04:25
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Michelle Obama.
05:00
Im eigenen Land produzierter Wein könnte künftig bei über einer Milliarde Inder auf den Tisch kommen - vielleicht sogar bei Weinliebhabern auf der ganzen Welt. Die Dokumentation stellt einige dieser visionären Weinbauern vor. Rajeev Samant gehört zu den Vorreitern der indischen Weinkultur. Er hat den Weinbau nach Indien gebracht und legte die ersten Weinberge des Landes an. Mit seinem Gut Sula Vineyards, das wie ein Themenpark rund um Wein und Lifestyle gestaltet ist, erreichte er in weniger als 20 Jahren das Produktionsniveau der weltweit größten Weinbauern. Auf den Spuren von Pionieren wie Samant investiert der Franko-Inder Ravi Viswanathan bedeutende Summen in das Weinunternehmen Grover Zampa. Er möchte mit seinen Weinen zur internationalen Spitzenklasse vordringen. Bei einem Besuch während der Weinlese spricht er über seine Ziele für sein neues Gut und darüber hinaus. In Mumbai, der wirtschaftlichen und kulturellen Hauptstadt des Landes, hat sich Sonal Holland ganz dem Wein verschrieben. Die Weinkennerin, die als Einzige in Indien den Titel "Master of Wine" trägt, will den Frauen ihres Landes den Genuss edler Tropfen nahebringen. Denn für sie steht fest: Die neue Weinkultur unterstützt das Streben der jungen Inderinnen nach Erfolg und Emanzipation. Der Wein ist zum Symbol einer Gesellschaft geworden, die sich verändert und weiterentwickelt.
05:25
Die drei Weinanbaugebiete Thailands werden von nur acht Winzern bewirtschaftet. Die Region Khao Yai - 160 Kilometer nördlich von Bangkok - bietet die günstigsten Voraussetzungen für die Weinproduktion. Am Rand der imposanten Bergkette von Khao Yai liegt das fruchtbare Asoke-Tal mit der Domäne GranMonte, die der Familie Lohitnavy gehört. Sie hat sich vorgenommen, einen Wein zu produzieren, der über die Grenzen Thailands hinaus bekannt werden soll. Die junge Chefin von GranMonte hat die Domäne in kurzer Zeit an die Spitze der thailändischen Weinproduktion gebracht. In Brasilien hat sie gelernt, wie man Weinanbau unter tropischen Bedingungen betreibt. Die 31-jährige Nikki Lohitnavy ist die erste und einzige Weinbäuerin und Önologin Thailands. Sie experimentierte mehrere Jahre lang mit über 40 Rebsorten aus der ganzen Welt, bis sie die bestgeeigneten Arten für die tropischen Breitengrade fand. Noch um die Jahrtausendwende war Weintrinken in Thailand verpönt. Der Buddhismus warnt vor Alkoholgenuss, da er die Menschen unberechenbar mache. So ist Weintrinken nach wie vor ein Randphänomen und vornehmlich auf die junge, moderne Klientel der schicken Bangkoker Restaurants beschränkt. Die thailändische Weinkultur steht noch ganz am Anfang.
05:55
Einmal im Jahr legen die Bewohner der Gemeinde Schignano ihre Identität ab, um einen rauschhaften, euphorischen, wild-ungezügelten Karneval zu feiern. Die meisten Bewohner hier fahren täglich zum Arbeiten in die benachbarte Schweiz. Schignano hat eine lange Migrationstradition - schon Anfang des 20. Jahrhunderts suchten die Männer in Australien, Südamerika und den USA ihr Glück. Die Frauen blieben mit Kindern und Hof allein zurück. Damals wie heute waren jedoch einmal im Jahr alle wieder zu Hause: zur Karnevalszeit. Nicht zuletzt deswegen ist in Schignano der Karneval eng an das Thema Auswanderung geknüpft, die "Belli", die Schönen und Erfolgreichen und die "Brutti", die Hässlichen und Erfolglosen liefern sich wilde, deftige Szenen, begleitet von viel Alkohol. Battista, ein alteingesessener, berühmter Maskenschnitzer der Region, erklärt die Kostüme: "Der Schöne ist der, der die Welt bereist hat und zu Geld gekommen ist. Sein Bauch steht für Wohlstand, er trägt üppigen Schmuck, große, blumige Hüte, macht sich wichtig und gibt sich arrogant. Der Hässliche ist das exakte Gegenteil - er symbolisiert einen schlechten Lebenswandel, trinkt viel und trägt zerschlissene Kleider. Er ist voller Wut gegenüber den Schönen und Reichen." Das ganze Jahr ist Battistas Frau mit dem Nähen und Besticken der schrillen Kostüme beschäftigt - und hofft, wie alle hier, dass der Karneval auch in Zukunft weiterleben wird.
06:50
(1): Herzhafte Bauernsuppe aus Rumänien: Ciorba (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Latif Al Ani, Vater der irakischen Fotografie (2): Zirkus in Paris (3): Laos: Nees Bambussuppe (4): Madeira: Das gestohlene Lied
08:05
(1): Matilde Serao und die vergessenen Seelen Neapels (2): Dover: Das Tor zu England (3): Norwegen: Sissels Kartoffelgratin (4): Rennes: Bohne statt Christkind
08:55
Eine Reise entlang des Nils ist die Reise zur Wiege einer großen Zivilisation, deren Bauwerke bis heute in Staunen versetzen. Auf der Nil-Insel Elephantine erforschen Archäologen die Monumente aus der Pharaonenzeit. Dort lag der Umschlagplatz von Gold und Elfenbein für die Herrscher Altägyptens. Der berühmte Nilometer maß die Höhe der alljährlichen Nilflut. Heute erscheint manchen die Zukunft am großen Strom voller Chancen - wie etwa dem "Mangokönig" Hak Hussein, der sogar bis nach Europa exportiert. Andere sehen in der neuen Zeit gefährliche Verlockungen und fühlen ihre Existenz bedroht - wie der Flussschiffer Mahmud, dessen hölzerner Segelkahn nicht mehr konkurrenzfähig ist. An exotischen Plätzen wie dem Kamelsouk von Daraw scheint die Zeit hingegen stehengeblieben zu sein. Der Ort wirkt wie aus "1001 Nacht". Seit Jahrhunderten treiben auf dem Markt ausschließlich Männer Handel. Dabei haben sie aber den Weltmarkt fest im Blick und nutzen selbstverständlich modernste Technik. Hoch hinaus will auch der Unternehmer Mohammed. Er lässt in Luxor allmorgendlich Heißluftballons mit Touristen über dem Tal der Könige aufsteigen, wenn es der Wind und die politischen Verhältnisse erlauben.
09:40
Über Jahrtausende hat der Nil das Schicksal Ägyptens geprägt. Sein alljährlich wiederkehrendes Hochwasser überflutete das Land und machte es mit seinem Schlamm fruchtbar. Erst der Bau des Assuan-Staudamms machte den Fluss berechenbar, hält aber auch den natürlichen Dünger Flussschlamm von den Feldern fern. Dadurch sind neue Abhängigkeiten entstanden. Die Näherin Senab wehrt sich mit Fantasie und Kreativität gegen die Diskriminierung als alleinerziehende Mutter. Sie wurde zum Vorbild für notleidende Frauen, die sonst keine Chance zum Überleben hätten. Als Kunstmaler bewahrt Gamal in seinen naiven Gemälden die Kultur der Nubier, die einst wegen des Staudammbaus umgesiedelt wurden. In Naqada stellen Töpfereien seit 5.000 Jahren das gleiche Produkt aus Nilschlamm her. Die Nachfrage ist groß, denn die speziellen Wasserkrüge aus Ton sind durch Plastik nicht zu ersetzen. Die koptischen Weber hingegen finden kaum noch Käufer für ihre handgefertigten Textilien, weil die maschinelle Billigkonkurrenz erdrückend ist. Der Besitzer einer Zuckerrohrpresse hat eine Vermarktungsnische für sein traditionelles Produkt gefunden. Er bietet es als naturbelassenes Heilmittel unter einem Öko-Siegel an. Doch überall am großen Strom sind die Lebensgrundlagen durch das Ausbleiben zahlungskräftiger Touristen und den rücksichtslosen Umgang mit der Natur bedroht.
10:20
In den letzten Jahren hat sich vieles am Nil verändert, gesellschaftlicher Aufbruch und religiöse Konflikte sind nicht spurlos an den Menschen vorübergegangen. Und die einzigartige Nillandschaft verwandelt sich durch die vorrückende Wüste und diverse Umweltsünden in einen bedrohten Paradiesgarten. Die Menschen beeindrucken durch ihren Optimismus, der sie jede Chance auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände ergreifen lässt. Besonders für Frauen waren die letzten Jahre zwischen den Verheißungen des Arabischen Frühlings und der neuen Repression durch religiöse Eiferer und autoritäre Militärs ein Wechselbad der Gefühle. Die jungen Töpferinnen in der Oase Al-Fajum können sich durch ihre Kreativität erstmals finanziell unabhängig machen. Ein eigenes Geschäft zu eröffnen, war für Frauen auf dem Land vor einigen Jahren noch undenkbar. Besonders Mutige wie die Bikerin Basma nutzen in der Hauptstadt Kairo das Internet, um nicht allein gegen Vorurteile und alltägliche Gewalt angehen zu müssen. Für die Flussfischerin Wagiha dagegen bleibt der Fortschritt unerreichbar, sie kann ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Aber auch ihrer Familie ermöglicht der Nil das Überleben. Ohne sein Wasser könnten die Uferbewohner weder Felder noch Dattelpalmen bewässern. Auch die "beste Baumwolle der Welt", wie Handwerker Emad stolz behauptet, würde nicht gedeihen, und Möbelmacher Mansur könnte nicht die "bequemsten Sofas überhaupt" anfertigen. Der längste Fluss der Erde bleibt der Garant ihrer Zukunft.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Drei Kontinente, ein Gericht: Cuscuz aus São Paulo (2): Ein Biss'chen Heimat: Lola, eine Brasilianerin in Lyon (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Theodor Kittelsens märchenhaftes Norwegen (2): Kourou: Bereit zum Abflug (3): Mongolei: Boyos Schafseintopf (4): Bretagne: Verbrechen vor der Insel Sein
13:10
(1): Griechenland: Henry Miller und die kleinen Freuden des Lebens (2): Skyr: Islands Zaubertrank (3): Ibiza: Martas Fischragout (4): Lorient: Die Schiffe der Zukunft
14:00
Der König des englischen Königreiches Northumbria ist von den Wikingern ermordet worden. Seine Witwe, Königin Enid, muss dem Wikingerkönig Ragnar zu Willen sein und bringt neun Monate später ihren Sohn Erik zur Welt. Enid gelingt es, das illegitime Kind vor dem neuen, intriganten König Aella in Sicherheit zu bringen und seine Identität geheim zu halten. Doch dann wird Erik von den Wikingern geraubt und im hohen Norden als Sklave gehalten. Er trägt ein Amulett, aber niemand weiß, was es bedeutet und dass der Knabe der Halbbruder von Einar ist, dem Sohn und zukünftigen Erben von König Ragnar. Auch Erik selbst ahnt 20 Jahre lang nicht, wer er ist. Als sich sowohl Einar als auch Erik in die schöne Prinzessin Morgana verlieben, scheint ein Kampf unausweichlich. Die beiden Halbbrüder treffen aufeinander und ein Kampf um Leben und Tod beginnt, bei dem nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das der englischen Krone auf dem Spiel steht ... Auch wenn die historischen Fakten in diesem berühmten Kostümfilm nicht wirklich authentisch zu nennen sind, zeichnet er ein in weiten Teilen glaubwürdiges Bild der Wikinger als wagemutige und wilde Seefahrer. Zudem besticht der Film durch farbenprächtig wiedergegebene Riten und beeindruckende Aufnahmen an Originalschauplätzen.
16:00
Die Ostsee ist das jüngste Meer der Erde und erst nach der letzten Eiszeit entstanden. Es scheint so vertraut, bietet aber viele Überraschungen. Die erste Folge führt von Dänemarks Nordspitze über den Darß und die Kurische Nehrung bis zu den endlosen Stränden Lettlands. Die Dokumentation beginnt am Tor zur Ostsee an Dänemarks nördlichster Spitze: Skagen. Im Juni versammeln sich Hunderte von Seehunden auf einer einsamen Insel zwischen Dänemark und Schweden. Es ist die größte Seehundkolonie in der Ostsee. Nie zuvor durfte ein Kamerateam so nahe an die Tiere heran. Das Labyrinth aus Inseln, Sunden und Fjorden südlich des Großen Belts zog 2016 sogar zwei Delfine an. Über Monate blieben sie in den Förden von Kiel und Flensburg. Im Herbst 2015 taucht eine absolute Rarität in der Mecklenburger Bucht auf. Seit 150 Jahren wurde sie nicht mehr in der Ostsee gesehen. Erstmals gelingen Unterwasseraufnahmen von einem Sowerby-Zweizahnwal in der Ostsee - eine Sensation. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst lockt im Herbst Zehntausende Kraniche an. Durch die Lagunen wandern Rothirsche an den Kranichen vorbei zu ihren Brunftplätzen. In den Dünen am Darßer Ort kämpfen sie erbittert um die Gunst der Weibchen. An der Kurischen Nehrung schließlich trennt die bekannteste Düne das Haff von der Ostsee. Hier ist die Heimat vieler Seeadler. Die Kamera ist hautnah dabei, wenn die Adler um einen Fisch kämpfen. Nur wenige Kilometer weiter nördlich liegen die schönsten Strände der Ostsee. Lettlands Küste ist noch ursprünglich und fast menschenleer. Hier endet die erste Folge des Dreiteilers "Wilde Ostsee".
16:55
Auf dem Weg nach Kalifornien reist Louis-Marie Blanchard durch Oregon und die nördlichen Ausläufer der Sierra Nevada, bewundert unberührte Landschaften und lernt einiges über die dortigen Ökosysteme. In den White Mountains bestaunt er Langlebige Kiefern, die als älteste Bäume der Welt gelten und bis zu 5.000 Jahre alt werden können. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Connie Millar entdeckt er ihren faszinierenden Stoffwechsel und ihre außergewöhnliche Widerstandskraft - eine Inspiration für den Kampf gegen den Klimawandel. Im Anschluss durchquert er das Große Becken Nevadas, wo die dramatischen Folgen des Goldrauschs noch immer sichtbar sind. Die Vernichtung der indigenen Völker, die Umweltschäden durch den Bergbau und die bis heute nachwirkende Quecksilberbelastung gelten als menschliche und ökologische Tragödie. An der Seite des Historikers Ed Allen besucht er symbolträchtige Orte wie den Mono Lake und die Geisterstadt Bodie. Bei der vulkanischen Kaskadenkette im Norden besucht er ein Herbarium, nimmt den Vulkanboden unter die Lupe und erkundet die Vegetation in Höhenstufen. Nach einem Stopp am Mount Shasta führt ihn die Reise schließlich zu den einst artenreichen Naturwundern Crater Lake und Mount Rainier. Mit der Biologin Amanda Silber vom Mount Rainier Institute beobachtet Blanchard die Folgen des Klimawandels: schmelzende Gletscher, bedrohte alpine Pflanzen und aus dem Gleichgewicht geratene Ökosysteme. Dieser Teil der Doku-Reihe vertieft die zentralen Umweltfragen des amerikanischen Westens und verbindet Forschergeist, geschichtliche Exkurse, Ökologie und kontemplative Momente. Er ist zugleich eine Hommage an eine neue Langsamkeit, ans genaue Beobachten und an die letzten wilden Landschaften des Kontinents.
17:50
Klimakrise, steigende Energiekosten und soziale Ungleichheit - Gründe, warum die Welt saubere, sichere und bezahlbare Energie benötigt. Die Lösungen wären da, oft hapert es allerdings an der Umsetzung und Akzeptanz. Doch mittlerweile gibt es gute Beispiele, die zeigen, wie sich grüne Energie in die Fläche bringen lässt - so, dass alle davon profitieren. Eine Agraringenieurin aus Rheinland-Pfalz macht aus Küchenabfällen brennbares Gas - für einfache Biogasanlagen, die in Afrika verkauft und ohne Strom betrieben werden. So kochen Frauen etwa im Senegal heute nicht nur ohne gesundheitsschädliche offene Feuerstellen, sondern verdienen mit dem Gas aus organischen Abfällen sogar Geld. Biogas hat auch das bayerische Großbardorf verändert. Einst litt die Gemeinde an Bevölkerungsschwund. Doch durch eine Biogasanlage, Windräder und einen Solarpark produziert die engagierte Dorfgemeinschaft mehr Wärme und Strom, als sie verbraucht. Und die günstige Nahwärme sorgt sogar dafür, dass der Ort wieder attraktiv wird. Eine Genossenschaft in den Niederlanden entwickelt einen Solarpark zum "Energiegarten" weiter: Schafe grasen zwischen den Modulen, gefährdete Pflanzen kriegen eine Chance - und Dorfbewohnerinnen und Touristen bekommen ein neues Ausflugsziel. In Schleswig-Holstein machen Forscherinnen mit Kameras und künstlicher Intelligenz Windräder sicherer für Seeadler - so bringen sie Windenergie voran, ohne bedrohte Vogelarten zu gefährden. Und im indischen Dorf Kotabagh retten solarbetriebene Laternen Leben, indem sie Menschen nachts vor Tigerangriffen schützen - und die Tiger vor Wilderei. Diese Beispiele zeigen, dass es sich auf der ganzen Welt in mehrfacher Hinsicht lohnt, etwas für die Energiewende zu tun.
18:35
Die Nutzung von Sonnenenergie wird weltweit immer erschwinglicher. In ärmeren Regionen kann sie Menschen zu einem gesünderen Leben verhelfen oder aus unwirtlichen Orten Hotspots der Sonnenstromerzeugung machen. Es sind Menschen und Organisationen, die mit außergewöhnlichen Ideen Hürden überwinden und so die Energiewende voranbringen. In einer abgelegenen Region der indonesischen Insel Flores sorgen frisch ausgebildete Solartechnikerinnen und Solartechniker für die Beleuchtung ihres Dorfes ohne den Ruß der früher genutzten Kerosinlampen. In der Schweiz hat sich ein Unternehmer ein Solarpanel-System ausgedacht, das aus Kläranlagen Stromerzeuger macht. Auch Brotbacken mit Sonnenenergie funktioniert, sogar in Nordfrankreich - das zeigt einer der ersten Solarbäcker Europas. Etwa 800 Kilometer südlich, in der Nähe von Perpignan, nutzt ein Winzer Solarmodule nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch, um seine Weinreben vor zu viel Sonne zu schützen. Beides funktioniert - und der Wein wird dadurch sogar besser. Und im deutschen Ort Schönau im Schwarzwald hat der Supergau von Tschernobyl die ganze Stromversorgung auf den Kopf gestellt. Was einst als Aktionsgemeinschaft gegen Atomkraft startete, ist inzwischen eine Genossenschaft, die Ökostrom erzeugt und bundesweit liefert. Alle diese bemerkenswerten Beispiele zeigen: Das Engagement für die Zukunft unseres Planeten lohnt sich.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
In Spanien hat Yesica Expósito Alvarez ein Gesetz auf den Weg gebracht, das dafür sorgt, dass Menschen mit Behinderung nicht mehr zur Belustigung engagiert werden dürfen. Noch vor wenigen Jahren war das durchaus üblich, zum Beispiel vor Stierkämpfen. Inzwischen widmet sich Yesica ihrem nächsten Projekt: Sie kämpft für eine Krankenversorgung, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Kleinwuchs zugeschnitten ist. So können zum Beispiel Notoperationen ohne entsprechendes Fachwissen der Ärzte für kleinwüchsige Menschen lebensgefährlich werden. Simone Fischer ist die erste kleinwüchsige Frau im deutschen Bundestag. Ihr politisches Engagement steht für eine Gesellschaft, die niemanden ausschließt. Als Kind fehlten ihr Vorbilder, weil Frauen mit Behinderung in der Öffentlichkeit kaum sichtbar waren. Heute will Simone Fischer junge Frauen ermutigen, in die Politik zu gehen. Schauspieler und Model Mick Morris Mehnert setzt sich für eine differenzierte Darstellung von Menschen mit Behinderung in Film und Theater ein - weg von den Bildern des "Kranken" oder "Bemitleidenswerten". Zwar übernimmt Mehnert auch Rollen wie jene des Zwerg Nase im Märchenfilm. Er möchte aber nicht auf solche Stereotype reduziert werden. Deshalb produziert er gemeinsam mit seinem Vater und Freunden die Web-Serie "Spätikings" und möchte auch als Model vor der Kamera stehen.
20:15
Während des Zweiten Weltkriegs kämpften Zehntausende Franzosen freiwillig an der Seite der deutschen Wehrmacht - in Weißrussland, Polen, Frankreich und Deutschland. Sie folgten dem Aufruf von Kollaborationsführern wie Jacques Doriot, Marcel Déat, Joseph Darnand oder Fernand de Brinon und stellten sich in den Dienst der nationalsozialistischen Ideologie. Zunächst dienten sie in der "Légion des volontaires français" (LVF), später in der SS-Division "Charlemagne". Noch im Mai 1945 gehörten französische SS-Angehörige zu den letzten Verteidigern des "Führerbunkers" in Berlin. Doch ihr Einsatz war nicht nur militärisch: Ab 1941 wurden die französischen Freiwilligen vor allem im Hinterland der Ostfront zur Partisanenbekämpfung eingesetzt - und waren dabei aktiv am Holocaust sowie an Massakern an der Zivilbevölkerung beteiligt. In Frankreich selbst ging die Milice française mit brutaler Härte gegen Widerstandskämpfer vor und verübte willkürliche Morde an verdächtigen Zivilisten. Nach Kriegsende hatte die französische Justiz große Schwierigkeiten, das volle Ausmaß dieser Verbrechen - insbesondere in Osteuropa - zu erfassen. Viele Täter kamen mit milden Strafen davon oder entgingen einer Verurteilung ganz. Amnestiegesetze sorgten dafür, dass dieses dunkle Kapitel der französischen Geschichte weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt wurde. Der Dokumentarfilm korrigiert die lange Zeit vorherrschenden, verklärten Darstellungen überlebender Freiwilliger. Anhand bisher unveröffentlichter militärischer, gerichtlicher und privater Quellen zeigt er die ungeschönte Realität der begangenen Verbrechen - und die direkte Beteiligung dieser Franzosen am Holocaust. Gleichzeitig wirft er einen Blick auf die Kontinuitäten rechtsextremer Bewegungen, deren politische Erben in Frankreich heute erneut nach der Macht greifen.
21:10
Der Film dokumentiert auch Verbrechen von Angehörigen der SS-Division "Charlemagne", die vor allem aus kollaborierenden französischen Freiwilligen bestand, darunter auch Soldaten aus französischen Kolonien sowie aus Indochina. Benannt wurde sie nach dem fränkischen König und Kaiser Karl dem Großen. Nach Kriegsende hatte die französische Justiz große Schwierigkeiten, das volle Ausmaß dieser Verbrechen, insbesondere in Osteuropa, zu erfassen. Viele Täter kamen mit milden Strafen davon oder entgingen einer Verurteilung ganz. Amnestiegesetze sorgten dafür, dass dieses dunkle Kapitel der französischen Geschichte weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt wurde. Der Dokumentarfilm korrigiert die lange Zeit vorherrschenden, verklärten Darstellungen überlebender Freiwilliger. Anhand bisher unveröffentlichter militärischer, gerichtlicher und privater Quellen zeigt er die ungeschönte Realität der begangenen Verbrechen - und die direkte Beteiligung dieser Franzosen am Holocaust. Gleichzeitig wirft er einen Blick auf die Kontinuität rechtsextremer Bewegungen, deren politische Erben in Frankreich heute erneut nach der Macht greifen.
22:15
Angesichts des derzeit wütenden Kriegs in Europa verbindet man die Bilder der lang vergangenen Schlacht um Stalingrad unausweichlich mit dem immer noch andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Im Februar 1943 endete sie mit der Niederlage der Wehrmacht gegen die Rote Armee. Man sieht Bilder und hört Stimmen von damals - die Stimmen derer, die in Stalingrad lebten. Sie sprechen aus Tagebucheinträgen und Briefen: von Zivilisten und Soldaten, von Russen und Deutschen. Diese Zeugnisse wurden nicht im Nachhinein verfasst - sie sind kein Werk der Erinnerung mit all ihren Unschärfen und Verklärungen. Es sind Aufzeichnungen, oft flüchtig niedergeschrieben inmitten der Ereignisse - direkt, ungeschönt und manchmal das letzte Zeugnis eines verlorenen Lebens. Die Erzählung beginnt im Sommer 1942, als die Wehrmacht und ihre Verbündeten auf Stalingrad vorrücken, und reicht bis zur Kapitulation der deutschen 6. Armee im Februar 1943. Auf deutscher Seite: Soldaten, zunächst noch selbstsicher, am Ende erschöpfte, frierende und hungernde junge Männer, die wissen, dass sie dem Tod geweiht sind. Auf sowjetischer Seite: Strategen der Armee und Partei - darunter der spätere Staatschef Nikita Chruschtschow - und vor allem Zivilistinnen und Zivilisten, die in Splittergräben und Ruinen Schutz suchen. In den 200 Tagen der Schlacht von Stalingrad kamen über eine Million Menschen ums Leben. Für die Sowjetunion wurde hier jener unerschütterliche Siegeswille geschmiedet, der die Rote Armee bis zum endgültigen Triumph tragen sollte.
23:45
Was viele Smartphone-Nutzer wissen: Die Apps auf ihren Handys sammeln detaillierte Standortdaten. Was den meisten jedoch nicht bewusst ist: Die Informationen landen oft in einem undurchsichtigen, weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Es geht um vermeintlich anonyme Daten, die aber Wohnorte und Arbeitsplätze offenbaren - bis hin zu Bordellbesuchen oder Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken. Die Dokumentation zeigt, wie leicht ahnungslose Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können, und macht deutlich, wie harmlos erscheinende Apps zum Sicherheitsrisiko werden - für Regierungen und auch für Soldaten im Krieg. Grundlage ist eine der bislang größten Recherchen dieser Art: Ein Team aus Bayerischem Rundfunk, netzpolitik.org, Le Monde und weiteren Partnermedien hat rund zehn Milliarden Standortdaten ausgewertet. Eine Spurensuche, die um die halbe Welt führt: zu einer ägyptischen Exiljournalistin in Berlin, die bedroht wird. Nach Brüssel, wo hochrangige Mitarbeitende der EU-Kommission betroffen sind. Nach Washington, wo Politiker ein Sicherheitsrisiko für US-Agenten in Europa sehen. Oder an die ukrainische Front, wo Soldaten in den Datensätzen ihre eigenen Stellungen wiedererkennen. Schließlich führt die Recherche zu einem Händler in Florida, der die Standortdaten deutscher und französischer Smartphone-Nutzer verkauft hat. So entsteht ein Beitrag, der deutlich macht, welch immense Risiken dieses Milliardengeschäft mit sich bringt - auch für Menschen in der Europäischen Union mit ihren vermeintlich strengen Datenschutzregeln.
00:40
Nach der Entführung Maduros im Januar gingen die Bilder der feiernden Exil-Community aus Venezuela um die Welt. In "Tracks East" erzählen ein bildender Künstler und eine Theaterdramaturgin aus Caracas von ihren Hoffnungen - aber auch von ihrem Trauma nach dem US-Angriff. Es überwiegten Enttäuschung und Unsicherheit: Denn obwohl Maduro weg ist, bleibt für die Bewohner das System von Repression und Zensur in Kraft - jetzt unter der ehemaligen rechten Hand Maduros, Delcy Rodríguez. Der iranische Street-Artist Nafir ist vor kurzem nach Deutschland gezogen. In seiner Kunst spielen die persische Teppichkultur und Frauenrechte eine zentrale Rolle. Immer wieder hatte er seine Kunst heimlich in den Straßen Teherans aufgehängt. Jetzt, im Exil, musste er aus der Ferne die brutalen Niederschlagungen der Proteste im Januar 2026 mit zehntausenden Toten mit ansehen. In einer Kolumne analysiert "Tracks East" Journalistin Masha Borzunova Trumps "Peace Through Strength"-Strategie - und zeigt die Hilflosigkeit der russischen Propaganda beim Versuch, die US-Interventionen Kreml-gerecht zu kommentieren. Für den letzten Beitrag der Sendung bleibt "Tracks East" in Russland und berichtet über den Fall Evgenia Berkovich. Die einstige Schülerin des in Deutschland gefeierten Ballett-Regisseurs Kirill Serebrennikow ist seit 2023 in Haft.
01:10
Die Sicherung der Altersvorsorge ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft Europas. In den kommenden Jahren gehen die sogenannten Babyboomer in den Ruhestand. Manche waren beruflich erfolgreich, andere arbeitslos oder Geringverdiener. Frauen erhalten im Schnitt deutlich weniger Rente als Männer. Wie können wir Altersarmut verhindern? Und wie können junge Menschen mit einer Rente rechnen, die zum Leben reicht? Gemeinsam mit unseren Protagonisten Moritz (19) und Estelle (32) wagt der Film einen Blick in die Zukunft. Estelle lässt sich auf ein Experiment ein: Sie wird von einer Maskenbildnerin alt geschminkt. Wird sie anders über ihre Altersvorsorge denken, wenn sie sich selbst als alte Frau sieht? Moritz engagiert sich in der Generationenstiftung für eine Rente, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen - wie in Österreich, wo die Renten um 70 Prozent höher liegen als in Deutschland. Auch Estelle kann als Französin eine bessere Rente erwarten: Ihre Mutter Helga hat dank gesetzlicher Zusatzrenten ein gutes Auskommen und kann auf ihre Enkel aufpassen, während Estelle arbeiten geht. Wie kam es dazu, dass das deutsche Rentenniveau so gesunken ist? Und warum gehen die Menschen in Frankreich für ihre Rente auf die Straße? Gemeinsam mit Walter Riester zeigen wir, was bei seiner Zusatzrente schiefging - in Schweden funktioniert sie recht gut. Bei der privaten Vorsorge gibt es immer noch viele falsche Versprechen, vor allem in Polen sind die Menschen enttäuscht.
02:40
Mit fesselnder Expressivität, beeindruckender Homogenität und Präzision bringt die Niederländische Bachvereinigung die barocke Klangpracht des "Magnificat" zur vollen Entfaltung: ein großartiges geistliches Meisterwerk voll musikalischer Erhabenheit. Shunske Sato und die Niederländische Bachvereinigung spielen die Fassung, die Carl Philipp Emanuel Bach in seiner Hamburger Zeit überarbeitete. Er fügte dabei unter anderem in den Ecksätzen noch Trompeten und Pauken hinzu: barocker Glanz in voller Wucht!
03:25
03:30
Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
03:40
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
04:30
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Marylin Monroe.