04:30
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Joséphine Baker.
05:10
Der nördliche Teil der Anden in Argentinien und Chile beherbergt einige Höhepunkte dieser spektakulären Gebirgskette: In der argentinischen Provinz Mendoza liegt die Mehrzahl der höchsten Andengipfel - darunter auch der rund 6.960 Meter hohe Aconcagua, der höchste Berg der westlichen Hemisphäre. Auf den sanften Hügeln der argentinischen Provinz Mendoza recken sich Millionen von Weinreben gen Himmel. Schon vor Jahrhunderten legten die Inka hier Bewässerungssysteme an, die das Schmelzwasser der Berge ins Tal leiteten. Der Sportkletterer Martin Funes arbeitet sich an den Wänden der Andenriesen ab, während Chefkoch Lucas Bustos die traditionelle Küche der Region zur Haute Cuisine verfeinert. In der Atacamawüste, einem der trockensten Orte der Erde, liegt das ALMA-Observatorium - eingerahmt von den schneebedeckten Vulkanen Licancabur und Lascár. Hier ermöglichen Höhenlage und geringe Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen für astronomische Forschung. Ingenieur Pablo Carillo wartet die empfindlichen Antennenanlagen - eine körperlich fordernde Arbeit auf über 5.000 Metern Höhe. Der Andenkondor, einer der größten flugfähigen Vögel der Welt, ist in diesen Höhen zuhause. Nur noch etwa 6.000 Exemplare leben heute in freier Wildbahn. Umso bedeutender ist es, wenn ein verletzter Vogel wieder gesund in die Freiheit entlassen werden kann - ein bewegender Moment für Mensch und Tier gleichermaßen.
05:55
Umgeben von Farmland liegt das "Territorio de Zaguates" - das Land der Streuner. Geführt wird es von dem Ehepaar Lya Battle und Álvaro Saumet sowie zahlreichen Helfern. 600 Kilogramm Futter fressen die mehr als tausend Hunde jeden Tag, dazu kommen Tierarztkosten und Ausgaben für immer neue Baumaßnahmen, die staatliche Behörden ihnen auferlegen. Bis zu 45.000 Dollar braucht das Tierheim - pro Monat. Kein Tier wird abgewiesen oder eingeschläfert, Weitervermittlung in ein liebevolles Zuhause steht im Vordergrund der Bemühungen. Wer nicht vermittelt wird, bleibt. In Costa Rica zählt ein Hundeleben nicht viel. Viele Tiere leben von Geburt an auf der Straße, ebenso viele werden ausgesetzt oder zurückgelassen. Weil der Staat nichts unternimmt, gibt es viele private Initiativen, vor allem wenn es um Kastrationsprojekte geht, um die Population der Straßenhunde einzudämmen. Auch den Initiatoren des Territorio de Zaguates geht es in erster Linie um Hilfe für die Tiere, aber auch um ein Umdenken in der Bevölkerung - ein Bewusstsein für das Leid der Straßenhunde zu schaffen. So entstand die Idee einer neuartigen Imagekampagne: "Razas Únikas". Die Kampagne erfindet neue Hunderassen: Aus den besonderen und oft einzigartigen Merkmalen der Mischlinge entstehen die lustigsten Namen. Viele traurige Hundeschicksale fanden so ein Happy End. Wie schaffen es Lya, Álvaro und die vielen Helfer, mit der täglichen Herausforderung umzugehen, so viele Tiere zu versorgen?
06:50
(1): Herzhaft gefüllte Tortillas aus Mexiko: Quesadillas (2): Ein Biss'chen Heimat: Ivan, ein Mexikaner in Bordeaux (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): J.G. Ballard und der schöne Schein der Côte d'Azur (2): Dänemark: Land des Windes (3): Argentinien: Guidos Milanesa (4): Dublin: Gleichheit, Guinness und Geschlechtsverkehr
08:05
(1): Marseille: Aufstand im Viertel Belle de Mai (2): Marokko: Die Macht des Suqs (3): Schottland: Ronalds mit Whisky flambierte Langusten (4): Rumänien: Der Diktator und die Bären
08:55
Die Anden verlaufen über rund 7.500 Kilometer an der Westküste Südamerikas bis in den tropischen Teil des Kontinents. Der grüne Staat Kolumbien wird von drei Andenketten durchzogen. Unweit von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá eröffnet sich der artenreiche Nationalpark Chingaza. Er liegt in der östlichen Kordillere und erreicht Höhen von bis zu 4.000 Metern. Die Stadt Cali ist weltberühmt für den Salsa und ihre Tanzszene. Ecuador wartet mit einer der höchstgelegenen Hauptstädte der Welt auf: Quito. Bei gutem Wetter sieht man vom Rathausplatz den Cotopaxi, einen der höchsten aktiven Vulkane der Welt. Beste Bedingungen für extreme Sportarten: Javier Chiriborga betreibt sein Triathlon-Training am Vulkan Cotopaxi, und für Gleitschirmflieger Eddy Urdiales aus Quito ist das Fliegen die große Leidenschaft. Die "Salsa-Göttin" Viviana Vargas kämpft in ihrer Stadt dafür, dass das ehemals wegen seiner Drogenkartelle berüchtigte Cali heute nur noch durch Salsa begeistert. Nicht zuletzt ist Kolumbien weltweit für seinen Kaffee berühmt. Damit der Anbau noch fairer wird, erarbeitet Kaffee-Pionier Felipe Sardi nachhaltige Konzepte. Die Bergpolizistin Diana Bejarino ist mit ihren Kollegen hinter Umweltsündern im Nationalpark Chingaza her - eine Jagd aus der Luft.
09:40
Die geheimnisvolle Inkastadt Machu Picchu hoch in den Anden, brodelnde Vulkane, eisbedeckte Bergriesen: Die Natur in Peru ist so atemberaubend, dass die Nachfahren der Inka die Berge immer noch als Gottheiten verehren. Es gibt viele aktive Vulkane, die Teil des Pazifischen Feuerrings sind. Der Kondor ist selten geworden in den Anden, doch im Süden Perus kann man ihn noch beobachten. Spektakulär ist auch der Titicacasee, der auf 4.000 Meter Höhe höchstgelegene schiffbare See der Welt. Die Menschen hier führen ein hartes Leben inmitten einer grandiosen Natur. Vor jedem Aufstieg wird ein Opfer gebracht: Kokablätter für die Berggötter. Auch die Lastenträgerin Margot Kandori hält an dem Ritual fest. Die Mutter dreier Kinder arbeitet für Reisegruppen auf dem "Inca-Trail" und schleppt bis zu 15 Kilogramm schwere Rucksäcke die Berge hinauf. Antonio Milla überquert mit einem betagten Lkw zweimal pro Woche einen 4.700 Meter hohen Andenpass, um Nachschub für seinen Dorfladen zu holen. Dabei passiert er den Huascarán - mit 6.768 Metern der höchste Berg Perus. Den Ausblick genießen kann er nicht. Er konzentriert sich auf die Serpentinen und hofft, dass die Bremsen halten. Grisaida Suyllo, Bäuerin aus der Gegend von Cuzco, versorgt unter der Woche ihre Familie und Tiere. Doch am Wochenende verwandelt sie sich in die Mittelstürmerin einer Frauenfußballmannschaft. Auf dem Platz in 3.600 Meter Höhe hat ihr Team Heimvorteil: Gegnerischen Spielerinnen bleibt da schnell die Luft weg.
10:20
Von den Regenwäldern des Amazonastieflands bis zu schneebedeckten Andengipfeln - Bolivien fasziniert durch die Vielfalt seiner Landschaften. Dabei sind die unwirtlichsten oft die interessantesten Orte. So etwa der über 10.000 Quadratkilometer große Salzsee von Uyuni - eine gleißend weiße Fläche bis zum Horizont. Lebensfeindlich sind auch die Bedingungen auf den Sechstausendern in der Umgebung von La Paz, Boliviens Regierungssitz und die höchstgelegene Metropole der Welt. Schneebedeckte Pässe und staubtrockene Canyons in Höhen von über 4.000 Metern führen an entlegene Orte, die die Magie der Anden spüren lassen. Ana-Lia Gonzales, eine 34-Jährige aus dem indigenen Volk der Aymara, hat sich vorgenommen, den Berg Huayna Potosí zu bezwingen. Hier oben in bis zu 6.088 Meter Höhe ist die Luft dünn, jeder Schritt für Ungeübte eine Tortur - doch das Panorama ist überwältigend. Auch weitere Bewohner geben Einblicke in ihre Welt: Da ist die Bergarbeiterin Vicenta Torre aus Oruro, die sich im Innern eines Berges den Weg zu einer Zinnader mit Dynamit freisprengt. Oder Amado Bautista, der davon träumt, mit einer seltenen Form von Salzkristallen im Salzsee von Uyuni ein Vermögen zu machen. Die Dokumentation zeigt Orte, die in keinem Touristenführer auftauchen. Pérez ist so ein Dorf, gelegen an der still gelegten Eisenbahnstrecke La Paz-Chile. Nur ein zum Schienenfahrzeug umgebauter Reisebus verkehrt noch auf den Gleisen. Lokführer Raúl ist gleichzeitig Briefträger. Zweimal pro Woche kommt er vorbei. Sonst ist es hier sehr still - und das ist vielleicht die größte Magie der Anden.
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Herzhafte Polenta aus den rumänischen Bergen: Bulz (2): Ein Biss'chen Heimat: Andreea, eine Rumänin in Frankreich (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Alberto Rodríguez' erbarmungsloses Andalusien (2): Côte d'Opale: Der Briten liebste Küste (3): Jamaika: Nancys Beef-Patty (4): Genf: Die Geburt des Comics
13:10
(1): Im spanischen Baskenland: Sorolla entdeckt neue Farben (2): London: Schauplatz einer brutalistischen Utopie (3): Frankreich: Christophes Wildpflanzen-Quiche (4): Irland: Die Geburtsstunde des Irish Coffee
14:00
Nach dem Autounfall eines belgischen Drogendealers auf einer Landstraße an der Saar wird im Kofferraum seines Wagens die Leiche einer 16-Jährigen entdeckt. Judith Mohn kennt die Tote: Es ist Jette Mertens, die Tochter des befreundeten Ehepaars Nicole und Frank. Die Kommissarin hatte Jette noch am Abend des Verbrechens bei einer Drogenrazzia auf einer Party gesehen und sie allein nach Hause geschickt. Getrieben von Schuldgefühlen setzt die Ermittlerin alles daran, Jettes Mörder zu finden. Gleichzeitig plagen Judith auch im Privaten Sorgen: Eigentlich sollten sie und ihr Mann Hochzeitstag feiern, doch Niklas scheint spurlos verschwunden. Bald stellt sie fest, dass Jettes jüngere Schwester Sarah mehr über das Verbrechen an ihrer Schwester weiß, als sie sagt. Sarah chattet im Internet mit einem Unbekannten, der sich hinter dem Avatar "Leo" versteckt. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Freddy kommt Judith auf die Spur des geheimnisvollen Nerds Sven, der sich in der Nähe der Familie Mertens herumtreibt. Doch welche Verbindung besteht zwischen dem im Heim aufgewachsenen Computerfreak und der Familie Mertens? Mysteriös sind auch die Informationen, die die Kommissarin erhält, als sie immer tiefer in das Geflecht aus Lügen und Geheimnissen der Familie eindringt. Als Sarah plötzlich verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...
15:35
17:15
Das, was die karibische Community in London zusammenhält wie ein Klebstoff, ist ihr Essen. Ob aus Jamaika, Trinidad oder Kuba, jeder verleiht mit seinen speziellen Gewürzmischungen und Marinaden Gerichten wie Jerk Chicken, Cou Cou und Callaloo, Ropa Vieja oder Ziegencurry das karibische Flair. Der Spaß beginnt für die Freunde Elaine Spence und Ray Mahabir schon beim Einkaufen auf dem Brixton Market, um später beim Sonntagsbrunch alles hervorzuzaubern, was nach Heimat schmeckt. Um ihre Wurzeln in Londons Boden zu bringen, will Elaine jetzt karibisches Gemüse anbauen. Jeder zeigt sich am Herd von seiner besten Seite. Auch Elaines Tochter Sam und ihre Nachbarin Marta aus Kuba. Am Ende geht es beim Barbecue nicht darum, wer besser kocht, sondern darum, das karibische Lebensgefühl nach London zu holen.
17:50
Der westliche Teil der türkischen Schwarzmeerküste lädt dazu ein, in die liebliche Seite dieser Region einzutauchen. In der Provinz Bartin, versteckt in einer zauberhaften Bucht, liegt Amasra, ein historischer Ort, um den sich alte Legenden ranken. Weiter südlich befindet sich der Valla Canyon, einer der tiefsten Canyons der Welt, umgeben von den geschützten Wäldern des Küre-Gebirges. In Devrek wird die Kunst der Gehstöcke bewahrt: Tansel, ein lebender Künstler der Unesco, führt diese Tradition fort und fertigt jeden Gehstock in mühsamer Handarbeit. Der Pilzexperte Ömer lädt zu Lehrwanderungen ein und vermittelt den respektvollen Umgang mit den Schätzen der Natur. Die Stadt Safranbolu, bekannt für ihre osmanische Architektur und als Unesco-Weltkulturerbe, fasziniert mit ihren verwinkelten Gassen und dem Anbau des begehrten Safrans. Diese Orte zeigen eine Küste, an der Vergangenheit und Gegenwart harmonisch verschmelzen, und Mensch und Natur in einem seltenen Gleichgewicht stehen.
18:35
Der raue Norden der türkischen Schwarzmeerküste. Ein Land der großen Weiten, die Freiheit auch für das Vieh bedeuten. Atemberaubende Landschaften, die sich hier zu einer einzigartigen Kulisse vereinen. Es ist eine Region junger Idealisten, die im Einklang mit Natur und Tier leben. Der Orchideenzüchter Ferdi, der in einem Taldorf der Ilgaz-Berge lebt, und seltene Erdorchideen züchtet, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Auch die Familie Koparan mit ihren Wasserbüffeln prägen das Bild. In der modernen Molkerei von Sohn Mustafa entstehen hochwertige, biologische Büffelmilchprodukte, die weit über die Region hinaus geschätzt werden. Mit ihrer Arbeit trägt die Familie dazu bei, die Tradition der Büffelhaltung lebendig zu halten und gleichzeitig innovative Wege in der Produktion zu gehen. In Arakli, einem kleinen Küstendorf, bewahrt Hüseyin die Kunst des Holzbootbaus. Seit Jahrhunderten wird hier Kastanienholz zu robusten Kuttern verarbeitet, die der rauen See trotzen. Hüseyin, der älteste und erfahrenste Bootsbauer, arbeitet eng mit dem Hafenkapitän Murat zusammen, um die Boote in die richtige Form zu bringen. Sie sind stolz darauf, gemeinsam diese Tradition der Schwarzmeerküste fortzusetzen. Die Geschichte des Bergbaus in Zonguldak erzählt von den Schätzen, die tief unter der Erde lagern, während die Höhle von Gölköy mit ihren uralten Formationen in eine geheimnisvolle Welt entführt. Auch der Horma-Canyon, mit seinen imposanten Felsen und atemberaubenden Wanderwegen, bietet einen spektakulären Einblick in die raue Schönheit der Region.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Seit 2017 sind sie rechtlich als Religionsgemeinschaft in Deutschland anerkannt, bleiben aber umstritten: Jehovas Zeugen. Mit etwa 178.000 Mitgliedern zählt die deutsche Gemeinde zu den größten Europas. Aber wer sind sie und woran glauben sie? Ayisha und George sind Zeugen Jehovas, das junge Ehepaar wohnt und arbeitet in der riesigen deutschen Zentrale in Selters im Taunus - für ein "Taschengeld", dafür mit freier Kost und Unterkunft. Zu zweit teilen sie sich etwa 30 Quadratmeter: ein Zimmer, Kochnische, Bad. Mehr brauchen sie nicht, sagen sie. George arbeitet im hauseigenen Vertrieb, der den "Wachtturm" europaweit verschickt - Ayisha organisiert unter anderem Ausstellungen, die die Öffentlichkeit über Jehovas Zeugen informieren sollen. Während die evangelische und katholische Kirche mit massenhaften Austritten kämpfen, bleiben die Mitgliederzahlen bei Jehovas Zeugen nahezu konstant. Sie orientieren sich an strengen Regeln: Sie lehnen den Wehrdienst ab, beteiligen sich nicht an Wahlen, sind gegen Abtreibungen, Homosexualität und vorehelichen Sex, sie feiern keine Geburtstage und lehnen Bluttransfusionen ab. Für nahezu alle Dinge des Lebens finden sie eine Bibelstelle, die ihnen sagt, wie sie sich verhalten sollen. Auch gegenüber denen, die nicht mehr ihrer Kirche angehören wollen. Das geht bis zum völligen Kontaktabbruch, selbst dann, wenn es sich um engste Verwandte handelt. ARTE "Re:" begleitet ein Jahr lang Zeugen Jehovas in ihrem vom Glauben geprägten Alltag. Das TV-Team ist das erste nach zehn Jahren, das wieder in der deutschen Zentrale von Jehovas Zeugen drehen dufte.
20:15
Als die Nachricht von Wladimir Putins Befehl zum Einmarsch in die Ukraine bekannt wird, tagt gerade der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Es kommt zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen dem russischen und dem ukrainischen Botschafter. Präsidenten, Premierminister und hochrangige Beamte, die in diesem kritischen Moment anwesend waren, sprechen in dieser ersten Folge der Dokumentation von ihrer Ratlosigkeit. Wenige Stunden nach der Invasion telefoniert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinem damaligen US-amerikanischen Amtskollegen Joe Biden und wendet sich mit aufrüttelnden Worten an die europäischen Staatschefs: "Dies ist vielleicht das letzte Mal, dass Sie mich lebend sehen." Zentrale Akteure wie der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson, der damalige US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, damalige CIA-Chef William Burns und UN-Generalsekretär António Guterres berichten von wachsendem Druck, die Ukraine zu unterstützen, ohne einen Dritten Weltkrieg zu riskieren. Die ehemalige britische Premierministerin Liz Truss und der russische Botschafter schildern ihr unterkühltes Treffen im Foreign Office. Als die westlichen Staatschefs das Leben Selenskyjs bedroht sehen und ihm Hilfe bei der Flucht aus der Ukraine anbieten, lehnt dieser mit deutlichen Worten ab: "Dafür wurden wir gewählt, für diesen Tag." Die Dokumentation thematisiert auch die gescheiterten Friedensverhandlungen an der belarussischen Grenze und lässt ukrainische Beamte zu Wort kommen, die kurz nach den Massakern nach Butscha kamen. Monate nach Kriegsbeginn liefert der Westen mehr Waffen in die Ukraine als je zuvor. Doch Putin hält an seinen Plänen fest und nimmt einen Stellungskrieg auf ukrainischem Boden in Kauf.
21:10
UN-Generalsekretär António Guterres berichtet in dieser zweiten Folge von seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten im Kreml. Sein Plan, mit Wladimir Putin zusammenzuarbeiten, um eine weltweite Nahrungsmittelkrise zu verhindern, führt zu einem Abkommen, die er als "Funken Hoffnung" bezeichnet. Unterdessen sterben auf ukrainischem Boden immer mehr Menschen im Krieg. Wolodymyr Selenskyj und seine wichtigsten Berater schildern, wie sie versuchen, den Westen zu Waffenlieferungen zu bewegen, während der Druck auf sie wächst, mit Russland zu verhandeln. Während sich die Staatschefs der Welt auf Bali treffen, um über ein Ende des Krieges zu beraten, spitzt sich die Lage zu, als eine fehlgeleitete Rakete auf polnischem Boden einschlägt - ein Ereignis, das die Nato zur Kriegspartei machen könnte. Der ehemalige britische Premierminister Rishi Sunak erzählt, wie er Selenskyj mitteilen musste, dass die Alliierten seine Version des Vorfalls nicht teilten. Der ehemalige britische Verteidigungsminister Ben Wallace und frühere CIA-Chef William Burns erinnern sich, wie sie ihre russischen Amtskollegen in einem privaten Gespräch ermahnten, die Rhetorik der nuklearen Bedrohung zurückzuschrauben. Diese Folge endet ein Jahr nach Kriegsbeginn: Die Ukraine und Russland stehen sich unversöhnlich gegenüber, ein Frieden liegt in weiter Ferne.
22:05
Die ukrainische Armee ist ausgelaugt, die Gesellschaft erschöpft und die internationale Unterstützung brüchig. Selenskyj ringt um Waffen, Garantien und sein politisches Überleben - und trifft dabei auf wechselhafte Signale aus Washington, diplomatische Schachzüge in Europa und Zweifel im eigenen Land. Die Dokumentation begleitet Wolodymyr Selenskyj durch ein Jahr und zeigt den Staatschef im Ausnahmezustand, zerrissen zwischen Durchhaltewillen, Machtanspruch und der Suche nach einem Frieden, der nicht Kapitulation bedeutet. Dabei werden zentrale Momente dieses Krisenjahres rekonstruiert: die Eskalation im Oval Office, das ständige Hin und Her in den Friedensgesprächen, den Druck der europäischen Verbündeten und die Folgen militärischer Entscheidungen - bis hin zu einem Korruptionsskandal, der die größte innenpolitische Krise seit Selenskyjs Amtsantritt auslöst. Internationale Expertinnen und Experten ordnen diese Entwicklungen ein: Der amerikanische Politologe Charles Kupchan, die Sicherheitsexpertin Claudia Major, der Journalist Simon Shuster, ARD-Korrespondent Vassili Golod, die ukrainische Antikorruptionsaktivistin Daria Kaleniuk sowie Investigativjournalist Denys Bihus zeigen, wie Macht, Idealismus und persönliche Grenzen kollidieren. Regisseur Christoph Peters zeichnet ein politisches Porträt jenseits der Heldenerzählung: ein Präsident unter Druck, den der Krieg erfahrener, mächtiger, aber auch umstrittener gemacht hat.
23:05
Dmytro Dokunov, kurz Dok genannt, ist ein ukrainischer Künstler und Filmemacher. Er lebt in einer Öko-Kommune auf dem Land, als ihn die Einberufung zum Militär erreicht und ihn vor ein Dilemma stellt: Soll er der Armee beitreten - oder den Kriegsdienst verweigern? Trotz seiner im tiefsten Herzen pazifistischen Einstellung, beschließt er, Verantwortung zu übernehmen und sein Heimatland zu verteidigen. Gleich nach seiner Ausbildung wird er Zugführer in einer der gefährlichsten Einheiten, der Fallschirmjäger-Aufklärungseinheit. Bereits in der ersten Schlacht stirbt Doks Kommandeur, der einzige Mann mit militärischer Erfahrung. Sein engster Kampfgefährte, ein Krishna-Anhänger, kommt ebenfalls ums Leben. Um bei Verstand zu bleiben, versenkt sich Dok in die Natur, meditiert, führt philosophische Gespräche - und filmt. Die Zuschauer erhalten intime Einblicke in das Miteinander der Kameraden ebenso wie in die Liebesbeziehung zu Doks Verlobten Darja. Die Kamera ist mitten im Kampfgeschehen und dokumentiert entscheidende Schlachten, um im nächsten Moment die spektakuläre Schönheit der Natur zu feiern. Bis sich am Ende alles zuspitzt: Dok - mittlerweile selbst Kommandeur - wird verwundet, trifft Fehlentscheidungen und wird von Schuldgefühlen gequält. Er selbstund auch das Publikum werden mit existenziellen Fragen konfrontiert: Wie schafft man es an der Front zu kämpfen, ohne abzustumpfen? Wie kann man seinen Sinn für Schönheit, seine Seele bewahren? Ein mutiger Antikriegsfilm.