04:10
Nachdem die Prophezeiung den baldigen Tod des Gottes Baldr vorausgesagt hat, begibt sich Frigg auf eine lange Reise durch die neun Welten, um alle Kreaturen schwören zu lassen, ihrem Sohn kein Leid anzutun. Eine alte Priesterin erkundigt sich bei Frigg nach den Ergebnissen ihrer Wanderschaft. Haben wirklich alle Geschöpfe den Eid abgelegt? Die Göttin bejaht: alle, mit Ausnahme der harmlosen Mistel. In Asgard testen die Götter zum Spaß Baldrs neue Unsterblichkeit, indem sie auf ihn schießen. Doch alle Schwerter, Speere, Pfeile, Keulen, Äxte und Wurfscheiben verfehlen den Gott. Bis Loki dem blinden Hödr dabei hilft, seinen Pfeil abzuschießen: Zum allseitigen Erstaunen ist Baldr auf der Stelle tot. Unter den Göttern herrscht Trauer und Entsetzen, und Odin beauftragt Hermodr damit, Baldr aus dem Totenreich zurückzuholen. Aber Hel, welche die Unterwelt bewacht, will Baldr nur herausgeben, wenn dieser von allen Geschöpfen der Erde beweint wird. Ohne Ausnahme! Alle Lebewesen willigen ein - außer einer alten Frau namens Tok. Damit ist Hels Bedingung nicht erfüllt, und Baldr darf nicht ins Götterreich zurückkehren. Die Götter versammeln sich zu einem großen Totenmahl. Nur Loki ist nicht eingeladen. Wütend beschließt er, Chaos auf der Trauerfeier zu verbreiten. Er platzt mitten ins Bankett und führt in ausführlichen Spottreden einen Gott nach dem anderen vor ...
05:00
Spätestens in der Corona-Pandemie ist die zentrale Bedeutung neuer Technologien offensichtlich geworden. Homeoffice, Online-Shopping, Videokonferenzen und der breite Einsatz von Apps sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dennoch hinkt Europa bei der Digitalisierung hinterher und liegt weit hinter den USA und China. Der fragmentierte und abgeschottete europäische Markt, mangelnde Investitionen und die Abhängigkeit von den vorherrschenden amerikanischen Unternehmen zeigen, dass Europa in Sachen Digitalisierung noch viel aufzuholen hat. Dabei ist die digitale Souveränität Europas heute wichtiger denn je. Einige amerikanische Online-Riesen verhalten sich wie unabhängige Hoheitsgebiete - zulasten der europäischen Bürger, die Fake News, prekären Jobs und Datendiebstahl hilflos ausgeliefert sind. Die digitale Souveränität ist zudem wichtig für das Funktionieren der Demokratien und die Sicherheit der europäischen Bürger und Verbraucher. Sie zählt zu den Hauptanliegen der Europäischen Union und wurde stark von der ehemaligen geschäftsführenden Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Margrethe Vestager, vorangetrieben. Dank europäischer Investitionen können manche Länder auch auf Erfolge verweisen, wie zum Beispiel Schweden mit dem weltweit größten Audio-Streaming-Dienst Spotify oder Estland mit der Zentralisierung und Sicherung seiner IT-Dienste und Daten. Doch dies ist erst der Anfang. Der Kampf gegen die marktbeherrschenden Online-Riesen stellt noch immer eine große Herausforderung dar.
05:55
Lange wurde die Klimakrise ignoriert. Erst langsam bahnte sie sich ihren Weg ins gesellschaftliche Bewusstsein. Heute ist sie aus dem öffentlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Die Natur und unser Umgang mit der Umwelt sind zu unumgänglichen Themen geworden und Organisationen wie der Weltklimarat rufen regelmäßig dazu auf, den Platz des Menschen im Ökosystem zu überdenken. Das anthropozentrische Weltbild hat zahlreiche Umweltkatastrophen hervorgerufen: Plastikverschmutzung, Entwaldung, Intensivlandwirtschaft, Verlust der Artenvielfalt ... Nach und nach bekommt der europäische Kontinent die Folgen zu spüren: Anomalien häufen sich in alarmierendem Rhythmus und Umweltkatastrophen nehmen beängstigende Ausmaße an. So könnten zum Beispiel die Alpengletscher aufgrund des Temperaturanstiegs bis 2040 komplett verschwinden. Tatenlosigkeit ist keine Option mehr. Es gibt zwar bereits Initiativen, aber ihre Umsetzung auf europäischer Ebene könnte und muss eine Schlüsselrolle bei der Ökologiewende spielen. Die Natur ist widerstandsfähig und kann sich unglaublich schnell regenerieren - wenn man sie nur lässt. Überall in Europa beweisen Frauen und Männer, dass es möglich ist, mit weniger Plastik auszukommen, natürliche Ressourcen zu schonen, die Natur in die Stadt zu holen oder gar einen Urwald auf dem europäischen Kontinent zu pflanzen. Ein Paradigmenwechsel, an dem alle mitwirken müssen.
06:50
Er ist cremig, würzig und manchmal Gold wert: Käse hat eine jahrtausendealte Geschichte zu erzählen. Als Grundnahrungsmittel, Delikatesse oder sogar Kreditsicherheit in italienischen Banken - kaum ein Lebensmittel vereint so viel Tradition, Handwerkskunst und wirtschaftliche Bedeutung. Im Montafon pflegt Senner Daniel Mangeng die alte Kunst der Sura-Käseherstellung, während Sébastien Beaury in der Touraine seine Ziegen hegt und die berühmte Sainte-Maure-Käserolle nach überlieferter Methode fertigt. Lucie Fischer-Chapalain entdeckt im Küchenstudio die kulinarische Vielseitigkeit des Lebensmittels: Sie komponiert Grilled Cheese mit mediterranem Gemüse und verfeinert würzige Käse-Muffins für ein Charcuterie-Board - Genuss, der Traditionen verbindet.
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Tunesien: Salihas Stimme / Schweiz: Alpennation oder Hexenreich? / Paris: Marjolaines Salat à la Violette / Spanien: Kleider machen keine Bräute
08:05
Stadt Land Kunst Spezial in Mexiko mit folgenden Themen: Tina Modotti, Fotografin der mexikanischen Revolution / Mexiko: Wo Rodeo Charrería heißt / Ezequiels zerrupfter Fisch / Geburtstagsbrauch in Acolman
08:55
Nur wenige Orte auf der Welt sind so atemberaubend wie Yellowstone. Schon früh erkannte man das und so wurde er als erster Nationalpark der Welt unter Schutz gestellt. 150 Jahre später gibt es in den USA 63 Nationalparks. Acht der spektakulärsten Parks werden im Film porträtiert - vom Yosemite Valley zum Grand Canyon, von den Geysiren Yellowstones in die Wasserwildnis der Everglades, von den Smoky Mountains zu den Regenwäldern der Olympic-Halbinsel und von der Hitze der Sonora-Wüste in die Kälte Alaskas zu den Gates of the Arctic. Der Film zeichnet sich durch sein emotionales Storytelling und außergewöhnliche Tieraufnahmen aus, die nur durch extrem lange Drehzeiten einzufangen sind: der Kampf eines Bisonkalbs gegen einen Wolf, Alligatoren, die mit Stöckchen auf ihrer Schnauze Vögel beim Nestbau in die Falle locken, und ein Fisch, der Burgen baut, sind nur einige von vielen Beispielen. Die größten Naturwunder Nordamerikas in einem Porträt, das jeden berühren wird, der ein Herz für faszinierende Landschaften und einzigartige Tieraufnahmen hat. Superzeitlupen, bewegte Zeitraffer, hoch stabilisierte Flugaufnahmen, ferngesteuerte Kameras sowie Nachtsicht- und Unterwasserkameras schaffen ein visuelles Erlebnis auf höchstem Niveau.
10:25
Das Herzstück des Nationalparks ist der gleichnamige Fluss Gauja, der sich in vielen Mäandern durchs Land schlängelt, gesäumt von alten Wäldern und roten Sandsteinfelsen, die im Devon entstanden und mehr als 400 Millionen Jahre alt sind. Im Gauja-Nationalpark befinden sich auch 200 Höhlen, die vom Wasser in den Sandstein gegraben wurden. Um sie ranken sich viele Sagen und Legenden. Schon im Altertum lebten hier die heidnischen Stämme der Liven und Lettgallen. Mehr als 500 Kulturdenkmäler - alte Burgen, Schlösser, Ruinen und archäologische Ausgrabungsstätten - zeugen von der langen Siedlungsgeschichte. Sanfter Tourismus ist im Nationalpark erlaubt. Wandern, Radfahren und vor allem Kanutouren auf der Gauja bieten ein atemberaubendes Naturerlebnis. Der höchste Feiertag im Jahr ist für die Letten der Johannistag. Am 23. Juni fahren alle aufs Land, um nach heidnischer Tradition die Sommersonnenwende zu feiern. In der Ligo-Nacht fühlen sich die Letten ihren heidnischen Wurzeln nah, ihrer Kultur und Naturverbundenheit. Festliche Trachten, selbst gebundene Blumenkränze und die überlieferten Volkslieder - die Magie der jahrhundertealten Rituale, die unter der Sowjetherrschaft verboten waren, vereint die Letten im Bewahren ihrer Identität.
11:25
Erst kämpften US-Soldaten gegen Nazi-Deutschland, später blieben sie wegen der Bedrohung durch die Sowjetunion. Derzeit sind noch mehr als 36.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - der zweitgrößte Militärstandort nach Japan außerhalb der USA. In Grafenwöhr in Bayern betreibt die Army den größten Truppenübungsplatz. Trump möchte Tausende US-Soldaten aus der Region abziehen. Das würde schwindende Arbeitsplätze bedeuten. Die Region bangt um ihre Wirtschaftskraft. Gleichzeitig rückt die USA immer mehr von Europa und dessen Verteidigung der Ukraine gegen Russland ab. Captain Andrew Lee ist Controller. Er ist in Wiesbaden geboren. Seine Eltern kamen mit den Truppen nach Deutschland. Im April hat er mit einer deutschen Gewichtsheber-Mannschaft aus Neumarkt regionales Gold gewonnen, als einziger Amerikaner im Team. Lee ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr die US-Soldaten und ihre Familien mittlerweile mit der Region verbunden sind.
11:55
Drei Fleischsorten und eine elsässische Tonterrine: Baeckeoffe / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt zu einer Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Madagaskar: Ein Blick in die Seele der Roten Insel / Frankreich: Der Flachs von Mayenne / Schottland: Alisons Rinderbraten / Deutschland: Jazz im Ätherkrieg
13:10
Linda Lorin lädt zu einer Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Angola: Manuel Rui, Chronist der Nation / Patagonien: Das Eldorado der Waliser / Japan: Die Liebe zum Hund
14:00
Eigentlich ist der Plan perfekt: Julien Tavernier erschießt seinen Chef, den Ehemann seiner Geliebten Florence, nach Dienstschluss in dessen Büro und lässt die Tat nach Suizid aussehen. Doch kaum unten auf der Straße angekommen, fällt ihm auf, dass er ein verräterisches Indiz hinterlassen hat. Unbemerkt stiehlt er sich zurück in das am Abend verlassene Bürogebäude - und bleibt dort im Fahrstuhl stecken. Während Florence auf der Suche nach Julien verzweifelt durch das nächtliche Paris irrt, stiehlt ein junges Paar das Auto des Mörders. Die abenteuerliche Spritztour der beiden endet in einem Hotel, wo sie unter dem Namen Julien Tavernier ein Zimmer mieten und sich mit einem deutschen Ehepaar anfreunden. Als das Diebespaar sich in der Nacht unbemerkt mit dem Wagen der Deutschen davonmachen will, wird es von ihnen überrascht. Im Affekt erschießt der Autodieb das Ehepaar mit einem Revolver, den er in Juliens Auto gefunden hat, und flüchtet mit seiner Freundin. Die Folgen sind für alle fatal. Aus dem Aufzug befreit, kann sich Julien zwar am nächsten Morgen heimlich aus dem Gebäude schleichen, weiß aber nicht, dass die Polizei ihn bereits sucht: Der Mörder wird eines anderen Mordes verdächtigt, den er nicht begangen hat ... In Frankreich feierte Louis Malles Spielfilmdebüt mit Jeanne Moreau und Maurice Ronet in den Hauptrollen überwältigenden Erfolg und wurde mit dem Prix Louis Delluc als künstlerisch bedeutendster französischer Film des Jahres 1957 ausgezeichnet. "Fahrstuhl zum Schafott" zeichnet sich sowohl durch atmosphärisch dichte Schwarz-Weiß-Bilder als auch das einprägsame Spiel seiner Darsteller und die improvisierte Jazzmusik von Miles Davis aus, die den Szenen ihren besonderen Charakter verleiht. Malles Debüt folgten weitere bedeutende Spielfilme wie "Die Liebenden" (1958), "Zazie" (1960) oder "Privatleben" (1962).
15:35
In Schleswig-Holstein werden immer mehr verwaiste Fischotter gefunden, deren Mütter durch Wildunfälle umgekommen sind - was die traurige Begleiterscheinung einer eigentlich positiven Entwicklung ist: Die Fischotter kehren nach Deutschland zurück. Über Dänemark, Polen, Tschechien breiten sich die Wassermarder wieder weiter Richtung Süden und Westen aus. Auf ihren Wanderungen werden ihnen dabei häufig Straßen zum Verhängnis. Nur der Umbau von Brücken mit Durchlässen und Stegen unter den Straßen kann das verhindern. Zudem ist die Rückkehr der Fischotter eine Entwicklung, die nicht allen gefällt. Gerade die Besitzer großer Fischteiche stehen oft einem Problem gegenüber, denn die wendigen und flinken Fischotter sind ausgezeichnete Jäger und können einen Teichbestand bis an die Existenzgrenze reduzieren. Hier ist die Politik gefragt: Hilfe und Ausgleichszahlungen sind nötig, denn Fischotter stehen unter strengem Schutz. Umso wichtiger ist es, dass Mensch und Tier da, wo Lebensraum und Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen, Lösungen gefunden werden. Christian Erdmann beschränkt sich derweil auf die Aufzucht der verwaisten Otter. Eine Herausforderung ist es, für diese Tiere Partner zu finden, denn gerade in den ersten Monaten sind Fischotter auf gleichaltrige Gesellschaft angewiesen. So unversöhnlich, wie sich Fischotter als Erwachsene gegenüberstehen, so dringend brauchen sie anfangs Gefährten. Die Suche nach Gesellschaft für ein Jungtier namens Felix ist daher besonders wichtig, damit auch er nach einem Jahr als starker und überlebensfähiger Otter wieder ausgewildert werden kann.
16:10
Der Südosten der USA ist geprägt von einem ganz besonderen Naturraum. Amerikas Dschungel umfasst ausgedehnte Sümpfe und Wälder, schroffe Berge und zahllose Flüsse. Dieses einzigartige Ökosystem beherbergt eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Die erste Folge taucht ein in mystische Sumpfwälder mit echten Giganten. Sumpfzypressen gibt es schon seit mehr als 150 Millionen Jahren - einst wanderten Dinosaurier durch solche Wälder. Der älteste dieser Bäume steht seit mehr als 2.500 Jahren hier. Im Dschungel tummeln sich Schwarzbären. Immer wieder suchen sie einen freistehenden Baum, um sich wohlig den Rücken zu kratzen. Damit hinterlassen sie auch ihren individuellen Geruch - und kommunizieren so miteinander. Eine wichtige Nahrungsquelle für die Tiere der Wildnis sind Louisiana-Flusskrebse. Im Frühling tauchen sie in Massen aus dem Untergrund auf. Die Krebse sind Allesfresser - und umgekehrt werden sie auch von allen gefressen. Aber auch Pflanzen "jagen" hier: fleischfressende Schlauchpflanzen locken Insekten an. Fallen diese in die Flüssigkeit im Inneren der Blüten, werden sie zersetzt und verdaut. Die Sümpfe im amerikanischen Dschungel sind Heimat urzeitlicher Panzerechsen und in den Kronen der letzten verbliebenen Sumpfzypressen am Suwannee River in Florida versammeln sich Tausende Schwalbenweihe. Sie rasten hier, bevor sie ihre alljährliche Reise nach Südamerika antreten.
16:55
Der Südosten der USA ist geprägt von einem ganz besonderen Naturraum. Amerikas Dschungel umfasst ausgedehnte Sümpfe und Wälder, schroffe Berge und zahllose Flüsse. Dieses einzigartige Ökosystem beherbergt eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Die erste Folge taucht ein in mystische Sumpfwälder mit echten Giganten. Sumpfzypressen gibt es schon seit mehr als 150 Millionen Jahren - einst wanderten Dinosaurier durch solche Wälder. Der älteste dieser Bäume steht seit mehr als 2.500 Jahren hier. Im Dschungel tummeln sich Schwarzbären. Immer wieder suchen sie einen freistehenden Baum, um sich wohlig den Rücken zu kratzen. Damit hinterlassen sie auch ihren individuellen Geruch - und kommunizieren so miteinander. Eine wichtige Nahrungsquelle für die Tiere der Wildnis sind Louisiana-Flusskrebse. Im Frühling tauchen sie in Massen aus dem Untergrund auf. Die Krebse sind Allesfresser - und umgekehrt werden sie auch von allen gefressen. Aber auch Pflanzen "jagen" hier: fleischfressende Schlauchpflanzen locken Insekten an. Fallen diese in die Flüssigkeit im Inneren der Blüten, werden sie zersetzt und verdaut. Die Sümpfe im amerikanischen Dschungel sind Heimat urzeitlicher Panzerechsen und in den Kronen der letzten verbliebenen Sumpfzypressen am Suwannee River in Florida versammeln sich Tausende Schwalbenweihe. Sie rasten hier, bevor sie ihre alljährliche Reise nach Südamerika antreten.
17:40
In der Natur wird getäuscht, gestohlen und manipuliert. Und manchmal sogar gemordet. All das bleibt vollkommen straffrei: Etwa drei Viertel aller bekannten Tierarten leben parasitisch. Sie täuschen andere Lebewesen und nutzen sie für ihr eigenes Überleben - und das mit erstaunlicher Raffinesse. Die Dokumentation gibt diesen Organismen eine Stimme: Aus der Perspektive einer Zecke werden mit einem Augenzwinkern Einblicke in die Strategien und Lebensweisen parasitischer Spezies gewährt. Teils humorvoll, teils spannend wie ein Mafiaepos, dabei aber immer wissenschaftlich fundiert, zeigt die Dokumentation die brillanten - und geradezu beängstigenden - Strategien dieser Meister der Infiltration. Jede Spezies spielt ihre Rolle in einem geheimen Netzwerk aus Manipulation und Überlebenskampf. Die Dokumentation wirft einen ungewohnten Blick auf die Kehrseite der hübschen Fassade der Natur, in der Übergriffe an der Tagesordnung sind.
18:35
Wälder wie der Buchenwald La Massane an der französisch-spanischen Grenze sind seltene Paradiese: Seit über 150 Jahren entwickelt er sich hier ohne menschlichen Einfluss. Was auf den ersten Blick wie Verfall wirkt, ist in Wahrheit ein Motor des Lebens. Abgestorbene Bäume, sogenanntes Totholz, sind ein unverzichtbarer Bestandteil intakter Ökosysteme. Sie bieten Nahrung, Schutz und Lebensraum für etwa die Hälfte aller Arten in diesem Wald. Die Dokumentation begleitet den Zerfall einer alten Buche und zeigt, wie ihr Tod neues Leben ermöglicht. Pilze zersetzen das Holz, Insekten legen ihre Eier in den morschen Stamm, und Vögel nutzen die Höhlen als Brutstätte. Selbst Amphibien und kleine Säugetiere finden hier Unterschlupf. Dieses komplexe Netzwerk aus Abhängigkeiten macht Totholz zu einem zentralen Baustein der Artenvielfalt. Doch Totholz ist nicht nur ein Hotspot der Biodiversität - es spielt auch eine entscheidende Rolle im Klimaschutz. Es speichert Kohlenstoff, bindet Wasser und trägt so dazu bei, den Waldboden feucht zu halten. In Zeiten des Klimawandels sind solche natürlichen Prozesse wichtiger denn je: Sie machen Wälder widerstandsfähiger gegen Dürren und Extremwetter. Der Film ist daher mehr als eine Naturdokumentation - er ist ein Plädoyer für den Schutz naturbelassener alter Wälder, die in Frankreich insgesamt nur noch wenige tausend Hektar bedecken.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Niklas Balheden aus Göteborg ist Religionslehrer an einer Grundschule. Er beschäftigt sich schon seit seinen Studienzeiten mit Glaubensfragen. Bereits vor 30 Jahren dachte er darüber nach, Zeit in einem buddhistischen Kloster in Thailand zu verbringen. Damals hatte man ihn abgewiesen, heute ist der Zugang viel einfacher. Ein Monat im Waldkloster soll dem 56-Jährigen helfen, seine spirituellen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und gelassener mit Stress umzugehen. Unter dem Begriff Meditation-Retreats werden Meditations- und Yoga-Kurse mit mehrwöchigen Aufenthalten in Tempeln gebündelt. Parallel dazu hat sich auch die Infrastruktur ausgeweitet: Während es in den 2000ern nur etwa zehn bis 20 Tempel mit Retreat-Angeboten gab, liegt deren Zahl mittlerweile bei geschätzt 150 in ganz Thailand. Allein im Jahr 2023 nahmen rund 1,8 Millionen Menschen an solchen Programmen teil. Sie generierten rund 3,8 Milliarden Euro Umsatz. Nicht nur in Fernost suchen Menschen nach innerer Ruhe und spiritueller Orientierung. In Europa steigt die Zahl derer, die sich auf den buddhistischen Weg begeben. Familie Erdmann praktiziert in Hamburg den Diamantenweg-Buddhismus. Arthur Erdmann beschäftigt die Suche nach Glück und dem Sinn des Lebens schon seit seiner Jugend. Mit 20 Jahren kommt er zum Buddhismus - und findet, wonach er lange gesucht hat: Zufriedenheit und Glück. Bei einem Meditationskurs in Israel lernt er die Polin Kesja kennen. Deren Mutter konvertierte, als sie 14 Jahre alt war, zum Buddhismus. Anfang August 2026 trafen sich im süddeutschen Immenstadt rund 3.000 Buddhisten. Auch die Erdmanns waren dabei.
20:15
1874: Link Jones lebt mit seiner Familie in einem kleinen Ort des amerikanischen Westens. Der Auftrag, eine Lehrerin für die neu zu gründende Schule zu finden, lässt ihn eine Eisenbahnreise antreten. Dabei lernt er den Spieler Sam Beasley und die Barsängerin Billie Ellis kennen. Als der Zug auf freier Strecke anhalten muss, wird er von Banditen überfallen. Der Lokführer nimmt abrupt die Fahrt wieder auf, ehe der ganze Zug ausgeraubt ist, und Jones, Beasley und Billie bleiben allein zurück. Die drei machen sich auf den Weg zu einer Hütte, in der Jones früher gelebt hat. Inzwischen dient sie den Banditen als Unterschlupf. Jones hat einst der Bande angehört und war für ihren Anführer Dock Tobin ein wichtiges Mitglied. Für ihn ist klar, dass er Tobin glaubhaft vorgaukeln muss, er wäre freiwillig zurückgekehrt und wolle wieder dabei sein. Um Billie vor den Banditen zu schützen, gibt er sie als seine Frau aus. Zur Bewährung soll Jones die Möglichkeiten für einen neuen Beutezug auskundschaften und geht zum Schein darauf ein. In einem verlassenen Ort gelingt es ihm, sich gegen die Übermacht der Banditen zu behaupten. Die längst fällige Abrechnung mit Tobin steht ihm jedoch noch bevor ... 1958 drehte Regisseur Anthony Mann "Der Mann aus dem Westen" mit Gary Cooper in der Titelrolle eines ehemaligen Outlaws, der einen fast aussichtslosen Kampf gegen den ständigen Kreislauf von Verbrechen und Vergeltung führen muss. Der auf dem Roman von Will C. Brown basierende Film gilt als "einer der meistgerühmten Western der 50er Jahre" (Lexikon des Internationalen Films).
21:50
Gary Cooper, mit bürgerlichem Namen Frank James Cooper, verbrachte seine Kindheit auf einer Farm im ländlichen Montana. Seine Eltern stammten ursprünglich aus England. Der Vater war sowohl Richter als auch Rancher und konnte sich ein beachtliches Vermögen aufbauen. Dank seiner Reitkünste versuchte Cooper in den 1920er Jahren in Hollywood als Stuntman Fuß zu fassen. Seinen Durchbruch feierte er 1930 im Liebesfilm "Marokko", in dem er unter der Regie von Josef von Sternberg an der Seite von Marlene Dietrich spielte. Zwei Jahre später übernahm er die Hauptrolle in der Hemingway-Verfilmung "In einem anderen Land" (1932). Cooper war persönlich mit dem Schriftsteller befreundet und trat 1943 erneut in einem Hemingway-Stoff auf, diesmal in "Wem die Stunde schlägt" mit Ingrid Bergman. Seine erste Oscar-Nominierung erhielt er 1936 für die Komödie "Mr. Deeds geht in die Stadt" von Regisseur Frank Capra. Besonders bekannt wurde er jedoch durch seine Rollen in Westernfilmen. Regielegende Cecil B. DeMille besetzte ihn unter anderem in "Der Held der Prärie" und "Die scharlachroten Reiter". Privat kursierten Gerüchte über Beziehungen zu Marlene Dietrich, Carole Lombard, Ingrid Bergman und Grace Kelly. Cooper war jedoch ab 1933 mit der Schauspielerin Veronica Balfe verheiratet. Das Paar bekam 1937 eine Tochter namens Maria Cooper. Coopers Schauspielstil war zurückhaltend und minimalistisch - ein Kontrast zum expressiven Ansatz des Actors Studio. Er verkörperte den klassischen amerikanischen Helden: stark, moralisch und ohne innere Konflikte. Erst in den 1970er Jahren wurde dieser Typus vom komplexeren Antihelden des New Hollywood abgelöst, den emotionale Tiefen und persönliche Krisen ausmachten.
22:45
Wall ist ein verschlafenes englisches Dorf, benannt nach der Steinmauer, welche die Bewohner seit Äonen vor dem übernatürlichen Paralleluniversum sichert, das direkt auf der anderen Seite liegt. In Wall verspricht der junge Tristan Thorn dem hübschesten Mädchen, dass er ihr einen herabgefallenen Stern bringen wird. Dazu muss er jedoch die Mauer überwinden und taucht auf der anderen Seite in eine geheimnisvolle Welt voller Magie und sich entfaltender Legenden ein. In diesem fantastischen Reich, bekannt als Stormhold, entdeckt Tristan, dass der herabgefallene Stern gar nicht das ist, was er erwartet hat - es handelt sich um eine temperamentvolle junge Frau, die bei ihrem kosmischen Sturz verletzt wurde. Jetzt ist sie in großer Gefahr, denn sie wird von kolossalen Mächten gesucht. Darunter die intriganten Söhne des verstorbenen Königs, die nur durch sie den Thron erlangen können, und eine bösartige Hexe, die verzweifelt versucht, den Stern zu nutzen, um ewige Jugend und Schönheit zu erlangen. Tristan wird schnell klar: Alle, denen der Stern begegnet, haben eigene Absichten, manche sind gut, manche böse, aber alle wollen nur eines - ihr Herz. "Der Sternwanderer" ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Neil Gaiman. Laut Gaiman handelt es sich bei der Verfilmung um eine getreue Adaption in komprimierter Form, mit nur wenigen Unterschieden zu seinem Buch. Der Film wurde in England, Schottland, Wales und Island gedreht.