05:10
Die Nutzung von Sonnenenergie wird weltweit immer erschwinglicher. In ärmeren Regionen kann sie Menschen zu einem gesünderen Leben verhelfen oder aus unwirtlichen Orten Hotspots der Sonnenstromerzeugung machen. Es sind Menschen und Organisationen, die mit außergewöhnlichen Ideen Hürden überwinden und so die Energiewende voranbringen. In einer abgelegenen Region der indonesischen Insel Flores sorgen frisch ausgebildete Solartechnikerinnen und Solartechniker für die Beleuchtung ihres Dorfes ohne den Ruß der früher genutzten Kerosinlampen. In der Schweiz hat sich ein Unternehmer ein Solarpanel-System ausgedacht, das aus Kläranlagen Stromerzeuger macht. Auch Brotbacken mit Sonnenenergie funktioniert, sogar in Nordfrankreich - das zeigt einer der ersten Solarbäcker Europas. Etwa 800 Kilometer südlich, in der Nähe von Perpignan, nutzt ein Winzer Solarmodule nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch, um seine Weinreben vor zu viel Sonne zu schützen. Beides funktioniert - und der Wein wird dadurch sogar besser. Und im deutschen Ort Schönau im Schwarzwald hat der Supergau von Tschernobyl die ganze Stromversorgung auf den Kopf gestellt. Was einst als Aktionsgemeinschaft gegen Atomkraft startete, ist inzwischen eine Genossenschaft, die Ökostrom erzeugt und bundesweit liefert. Alle diese bemerkenswerten Beispiele zeigen: Das Engagement für die Zukunft unseres Planeten lohnt sich.
05:55
Der Große Sankt Bernhard ist die Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Bis Anfang Juni ist die Passstraße zugeschneit und das legendäre Hospiz an der höchsten Stelle des Passes nur zu Fuß erreichbar. Fünf Geistliche des Augustinerordens kümmern sich jeden Winter um rund 6.000 Gäste. Denen geht es nicht nur um das leibliche Wohl - es geht um die Ruhe, die der Ort ausstrahlt, um das Selbstvertrauen, es bis hierher geschafft zu haben, und um die menschliche Zuneigung, die jedem Bedürftigen durch die Seelsorger zuteilwird. Doch längst ist die Betreuung der Gäste auch eine logistische Herausforderung. Bernhardiner züchten die Chorherren des Hospizes am höchsten Punkt des Passes nicht mehr. Dies hat eine Stiftung übernommen, denn die Hunderasse ist aufgrund ihrer bewegten Vergangenheit Schweizer Nationalgut. Die Bernhardiner wurden vermutlich lange vor dem 19. Jahrhundert als Rettungshunde bei der Suche nach Lawinenopfern eingesetzt - der berühmteste Bernhardiner namens Barry soll über 40 Menschen das Leben gerettet haben. Heute sind die Hunde charaktervolle und liebenswerte Begleittiere. Das Hospiz jedoch gibt es noch immer. Fünf Geistliche und ein Dutzend Angestellte betreuen rund ums Jahr die Gäste: Es sind Wanderer, Pilger, Skisportler, Einzelpersonen oder Familien, die hier eine warme Suppe, ein Bett, fast immer aber auch die meditative Ruhe oder geistlichen Beistand suchen. Trotz der unterschiedlichen Beweggründe der Gäste, hierherzukommen, eint alle eines: die spirituelle Anziehungskraft des Ortes und seiner Menschen. Acht Monate dauert der Winter hier oben - und das Weihnachtsfest ist für alle ein Höhepunkt.
06:50
(1): Seafood Chowder: irische Fischsuppe (2): Ein Biss'chen Heimat: Zara, eine Irin in Spanien (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Los Angeles: Bret Easton Ellis und die Dämonen seiner Jugend (2): Thailand: Das Erbe der Chinesen (3): Senegal: Fatous Fischragout (4): Toulon: Ein Marinesoldat kämpft für den Frieden
08:05
(1): Bruno Podalydès: Eine Nacht in Versailles (2): Tasmanien: Strafkolonie unter freiem Himmel (3): Madrid: Juans Eintopf (4): Polen: Der Bierkrieg
08:55
Der erste Teil der Dokureihe beginnt mit dem Abzug der Gnuherden aus der Masai Mara in Kenia. Während sie den Fluss durchqueren, bleiben zahlreiche Arten zurück, die an ihre Reviere gebunden sind und nicht mitziehen können. Im Mittelpunkt steht eine junge Giraffe, deren erste Lebensmonate stellvertretend für die Situation vieler Tiere stehen. Die Dokumentation zeigt Geburt, Aufzucht und Überlebensstrategien verschiedenster Arten. Dazu zählen Zebras, die ein ausgeprägtes Schutzverhalten an den Tag legen. Sie versuchen, sich der Jungtiere der Thomson-Gazellen zu entledigen, da diese Hyänen anlocken - eine potenzielle Gefahr für die Zebra-Fohlen. Auch eine Elandantilope, die gerade gekalbt hat, hat Probleme mit einem Hyänenrudel, das es auf sie abgesehen hat, um den eigenen Nachwuchs zu füttern. Sie hält sich die Angreifer mit ihren gekrümmten Hörnern vom Leib, die sie wie Säbel schwingen kann. Darüber hinaus zeigt die Dokumentation Bilder aus dem Leben junger Leoparden, Schakale und Elefanten. Denn die Gnuwanderung - samt der Fressorgie für Krokodile, wenn die Gnus den Fluss durchqueren - macht nur einen Bruchteil des Jahres aus. Der erste Teil der Dokureihe endet mit dem Eintreffen der Zebraherden aus dem Norden. Kurzzeitig verändert sich das ökologische Gleichgewicht: Beutetiere sind wieder zahlreicher und ihre Jäger passen ihr Verhalten entsprechend an. Mit Beginn der Regenzeit wandelt sich die Landschaft erneut. Die Ebenen werden grün und üppig, bieten für Großkatzen aber nur eingeschränkte Möglichkeiten zu jagen.
09:40
Mit dem Abzug der Zebraherden beginnt in der Masai Mara in Kenia eine neue Phase: die Regenzeit. Flüsse schwellen an, Überschwemmungen und starke Strömungen prägen nun das artenreichste Savannen-Ökosysteme der Erde. Die Bedingungen werden dadurch für viele Tierarten deutlich anspruchsvoller. Nach Abklingen der Regenfälle wird das Ausmaß der Veränderungen deutlich. Löwenrudel geraten in Konflikte um knappe Nahrungsressourcen. Mit dem Verschwinden von Gnus und Zebras müssen sie ihre Jagdstrategien anpassen: Einige versuchen sich an kleineren Beutetieren wie Warzenschweinen, andere nehmen das hohe Risiko auf sich, Mara-Büffel zu jagen. Ihre Herden zeigen ein ausgeprägt aggressives Verhalten und greifen Löwen auch aktiv an. Doch die Raubtiere sind gezwungen, alles zu riskieren und es kommt zu harten Kämpfen. Auch andere Arten wie Servale, Giraffen und Leoparden zeigen, wie sie mit den extremen Bedingungen umgehen. Eine Servalmutter, deren Bau überflutet wurde, hat überlebt - ebenso ihr Junges. Die Savanne kennt keine Beständigkeit - nur den ständigen Wandel zwischen Trocken- und Regenzeit, zwischen Überfluss und Mangel. Doch der Kreislauf schließt sich: Die ersten Gnuherden kehren zurück, durchqueren den Sand River und leiten damit den nächsten Zyklus ein. Ihre Wanderung ist lebensnotwendig für das ökologische Gleichgewicht der Region.
10:25
Staub, Sand und flirrende Hitze - es herrscht Trockenzeit in Tsavo, einer Wildnis im Süden von Kenia. Die Dürre macht vielen Wesen das Leben schwer, und auch die ausgedörrte Landschaft selbst dürstet es nach Wasser. Ohne das kostbare Nass gibt es auf Dauer kein Dasein - umso wichtiger sind die wenigen Wasserstellen für die Bewohner von Tsavo. Aber wie entsteht eigentlich ein Wasserloch? Alles beginnt mit einem verlassenen Termitenbau. Der Baustoff des zerfallenden Turms zieht Elefanten magisch an, denn er enthält mineralische Nährstoffe, die den Speiseplan der grauen Riesen bereichern. Und so tragen die Elefanten, aber auch Wind und Regen den Termitenbau mit der Zeit komplett ab, bis eine flache Senke entsteht. In der Regenzeit füllt sich diese Senke mit Wasser. Ein idealer Platz für die Elefanten, um sich im Schlamm zu wälzen, bis sie komplett damit bedeckt sind. Die Schlammschicht kühlt die Dickhäuter nicht nur, sie bietet auch Schutz gegen lästige Parasiten - und gegen Sonnenbrand ... Bei jedem ihrer Besuche tragen die Elefanten einen Teil des Schlamms mit sich fort, wodurch die Senke größer und tiefer wird. Ihre Trampelpfade führen aus allen Richtungen zur Schlammgrube, so dass Regenwasser über diese Pfade wie durch Kanäle in die Senke geleitet wird: Dies ist die Geburt eines Wasserlochs, das über viele Jahre hinweg der Lebensmittelpunkt für alle Tiere der Umgebung sein wird. Die zweiteilige Produktion "Kenia - Eine Oase im Sand" der preisgekrönten Naturfilmer Mark Deeble und Victoria Stone dokumentiert die Entstehung eines Wasserlochs und das Leben der Tiere in seinem Umkreis inmitten der trockenen Savanne des Tsavo-Nationalparks in Kenia. Die erste Folge beschreibt, wie sich die seltenen, dafür aber umso heftigeren Regenfälle auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirken.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
Kein anderes Gewürz ist so kostbar und begehrt wie Safran. Die roten Fäden, die aus den getrockneten Narben des Safrankrokus gewonnen werden, müssen mühsam von Hand geerntet werden. Safran ist weit mehr als ein kulinarischer Schatz - er blickt auf eine lange kulturelle Tradition im Orient zurück. Das "rote Gold" verleiht Speisen nicht nur eine leuchtend goldene Farbe und ein unverwechselbares Aroma, sondern wird auch in der traditionellen Medizin als Heilmittel geschätzt. Die deutsch-französische Köchin Lucie zeigt, wie man mit Safran eine ayurvedische goldene Milch zubereitet, die für ihre wohltuende und entzündungshemmende Wirkung bekannt ist. Außerdem verrät sie, woran man hochwertigen Safran erkennt und wie man Fälschungen sicher entlarvt.
12:25
(1): Südafrika: John Maxwell Coetzee und die Suche nach der eigenen Identität (2): Madeira: Karneval zwischen zwei Welten (3): Belize: Julios Fisch mit Schokolade (4): Paris: Jagd auf die Fakire
13:10
(1): Delft: Die schönste Stadt in Vermeers Bilderwelten (2): In den Niederlanden: Blühender Wohlstand (3): Niederlande: Renés Bohnensuppe mit Algen (4): Niederlande: Mit dem Fahrrad Richtung Zukunft
14:00
James McKay, ein Reedersohn aus Baltimore, kommt nach San Rafael, um die Ranchertochter Pat Terrill zu heiraten. Ihr Vater, Major Terrill, Herr über 10.000 Rinder, schätzt den künftigen Schwiegersohn; sein Verwalter Steve Leech dagegen sieht in McKay einen unerwünschten Nebenbuhler, denn Leech liebt Pat ebenfalls. Bei McKays erster Ausfahrt mit Pat erlaubt sich Buck Hannassey einen bösen Scherz mit dem Gast des Majors. Terrill will den Hannasseys daraufhin eine Lektion erteilen; McKay ist dagegen, weil er Gewalt für kein geeignetes Mittel hält, um Probleme zu lösen. Zwischen dem Major und dem alten Rufus Hannassey besteht jedoch seit langem eine erbitterte Feindschaft. Denn beide sind erpicht auf ein Stück Land, Big Muddy genannt, das wegen des Wasservorkommens äußerst wertvoll ist. Es gehört Julie Maragon, der Lehrerin von San Rafael. Als sie McKay kennenlernt, finden sich beide sofort sympathisch. Julie erklärt sich bereit, Big Muddy an McKay zu verkaufen, zumal dieser sich verpflichtet, auch Hannasseys Vieh Zugang zu der Wasserstelle zu gestatten. Damit bringt er eine dramatische Entwicklung in Gang ... "Ein episch breit entwickelter Western mit faszinierenden Landschaftsaufnahmen und hervorragenden Darstellern, der mit fast schon akademischer Virtuosität die Frage erörtert, ob Vernunft und Vertrauen nicht die besseren Mittel zur Konfliktlösung sind als Gewalt. Trotz einiger Längen bezieht der Film neben der genreüblichen äußeren Dramatik daraus auch ein hohes Maß an innerer Spannung." (Lexikon des Internationalen Films)
17:05
Von den Schilfgebieten im Baskenland über die fantastische Welt des Kantabrischen Gebirges bis nach Galicien mit seinen spektakulären Küsten: Das ist die Wildnis Nordspaniens, die eine ungeahnte Vielfalt bietet und dem Besucher die eher unbekannte Seite Spaniens zeigt. Rothirsche tragen inmitten von Feuchtgebieten während der Brunft ihre erbitterten Kämpfe aus, bis das Wasser um sie herum zu brodeln scheint. Das Kantabrische Gebirge ist Lebensraum von rund 140 Kantabrischen Braunbären - der größten Bärenpopulation Westeuropas. Weibchen streifen mit ihren Jungen auf der Suche nach Futter umher. Männliche Bären und steile Berghänge sind für die Jungbären eine ständige Gefahr. Beobachtet werden sie dabei von schillernden Blaukehlchen, die ihre Reviergrenzen gegen Rivalen verteidigen. Oberhalb der Baumgrenze ist das Reich der Kantabrischen Gämsen. Sie teilen sich ihren Lebensraum mit dem farbenprächtigen Mauerläufer, einem überaus seltenen Vogel der Hochgebirgsregion. Der Asturische Feuersalamander ist der einzige mit einer komplett gelben Färbung - an Bachufern geht er auf Beutefang. Die zahlreichen Bäche des Gebirges fließen in den Atlantik, der von Riesen bewohnt wird: von Pottwalen bis hin zu Riesenhaien, den zweitgrößten Fischen der Welt. Der raue Norden hat die Menschen der Region geprägt. Die Dokumentation begleitet einen Bergbauern im Nationalpark Picos de Europa, der noch traditionelle Viehwirtschaft betreibt, und einen Entenmuschelsammler an der Costa da Morte, der den vielleicht gefährlichsten Job der Welt hat.
17:50
Die Wallace-Linie bildet einen Schutzwall für einzigartige Lebensformen. Jenseits dieser Linie, die die asiatische von der australischen Fauna trennt, sorgen weitere Grenzen für eine unglaubliche Vielfalt: Bergketten, Wälder und Meere trennen Lebensräume, die es so nur hier gibt. Im trockenen Landesinnern überwinden Rote Riesenkängurus große Strecken mit einer der energieeffizientesten Fortbewegungsarten: Sie hüpfen. Als während der letzten Eiszeit die Meeresspiegel stiegen, wurde Tasmanien vom australischen Kontinent abgeschnitten. Der Tasmanische Teufel ist vielleicht das furchterregendste aller australischen Beuteltiere: Er zermalmt Aas und Knochen mit einem Kiefer, der kräftiger ist als der aller anderen Tiere seiner Größe.
18:35
Von der Pazifikküste bis zu den Anden - Chiles Landschaften sind so vielfältig wie artenreich. In diesen faszinierenden Lebensräumen sind der französische Ornithologe Fabrice Schmitt und sein chilenischer Kollege Rodrigo Barros unterwegs. Gemeinsam mit einem lokalen Vogelschutznetzwerk folgen sie den Spuren eines geheimnisvollen Vogels: der Sturmschwalbe. Sie zählt zu den kleinsten aller Seevögel. Ihre Reise führt die Forschenden durch spektakuläre Regionen - von der extrem trockenen, aber keineswegs leblosen Atacama-Wüste über die fischreichen Küsten des Humboldtstroms bis hinauf ins Hochland der Anden, wo der Klimawandel an den schmelzenden Gletschern sichtbar wird. Die Beharrlichkeit der Forschenden wird durch eine bahnbrechende Entdeckung belohnt: In der Atacama stoßen sie auf die ersten bekannten Nester der Sturmschwalbe - ein Fund, der das bisherige Wissen über die Art infrage stellt. Die Expedition ist nicht nur eine Entdeckungsreise durch atemberaubende Natur, sondern auch ein eindringlicher Appell für den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Leander Engel und seine Kumpels aus Elverum haben Zehntausende Euro gespart, um sich ihren Traum von einer unvergesslichen Abschluss-Zeit zu erfüllen. Sie haben einen Bus mit eigenem Logo designen lassen. Und in eine potente Soundanlage investiert. Es richtig krachen zu lassen, bevor sie nach 13 Jahren Schule auseinandergehen, das ist ihr Ziel - und nebenbei das Abi zu schaffen. Mutter Sylke Engel empfindet dabei Stolz und Angst. Sie hofft, dass ihr 19-jähriger Sohn seine Grenzen kennt, anständig bleibt und sich am Ende trotz Party-Marathon nicht den Abi-Schnitt versaut. Ihr Motto: Lasst sie doch feiern, danach kommt schon der Ernst des Lebens! Klaus Sorensen lebt südlich von Oslo. Dort haben ihn 26 Abiturientinnen engagiert. Den ganzen Monat lang soll er sie Nacht für Nacht kutschieren. Und morgens heile an der Schule absetzen. Er macht den Job als Party-Bus-Fahrer nicht zum ersten Mal und hat ein Herz für feierwütige Schul-Abgehende. Und das, obwohl er weiß, dass tanzend und betrunken im Bus zu feiern nicht ungefährlich ist und die Polizei immer wieder eingreift. Sein Plan, Ärger aus dem Weg zu gehen, geht nicht immer auf. Die Abi-Tradition in Norwegen ist 120 Jahre alt. Die Regierung findet, Kommerz und Partyzeit seien inzwischen völlig ausgeufert. Für kommende Jahrgänge sollen die Regeln deutlich verschärft werden - Zugunsten besserer Abi-Noten. Für die aktuellen Abiturientinnen und Abiturienten ein Grund mehr zu feiern, als gäbe es kein Morgen. Ermüdungserscheinungen nach den ersten Wochen werden weggefeiert. Halten das alle bis zum Finale an Norwegens Nationalfeiertag durch?
20:15
Der Alltag eines griesgrämigen Alten im finnischen Hinterland verläuft routiniert. Während er seine täglichen Aufgaben erledigt, denkt er oft an seinen Bruder Tarmo, der vor Jahrzehnten nach Deutschland ging. Eigentlich sollte Tarmo die Farm übernehmen, doch er verschwand ohne Erklärung und der Kontakt brach vollständig ab. Als der Alte mit seinem geliebten 1972er Escort einen Unfall baut und das Auto auf dem Schrottplatz landet, braucht er dringend Ersatz - aber nur dasselbe Modell kommt infrage. Im Internet findet sich ein passender Wagen in Deutschland. Seine Söhne Pekka und Hessu haben genug eigene Sorgen, also macht er sich allein mit einem Koffer voller Bargeld auf den Weg. Kaum in Hamburg angekommen, wird er überfallen und ausgeraubt. Im Krankenhaus wacht er auf - an seinem Bett sitzt Tarmo, der als nächster Angehöriger ausfindig gemacht wurde. Widerwillig begeben sich die ungleichen Brüder gemeinsam auf die Suche nach dem Escort und lernen sich dabei neu kennen. Nach vielen Reibereien wächst das Verständnis füreinander. Beide tragen alte Verletzungen in sich, und langsam beginnt ein Prozess der Versöhnung und Heilung. Auch Tarmo mit seiner Tochter Maria und deren Sohn Max sowie Pekka und Hessu in Finnland erkennen wieder den Wert familiärer Bindungen. Mika Kaurismäki, neben seinem Bruder Aki einer der bekanntesten und profiliertesten Regisseure Finnlands, studierte in München und spricht fließend Deutsch. Mit "Grump - Auf der Suche nach dem Escort" kehrte er nach Deutschland zurück und inszenierte einen finnisch-deutschen Roadtrip mit bittersüßem Humor.
22:05
In den 1960er Jahren hatte das Kino in Großbritannien gegen die immer stärkere Konkurrenz des Fernsehens zu kämpfen. Als Reaktion darauf wandte sich die Filmindustrie gewagteren Inhalten zu und schuf den Boom der "Erotikkomödien", die aufgrund ihrer Einstufung als "nicht jugendfrei" für die Fernsehausstrahlung verboten waren. Den Auftakt dieser Revolution bildete 1968 "School for Sex": Der Film lief zunächst sechs Monate in London und kam in Paris auf über 70.000 verkaufte Tickets. Im Zuge des allgemeinen Sittenwandels wurden freizügige Streifen wie "Partnertausch und Gruppensex" zu Mainstream-Erfolgen. Die großen Studios zogen nach und lieferten Produktionen wie "Ohne Hemd und Höschen - Der Fensterputzer" (1974), die bekannteste britische Sexploitation-Serie mit Robin Askwith. Im Gegensatz zur eleganten europäischen Erotik setzten die britischen Filmemacher auf frechen Humor. Mitte der Siebziger war das Genre Softporno bereits gut etabliert, und im Jahr 1975 kamen rund zwanzig neue Produktionen heraus. Filme wie "Eskimo Nell" parodierten den Trend sogar. David Sullivan, einer der größten Brit-Porn-Produzenten, eroberte den Markt mit "Come Play with Me" (1977): Der Film lief vier Jahre lang nonstop und machte Mary Millington zum ersten Pornostar der britischen Filmgeschichte. Millington starb mit nur 33 Jahren an einer Überdosis aus Drogen und Wodka. Selbst Hollywood-Queen Joan Collins ließ sich auf das Genre ein, um ihre Karriere zu boosten, und spielte in den Verfilmungen der Romane ihrer Schwester Jackie: "The Stud" (1978) und "The Bitch" (1979). Viele andere Schauspielerinnen folgten ihrem Beispiel.
23:15
2025 zeigte ARTE im Rahmen der Berlinale-Party das Livekonzert von Tocotronic im bis auf den letzten Platz gefüllten Columbia Theater. Die deutschen Indie-Pioniere stellten ihr neues Album "Golden Years" vor, große Hits wie "Freiburg", "Let There Be Rock" und "Drüben auf dem Hügel" fanden dennoch ihren Weg auf die Setlist und ließen Fanherzen höherschlagen. Auch 2026 wird die ARTE-Berlinale-Party wieder fester Bestandteil des Filmfestivals. Diesmal kündigt sich internationaler Besuch im Columbia Theater an. The Kooks aus Brighton befinden sich im 21. Bandjahr und schaffen das, was den meisten Rockbands über derart lange Strecken nicht gelingen will: relevant bleiben. Die neue Platte "Never/Know" holt sich die drittbeste UK-Chartplatzierung der Bandgeschichte. Bereits mit ihrem Debütalbum "Inside In/Inside Out" gelang ihnen der große internationale Durchbruch: Hits wie "Naive", "She Moves in Her Own Way" und "Ooh La" prägten Mitte der 2000er die weltweite Indie-Szene und verhalfen dem Tonträger zu Platinauszeichnungen. Der Nachfolger "Konk" landete direkt auf Platz 1 der UK-Charts, aber auch die nächsten Werke "Junk of the Heart" und "Listen" festigten den Status der Band immer weiter. Ihr Sound: wandelbar von eingängigen Gitarren-Hooks bis hin zu funkigen Pop-Elementen. Kein Wunder also, dass zu ihren prominenten Fans unter anderem die Rolling Stones zählen. Weltweite Tourneen, festivaltaugliche Hymnen und mehr als drei Milliarden Streams machen The Kooks heute zu einer der prägenden Indie-Bands ihrer Generation. Hier gibt es die Highlights der Show aus dem Columbia Theater.