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TV Programm für ARTE am 29.08.2026

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ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

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Tracks East 19:40

Tracks East: Belarus - Land der Angst

Reportagereihe

Belarus spielt im Ukraine-Krieg eine wichtige geostrategische Rolle. Das Land liegt zwischen Russland, der Ukraine und der Nato und ist deshalb für Moskau ein wichtiger militärischer Vorposten. Seit Ende Dezember sind dort atomwaffenfähige russische Raketen stationiert. Lukaschenko unterstützt Russland politisch und logistisch, versucht aber zu vermeiden, Belarus direkt zum Kriegsgebiet zu machen. Im Sommer 2026 machte das Lukaschenko-Regime den ukrainischen Grenzbewohnern ein ungewöhnliches Angebot. Es sollten vereinfachte Grenzübertritte aus ukrainischen Dörfern über die seit 2022 gesperrte Grenze möglich sein. Die ukrainische Bloggerin Hannusja geht mit "Tracks East" Beeren sammeln im Grenzgebiet und berichtet von den Wunden, die der Krieg hinterlässt. Die Musikerin und Oppositionspolitikerin Maria Kalesnikava wirbt für einen Dialog mit Belarus. Nach mehr als fünf Jahren im Straflager, kam sie dank eines Deals zwischen Donald Trump und Alexander Lukaschenko frei. Die belarussische Indie-Band Soyuz lebt im vergleichsweise sicheren Warschauer Exil und blickt dennoch mit Sorge in ihr Heimatland. Und der anonyme Künstler "Igor" nimmt uns mit zu geheimen Konzerten und Ausstellungen in Minsk.

Die Pharaoninnen. Frauen, die das Reich Ägypten formten 20:15

Die Pharaoninnen. Frauen, die das Reich Ägypten formten

Dokumentation

Vor rund 5.000 Jahren entstand am Nil etwas völlig Neues: der erste Territorialstaat der Welt. Ohne ihn hätte es das legendäre Reich der Pharaonen nie gegeben. Doch wie entwickelte sich aus nomadischen Gemeinschaften eine der langlebigsten Supermächte der Geschichte? Die Wiener Ägyptologin Christiana Köhler begibt sich gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam auf die spannende Spurensuche nach den Ursprüngen dieser einzigartigen Kultur. Im Mittelpunkt stehen aktuelle archäologische Grabungen auf dem ältesten Königsfriedhof Ägyptens. Unter der Leitung von Professorin Köhler untersuchen Forschende dort Friedhöfe, Königsgräber und Siedlungsspuren, um neue Einblicke in den Alltag, die Machtstrukturen und die soziale Organisation der frühen ägyptischen Gesellschaft zu gewinnen. Die Funde belegen: Ägyptens Aufstieg war eng mit Umweltveränderungen, Migration und innovativen Staatsideen verbunden. Lange galt die Geschichte Ägyptens als eine von mächtigen, gottgleichen Königen dominierte Welt. Doch dieses Bild muss korrigiert werden. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass auch Frauen zentrale Rollen in Thronfolge, Wirtschaft und Stabilität des Reiches einnahmen - von frühen Pharaoninnen wie Meret-Neith bis zu Ikonen wie Nofretete und Kleopatra. Die NDR/ARTE-Dokumentation verbindet aktuelle Grabungskampagnen mit der Geschichte der Ägyptologie und zeigt, warum das Alte Ägypten auch 2.000 Jahre nach seinem Untergang nichts von seiner Faszination verloren hat.

Die Nofretete - Wem gehört die Schönheit? 21:45

Die Nofretete - Wem gehört die Schönheit?

Kunst und Kultur

Ägyptens prominentestes Kunstwerk ist gleichzeitig Deutschlands bekannteste Museumsikone: die Büste der Königin Nofretete im Ägyptischen Museum in Berlin. Wie blicken die Ägypterinnen und Ägypter heute auf dieses Kulturerbe? 1912 hatte der deutsche Ägyptologe Ludwig Borchardt das Bildnis entdeckt und sofort nach Berlin gebracht. In Ägypten selbst war es bis heute nie zu sehen. Ist Nofretete zu Recht nach Deutschland gelangt? Formal scheint alles klar: Die Aufteilung der Funde erfolgte streng nach Gesetz. Darauf stützt sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Aber es gibt Zweifel. Welche Rolle spielte der koloniale Kontext? Oder wurde sogar absichtlich gegen geltende Gesetze verstoßen? Die Dokumentation begleitet die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, die sich intensiv mit der Fundteilung und dem deutsch-französischen Streit um die begehrte Büste beschäftigt hat. In Pariser Archiven rekonstruiert sie das jahrelange Tauziehen. Darüber hinaus interessiert sich Savoy besonders für die Prozesse der kulturellen Aneignung, die bis in die moderne Popkultur reichen. Neben die deutsche Perspektive stellt der Film die ägyptischen Stimmen, die von der Abwesenheit der Büste erzählen und vom Stellenwert der pharaonischen Kunst in der modernen ägyptischen Gesellschaft. Wie hat sich in Ägypten der Blick auf Zeugnisse der altägyptischen Kultur durch deren Abwesenheit verändert? Die Diskussion um die Ikone der Weltkultur dauert an. Wer bestimmt, wie mit ihr heute umgegangen wird? Welche Perspektiven gibt es für die Zukunft - von Shared Heritage bis zu einer digitalen Weltkultur?

Auf den Spuren der Cheops-Pyramide 22:40

Auf den Spuren der Cheops-Pyramide: Wunder der Architektur

Dokumentation

Die Cheops-Pyramide galt in der Antike als bedeutendstes der sieben Weltwunder, von denen sie heute als einziges noch erhalten ist. Mehrere Jahrtausende lang hielt die "Große Pyramide" den Rekord als höchstes Bauwerk der Welt mit der größten Masse und dem größten Volumen. Sie steht für die Perfektion sämtlicher Verfahren der Steinquaderarchitektur. In der Dokumentation werden die neuesten Erkenntnisse aus den archäologischen Forschungsarbeiten von Mark Lehner und Zahi Hawass vorgestellt, die das Verständnis für dieses faszinierende Baudenkmal revolutioniert haben. Wie gelang es den Ägyptern, ohne heutige Bau- und Vermessungstechniken und nur mit Kupferwerkzeugen ein derartiges Meisterwerk zu errichten? Woher kamen die Tausenden Arbeiter, die die schweren Steine bewegt haben? Waren sie Sklaven? Wie sahen Unterbringung und Speiseplan der Arbeitskräfte aus, und wie organisierten sie sich? In der Dokumentation kommt der französische Ägyptologe Pierre Tallet zu Wort, dessen Forschungsgruppe 4.500 Jahre alte Papyrusfragmente in einem Hafen am Roten Meer entdeckte, von dem aus Transportschiffe die großen Baustellen des ägyptischen Reichs belieferten. Unter den Papyri befindet sich das Logbuch des pharaonischen Beamten Merer, der für die Lieferung von Kalksteinblöcken für den Bau der Cheops-Pyramide zuständig war. Er beschreibt die Verschiffung der Steine über den Nil und die Herstellung der Kupferwerkzeuge, die beim Bau der Pyramide verwendet wurden. Außerdem erwähnt er die Kasernen und Hafenanlagen und den Namen des Verantwortlichen für den Bau der Cheops-Pyramide.

Gluck: Iphigenie in Aulis - Iphigenie auf Tauris 23:35

Gluck: Iphigenie in Aulis - Iphigenie auf Tauris: Osterfestspiele von Aix-en-Provence 2024

Oper

Christoph Willibald Gluck, der große Erneuerer der Barockoper, machte Iphigenie, die Tochter des König Agamemnon, die geopfert werden sollte und schließlich Dianas Priesterin wird, gleich zweimal zur Hauptprotagonistin einer Oper. "Iphigenie in Aulis" wurde 1774 an der Pariser Oper uraufgeführt. Seine Schülerin und Mäzenin Marie-Antoinette hatte wenige Jahre zuvor den zukünftigen König Ludwig XVI. geheiratet und "ihren" Komponisten nach Paris geholt. Fünf Jahre nach "Iphigenie in Aulis" nahm sich Gluck des Stoffes noch einmal an, und 1779 hob sich in Paris der Vorhang über "Iphigenie auf Tauris". In Aix-en-Provence setzt Dmitri Tcherniakov beide Opern an einem einzigen Abend auf dem Spielplan. Corinne Winters singt beide Male die Iphigenie. Ihr zur Seite stehen Russell Braun als ihr Vater Agamemnon, Véronique Gens in der Rolle der Clytemnestra, Alasdair Kent als Achilles und Florian Sempey als Oreste. Im Orchestergraben, das Ensemble Le Concert d'Astrée unter der Leitung seiner Gründerin und Chefdirigentin Emmanuelle Haïm.