16:55
Die Ostsee ist das jüngste Meer der Erde und erst nach der letzten Eiszeit entstanden. Es scheint so vertraut, bietet aber viele Überraschungen. Die zweite Folge führt in eine Welt aus Zehntausenden von Inseln zwischen Estland und dem finnischen Schärenmeer. Auf Saaremaa der größten estnischen Insel schallen im Herbst nasale Laute über die Insel. Es sind die Paarungsrufe der Elche. Große Bullen ziehen zu den traditionellen Brunftplätzen. Im Norden der Insel ragt das Panga Cliff empor, eine über 400 Millionen Jahre alte Kalksteinwand. Anfang März dreht Naturfilmer Christoph Hauschild die Kinderstube der Kegelrobben auf zwei kleinen Inseln in der Rigaer Bucht. Nie zuvor durfte ein Kamerateam die Inseln betreten. Es ist die größte Ansammlung dieser Robbenart in der Ostsee. Nur 200 Kilometer westlich liegt das schwedische Gotland. Viele Tiere und Pflanzen, die sonst nur in Südeuropa vorkommen, finden sich auf der zweitgrößten Insel der Ostsee. Hier brüten Steinadler auf Bäumen, und im Frühling ist der Boden übersät von Orchideen. Auf der Insel Stora Karlsö existiert die größte Lummenkolonie der Ostsee. Im Juni springen die jungen Lummen zu Hunderten von den Felsen, um mit ihren Vätern in die südliche Ostsee zu schwimmen. 300 Kilometer weiter nördlich liegt Finnlands Schärenmeer. Eine Welt aus 80.000 Inseln. In diesem Labyrinth lebt auch das größte Raubtier Europas, der Braunbär. Große Bären schwimmen im goldenen Licht der weißen Nächte von Insel zu Insel auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen. Magische Augenblicke aus dem Felsenmeer, das die letzte Eiszeit in der Ostsee einst geschaffen hat.
17:50
Traumhafte Strände, verwunschene Ausgrabungsstätten und mystische Cenoten - die mexikanische Halbinsel Yucatán bieten von allem etwas. Künftig dürften noch mehr Menschen in den Genuss dieser bezaubernden Region kommen. Grund dafür ist der Tren Maya, der Maya-Zug. Mit ihm ist erstmals eine Bahnfahrt von San Francisco de Campeche am vom Golf von Mexiko nach Cancún und weiter an der Riviera Maya, der Karibikküste Yucatáns, möglich - eine einzigartige Entdeckungsreise durch den Regenwald auf Spuren der Mayas. Im Dezember 2023 wurde ein Teil der insgesamt 1.500 Kilometer lange Strecke eröffnet. Die Halbinsel Yucatán lässt sich damit erstmals mit einem Zug auf eine angenehme und bequeme Art entdecken. Die meisten Sehenswürdigkeiten wie die Karnevalshochburg Mérida oder die Maya-Tempel von Chichén Itzá können dank der Bahn schnell und praktisch erreicht werden. Darüber hinaus soll die Bahnlinie der ärmsten Region Mexikos Wohlstand bringt. Die von Anfang umstrittene Eisenbahn wurde als Projekt der nationalen Sicherheit eingestuft und teilweise unter dem Schutz des Militärs gebaut. Gegner hatten immer wieder die Rodung von Teilen des Regenwaldes und die Zerstörung zahlreicher Cenoten angemahnt und die Bauarbeiten gestört. Offiziell soll der Zug durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze die Abwanderung von der ärmlichen Halbinsel eindämmen und dadurch den Indigenen mehr "Würde und soziale Gerechtigkeit" bringen. Inwieweit die Bahnlinie der ärmsten Region Mexikos Wohlstand bringen wird, ist allerdings unklar, - und auch, ob die befürchteten ökologischen Schäden eintreffen werden.
18:35
Bei einer Bahnfahrt kann man eintauchen in die spanische Semana Santa, die heilige Karwoche. Zwischen Prozession und Passionsspiel zeigt sich eine vielseitige Costa Blanca. Weiß blühende Zitrusbäume, weiß getünchte Häuser und weiß glitzernder Sand: die Costa Blanca macht ihrem Namen alle Ehre. Dazu Ostern als Inszenierung: In Elche flechten Frauen aus Palmwedeln Kunstwerke, in Alicante schultern sie Maria und hängen in La Nucia als Räuberinnen neben Jesus am Kreuz. Blechbläser und Trommler geben den Takt vor, dazwischen ein klagender Gesang. Beim Gitarrenbauer hört sich Ostermusik sanfter an. Die Spanier essen in der Karwoche Fisch, und so ist die Fischauktion in La Campello Anlaufstelle für frische Kost. Jesus ritt auf einem Esel nach Jerusalem. Auch an der Costa Blanca gibt es alte Eselspfade und eine Eselsfarm. Malerische Dörfer neben spektakulären Wolkenkratzern, langen Stränden folgen tiefe Schluchten: Drei Bahnen verbinden alle Orte. In Dénia endet die Reise am Ostersonntag.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
US-Präsident Trumps Zorn auf die Nato-Mitgliedsländer rührt von der Sackgasse her, in die sich die USA und Israel mit dem Krieg gegen Iran manövriert haben. Hinzu kommt, dass etwa Spanien seinen Luftraum für US-Flugzeuge gesperrt hat und Italien ihnen die Landung auf einem Stützpunkt auf Sizilien verweigerte. Schließlich hatte Trump vor seinem Angriff die NATO nicht zu Rate gezogen.
19:40
"12. September 62. Ein Mittwoch." Die Kundin zögert kurz, dann lächelt sie. Es stimmt. Lorenzo hat den Wochentag ihres Geburtstags korrekt genannt. "Dafür gibt es keine genaue Erklärung. Ich nenne es mein autistisches Gehirn." Szenen wie diese gehören zum Alltag in der Pizzeria in Monza in Italien. Nico Acampora ist der Gründer von PizzAut. Hier arbeiten fast ausschließlich Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Strikte Abläufe, klare Regeln - für die Mitarbeitenden sind diese Strukturen eine große Hilfe. Bevor die Türen öffnen, isst das Team gemeinsam. Dann kommen die Gäste: Schulklassen, Familien, Stammkundschaft. Von außen wirkt alles ruhig, fast routiniert. Doch Nico beobachtet genau. Abweichungen, zu viele Reize, ein falscher Moment - und Stress entsteht. Wer überfordert ist, wird aus schwierigen Situationen genommen. Autismus ist nicht gleich Autismus, daher heißt es Autismus-Spektrums-Störung. PizzAut beschäftigt inzwischen rund 40 Mitarbeitende in zwei Restaurants. Inzwischen hat die Idee politische Aufmerksamkeit. Italiens Staatspräsident würdigte das Projekt, der Papst empfing das Team. Doch für Nico ist das nicht genug. Er will, dass andere Unternehmen folgen. "Der wahre Wandel kommt erst, wenn wir nicht mehr gebraucht werden." Für die Mitarbeitenden bedeutet PizzAut schon jetzt mehr als nur Arbeit. Eine Kundin meint: "Es ist ein Ort, der das Herz öffnet". Und es ist vor allem ein Ort, der Selbständigkeit gibt.
20:15
Las Vegas - die Glitzerstadt in der Wüste Nevadas ist Sinnbild für den amerikanischen Traum von Aufstieg und Erfolg. Ein staubiges Wüstennest wurde zur Welthauptstadt ikonischer Casinos und glanzvoller Shows. Dort, wo eine Oase mit natürlichen Quellen in der Wüste lag, entstand eine Eisenbahnstation. Der Ort entwickelte sich zum Gangster-Paradies, zur Atomic City und Hotelmetropole, wurde ein Magnet für Zocker und Glücksritter, Abenteurer und Romantiker. Wer die Stadt heute besucht, ist überwältigt von der schieren Größe, Masse und Opulenz. Doch wofür steht Las Vegas - für grenzenlose Freiheit und Aufstiegschancen oder für die Kehrseite des amerikanischen Traums? Selbst eingefleischte Fans können diese Frage nicht eindeutig beantworten. In Las Vegas zeigt sich der American Way of Life wie unter einem Brennglas mit all seinen Extremen und Widersprüchen. Der Dokumentarfilm betrachtet hinter dem Narrativ der glitzernden Zockermetropole die weniger bekannten Aspekte der Stadt. Zu Wort kommen Menschen, die sie zu ihrer Heimat gemacht haben: Historiker, Journalisten, Sozialarbeiter, Obdachlose, Croupiers, Glücksspieler, Immobilienprofis, Artisten und Extremsportler.
21:45
Paul Bethell ist Hauptkommissar im südwalisischen Port Talbot, einer von der Schwerindustrie geprägten Stadt. Als Polizeianfänger beschäftigten ihn drei Morde an jungen Frauen, die 1973 die Gemeinde erschütterten, die sogenannten Llandarcy-Morde. Zuerst wurde die junge Sandra vergewaltigt, getötet und in einem Abwassertunnel abgelegt. Die Ermittler aus dem benachbarten Städtchen Neath schienen sich damals auf einen Verdächtigen festgelegt zu haben: Sandras Freund. Aber Paul hatte Zweifel an dessen Schuld. Als dann die jungen Arbeiterinnen Pauline und Geraldine nach einem Abend im Club vergewaltigt und ermordet in einem Wald aufgefunden wurden, erkannte Paul ein Muster, wovon der damalige Polizeichef allerdings nichts hören wollte. Die Ermittlungen wurden ergebnislos eingestellt. Im Jahr 2002 suchen Eltern und Freunde der drei Mädchen immer noch Antworten darauf, was damals passiert ist. Paul, inzwischen Hauptkommissar, erfährt, dass die bald 30 Jahre alten Fälle angesichts der Durchbrüche in der DNA-Technologie neu aufgerollt werden sollen. Noch immer von den Geschehnissen verfolgt bemüht er sich, als Hauptermittler des neuen Untersuchungsteams eingesetzt zu werden. Doch statt der beantragten zwölf Mitarbeiter besteht die Taskforce schließlich nur aus Paul, seinem damaligen Kollegen Phil und dem neuen Kollegen Geraint. Ein viel zu kleines Team, um ausgehend von der Täter-DNA alle Männer zu untersuchen, die 1973 zwischen 16 und 50 Jahre alt waren. Haben die Ermittler so überhaupt eine Chance, neue Erkenntnisse zu gewinnen?
22:40
Der walisische Hauptkommissar Paul Bethell wurde von seiner Chefin beauftragt, drei ungeklärte Morde aus dem Jahr 1973 neu aufzurollen. Doch das Budget ist knapp und die Taskforce hat nur drei Mitglieder: Paul, seinen ehemaligen Ermittlungspartner Phil und den jüngeren Detective Geraint. Paul und Phil waren schon in den 1970er Jahren Teil des Ermittlerteams. Bei den sogenannten Llandarcy-Morden waren die jungen Arbeiterinnen Geraldine und Pauline nach einem Besuch in einem Club im benachbarten Swansea in einem Wäldchen vergewaltigt und getötet worden. Paul hatte schon damals eine Verbindung zwischen diesen Morden und einem früheren Fall in der Nachbargemeinde Neath erkannt, dem die junge Sandra zum Opfer fiel. Doch seiner Theorie wollte seinerzeit niemand folgen. Nun endlich, 30 Jahre später, kann Paul mit Hilfe der neuen DNA-Technologie beweisen, dass die drei Morde wirklich vom gleichen Täter verübt wurden. Mit dieser Nachricht suchen Paul und Phil Sandras Mutter Pat und ihren Stiefvater Dai auf. Dai wurde schon in den 1970er Jahren von Paul verdächtigt. Auch 2002 ist Paul weiterhin überzeugt, dass Dai der Täter ist, und will von ihm eine DNA-Probe sichern. Dai, der all die Jahre mit den unbewiesenen Anschuldigungen gegen sich leben musste, gibt seine Probe nur widerwillig ab. Sita, die vor 30 Jahren eng mit den Opfern Geraldine und Pauline befreundet war, berührt es sehr, als sie erfährt, dass der Fall neu aufgerollt wird. Sie hätte damals in der Mordnacht leicht ein weiteres Opfer werden können, wenn ihr Vater sie nicht wütend nach Hause geholt hätte. Die heutige Schulleiterin bietet der Taskforce ihre Hilfe an, denn das Gefühl, ihre Freundinnen damals im Stich gelassen zu haben, verfolgt sie seit Jahrzehnten. Dann erleiden Paul und sein Team einen herben Rückschlag. Die DNA-Untersuchungen sind eindeutig: Dai ist nicht der Täter. Die Ermittler stehen damit wieder bei Null ...
23:40
Paul Bethell ist Hauptkommissar im südwalisischen Port Talbot, einer von der Schwerindustrie geprägten Stadt. 1973 wurden dort drei junge Frauen ermordet. Paul war schon damals als junger Polizist mit den Fällen befasst. Doch nach monatelanger Suche gab es keine erfolgversprechende Spur und die Ermittlungen wurden eingestellt. Paul und seinen Kollegen Phil ließen die Morde nie los. Nun besteht 30 Jahre später die Möglichkeit, die an den Tatorten gesicherte Täter-DNA mit neuer Analysetechnik zu untersuchen. Paul leitet die dreiköpfige Taskforce, und nach vielen falschen Fährten haben sie endlich einen Durchbruch. Die DNA des Täters besitzt einen seltenen, speziellen Marker: ein Doppelallel. Allerdings liefert der Abgleich mit den DNA-Proben der bisher Verdächtigen keinen Treffer. Da es aus Kostengründen unmöglich ist, DNA-Proben von allen Männern zu nehmen, die 1973 vom Alter her als Täter infrage kamen, stehen die Ermittler wieder in einer Sackgasse. Doch dann haben sie eine Idee: Mit Hilfe der DNA-Datenbank der Polizei und den gesammelten Proben erstellen sie eine Liste von 13 Männern, die zwar selbst als Täter ausgeschlossen sind, aber aufgrund des gleichen Markers Nachkommen des Täters sein könnten. Parallel wird auch der Hauptverdächtige Willoughby weiter beschattet: Er misstraut der Außenwelt und vermeidet Kontakt mit der Polizei. Eine DNA-Probe will er nicht abgeben, und illegal gesammelte Proben werden vom Labor nicht bearbeitet. Als wäre das nicht schon genug, erfährt Paul, dass die Ermittlungen wegen Mittelknappheit eingestellt werden sollen, wenn sie nicht schnell neue Erkenntnisse erlangen ...