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TV Programm für ARTE am 30.05.2026

Jetzt

Mit offenen Karten 18:20

Mit offenen Karten: Von Bolsonaro zu Lula: Wohin steuert Brasilien?

Infomagazin

"Mit offenen Karten" nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer diesmal mit nach Brasilien. Das Land steht vor einem entscheidenden Wendepunkt: die Präsidentschaftswahlen im Oktober 2026. Es treten Luiz Inácio Lula da Silva und Flávio Bolsonaro gegeneinander an. Der amtierende Präsident Lula will trotz fortgeschrittenen Alters und einer durchwachsenen Bilanz erneut kandidieren. Flávio Bolsonaro ist der Sohn von Lulas Amtsvorgänger Jair Bolsonaro. Letzterer verbüßt wegen eines Putschversuchs im Jahr 2023 eine Haftstrafe von mehr als 27 Jahren. Anlässlich der Wahlen wird "Mit offenen Karten" einen Blick auf die Ideen und Versprechen von Lula und Bolsonaro und zeigt die Stärken und Schwächen des größten Landes Südamerikas auf. Brasilien ist eine bedeutende Wirtschaftsmacht und Mitglied der G20, des Mercosur sowie der BRICS-Staaten. Etwa 60 Prozent des Amazonasregenwalds liegen in Brasilien - die Fauna und Flora zählt zu den artenreichsten der Welt. Doch politische Spaltungen, gravierende Sicherheitsprobleme und Regierungskrisen bremsen die Entwicklung aus. Die Klimafrage, insbesondere der Schutz des Amazonas, treiben die politisch-gesellschaftlichen Spannungen auf die Spitze.

Danach

Sufis - Glaube Liebe Tanz 18:35

Sufis - Glaube Liebe Tanz: Lebenswelten am Nil

Dokumentation

Der 39-jährige Ramadan Ibn Abd an-Nabi ar-Ranan ist Sufi-Musiker und lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern sowie der Zweitfrau seines verstorbenen Vaters und ihren Kindern in Ad-Dayr, einem Städtchen im Süden Ägyptens. Mehrmals die Woche tritt er bei Moulids auf, den Geburtstagsfeiern muslimischer Heiliger, und begleitet mit seiner kraftvollen und leidenschaftlichen Stimme den Tanz der Sufis. Die islamischen Mystiker versetzten sich mit Hilfe von Musik und Tanz in Ekstase - auf der Suche nach dem Einssein mit Gott. Die Dokumentation gewährt Einblicke in die liberale Geisteswelt der Sufis, einer muslimischen Strömung, die aus dem gesellschaftlichen und religiösen Leben Ägyptens nicht wegzudenken ist. Etwa 15 Millionen Menschen gehören in Ägypten unterschiedlichen Sufi-Orden an. In Zeiten des erstarkenden politischen Islam setzen sie mit ihrer freiheitlichen Auslegung des Glaubens ein starkes und mutiges Zeichen. Die Dokumentation zeigt auch das familiäre Leben des Musikers, die Träume und Lebensentwürfe vor allem der Frauen in diesem großen Familienverband. Da ist die 54-jährige Ikram, die mit 14 Jahren den Vater Ramadans, den Sufi-Musiker Ar-Ranan, heiratete und zusammen mit dessen Erstfrau elf Kinder großzog. Ikram steht selbstbewusst für das traditionelle Ägypten. Warda geht andere Wege. Sie ist Computerfachfrau und begeisterte Leserin. Die Dokumentation ist ein Fenster in eine unglaublich heterogene, fremde, bunte, aber auch bitterarme Welt eines Städtchens am Nil, in dem neben Bildung auch der freiheitliche Geist der Sufis den Frauen neue, selbstbestimmte Lebensperspektiven eröffnet.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

GEO Reportage 19:40

GEO Reportage: Südkorea: Magische Tempelküche

Reportage

Das eigentliche Kochen beginnt für Wookwan Sunim mit der Auswahl der richtigen Zutaten. Von Lebensmitteln aus dem Supermarkt, von Fast Food und Fertiggerichten hält sie gar nichts. Ihre Vorräte sind vor allem saisonal und regional gewachsen: "Dadurch, dass wir im Gebirge leben, kochen wir mit dem, was uns die Natur schenkt - vor allem mit wilden Pflanzen." Und diese wachsen nicht nur im Gemüsegarten des Klosters, sondern auch zwischen Blumenbeeten, im angrenzenden Wald oder auf Schotterwegen. Im Prinzip essen sie alles, was rings um den altehrwürdigen Gameunsa-Tempel wächst. Aus Blüten gewinnen sie Tee, aus Blättern machen sie Salate und frisch ausgegrabene Wurzeln werden getrocknet und dann frittiert. Gerade in den vitaminarmen Wintermonaten suchen die Nonnen nach nährstoffreichen Wurzeln im Wald. Denn bevor im Herbst die Pflanzen ihre Blätter abwerfen, speichern sie Mineralien und Vitamine in ihrem Wurzelgeflecht. "Die ganze Energie dieser Welt kommt von der Natur", betont Wookwan Sunim. Damit die Wurzeln auch bekömmlich sind, bereitet die Äbtissin sie mit selbst gemachten Pasten und Soßen zu - vor allem mit Chilipaste und Sojasoße. Sie sollen aus dem wilden Wurzelgemüse die unerwünschten Bitter- und Giftstoffe ziehen. "Auf der ganzen Welt essen Menschen vor allem, was ihnen schmeckt, und nicht, was ihnen guttut. So haben viele ihre Gesundheit ruiniert. Die Tempelküche dagegen ist sehr einfach. Sie basiert auf drei Grundlagen: Sojasoße, Chilipaste und Sojabohnenpaste", erläutert Wookwan Sunim. Neben dem gesundheitlichen Aspekt sind es vor allem die außergewöhnlich aromatischen Geschmackskreationen der Tempelküche, die international Beachtung finden. Eingelegtes Gemüse, gekochter Reis und tägliche Gebete gehen im Zen-Buddhismus Südkoreas eine äußerst vitale Symbiose ein, von der die umsorgten Nonnen genauso profitieren wie ihre buddhistischen Anhänger.

Konstantin der Große 20:15

Konstantin der Große: Auf Entdeckungsreise in Europa

Geschichte

Die Antike kennt wenige so bedeutende Herrscher wie ihn. Er hat die römische Welt fundamental verändert - Kaiser Konstantin, genannt der Große. Europa ist geprägt von dem Kaiser, der das Christentum im Römischen Reich etablierte. Constantius I. herrscht als Kaiser von Trier aus über den Nordwesten des Römischen Reiches. Als er auf einem Feldzug stirbt, kommt sein Sohn Konstantin an die Macht. Geschickt stabilisiert dieser das Reich, baut seine Hauptstadt weiter aus: Mächtige Kaiserthermen und ein Thronsaal zählten in der Antike zu den prächtigsten und am reichsten ausgestatteten ihrer Art. Im Jahr 312 zieht Konstantin gegen Rom. In der Nacht, bevor er die Legionen seines Rivalen Maxentius vernichtend schlägt, soll ihm in göttlicher Vision das Kreuz Christi erschienen sein. Belegt ist: Die kaiserlichen Truppen kämpften von nun an unter dem Symbol des Kreuzes. Der Kaiser lässt auch in Rom bauen, Paläste und erste christliche Kirchen, darunter die Lateranbasilika. Konstantin erweitert sein Reich im Osten, gründet an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien Konstantinopel. Imposante Bauten entstehen auch hier, etwa die Kirche "Heiligtum der Weisheit", die heutige Hagia Sophia. Eine neue Religionsfreiheit und Kaisermutter Helena begünstigen die Ausbreitung des christlichen Glaubens. Konstantin selber lässt sich erst auf dem Sterbebett taufen, so die Legende. Entlang der Stationen seines Lebens gehen Historiker und Archäologen auf Spurensuche. Sie rekonstruieren die Welt eines Imperators, der Macht und Pracht vereinte.

Rom - Untergang einer Weltmacht 21:45

Rom - Untergang einer Weltmacht

Dokumentation

Der Dokumentarfilm "Rom - Untergang einer Weltmacht " behandelt den schleichenden, aber unaufhaltsamen Prozess, der letztendlich zum Zusammenbruch des größten Reiches der Antike führte. Hauptverantwortlich für den Untergang Roms sind weder die Unfähigkeit seiner Kaiser noch die Kühnheit seiner Gegner oder die Schlagkraft ihrer Heere, sondern mehrere Pandemien und eine Reihe von Klimaschocks, die das Römische Reich vom 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung an heimsuchten. Neue Erkenntnisse der Wissenschaft machen diesen Prozess des Niedergangs heute besser verständlich. Drei aufeinanderfolgende Pandemien - wahrscheinlich die Pocken, ein hämorrhagisches Fieber und die Beulenpest - dezimierten Roms Bevölkerung stark und fügten Armee und Wirtschaft großen Schaden zu. Man geht davon aus, dass Rom dreimal hintereinander ein Drittel bis die Hälfte seiner Bevölkerung verlor, was seinen Gegnern gelegen kam, um die angeschlagene Weltmacht weiter zu schwächen. In Europa, den USA und Russland versuchen Archäologen und Historiker sowie auf antike Krankheiten spezialisierte Genetiker, die Pandemien des Römischen Altertums zu identifizieren und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung zu ermitteln. Neben diesen Forschungen zeigt der Dokumentarfilm die Arbeit der Dendrochronologen, die an den Jahresringen von Hölzern Klimaschwankungen über die Jahrhunderte hinweg ablesen. Dabei entdeckten sie im 3. Jahrhundert in Europa und Eurasien eine plötzliche Klimastörung, durch die die landwirtschaftlichen Erträge zurückgingen. Dies habe sich gravierend auf die Ernährung der Bevölkerung ausgewirkt und sei auch verantwortlich für die Migration der Hunnen aus der Mongolei und Südsibirien nach Europa - mit der tiefgreifenden Erschütterung des Römischen Reiches als Folgeerscheinung. Wie andere Untersuchungen zeigen, haben ungeheuer starke Vulkanausbrüche Anfang des 6. Jahrhunderts eine spektakuläre Abkühlung hervorgerufen und das Römische Reich in eine nie dagewesene Krise gestürzt. Diese spätantike kleine Eiszeit in Verbindung mit der ersten Beulenpest-Epidemie in diesem Teil der Welt könnte den Versuch Roms, ein letztes Mal wieder zu erstarken, vereitelt haben.

Giora Feidman - Seele der Klarinette 23:15

Giora Feidman - Seele der Klarinette

Dokumentation

"Ich gehe auf die Bühne, um meine Seele zu teilen". Für Giora Feidman ist das kein Bild, sondern Haltung. Kurz vor seinem 90. Geburtstag arbeitet der international gefeierte jüdische Klarinettist an einem neuen Album mit dem Titel "For A Better World", während im Nahen Osten die politische Lage eskaliert. Konzerttermine geraten ins Wanken, Reisewege werden unsicher. Die Dokumentation begleitet Feidman in dieser Phase zwischen Tel Aviv, Hamburg und Zürich ins Tonstudio, auf die Bühne und in sein privates Umfeld. Nach dem Tod seiner Frau Ora im Jahr 2022 ist die Musik für ihn stärker als je zuvor mit Erinnerung und Verantwortung verbunden. Geboren 1936 in Buenos Aires als Sohn einer jüdischen Musikerfamilie, wurde Feidman trotz starker Sehbehinderung Mitglied des Israel Philharmonic Orchestra. Seit den 1970er Jahren prägt er als Solist die internationale Rezeption des Klezmer und versteht ihn weniger als Genre denn als Ausdruck einer kulturellen Haltung. Gemeinsam mit seinem aus dem Iran stammenden Komponisten, Manager und engen Freund Majid Montazer bringt er Musikschaffende unterschiedlicher Herkunft zusammen. In einer Zeit politischer Polarisierung setzt er auf künstlerische Zusammenarbeit als Form des Dialogs. "Giora Feidman - Seele der Klarinette" zeigt einen Musiker, der unbeirrt weiterarbeitet - überzeugt davon, dass Kunst Öffentlichkeit herstellen und Menschen verbinden kann.