22:40
Die präkolumbianische Kultur der Maya existierte über 2.000 Jahre im Dschungel Mittelamerikas. Ihre Städte lagen im heutigen Mexiko, in Guatemala, Belize und Honduras. Die alten Maya waren eine der beeindruckendsten Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent, sie entstand mitten in den Urwäldern. Die Maya bauten kolossale Pyramiden und verwinkelte Tempel, sie waren bewandert in Mathematik und Architektur. Wie konnte es ihnen gelingen, inmitten des Dschungels eine so beispiellose Zivilisation aufzubauen? Die Geschichte der Hochkultur kann nun dank neuer wissenschaftlicher Entdeckungen noch fundierter erzählt werden. Tief verborgen in verschiedenen Höhlen, die für die Maya Heimstatt der Götter waren, finden sich Nachweise. Die Analyse von Knochen aus Hunderten von Gräbern liefert außerdem wertvolle Hinweise auf Ernährung und geografische Herkunft der Maya, aber auch auf Umstände, die ihr Leben veränderten. Die Archäologen arbeiten mit einer Technologie namens LiDAR. Dieses System sendet Tausende Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge aus und misst die Zeit bis zur Rückkehr der reflektierten Strahlen. Die Laser sind in der Lage, das Dschungeldach zu durchdringen und hochauflösende Bilder des darunterliegenden Bodens aufzunehmen. So offenbart sich nicht nur die komplexe Herangehensweise der Maya bei der Errichtung ihrer gewaltigen Stadtstaaten, sondern auch der Zusammenbruch der Kultur. Es ist die Geschichte eines Kriegs, die Geschichte von intensiven Machtkämpfen zwischen den Gottkönigen und von Machtlosigkeit der Herrschenden angesichts klimatischer Veränderungen, die zum Zerfall führten. Dazu gehören auch unzählige Menschenopfer, die die Maya ihren Göttern darbrachten. Ihren Untergang konnten sie jedoch auch dadurch nicht verhindern.
23:35
Im Mittelpunkt von Verdis düsterem und vielschichtigem Melodram steht Leonora, die Tochter des Marchese di Calatrava. Sie will mit ihrem Geliebten Don Alvaro, einem Spanier inkaischer Abstammung, fliehen. Doch weil die junge Frau zwischen Leidenschaft und Schuldgefühlen hin- und hergerissen ist, verzögert sich die Flucht. Schließlich überrascht Leonoras Vater die beiden Liebenden. Als Don Alvaro seine Pistole als Zeichen des guten Willens auf den Boden wirft, löst sich ein Schuss und tötet den Marchese, der im Sterben seine Tochter verflucht. Hass und Rachsucht bestimmen die weitere Handlung ... Verdis Meisterwerk ist voller Romantik, Leidenschaft und Dramatik. Die schwierige Partitur enthält zahlreiche Chorpassagen wie La Vergine degli Angeli mit der Arie der Leonora, grandiose Bariton-Tenor-Duette und wunderschöne Arien wie Leonoras letztes Gebet Pace, pace, mio Dio. Interpretiert wird diese großartige Musik von der Sopranistin Anna Netrebko (Leonora), dem Tenor Brian Jagde (Don Alvaro) und dem Bariton Ludovic Tézier (Don Carlo di Vargas), die bereits auf anderen internationalen Bühnen gemeinsam in diesen Rollen brilliert haben.
02:50
Wenn in der baltischen Taiga der Winternebel nicht mehr vom Schnee zu unterscheiden ist, ertönen von einem entfernten Hügel jahrtausendealte Gesänge. Es ist Wintersonnenwende! In dieser Zeit, wenn die Sonne die Tage wieder länger werden lässt, leben uralte Rituale auf, die im Rest Europas vergessen sind. Sophie Planque und Jérémy Vaugeois haben ein ganz besonderes Projekt für diesen Winter: Mehrere Monate lang wollen sie mit dem Fahrrad das Baltikum erkunden und sich dabei weder von Nebel, Schnee noch Eiseskälte abschrecken lassen. Die beiden passionierten Abenteurer wollen 5.000 Kilometer durch Litauen, Lettland und Estland zurücklegen, ihr Biwak in der freien Natur aufschlagen und die Begegnung mit den dort lebenden Menschen suchen. Sie hoffen, durch die Berührung mit der grandiosen Umwelt und das Eintauchen in altüberlieferte Traditionen der engen Beziehung der Balten zur Natur auf die Spur zu kommen. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung und Fremdherrschaft haben die baltischen Völker ihre Unabhängigkeit erst vor rund dreißig Jahren errungen und können seither im Einklang mit ihrer Identität, ihrer Geschichte und ihren Traditionen leben. Sophie und Jérémy begegnen auf ihrer Reise Männern und Frauen aus unterschiedlichen Milieus, die das wertvolle Kulturerbe ihrer Länder pflegen. Bei der Wintersonnenwende feiern sie die Natur mit traditionellen Riten, Erzählungen und Legenden. In den verschneiten Weiten oder auch im Trubel und in der wohltuenden Wärme der Häuser ihrer Gastgeber bekommen die beiden Reisenden ein Gefühl für die heilige, geheimnisvolle und traumhafte Atmosphäre des baltischen Winters.
03:40
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.