11:55
Die Küche Chicagos: Der XXL-Genuss: Deep Dish Pizza / Nostalgiegeschmack: Zandra, von Chicago in die Niederlande / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Spanien: Guillermo del Toro im Labyrinth der Franco-Diktatur / Deutschland: Nackt in Berlin / Japan: Eine Katze mit Geschichte
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Kästners Detektive auf den Straßen von Berlin/ Ärmelkanal geht der Hering ins Netz/ Gran Canaria: Montserrats Kartoffelsuppe/ Papua-Neuguinea: Betrug mit der Kolonie.
14:00
Angelica Strandberg gilt seit Jahren als vermisst. Vor Gericht plädiert Staatsanwältin Nora Linde für die Verurteilung von Leonard, Angelicas Ehemann, wegen Mordes. Er erhält jedoch aufgrund mangelnder Beweise einen Freispruch. Bisher ist keine Leiche gefunden worden - noch besteht eine Chance, dass Angelica lebt. Für Nora scheint der Prozess verloren. Das ändert sich, als die Kriminalkommissare Alexander und Bengt-Olof den vielgesuchten Dieb Sylvester festnehmen. Er pocht darauf, mit der Staatsanwaltschaft zu sprechen, und offenbart Nora, dass er Beweise für den Mord an Angelica habe. Ihre Neugier ist geweckt. Sylvester schlägt ihr eine Abmachung vor: Wenn er Informationen zum Fall Angelica liefert, sorgt sie für Strafmilderung. Nora geht auf den Deal ein. Doch wieso soll sie die Polizei nicht einschalten? Auf Hinweis von Sylvester erkundet Nora eine unheimliche Festung aus dem 18. Jahrhundert, in der sie auf eine Schatzkammer stößt. Hier wird sie fündig: Ein Ordner mit Fotos gibt wertvolle Informationen zum Fall Angelica preis. Sind die Aufnahmen echt? Nora zieht Kommissar Alexander ins Vertrauen, der sie in den Ermittlungen unterstützt. Zu Hause kämpft er mit anderen Problemen: Seine Frau Vicky ist nach langem Verschwinden zurückgekehrt, ihre Beziehung gestaltet sich jedoch angespannt. Kann Alexander ihr verzeihen? Während Nora nach weiteren Beweisen im Fall Angelica sucht, erfährt der Mörder von den Ermittlungen und setzt alles daran, sie zu unterbinden.
15:35
17:20
San Sebastián ist nicht nur berühmt für seine schönen Strände und die historische Altstadt, sondern auch für seine vorzügliche Gastronomie und die frischen Produkte aus dem spanischen Hinterland. Die kunstvoll zubereiteten Pintxos stechen dabei besonders hervor. Mari Arocena und Raúl Calvo essen und kochen gerne traditionelle Gerichte wie zum Beispiel überbackene Teufelskrabbe oder Tintenfisch an Sepiasoße. In ihrer Freizeit tauschen sich die beiden über Kochrezepte aus und geben Tipps an Freunde weiter. Jetzt wollen sie sich in einem Pintxo-Wettbewerb messen. Nach einer inspirierenden Tour durch die Pintxo-Bars der Altstadt treffen sich Mari und Raúl mit Freunden auf einem Caserío, einem baskischen Bauernhof, um einen Pintxo ihrer Wahl zuzubereiten. Wer wird als Sieger hervorgehen?
17:50
High zu werden ist kein rein menschliches Vergnügen - auch Tiere suchen bewusst veränderte Bewusstseinszustände. Im Amazonas kauen Jaguare auf halluzinogenen Lianen und fallen in tranceartige Zustände. In Australien fressen Wallabys narkotische Mohnpflanzen und torkeln wie Diskobesucher. Seidenschwänze berauschen sich an vergorenen Beeren, während Delfine vorsichtig Kugelfische weiterreichen, die geringe Mengen Nervengift freisetzen - für eine scheinbar entspannte Unterwasser-Session. Auf St. Kitts stehlen Grüne Meerkatzen mit einer Vorliebe für Alkohol den Touristen die Cocktails. Auf Madagaskar kauen Rotstirnmakis auf giftigen Tausendfüßern, die stimmungsaufhellende Stoffe freisetzen. Sogar Dickhornschafe wagen riskante Klettertouren, um an ein angeblich psychedelisches Flechtengewächs zu gelangen. Doch all diese Verhaltensweisen dienen oft mehr als bloßer Lust. Häufig handelt es sich um Zoopharmakognosie - Selbstmedikation mit natürlichen Substanzen, die Stress und Schmerzen lindern, oder Parasiten abwehren. Manchmal stärken solche Erfahrungen soziale Bindungen oder schärfen kurzzeitig die Sinne. Was wie reiner Spaß wirkt, hat oft tiefere biologische Gründe. Die Wissenschaft entdeckt zunehmend, dass diese "Trips" kein Zufall sind, sondern ein instinktives Verhalten mit tiefen evolutionären Wurzeln. Ob Überlebenstaktik, medizinische Selbsthilfe oder ein Moment des Wohlbefindens - die Suche nach dem Rausch ist eines der faszinierendsten Phänomene im Tierreich.
18:35
Entspannung wirkt wie ein Luxus, den nur Menschen kennen - doch auch Tiere nehmen sich bewusst Auszeiten. In Japan baden Makaken in heißen vulkanischen Quellen, um Winterstress abzubauen, während im Kongo-Regenwald Schimpansen einander ausgiebig pflegen und so ihre Stresshormone senken. In der afrikanischen Savanne legen Elefanten Wanderpausen ein, um in Wasserlöchern zu planschen und ihre Gelenke zu entlasten. In tropischen Riffen besuchen Fische "Reinigungsstationen", wo Putzerfische Parasiten entfernen - eine Art natürliche Spa-Behandlung mit klarem Gesundheitsnutzen. Doch all das ist keine Faulheit, sondern Überlebensstrategie: Entspannung hilft, Stress zu regulieren, den Körper zu reparieren, Energie zu sparen und soziale Bindungen zu stärken. Vögel verbringen Stunden mit sorgfältiger Gefiederpflege, um flugtauglich zu bleiben. Schweine suhlen sich in kühlendem Schlamm, der Muskeln entspannt, und Madenhacker befreien große Säugetiere wie Giraffen und Nashörner von Parasiten. Selbst Reptilien gönnen sich Momente der Ruhe beim Sonnenbaden, um Stoffwechsel und Wohlbefinden anzukurbeln. Studien zeigen: Verhaltensweisen wie gemeinsames Ruhen, Wälzen oder gegenseitige Pflege senken Cortisol und fördern Sicherheit sowie soziale Nähe. Für viele Arten sind diese stillen Momente ebenso wichtig wie Schlaf oder Nahrung. In einer Welt, die laut, gefährlich und unberechenbar ist, stellt Entspannung keinen Luxus dar, sondern ein Lebenselixier. Die verborgene Wissenschaft der tierischen "Downtime" zeigt, dass manchmal der klügste Überlebensinstinkt darin besteht, einfach abzuschalten.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Lange Zeit war in vielen Gesellschaften Europas das Ausmaß an alltäglicher sexueller Gewalt gegen Kinder unbekannt. Oft sind die Taten, bis es zur Anzeige kommt, verjährt. Überlebende setzen sich dafür ein, diese Gesetze zu ändern. Mié Kohiyama in Frankreich und Miguel Hurtado in Spanien wurden als Kinder sexuell missbraucht. Sie erzählen von diesen an ihnen begangenen Verbrechen und kämpfen dafür, die Verjährungsfrist für Sexualstraftaten an Minderjährigen im europäischen Recht aufzuheben.
20:15
Für die Bewohnerinnen und Bewohner Kabuls fühlte sich die Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 wie ein Rückfall in die Vergangenheit an. Bereits in den 1990er Jahren hatten die Taliban Afghanistan in ein Refugium des radikalen Islamismus verwandelt: Frauen wurde der Zugang zu Bildung und Arbeit verwehrt, während Osama bin Laden und Al-Qaida ungehindert Trainingslager errichten konnten. In diesen Lagern entstand auch der Plan für die Anschläge vom 11. September 2001. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten von dieser dramatischen Ära, die Afghanistan in eine Spirale aus Gewalt und religiösem Fundamentalismus stürzte. Zu Wort kommen ein Menschenrechtskommissar, eine afghanische Journalistin sowie der frühere Präsident Aschraf Ghani. Ihre Erinnerungen geben Einblicke in das Leben unter dem Taliban-Regime. Internationale Entscheidungsträger ergänzen diese Perspektive: Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter beschreibt, wie der von Washington unterstützte Sieg des islamistischen Widerstands gegen die Sowjetunion den Einfluss der Extremisten stärkte. Nach den Anschlägen vom 11. September unterstützten die USA lokale Warlords im Kampf gegen Osama bin Laden und die Taliban, doch der Konflikt nahm kein Ende. Die Niederlage der Taliban im Jahr 2001 und die neue Präsenz internationaler Truppen brachten vielen Menschen in Afghanistan Hoffnung. Frieden kehrte jedoch nicht ein. Aus dem Untergrund bereiteten die Taliban ihre Rückkehr vor: "Das ist unser Land. Wir müssen kämpfen."
21:15
Ab 2002 war die internationale Koalition in Afghanistan präsent, unterstützte die USA im "War on Terror" und engagierte sich für den Wiederaufbau. Kabul wird durch die Erfahrungen von Menschen erlebbar, die nach langen Jahren im Exil hoffnungsvoll zurückkehrten. Viele sahen neue Möglichkeiten für freie Presse, Bildung, Frauenrechte und demokratische Wahlen. Der Weg Afghanistans zur Demokratie wurde jedoch von Warlords behindert, die unter Präsident Karzai einflussreiche Positionen erhielten. Zu den prägenden Akteuren der Republik zählt General Abdul Raschid Dostum, dessen Sichtweise in der Serie dargestellt wird. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten von Menschenrechtsverletzungen und Korruption, die oft ungesühnt blieben und die Bevölkerung wütend machten. Ein Taliban-Gründungsmitglied erklärt, wie die Gruppe die Schwächen des neuen Staates ausnutzte und nach und nach Teile des Landes zurückeroberte. Bald fühlten sich die afghanische Armee und die internationalen Truppen weder in den Provinzen noch in Kabul sicher. 2014 leitete Präsident Barack Obama den Truppenabzug ein. Aschraf Ghani, ein im Westen ausgebildeter Akademiker, wurde Nachfolger von Hamid Karzai, um Afghanistan vor dem Scheitern zu bewahren - doch der Beginn seiner Amtszeit verlief alles andere als reibungslos.
22:15
Nach Jahren des Krieges befindet sich Afghanistan in einer prekären Lage. Die afghanischen Streitkräfte leiden unter Ressourcenmangel, während die Regierung in Kabul weder Stabilität noch Sicherheit gewährleisten kann. Unter US-Präsident Donald Trump wird ein Sonderbeauftragter entsandt, um mit den Taliban einen Deal zu verhandeln. Dieser soll den Abzug der US-Truppen ermöglichen. Nach dem Rückzug der Vereinigten Staaten gewinnen die Taliban rasch an Boden. 2021 erobern sie eine Provinz nach der anderen. Die afghanische Armee, die jahrelang von der Unterstützung der USA abhängig war, bricht innerhalb weniger Monate weitgehend zusammen. Am 15. August 2021 erreichen die Taliban Kabul. Auf den Straßen herrscht Panik. Tausende Menschen drängen zum Flughafen und versuchen verzweifelt, das Land zu verlassen. Unter ihnen befinden sich auch hochrangige Regierungsvertreterinnen und -vertreter. Die Ministerin für Frauenangelegenheiten versucht, ihre Kinder zu trösten, während der Chef des Geheimdienstes alles daransetzt, nicht den Taliban in die Hände zu fallen. Nahe dem Präsidentenpalast fallen Schüsse. Präsident Aschraf Ghani, der zuvor erklärt hatte, Afghanistan nicht verlassen zu wollen, steht vor einer schweren Entscheidung: bleiben oder fliehen? Er verlässt gemeinsam mit seiner Frau das Land. Heute lebt Ghani im Exil - wie Millionen Afghaninnen und Afghanen weltweit. Viele trauern um ihre Heimat und die verpasste Chance auf eine andere Zukunft. Doch die Geschichte Afghanistans ist nicht zu Ende. Mit der Rückkehr der Taliban an die Macht stellt sich die Frage: Wie wird die Zukunft des Landes aussehen?
23:20
Belarus liegt in Europa. Doch Präsident Alexander Lukaschenko hält das Land mit Angst und Repression unter Kontrolle: Tausende Regimegegnerinnen und Regimegegner sind inhaftiert, Oppositionelle im Exil, viele Familien auseinandergerissen. Die EU reagiert mit immer neuen Sanktionen. Doch wie wirksam sind diese Maßnahmen? Die Recherche folgt Investigativjournalisten und Dissidenten auf einer Spurensuche quer durch Europa. In Österreich und Deutschland sind es Möbel und Holzprodukte, die trotz Importverboten möglicherweise weiterhin aus Belarus stammen. In Wien ist ein Telekommunikationsunternehmen mit der Frage konfrontiert, wie sich im geschäftlichen Verhältnis mit einer Diktatur gesetzliche Vorgaben, unternehmerische Verantwortung und der Schutz von Menschenrechten vereinbaren lassen. Und in Polen stoßen Journalisten auf Hinweise zu Lieferketten für Chemikalien und Mikrochips, die als Zulieferung für Russlands Krieg gegen die Ukraine von Bedeutung sein könnten. Die Dokumentation macht deutlich, wie verschachtelte Lieferketten, Zwischenhändler und internationale Umwege es erschweren, die Sanktionen wirksam durchzusetzen. Gleichzeitig zeigt die Recherche die menschlichen Folgen des Systems: Ehemalige politische Gefangene schildern Erlebtes, Swetlana Tichanowskaja und andere Oppositionsvertreter appellieren an die Verantwortung Europas. Anstelle einfacher Schuldzuweisungen zeigt der Film Grauzonen zwischen Recht, Moral und Profit - und stellt eine unbequeme Frage: Welche Verantwortung tragen europäische Unternehmen, wenn sie in den Strukturen einer Diktatur agieren?