05:10
Frida Kahlo, die mexikanische Malerin, deren Selbstporträts die Kunstgeschichte geprägt haben, ist mehr als eine Künstlerin - sie ist eine Ikone. Ihre Werke, durchdrungen von Schmerz, Leidenschaft und Identität, sind weltberühmt. Doch wer war die Frau mit den markanten Augenbrauen hinter den farbenfrohen Bildern, die trotz eines Lebens voller Tragödien unsterblich wurde? Geboren 1907 in Coyoacán, Mexiko, war Kahlos Leben von Dramen gezeichnet. Ein schwerer Busunfall mit 18 Jahren führte zu lebenslangen Schmerzen und zahlreichen Operationen. Ihre Ehe mit Diego Rivera, dem berühmten Muralisten, war ein Wechselspiel aus Liebe, Verrat und künstlerischer Inspiration. Kahlo verwandelte ihren Schmerz in Kunst: Ihre Selbstporträts, oft surreal und symbolisch, zeigen eine Frau, die sich selbst unerbittlich erforscht. Mit ihren Wurzeln in der mexikanischen Kultur, ihren politischen Überzeugungen und ihrem Kampf gegen gesellschaftliche Normen wurde sie zur Heldin des Feminismus. Die Dokumentation folgt Kahlos Spuren von Mexiko-Stadt über New York und Paris, wo sie mit Künstlern wie André Breton und Pablo Picasso zusammentraf, und zeigt ihr Werk in neuem Licht - informativ und detailreich. Expertinnen wie die Kunsthistorikerinnen Helga Prignitz und Gannit Ankori, oder die Leiterin des Museums Frida Kahlo, Perla Labarthe, gewähren Einblicke in ihre Technik, ihr Leben und ihre Vorbildfunktion für den modernen Feminismus. Kahlo starb 1954, doch ihr Erbe lebt weiter - in ihrer Kunst und in ihrem Mut, sich selbst treu zu bleiben.
06:05
Gustav Klimts Kunst zieht die Massen. Der Maler, der zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört, war mit seinen vielen Widersprüchen schon seinen Zeitgenossen ein Rätsel. Er war traditionsbewusst und grenzüberschreitend zugleich. Der scheue Mann aus einfachen Verhältnissen wird um die Jahrhundertwende zum Anführer einer Künstlerrevolution in der Wiener Secession. Statt gefällige Historienmalerei zu liefern, experimentiert er mit abstrakten Symbolen, mit Gold als Stilelement und provozierenden Inhalten. Seine Freizügigkeit sorgt für viele Skandale. Klimts Privatleben würde heute die Klatschspalten und sozialen Medien beherrschen. Der Mann im blauen Malerkittel hat mit vielen seiner Modelle Affären. Sechs uneheliche Kinder gehen daraus hervor. Klimts "Kuss" gehört zu den weltweit bekanntesten Bildern und steht damit auf einer Stufe mit Leonardos "Mona Lisa" oder Edvard Munchs "Schrei". Liebespaare posieren andächtig vor dem Original im Wiener Museum Belvedere. Doch kaum einer weiß, wer auf dem Bild dargestellt ist. Die Dokumentation enthüllt das Geheimnis dieser und weiterer Ikonen der Kunst, die Klimt schuf. Im Februar 1918 stirbt Gustav Klimt in Wien mit 56 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Was bleibt, ist der "Mythos Klimt" - und Frauenporträts, die zum schönsten gehören, was die Kunstgeschichte zu bieten hat.
07:00
Vespas, die Italo-Roller von Piaggio, wurden lange auch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta hergestellt. Dort kostet eine alte Vespa umgerechnet gerade mal 20 Euro - günstig genug, dass auch junge Menschen sie sich leisten können. Im Gegensatz zu anderen Rollern wird bis heute an Vespas kein Kunststoff verbaut. Sie sind aus Metall und lassen sich gut umschweißen. Ideal für die Anhänger der "Extrem-Vespa-Szene". Sie fahren keine gewöhnlichen Motorroller wie Millionen andere Indonesier. Extrem-Vespa-Fans schweißen und schrauben Tag und Nacht an ihren Fahrzeugen. Vor allem jetzt, wo der Höhepunkt des Jahres ansteht: das große Szene-Treffen in Kediri in Ost-Java. Das Extrem-Vespa-Festival lockt bis zu 50.000 Besucher aus ganz Indonesien an. Auch dieses Jahr werden wieder aus den letzten Winkeln Indonesiens Tausende von Vespa-Fans hier zusammenkommen. Die Entfernungen sind teils erheblich. Viele sind Tage oder sogar Wochen unterwegs zum Event. Nicht so weit haben es Tajab und sein Freund Blablu, die selbst in Kediri leben. Sie wollen eine ganz besondere Vespa an den Start bringen - für die Wettbewerbskategorie "Schönheit", bei der das kreativste Gefährt gekürt wird. Aber was soll das Besondere ihrer Vespa sein? Die beiden durchforsten Werkstätten und Ersatzteilmärkte, um sich inspirieren zu lassen. Werden sie auf gute Ideen kommen? Und wie groß ist die Konkurrenz auf dem diesjährigen Festival?
07:55
Umgeben von Farmland liegt das "Territorio de Zaguates" - das Land der Streuner. Geführt wird es von dem Ehepaar Lya Battle und Álvaro Saumet sowie zahlreichen Helfern. 600 Kilogramm Futter fressen die mehr als tausend Hunde jeden Tag, dazu kommen Tierarztkosten und Ausgaben für immer neue Baumaßnahmen, die staatliche Behörden ihnen auferlegen. Bis zu 45.000 Dollar braucht das Tierheim - pro Monat. Kein Tier wird abgewiesen oder eingeschläfert, Weitervermittlung in ein liebevolles Zuhause steht im Vordergrund der Bemühungen. Wer nicht vermittelt wird, bleibt. In Costa Rica zählt ein Hundeleben nicht viel. Viele Tiere leben von Geburt an auf der Straße, ebenso viele werden ausgesetzt oder zurückgelassen. Weil der Staat nichts unternimmt, gibt es viele private Initiativen, vor allem wenn es um Kastrationsprojekte geht, um die Population der Straßenhunde einzudämmen. Auch den Initiatoren des Territorio de Zaguates geht es in erster Linie um Hilfe für die Tiere, aber auch um ein Umdenken in der Bevölkerung - ein Bewusstsein für das Leid der Straßenhunde zu schaffen. So entstand die Idee einer neuartigen Imagekampagne: "Razas Únikas". Die Kampagne erfindet neue Hunderassen: Aus den besonderen und oft einzigartigen Merkmalen der Mischlinge entstehen die lustigsten Namen. Viele traurige Hundeschicksale fanden so ein Happy End. Wie schaffen es Lya, Álvaro und die vielen Helfer, mit der täglichen Herausforderung umzugehen, so viele Tiere zu versorgen?
08:50
(1): Das Akadien von Antonine Maillet (2): Gaspésie: Zufluchtsort am Ende der Welt (3): Montréal auf dem Forschungstrip
09:25
(1): Tahiti: Victor Segalens Jungfernfahrt (2): Tiki auf den Marquesas-Inseln (3): In Papeete weisen die Sterne den Weg
10:10
Die größte der griechischen Inseln ist nicht nur ein Touristenmagnet - junge Menschen suchen hier dauerhaft ihr Glück. So auch Tina Paidis und Voltas Christodoulidis. Beide sind von Athen nach Kreta gezogen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Heute sind sie Geschäftspartner und betreiben gemeinsam eine kleine Genossenschaft für ökologische Erzeugnisse von der Insel. Das Herz ihrer Kooperative: Karob. Karobbäume, auch bekannt als Johannisbrotbäume, wachsen überall auf der Insel. Sie sind robust und klimaresistent. Ihre Früchte, die Karob-Schoten, stecken voller wertvoller Nährstoffe und Vitamine. So findet man sie in der Küche: als Zwieback im traditionellen Dakos-Salat oder als Tortenboden. Und der Karobsirup eignet sich nicht nur zum Verfeinern von Süßspeisen.
10:40
Vulkane haben ungeheure Zerstörungskraft - und dennoch leben etwa 500 Millionen Menschen am Fuße dieser feuerspeienden Monster. Angesichts ihres Zorns sind die Menschen machtlos. Und wenn alles verloren scheint, können sie nur noch für ein Wunder beten … In Indonesien wirft man Opfergaben in den rauchenden Krater, am Fuße des Ätna auf Sizilien nehmen Tausende Katholiken an Prozessionen teil und in Hawaii wird die Vulkangöttin mit rituellen Tänzen geehrt. Die erste Folge der Reihe "Vom Wesen der Vulkane" lädt zu einer spirituellen Reise in die von Göttern und Geistern bevölkerte Welt der Feuerberge ein.
11:30
Vulkane stehen für Zerstörung und Verwüstung: Sie speien Feuer und verwandeln ihre Umgebung in Mondlandschaften und Aschewüsten. Dennoch leben viele Millionen Menschen in aller Welt auf diesen tickenden Zeitbomben. Was macht die Feuerspucker so anziehend? Sicher nicht zuletzt die Tatsache, dass sie einen unerschöpflichen Ressourcensegen bedeuten: Auf allen fünf Kontinenten schenken Vulkane den Menschen unschätzbare Schätze: Sie sorgen in Japan für fruchtbare Böden, dienen auf Sizilien als Wasserreservoir, ermöglichen die Schwefelgewinnung in Indonesien und liefern in Neuseeland saubere und erneuerbare Energie. Jedoch müssen sämtliche dieser Reichtümer mühsam erkämpft werden - und das erfordert Tapferkeit, Hingabe und Entbehrung.
12:25
Seit Millionen von Jahren reißen Vulkane die Erde auf, setzen Kontinente in Brand und überziehen ganze Landstriche mit einem Ascheteppich. 700 Millionen Menschen in aller Welt sind heute durch die Aktivität der Feuerberge bedroht und führen einen endlosen Kampf gegen die entfesselten Elemente. Lavaströme in Italien, glühende Aschelawinen in Japan, Schlammeruptionen in Island, Tsunamis auf Hawaii und verseuchte Böden in Indonesien ... überall auf der Welt gleicht das Leben im Schatten von Vulkanen einer nie endenden Prüfung. Dennoch trotzen allerorts unbeugsame Männer und Frauen den entfesselten Elementen. Mit Mut, Einfallsreichtum und Solidarität bieten sie den gefährlichen Giganten die Stirn.
13:20
Vulkane sind Naturgewalten: Seit Millionen von Jahren überziehen sie den Planeten mit Feuer und Asche. Heute stellen sie für etwa eine halbe Milliarde Männer und Frauen in aller Welt eine Bedrohung dar. Doch passionierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Vulkane zu erforschen, um die Menschen vor ihren Gefahren zu schützen. Sie überwachen die Feuerberge in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte wie dem Großraum Neapel und erforschen Vulkane in abgelegenen Regionen wie dem Rift-Tal in Tansania. Ob 6.000 Meter über dem Meeresspiegel auf den Hochebenen der Anden oder unter der Erde in den rätselhaften Höhlen der Auvergne - Forscherinnen und Forscher aus aller Welt gehen im Dienste der Wissenschaft so manches Risiko ein. Vulkane sind für sie Labors unter offenem Himmel. Unermüdlich erkunden sie die Feuerberge, um ihre faszinierenden Geheimnisse zu lüften.
14:15
Kommissar Stefano Belli verkauft seine Dienste stets an den Meistbietenden. Zu seinen Kunden zählt auch Fontana, ein einflussreicher römischer Anwalt. Er beauftragt Belli, die Geliebte seines Sohnes Mino, ein britisches Model, von ihm fernzuhalten. Der zunächst leicht erscheinende Auftrag nimmt eine dramatische Wendung, als Belli in die Wohnung eines erschossenen Mannes einbricht: Romanis, ein Musikproduzent, der mit dem Model Sandy ebenfalls ein Verhältnis hatte. Wegen seiner Anwesenheit am Tatort gerät Belli bei seinen Kollegen in Verdacht; trotzdem lässt er nicht von seinem Auftrag ab. Ist der Grund für Romanis' Tod die Affäre zwischen Sandy und Mino? Oder steckt etwas anderes dahinter? Bei der Leiche wurde ein zerrissenes Foto einer nackten Frau gefunden, das aufgrund des fehlenden Kopfes nicht zu erkennen ist. Belli ahnt, dass die Unbekannte eine Schlüsselfigur in dem Verbrechen ist. Seine Ermittlung führt ihn hinter die Kulissen der römischen Musikindustrie und in die Vergangenheit der Familie Fontana. Doch seine Hartnäckigkeit fordert neue Opfer ... Ein spannender italienischer Thriller mit Franco Nero ("Django", 1966; "Der Fall Collini", 2019).
15:55
Neuseeland liegt isoliert in den Fluten des Südpazifiks und war lange Zeit von menschlichen Eingriffen verschont geblieben. Auf der Suche nach Ursprünglichkeit lernt der Zuschauer den gesamten Inselstaat kennen, es geht einmal durch das Mark Neuseelands: Von Fiordland, Heimat der Hobbits, wo Seen und Fjorde sich durch grasgrüne Berglandschaften schlängeln, bis zum Cape Reinga, der Nordspitze, wo entlang der einsamen Sandstrände wilde Pferde leben. Beeindruckende Luftaufnahmen, gesteuert von Alfie Speight, der mit "Herr der Ringe" zur Legende wurde, machen den Film zu einem Naturspektakel. Ganz nah an den Gipfeln der Neuseeländischen Alpen, über den Dächern der Hauptstadt Wellington, vorbei an den fauchenden Vulkanen im Tongariro-Nationalpark bis zu den Baumkronen der Urwälder - jede Station gewährt Einblicke in die Geschichte des Landes und in eine einzigartige Tierwelt, zum Beispiel mit flugunfähigen Kakapos, den Papageien, die zur Balzzeit nach Honig duften. Die Schönheit der Natur ist aber bedroht. Auch in Neuseeland lässt der Klimawandel gigantische Gletscher schmelzen, Viehzucht und Monokulturen haben zudem ganze Landstriche verändert. Neuseeland steht vor großen Herausforderungen und antwortet mit einer radikalen Umweltpolitik.
18:20
Diese Ausgabe von "Mit offenen Karten" führt nach Serbien, einem Schlüsselland des Balkans an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien. Der serbische Präsident Aleksandar Vuci? regiert sein Land wie ein Seiltänzer: offiziell auf EU-Kurs, doch ohne die Sanktionen gegen Moskau mitzutragen, und mit strategischen Avancen in Richtung Peking. Doch neben dem geopolitischen Balanceakt brodelt es im Inneren: Korruptionsvorwürfe untergraben die Legitimität des Regimes, während die Bevölkerung auf die Straße geht. Darüber hinaus hat das Trauma des Jugoslawien-Kriegs der 1990er Jahre immer noch Auswirkungen auf den Balkan und insbesondere Serbien. Zwei Konflikte aus dieser Zeit prägen weiterhin die regionale Politik: der ungelöste Status des Kosovo und die bosnische Republika Srpska. Wladimir Putin nutzt diese Gemengelage skrupellos für seine Einflussnahme in Europa und bedient sich der serbischen Minderheiten für seine Ziele. Langfristig wird sich das Land für eine Seite entscheiden müssen.
18:35
Wenn der erste Schnee fällt, reitet Baibolat mit seinem Adler in die Berge. Jetzt beginnt die Jagdsaison im Altai-Gebirge. Mit seinem Raubvogel als Waffe erlegt Baibolat Hasen, Murmeltiere und Füchse, der Felle wegen. Mit viel Glück stößt das Jagdgespann sogar auf einen Wolf. Baibolat ist ein Berkutschi, ein kasachischer Adlerjäger. Seit Jahrhunderten leben die Berkutschi im Nordwesten der Mongolei und haben ihre einzigartige Jagdtradition erhalten. Die meisten Steppenvölker jagen mit Falken. Die Berkutschi bevorzugen Adler, weil diese ihrer Meinung nach klüger sind. Baibolat nennt sein Adlerweibchen Balapan, die Einjährige. Baibolat lebt mit seiner Frau Altingül und seinem fünfjährigen Sohn Baka in einer Jurte. Sie sind Nomaden und gerade im Herbstlager angekommen - mitsamt ihren Ziegen, Schafen, Kühen, Pferden und Kamelen. Wenn ihm die Arbeit Zeit lässt, trainiert Baibolat seinen Vogel. Er hat Balapan als Küken aus dem Nest geholt und muss den Jagdtrieb bei dem Tier erst noch fördern. Doch bis ihm Balapan gehorchen wird, vergehen Wochen. Dann steht die erste Prüfung bevor: das Adlerfest. Das Adlerfest ist ein Kräftemessen der besten Berkutschi. Auch Baibolat reitet mit seinem Adlerweibchen in die Provinzhauptstadt Ulgii. In zwei Wettbewerben versuchen die Adlerjäger, ihre Raubvögel von einem Hügel anzulocken. Doch Adler sind nicht nur klug, sie sind auch eigensinnig und schwerer zu trainieren als zum Beispiel Falken. In diesem Jahr weht der mongolische Wind mit besonderer Stärke, sodass mancher Vogel seinem Herrn den Gehorsam versagt.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Der Norden Kenias, eine der trockensten Regionen des ostafrikanischen Landes, ist die Heimat der Samburu, eines Halbnomadenvolks, das eng mit den Massai verwandt ist. Seit Jahrhunderten leben die Hirten von der Viehwirtschaft, treiben Rinder und Ziegen über das trockene Land. Ein seit jeher höchst anfälliges Modell, denn besonders die durstgeplagten Rinder verendeten in Dürrejahren schnell. Während der letzten Trockenphase zwischen 2021 und 2023 verloren die Samburu rund 80 Prozent ihrer Tiere. Um dem künftig vorzubeugen, ließ die Regierung Dromedare an die Menschen verteilen und startete damit ein Erfolgsmodell, dessen positive Entwicklung alle überraschte. Nicht nur passten sich die Höckertiere schnell den Bedingungen im kenianischen Dornbuschland an, ihre Milch wurde zum unerwarteten Wendepunkt für die Menschen: Sie ist nährstoffreicher als Kuhmilch und in größeren Mengen dauerhaft verfügbar. Damit wird der Mangel- und Unterernährung, wie sie immer wieder in trockenen Jahren drohten, bei den Nomaden entgegengewirkt. Was die Menschen nicht selbst benötigen, verkaufen sie an Kooperativen, von denen in den letzten Jahren immer mehr entstanden sind. Bis in die großen Städte wie Nairobi liefern sie das "weiße Gold". Von dieser Entwicklung profitieren besonders Frauen auf dem Land. Denn sie sind es, die die Dromedare traditionell melken. Und sie sind es auch, die mit deren Milch nun florierenden Handel treiben.
20:15
Sardinien ist vor allem für seine spektakuläre Landschaft bekannt, für seine steilen Klippen, weißen Sandstrände und türkisfarbenen Küstengewässer. Doch im Hinterland der Mittelmeerinsel verbergen sich ungeahnte Schätze: die Überreste einer Zivilisation, die vor fast 4.000 Jahren entstand und deren Spuren auf wundersame Weise die Zeiten überdauert haben. Während im pharaonischen Ägypten die letzten Pyramiden und auf dem europäischen Festland die letzten Dolmen erbaut wurden, schuf auf Sardinien eine mächtige und wohlhabende Zivilisation eine völlig neue Art von Monumenten - darunter festungsähnliche Türme, die Nuraghen. Es sind rätselhaft anmutende, in die Vegetation eingebettete Schreine und riesige, geometrisch geformte Grabstätten. Die Nuragher-Kultur geriet im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit. Heute allerdings wird viel unternommen, um ihr über die Berge und Ebenen der Insel verstreutes Erbe wiederzuentdecken. Wer war das Volk der Nuragher? Wie lebten und woran glaubten sie? Wie gestalteten sich ihre Bestattungsriten? Wie lässt sich ihr unglaublicher Wohlstand erklären, der fast tausend Jahre anhielt? Der Film dokumentiert die Arbeit der Archäologen und Wissenschaftler, die sich vorgenommen haben, die Geheimnisse dieser ungewöhnlichen Kultur zu lüften.
21:45
Der Steinkreis von Stonehenge ist weltbekannt - doch um seine Entstehung ranken sich viele Rätsel. Britische Forscherinnen und Forscher brachten in langwieriger Kleinarbeit erstaunliche Erkenntnisse ans Licht. Das wichtigste Ergebnis: Stonehenge hatte seinen Ursprung anscheinend auch außerhalb Englands. Ihrer Deutung zufolge gehörten die ältesten Steine des Monuments ursprünglich zu einem noch viel älteren Steinkreis, der weit entfernt vom heutigen Standort errichtet wurde, und zwar im Westen von Wales. Mit modernsten Hilfsmitteln sammelte das Archäologenteam unter der Leitung von Professor Mike Parker Pearson vom University College London Hinweise, um das Rätsel um die Herkunft der Blausteine zu lüften. Im Laufe ihrer Untersuchungen gingen die Fachleute jeder Spur nach: von den großen Legenden um den Zauberer Merlin bis hin zu den verschiedenen chemischen Signaturen mikroskopisch kleiner Felsstücke. Durch die Kombination innovativer 3D-Scans mit traditioneller archäologischer Feldforschung und neuartigen Laboranalysen entdeckten die Forscher den Ursprung der Steine. Höchstwahrscheinlich wurden sie bereits 400 Jahre vor ihrer Aufstellung in Stonehenge abgebaut.
22:40
Die präkolumbianische Kultur der Maya existierte über 2.000 Jahre im Dschungel Mittelamerikas. Ihre Städte lagen im heutigen Mexiko, in Guatemala, Belize und Honduras. Die alten Maya waren eine der beeindruckendsten Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent, sie entstand mitten in den Urwäldern. Die Maya bauten kolossale Pyramiden und verwinkelte Tempel, sie waren bewandert in Mathematik und Architektur. Wie konnte es ihnen gelingen, inmitten des Dschungels eine so beispiellose Zivilisation aufzubauen? Die Geschichte der Hochkultur kann nun dank neuer wissenschaftlicher Entdeckungen noch fundierter erzählt werden. Tief verborgen in verschiedenen Höhlen, die für die Maya Heimstatt der Götter waren, finden sich Nachweise. Die Analyse von Knochen aus Hunderten von Gräbern liefert außerdem wertvolle Hinweise auf Ernährung und geografische Herkunft der Maya, aber auch auf Umstände, die ihr Leben veränderten. Die Archäologen arbeiten mit einer Technologie namens LiDAR. Dieses System sendet Tausende Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge aus und misst die Zeit bis zur Rückkehr der reflektierten Strahlen. Die Laser sind in der Lage, das Dschungeldach zu durchdringen und hochauflösende Bilder des darunterliegenden Bodens aufzunehmen. So offenbart sich nicht nur die komplexe Herangehensweise der Maya bei der Errichtung ihrer gewaltigen Stadtstaaten, sondern auch der Zusammenbruch der Kultur. Es ist die Geschichte eines Kriegs, die Geschichte von intensiven Machtkämpfen zwischen den Gottkönigen und von Machtlosigkeit der Herrschenden angesichts klimatischer Veränderungen, die zum Zerfall führten. Dazu gehören auch unzählige Menschenopfer, die die Maya ihren Göttern darbrachten. Ihren Untergang konnten sie jedoch auch dadurch nicht verhindern.
23:35
Im Mittelpunkt von Verdis düsterem und vielschichtigem Melodram steht Leonora, die Tochter des Marchese di Calatrava. Sie will mit ihrem Geliebten Don Alvaro, einem Spanier inkaischer Abstammung, fliehen. Doch weil die junge Frau zwischen Leidenschaft und Schuldgefühlen hin- und hergerissen ist, verzögert sich die Flucht. Schließlich überrascht Leonoras Vater die beiden Liebenden. Als Don Alvaro seine Pistole als Zeichen des guten Willens auf den Boden wirft, löst sich ein Schuss und tötet den Marchese, der im Sterben seine Tochter verflucht. Hass und Rachsucht bestimmen die weitere Handlung ... Verdis Meisterwerk ist voller Romantik, Leidenschaft und Dramatik. Die schwierige Partitur enthält zahlreiche Chorpassagen wie La Vergine degli Angeli mit der Arie der Leonora, grandiose Bariton-Tenor-Duette und wunderschöne Arien wie Leonoras letztes Gebet Pace, pace, mio Dio. Interpretiert wird diese großartige Musik von der Sopranistin Anna Netrebko (Leonora), dem Tenor Brian Jagde (Don Alvaro) und dem Bariton Ludovic Tézier (Don Carlo di Vargas), die bereits auf anderen internationalen Bühnen gemeinsam in diesen Rollen brilliert haben.
02:50
Wenn in der baltischen Taiga der Winternebel nicht mehr vom Schnee zu unterscheiden ist, ertönen von einem entfernten Hügel jahrtausendealte Gesänge. Es ist Wintersonnenwende! In dieser Zeit, wenn die Sonne die Tage wieder länger werden lässt, leben uralte Rituale auf, die im Rest Europas vergessen sind. Sophie Planque und Jérémy Vaugeois haben ein ganz besonderes Projekt für diesen Winter: Mehrere Monate lang wollen sie mit dem Fahrrad das Baltikum erkunden und sich dabei weder von Nebel, Schnee noch Eiseskälte abschrecken lassen. Die beiden passionierten Abenteurer wollen 5.000 Kilometer durch Litauen, Lettland und Estland zurücklegen, ihr Biwak in der freien Natur aufschlagen und die Begegnung mit den dort lebenden Menschen suchen. Sie hoffen, durch die Berührung mit der grandiosen Umwelt und das Eintauchen in altüberlieferte Traditionen der engen Beziehung der Balten zur Natur auf die Spur zu kommen. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung und Fremdherrschaft haben die baltischen Völker ihre Unabhängigkeit erst vor rund dreißig Jahren errungen und können seither im Einklang mit ihrer Identität, ihrer Geschichte und ihren Traditionen leben. Sophie und Jérémy begegnen auf ihrer Reise Männern und Frauen aus unterschiedlichen Milieus, die das wertvolle Kulturerbe ihrer Länder pflegen. Bei der Wintersonnenwende feiern sie die Natur mit traditionellen Riten, Erzählungen und Legenden. In den verschneiten Weiten oder auch im Trubel und in der wohltuenden Wärme der Häuser ihrer Gastgeber bekommen die beiden Reisenden ein Gefühl für die heilige, geheimnisvolle und traumhafte Atmosphäre des baltischen Winters.
03:40
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.