05:10
Im Jahr 2008 hört der Unterwasserkameramann und Tierfilmer Nuno Sá von Thunfisch-Fischern von riesigen Tieren mit Mustern auf dem Rücken. Für ihn ist klar: Es kann sich nur um Walhaie handeln, die in dieser Region jedoch noch nie gesichtet wurden. Nuno und die Fischer stellen fest, dass die Meeresriesen die Thunfische anziehen. Um diese Entdeckung zu dokumentieren und das Verhalten der Walhaie zu verstehen, arbeitet Nuno fortan mit dem Meeresforschungsinstitut Okeanos zusammen. Ziel ist es, Sender an den Walhaien anzubringen, um ihre Herkunft und Wanderrouten nachzuvollziehen. Trotz aller Anstrengungen gelingt es nicht, die Tiere zu markieren. So plötzlich, wie sie aufgetaucht waren, verschwinden sie auch wieder - und mit ihnen die Thunfische. Die Forschenden formulieren mehrere Hypothesen. Wahrscheinlich nähern sich die Walhaie aufgrund der steigenden Meerestemperaturen den Azoren und finden hier außergewöhnliche Nahrungsquellen. Folglich ist ihr Verhalten nicht natürlich, sondern eine direkte Folge menschlichen Einflusses. Die Azoren sind ein strategischer Knotenpunkt im Atlantik, an dem die kalten Gewässer des Nordens auf die wärmeren Strömungen des Südens treffen. Das Gebiet weist eine außergewöhnliche Artenvielfalt auf: Meeresbewohner aus kalten, temperierten, tropischen und subtropischen Gewässern kommen auf ihrer Wanderung hier vorbei. Ein Drittel aller Wal- und Delfinarten sowie Schildkröten, Haie und im Sommer auch tropische Arten durchqueren diese Gewässer. Walhaipopulationen wurden bisher allerdings nur an etwa 20 Orten weltweit beobachtet. Nuno und das Okeanos-Team arbeiten mit Ingenieuren des CEiiA-Forschungsprojekts an der Entwicklung effizienterer Messgeräte. 2019 kehren die Walhaie noch zahlreicher zurück. Dank der ausgereifteren Modelle gelingt es ihnen, einem Walhai ein Geschirr mit drei Kameras anzulegen. So entdecken sie, dass Walhaie und Thunfische nicht nur Reisegefährten sind, sondern aktiv bei der Nahrungsjagd zusammenarbeiten. Sie treiben kleinere Fische zusammen, umzingeln und attackieren sie - eine Taktik, von der beide Arten profitieren. Die Dokumentation zeigt die weltweit ersten Bilder dieser außergewöhnlichen Symbiose.
05:55
Das Land der Emberá Chamí erstreckt sich in den kolumbianischen Anden, wo edler Kaffee wächst. Das Geschäft mit der Hochlandbohne ist noch fest in der Hand von Weißen und den Nachfahren von Europäern und Ureinwohnern. Seitdem es nicht mehr so rentabel ist, ziehen immer mehr Indigene als billige Arbeitskräfte auf die Plantagen. Die Kaffeefelder stellen auch für Emberá-Transfrauen eine Nische dar. Hier finden sie nicht nur einen Lebensunterhalt, sondern auch Schutz. Denn bis heute sind sie Repressalien und Unterdrückung ausgesetzt - nicht nur innerhalb der breiten Bevölkerung, sondern auch in ihren indigenen Gemeinden: In der Vorstellung vieler Emberá gilt Transsexualität als ein von Weißen eingeschlepptes Übel, das hart bekämpft werden muss. Auch Bella Wasorna hat in dieser Enklave ein neues Leben begonnen. Auf den Namen Jesús Stiven wurde sie vor 19 Jahren getauft, einen Namen, gegen den sie unermüdlich kämpft, da er für sie das sichtbarste Zeichen ihrer gesetzlichen - für sie falschen - Identität ist. Nun ist ihr Ziel, eine gesetzliche Änderung ihres Namens zu erreichen, in greifbare Nähe gerückt. Doch die angestrebte Namensänderung wird teuer, Bella wird umso härter auf der Plantage schuften müssen. Zeitgleich wird dort ein großer Auftritt vorbereitet, bei dem die Transfrauen im Zentrum der Provinzhauptstadt tanzen wollen, um auf sich und ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Werden am Ende alle die Nerven behalten, um einen derart großen Schritt zu wagen?
06:50
(1): Kreolische Garnelen, Ragout mit Geschichte (2): Nostalgiegeschmack: Jenna, von Louisiana nach Berlin (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Als Berlin "Good Bye, Lenin!" sagte (2): Kerala: die Revanche von Ayurveda (3): Usbekistan: Durdonas Honigkuchen (4): Auf dem Elefanten durch die Alpen
08:05
(1): Polen: Gemalte Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies (2): Galicien: La Rapa das Bestas, uralter Kampf zwischen Mensch und Tier (3): Hawaii: Tammys Bananenbrot (4): Nantes: Gemeinsam fährt man besser
08:55
Zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erzählt dieser Film die Revolution aus einer ungewohnten Perspektive: nicht aus der Sicht der Gründerväter, sondern mit den Worten jener, die kämpften, litten und überlebten - und deren Erfahrungen lange unbeachtet blieben. Ausgehend von originalen Militärpensionsakten entfaltet sich ein vielstimmiges Panorama des Unabhängigkeitskriegs. Einfache Soldaten, Frauen, versklavte Menschen und Jugendliche berichten in ihren eigenen Worten von Hoffnung, Angst, Gewalt und Entbehrung in einem Krieg, der tief in den Alltag eingriff. Der junge "Minuteman" William French greift nach den ersten Schüssen von Lexington und Concord zu den Waffen, nicht wissend, was ihn erwartet. Männer wie James Potter Collins schildern das Chaos, den Lärm und den ständigen Kampf ums Überleben in Schlachten wie denen von Bunker Hill, Long Island, Brandywine oder Yorktown. Versklavte Menschen wie Prince Griswold kämpfen darüber hinaus für eine ganz konkrete Hoffnung: Freiheit - erkauft mit ihrem Dienst an der Waffe. Jenseits der Fronten halten Frauen wie Susannah Chandler Familien und Höfe unter unvorstellbaren Bedingungen zusammen. Andere, wie Deborah Sampson, sind ihrer Zeit voraus und ziehen als Männer verkleidet selbst in den Krieg. Der Film folgt diesen Biografien von den ersten Gefechten über Hunger, Krankheit und den Winter von Valley Forge bis zur Entscheidung von Yorktown. Er zeigt, wie sich ein neues politisches Bewusstsein formt - und wie brüchig das Versprechen von Freiheit bleibt, das für viele erst Generationen später eingelöst wird.
10:20
Die Inselgruppe der Magdalenen liegt im Herzen des Sankt-Lorenz-Golf und gehört zur kanadischen Provinz Québec. Ein paradiesischer Archipel, der zugleich als berüchtigtes Hindernis für die Seefahrt gefürchtet ist. Die Nachkommen der Schiffbrüchigen leben noch heute hier gemeinsam mit den französischsprachigen Akadiern. Der Archipel besteht aus einem Dutzend verschiedener Inseln. Sieben sind bewohnt und sechs mit einer Landstraße verbunden, der Route 199. Die Île d'Entree ist nur mit dem Boot erreichbar. Laurence ist eine von knapp sechzig Personen, die hier dauerhaft leben und sich der Entvölkerung der Insel widersetzen. Auf Cap aux Meules betreibt Bernard eine Fahrradwerkstatt und setzt sich für den Ausbau von Fahrradwegen ein. Mit der Umrüstung auf Elektroantriebe will er die Insulaner motivieren, trotz ständigem Gegenwind aufs Rad umzusteigen. Einige Wege wurden durch die starke Erosion weggespült. Die lokale Umweltorganisation Attention Fragile arbeitet mit der Bevölkerung an der Befestigung der Küstenlinie. Auch manche der bedrohten Tierarten suchen auf den Magdalenen Unterschlupf. Für den Gelbfuß-Regenpfeifer ist der Archipel die einzige verbliebene Brutstätte in ganz Québec. Eine seltene Kuhherde produziert die Milch für den Käse und ist Teil der lokalen Kreislaufwirtschaft. Den Elementen der Natur ausgeliefert, sind die Madelinots weitgehend auf sich allein gestellt. Zwischen Wind und Dünen pflegen sie eine lebhafte Kultur, die ihnen hilft, mitten im Sankt-Lorenz-Golf zu überleben.
11:05
Die Inselgruppe der Magdalenen liegt im Herzen des Sankt-Lorenz-Golf und gehört zur kanadischen Provinz Québec. Ein paradiesischer Archipel, der zugleich als berüchtigtes Hindernis für die Seefahrt gefürchtet ist. Die Nachkommen der Schiffbrüchigen leben noch heute hier - gemeinsam mit den französischsprachigen Akadiern. Der Archipel besteht aus einem Dutzend verschiedener Inseln. Sieben sind bewohnt und sechs mit einer Landstraße verbunden, der Route 199. Die Île d'Entree ist nur mit dem Boot erreichbar. Laurence ist eine von knapp sechzig Personen, die hier dauerhaft leben und sich der Entvölkerung der Insel widersetzen. Auf Cap aux Meules betreibt Bernard eine Fahrradwerkstatt und setzt sich für den Ausbau von Fahrradwegen ein. Mit der Umrüstung auf Elektroantriebe will er die Insulaner motivieren, trotz ständigem Gegenwind aufs Rad umzusteigen. Einige Wege wurden durch die starke Erosion weggespült. Die lokale Umweltorganisation Attention Fragile arbeitet mit der Bevölkerung an der Befestigung der Küstenlinie. Auch bedrohte Tierarten suchen auf den Magdalenen Unterschlupf. Für den Gelbfuß-Regenpfeifer ist der Archipel die einzige verbliebene Brutstätte in ganz Québec. Eine seltene Kuhherde produziert die Milch für den Käse und ist Teil der lokalen Kreislaufwirtschaft. Den Elementen der Natur ausgeliefert, sind die Madelinots weitgehend auf sich allein gestellt. Zwischen Wind und Dünen pflegen sie eine lebhafte Kultur, die ihnen hilft, mitten im Sankt-Lorenz-Golf zu überleben.
11:55
(1): Sardinen, der Leckerbissen aus Lissabon (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Piemont: der ruhelose Cesare Pavese (2): Japan: Goldrausch auf der Insel Sado (3): Irland: Sharons Miesmuscheln mit Cider (4): Niederlande: humorvoller Widerstand
13:10
(1): Finnland: Eine Saga, ein Volk und sein Wald (2): Deutschland: Mit Brot wird nicht gespaßt (3): Schweiz: Sandras Waffeln und Krapfen (4): USA: Eine Schneiderin im Schatten
14:00
Es ist Sommer, und Sandöns neueste Zuzügler, Carsten und Celia Larsson, haben alle Inselbewohner zur Einweihungsparty in ihre Luxusvilla eingeladen. Unter den Gästen sind auch Nora und ihr Freund Jonas. Als die beiden nach der Party spät in der Nacht auf dem Heimweg sind, geht die zur Villa gehörende Sauna plötzlich in Flammen auf. Doch die von Nora und Jonas gerufenen Rettungskräfte kommen für eine Person zu spät: Am nächsten Morgen wird in den Überresten der Sauna eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche gefunden. Das Werk eines Pyromanen? Oder ein kaltblütiger Mord? Ein neuer Fall für die Ermittler Thomas Andreasson und Mia Holmgren. Bald deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Opfer um Gastgeber Carsten handelt. Er ist seit der Party spurlos verschwunden - und bei mehr als genug Menschen sehr unbeliebt. Nicht nur war sein protziger Neubau vielen Inselbewohnern ein Dorn im Auge, allen voran dem Nachbarn Pär-Anders, auch die Baufirma ist wegen unbezahlter Rechnungen nicht gut auf ihn zu sprechen. Und dass Carsten zuletzt gesehen wurde, als er mit einer blonden jungen Frau die Party verließ, würde auch seiner eifersüchtigen Gattin Celia ein mögliches Motiv liefern. Kann Partygast Nora mit ihrer Orts- und Menschenkenntnis auch dieses Mal Thomas bei den Ermittlungen helfen? Doch auch sie weiß nichts über den mysteriösen Russen, der als ungeladener Gast auf der Party nach Carsten gesucht haben soll. Könnte er etwas mit dem Fall zu tun haben?
15:30
Auf geht's, für eine Woche zum Segelcamp nach Knarrholmen! Während sich Noras 12-jähriger Sohn Simon auf das Ferienabenteuer auf der kleinen Nachbarinsel freut, muss Benjamin von seinem Vater Christian regelrecht dazu gedrängt werden. Christian hofft, dass Benjamin endlich etwas selbstsicherer wird. Doch der in sich gekehrte Bücherwurm wird dort schnell zum Ziel gemeiner Späße der älteren Jungen. Bei einer Schnitzeljagd werfen sie Benjamins Kleider ins Wasser und lassen ihn vor Kälte zitternd am Strand zurück. Ein Mann kommt Benjamin mit einem trockenen Handtuch zu Hilfe. Es ist Pontus Lindqvist, der alles beobachtet hat und gerade erst nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs aus der Haft entlassen wurde. Am nächsten Morgen ist Benjamin spurlos verschwunden. Thomas Andreasson und seine Kollegin Mia Holmgren machen sich sofort auf die Suche nach dem Jungen und seinem mutmaßlichen Entführer ... Thomas hatte eigentlich in die Nachtschicht gewechselt und im Hafen Ausschau nach Treibstoffdieben gehalten. So wollte er tagsüber mehr Zeit für Pernilla haben, die sich alleine auf der Insel unwohl fühlt. Doch seit Benjamins Verschwinden ist Thomas wieder voll eingespannt, und Pernilla flüchtet in die Stadt. Unterdessen sieht Noras Stieftochter Vera in deren Freundschaft mit Thomas eine Gefahr für die Beziehung zwischen Nora und ihrem Vater Jonas. Tatsächlich kriselt es zwischen den beiden, nicht zuletzt wegen Jonas' aufkeimender Eifersucht ...
17:05
Kaliforniens Seeotter leben in dichten, artenreichen Unterwasserwäldern aus Riesenalgen, sogenannten Kelpwäldern. Dort finden sie Nahrung und Schutz, um ihre Jungen aufzuziehen. Die Kelpwälder wurden allerdings durch steigende Wassertemperaturen und die Massenvermehrung gefräßiger Seeigel zu großen Teilen vernichtet. Forscherinnen und Forscher suchen nun fieberhaft nach Wegen, um zu retten, was noch übrig ist. Seeotter spielen dabei eine Hauptrolle, denn sie fressen Seeigel und halten so den zauberhaften Unterwasserdschungel am Leben. Wichtiger Nebeneffekt: Kelp bindet riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid und bremst damit die Erderwärmung. Die Otter werden zu tierischen Kämpfern für das Klima. Die Dokumentation begleitet mit spektakulären Über- und Unterwasseraufnahmen das Familienleben der Seeotter und anderer Kelp-Bewohner und zeigt den Kampf engagierter Biologen des weltberühmten Monterey Bay Aquariums um das Überleben dieser vom Aussterben bedrohten Art.
17:50
Mitten im Pazifik, fast genau auf halber Flugstrecke zwischen Neuseeland und Australien, liegt Lord Howe Island, für viele eine der schönsten Inseln der Welt - nicht nur wegen ihrer weißen Sandstrände und türkisblauen Lagunen. Lord Howe ist Unesco-Weltnaturerbe, weil hier an Land hunderte endemische Arten leben, die im Lauf der Evolution einen besonderen Weg gegangen sind. Auch die Unterwasserwelt um Lord Howe ist einzigartig. Aufgrund spezieller Strömungen befindet sich hier das südlichste Korallenriff der Welt. Die fast 4.000 Unterwasserbewohner sind Wanderer zwischen den Welten, zwischen kalt und warm. Auf der Insel leben nur knapp 400 Menschen. Laut Gesetz dürfen sich zusätzlich nur 400 Touristinnen und Touristen pro Tag auf der Insel aufhalten. Doch das Paradies ist trotz strengster Auflagen in Gefahr. Eingeschleppte Ratten und Mäuse bedrohen die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Doch die recht eigenwilligen Insulaner um den Naturforscher Ian Hutton sowie die Ranger des Nationalparks schlagen zurück! In einem mehr als zweijährigen Kampf werden die Nager besiegt. Dann beginnt das "Wunder von Lord Howe". Plötzlich tauchen Tiere auf, die seit Jahrhunderten als ausgestorben galten. Lord Howe Island ist ein Beweis dafür, wie der Mensch Natur zerstören und wie er sie retten kann. Der mehrfach international ausgezeichnete Tierfilmer Florian Guthknecht hat den Weg der Insel und ihrer Bewohner über 20 Jahre begleitet.
18:35
Niue unterscheidet sich von den meisten Inseln im Südpazifik. Der gewaltige Kalksteinfelsen, der sich aus dem Meer erhebt, wirkt wie eine natürliche Festung - mit schroffen Steilküsten, spektakulären Höhlen und schwer zugänglichen Schluchten. Eine Landschaft wie von einer anderen Welt, bewohnt von nur rund 1.700 Menschen. Vor mehr als 20 Jahren kam der Imker Andy Cory wegen einiger verlassener Bienenstöcke nach Niue - und fand seine Lebensaufgabe. Seine Bienenvölker zählen zu den letzten krankheitsfreien der Erde. In Zeiten des weltweiten Insektensterbens bewahrt er auf dieser kleinen Insel einen Schatz von unschätzbarem Wert. 2022 stellte Niue seine gesamte Meeresfläche unter Schutz - ein Gebiet von 320.000 Quadratkilometern. Walbeobachter BJ Rex kennt die Gewässer rund um seine Heimat wie kaum ein anderer. Gemeinsam mit der Meeresbiologin Enorha Guimard begleitet er Buckelwale, die hier jedes Jahr ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen. Ein Naturschauspiel, das nur an wenigen Orten der Erde in dieser Intensität zu erleben ist. Seit jeher bestimmt der Ozean das Leben der Menschen auf Niue. Im Dorf Hakupu im Südosten der Insel arbeitet der Künstler Sully Paea mit Kindern an einem traditionellen Kanu. Er will altes Wissen bewahren und weitergeben. Sein Traum: eines Tages mit einem selbstgebauten Boot nach Tonga zu segeln, so wie es seine Vorfahren einst taten. Niue ist nicht nur ein ökologisches Refugium, sondern auch kulturell einzigartig, mit eigener Sprache, starker Identität und als weltweit erste "Dark-Sky-Nation". Eine faszinierende Reise in eine nahezu unbekannte Südseewelt - über und unter Wasser, bei Tag und bei Nacht.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Rund ein Drittel der Frauen in Deutschland ist unzufrieden mit dem eigenen Körper. Auch Yvonne Herde aus Hessen wollte ihre Figur optimieren, als sie vor gut einem Jahr mit Bodybuilding begann. Das tägliche Krafttraining: für sie ein Gamechanger. "Ich mag den Look von Muskeln und die Macht, meinen Körper so zu formen, wie ich ihn am schönsten finde", sagt die 30-Jährige. Dafür muss sie auch Kritik einstecken, denn Muskeln gelten nach wie vor als männliches Ideal. "Viele sagen, jetzt siehst du gut aus, aber du willst doch nicht noch mehr! Was nehmen die sich raus? Es ist mein Körper". Denn Yvonne will noch mehr: Sie startet in ihre erste Wettkampfsaison. Es ist nicht nur ein Kampf mit Kalorien und gegen Körperfett, sondern auch gegen Vorurteile und Vorwürfe. Mit ihren strengen Diäten und täglichen Trainingseinheiten ordnen die Bodybuilderinnen ihrem Sport fast alles unter: Familie, Freunde, Vergnügen. Nur mit eiserner Disziplin lässt sich jeder einzelne Muskel aufbauen, der Körperfettanteil immer weiter reduzieren. Carina Møller-Mikkelsen hat das Bodybuilding nach vier Jahren aufgegeben. "Ich dachte damals, dass ich nur schön bin, wenn ich schlank bin." Vor Wettkämpfen nahm sie Abführmittel und Entwässerungstabletten und entwickelte eine Essstörung. Ihre Periode blieb eineinhalb Jahre aus. Als Influencerin setzt sie sich heute für ein positives Körpergefühl ein. Sport ist ihr weiterhin wichtig. Doch jetzt wolle sie mit ihrem Körper zusammenarbeiten, sagt sie, und nicht wie damals gegen ihn.
20:15
Der Atlantik ist jung und wild - ein Ozean der Stürme. Kein anderes Meer erlebt so heftige Gezeiten oder reißende Strömungen. Trotzdem ist der Atlantik eine Brücke zwischen den Kontinenten. Mutige Seefahrer überquerten ihn schon vor Jahrhunderten und schrieben Geschichte. Doch er war auch Schauplatz dunkler Kapitel wie des Sklavenhandels. Die kraftvollen Strömungen des Atlantiks können tödlich sein, aber sie schaffen auch Leben. Für Europa besonders wichtig ist der Golfstrom. Er beeinflusst unser Klima und sorgt für gemäßigte Temperaturen. Vor den Lofoten schafft er für riesige Kabeljauschwärme ideale Laichbedingungen und lockt Menschen aus aller Welt auf die abgelegenen Inseln. Bis zu 16 Meter liegen am Atlantik zwischen Ebbe und Flut. Das prägt den Alltag der Menschen, denn die Gezeitenzonen sind ein artenreicher Lebensraum. Im Senegal sammeln Frauen bei Niedrigwasser Muscheln auf den Wattflächen und Austern zwischen Mangrovenwurzeln. So ist der Ozean Taktgeber und wirtschaftliche Grundlage zugleich. Er sichert ihren Lebensunterhalt. Der Atlantik ist ein Ozean der Extreme: In der Karibik richten gewaltige Stürme und Hurrikans enorme Zerstörungen an, außerhalb der Saison bietet die Region jedoch paradiesische Lebensbedingungen. Anschauliche Illustrationen und spektakuläre Aufnahmen machen das marine Leben und die Dynamik der Meeresströmungen erlebbar. Diese Folge der Reihe zeigt eindrucksvoll, wie der Ozean die Menschheitsgeschichte mitbestimmt und Lebenswelten gestaltet.
20:55
Der Pazifik bedeckt ein Drittel der Erdoberfläche. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass seine Oberfläche "friedlich" wirkt. So dachten die ersten Europäer, die ihn überquerten. Und doch prägen ihn auch gewaltige Kräfte tief unter der Oberfläche. Lange Zeit eine Barriere, ist er heute Bühne des Welthandels. Der Pazifische Ozean trennt Asien und Amerika in zwei scheinbar unendlich weit voneinander entfernte Welten. Doch vor etwa 35.000 Jahren verband eine Landbrücke die beiden Kontinente und ermöglichte so die Ausbreitung des Menschen nach Amerika. Heute ragt die Sankt-Lorenz-Insel als einer der letzten Zeugen der ehemaligen Verbindung aus dem eiskalten Wasser der Beringsee. Hier leben die Yupik. Denn auch wenn der Ort stürmisch und unwirtlich scheint - das Meer mit seinem reichen Ökosystem bietet ihnen alles, was sie zum Leben brauchen. Auch auf der südkoreanischen Insel Jeju liefert der Pazifik den Haenyeo-Frauen eine Lebensgrundlage. Zwischen Felsen tauchen sie nach Meeresfrüchten - gefährliche Tauchgänge, die ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit sichern. Der Pazifik ist jedoch auch ein Ozean der Katastrophen: Entlang des Pazifischen Feuerrings brodeln riesige Vulkane und in Japan haben Erdbeben und Tsunamis tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In spektakulären Aufnahmen und anschaulichen Illustrationen macht diese Folge die gewaltigen Naturkräfte und vielfältigen Lebenswelten des Pazifiks erlebbar. Wie bereits der erfolgreiche Vorgänger "Kontinente" erzählt auch die Reihe "Ozeane" vom engen Zusammenspiel zwischen Natur, Mensch und Kultur.
21:40
Schimmernd blau breitet sich der Indische Ozean zwischen Afrika, Asien und Australien aus. Die Europäer haben seine Bedeutung lange unterschätzt - dabei war er schon früh ein Tor zur Welt. Die warmen Gewässer des Indischen Ozeans beherbergen eine einzigartige Artenvielfalt und bilden die Lebensgrundlage der Menschen an seinen Ufern. In der zerklüfteten Landschaft des Sundaschelfs finden Seenomaden einen geschützten Siedlungsraum, wo sie völlig autark leben. Dazu perfektionieren sie ihre Tauchfähigkeiten und passen ihr Leben an den Ozean an. Der Indische Ozean ist auch die Geburtsstätte des Monsuns. Das mächtige Wetterphänomen bringt enorme Niederschläge, sorgt für fruchtbares Schwemmland und schafft somit die Grundlage für ein rasantes Bevölkerungswachstum. Mit seinen Winden ermöglicht der Monsun außerdem Fahrten über das offene Meer ins Unbekannte. So entstand bereits in der Bronzezeit ein riesiges Handelsnetz. Über den Indischen Ozean tauschen Menschen aber nicht nur Waren. Vor allem auf Inseln, die als Rast- und Relaisstationen dienten, zeigt sich bis heute eine Vermischung von Menschen, Kulturen und Religionen. Als Schnittstellen zwischen Flüssen und dem Meer sind die Deltas des Indischen Ozeans Wiegen der Zivilisation - und Lebensader für Abermillionen Menschen und Tiere. In den Sundarbans arbeiten Fischer mit Ottern zusammen. Sie trainieren diese intelligenten Säuger, um in den dichten Mangroven an Nahrung zu gelangen. Diese Folge zeigt, wie der Indische Ozean seit Jahrtausenden das Leben, den Handel und die Kulturen seiner Küsten prägt.
22:25
Spätnachts in Genf: Krankenwagen und Polizei am Straßenrand. Ein kalter Wind weht. Blaulicht erhellt die Silhouette einer Frau, die in Handschellen gelegt wird, während hinter ihr ein Mann auf einer Trage von Rettungssanitätern abtransportiert wird. Auf dem Polizeirevier steht den Beamten der Schock ins Gesicht geschrieben, denn die Verhaftete ist niemand anderes als Anne Dupraz, eine prominente Staatsanwältin in ihrem Schweizer Kanton. Bei der Befragung durch die junge Ermittlerin Carla Meier verzichtet Dupraz auf einen Anwalt und gesteht ohne Umschweife, vorsätzlich auf den unbewaffneten Mann geschossen zu haben. Dieser war der Polizei bereits bekannt: Als Besitzer einiger Lokale ist Saretti mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Erst vor kurzem wurde ein abgetrennter Finger in seiner Pizzeria gefunden. Gibt es einen Zusammenhang?
23:15
Einen Monat vor der Tat machte sich in Anne das Gefühl breit, von ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden: Ihre Tochter Elsa bekommt ein Angebot von einem Sportagenten, der sie im Eiskunstlauf unterstützen will und ihr eine große Karriere verspricht. Als er bei ihnen zu Hause eintrifft, erstarrt Anne. Der Mann erinnert sie an ihre Jugendliebe Philippe. Im Verhörraum ist die Ermittlerin Carla Meier von Annes Erzählung nicht überzeugt. Sie vermutet, dass die Staatsanwältin etwas verheimlicht. Sie machen eine kurze Pause und beschließen, Annes Wohnung zu durchsuchen. Dabei stoßen sie auf eine Schachtel mit Schusspatronen. Hat Anne Dupraz damit auf Saretti geschossen? Zeitgleich findet die Polizei heraus, dass Saretti in Wirklichkeit Philippe Teissier heißt. Er war acht Jahre lang wegen Drogenhandels im Gefängnis. Polizist Thomas Hoffman beschließt, seine Ermittlungen an anderer Stelle weiterzuführen. Er überprüft den Lebenslauf von Anne und stellt fest, dass es eine Lücke von fünf Jahren gibt. Was hat Anne zwischen 1989 und 1994 gemacht? Und dann wird auch noch die Leiche eines jungen Mädchens in der Arve gefunden. Fehlt ihr womöglich der Finger, der bei Saretti in der Pizzeria gefunden wurde?