14:00
Texas, 1963. Nach dem Attentat auf Präsident Kennedy nimmt Butch, ein Verbrecher auf der Flucht, den kleinen Phillip als Geisel. Sheriff Red Garnett heftet sich an seine Spur, begleitet von einem Scharfschützen und der Kriminologin Sally Gerber. Doch die Verfolger beginnen allmählich, zu verzweifeln ... - Spannendes, melodramatisches Psycho-Drama (1993) mit Kevin Costner. Texas, 1963: Den Gangstern Robert "Butch" Haynes und Terry Pugh gelingt es, aus dem Gefängnis von Huntsville zu flüchten. Bei einem Einbruch nehmen sie einen achtjährigen Jungen als Geisel. Als der aggressive Terry sich fast an dem kleinen Phillip vergeht, erschießt Butch ihn in einem Kornfeld. Von nun an fahren Butch und seine junge Geisel allein durch Texas. Butch hat ein klares Ziel: Alaska. Dort wohnt sein Vater, den er nie kennengelernt hat. Auch der kleine Phillip ist ohne Vater aufgewachsen, und so entwickelt sich zwischen dem ungleichen Paar eine Vertrautheit wie zwischen Vater und Sohn. Indessen macht sich Sheriff Red Garnett, der einst Butch ins Gefängnis gebracht hat, auf die Suche nach den Flüchtigen. Ihn begleiten die Kriminologin Sally Gerber, die sich klug gegen ihre männlichen Kollegen zu behaupten weiß, und der FBI-Scharfschütze Bobby Lee, der sich mehr für seine selbstbewusste Kollegin als für die Ergreifung des Gangsters zu interessieren scheint. Während das ungleiche Duo den verzweifelnden Polizisten ständig entwischt, lernt der aus einer strenggläubigen Familie kommende Phillip die Vorzüge des ungezähmten Lebens kennen, das Butch führt. Für den Jungen ist die Reise durch Texas auch ein Schritt in Richtung Erwachsenwerden: Er lernt, dass Gut und Böse nicht immer leicht zu trennen sind und dass auch im Herzen gute Menschen zum Opfer ihrer Umstände werden können.
16:15
Die Route 66 ist die Traumstraße schlechthin. In den USA ist sie das Symbol für den freien Westen, wo alles möglich ist, und für die Eroberung des Kontinents. Für einen Neuanfang irgendwo im viel beschworenen Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Route 66 führt über die sanften Hügel von Illinois und Missouri, durch die weiten Graslandschaften in Oklahoma und Texas, die Wüsten New Mexicos und Arizonas. Sie endet in Kalifornien, dem gelobten Land, das The Mamas and the Papas Mitte der 1960er Jahre im Hit "California Dreaming" besangen: "I'd be safe and warm if I was in L.A." - In Los Angeles würde ich mich jetzt warm und geborgen fühlen. Für viele Europäer war die Route 66 lange das Symbol für die USA schlechthin. Für den Ausbruch aus einem vom Zweiten Weltkrieg verwüsteten Kontinent. Für den Beginn der Popkultur. Für Träume, die mit dem Rock'n'Roll über den Atlantik geschwappt sind. Und damit für die kulturelle Anziehungskraft der USA. Was ist nach 100 Jahren davon übriggeblieben? Was vom Versprechen des freien Westens? Wo ließe sich das besser ergründen als auf der Route 66, auf einer Reise von Chicago nach Santa Monica im Großraum Los Angeles? Auf einer Zeitreise begegnet der Film schrägen Typen, die seit jeher von der Route 66 angezogen wurden. Menschen, die ihrem persönlichen Traum irgendwo mitten im Nichts leben. Aber auch Rednecks und Hillbillys, Landarbeiter und Hinterwäldler. Und Menschen, deren Geschichten selten erzählt werden: Native Americans und Hispanic Americans. Und jede Menge Reisende, die sich ihre Kicks auf der Route 66 holen.
17:50
In der Region Long Beach arbeiten die Parks-Canada-Biologen Todd Windle und Mike Collyer an zwei Projekten, die den Küstenwolf schützen und die fragile Dünenlandschaft von invasiven Gräsern befreien sollen. Unterstützt werden sie dabei von Freiwilligen sowie von der indigenen Toquaht First Nation. In der Region Broken Group Islands ist der Vogelkundler Yuri Zharikov auf der Suche nach Schwarzen Austernfischern, während Sam Starko und Clay Steell vom Bamfield Marine Science Center den Einfluss des Klimawandels auf die Seetangwälder vor der Küste des Nationalparks erforschen. Die Region West Coast Trail im Süden des Pacific Rim befindet sich auf dem traditionellen Gebiet der Huu-ay-aht First Nation. Hier arbeiten Kevin Peters und Joseph Jules als Trail Guardians, während Stella Peters und Wish Key den Parkbesuchern in Kiixin - dem einzigen noch erhaltenen traditionellen Dorf an der Westküste - ihre Kulturgeschichte nahebringen.
18:35
Der Ivvavik-Nationalpark liegt hoch über dem Polarkreis, im äußersten Nordwesten des Territoriums Yukon und fernab jeder modernen Zivilisation. Er umfasst eine Fläche von fast 10.000 Quadratkilometern, ist mehr als die Hälfte des Jahres von Schnee und Eis bedeckt, und gilt als das Kronjuwel unter den kanadischen Nationalparks. Seine Gründung als Nationalpark verdankt er der größten Karibuherde der Erde, die hier seit Jahrhunderten ihre Jungen zur Welt bringt. Aber der Ivvavik repräsentiert auch den kulturellen Geburtsort der indigenen Bevölkerung der Arktis, die hier bereits vor mehr als 10.000 Jahren als Jäger und Sammler lebten. So ist er der einzige Nationalpark Kanadas, in dem Naturschutz und der Schutz des kulturellen indigenen Erbes gleichgestellt sind. Jerry und Verna Arey, Renie Arey und Mervyn Joe erzählen im Ivvavik von ihrer tiefen emotionalen und kulturellen Verbindung zum Park und davon, wie viel er den Inuvialuit bedeutet. Die Ökologin Colleen Anderson untersucht die Vegetation im Park, die Rückschlüsse auf das Migrationsverhalten der Karibus ermöglicht. Nirgendwo auf der Welt sind die Auswirkungen des Klimawandels so sicht- und erlebbar wie in der Arktis in und um den Ivvavik-Nationalpark. Klimaforscher Dustin Whalen und die Geologinnen Alice Wilson und Celtie Ferguson untersuchen deshalb schon seit Jahren das Abschmelzen des Permafrosts, der für das Leben im hohen Norden lebenswichtig ist.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Waschbärjäger Alexander Knauf weiß nur zu gut, welche Schäden Waschbären an Häusern und vor allem auf Dachböden anrichten können. Sein Einsatzgebiet ist Kassel, die inoffizielle Waschbär-Hauptstadt Europas. Nirgendwo sonst leben so viele dieser intelligenten Raubtiere. Wenn sie sich durch Dämmwolle und Fassaden fressen, kann der ungebetene Besuch schnell Schäden von mehreren Zehntausend Euro verursachen. Für Knauf steht fest: Gegen die aus Nordamerika eingeschleppte Art hilft nur konsequente Bejagung. Denn natürliche Feinde hat sie in Europa kaum. Dass der Mensch darüber entscheidet, welches Tier ein Recht auf Leben hat und welches nicht, kann Tanja Schäfer nicht akzeptieren. In ihrer Wildtierhilfe zieht sie Waschbärjunge mit der Flasche auf. Und gemeinsam mit anderen Waschbär-Fans setzt sie sich für ein Umdenken ein. Jagen allein erscheint ihr wenig aussichtsreich. Stattdessen will sie einen unkonventionellen Weg erproben: Kann die Waschbär-Population durch Sterilisationen eingedämmt werden? Während in Deutschland über den richtigen Umgang mit den Waschbären gestritten wird, haben sie sich längst in die Nachbarländer ausgebreitet. In der belgischen Wallonie haben die Behörden ein Modellprojekt gestartet. Förster stellen Lebendfallen mit Überwachungskameras auf, um die Tiere zu fangen. Anschließend müssen sie das Gewehr in die Hand nehmen - "um einen Fehler des Menschen auszugleichen" wie sie sagen. Begeistert sind sie davon nicht. Würde Deutschland sein Waschbär-Problem endlich in den Griff bekommen, wäre das für sie eine große Erleichterung.
20:15
Juni 1945: Schwer verletzt und mit entstelltem Gesicht wird die Auschwitz-Überlebende Nelly von Lene, einer Freundin aus Vorkriegstagen und Mitarbeiterin der Jewish Agency, in ihre alte Heimat Berlin gebracht. Kaum genesen von einer Gesichtsoperation macht sich Nelly - den Warnungen Lenes zum Trotz, dass er es war, der sie gegen Kriegsende verraten habe - auf die Suche nach ihrem Mann Johnny. Als Nelly ihn endlich aufspürt, erkennt er in ihr nicht mehr als eine beunruhigende Ähnlichkeit. Johnny schlägt Nelly vor, in die Rolle seiner totgeglaubten Frau zu schlüpfen, um sich das Erbe ihrer im Holocaust ermordeten Familie zu sichern. Nelly lässt sich darauf ein und wird ihre eigene Doppelgängerin. Sie möchte wissen, ob Johnny sie je geliebt hat oder vielleicht sogar ihr Verräter war. Die junge Frau hält krampfhaft an ihrer verlorenen Identität und dem Glauben fest, dass sie durch Johnny ihr altes Leben wiedererlangen kann. Je ähnlicher sie der vermeintlich Toten wird, umso verzweifelter und irritierender wird Nellys Verhältnis zu Johnny. Wird er die Wahrheit gestehen?
21:45
Auf den ersten Blick eine ganz gewöhnliche Kleinfamilie: Clara, Hans und ihre 15-jährige Tochter Jeanne. In einem portugiesischen Badeort bewohnen sie ein kleines Appartement am Meer. Doch die Familie meidet jeden Kontakt zu anderen Menschen. Der Grund: Hans und Clara befinden sich als ehemalige Terroristen auf der Flucht. Seit 15 Jahren leben sie im Untergrund, wechseln ständig Identität und Wohnort. Ihr Leben erlaubt es nicht, dass sie Freundschaften schließen, denn die Polizei hat die Fahndung nach ihnen nie eingestellt. Auch Jeanne unterwirft sich mit eiserner Disziplin diesem Leben aus Lügen und Geheimniskrämerei. Während andere Mädchen ihres Alters Partys feiern, mit Jungen knutschen oder mit der Clique shoppen gehen, verbringt sie ihre Pubertät in sozialer Isolation. Bis sie sich in Portugal in den jungen Surftouristen Heinrich verliebt. Auf einmal spürt sie, wie sehr sie ihre eigenen Bedürfnisse den Zwängen der Eltern unterworfen hat. Sie beginnt, gegen die strikten Regeln aufzubegehren, trifft sich heimlich mit Heinrich und spielt mit dem Gedanken, ihre Eltern zu verlassen. Der Gedanke an diese Möglichkeit bringt das heranwachsende Mädchen in einen schweren Gewissens- und Loyalitätskonflikt, waren ihre Eltern doch 15 Jahre lang ihre einzigen Bezugspersonen. Für Hans und Clara wird der Boden in Europa derweil immer heißer, die Polizei hat ihre Spur aufgenommen. Fieberhaft bereiten sie ihre Flucht nach Südamerika vor. Ein letzter Banküberfall soll die Reise finanzieren. Doch die Situation gerät außer Kontrolle.
23:30
Fotografinnen und Fotografen in der DDR hatten einen überraschend großen Freiheitsspielraum, eine ausdrückliche Bildzensur gab es nicht. So konnten sie auch sichtbar machen, was von der Staatsmacht ausgeblendet werden sollte. Die Dokumentation stellt zwei Fotografinnen und zwei Fotografen vor, die das Leben in der DDR beobachteten und deren Werke in den vergangenen Jahren neu entdeckt wurden: Eberhard Klöppel ist im Mansfelder Land aufgewachsen und hat als Pressefotograf für die "Neue Berliner Illustrierte" viele Bildreportagen realisiert, die nun vielfältige Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Menschen in der DDR bieten. Dietmar Riemann aus Hartha in Sachsen sah den Staat, in dem er lebte, zunehmend kritisch. 1986 stellte er einen Ausreiseantrag, der erst 1989 bewilligt wurde. In der Zeit des Wartens und der Ungewissheit schrieb er ein über 1.000-seitiges Tagebuch und fotografierte heimlich die Berliner Mauer und Grenzanlagen. Die gebürtige Brandenburgerin Barbara Wolff dokumentierte in den 1970er und 1980er Jahren das Leben auf dem Land. Ihre Bilder zeigen einen Dorfalltag, der in vielen Aspekten trotz der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaftsproduktion archaisch erschien. Die in Berlin geborene Fotografin Christiane Eisler kam Anfang der 1980er Jahre mit der Punk-Bewegung in Berührung und porträtierte eine der ersten Punkbands in der DDR: Wutanfall. Außerdem zeigen ihre Bilder die Lebensbedingungen in den Erziehungsanstalten, in die junge Punkerinnen und Punker in den 1980er Jahren zwangseingewiesen wurden.