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TV Programm für ARTE am 10.05.2026

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Twist 09:55

Twist: Lovesongs: Warum wir über Liebe singen

Magazin

Zwischen Nebelschwaden singt ein großer Mann von großer Liebe: Der französische Musiker Sébastien Tellier ("La Ritournelle") malt Bilder mit Worten und Klaviertasten. Hinter Rauschebart und dunkler Sonnenbrille versteckt sich ein zarter Träumer. Nur auf der Bühne könne er seine Angst vor der Welt ablegen. Er sei hypersensibel: Gefühle anderer fühle er mit. An diesem Abend in Berlin fühlt ein ganzer Saal mit ihm - Sommerliebe, Sehnsucht, Ewigkeit. Ich liebe dich für immer? Eventuell. Fuffifufzich ("Heartbreakerei") glaubt nicht an ewige Liebe. Die Wahlberlinerin schreibt ihre Songs in Zeiten von Datingplattformen und unverbindlichen Beziehungen. Sie singt von Herzschmerz und Selbstliebe und sagt: "Gefühle sind cool und ich will keine Angst vor ihnen haben." Seine Gefühle zu teilen, sei ein Risiko, sagt Queralt Lahoz. Die spanische Sängerin verbindet Hip-Hop, Flamenco und Soul. Lange habe sie über romantische Liebe nicht singen wollen: "Männer haben im Laufe der Geschichte aus einer Position der Macht über Liebe gesungen - wir aus Trauer." Heute sucht sie Versöhnung, auch mit der romantischen Liebe. "Twist" trifft Queralt Lahoz in Barcelona. Lewis OfMan sucht die Liebe in "dicken Drums und fettem Bass": Der französische Multiinstrumentalist experimentiert mit elektronischen Sounds. Er kann aber auch ganz sanft und leise werden, wenn er das Verliebtsein in Worte fasst: "Je pense à toi" - "Ich denke an dich". Er sagt: "Für mich gibt es keinen schlechten Kitsch. Ich bin ein Verfechter des Kitsches."

Danach

Das Doppelleben von Hilma af Klint 10:30

Das Doppelleben von Hilma af Klint: Pionierin der abstrakten Kunst

Künstlerinnenporträt

Lange bevor Kandinsky oder Mondrian die ersten abstrakten Werke schufen, malte die Schwedin Hilma af Klint (1862-1944) Bilder, die die Kunstgeschichte revolutionieren sollten. Doch sie bestimmte, dass ihre Werke erst 20 Jahre nach ihrem Tod gezeigt werden durften. So blieben die großformatigen, farbgewaltigen Gemälde - eine einzigartige Verbindung aus Moderne und Spiritualität - bis 1986 der Öffentlichkeit verborgen. Erst im Frühjahr 2026 widmen das Centre Pompidou und der RMN-Grand Palais ihr die erste französische Retrospektive. Die Dokumentation beleuchtet ihr Leben und Schaffen, das die Kunstwelt nachhaltig veränderte - in Frankreich jedoch noch immer zu wenig Beachtung findet. Af Klint führte ein für ihre Zeit ungewöhnliches Doppelleben. Nach außen hin war sie eine respektierte akademische Malerin, deren konventionelle Werke ihr den Lebensunterhalt sicherten. Doch im Verborgenen schuf sie visionäre abstrakte Bilder, getrieben von dem Wunsch nach spiritueller und persönlicher Entfaltung. Auch privat brach sie mit den Normen: Während sie sich nach außen an streng lutherische Konventionen hielt, lebte sie im Privaten homosexuelle Beziehungen. Ihr Werk entstand in einer Zeit des Umbruchs. Um die Jahrhundertwende prägten wissenschaftliche und technische Fortschritte die Gesellschaft - gleichzeitig erlebten esoterische Strömungen eine Blüte. Af Klints Kunst spiegelt diese Gegensätze wider. Der Film zeigt sie an Orten, die ihr wichtig waren, und lässt Nachkommen und Kunsthistoriker zu Wort kommen. Skizzenbücher, Zeichnungen und Archivdokumente erzählen die Geschichte einer Frau, deren radikale Modernität bis heute fasziniert.

Im Bauch von Dijon 11:20

Im Bauch von Dijon: Die Markthalle

Dokumentation

Die Markthallen von Dijon sind ein lichtdurchflutetes, riesiges Areal mit über 700 Ständen, die sich auf vier Pavillons verteilen. Gerade groß genug für die kulinarische Vielfalt, die die Region Burgund zu bieten hat. Die Atmosphäre der Markthalle, die vor 150 Jahren im gleichen Stil wie die berühmten Pariser Hallen erbaut wurde, macht das Einkaufen zu einem wahren Vergnügen, zu dem auch unbedingt der Verzehr des einen oder anderen kleinen Snacks direkt vor Ort gehört. An den äußeren Ständen, die sich an der Peripherie des Gebäudes befinden, werden tierische Produkte angeboten, darunter eine große Auswahl an Fleisch, Geflügel und Wurstwaren, wie der berühmte Dijoner Petersilienschinken. In der Mitte werden Pilze verkauft, die je nach Saison lokal geerntet werden, Bio-Obst und -Gemüse sowie eine beeindruckende Käsevielfalt. Das Burgund und die angrenzende Jura-Region weisen den höchsten Anteil an Biobauernhöfen in Frankreich auf. Die Landwirtschaft zieht heute viele engagierte junge Leute an, die an einen nachhaltigeren Lebensstil glauben, zu dem auch der Direktverkauf auf dem Markt gehört. Stolz erklären die Händler, wie die Mönche, die in den Abteien der Côte d'Or leben, ihren Käse herstellen und zur perfekten Reife bringen, wie die Bauern die Schwarzen Johannisbeeren für die berühmte Crème de Cassis ernten und wie die Schnecken "à la bourguignonne" zubereitet werden: nämlich mit Butter und Petersilie. In Dijon gibt es viel mehr zu entdecken als nur den berühmten Senf oder den beliebten würzigen Lebkuchen.

Im Bauch von Hamburg 12:15

Im Bauch von Hamburg: Der Isemarkt

Dokumentation

Auf dem Hamburger Isemarkt mit seinen 200 Ständen findet man Obst, Brot, Gemüse, Fisch, Backwaren und sogar Bonbons. Er erstreckt sich über eine Länge von rund einem Kilometer unterhalb des U-Bahn-Viadukts, das die Stände vor Sonne und schlechtem Wetter schützt. Und das ist nur ein Grund, weshalb der Markt von Anwohnern und Besuchern so geschätzt wird. Die hier angebotenen frischen Produkte stammen aus den Regionen, die die Stadt umgeben: aus Niedersachsen im Westen, der Lüneburger Heide im Süden, Schleswig-Holstein im Norden und von den Bio-Höfen im Osten. Das Alte Land in Niedersachsen ist eine der größten Obstplantagen Deutschlands und Europas. Hier werden seit dem 14. Jahrhundert Äpfel angebaut, die den größten Teil der Ernte ausmachen, aber auch Kirschen, Birnen und Pflaumen. Das fruchtbare Marschland wird von Kanälen und Flüssen durchzogen und ist geprägt von Obstbaumparzellen wie auch historischen Schleusen, kleinen Häfen, Leuchttürmen, Mühlen, Kirchen und stolzen, reich verzierten Bauernhäusern. Der auf dem Markt angebotene Zander stammt direkt von den Elbfischern, die ihren Fang fast täglich an die Budenbesitzer verkaufen. Der Kohl wird auf der anderen Elbseite in Schleswig-Holstein angebaut. Das Fleisch der Heidschnucke aus der Lüneburger Heide hat einen ebenso feinen Geschmack wie der Tee und Sirup, die aus der dort blühenden Ringelblume gemacht werden. Die meisten Händler auf dem Isemarkt sind Landwirte. Sie zeigen uns, wie sie ihre Spezialitäten anbauen und produzieren und uns wird klar, wie wichtig der Markt für sie ist: Durch den Direktverkauf auf dem Markt entsteht eine echte Beziehung zwischen Händler und Kundschaft, die auf Treue und Vertrauen basiert.

Geheimnisvolles Byblos 13:10

Geheimnisvolles Byblos: Antike Weltstadt im Libanon

Dokumentation

An der libanesischen Küste liegt eine der ältesten Städte der Welt: Byblos. Mit ihren jahrtausendealten Ruinen aus verschiedenen Epochen und Stilen ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens. Ende der 2010er Jahre machte ein französisch-libanesisches Team eine ebenso außergewöhnliche wie unerwartete Entdeckung: riesige unterirdische Strukturen, die fast 4.000 Jahre alt sind. Das Archäologen-Team entdeckte eine weitläufige Nekropole mit monumentalen Grabkammern, die teilweise aus mehreren Einzelkammern bestehen. Die Gräber liegen übereinander und bilden eine Anordnung, die in dieser Region noch nie zuvor entdeckt wurde. Noch erstaunlicher ist, dass die Grabkammern intakt und ungeplündert sind. Die Nekropole enthält noch alle Gebeine und Gegenstände, die die Toten auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten sollten. Diese Gegenstände verraten, dass die Verstorbenen einst zur Elite von Byblos gehörten. Sie zeugen auch von den Verbindungen der Stadtbewohner zum alten Ägypten. Byblos war über Jahrtausende Hauptlieferant eines Rohstoffes, der für die Entwicklung des ägyptischen Reichs eine zentrale Rolle spielte: Bauholz, vor allem Zedernholz. Es war für die Pharaonen unentbehrlich, um Pyramiden, Schiffe und Paläste zu bauen. Diese Dokumentation begleitet die Ausgrabungen in der Nekropole, die von einem Archäologen-Team des Louvre und der libanesischen Generaldirektion für antike Schätze vorangetrieben werden. Jeder Arbeitsschritt, jede Entdeckung in diesem seit der Bronzezeit verschütteten Labyrinth bringt neue Erkenntnisse über die Blütezeit von Byblos.

Des Königs Admiral 14:40

Des Königs Admiral

Abenteuerfilm

In geheimer Mission segelt Kapitän Hornblower mit seiner Mannschaft nach Zentralamerika, um sich mit dem abtrünnigen Don Julian Alvarado gegen Spanien zu verbünden. - Der Film (1951) basiert auf Cecil Scott Foresters berühmter Buchreihe und wurde von der Hollywoodlegende Raoul Walsh verfilmt. Für die Titelrolle konnte Gregory Peck verpflichtet werden. In geheimer Mission segelt Kapitän Hornblower mit seiner Mannschaft nach Zentralamerika, um sich mit dem abtrünnigen Don Julian Alvarado gegen Spanien zu verbünden. Kurz nach den Verhandlungen trifft ein spanisches Schiff ein, das sie als Zeichen ihrer neuen Freundschaft für Don Julian erobern wollen. Nachdem sie das Schiff gekapert haben, nehmen sie die spanische Mannschaft fest - und der Rest der Ladung geht an Don Julian. Hornblower weiß zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, dass England und Spanien mittlerweile Verbündete sind - gegen Frankreich! Hornblower ist gezwungen, seinen Fehler zu revidieren. Zusammen mit den Spaniern liefert er sich ein Gefecht mit Don Julian, bei dem dieser den Kürzeren zieht und mit seinem Schiff untergeht. Dies ist jedoch erst der Anfang, denn der Kampf gegen die Franzosen steht noch bevor. Zu allem Überfluss verliebt Hornblower sich in Lady Barbara, die vor dem grassierenden Gelbfieber auf der Flucht ist. Hornblower nimmt sie anfangs notgedrungen auf seinem Schiff auf, da sie auf schnellstem Wege nach England zurück möchte. Als sie schwer krank wird, pflegt Hornblower sie liebevoll wieder gesund. Auch sie beginnt, Gefühle für ihn zu hegen. Jedoch scheint ihre frische Liebe aussichtslos, da beide bereits vergeben sind. Ein US-amerikanischer Mantel-und-Degen-Film - üppig und romantisch.

Famous Orchestras - Die besten Orchester der Welt 16:35

Famous Orchestras - Die besten Orchester der Welt: Die Wiener Philharmoniker

Dokumentation

Diese Folge der vierteiligen Dokumentationsreihe "Famous Orchestras" taucht tief in das Wesen eines der bedeutendsten Klangkörper der Welt ein: seine Geschichte, seinen einzigartigen Klang, seinen Alltag und seine Seele. Beheimatet im legendären Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, gegründet 1842, sind die Wiener Philharmoniker mehr als ein Orchester - sie sind eine Institution. Wer ein Abonnement ergattern möchte, wartet mitunter länger als zehn Jahre. Und doch, oder gerade deshalb, bleibt die Faszination ungebrochen. Was macht diesen Klang aus? Was verbindet Tradition und Moderne, Orchestergraben und Konzertsaal, Geschichte und Gegenwart? Herzstück der Dokumentation ist die Erkundung des einzigartigen Wiener Klangs, jenes warmen, gesanglichen Sounds, der Generationen von Musikerinnen und Musikern sowie Publikum gleichermaßen prägt. Hornist Wolfgang Vladár und Paukist Thomas Lechner erklären, wie dieser Klang über Jahrzehnte hinweg weitergegeben wird - nicht als Anweisung, sondern als DNA, die sich von Generation zu Generation vererbt. Oboist Clemens Horak erläutert das Besondere der Wiener Oboe, ein Instrument, das weltweit nur in Wien gespielt wird und dessen handgefertigte Mundstücke stundenlange Arbeit erfordern. Geigenbauer Wilfried Ramsaier-Gorbach, seit 1992 der Werkstatt des Orchesters verbunden, bringt es auf den Punkt: Der Wiener Klang sitzt nicht im Instrument - er sitzt im Kopf der Musikerinnen und Musiker. Dirigent Gustavo Dudamel beschreibt von außen, was er von innen fühlt: eine Klangkultur, die spezifisch, warm und von unverwechselbarer Textur ist.

Asmik Grigorian in Salzburg 17:40

Asmik Grigorian in Salzburg

Dokumentation

"Asmik Grigorian in Salzburg" präsentiert die litauische Sopranistin mit Richard Strauss' "Vier letzten Liedern" (1948) im Großen Festspielhaus und erzählt musikalisch und in kurzen Statements die Geschichte von Asmik Grigorian bei den Festspielen. 2018 gab sie ihr sensationelles Salzburger Rollendebüt als "Salome" in der Inszenierung von Romeo Castellucci, wofür sie mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis als beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet wurde. 2020 und 2021 verkörperte sie die Chrysothemis in Strauss' "Elektra". Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus "Salome" und Alban Bergs "Wozzeck" von 2017, Szenen ihrer umwerfenden Lady Macbeth von 2023 sowie ihre jüngste Salzburger Opernproduktion von 2024: Sergej Prokofjews "Der Spieler". Der Dirigent Gustavo Dudamel wie auch der Intendant der Festspiele Markus Hinterhäuser und Peter Sellars erzählen über ihre Arbeit mit der Sängerin. Den musikalischen Rahmen bilden die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss. Begleitet wurde Grigorian von den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel. Asmik Grigorian stammt aus Vilnius und studierte an der Litauischen Musik- und Theaterakademie. Sie ist Gründungsmitglied der Vilnius City Opera und wurde zweimal mit dem Goldenen Bühnenkreuz, dem höchsten litauischen Theaterpreis, ausgezeichnet: 2005 für ihr Rollendebüt als "Violetta" und 2010 für ihre Darstellung der "Mrs. Lovett" in Stephen Sondheims "Sweeney Todd". Bei den International Opera Awards wurde sie 2019 als Sängerin des Jahres ausgezeichnet.

Karambolage 18:25

Karambolage: Der Muttertag / Die Mainzelmännchen

Magazin

Ein künstlerisches und humorvolles Spiel mit Klischees bietet dieses Magazin. In jeder Folge werden dabei bestimmte Eigenheiten der Franzosen und Deutschen unter die Lupe und auch aufs Korn genommen.

Zu Tisch 18:40

Zu Tisch: Kapverden

Essen und Trinken

Santo Antão ist die zweitgrößte und westlichste Insel der Kapverden. Mediterrane Hochebenen wechseln sich mit tropisch-feuchten Tälern ab. An den Hängen der Insel wurden Terrassen angelegt, auf denen Gemüse für den täglichen Bedarf wächst. Armindo Pires und seine Familie leben im kleinen Dorf Cobo de Ribeira inmitten der Berge. Sie bauen Kaffee und Zuckerrohr an. Um das leibliche Wohl der Familie kümmern sich Armindos Frau Julia und ihre Schwiegertochter Aurisia. Zum Mittagessen gibt es Cachupa, das Nationalgericht der Kapverden. In den Eintopf kommt nahezu alles, was auf der Insel wächst: Mais, Zwiebeln, grüne Bananen, Maniok, Süßkartoffeln, Yams, Tarowurzeln, Bohnen und Kohl. Als Nachtisch bereitet Aurisia einen Kaffeepudding zu - das Lieblingsdessert ihres Mannes Kevin.

ARTE Journal 19:10

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Armenien: Die Rückkehr des Leoparden 19:30

Armenien: Die Rückkehr des Leoparden

Dokumentation

Arus Nersisian leitet das Arpa-Naturschutzgebiet, als erste und bislang einzige Frau Armeniens auf so einer Position. Nur 3.000 Hektar groß ist das Schutzgebiet mit seinen spektakulär rostroten Felsen in der Provinz Wajoz Dsor. Wilderer hatten die Artenvielfalt in der Region dezimiert. Nach Jahren intensiver Arbeit im Naturschutzgebiet feiert Arus mit ihrem Team nun einige Erfolge: Die Bezoarziegen haben sich signifikant vermehrt, einige Braunbärfamilien bevölkern das Gebiet. Selbst der Kaukasusleopard ist zurück in der Region, seitdem er hier wieder genügend Beute findet. Seine Entdeckung war einer der großen magischen Momente für Arus und die Ranger. Das Gata-Festival in Khachik ist benannt nach einem traditionellen Mandelkuchen. Neben Tänzen und Gesängen präsentiert hier Vahe Keushguerian, ein Armenier aus der Diaspora, den jüngsten Wein aus dem Bergdorf. Er hat die verwilderten Reben in Grenzlage reanimiert und unterstützt so die lokalen Bauern. Der Steinmetz Rouben Ghazaryan hingegen öffnet den Gästen die Augen für ein altes armenisches Weltkulturerbe. Er fertigt Chatchkare an, kunstvoll behauene Steinkreuze. Seine Inspirationsquelle ist das Kloster Norawank aus dem 13. Jahrhundert. Wenige Tage vor dem geplanten Festival in Khachik erobert Aserbaidschan Berg-Karabach. Auch in Khachik, an der Grenze zur aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan im Westen Armeniens, fühlen sich die Bewohner bedroht. Deshalb wird das Gata-Festival abgesagt. Aber Arus hält an ihren Zielen fest, schließlich will sie, dass ihre Kinder eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat finden.

Die Bologna-Entführung 20:15

Die Bologna-Entführung: Geraubt im Namen des Papstes

Historienfilm

Bologna, im Jahr 1858: Der siebenjährige Edgardo Mortara wächst in einer jüdischen Familie auf, bis er eines Nachts von kirchlichen Behörden nach Rom entführt wird. Der Grund: Als Säugling soll Edgardo von einem christlichen Dienstmädchen heimlich getauft worden sein. Nach den Gesetzen des Vatikans darf ein getauftes Kind nicht von jüdischen Eltern erzogen werden. Edgardo wird in ein Katechumenenhaus gebracht, wo er eine katholische Erziehung erhält und sich auf unerklärliche Weise sofort zum Katholizismus bekennt. Für seine Eltern Momolo und Marianna beginnt ein verzweifelter Kampf. Sie wenden sich an die Öffentlichkeit, suchen Unterstützung in der Politik und versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zurückzubekommen. Der Fall erregt weit über Italien hinaus Aufmerksamkeit und wird zum Symbol für den Konflikt zwischen kirchlicher Macht und den liberalen Ideen des 19. Jahrhunderts. Während die Familie nicht aufgibt, wächst Edgardo in der Obhut der katholischen Kirche heran. Papst Pius IX. nimmt persönlich Anteil an seinem Schicksal und betrachtet den Jungen zunehmend als religiöses Symbol in einer Zeit politischer Umbrüche. Zwischen familiärer Herkunft, religiöser Erziehung und den Machtinteressen der Kirche entwickelt sich ein dramatischer Konflikt, der das Leben aller Beteiligten prägt.

Minari 22:20

Minari

Drama

Mit "Minari" legt Regisseur Lee Isaac Chung ein feinfühliges Familiendrama vor, das universelle Themen von Migration, Identität und Hoffnung auf leise, eindringliche Weise verhandelt. In den 1980er-Jahren zieht die koreanisch-amerikanische Familie Yi von Kalifornien in das ländliche Arkansas, um dort den Traum von wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu verwirklichen. Vater Jacob setzt alles auf den Erfolg seiner Farm, während Mutter Monica die Unsicherheit und Isolation des neuen Lebensortes zunehmend belasten. Aus der Perspektive des jungen David entfaltet sich eine Geschichte voller zarter Beobachtungen, in der sich kulturelle Unterschiede, familiäre Spannungen und liebevolle Nähe miteinander verweben. Die Ankunft der Großmutter bringt unerwartete Dynamik und Humor in den Alltag und wird zum emotionalen Anker der Familie. "Minari" besticht durch seine ruhige Erzählweise, authentische Figuren und poetische Bildsprache. Der Film wurde international gefeiert und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem für seine herausragenden schauspielerischen Leistungen. Ein zutiefst menschliches Werk über Verwurzelung und Wachstum - so widerstandsfähig und hoffnungsvoll wie die Pflanze, die ihm seinen Namen gibt.