19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Weil es nicht mehr genug alte Bäume mit natürlichen Hohlräumen gibt, schlagen die Zeidler - die Waldimker - mit selbst geschmiedeten Werkzeugen Baumbeuten in die Stämme und hoffen, dass sich dort Bienen niederlassen. Wenn das gelingt, greifen sie in das Leben der Bienen so wenig wie möglich ein. Honig wird nur einmal im Jahr geerntet, und das auch nur, wenn die Bienen genug Vorräte für den Winter gesammelt haben. Piotr ist nach seinem Studium in der Stadt mit seiner Familie in den Wald seiner Kindheit zurückgekehrt. Aber der Wald hat sich durch die Forstwirtschaft verändert. Viele Flächen liegen brach. Mit der aus dem Mittelalter stammenden Kunst der Bienenhaltung will Piotr ein Zeichen setzen und zeigen, wie ein Leben im Einklang mit der Natur möglich ist. Dazu hat er sich mit weiteren Zeidlern zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Und die Gemeinschaft wächst. Denn diese Art der Bienenhaltung ist für viele eine Inspiration für eine artgerechte Form der Imkerei und für ein Leben im Einklang mit der Natur. Die Dokumentation begleitet Piotr und die Bruderschaft der Zeidler durch den Spätsommer auf dem Weg zum großen Erntefest. Hier steht nicht der Ertrag im Mittelpunkt, hier wird die Zeidlerei gefeiert, die seit 2020 in Polen und Belarus von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.
20:15
April 2009: Der US-amerikanische Frachter "Maersk Alabama" wird auf dem Weg nach Kenia vor der somalischen Küste von vier Piraten überfallen. Kapitän Richard Phillips, ein erfahrener Seemann, versucht zunächst, die Angreifer mit taktischen Manövern abzuwehren. Doch als die Piraten unter der Führung des jungen Muse an Bord gelangen, ist ihnen die Besatzung ausgeliefert. Phillips opfert sich, um seine Crew zu schützen, und lässt sich als Geisel auf ein Rettungsboot bringen. Was folgt, ist ein psychologisch aufgeladener Zweikampf auf engstem Raum, bei dem Phillips mit List und Geduld gegenüber Muse versucht, Zeit zu gewinnen, während die US-Marine die Rettungsaktion koordiniert. Die Piraten, allesamt junge Männer aus prekären Verhältnissen, wirken ebenso verletzlich wie gefährlich. Ihre Motive sind komplex: Armut, Perspektivlosigkeit und der Druck ihrer Auftraggeber treiben sie an. Der Film zeigt ihre inneren Konflikte und die wachsende Verzweiflung, als sie merken, dass sie in einer Situation gefangen sind, die sie nicht mehr kontrollieren können ... Die Inszenierung von Paul Greengrass generiert Spannung durch die Dynamik zwischen Phillips und Muse. Greengrass gelingt es, die globalen Machtgefälle und die menschliche Dimension des Konflikts sichtbar zu machen, ohne dabei in einfache Schuldzuweisungen zu verfallen. Wie bereits bei früheren Produktionen setzt Greengrass eine handgehaltene Kameraführung ein, die das Geschehen lebensnah einfängt.
22:20
Von "Forrest Gump" über "Cast Away - Verschollen" bis "Sully": Tom Hanks wurde zum ganz normalen Helden, der turbulenten Ereignissen standhalten muss und immer wieder Zuversicht ausstrahlt. In seiner Karriere, die in den 1980ern ihren Anfang nahm, hat er es geschafft, eine einzigartige Beziehung zu seinem Publikum aufzubauen, zum Spiegel - und Vorbild für viele US-Amerikaner und Amerikanerinnen zu werden. Ein Soldat im Chaos des D-Days in der Normandie ("Der Soldat James Ryan"), ein Astronaut bei einer missglückten Mond-Mission ("Apollo 13"), ein aidskranker, schwuler Anwalt in einer homophoben Gesellschaft ("Philadelphia"), ein Antiheld, der mit 30 Jahren Geschichte konfrontiert wird und den Menschen weltweit ins Herz schlossen ("Forrest Gump"). Ob fiktive oder reale Personen, sie alle haben nur ihren gesunden Menschenverstand, ihre Empathie und schließlich ihre Resilienz als Waffen gegen die Widrigkeiten der Welt. Statt Heldenpose Menschlichkeit. Seine Werte und die seiner Figuren machten Tom Hanks zum Weltstar, zum "good guy next door", zum Star mit Vorstadt-Normalität. Als einer, der stets Zuversicht vermittelt, ist er zu "America's Dad" geworden, manch einer und eine wünschte sich sogar seine Kandidatur fürs Weiße Haus. Doch die Spaltung der Gesellschaft macht es ihm zunehmend schwer, eine verbindende Kraft zu sein. Das Porträt stützt sich auf zahlreiche Interviews mit dem Schauspielstar. Mit Humor und Nahbarkeit erzählt er von seiner Kindheit, seinem Werdegang in Theater und Film, seinen Inspirationsquellen und seinem Arbeitsethos. Archivmaterial und Filmausschnitte veranschaulichen seine beeindruckende Karriere und lassen den Eindruck entstehen, einem alten Freund wiederzubegegnen.
23:15
Der Regisseur und Drehbuchautor Steven Spielberg, dessen außergewöhnliches Talent früh erkannt wurde, hat die Filmgeschichte der letzten fünf Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Er gilt als einer der kommerziell erfolgreichsten Regisseure, Produzenten und Filmemacher Hollywoods. Doch sein Werk ist persönlicher, als es auf den ersten Blick scheint: Viele seiner frühen Filme greifen Ängste auf, die ihn in seiner Kindheit begleiteten - etwa die Furcht vor dem Ozean ("Der weiße Hai") oder vor den endlosen Straßen Amerikas ("Duell"). Seine kindliche Einsamkeit verarbeitete er in Filmen wie "Unheimliche Begegnung der dritten Art" und "E.T. - Der Außerirdische". Darin stellte er Außerirdische - entgegen dem damaligen Feindbild - als wohlwollende Wesen dar, so wie er sich selbst Freunde gewünscht hätte. In seiner Schulzeit wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft ausgegrenzt und gehänselt. Dieses lange verdrängte Thema griff er schließlich in "Schindlers Liste" auf - ein Film, der nach vielen Höhen und Tiefen einen entscheidenden Wendepunkt in seinem Schaffen markierte. Seine Kindheit, die sich zunächst bruchstückhaft durch sein Werk zieht, verarbeitete er erst Jahrzehnte später in dem autobiografischen Drama "Die Fabelmans", das 2022 in die Kinos kam. Bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, Filmausschnitte, Making-ofs und Interviewauszüge fügen sich zu einem vielschichtigen Porträt eines berühmten und dennoch wenig bekannten Filmemachers. Die Dokumentation erkundet sein Genie und seine außergewöhnliche Schaffenskraft.