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TV Programm für ARTE am 05.11.2026

Jetzt

Re: 19:40

Re:: Stau in Istanbul

Reportage

Asl? Kireçtepe liebt ihre Heimatstadt Istanbul - und verflucht sie jeden Tag aufs Neue. Jeden Werktag bringt die Medizin-Dozentin ihre Tochter mit dem Auto zur Schule, fährt dann zur Arbeit. Immer steht sie im Stau - durchschnittlich drei bis vier Stunden jeden Tag. Öffentliche Verkehrsmittel sind für sie keine Alternative, da es keine passenden Verbindungen gibt. Rentner Ali Ta?l?çukur versucht, aus der Not eine Tugend zu machen. Am Zubringer der Bosporusbrücke verkauft er morgens Wasser an die Autofahrer im Stau. Der 66-Jährige ist dabei stets tadellos gekleidet, in Hemd und Krawatte. Trotz Hüftproblemen steht er täglich mitten auf der Schnellstraße. Er erinnert sich, dass Istanbul in seiner Kindheit drei Millionen Einwohner hatte - heute sind es mehr als 16 Millionen. Das rasante Bevölkerungswachstum ist der Hauptgrund für Istanbuls Verkehrschaos. Laut internationaler Studien verliert man hier durchschnittlich 118 Stunden pro Jahr im Stau - ein trauriger Weltrekord. Die geografische Lage auf zwei Kontinenten und die engen Querverbindungen durch Brücken und Tunnel machen es für die Stadtverwaltung herausfordernd, daran etwas zu verbessern. Neue Straßen und U-Bahnlinien sollen Abhilfe schaffen. Bis das Wirkung zeigt, versucht Mesut Çeki, den Istanbuler Verkehr zu bezwingen. Er ist Motorradkurier, einer von Hunderttausenden in der Stadt. Wo die Autos im Stau stehen, schlängelt er sich durch den Verkehr. Stets ist er unter großem Zeitdruck. Firmen und Kunden erwarten von ihm eine rasante Lieferung. Dafür riskiert er nicht selten sein Leben.

Danach

Unser Körper - Unsere Zellen 20:15

Unser Körper - Unsere Zellen: Gibt es ewiges Leben im Mikrokosmos?

Dokumentation

Was geschieht im Inneren unserer Zellen? Wie entstehen Gesundheit und Krankheit? Und welche Möglichkeiten eröffnet die Forschung, wenn sie die kleinsten Bausteine des Lebens immer genauer versteht? Den Ausgangspunkt bildet die Geschichte von Henrietta Lacks. Sie stirbt 1951 in Baltimore an Gebärmutterhalskrebs. Doch ihre Zellen leben weiter. Die sogenannten HeLa-Zellen werden bis heute in Laboren auf der ganzen Welt vermehrt und haben die moderne Medizin entscheidend geprägt. Ihre Geschichte eröffnet den Blick auf eine Welt, die lange verborgen blieb: das komplexe Innenleben unserer Zellen. Dank neuer Mikroskopie-Verfahren können Forschende heute beobachten, was dort geschieht. Im Zellinneren arbeiten Proteine, molekulare Motoren und Mitochondrien auf engstem Raum zusammen. Sie erzeugen Energie, transportieren lebenswichtige Stoffe und koordinieren die Abläufe des Lebens. Was unsichtbar erscheint, bestimmt jeden Moment unseres Daseins. Wie eng diese Prozesse mit persönlichen Schicksalen verbunden sind, zeigt der ehemalige Profifußballer Sergi Samper. Trotz Typ-1-Diabetes spielt er jahrelang auf höchstem Niveau. Seine Geschichte verdeutlicht, welche Folgen es hat, wenn das Hormon Insulin fehlt und die Energieversorgung der Zellen aus dem Gleichgewicht gerät. Eine weitere Geschichte führt nach Boston. Dort schwebt die kleine Georgia nach ihrer Geburt in Lebensgefahr, weil ihr Herz schwer geschädigt ist. Als kaum noch Hoffnung besteht, entscheiden sich die Ärzte für einen außergewöhnlichen Eingriff: Sie übertragen gesunde Mitochondrien aus ihren eigenen Zellen in das geschädigte Herzgewebe. Zwischen bahnbrechender Forschung und persönlichen Schicksalen entsteht das Bild einer Wissenschaft im Aufbruch. Je besser Forschende die Vorgänge in unseren Zellen verstehen, desto gezielter können sie Krankheiten behandeln. Wie weit wollen wir in die Prozesse des Lebens eingreifen?

Unser Körper - Unsere Zellen 21:05

Unser Körper - Unsere Zellen: Woher kommt die Energie des Lebens?

Dokumentation

Warum altern wir? Lässt sich das biologische Altern verlangsamen? Können genetisch veränderte Tierorgane Leben retten oder ausgestorbene Arten zurückgebracht werden? Die Zellforschung sucht heute Antworten auf Fragen, die lange wie Science-Fiction klangen. Im Mittelpunkt stehen die grundlegenden Prozesse des Lebens: Zellteilung, Energiegewinnung und die Mechanismen des Alterns. Forschende entdecken, dass alternde Zellen nicht nur selbst ihre Funktion verlieren, sondern auch gesundes Gewebe beeinflussen können. Neue Wirkstoffe sollen diese Prozesse gezielt verändern und damit die Zeitspanne verlängern, in der Menschen gesund bleiben. Wie eng wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Schicksale miteinander verbunden sind, zeigt die Geschichte von Towana Looney. Nach Jahren an der Dialyse erhält sie als eine der ersten lebenden Patientinnen eine genetisch veränderte Schweineniere. Der Eingriff steht beispielhaft für die Hoffnungen und Risiken einer Medizin, die zunehmend an den Grundlagen des Lebens ansetzt. In Kenia kämpfen Forschende und Wildhüter um das Überleben des Nördlichen Breitmaulnashorns. Sie versuchen, eine nahezu ausgestorbene Tierart zu retten. Dazu wollen sie aus Hautzellen neue Keimzellen gewinnen. Was zunächst wie Science-Fiction klingt, wird inzwischen auch mit Blick auf mögliche Anwendungen beim Menschen erforscht. Doch mit jeder neuen Erkenntnis stellt sich auch eine gesellschaftliche Frage: Wie weit wollen wir eingreifen? Und welche Grenzen sollten wir uns dabei setzen?

Leben mit Hightech-Prothesen 22:05

Leben mit Hightech-Prothesen: Hoffnung für Körper und Seele?

Dokumentation

"Wenn ich im Rollstuhl sitze, fühle ich mich oft entmündigt", sagt Georg, der nach einer Sepsis vierfach amputiert ist. Sein Ziel ist es, wieder selbstständiger zu werden und dadurch auch wieder anders wahrgenommen zu werden. Dabei helfen könnten ihm Hightech-Prothesen für Arme und Beine. Diese Erfahrung hat zumindest Psychologe Bertolt Meyer gemacht: Er kam ohne linken Unterarm zur Welt und trägt eine Prothese, die sich über Nerven- und Muskelsignale bewegen lässt. "Es ist beeindruckend, wie sehr diese Prothese die Reaktion meines Umfelds und darüber auch mein Selbstwertgefühl verändert hat. Ich habe mich gefragt: Geht das nur mir so? Oder ist diese Reaktion auf Hightech-Prothesen ein generelles Phänomen?" Rund zwei Millionen Menschen in Europa haben aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder von Geburt an eine fehlende Gliedmaße. Das schränkt sie massiv ein und kann psychologisch stark belasten. Sie fallen auf, fühlen sich oft nicht "normal". Psychologische Grundbedürfnisse wie Autonomie, sozialer Anschluss und Kompetenz können dadurch auf der Strecke bleiben. Dank innovativer Technik sind viele Körperteile inzwischen ersetzbar - doch wie sehr können Hightech-Prothesen Menschen tatsächlich körperlich und seelisch helfen? Der Film begleitet vier Menschen, die mit ganz unterschiedlichen Verlusten umgehen müssen: Guus van Eck erlitt als Kind Verbrennungen an 50 Prozent seiner Haut. Jean Marc Castelnaud verlor durch Krebs seine Nase. Sonja Luz lebt ohne rechten Arm. Georg Winterling mussten wegen einer Sepsis beide Arme und Beine amputiert werden. Psychologe und Prothesenträger Bertolt Meyer erforscht die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Menschen mit und ohne Prothesen und ordnet ihre Erfahrungen wissenschaftlich ein.

Anatomie eines Augenblicks 23:00

Anatomie eines Augenblicks: Ein Politiker

Drama

Madrid, 1981: Der Ursprung dieser Geschichte ist ein Bild. Das Bild jenes Augenblicks der Schüsse im spanischen Parlament. Putschisten versuchen, die junge Demokratie Spaniens zu stürzen. Während Abgeordnete unter den Bänken Schutz suchen, bleiben drei Männer aufrecht. Einer von ihnen ist der noch amtierende Ministerpräsident Adolfo Suárez. Er verlangt von dem bewaffneten Oberst Antonio Tejero eine Erklärung - und wird abgeführt. In diesem Moment glaubt Suárez, dass sein Todesurteil gesprochen ist. Er gehört in dieser Zeit zu den vom Militär meistgehassten Männern im Parlament. Mit Charisma und Geschick hatte er es geschafft, nach Francos Tod von König Juan Carlos zum Ministerpräsidenten ernannt zu werden. Bei seinem Amtsantritt hatte er auf die franquistischen Gesetze geschworen, um sie dann durch eine moderne Verfassung zu ersetzen ... Inspiriert von dem gleichnamigen Buch "Anatomía de un instante" von Javier Cercas erinnert diese historische Serie von 2025 daran, wie fragil eine Demokratie sein kann. Regie führte Alberto Rodríguez, der 2014 mit "La isla mínima - Mörderland" einen der erfolgreichsten Filme Spaniens realisierte. Ministerpräsident Suárez wird von Álvaro Morte gespielt, bekannt unter anderem durch seine Rolle als Professor in "Haus des Geldes".

Anatomie eines Augenblicks 23:40

Anatomie eines Augenblicks: Ein Kommunist

Drama

Beim Putschversuch 1981 im spanischen Parlament ist die Reaktion des Kommunistenführers Santiago Carrillo eine ruhige: Er bleibt im Plenarsaal aufrecht sitzen, als könne er das Schlimmste ohnehin nicht verhindern. Denn der Hass des Militärs gegen ihn sitzt tief. Die Generäle machen ihn für die Erschießung ihrer Kameraden im Bürgerkrieg verantwortlich. Nach 38 Jahren im französischen Exil war Carrillo nach Francos Tod heimlich nach Spanien zurückgekehrt. Eine gefährliche Angelegenheit, er hätte jeden Moment verhaftet oder erschossen werden können. Doch er hat ein Ziel: Die Legalisierung der kommunistischen Partei. Als er schließlich eine illegale Pressekonferenz gibt, wird er wenig später von der spanischen Polizei verhaftet. Aber Ministerpräsident Suárez findet einen Weg, ihn aus der Haft zu entlassen, und trifft sich zu geheimen Verhandlungen mit ihm. Um sich demokratisch zu legitimieren, will Suárez die kommunistische Partei erlauben - aber nur unter der Bedingung, dass Carrillo die Monarchie anerkennt. Etwas, das den Kommunistenführer für viele seiner Leute zum Verräter macht ... Inspiriert von dem gleichnamigen Buch "Anatomía de un instante" von Javier Cercas erinnert diese historische Serie von 2025 daran, wie fragil eine Demokratie sein kann. Regie führte Alberto Rodríguez, der 2014 mit "La isla mínima - Mörderland" einen der erfolgreichsten Filme Spaniens realisierte. Eduard Fernández, der Carrillo spielt, ist vierfacher Goya-Preisträger und hat in fast hundert Filmen und Serien mitgewirkt.