierung die Seenomaden darin unterstützt, sesshaft zu werden und Häuser zur Verfügung gestellt hat, können immer weniger Menschen schwimmen. Und vom Anstieg des Meeresspiegels sind hier alle betroffen. Täglich ertrinken in Vietnam durchschnittlich 16 Menschen pro Tag, die Hälfte davon Kinder. Das Gesundheitsministerium in Hanoi hat das Problem mittlerweile erkannt und es gibt verschiedene Initiativen, die kostenfreien Schwimmunterricht organisieren. Ehrenamtliche Lehrer leiten die Kurse. Im sozialistischen Vietnam spielt Religion offiziell keine Rolle, dennoch stößt man auf eine bunte Mischung von buddhistischen, taoistischen und konfuzianistischen Tempeln und Schreinen. In der Mythologie spielt der Wassergott namens Hà Bá eine besondere Rolle. Ein Aspekt, den die Schwimmlehrer auch kennen müssen, denn es geht nicht nur darum, die richtige Technik zu vermitteln, sondern auch darum, die Einstellung zum Wassergott zu verändern. Die Dokumentation begleitet den Alltag einer Fischerfamilie an der Tam-Giang-Lagune. Nur der Vater und die älteste Tochter können schwimmen. Die Jüngeren sollen es jetzt lernen, doch der sechsjährigen Anh Thu fällt es schwer.

Argentinien 08:30

Argentinien: Chaco und Anden

Landschaftsbild

Argentinien vereint Extreme: Gletscher und Wüsten, Regenwald und Megacities. Von den Anden bis zum Atlantik, von tropischem Chaco bis nach Feuerland und Patagonien sind Naturwunder und Kulturen zu entdecken. Hier leben Menschen, die ihre Traditionen mit Leidenschaft bewahren. Inmitten des Regenwalds stürzen die gewaltigen Iguazú-Wasserfälle auf fast drei Kilometern Breite in die Tiefe. Weiter südlich, in Misiones, arbeitet die Familie Kraus seit Generationen im nachhaltigen Anbau von Yerba Mate - dem Nationalgetränk Argentiniens. Im Reservat El Yerbalito kümmern sich die Biologinnen Marianela Masat und Candela Fracchia um die Rückkehr verschwundener Tierarten. Sie beobachten die Ameisenbärin Churita mit ihrem Nachwuchs und wachen über die Auswilderung seltener Grünflügelaras - ein Pionierprojekt für den Artenschutz in den Esteros del Iberá. Weiter westlich liegt das Bañado La Estrella in Formosa, das zweitgrößte Feuchtgebiet Argentiniens. Dort lebt Valoy Salazar, Anführer der indigenen Pilagá-Gemeinschaft, die ihr Leben eng an die Schwankungen des Wassers angepasst hat. In San Antonio de los Cobres, hoch in den Anden, startet auf fast 4.000 Metern Höhe der berühmte Tren a las Nubes. Eisenbahner Humberto Calpanchai sorgt hier seit Jahrzehnten für den sicheren Betrieb. Der "Zug in den Wolken" fährt über Viadukte und durch Tunnel zu einem der spektakulärsten Sehnsuchtsorte Argentiniens. Die Menschen in der Chaco-Region und in den Anden leben zwischen Wildnis, Tradition und moderner Infrastruktur - in einer Region voller Gegensätze und einzigartiger Geschichten.

42 - Die Antwort auf fast alles 09:15

42 - Die Antwort auf fast alles: Steuern Gefühle den Finanzmarkt?

Infomagazin

Emotionen haben an der Börse nichts verloren - so lautet das klassische Ideal eines rationalen Markts. Doch was, wenn die Finanzwelt viel weniger berechenbar ist, als wir glauben? Traderin Kathy Lien erlebt täglich, wie Hoffnung und Angst Preise bewegen - und wie schnell Panik Entscheidungen ersetzt. Für Wirtschaftswissenschaftler Hanno Beck zeigt schon die Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, dass Märkte vor allem dann aus dem Ruder laufen, wenn Emotionen überhandnehmen: Euphorie, Herdentrieb, die Sehnsucht nach dem schnellen Gewinn. Neuroökonomin Elise Payzan-Le Nestour geht noch tiefer: In ihren Experimenten zeigt sich, dass unser Gehirn Gewinne, wie Belohnung verarbeitet - und Verlustangst als uralten Reflex. Rationalität und Impuls, CEO und pawlowsches System, kämpfen in jeder Entscheidung gegeneinander. Und manchmal übernimmt das Gefühl. Die Dokumentation folgt diesen drei Perspektiven - vom hektischen Trading-Floor bis zur Neuroforschung - und zeigt, wie Erwartungen, Gerüchte oder einzelne Sätze Millionen bewegen können. Auch Algorithmen lösen das Problem nicht: Der Flash Crash von 2010, ein digitaler Herzinfarkt, beweist, wie schnell automatisierte Systeme kollektiv kippen können. Am Ende wird klar: Der Finanzmarkt ist kein Ort reiner Mathematik. Er ist ein Spiegel unserer Wünsche, unserer Gier und unserer Ängste - ein System, das die Gefühle aller Beteiligten in Zahlen übersetzt. Und genau deshalb bleibt er so faszinierend wie gefährlich.

Das gebaute Versprechen - Gefängnisarchitektur 09:40

Das gebaute Versprechen - Gefängnisarchitektur

Dokumentation

Was kann Gefängnisarchitektur dazu beitragen, in Unfreiheit auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten und trotz Monotonie eine gesunde Psyche zu fördern? Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Cazis Tignez ist das modernste Gefängnis der Schweiz. Einem Kloster nachempfunden, gleicht sie einer kleinen Stadt. Unterschiedliche Gebäude für Zellen und Werkstätten, große Fenster, Tageslicht und unterschiedliche Materialien bieten Abwechslung und Sinnesreize. Übersichtliche Gänge und Transparenz sorgen für soziale Sicherheit. Will man das Leben nicht verlernen, muss die Architektur in Haft so normal wie möglich gestaltet sein. Die JVA Lenzburg, älteste Haftanstalt der Schweiz, zeigt wie Architektur auf neue Konzepte von Strafe reagiert. Das über 160 Jahre alte Gefängnis kann noch heute Vorbild sein. Durchdachte Umbauten ermöglichen, dass alte Ideen und zeitgenössischer Vollzug vereinbar sind. Die JVA Berlin Heidering wurde für den humanen Vollzug gebaut. Transparenz steht im Mittelpunkt. Mit Glas und offenen Wegen setzt man hier auf Vertrauen statt Kontrolle. Denn: Gute Gefängnisarchitektur ist Opferschutz und damit im Interesse der ganzen Gesellschaft.

Twist 10:10

Twist

Magazin

"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!

Argentinien 10:45

Argentinien: Feuerland und Patagonien

Landschaftsbild

Ushuaia ist die Hauptstadt der Provinz Feuerland und zugleich die südlichste Stadt der Welt. In den Gewässern des Beagle-Kanals spiegeln sich Gletscher, geformt von uralten Eisschilden. Mit einer Fläche von 630 Quadratkilometern beherbergt der Nationalpark Tierra del Fuego die südlichsten Wälder der Welt sowie die tiefen Fjorde Argentiniens. Hier stellt sich die Königskrabbenfischerin Liz Consentino den Herausforderungen der stürmischen See. Die karge Steppe Feuerlands ist Teil der riesigen Schafweideregion Patagoniens mit rund 15 Millionen Tieren. Hier lebt und arbeitet der Gaucho Miguel Burgos auf einem der größten traditionellen Landgüter, der Estancia Menéndez. In Patagonien dominieren kristallblaue Seen, grüne Wälder und schneebedeckte Gipfel. Der Monte-León-Nationalpark ist Zufluchtsraum für Guanakos, Seelöwen und Seevögel - und Beispiel für den Schutz weitgehend unberührter Landschaften. Puma-Experte Emiliano Donadio erforscht hier das Leben der Raubkatzen in Patagoniens Wildnis. Im Fitz-Roy-Nationalpark stehen die spektakulären Granitgipfel im Zentrum. Der markante Fitz Roy gilt unter Alpinisten als einer der schwierigsten Berge der Welt. Internationale Kletterer stellen sich hier in der extremen Natur Patagoniens den Herausforderungen dieser legendären Wand.

Argentinien 11:25

Argentinien: Pampa und Buenos Aires

Landschaftsbild

Die gesamte Pamparegion erstreckt sich über 750.000 Quadratkilometer. Es ist ein einzigartiges Ökosystem mit extrem trockenen und sehr fruchtbaren Gebieten. In General Acha, mitten in der Pampa Seca, führt Gabriela Iturrioz mit ihrem Mann einen Auktionshandel. Als eine der ganz wenigen Frauen des Landes schwingt sie bei Viehauktionen den Hammer. In Capitan Sarmiento, im fruchtbaren Teil der Pampa, liegt eine Hochburg für edle Pferderassen. Besonders für Polo- und Rennpferde ist die Region bekannt. Federico Iguacel betreibt in dritter Generation einen Zuchtbetrieb. Jedes Jahr hofft er aufs Neue, einen Champion hervorzubringen. Buenos Aires ist mit 15 Millionen Einwohnern eine Megacity. Die Stadt war Sehnsuchtsort vieler europäischer Einwanderinnen und Einwanderer. In den Hafenvierteln entstand so aus verschiedenen Kulturen der Tango. Für Nadja Ibanez mehr als ein Tanz, sondern eine Lebensentscheidung. Rosario ist die Geburtsstadt von Fußballstar Lionel Messi. Auf der ganzen Welt eifern Jungs und Mädchen ihm nach. Hier könnte dieser Traum Wirklichkeit werden. In einer Fußballakademie hat der Nachwuchs die Chance, eines Tages für einen großen Club spielen zu dürfen. Esteban Ferrand ist einer von ihnen. Sein Spitzname: la Pulga, der Floh, was auch Messis Spitzname ist. An der Ostküste verzweigt der Fluss Paraná sich im Tigre Delta. Ein Geflecht aus unzähligen Kanälen, Flüsschen und Seen. Wer hier lebt, ist auf ein Boot angewiesen. So wie Tierärztin Leila Pelusa, die ihre Patienten mit ihrer mobilen Tierarztpraxis vom Wasser aus besucht.

Argentinien 12:10

Argentinien: Córdoba und Cuyo

Landschaftsbild

Im Andenhochland prägen bunte Gipfel die karge wüstenartige Landschaft. Auf gut 4.200 Metern Höhe liegt die Laguna Brava, eines der letzten Refugien für bedrohte Flamingos. Ornithologin Rebecca Lobo beobachtet die Tiere und setzt sich für den Schutz von Natur und Vögeln ein. Bis zu 310 sternenklare Nächte gibt es im Nationalpark El Leoncito. Beste Bedingungen für das Observatorium Casleo, das sich hier angesiedelt hat. Ariel Rodriguez untersucht die Lichtverschmutzung der Umgebung und kümmert sich um die Gäste der Sternwarte. Am Fuß der Anden liegt die fruchtbarste Region des Landes: die Provinz Mendoza, Heimat weltberühmter Weine. Celina Bartholomé betreibt mit ihrer Familie hier ein kleines ökologisches Weingut. Vor den Toren Mendozas thront der Aconcagua, mit 6.959 Metern Amerikas höchster Berg. Jedes Jahr versuchen Hunderte Alpinisten den Gipfel zu erklimmen. Dabei hilft ihnen Luisina Altuve. Sie betreut die Gäste in einem der Basecamps am Berg. Weiter im Westen, in der Provinz San Luis, schwemmt der Rio Amarillo Gold aus den Bergen ins Tal. Daniel Villegas schürft nach dem edlen Metall, wann immer er Zeit findet. Über den Gipfeln der Sierra ziehen Andenkondore ihre Runden. Ihre Flügelspannweite beträgt bis zu drei Meter. In Córdoba hat Luftwaffenveteran Eduaro Álvarez eine kleine Flugschule. Über den grünen Gipfeln der Provinz bringt er seinen Schülerinnen und Schülern alles bei, was sie für ihre Pilotenlizenz brauchen. Der endlose Horizont und die wilde Schönheit des Landes - das prägt die Menschen im Nordwesten Argentiniens.

Eine Frau für schwache Stunden 12:55

Eine Frau für schwache Stunden

Komödie

Italien, Ende des 17. Jahrhunderts: Im von Spanien besetzten Land ist Carmela glücklich mit dem Müller Luca verheiratet. Neben Luca finden auch andere Männer Gefallen an der schönen Müllerin, nicht zuletzt der Gouverneur Don Teofilo, der seine Macht auszunutzen versucht. So genießen Carmela und Luca allerlei Privilegien, vor allem müssen sie keine lästigen Wegzölle zahlen, die der herzlose Gouverneur von allen Dorfbewohnern verlangt. Jedoch will der Gouverneur mehr als das charmante Lächeln der schönen Frau als Gegenleistung. Auf Anraten seines Sekretärs Gardunia, der in Wirklichkeit der Kopf hinter allen Entscheidungen des Gouverneurs ist, sorgt er dafür, Luca einsperren zu lassen, um eine Nacht mit Carmela zu verbringen. Doch als Don Teofilo nun glaubt, Carmela sei ihm ausgeliefert, führt sie ihn an der Nase herum. Es kommt zu einem turbulenten Verwirrspiel, in das auch der wieder freigelassene Luca aktiv eingreift.

Gosford Park 14:25

Gosford Park

Drama

England, 1932: Auf dem Landsitz Gosford Park hat sich eine illustre Gesellschaft eingefunden. Die Anwesenden sind einer Einladung des so wohlhabenden wie eigenwilligen Sir William McCordle und seiner Frau Lady Sylvia gefolgt. Neben der blasierten Lady Constance und dem galanten Lord Stockbridge zählen auch der Hollywoodstar Ivor Novello und der US-Filmproduzent Morris Weissman zu den Gästen. Mit gutem Essen, Musik und Jagdausflügen vertreiben die Herrschaften sich die Zeit. Allerdings bleiben Spannungen nicht lange aus. Vor allem Lady Constance genießt es, für Unruhe zu sorgen. Die zahlreichen Bediensteten, darunter die strenge Hausdame Mrs. Wilson, der Butler Henry Denton und der geheimnisvolle Robert Parks, leben derweil in einer Art Parallelwelt. Hinter den Kulissen durchschauen die Diener und Zofen so manches Ränkespiel der feinen Aristokratie, pflegen untereinander aber ähnliche Hierarchien wie ihre Arbeitgeber. So nimmt ein feudales Wochenende der britischen Upper Class seinen Lauf, bis ein dramatischer Zwischenfall die Anwesenden aus ihrer eitlen Lethargie reißt: Vor der versammelten Gästeschar kommt es zwischen Sir William und Lady Sylvia zu einem heftigen Streit, und noch am gleichen Abend wird der Gastgeber ermordet aufgefunden. Dies ruft Inspektor Thompson auf den Plan, der jedoch kaum fähig scheint, Licht in die Sache zu bringen.

Vermeer: Die Jahrhundertausstellung 16:40

Vermeer: Die Jahrhundertausstellung

Dokumentation

2023 veranstaltete das Amsterdamer Rijksmuseum, das Nationalmuseum der Niederlande, die bis dahin größte Sonderausstellung zum Werk von Jan Vermeer (1632-1675). Mit zahlreichen internationalen Leihgaben gehörte sie zu den größten Werkschauen, die dem bedeutenden Maler des 17. Jahrhunderts je gewidmet wurden. Sie versammelte bekannte Gemälde wie "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" (Mauritshuis, Den Haag), "Der Geograph" (Städel Museum, Frankfurt am Main), "Briefschreiberin und Dienstmagd" (National Gallery of Ireland, Dublin), "Frau mit Waage" (National Gallery of Art, Washington, D.C.) und die von Marcel Proust geliebte "Ansicht von Delft" (Mauritshuis, Den Haag). In Delft lebte und arbeitete Jan Vermeer, der vor allem für seine ruhigen, besinnlichen Interieurs, eine beispiellose Verwendung von hellem, farbigem Licht und seine illusionistischen Perspektiven bekannt wurde. Mit etwa 35 Gemälden hinterließ er ein relativ kleines Oeuvre. Da seine Bilder jedoch zu den wertvollsten Schätzen von Museumssammlungen zählen, werden sie selten auf Reisen geschickt. Die Amsterdamer Retrospektive war ein logistischer Kraftakt. Die Ausstellung bot Kuratoren und Forschern die einmalige Gelegenheit, die Gemälde des Malers miteinander zu vergleichen und dabei auch auf modernste materialtechnische Untersuchungen zurückzugreifen: So konnten sie Vermeers Werk weiter entschlüsseln und narrativ neu aufbereiten.

Sternstunden der Musik 17:35

Sternstunden der Musik: Menuhin und Karajan spielen Mozart

Dokumentation

Yehudi Menuhin gilt als das Wunderkind des vergangenen Jahrhunderts. Er wurde gefeiert und verehrt wie einst Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Violinkonzert Nr. 5 er für diese Aufzeichnung interpretiert. Nach vielen Jahren des Konzertierens und Reisens stellt der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs einen Wendepunkt für Menuhin dar. Er spielt vor alliierten Truppen, vor Soldaten und Verwundeten. Sein Konzert im befreiten Konzentrationslager Bergen-Belsen erschüttert den geschützten Wunderknaben. Menuhin beschließt, sein Leben und seine Musik der Versöhnung und dem Frieden zu widmen. Bereits 1947 kehrt er als erster jüdischer Musiker für ein Gastspiel zurück nach Berlin. Nur wenige Jahre älter, schlägt Herbert von Karajan einen völlig anderen Weg ein. Sein Leben ist geprägt von der Suche nach Perfektion und musikalischer Größe. Während der NS-Zeit baut Karajan in Deutschland seine Karriere auf und wird zu einem der bedeutendsten Dirigenten der Nachkriegszeit. Dass solch unterschiedliche Lebensläufe musikalischen Sternstunden nicht im Wege stehen, belegt die Aufnahme aus dem Jahr 1966, meisterhaft in Szene gesetzt durch den preisgekrönten Spielfilmregisseur Henri-Georges Clouzot. Internationale Stars aus der Musikszene wie Anne-Sophie Mutter, Alina Ibragimova, Daniel Hope oder Hilary Hahn, aber auch Größen der Filmkunst wie Sunnyi Melles, August Zirner und Bruno Monsaingeon sowie der Musikmanager Till Janczukowicz erzählen davon, wie dieses Zeitzeugnis, die einzige Zusammenarbeit der beiden Musik-Legenden, heute auf sie wirkt.

Karambolage 18:25

Karambolage: Geburt "auf deutsche Art" / Kichererbsen / SNCF-Jingle

Magazin

Ein künstlerisches und humorvolles Spiel mit Klischees bietet dieses Magazin. In jeder Folge werden dabei bestimmte Eigenheiten der Franzosen und Deutschen unter die Lupe und auch aufs Korn genommen.

Zu Tisch 18:35

Zu Tisch: Rhodopen, Bulgarien

Essen und Trinken

Umgeben von Wäldern, Bergwiesen und Bächen der dünn besiedelten Rhodopen führen Desislava und Zahary Manolevi ein arbeitsreiches Leben im Einklang mit ihren 300 Schafen. Ihre Rhodopen-Tsigai - eine alte Schafsrasse - sind perfekt an die Bedingungen des Gebirges angepasst und liefern eine besonders reichhaltige Milch für leckeren Joghurt und Käse. Auf den Tisch kommt der Kartoffelkuchen Patatnik mit Zucchini, Käse und Minze, Kacamak, eine reichhaltige Art Polenta mit Schafsbutter und -käse sowie Tarator, eine kalte Suppe aus Joghurt, Gurken, Knoblauch, Walnüssen und Dill. Für Zahary und Desislava ist die Schafzucht Leidenschaft und Familientradition zugleich. Ihr Sohn Rumen, dessen Kinder und die Arbeit mit den Tieren helfen ihnen dabei, einen schweren Schicksalsschlag zu überwinden.

ARTE Journal 19:10

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Namibia - Die raue Welt der Baster 19:30

Namibia - Die raue Welt der Baster

Dokumentation

Auf der Suche nach einer Heimat machten sich vor mehr als 150 Jahren 90 Baster-Großfamilien auf den Weg nach Norden und erreichten 1871 Rehoboth - angeführt von ihrem Oberhaupt Kaptein Hermanus van Wyk. 35.000 Baster leben heute in Rehoboth, Zentralnamibia. Ihr Name kommt von "Bastard" - eigentlich ein Schimpfwort, aber sie tragen ihn mit Stolz. Ihre Vorfahren sind weiße europäische Kolonialherren und Schwarzafrikanerinnen. Für die Weißen zu schwarz, für die Schwarzen zu weiß. Konflikte und Kriege schweißten sie zusammen zu einer starken Gemeinschaft. Über hundert Jahre schafften es die Baster, Tradition und Unabhängigkeit zu bewahren. 1990 wurde ihnen mit der Gründung Namibias die Autonomie aberkannt. Auch die Globalisierung hinterlässt ihre Spuren: Traditionelle Baster-Kleidung, ein Relikt aus der Kolonialzeit, weicht westlicher Mode, chinesische Elektronik und Plastik vertreiben Handwerksbetriebe. Viehzüchter verdienen ihren Lebensunterhalt heute in der Industrie oder im Finanzwesen. Die Mehrheit pendelt täglich in die Hauptstadt Windhoek. Doch die Baster wollen ihre Kultur erhalten. Chaldun van Wyk ist ein direkter Nachfahre des ehemaligen Oberhauptes. Er ist traditioneller Viehzüchter und gleichzeitig IT-Spezialist. Seine Frau Elista hat deutsche Wurzeln. Ihr Urgroßvater Hugo kam Ende des 19. Jahrhunderts als Soldat der deutschen Kolonialmacht nach Basterland. Die Familie van Wyk gewährt einen Einblick in ihren Alltag, ihre traditionellen Feste und ihre besondere Beziehung zu Pferden. Sie erzählen von der wechselvollen Geschichte der Baster.

Die Vögel 20:15

Die Vögel

Thriller

In einer Tierhandlung lernt die junge, wohlhabende Verlegertochter Melanie Daniels den Rechtsanwalt Mitch Brenner kennen. Weil Brenner sich über ihre Allüren lustig macht und sie zum Narren hält, beschließt Melanie, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Mit zwei Liebesvögeln im Gepäck fährt sie an die Pazifikküste nach Bodega Bay, wo Mitch bei seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Cathy die Wochenenden verbringt. Um unbemerkt den Vogelkäfig absetzen zu können, schippert Melanie mit einem kleinen Boot über die Bucht zu Mitchs Haus. Auf der Rückfahrt wird sie von einer Seemöwe angegriffen und am Kopf verletzt. Daraufhin kann Mitch sie überreden, bis zur Geburtstagsfeier seiner Schwester zu bleiben. Sie mietet sich bei der Lehrerin Annie Hayworth ein, die sich als Mitchs einstige Geliebte herausstellt. Trotzdem findet Melanie in ihr eine Verbündete, mit der sie über Mitch und seine merkwürdig abweisende Mutter reden kann. Als Cathy am nächsten Tag ihren Geburtstag feiert, fallen plötzlich aufgeregte Vögel über die im Garten spielenden Kinder her. Nach der Attacke stellt sich nur kurz Ruhe ein, denn nun scheinen alle Vögel verrückt zu spielen: Die Hühner fressen nicht mehr, die Krähen und Möwen sammeln sich und greifen die Schulkinder an. Immer häufiger und brutaler werden die Wellen ihrer Angriffe. Einige Dorfbewohner geben Melanie die Schuld, denn mit ihr und den beiden Käfigvögeln sei das Unheil über Bodega Bay gekommen. Schließlich bleibt Melanie nur noch Zuflucht im verbarrikadierten Haus der Brenners. Doch die Vögel sammeln sich schon zum Sturm ...

Tippi Hedren und die wilden Tiere 22:10

Tippi Hedren und die wilden Tiere

Porträt

Berühmt wird die Schauspielerin Tippi Hedren 1963 als blonde Society-Lady in "Die Vögel" von Starregisseur Alfred Hitchcock. Er entdeckt die junge Frau in einem Werbespot und testet sie in sündhaft teuren Probeaufnahmen auf ihre Kinotauglichkeit. Sie besteht und wird von ihm daraufhin zur perfekten "Hitchcock-Blondine" geformt - unnahbar und begehrenswert - bevor er sie in seinem Horrorthriller ausgiebig von aggressiven Vögeln attackieren lässt. Für ihr Durchhaltevermögen und ihre schauspielerische Leistung in "Die Vögel" erhält sie einen Golden Globe und ihre nächste Rolle in Hitchcocks Psychodrama "Marnie". Nun spielt sie eine traumatisierte und gefühlskalte Diebin, die von ihrem Chef zunächst erpresst, dann geheiratet und in der Hochzeitsnacht vergewaltigt wird. Angeblich eine kaum kaschierte Fantasie des Regisseurs, wie sie in ihren Memoiren schreibt. Erst 2016, lange nach Hitchcocks Tod im Jahr 1980, erzählt sie in "Tippi: A Memoir", dass Hitchcock sie während der Dreharbeiten sexuell belästigt hat. Als Mutter und Großmutter der Hollywoodstars Melanie Griffith und Dakota Johnson möchte sie mit ihrem Buch Frauen ermutigen, sich zu wehren - so wie sie es auch tat. Nach dem Bruch mit Hitchcock 1964 war sie meist in kleineren Rollen in Hollywoodfilmen zu sehen und entdeckte 1981 in dem Abenteuerfilm "Roar" ihre Liebe zu Großkatzen, denen sie in ihrem Shambala-Reservat bei Los Angeles seit den 1980er Jahren ein Zuhause gibt. In dieser Sendung erzählt die Schauspielerin von der ambivalenten Beziehung zu Alfred Hitchcock, auf die sie gleichermaßen mit Dankbarkeit und Abscheu zurückblickt.

Melanie Griffith - Die Frau, die Hollywood überlebte 23:05

Melanie Griffith - Die Frau, die Hollywood überlebte

Künstlerinnenporträt

Es sind Filme wie "Body Double" - ein faszinierender Psychothriller, "Working Girl2 für das sie eine Oscar-Nominierung erhält oder "Cecil B. Demented", für die Melanie Griffith heute als Superstar gelten könnte. Doch die erfolgreichste Schauspielerin ihrer Familie, deren Mutter Tippi Hedren und deren Tochter Dakota Johnson sind, ist bis heute eher bekannt für ihre Eskapaden und ihre Männer. Melanie Griffith ist ein Kind Hollywoods und eine der unterschätztesten Leinwandikonen unserer Zeit. Die Dokumentation taucht ein in die Parallelwelt, in der Melanie Griffith aufwächst. Sie erzählt von den Schattenseiten und Abhängigkeiten im System Hollywood, die die junge Frau früh zu spüren bekommt. Sie zeichnet nach, wie Melanie Griffith Anfang der 1980er Jahre ihren Durchbruch als Schauspielerin erlebt: In Brian De Palmas Erotikthriller "Body Double - Der Tod kommt zweimal" überzeugt sie als schlagfertige, selbstbestimmte Pornodarstellerin. Danach dreht sie mit Regiegrößen wie Robert Redford, Mike Figgis, Jonathan Demme und Sidney Lumet. Die Öffentlichkeit aber verfolgt vor allem ihre privaten Turbulenzen. Schlagzeilen über Alkohol und Drogen, über Beziehungen zu Don Johnson, Steven Bauer und Antonio Banderas überlagern oft die beachtliche Filmografie von Melanie Griffith. Die Dokumentation entdeckt die Künstlerin neu, erzählt die Geschichte einer Frau, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihren Weg geht - und sich nach fast sechs Jahrzehnten von den Klischees ihres Lebens und der Filmindustrie emanzipiert.

Joana Mallwitz & Alice Sara Ott 23:55

Joana Mallwitz & Alice Sara Ott: Ravel, Beethoven, Meredith und Dessner

Klassische Musik

Das Konzert im Berliner Konzerthaus beginnt mit einer modernen Interpretation von Maurice Ravels "Boléro". 1928 als Ballettmusik entstanden, entwickelte es sich zu einem seiner prägenden Werke. Mit seinem stetig anwachsenden Spannungsbogen und der minuziösen Orchestrierung entfaltet es eine hypnotische Kraft, die das Publikum bis heute fasziniert. Anschließend interpretiert die Pianistin Alice Sara Ott das Klavierkonzert des US-amerikanischen Komponisten Bryce Dessner, der auch als Gitarrist der Band The National bekannt ist. Sein 2025 uraufgeführtes Werk verbindet filigrane Melodien mit kraftvoller rhythmischer Intensität und entfaltet dabei ein faszinierendes, modernes Orchesterbild. Auf das 2012 entstandene Stück "Nautilus" der britischen Komponistin Anna Meredith folgt schließlich Ludwig van Beethovens 1. Symphonie, die den Beginn seines symphonischen Schaffens markiert. Sie vereint klassische Strukturen mit frischem Ausdruck, zeigt feinsinnige Harmonien, lebhafte Rhythmen und erste Ansätze seines späteren, unverwechselbaren Stils. Joana Mallwitz (geboren 1986) ist seit 2023 die erste Chefdirigentin des 1952 als Berliner Sinfonie-Orchester gegründeten Konzerthausorchesters. Die aus München stammende Pianistin Alice Sara Ott (geboren 1988) ist 2025/26 Artist in Residence am Konzerthaus, der in Frankreich lebende US-Amerikaner Bryce Dessner (geboren 1976) Composer in Residence. Programm: - Maurice Ravel: "Boléro" - Ballettmusik für Orchester - Bryce Dessner: "Konzert für Klavier und Orchester" - Anna Meredith: "Nautilus" - Ludwig van Beethoven: "Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21"

Das West-Eastern Divan Orchestra spielt de Falla und Ravel 01:25

Das West-Eastern Divan Orchestra spielt de Falla und Ravel

Konzert

Spanien, seine Menschen, seine Landschaften und seine reiche Folklore haben Komponisten immer wieder inspiriert, in Spanien selbst, aber insbesondere auch in Frankreich. Maurice Ravel, dessen Mutter aus dem Baskenland stammte, hat hier den auf jeden Fall bekanntesten Beitrag geleistet: Auf die Frage, was sein bestes Werk sei, antwortete er, so berichtet zumindest die Anekdote: "Wahrscheinlich der 'Boléro', nur leider enthält er keine Musik". Tatsächlich ist das "Crescendo an und für sich in C-Dur", ein faszinierendes Dokument der Instrumentierungskunst Ravels, der mit bis dahin ungebräuchlichen Instrumentenkombination ganz unerhörte neue Klangfarben kreierte. Darüber hinaus ist der "Boléro" ein berüchtigtes Vorspielstück für Schlagzeuger beim Kampf um eine Orchesterstelle - und ganz einfach nur einer der Megahits der Klassik überhaupt! Doch auch schon in seiner ersten großen Komposition für Orchester, der "Rapsodie espagnole", entstanden 1908, zwanzig Jahre vor dem "Boléro", hatte sich Ravel intensiv der Klangwelt Spaniens, seinen Melodien und Tanzrhythmen gewidmet. "Noches en los jardines de España" von Manuel de Falla wurde 1916 in Madrid uraufgeführt. Ursprünglich als drei Nocturnes für Klavier solo geplant arbeitete Manuel de Falla die "Nächte in spanischen Gärten" über einen längeren Zeitraum zu, wie es im Titel heißt, "Sinfonischen Impressionen für Klavier und Orchester" um. Die Ecksätze sind von Gärten in Granada und Cordoba inspiriert, allen drei Sätzen gemeinsam ist glückliche Verbindung von Einflüssen des Impressionismus und spanischem Kolorit. Daniel Barenboim, der 2022 seinen 80. Geburtstag feiert, und Lang Lang kennen sich aus vielen gemeinsamen musikalischen Unternehmungen. Die Zusammenarbeit mit dem West-Eastern Divan Orchestra dagegen ist eine Premiere für den chinesischen Piano-Star. Programm: - Maurice Ravel: "Rapsodie espagnole für Orchester" - Manuel de Falla: "Noches en los jardines de España - Symphonische Impressionen für Klavier und Orchester" Maurice Ravel: "Boléro" Mit: Lang Lang, Klavier West-Eastern Divan Orchestra Daniel Barenboim, musikalische Leitung

Der Masseur 02:15

Der Masseur

Tragikomödie

An einem grauen nebligen Morgen taucht in Warschau eine mysteriöse Gestalt auf - ein Mann, der eine Liege mit sich herumträgt. Der Fremde verschafft sich mit Hilfe magischer Hypnosetechniken eine Aufenthaltsgenehmigung und bietet in einer Vorstadtsiedlung seine Dienste als Masseur an. Die triste Gated Community, die mitten auf einem ehemaligen Kohlfeld errichtet wurde, ist von der "bösen" Außenwelt abgeschottet. Irgendwo in der Ferne erheben sich die Wolkenkratzer und Baukräne einer Stadt, die ein internationales Drehkreuz werden will - die ständige Aufholjagd des Ostens. In den Häusern des Viertels, die alle gleich aussehen, wohnen die unterschiedlichsten Vertreter der reichen Oberschicht. Sie scheinen von einer inneren Traurigkeit, einer Sehnsucht gefangen - vielleicht nach dem Winter, den es in diesen Breitengraden nicht mehr gibt. Anders als sie selbst früher, bauen ihre Kinder keinen Schneemann mehr. Aber vielleicht geht ihre Leere auch tiefer? Da tritt der Masseur, ein attraktiver Mann aus dem authentischen Osten, in ihr Leben. Er hat eine Gabe: Seine Hände können heilen, seine Augen blicken in die Seele der einsamen Frauen. Für sie klingt sein russischer Akzent wie ein Lied aus alten Zeiten, eine friedliche Melodie aus Kindertagen, als die Welt noch in Ordnung war. Zhenia, so sein Name, verändert ihr Leben ... "Ein Trost spendendes zeitgenössisches Märchen, das auf eine Dramaturgie simpler Durchschaubarkeit verzichtet, sondern vieles im Bereich spiritueller Erkundungen belässt." (Filmdienst)

Leben mit Vulkanen 04:00

Leben mit Vulkanen: Auvergne: Die Geheimnisse der schlafenden Riesen

Natur und Umwelt

Idyllisch und friedlich - so scheint das Leben in der Auvergne in Frankreich. Seit etwa 10.000 Jahren sind hier die Vulkane erloschen, doch in ihnen schlummern noch immer Geheimnisse. Diesen will Arnaud Guérin zusammen mit dem Vulkanforscher Pierre Boivin auf den Grund gehen. Zuerst geht es die Luft: An Bord eines Heißluftballons fliegen sie über die prächtige Vulkankette Chaîne des Puys. Vor mehr als 8.600 Jahren brach hier zum letzten Mal ein Vulkan aus - doch vielleicht brodelt es hier inzwischen wieder: Kürzlich wurden bedeutende Magmavorräte in der Tiefe entdeckt, die einen erneuten Ausbruch denkbar machen. Die nächste Station auf der Reise führt Arnaud in das Bergmassiv Monts Dore, in dem sich ein sagenumwobener Kratersee befindet: der Lac Pavin. Aufgrund seiner vulkanischen Aktivitäten galt er früher als verflucht. Von der Luft übers Wasser geht es nun unter die Erde: Arnaud und Pierre lassen sich mehr als 25 Meter in die Tiefe der Grotte Creux de Soucy abseilen. Dort unten können sie die vulkanische Geschichte der Umgebung nachzeichnen. Pierre ist sich sicher, es wird einen neuen Ausbruch geben, die Frage ist nur wann. Auch heute schon birgt das erloschene Vulkangebiet Risiken: Arnaud wagt sich in die Grotte du Chien, in der eine hohe Kohlendioxidkonzentration herrscht. Auf Kopfhöhe besteht keine Gefahr, doch am Boden würde man bereits nach einer Viertelstunde ersticken. Weniger gefährlich, dafür umso schöner ist die Felskirche Saint-Michel d'Aiguilhe, die auf einem Vulkanschlot in 90 Metern Höhe thront. Die Idylle der Auvergne lässt vergessen, dass die Feuerriesen nur schlafen - jederzeit könnten sie wieder erwachen.