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TV Programm für ARTE am 04.11.2026

Europas tödlichste Grenze 05:05

Europas tödlichste Grenze: Vergessene Opfer des Kalten Krieges

Dokumentation

30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sollen die Opfer der Grenze zwischen der Tschechoslowakei auf der einen und der BRD und Österreich auf der anderen Seite späte Gerechtigkeit erfahren und die Todesschützen bestraft werden. Nach intensivem Studium der Akten bringt 2019 die NGO Platform of European Memory and Conscience mehrere solcher Fälle bei der tschechischen und der deutschen Staatsanwaltschaft zur Anzeige. Für die BRD ist die Staatsanwaltschaft Weiden zuständig, auf tschechischer Seite die Staatsanwaltschaft Prag 1. Nach Abschluss der Ermittlungen gegen 41 Personen sollen die Anklagen erhoben werden. Unter anderem auch gegen drei ranghohe Politbüro-Mitglieder, die an der Spitze der Befehlskette standen. Dabei sind die Erfahrungen, die die deutschen Behörden bei der Aufarbeitung der Mauertoten an der innerdeutschen Grenze gesammelt haben, für die tschechischen Kollegen von unschätzbarem Wert. Einer dieser Fälle ist der des damals 18-jährigen Hartmut Tautz aus der DDR. 1986 wird er in der Nähe von Bratislava bei seinem Fluchtversuch von Wachhunden angefallen und schwer verletzt. Tautz verblutet noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Seine Schwester Carola Tautz-Bär hofft mit Hilfe der neuen Ermittlungen, dass sich die Täter endlich verantworten müssen. Auch andere Opfer und Angehörige können hoffen, dass die Wahrheit dieser Grenze ans Licht gebracht wird. Die Flucht in den Westen war für viele der letzte verzweifelte Ausweg. Die Fluchtmittel sind vielfältig: mit Hilfe eines Schleusers über die grüne Grenze oder wie die Maulwürfe unter der Grenze hindurch. Mit dem Mut der Verzweiflung, der Freiheit entgegen.

360° Reportage 06:00

360° Reportage: Florida: Moderne Nixen schlagen Wellen

Reportage

Für Melanee Schneider ist Wasser das Element, in dem sie sich am wohlsten fühlt, vor allem, wenn sie mit ihrer glitzernden Nixenschwanzflosse durch die Wellen gleitet: schwerelos und voller Freude im Herzen. Ihre Mutter Margaret dagegen fürchtet es - so wie Millionen Afroamerikaner. Denn über das Wasser kamen die Schiffe, die ihre Vorfahren in die Sklaverei zwangen. Die jahrhundertelange grausame Sklaverei und die anschließenden Rassentrennungsgesetze, die bis 1964 in Kraft waren, entfremdeten die Afroamerikaner vom Wasser und schufen ein folgenschweres Trauma, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Melanees Großmutter, ihre Mutter und auch ihre Schwester haben bis heute nie schwimmen gelernt. Nur Melanee durchbrach das Generationentrauma, wurde Schwimmlehrerin und begeisterte Meerjungfrau mit einer starken Mission: Sie will die Menschen zurück ins Wasser bringen und ihnen die Freude daran vermitteln. Das gelingt ihr, indem sie als Afro Mermaid auf Kindergeburtstagen auftritt und schon den Kleinsten zeigt, wie es geht: Mit Mut und Kraft kann jeder erreichen, was er will, und jede ist schön, so wie sie ist. Damit ist sie nicht allein. Zu Melanees großem Meeresleutetreffen haben sich fast 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen angemeldet, die aus allen Teilen der USA anreisen. Zusammen schwimmen sie anmutig schwebend und im Vertrauen darauf, dass das Wasser sie trägt. Spielerisch mit den Fischen tanzend und die Welt umarmend, die sie bisher oft ausgeschlossen hat. Nun muss nur noch die Organisation klappen - und an der feilt Melanee zusammen mit ihrem Mann Manny bis zur letzten Minute.

Küchen der Welt 06:55

Küchen der Welt: Martinique: Boucané-Hähnchen

Essen und Trinken

Würziges Hähnchen aus Martinique: Poulet boucané / Kulinarische Mitbringsel / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 07:25

Stadt Land Kunst: Spanien / Schottland / Polen

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Spanien: Frauenstimmen hinter geschlossenen Vorhängen / Schottland: Die Rückkehr der Hexen / Griechenland: Katerinas Rosinen-Pfannkuchen / Polen: Eine Frau im Urwald

Stadt Land Kunst 08:10

Stadt Land Kunst: Florenz / Indien / Belgien

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Florenz: Tschaikowskys weißer Schwan / Indien: Der radikale Pazifismus der Jains / Thailand: Nus Hühnercurry / Belgien: Ein Zug, drei Helden

Wildes Belgien 08:55

Wildes Belgien: Wasserwelten

Natur und Umwelt

Biber verändern durch den Bau von Dämmen ganze Landschaften, doch ihre Bauten spielen auch für die Artenvielfalt eine wichtige Rolle. Die von Bibern angelegten Teiche sind sehr nahrungsreich und ziehen viele Tiere an, deren Lebensraum überall sonst verschwunden ist. Im Zuge der Wiederansiedlung der Nager sind auch andere Arten zurückgekommen, die man schon lange nicht mehr in Belgien gesehen hatte. So zum Beispiel der Schwarzstorch, dem die Ruhe und der Überfluss an Nahrung im Umfeld der Biberbauten gefällt. Auch Kormorane kehren mehrere Jahre lang an den gleichen Ort zurück, um sich fortzupflanzen. Die schlaue und gefräßige Blindschleiche weiß um die vielen Kaulquappen im seichten Wasser. Männliche Stichlinge verführen die Weibchen mit komplizierten Nestkonstruktionen im Fluss und kümmern sich dann sehr fürsorglich um den Nachwuchs. Und wo Frösche sind, ist die Wasserqualität meistens sehr gut, denn die Haut der Amphibien ist durchlässig und macht sie für jede Art von Verschmutzung sehr anfällig. Die über einen Zeitraum von drei Jahren entstandene Dokumentationsreihe rückt die unglaubliche Vielfalt der belgischen Flora und Fauna ins Rampenlicht. Sie zeigt Raubfische wie den Hecht und stellt die Jagdtechniken von Ringelnattern und Turmfalken vor. Aber auch die Lebensweisen weniger bekannter Arten wie Moorfrosch, Wassermolch, Stichling, Ameisenjungfer und Habicht werden beleuchtet.

Wildes Belgien 09:40

Wildes Belgien: Himmelswelten

Natur und Umwelt

Wenn der Winter beginnt, legen Tausende von Kranichen auf ihrem Flug in den Süden Rast im ostbelgischen Hohen Venn ein. Die jüngsten Vögel treten die 4.000 Kilometer lange Strecke zum ersten Mal an. Bevor die Kraniche weiterziehen, sammeln sie sich im Tal, um dort die Nacht zu verbringen. Die von den letzten warmen Winden des Jahres erzeugten Aufwinde tragen die Vögel von der Ostsee bis nach Nordafrika. Fliegende Spinnen nutzen Luftströmungen, um sich an selbst erzeugten Fäden möglichst weit in ihre Nahrungsgebiete tragen zu lassen und dort zu landen, wo es saftige Blumen und viele Insekten gibt. Ob der Wind günstig ist, verraten ihnen die Härchen auf ihrem Körper. Der Wanderfalke ist ein ausgezeichneter Jäger, der überall auf der Welt anzutreffen ist. Dank seiner großen Augen kann er auch auf weite Entfernungen außergewöhnlich scharf sehen. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern ist er das schnellste Tier der Welt.

Wildes Belgien 10:25

Wildes Belgien: Bodenwelten

Natur und Umwelt

Säbelschnäbler, Seeregenpfeifer und Brachvögel finden im Watt alles, was ihr Herz begehrt. Austernfischer knacken Muscheln auf dem nassen, festen Sand. Dadurch nutzt sich ihr Schnabel sehr schnell ab, aber er wächst jede Woche einen halben Zentimeter nach. Ameisenlöwen bauen Sandtrichter, auf deren Grund sie ihrer Beute auflauern, um sie zu verschlingen, während der fleischfressende Sonnentau unvorsichtige Insekten mit seinen klebrigen Tentakeln einfängt. In den Dünen errichtet eine Bache mit den Zweigen eines Rhododendronstrauchs einen vor Blicken geschützten Bau, wo sie acht Frischlinge zur Welt bringt. Bei der Geburt sind die kleinen Wildschweine gestreift, doch nach drei bis fünf Monaten verlieren sie diese Tarnung. In einer Sandgrube im Maastal legen Uferschwalben ihre Bruthöhlen an. Mit seiner leuchtend purpurnen Farbe signalisiert das Männchen der Roten Röhrenspinne seinen Fressfeinden, dass es giftig ist; in den ersten Lebensjahren, die es unter der Erde verbrachte, war es schwarz. Nach Erreichen der Geschlechtsreife sucht es nun nach einer Partnerin. In Belgien ist eine der größten verbleibenden Population dieser stark gefährdeten Art beheimatet.

Re: 11:25

Re:: Irlands tote Kinder - Exhumierung statt Schweigen

Reportage

Seit Jahrzehnten sucht Anna Corrigan nach ihren zwei Brüdern. Beide kamen im Mutter-Baby-Heim im westirischen Tuam zur Welt. Für John gibt es eine Sterbeurkunde, für William nicht. Anna hält es deshalb für möglich, dass William noch lebt. Oder liegen seine Überreste auf dem Gelände? Die Ausgrabungen könnten endlich Klarheit darüber bringen, was mit ihren Brüdern geschah. Zwischen 1925 und 1961 starben in dem von katholischen Nonnen geführten Heim Hunderte Säuglinge und Kleinkinder. Die lokale Geschichtsforscherin Catherine Corless fand Sterbeeinträge für 796 Kinder - aber keine Begräbnisnachweise. Ihre hartnäckigen Recherchen brachten einen der größten Kirchenskandale Irlands ans Licht: Viele der verstorbenen Kinder wurden in einem Abwassertank auf dem Gelände entsorgt. PJ Haverty verbrachte seine ersten sechs Lebensjahre in dem Heim. Erst Jahrzehnte später erhielt er Zugang zu seinen Akten und erfuhr, dass er als Kind zur Adoption in die USA vorgesehen war. "Ich hatte Glück, dass ich überlebt habe. Ich hätte dort liegen können." Nun soll in Tuam aufgeklärt werden, was mit den Kindern geschah. Seit Juli 2025 wird das Gelände forensisch untersucht. Die sterblichen Überreste werden geborgen und sollen identifiziert werden. Wurden die Kinder Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung? Welche Verantwortung tragen Nonnen und staatliche Stellen? Erst 2021 entschuldigte sich die Regierung offiziell bei Überlebenden und Angehörigen. Tuam war kein Einzelfall: In ganz Irland starben in solchen Heimen rund 9.000 Kinder. Ist Tuam der Anfang einer umfassenden Aufarbeitung?

Küchen der Welt 11:55

Küchen der Welt: Indien: Vada Pav

Essen und Trinken

Der Veggie-Burger aus Mumbai: Vada Pav / Ein Biss'chen Heimat: Priya, eine Inderin auf Malta / Ran an die Töpfe!

Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Marokko / Ardennen / Irland

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Nass El Ghiwane: die "Rolling Stones Marokkos" / Erinnerung an die Ardennenoffensive / Norwegen: Williams Kabeljau mit Romesco-Soße / Irland: Bitte weitersagen!

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Jamaika / Japan / New York

Magazin

Linda Lorin lädt auf eine Reise an vier besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Jamaika: Eine lebendige Feder / Japan: Das Handwerk als Hüter der Tradition / Finnland: Tuulas Kohlauflauf / New York: Die geheime U-Bahn von Manhattan

Nebraska 14:00

Nebraska

Drama

Der alkoholkranke und zunehmend demente Woody Grant ist überzeugt, dass er eine Million Dollar gewonnen hat. Während seine Frau Kate droht, das Geld dafür zu verwenden, den alten Griesgram in ein Seniorenheim zu stecken, will der jedoch unbedingt seinen vermeintlichen Gewinn im 800 Meilen entfernten Lincoln, US-Bundesstaat Nebraska, abholen. Woodys Sohn David weiß, dass sein Vater die Reise allein nie schaffen kann. Auch mit dem Wunsch, seinem Vater näherzukommen, bricht er gemeinsam mit ihm auf. Die Hoffnung ist schon früh dahin, als Woody sich bei der ersten Gelegenheit betrinkt, sich eine böse Schnittwunde am Kopf zuzieht und an den Gleisen einer Bahnstrecke seinen Zahnersatz verliert. Schließlich übernachten die beiden bei lange nicht gesehenen Verwandten in der Stadt, in der Woody aufgewachsen ist. Hier glauben Woodys Familie und alte Freunde - und ein paar Feinde - zunächst an seine Behauptung, dass ihm bald großer Reichtum bevorsteht, und ihre hässlichen und gierigen Seiten kommen zum Vorschein. Der zweimalige Oscargewinner Alexander Payne (für die Drehbuch-Adaptionen von "Sideways" und "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten") inszenierte ein ergreifendes Roadmovie über Würde, das Älterwerden und eine tiefe Vater-Sohn-Beziehung. "Nebraska" besticht durch seine brillante Mischung aus trockenem Humor, eindrucksvoller Schwarz-Weiß-Fotografie und einem tiefgründigen Blick auf das Familienleben.

Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See 15:50

Mit Kompass und Köpfchen auf hoher See: Taiwan

Abenteuer und Action

Der Katamaran nimmt Kurs auf den Inselstaat Taiwan, der zu den größten Elektronikproduzenten der Welt gehört. Die von Corentin so geschätzte Open-Source-Philosophie beruht auf dem Zugang zu einem Computer und zum Internet - zwei großartigen Erfindungen, von denen noch immer viele Menschen ausgeschlossen sind. Corentin fragt sich, wie mit Hilfe von Recycling-Komponenten jeder Mensch auf der Welt mit einem Computer ausgestattet werden könnte. Seine Herausforderung: im Hightech-Paradies einen Lowtech-Computer herstellen! Doch wie lässt sich ein kostengünstiger Computer mit geringem Energieverbrauch realisieren, während alle Welt immerzu der modernsten Technik hinterherjagt?

Insekten - Die Meister der Anpassung 16:20

Insekten - Die Meister der Anpassung

Tiere

Das Reich der Insekten ist eine uns oft verborgene Welt. Dabei besitzen diese kleinen Lebewesen beeindruckende Fähigkeiten. Ihre Flugkunst übertrifft selbst die der Vögel. Durch Zusammenarbeit schaffen Ameisen Erstaunliches. Nashornkäfer, Schwebfliegen, Bienen und Termiten - sie alle sind wahre Meister der Anpassung. Eine großartige Erfolgsgeschichte der Evolution. Von der Stärke der Nashornkäfer bis zur außergewöhnlichen Flugkunst der Hummeln, von der hoch spezialisierten Kommunikation der Bienen bis zur beeindruckenden Tarnung winziger Grillen in räuberischen Ameisenkolonien - Insekten sind wahre Wunder der Natur. Sie können auch Teamplayer sein: Ameisen arbeiten zusammen in hoch organisierten Staaten, Bienen geben erlerntes Wissen weiter, und Termiten schaffen gemeinsam in ihren Bauten Gänge, um so einen Wasservorrat für Dürrephasen zu speichern. Seit über 400 Millionen Jahren bevölkern diese faszinierenden Geschöpfe unseren Planeten und haben praktisch jeden Lebensraum der Erde erobert. Ihre Vielfalt ist überwältigend: Es gibt rund 6.000 verschiedene Säugetier- und 400.000 Pflanzenarten, aber etwa eine Million Insektenarten. Die Wissenschaft stößt immer wieder auf Überraschungen in diesem Reich, in dem die kleinsten Lebewesen die größten Geschichten erzählen.

Mikroben - Die wahren Herrscher der Erde 17:05

Mikroben - Die wahren Herrscher der Erde

Dokumentation

Sie leben an Land, im Wasser, sogar in der Luft und im Körper anderer Lebewesen: Mikroben waren die ersten Organismen unseres Planeten, und bis heute stellen sie zahlenmäßig jede andere Lebensform in den Schatten. Sie sind buchstäblich die Keimzellen der Evolution. Mikroben können krank machen, aber sie spielen auch eine zentrale Rolle in unserem Körper. Ohne Bakterien steht nicht nur unsere Verdauung still, sondern auch unser Immunsystem. Lange wurden sie ausschließlich als Bedrohung gesehen - und zweifellos sind manche von ihnen für Menschen tödlich. Doch inzwischen hat die Mikrobiom-Forschung auch die andere Seite der Bakterien gezeigt: Ohne Helfer aus dem Reich der Mikroben könnte die Menschheit nicht überleben. Bakterien können mehr als bisher vermutet. Ihre einmalige Fähigkeit zum direkten Genaustausch mit Artgenossen und anderen Organismen macht Mikroben zu wahren Masterminds der Evolution - auch in der Entstehungsgeschichte der Pflanzen und Tiere. Manche Stämme kommunizieren miteinander und bilden komplexe Strukturen. Andere zersetzen Kunststoff und könnten mit dieser Fähigkeit eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der globalen Plastikflut spielen. Mit den Mikroorganismen begann alles Leben auf der Erde. Und bis heute tragen alle Tiere, Pflanzen und Menschen einen Teil Mikroben-Gene in uns. Doch vom Kampf gegen den Klimawandel bis zur Energieversorgung der Zukunft sind viele Einsatzgebiete für die Genies aus dem Mikrokosmos noch weitgehend unerforscht. Nur eines steht fest: Ohne Mikroben ist kein Überleben möglich.

Im Bauch von Venedig 17:50

Im Bauch von Venedig: Der Rialtomarkt

Dokumentation

Der Rialtomarkt ist seit jeher der Stolz der echten Venezianer und der Ort, an dem sie ihre frischen Lebensmittel kaufen. Viele der Köstlichkeiten, die Teil der kulinarischen Tradition von Venedig sind, werden mit dem Boot direkt von den nahe gelegenen Inseln Sant'Erasmo und Le Vignole geliefert: Artischocken, Riesentomaten, Jujube-Früchte. Der "späte" Radicchio stammt aus dem Marschland nördlich von Venedig, während Tintenfische, Muscheln und Meeresfrüchte von der anderen Seite der Lagune kommen - von Fischerdörfern wie San Leonardo, der Insel Burano oder sogar von den dem Meer zugewandten Felsen der Giudecca-Inseln. Ursprünglich war der Rialtomarkt in verschiedene Abteilungen unterteilt, die nach den dort angebotenen Produkten benannt waren. Nur der 1907 erbaute Fischmarkt, die Pescheria, befindet sich in einer überdachten Halle mit maritimem Dekor. Ansonsten besteht der Markt auch heute noch vorwiegend aus offenen Piazze, engen Gassen, provisorischen Ständen und Geschäften mit direktem Zugang zum Canal Grande, wo die Produkte leicht entladen werden können. Der Rialtomarkt ist nicht nur für seine lokalen Produkte bekannt, sondern auch, weil man hier bereits vor Jahrhunderten Gewürze, Tee und Trockenfrüchte aus aller Welt bekam, die es sonst in Europa kaum gab. Diesen Einfluss merkt man den vielen lokalen Gerichten der Stadt deutlich an, darunter eine Leibspeise vieler Venezianer, die berühmten Sarde in Saor, Sardinen "mit Geschmack". Ein Besuch des Rialtomarktes ist eine Entdeckungsreise durch die gesamte Lagune von Venedig. Ein Genuss für Augen und Gaumen!

Im Bauch von Dijon 18:35

Im Bauch von Dijon: Die Markthalle

Dokumentation

Die Markthallen von Dijon sind ein lichtdurchflutetes, riesiges Areal mit über 700 Ständen, die sich auf vier Pavillons verteilen. Gerade groß genug für die kulinarische Vielfalt, die die Region Burgund zu bieten hat. Die Atmosphäre der Markthalle, die vor 150 Jahren im gleichen Stil wie die berühmten Pariser Markthallen erbaut wurde, macht das Einkaufen zu einem wahren Vergnügen, zu dem auch unbedingt der Verzehr des einen oder anderen kleinen Snacks direkt vor Ort gehört. An den äußeren Ständen werden tierische Produkte angeboten, darunter eine große Auswahl an Fleisch, Geflügel und Wurstwaren, wie der berühmte Dijoner Petersilienschinken. In der Mitte werden Pilze verkauft, die je nach Saison lokal geerntet werden, Bio-Obst und -Gemüse sowie eine beeindruckende Käsevielfalt. Das Burgund und die angrenzende Jura-Region weisen den höchsten Anteil an Biobauernhöfen in Frankreich auf. Die Landwirtschaft zieht heute viele engagierte junge Leute an, die an einen nachhaltigeren Lebensstil glauben. Dazu gehört für sie auch der Direktverkauf auf dem Markt. Stolz erklären sie, wie die Mönche, die in den Abteien der Côte d'Or leben, ihren Käse herstellen und zur perfekten Reife bringen, wie die Bauern die Schwarzen Johannisbeeren für die berühmte Crème de Cassis ernten und wie die Schnecken auf Burgunder Art zubereitet werden - nämlich mit Butter und Petersilie. In Dijon gibt es viel mehr zu entdecken als nur den berühmten Senf oder den beliebten würzigen Lebkuchen.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

Re: 19:40

Re:: Bye Bye Trump - Auswandern nach Spanien

Reportage

Anfragen zu US-Ausbürgerung haben bei den Suchmaschinen um 1.500 Prozent zugelegt. Die Zahl der in den Niederlanden lebenden US-Bürger ist von 15.000 auf 24.000 gestiegen. In Portugal hat sie sich verdreifacht - heute liegt sie bei 15.000, und auch in Spanien ist die Zahl der Visumsanträge in neun Jahren um 70 Prozent gestiegen. 41.000 US-Amerikaner haben in Spanien mittlerweile ihren ständigen Wohnsitz. Nicht nur wohlhabende US-Bürger, sondern auch Mittelklassefamilien, alleinerziehende Mütter, Akademikerinnen und Akademiker lassen sich zunehmend in Spanien nieder. Unter ihnen: Chris Kelly mit ihrer Tochter Theresa. Sie kommen nicht mehr zurecht im neuen Amerika. Sie haben alles zurückgelassen und wollen in Barcelona ein neues Leben beginnen - weit weg von Gewalt und mit der Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität. Cepee Tabibian ist ebenfalls Teil der US-amerikanischen Diaspora in Spanien. Seit zehn Jahren lebt sie nun schon hier. Die ehemalige Personalerin hat ihr Büroleben in den USA hinter sich gelassen. Heute ist sie Influencerin und Auswanderungscoach in Malaga. Seit der Wahl Donald Trumps werden ihre Videos für einen Umzug nach Europa immer häufiger geklickt. In den sozialen Netzwerken hat sie mehr als 65.000 Follower. Vanessa Velasquez hat sich für Madrid entschieden. Sie stammt aus einer kolumbianischen Familie - die Amtssprache Spanisch war für die Wahl ihres Ziellandes entscheidend. Die junge Frau ist lesbisch und lebte in der Republikaner-Hochburg Texas. Ihre sexuelle Identität war der wichtigste Faktor bei ihrer Entscheidung die USA zu verlassen.

Die Kinder der anderen 20:15

Die Kinder der anderen

Drama

Rachel ist 40, arbeitet als engagierte Lehrerin und führt ein erfülltes Leben mit Freunden, Familie und Schülern. Als sie sich in Ali verliebt, lernt sie auch dessen vierjährige Tochter Leïla kennen. Zwischen Rachel und dem Mädchen entsteht schnell eine enge Bindung: Rachel holt Leïla von der Schule ab, kümmert sich um sie und nimmt zunehmend einen Platz in Alis Familienleben ein. Gleichzeitig wird ihr immer deutlicher bewusst, dass sie selbst gerne Mutter wäre - und ihr dafür kaum mehr Zeit bleibt. Während ihre Gefühle für Leïla wachsen, muss Rachel akzeptieren, dass ihre Rolle im Leben des Kindes von ihrer Beziehung zu Ali abhängig ist und Leïlas Mutter Alice immer Teil der Familie bleiben wird. Rebecca Zlotowski liefert mit "Die Kinder der anderen" ein fein beobachtetes Drama über eine Frau, deren Liebe zu einem Kind ebenso selbstverständlich wie zerbrechlich ist - und über einen Kinderwunsch, der plötzlich eine neue Dringlichkeit bekommt. "Die Kinder der anderen" feierte 2022 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig Premiere. Rebecca Zlotowski griff für den Film eine Erfahrung auf, die sie selbst gemacht hat: die Beziehung einer kinderlosen Frau zum Kind ihres Partners. Gerade diese Figur, die im Kino häufig nur als Nebenfigur auftaucht, wollte sie bewusst ins Zentrum rücken. Virginie Efira wurde für ihre Darstellung der Rachel 2023 mit dem Prix Lumière als beste Schauspielerin ausgezeichnet. An ihrer Seite spielen Roschdy Zem und Chiara Mastroianni.

Drei Väter und ein Baby 21:55

Drei Väter und ein Baby

Dokumentation

Drei Männer sitzen nervös und zugleich freudig erregt im Wartezimmer der Gynäkologin. Monate der Vorbereitung und Planung haben zu diesem besonderen Augenblick geführt: Endlich schlägt ein kleines Herz in Kristophers Uterus. Kristopher, David und Sindre sind in ihren 30ern, leben zu dritt in einer Partnerschaft und erwarten gemeinsam ihr erstes Kind. Kristopher ist der leibliche Vater und ein Transgender-Pionier Norwegens. Seine Schwangerschaft ist das Ergebnis eines bemerkenswerten Zufalls. Obwohl er sich im Rahmen seiner Geschlechtsumwandlung einer obligatorischen Sterilisation unterziehen musste, blieb seine Gebärmutter gesund und funktionsfähig. Die Dokumentation "Drei Väter und ein Baby" begleitet Kristopher, David und Sindre auf ihrer Reise von der frühen Schwangerschaft über die Vorfreude auf die Geburt bis zu ihrem neuen Leben als Eltern. Vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Umfelds und zunehmenden Drucks auf die Queer-Community erzählt der Film die universelle Geschichte vom zum ersten Mal Elternwerden. Sind sie bereit für das, was sie erwartet? Und ist die Gesellschaft bereit, sie und ihr Kind zu akzeptieren?

La Chimera 22:50

La Chimera

Drama

Toskana, Anfang der 1980er Jahre: Nach einem Gefängnisaufenthalt kehrt der britische Archäologe Arthur in eine kleine italienische Stadt zurück. Dort trifft er auf seine alten Freunde, eine Gruppe sogenannter "tombaroli", die nachts nach etruskischen Grabstätten suchen und die kostbaren Fundstücke auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Arthur besitzt dabei eine besondere Gabe: Mit einer Wünschelrute scheint er verborgene Gräber geradezu erspüren zu können. Doch während seine Gefährten vom schnellen Geld träumen, verfolgt ihn die Erinnerung an seine verstorbene Geliebte Beniamina. Bei deren Mutter Flora findet Arthur vorübergehend Zuflucht und begegnet der jungen Italia, die beginnt, seine verschlossene Welt aufzubrechen. Als die Grabräuber auf einen außergewöhnlichen Fund stoßen, gerät Arthur in eine Zwickmühle zwischen den Verlockungen der Vergangenheit und der Möglichkeit eines neuen Lebens. "La Chimera" feierte 2023 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes Premiere. Alice Rohrwacher ließ sich für die Geschichte von den sogenannten "tombaroli" inspirieren - Grabräubern, die in ihrer Heimat Italien in den 1980er und 1990er Jahren immer wieder etruskische Fundstätten plünderten. Mit einem Ensemble, zu dem Josh O'Connor, Isabella Rossellini und Carol Duarte zählen, verbindet sie die reale Vergangenheit mit einer poetischen Erzählung über Erinnerung, Verlust und die Sehnsucht nach etwas, das sich nicht zurückholen lässt.