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TV Programm für ARTE am 21.03.2026

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Renoir in Love 21:50

Renoir in Love

Künstlerporträt

1915: Der junge Jean Renoir wird im Krieg verwundet und verbringt seine Genesung bei seinem Vater, Pierre-Auguste Renoir, auf dem Familienanwesen. Der 74-jährige Maler, auf dem Höhepunkt seines Ruhms, ist einsam - seine Frau Aline ist verstorben, der Krieg hält Besucher fern. Doch in der Gegenwart seines Sohnes findet er zurück zu innerer Ruhe: Tagsüber malt er, abends sitzen beide am Kamin und plaudern. Der Film "Renoir in Love" zeichnet ein intimes Porträt des Künstlers - inspiriert von Jeans Erinnerungen an diese Zeit, die er 1962 in seiner Biografie verarbeitete. Fiktionalisierte Dialoge zwischen Vater und Sohn wechseln mit Rückblenden auf Renoirs Werk, begleitet von kunsthistorischen Analysen. So entsteht das Bild eines Malers, der in einer Zeit des Umbruchs nach Harmonie sucht. Renoir spürte früh, wie die Moderne mit der industriellen Revolution und rasant anwachsenden Städten zwischenmenschliche Bindungen bedrohte. Für ihn waren Nähe und Verbundenheit der Schlüssel zum Glück - in seiner Kunst wie im Leben. Seine Bilder feiern Licht, Farbe und die Beziehung zwischen Künstler und Modell. "Renoir in Love" hinterfragt seine Darstellung des Weiblichen, seine Vision einer Malerei als utopischer Gegenwelt und seine Sehnsucht nach einer Gesellschaft, in der Schönheit, Freiheit und Zärtlichkeit im Mittelpunkt stehen. Das Publikum wird mit diesem Film dazu eingeladen, Renoirs Werk neu zu entdecken - lebendig, leuchtend und voller Menschlichkeit.

Danach

Tucholsky in Frankreich 22:45

Tucholsky in Frankreich: Das Glück vor der Katastrophe

Literatur

Am 6. April 1924 fährt Kurt Tucholsky, die herausragende Oppositionsfigur der Weimarer Republik, zum damaligen Erzfeind nach Frankreich. Im Gepäck hat er eine Idee: Er will durch sein Schreiben die Franzosen den Deutschen näherbringen und gängige Vorurteile widerlegen. Wird ihm das gelingen? Der Film beleuchtet diese bislang kaum dokumentierte Periode (1924-1929) des berühmten Schriftstellers in Frankreich. Auch seine wenig bekannte Liebesbeziehung zu Mary Gerold, mit der er ab 1924 verheiratet war und die später für seinen Nachruhm noch immens wichtig werden sollte, spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle. Zudem schärft sich in Paris sein Blick auf den heraufziehenden Faschismus in Deutschland - eine Entwicklung, die durchaus Parallelen zur heutigen Zeit aufweist. Der Film ermöglicht eine völlig neue Perspektive auf Werk und Vita Tucholskys - mehr als 90 Jahre nach seinem Tod am 21. Dezember 1935. Eine filmische Spurensuche, die die damalige und heutige Zeit in Paris und Berlin verschränkt, in Zeiten antidemokratischer Bewegungen überall in Europa aktueller denn je ist und zum Nachdenken anregt. Die Aktualität seiner Texte spiegelt sich auch in den musikalischen Interpretationen des deutsch-französischen Punk-Duos Les Millionnaires sowie der Schauspieler Robert Stadlober und Jasmin Tabatabai, die auch die Erzählerin des Films ist, wider.

Die ganze Welt in einem Bild 23:40

Die ganze Welt in einem Bild: Manets Lampen

Malerei

Diese Folge richtet den Blick auf Édouard Manets Gemälde "Bar in den Folies Bergère". Zwei im Spiegel reflektierte Lampen erhellen die Nachtclub-Szene und bilden den Ausgangspunkt der Untersuchung. Die weißen Leuchtkugeln verweisen auf einen tiefgreifenden technologischen Umbruch: den weltweiten Einzug der Elektrizität. Von den Experimenten Thomas Edisons über die Pariser Vergnügungswelt der Belle Époque bis hin zu den Werkstätten japanischer Ukiyo-e-Holzschnitte erzählt die Dokumentation die unerwartete Geschichte künstlerischer, wirtschaftlicher und politischer Begegnungen zwischen Japan und dem Westen Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen der Elektrizität und dem künstlichen Licht verändert sich die menschliche Lebensweise grundlegend. "Die Lampen von Manet" zeigt, wie einfache Bambusfasern aus einem Shinto-Schrein nahe Kyoto das Nachtleben der westlichen Metropolen revolutionierten. Zahlreiche Sachverständige begleiten diese Spurensuche: der Direktor sowie ein Lichtgestalter der Folies Bergère, mehrere shintoistische Mönche, eine japanische Verlegerin eines Holzschnitt-Ateliers und ein ehemaliger Bergarbeiter aus Nordfrankreich.