04:30
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Marylin Monroe.
05:00
Der junge Maori und Kriminalpolizist Ariki Davis lebt sich endlich in Queenstown ein und trainiert hart für das legendäre Coast-to-Coast-Rennen. Durch die Proteste befreundeter Umweltaktivisten, die gegen ein großes Immobilienprojekt direkt am Fluss kämpfen, ist die Stimmung in der kleinen Stadt aufgeladen. Gegen seinen Chef Stephen Tremaine häufen sich Korruptionsvorwürfe. Ariki sieht ihn in seinen Visionen immer wieder in Gefahr. Und diesmal bewahrheitet sich seine Vorahnung: Tatsächlich kann Ariki seinen Chef in letzter Sekunde davon abhalten, von der berüchtigten One Lane Bridge zu springen. War das wirklich nur ein Zufall? Oder besitzt er tatsächlich hellseherische Fähigkeiten? Ariki deckt Stephen gegenüber seinen Kollegen und Vorgesetzten. Stephens Frau Lois organisiert einen Kurzurlaub, um ihm eine Auszeit zu verschaffen. Doch als Arikis Freund, der Umweltaktivist Joe, erhängt an der Brücke aufgefunden wird, nehmen die Ereignisse eine dramatische Wendung. Die Verletzungen an Joes Leiche deuten auf Mord hin, so dass sich Stephen kurzerhand in die Ermittlungen stürzt. Als Erstes nimmt er den Unternehmer und Restaurantbesitzer Marc "Haggis" McCrae als Tatverdächtigen fest. Während Ariki mehr denn je von Visionen heimgesucht wird ...
05:55
Eines der berühmtesten Tanzpaare des Salons Los Angeles in Mexiko-City sind Ricardo und Paola. Sie haben sich vor Jahren beim Tanzen kennengelernt, seitdem sind sie ein Paar - beim Tanzen wie im Leben. Die beiden Stars der Szene tragen die auffälligsten Kostüme, ihre grellen und schillernden Outfits sind bis ins Detail aufeinander abgestimmt. Paola hat einen ganzen Dachboden voller Roben, Schmuck und Schuhe und mehr als tausend Kleider. Und auch der 88-jährige David ist dem Danzón verfallen: Sein ganzes Leben schon tanzt er, bis ein Unfall dem ein Ende setzte. Doch allabendlich schaltet er in seiner kleinen Wohnung die Musik an, schwelgt im Rhythmus und den Bewegungen: "Danzón ist meine Geliebte, ich kann sie nicht verlassen, wenn ich anfange zu tanzen, bin ich ein brennender Feuerwerkskörper, den niemand ausschalten kann", sagt er. Über sein Handy und die sozialen Medien verbreitet er alle News und Termine rund um die Tanzveranstaltungen. Und dann ist da noch der Schreiner und Restaurator Mario. Schuhe sind für ihn wesentlich beim Tanzen, für ihn spricht ein Tänzer mit seinen Schuhen. Weil ihm keine gut genug waren, stellt er seine Schuhmodelle seit 30 Jahren selbst her. Alle fiebern sie einem großen Ereignis entgegen: dem 87. Jahrestag des Salón Los Angeles. Der Salon ist eines der ersten und charakteristischsten Tanzlokale von Mexiko-City. Es sind nicht mehr viele, aber die, die noch existieren, haben den Charme eines Ortes, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
06:50
(1): Drei Kontinente, ein Gericht: Cuscuz aus São Paulo (2): Ein Biss'chen Heimat: Lola, eine Brasilianerin in Lyon (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Theodor Kittelsens märchenhaftes Norwegen (2): Kourou: Bereit zum Abflug (3): Mongolei: Boyos Schafseintopf (4): Bretagne: Verbrechen vor der Insel Sein
08:05
(1): Griechenland: Henry Miller und die kleinen Freuden des Lebens (2): Skyr: Islands Zaubertrank (3): Ibiza: Martas Fischragout (4): Lorient: Die Schiffe der Zukunft
08:55
In der extremen Trockenheit der Atacama-Wüste im Norden Chiles wirkt der Camanchaca wie ein Wunder: In einer Region, wo so gut wie niemals Regen fällt, legt sich dieser dichte, vom Ozean kommende Nebel jeden Morgen über das Land und bringt die wenige Feuchtigkeit, die das Leben in dieser feindlichen Umgebung benötigt. Ohne den Camanchaca könnten Menschen, Tiere oder Pflanzen hier nicht überleben. Die wurzellosen Tillandsien gedeihen hier, indem sie das Wasser aus dem Nebel aufnehmen, Blumen sprießen nach jahrelanger Dürre, und die vereinzelten Viehzüchter können ihre Herden dank des Taus zum Grasen dorthin treiben. Die Changos - ein indigenes Urvolk, das einst an der Pazifikküste lebte - verehrten ihn. Der Nebel war für sie so etwas wie ein heiliger Atem und Ursprung zahlreicher Legenden und Rituale. Heute angesichts von Klimawandel und Wasserknappheit, finden lokale Gemeinschaften und Forschende neue Wege, um den Nebel einzufangen, passen die Landwirtschaft an, recyceln altes Wissen und testen innovative Systeme zur Wassergewinnung. Dank der Wolke werden Agrarökologie, erdfreier Weizenanbau und sogar Bierproduktion in einer Gegend möglich, die zu den trockensten der Welt zählt. An der Schnittstelle zwischen Tradition, Wissenschaft und Zukunft lehrt der Camanchaca, wie fragil das Leben ist, aber auch, wie sehr sich Mensch und Natur an widrige Lebensumstände anzupassen und durch Innovation ihr Überleben zu sichern vermögen.
09:40
Der geheimnisvolle "Wolkenhut" Kasagumo ist ein seltenes Phänomen am japanischen Himmel über dem Berg Fuji. Er verdankt seine Entstehung dem subtilen Zusammenspiel von Höhenwinden, feuchten Strömungen und dem perfekten Profil des heiligen Vulkans. Der Kasagumo fasziniert und verzaubert alle: Für Meteorologen ist er ein komplexes Studienobjekt, für Fotografen und Künstler ein im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu greifender Quell der Inspiration. Seit Hunderten von Jahren beeinflusst der Kasagumo den Bauernkalender, Gedichte, Gemälde und Volkserzählungen. Als Symbol für stille Kraft steht er im Mittelpunkt vieler Rituale und symbolisiert den Respekt vor der Natur - die Grundlage der japanischen Spiritualität. Seine Flüchtigkeit gemahnt an die Vergänglichkeit, die in der japanischen Kultur eine zentrale Rolle spielt, aber auch an das empfindliche Gleichgewicht zwischen Berg, Klima und Mensch. Die Erderwärmung lässt neue Kontroversen um den Wolkenhut entstehen, doch egal, ob er als lebendes Kunstwerk gefeiert oder als Klimawächter untersucht wird: Der Kasagumo lädt dazu ein, sich Gedanken über die zerbrechliche Schönheit der Welt zu machen. Meteorologen, Teebauern, Künstler und Bewahrer von Traditionen erzählen von der Vielfalt der Sichtweisen auf diese mythische Wolke. Als Spiegelbild des Ideals von Harmonie steht sie in der japanischen Vorstellungswelt für die heilige Verbindung zwischen Wissenschaft, Spiritualität, Kultur und Natur.
10:25
Der Tafelberg im südafrikanischen Kapstadt wird von einer besonderen Wolkenformation bekrönt: dem Tablecloth, der sich wie eine Decke über Ozean, Sandsteinwände und pulsierendes Stadtleben legt. Dieser Nebel spielt eine zentrale Rolle im lokalen Klima: Er regelt die Temperatur, speist Grundwasser und Flüsse und trägt maßgeblich zum unglaublichen Artenreichtum des Fynbos bei, einem einzigartigen Ökosystem mit vielen endemischen Pflanzen- und Tierarten. Seit Jahrtausenden haben sich hier Menschen angesiedelt, das Land kultiviert und aus diesem Wolkenschleier sowohl Wasser als auch Inspiration geschöpft: zuerst die Khoisan, später niederländische Siedler und schließlich multi-ethnische Gemeinschaften. Der Tablecloth schützt die außergewöhnlichen Weinberge und erhält das fragile Gleichgewicht zwischen Stadt, Natur und Landwirtschaft. Doch die Probleme verschärfen sich: Dürren, Überbevölkerung, invasive Arten, Wasserknappheit und die Auswirkungen des Klimawandels stellen eine wachsende Bedrohung dar. Wissenschaftler erforschen die Zusammenhänge und suchen nach Wegen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Bevölkerung lernt währenddessen, Ressourcen zu schonen, die Artenvielfalt zu bewahren, und neu zu würdigen, was der Berg für sie leistet. Angesichts der Wasserkrise des "Day Zero" werden die Menschen aktiv, entwickeln neue Nutzungsmöglichkeiten und reflektieren das weitere Zusammenleben mit der Natur. Der Tablecloth lädt auch dazu ein, die elementare Verbindung zwischen modernen Gesellschaften und einer sich ständig verändernden Umwelt neu zu denken.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Der legendäre Butterkuchen der Bretonen: Kouign-amann (2): Ein Biss'chen Heimat: Jean-Charles, ein Bretone in Schweden (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Joseph Ferdinand Chevals Palast in der Drôme (2): Südafrika: "Braai" verbindet (3): Belize: Arennes Kokosreis mit roten Bohnen (4): Frankfurt: Die Edelweißpiraten
13:10
(1): Bretonische Ferien, ein Familienroman (2): Kolumbien: die kulturelle Vielfalt der Marimba (3): Italien: Lucas toskanisches Tomatenbrot (4): Deutschland: Boxen ums Überleben
14:00
Im London des 19. Jahrhunderts lernen sich im Internat Brompton der unscheinbare John Watson und der hochbegabte Sherlock Holmes kennen. Die beiden Teenager könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch bahnt sich sofort eine Freundschaft an: Die fiktive Begegnung ist eine Hommage an die Romane von Sir Arthur Conan Doyle, der mit dem Duo Sherlock Holmes und Dr. Watson einen Meilenstein der Kriminalliteratur schuf. Der von Steven Spielberg koproduzierte Film erzählt vom ersten Fall des Genies und seines Partners. Als der Arztsohn John Watson in die englische Hauptstadt London zieht und die Schule wechseln muss, ist er plötzlich der Neue im Internat Brompton. Hier trifft er den jungen Sherlock Holmes, und zwischen den unterschiedlichen Teenagern ist es Freundschaft auf den ersten Blick: John ist schüchtern, ein bisschen pummelig und unscheinbar, Sherlock hingegen ist Jahrgangsbester im Fechten und das unnahbare Genie unter den Schülern, nie um eine Gelegenheit verlegen, sein Können unter Beweis zu stellen. Als sich einige rätselhafte Suizide ereignen, ist sich Sherlock sicher, dass etwas nicht stimmt. Gemeinsam mit John Watson beginnt er zu ermitteln. Sie werden tatkräftig von Sherlocks heimlicher Liebe unterstützt, seiner Mitschülerin Elizabeth. Für Sherlock und John ist dieses erste Abenteuer der Beginn einer lebenslangen Freundschaft. Auch wenn John Watson auf manche Waghalsigkeiten seines abenteuerlustigen Freundes gut und gerne verzichten könnte ... Ein spannungsreicher Film, der einen fiktiven Auftakt für die grandiosen "Sherlock Holmes"-Erzählungen liefert, in denen der Londoner Meisterdetektiv und sein bester Freund und Kollege Dr. Watson gemeinsam auch den mysteriösesten Fall lösen. Die Romane und die zahlreichen filmischen Adaptionen sind nicht zuletzt wegen der Kombination der ungleichen Protagonisten populäre Klassiker geworden, die noch heute die Zuschauer begeistern. Sherlock Holmes' Fälle sind beste Beispiele für die klassische Detektion: Eine Spur führt immer zum Täter.
16:10
Ein Waljunges, das vor der Küste von La Réunion geboren wurde, und eine ausgewachsene Meeresschildkröte treten ihre erste Ozeanüberquerung an. Der kleine Wal wird an der Seite seiner Mutter bei Madagaskar gesichtet, einer wichtigen Etappe auf der Wanderroute der Meeressäuger, die sich jedes Jahr in die nährstoffreichen Gewässer der Antarktis aufmachen. Die Meeresschildkröte hat dagegen ein anderes Ziel - sie setzt Kurs auf ihre Geburtsinsel in Europa, mehr als tausend Kilometer entfernt. Dort wird sie sich fortpflanzen, um das Überleben ihrer Art zu sichern. Buckelwale und Meeresschildkröten wurden so lange vom Menschen gejagt, bis sie kurz vor dem Aussterben standen. Heute erholen sich die Populationen zwar wieder, doch die menschlichen Aktivitäten stellen für die faszinierenden Meeresbewohner noch immer eine Bedrohung dar. Wenn sie überleben sollen, muss der Mensch sein Verhalten ändern und lernen, harmonisch und nachhaltig mit ihnen zusammenzuleben. So werden Tauchtouristen auf La Réunion zu einem respektvollen Umgang mit den Buckelwalen angehalten: Es bleibt den Tieren überlassen, ob sie sich ihren menschlichen Bewunderern nähern wollen oder nicht. Bei den Walbeobachtungstouren vor Sainte-Marie wird der Motor abgestellt, um das Waljunge und seine Mutter nicht zu stören. Und auf den Komoren legen die Bewohner von Itsamia den Wilderern das Handwerk, damit die Meeresschildkröten ihre Eier in Ruhe am nahe gelegenen Strand ablegen können. Denn um das Überleben dieser bedrohten Arten zu sichern, müssen prioritär die Orte bewahrt werden, an denen sie sich fortpflanzen.
16:55
Louis-Marie Blanchard befindet sich auf der letzten Etappe seiner Reise auf den Spuren von John Muir, die ihn nach Alaska führen. Er erkundet die faszinierenden Landschaften der Insel Wrangell, die animistischen Traditionen der Tlingit und die großen Ökosysteme, für die Muir so leidenschaftlich eintrat. Gleichzeitig wird eine andere Facette des ökologischen Kampfes beleuchtet: die Weitergabe von Kulturen, die Widerstandsfähigkeit der Völker und die Notwendigkeit schneller, effizienter Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auf Wrangell trifft er Mike Hoyt und Esther Reese, die sich für die Bewahrung der Tlingit-Kultur einsetzen. Gemeinsam sprechen sie über Totems, symbolträchtige Tiere, Gesänge und Rituale, die fast einer radikalen Kolonisierung zum Opfer gefallen wären. Der Tongass-Wald, ein riesiges feuchtes Schutzgebiet, bietet eine üppige Kulisse, die bereits Muir begeisterte. Blanchard fährt den Stikine-Fluss hinauf und begibt sich dann auf die Insel Chichagof, die Heimat der Grizzlybären. Mit einer Naturführerin wandert er durch den Wald, angelt in Lachsflüssen und beobachtet Bären in dieser atemberaubenden und doch bedrohten Natur. Der Höhepunkt ist der Besuch des Glacier-Bay-Nationalparks. Blanchard bricht zum Muir-Gletscher auf und spricht mit Zach Brown, Biologe und Aktivist, der wie bereits Muir ein Bewusstsein für den Klimawandel schaffen will, Jugendliche ausbildet und gegen die Nutzung fossiler Energien kämpft. Der Gletscher, der sich bis heute um 25 Kilometer zurückgezogen hat, wird zum Symbol des Kampfes um die Zukunft. Die Dokumentation hinterfragt die Fähigkeit der Menschheit, sich wieder mit der Natur zu verbinden und würdigt neben Muir auch all jene, die seine Botschaft weitertragen.
17:50
Ob Flüsse, Prärien oder Korallenriffe - überall auf der Welt setzen sich Menschen dafür ein, geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Ihre Projekte zeigen, wie eng der Schutz der Natur mit unserer eigenen Zukunft verbunden ist - für ein stabiles Klima, gesunde Ernährung und das Zusammenleben in einer vielfältigen Umwelt. Beispiel Bison: In den USA arbeiten Native Americans mit Naturschützerinnen und Park-Rangern zusammen, um den Bisons das Leben zu retten und mit ihnen wieder wilde Herden aufzubauen. Die Tiere weiden große Flächen ab und lassen so eine artenreiche Prärie aufleben, die etwa dreimal mehr Kohlendioxid speichern kann als Ackerland. Auf Raja Ampat, einem Archipel in Indonesien, ziehen sogenannte Hai-Mamas Zebrahaie in Zuchtstationen auf, um sie später freizulassen. Als Wächter der Korallenriffe sorgen die Haie für einen gesünderen Lebensraum. Barcelonas Fluss Besòs ist durch das Engagement von Wissenschaftlerinnen und Naturschützern wieder sauber - und inzwischen sogar ein Zuhause für den europäischen Aal. In einem Begegnungsgarten in der Bayerischen Gemeinde Lautertal steht ökologisches Gärtnern auf dem Programm. Das ist gut für die Natur und für die Menschen. Denn nebenbei überwinden Geflüchtete und alteingesessene Lautertaler gegenseitige Vorurteile. Ebenfalls in Bayern führt die Entdeckung der Bayerischen Kurzohrmaus zu Konsequenzen im Naturschutz - nun werden bestimmte Landschaften geschützt, die gleichzeitig Lebensraum für weitere Tierarten sind. All diese bemerkenswerten Geschichten zeigen: Es lohnt, sich für die Zukunft unseres Planeten zu engagieren.
18:35
Die Stürme nehmen zu, die Insel ist den Elementen ausgeliefert. Die Bewohnerinnen und Bewohner reagieren, indem sie sich vom konsumorientierten Lebensstil abwenden und aufs Wesentliche besinnen. Die Dokumentation taucht ein in das einfache, naturnahe Leben auf der Insel Sein. Vor der Küste des Départements Finistère widersetzt sich eine von unbeugsamen Galliern bevölkerte Insel den Auswüchsen des modernen Lebens. Im Zweiten Weltkrieg engagierten sich ihre Bewohner besonders stark in der Résistance. Heute kämpfen sie an vorderster Front gegen den Klimawandel. "Wer Sein sieht, sieht sein Ende." Der alte Seefahrerspruch beschwört die Gefahren der Iroise-See, die karge Île-de-Sein, die im Meer verschollenen Seeleute ... Heute ist die bretonische Insel jedoch ein einzigartiger Lebensraum für Menschen, die der modernen Welt den Rücken kehren. Der Film erzählt von Wolken, Wind, Wasser - und von den Inselbewohnerinnen und -bewohnern, die es jeden Tag mit den Elementen aufnehmen. Belohnt werden sie dafür mit einem Leben direkt am Puls der Natur, fernab vom Gedränge und Lärm der Stadt. Wer die Überfahrt bei stürmischem Wetter wagt, fragt sich, was diese Menschen dazu bewegt hat, hier ihren Anker auszuwerfen. In letzter Zeit nehmen Stürme und Überflutungen zu, die Insel droht zu versinken. Während die Menschen in Städten erst langsam anfangen, den Klimawandel wahrzunehmen, ist er auf Sein längst Realität geworden.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Die beiden 19-jährigen Rekruten David Bratland und Jesper Bruseth leisten hier in Kirkenes beim "Jegerbataljonen GSV" ihren Grundwehrdienst. Die Ausbildung der Grenzjäger, rund 400 Kilometer nördlich vom Polarkreis, ist hart. Im Winter sind hier Temperaturen von minus 30 Grad Celsius keine Seltenheit. Zudem gibt es nur wenige Stunden Tageslicht. Beim Orientierungslauf auf Skiern trainieren die Rekruten und Rekrutinnen nicht nur körperliche Fitness, sondern auch selbstverantwortliches Handeln. Ihre Aufgabe: Die knapp 200 Kilometer lange Grenze zu Russland zu überwachen und - im Kriegsfall - zu verteidigen. Neuerdings werden die Soldaten auch an schweren Waffen zur Flug- und Panzerabwehr ausgebildet. Während David und Jesper auf Skiern die verschneiten Weiten der norwegischen Tundra durchqueren, sieht sich der russischstämmige Kurator des Barents Spektakel, Jewgenij Goman, wenige Kilometer entfernt am zugefrorenen Förstevatne-See mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Das zentrale Element der Eröffnungsshow des Kunstfestivals - ein riesiger Flugdrache - will einfach nicht abheben. Während das exil-russische Künstlerkollektiv gemeinsam mit dem örtlichen Blasorchester fieberhaft basteln und die Performance proben, platzt die Nachricht vom Tod Alexej Nawalnys in die Vorbereitungen. Die Eröffnung einer Ausstellung über in Russland inhaftierte Regime-Gegner gerät zum spontanen Trauermarsch vor das russische Konsulat. Auch wenn es zunächst scheint, als könne keine rechte Festivalstimmung mehr aufkommen, wird die Eröffnungsshow am darauffolgenden Abend dann doch zum großen Spektakel, gegen die Hoffnungslosigkeit.
20:15
Matt King ist Anwalt und Treuhänder eines riesigen Familienlandguts auf Hawaii. Als man ihm im Krankenhaus mitteilt, dass seine im Koma liegende Frau Liz vermutlich nie mehr aufwachen wird, muss der vielbeschäftigte Matt seine beiden Töchter darauf vorbereiten, von ihrer Mutter Abschied zu nehmen. Amerikanische Dramedy von Alexander Payne mit George Clooney (2011). Matt King und seine Frau Liz leben auf Hawaii. Neben seinen Aufgaben als Rechtsanwalt und Treuhänder des Familienlandguts hat Matt nur wenig Zeit, für seine Töchter Scotti und Alex als Vater präsent zu sein. Von seiner Rolle als Ehemann für die waghalsige Liz ganz zu schweigen. Als diese nach einem Motorbootunfall im Koma liegt, muss der vielbeschäftigte Anwalt notgedrungen Vaterpflichten übernehmen. Gleichzeitig steckt er mitten in Verhandlungen über den geerbten Familienbesitz auf der Insel Kauai: Nach mehr als 150 Jahren wollen die Kings das geschützte Land für eine stattliche Summe verkaufen. In dieser neuen Routine wird Matt mit einer erschütternden Nachricht konfrontiert: Seine Frau wird vermutlich nie wieder aus dem Koma erwachen. Ihm bleiben nur wenige Tage, um das dem Familien- und Freundeskreis rechtzeitig mitzuteilen und damit allen einen persönlichen Abschied zu ermöglichen, bevor die lebenserhaltenden Maßnahmen wie von Liz vorgesehen eingestellt werden. Matt holt zuerst die 17-jährige Alex aus dem Internat, um ihr den bevorstehenden Tod ihrer Mutter mitzuteilen. Von der wütenden Teenagerin erfährt Matt den nächsten Schlag: Seit Monaten betrog ihn Liz mit einem Mann namens Brian Speer. Und wie sich herausstellt geht es bei diesem Speer um den Immobilienmakler, der am Kauai-Verkauf sehr viel Geld verdient. Trotz seines Schmerzes und Alex' störrischer Haltung macht sich Matt mit seinen beiden Töchtern auf die Suche nach Speer, um auch ihm den letzten Gruß an Liz' Sterbebett zu gewähren.
22:00
"All die Schönheit und das Blutvergießen" ("All the Beauty and the Bloodshed") ist ein persönlicher und zugleich politisch aufrüttelnder Dokumentarfilm der Oscar-prämierten Regisseurin Laura Poitras. Im Zentrum steht die Fotografin Nan Goldin, deren Werk und Leben untrennbar mit den Themen Intimität, Schmerz, Widerstand und Erinnerung verbunden sind. Der Film zeichnet ein vielschichtiges Portrait der Künstlerin, die sich nie gescheut hat, gesellschaftliche Tabus zu brechen - sei es durch ihre radikal ehrlichen Fotografien oder durch ihren öffentlichen Protest gegen die mächtige Sackler-Familie, die durch das Schmerzmittel OxyContin mitverantwortlich für die verheerende Opioid-Krise in den USA ist. Nan Goldin war selbst nach einem Unfall von dem Schmerzmittel abhängig geworden. Laura Poitras verwebt Nan Goldins künstlerische Laufbahn mit ihrem politischen Engagement: Archivmaterial, Interviews und ihre ikonischen Fotografien verschmelzen zu einer eindrucksvollen filmischen Geschichte. Begleitet werden dabei die widerständigen Aktionen der Aktivistengruppe P.A.I.N. (Prescription Addiction Intervention Now), mit der Goldin Museen weltweit dazu brachte, sich von den Sacklers zu distanzieren. Diese hatten sich als Kunstmäzene einen Namen gemacht. Der Film ist Chronik des Widerstandes und gleichzeitig eine Reflexion über Macht und die Kraft der Kunst, gesellschaftliche Veränderung anzustoßen. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig, ist "All die Schönheit und das Blutvergießen" ("All the Beauty and the Bloodshed") ein bewegendes Zeugnis für den Mut, sich zu exponieren - künstlerisch wie politisch. Ein Film, der unter die Haut geht.