11:25
Was Europa bewegt
11:55
Aromen aus den ivorischen Lagunen: Suppe der Fischer / Ein Biss'chen Heimat: Ousmane, ein Ivorer in den USA / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Hanoi: Das Palimpsest des Nguyen The Son / Anden: Edle Tropfen vom Ende der Welt / Sri Lanka: Vijithas Beignets / Benin: Das Scheitern der "Opération Crevette"
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Gujarat: Gandhis spirituelle Wiege / Darmstadt: Ort der Innovationen / Korsika: Augustes Kräuterpastete / Ägypten: ein Hieroglyphen-Ensemble
14:00
Jacques Cournot ist ein erfahrener Kapitän, der sein Geld mit Schiffsüberführungen verdient. Als ihn der wohlhabende Geschäftsmann Hugo Hendrix zu einem lukrativen Auftrag überredet, ahnt er nicht, worauf er sich einlässt. Er soll die Luxusjacht Dragoon ihrer Eigentümerin Madame Osborne abkaufen und in die Karibik überführen. Doch kurz nach Besichtigung wird die Jacht gestohlen, und Cournot wird zum Hauptverdächtigen. Madame Osborne überredet Cournot, mit ihr zusammen nach dem verschwundenen Schiff zu suchen. Schon bald gibt es Hinweise, dass sich an Bord eine wertvolle Fracht befindet. Je tiefer Cournot in die Machenschaften seines Auftraggebers gerät, desto klarer wird, dass er Teil eines internationalen Waffenhandels geworden ist. Zwischen einsamen Inseln, offenem Gewässer und undurchsichtigen Bündnissen muss er entscheiden, wem er noch vertrauen kann. Während die Gefahr wächst, kämpft er nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, seine moralischen Grundsätze zu bewahren.
15:45
Im Hinterland der türkischen Schwarzmeerküste gedeihen auf fruchtbaren Böden und im feucht-warmen Klima Haselnüsse, die zu den besten der Welt zählen. Die Sorte "Giresun oily" ist besonders aromatisch und wird wegen ihres hohen Ölgehalts geschätzt. Im August ist Erntezeit. Jetzt schüttelt Haselnussbauer Özer Akbasli mit seinen Helfern die Nüsse von den Bäumen. Seine Frau Gönül und ihre Freundin Nurcan haben es eilig, regionale Köstlichkeiten zubereiten: deftige Schwarzkohlsuppe mit Reis und Mais als Einlagen, gefüllte Schwarzkohlröllchen, eingelegte Milchlinge mit Zwiebeln geschmort, und knuspriges Pide mit Spinat und Schafskäse. Denn zur Erntezeit freuen sich viele Familien, ihre Verwandten aus dem Ausland zu begrüßen. So auch Nurcan: Ihre Schwester kommt aus Deutschland zu Besuch. Endlich sitzen alle gemeinsam am Tisch und trinken Schwarztee der Region. Auch er zählt zu den besten der Welt. Dazu gibt es Kuymak, ein Käsefondue aus Maismehl, Butter und Käse, und saftige Köfte. Die Haselnussernte bringt die Familien wieder zusammen - die schönste Zeit des Jahres.
16:20
In der Region Long Beach arbeiten die Parks-Canada-Biologen Todd Windle und Mike Collyer an zwei Projekten, die den Küstenwolf schützen und die fragile Dünenlandschaft von invasiven Gräsern befreien sollen. Unterstützt werden sie dabei von Freiwilligen sowie von der indigenen Toquaht First Nation. In der Region Broken Group Islands ist der Vogelkundler Yuri Zharikov auf der Suche nach Schwarzen Austernfischern, während Sam Starko und Clay Steell vom Bamfield Marine Science Center den Einfluss des Klimawandels auf die Seetangwälder vor der Küste des Nationalparks erforschen. Die Region West Coast Trail im Süden des Pacific Rim befindet sich auf dem traditionellen Gebiet der Huu-ay-aht First Nation. Hier arbeiten Kevin Peters und Joseph Jules als Trail Guardians, während Stella Peters und Wish Key den Parkbesuchern in Kiixin - dem einzigen noch erhaltenen traditionellen Dorf an der Westküste - ihre Kulturgeschichte nahebringen.
17:05
Der Cape-Breton-Highlands-Nationalpark liegt im Norden der kanadischen Atlantikprovinz Nova Scotia und erstreckt sich zwischen dem Sankt-Lorenz-Golf und dem Atlantik. 1936 gegründet, umfasst er eine Fläche von rund 1.000 Quadratkilometern. Im Park herrscht borealer Wald vor - hier sind Elche und Kojoten zu Hause. An den Küsten des Parks siedelt der Weißkopfseeadler, im Meer tummeln sich Wale und Robben. Cape Breton ist seit Jahrtausenden Siedlungsgebiet der Mi'kmaq, die zu den First Nations zählen. Nach Jahren der Diskriminierung und Ausgrenzung haben sie eigene Organisationen gegründet, die im Naturschutz aktiv ist. Sie halten die Traditionen ihres Volkes lebendig und vermitteln sie an Interessierte. Sie zeigen, warum die Schwarzesche für sie besondere Bedeutung hat, zu welchen Gelegenheiten sie Tabak spenden, was sie bei Bluthochdruck unternehmen und warum das Wasser Ursprung allen Lebens ist. Neben den Mi'kmaq leben auf Cape Breton auch Akadier - Nachfahren der Franzosen, die zu den ersten Siedlern aus Europa gehörten. Ihnen folgten im 18. Jahrhundert Schotten, die sich zunächst in der rauen Natur zurechtfinden mussten. Auch sie besinnen sich auf ihre Herkunft und pflegen ihre Traditionen, ohne dabei ihre Zugehörigkeit zu Kanada zu leugnen.
17:50
Von den schroffen Gipfeln bis in die entlegenen Täler offenbart die Hauptinsel Taiwans eine Natur von außergewöhnlicher Schönheit und beeindruckender Vielfalt. Die Insel, von portugiesischen Seefahrern einst "Ilha Formosa" - die schöne Insel - genannt, wird von majestätischen Bergen beherrscht, die steil in den Himmel ragen und von der Urgewalt der Region zeugen. In den dichten Wäldern pulsiert das Leben: Hier existiert eine überwältigende Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, die sich an dieses außergewöhnliche Umfeld angepasst haben. Baumkletterer erforschen die Kronen uralter Taiwania-Riesen, während Tierärztinnen verletzte Wildtiere versorgen und bedrohte Arten wie den Taiwanischen Schwarzbären rehabilitieren. An den Küsten formen Stürme und Brandung eine sich ständig wandelnde Landschaft. Hier pflegen Feuerfischer ein jahrhundertealtes Handwerk, und Bauern arbeiten mit einer traditionellen Methode, bei der Enten in den Reisfeldern für natürliche Schädlingskontrolle sorgen. Die Dokumentation erzählt von der einzigartigen Insel Formosa, auf der Wildnis und Zivilisation eng zusammenleben - und von den Menschen, die täglich daran arbeiten, dieses fragile Gleichgewicht zu bewahren.
18:35
Taiwan - das sind 36.000 Quadratkilometer Land, verteilt auf nahezu einhundert Inseln im Pazifik. Abseits der Hauptinsel Formosa bieten sie eine Landschaft von erstaunlicher Vielfalt: von Koralleninseln und schroffen Basaltklippen bis hin zu farbenprächtigen Riffen. Es ist eine einzigartige Inselwelt, in der alles Leben seit ungezählten Generationen in engem Zusammenspiel existiert - und seit jeher vom Meer geprägt wird. Der Reichtum an natürlichen Ressourcen ist ein besonderes Merkmal der Inseln Taiwans - und hält auch für die Tierwelt unerwartete Möglichkeiten bereit. In den Gewässern um die "Schildkröteninsel" Guishan lebt eine einzigartige Krabbenart unter extremen, lebensunwirtlichen Bedingungen: Hydrothermale Schlote stoßen bis zu 140 Grad heißes, stark saures Wasser aus. Die Orchideeninsel Lan Yu dagegen ist die Heimat der Yami, auch Tao genannt - eines von Taiwans 16 indigenen Völkern. Sie leben hier seit mehr als 4.000 Jahren. Die Koralleninsel Xiaoliuqiu ist dank der Bemühungen ehrenamtlicher Naturschützer zu einem Eldorado für Meeresschildkröten geworden. Auf den Penghu-Inseln setzt ein Forscher derweil alles daran, eine Seeschwalbenart zu erhalten, die bereits als ausgestorben galt. Die Basaltfelsen, die hier vor Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche entstanden sind, bieten einen idealen Rastplatz für die Vögel. Und auf Matsu, Taiwans nördlichstem Archipel, spielte der Glaube schon immer eine zentrale Rolle. Bis heute heißt es, die Insel habe mehr Götter als Menschen. Gleichzeitig lockt ein mysteriöses Naturphänomen - die "Blauen Tränen" - immer mehr Touristen an.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Mehrere Hitzewellen trieben die Temperaturen 2026 auf Rekordwerte. Im Juni war es in Westeuropa so heiß wie nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 40 Grad im Schatten sind keine Ausnahme mehr. Doch die Hitze trifft nicht alle gleich. Wer in einer schlecht gedämmten Wohnung lebt oder draußen arbeitet, ist ihr besonders ausgeliefert. Die Reportage zeigt, wie Menschen in Paris, Berlin und Wien mit der Hitze leben und wo sie an ihre Grenzen stoßen. In Paris kämpft Klimaschutzreferentin Maïder Olivier von der Fondation pour le Logement des Défavorisés für bessere Dämmung und Außenrollos. Lia Blanchard-Litiques neun Quadratmeter großes Dienstmädchenzimmer unter einem typischen Pariser Zinkdach heizt sich extrem auf. Verdunstungskühler und Kreidepaste sollen helfen. Ihren Antrag, das Dach weiß zu streichen, lehnte die Stadt aus Denkmalschutzgründen ab. In Berlin ist Barbara Breuer mit dem "Hitzebus" der Berliner Stadtmission unterwegs. Sie verteilt Wasser und Sonnenschutz an Menschen ohne festen Wohnsitz. Pensionistin Elisabeth Rauch besucht in Wien eine der "Coolen Zonen" des städtischen Hitzeschutzprogramms. In klimatisierten Räumen können Menschen zusammenkommen und kostenlos Wasser trinken. Pflegekraft Anna Salnik versorgt Menschen, die wegen Krankheit nicht mehr selbst aus dem Haus können. Wie können sich Städte auf eine heißere Zukunft einstellen? Und was muss geschehen, damit 40 Grad nicht darüber entscheiden, wer den Sommer gesund übersteht und wer nicht?
20:15
Vielfach starbesetzte Literaturverfilmung von Fred Zinnemann: Autorin Lillian Hellman gerät vor dem Zweiten Weltkrieg durch ihre Jugendfreundin Julia, eine antifaschistische Widerstandskämpferin, auf eine gefährliche Mission um Devisenschmuggel in Nazi-Deutschland. - Mit drei Oscars und vielen weiteren Filmpreisen ausgezeichnetes Meisterwerk. Die amerikanische Autorin Lillian Hellman, Lebensgefährtin des Autors Dashiell Hammett, erinnert sich an zurückliegende Erlebnisse mit Julia, ihrer besten Freundin aus Kindertagen. Die junge Lillian möchte in der US-Heimat Schriftstellerin werden, Julia verfolgt ihr Studium in Europa. Dafür zieht sie nach Wien, gerade als das politische Klima in Europa zunehmend bedrohlich wird. Der Faschismus erstarkt, und Julia schließt sich bald einer antifaschistischen Studentenbewegung an. Sie engagiert sich immer mutiger gegen das Regime. Nach einem Angriff auf ihre Freundin erreicht Lillian eine Nachricht von Julia: Sie solle Geld über die österreichische Grenze nach Deutschland schmuggeln, um dort den antifaschistischen Widerstand zu unterstützen. Lillian sieht sich selbst nicht als Heldin, willigt aber trotz des hohen persönlichen Risikos, als Jüdin in Nazi-Deutschland unterwegs zu sein, schließlich ein, diese gefährliche Mission zu übernehmen. Dabei geht es um Leben und Tod für sie und Julia - und dann noch um eine weitere Bitte ihrer Freundin, die eher persönlicher Natur ist und als solche für Lillian vielleicht noch wichtiger zu erfüllen. Die Darstellung einer außergewöhnlichen Frauenfreundschaft in den aufgewühlten 1930er Jahren gibt in Fred Zinnemanns beeindruckender Verfilmung atmosphärisch überzeugend die gesellschaftlichen Spannungen und Bedrohungen vor dem Hintergrund der heraufziehenden Gewalt- und Schreckensherrschaft des NS-Staates wieder.
22:05
Auf Jane Fondas Gesicht und Körper überlagern sich mehrere scheinbar unvereinbare Klischees: Das hübsche Gesicht von Henry Fondas Tochter, 1960 erstmals auf der Leinwand zu sehen, wurde 1968 vom Bild der Sexbombe Barbarella abgelöst. An deren Stelle trat die Aktivistin, die der Welt ihr politisches und feministisches Engagement offenbarte. Als 40-Jährige widmete sie sich einem neuen Ideal: dem Körperkult. Jane Fonda im Bodysuit, gertenschlank und mit Föhnfrisur, ersetzte im kollektiven Unbewussten dauerhaft die "Hanoi Jane" genannte Aktivistin; und die Aerobic-Queen verdrängte auch die zweifache Oscarpreisträgerin. Während Jane Fondas folgender 15-jähriger Abwesenheit aus dem Kino- und Fernsehprogramm setzte sich für die Nachwelt das Bild einer aktiven und energiegeladenen Frau fest, die aus dem Kampf gegen das Alter eine Aerobic-Routine machte. Seit sie 2005 wieder Filmrollen übernahm, änderte sich die Lage: Mit 70, dann mit 80 Jahren bekennt sie sich distanziert und selbstironisch zu ihren Großmutterrollen, ihren Falten und ihren Schönheitsoperationen. Jane Fondas vielfache Metamorphosen, ihre widersprüchlichen Erscheinungsformen könnten befremdlich wirken. Doch insgesamt gesehen weisen ihr Leben und ihre Karriere einen inneren Zusammenhang auf: Die Künstlerin versteht es, im Einklang mit ihrem Land, dessen Träumen, Bestrebungen und Enttäuschungen zu stehen. Das Faszinierendste an Jane Fonda ist ihre Art, die USA zu verkörpern, ihren Legendenbildern zu entsprechen oder aber diese Legenden abzulehnen, die verschiedenen Gesichter des Landes zu erfassen - und dabei stets integer zu bleiben.
23:00
Henry Fonda war einer der größten Schauspieler Amerikas. Es heißt, dass sich die Amerikaner in ihm wiedererkannten. Aber was erkannten sie da? Hat ihnen Fonda nur ihre Ideale vorgespielt? Oder war er ein gebrochener Spiegel, der auch die dunklen Geister reflektierte, die Alpträume Amerikas und seine eigenen? Alexander Horwaths Essayfilm verfolgt die Geschichte der USA entlang der Spuren eines Hollywood-Stars, den manche gerne auch im Weißen Haus gesehen hätten. Die Reise des Films wird von Fondas Stimme begleitet. Sie führt an die Ufer des Mohawk River und in die Jahre der Amerikanischen Revolution, in den "Wilden Westen" und entlang der Route 66 nach Kalifornien, zu einem Lynchmord im Jahr 1919 und nach Hiroshima. Die Nachkriegs-Ära und ihre Zweifel, der Kalte Krieg und seine apokalyptischen Anmutungen - das ist auch die Zeit, in der die Mediengesellschaft endgültig die Macht übernimmt. Unser Protagonist ist der Politikerrolle nun näher denn je. Nach 1976 kommt die Erzählung an ihr Ende: nach Watergate und dem Vietnamkrieg, als sich die USA neu zu erfinden suchen. Henry Fonda bahnt dieser Erzählung den Weg: Alle Stationen der Reise durch das Land und die Zeiten sind mit ihm verbunden - mit seinem Leben und dem seiner Vorfahren; mit seiner Arbeit als Schauspieler und seiner öffentlichen Person; mit den Kinofiguren, die er darstellte. In ihnen fokussiert er sich selbst - und das Land, aus dem alle diese Gesichter herrühren. Von heute aus betrachtet: ein anderes Land, eine andere Zeit. Aber deren Geister, egal ob prominent oder namenlos, sind wirksam wie eh und je.