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TV Programm für ARTE am 03.10.2026

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Der Orient-Express - Vintage auf Schienen 15:15

Der Orient-Express - Vintage auf Schienen

Dokumentation

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, noch vor der Gründung Europas, verband der Orient-Express den Okzident und den Orient. Seine Passagiere legten in drei Tagen rund 3.000 Kilometer zurück: von Paris über Wien und Budapest bis nach Varna, später auch von den Alpen über Venedig bis zur Donau und auf den Balkan. Er galt als Zug der Könige, Diplomaten, Schriftsteller und anderer legendärer Passagiere wie Mata Hari, Josephine Baker, Marlene Dietrich und Agatha Christie, die sich zu ihrem Roman "Mord im Orient-Express" inspirieren ließ. Mit seinen Schlaf- und Speisewägen bot er einen für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Luxus. Von der Einweihungsfahrt 1883 bis zum Ende der historischen Fernverbindung Paris-Istanbul war der Orient-Express ein prunkvoller und ruhmreicher Zug. Doch er erlebte auch Verfall, Revolutionen und Kriege. Als eine der wenigen internationalen Zugverbindungen, die den Eisernen Vorhang durchquerten, wurde er während des Kalten Kriegs zum Transportmittel für Arbeiter und Immigranten Der Dokumentarfilm "Der Orient-Express - Vintage auf Schienen" blickt auf beinahe ein Jahrhundert Eisenbahn-Abenteuer zurück und stützt sich dabei auf Erkenntnisse und Berichte von Historikern, Eisenbahn-Restauratoren und -Sammlern. Der Historiker für industrielles Kulturerbe Arthur Mettetal zeigt nicht nur die Hinterlassenschaften des Luxuszuges in Europa, sondern auch Restaurationswerkstätten und 13 ungewöhnliche Waggons, die an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland abgestellt und aufgegeben wurden. ARTE schickt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine grenzüberschreitende Reise zwischen Mythos und Realität.

Danach

Côte d'Azur - Lebenslust an der französischen Riviera 16:40

Côte d'Azur - Lebenslust an der französischen Riviera

Land und Leute

Die Côte d'Azur ist ein Küstenabschnitt an der Französischen Riviera - voller Tradition, lebendigem Kunsthandwerk und außergewöhnlicher Natur. Zwischen Menton und Cannes leben Menschen, die diesen Küstenstreifen prägen. Meeresschützer, wie Olivier Brunel, der die Aquarien im Ozeanografischen Institut von Monaco leitet. Oder Kunsthandwerker wie der Glasbläser Antoine Pierini aus Biot, dessen Glaskunst regelmäßig auf internationalen Ausstellungen zu sehen ist. In Nizza verkaufen Sophie Budoia und ihr Mann Jean-Luc an einem Stand in der Nähe des Marché aux Fleurs Fladen aus Kichererbsenmehl - Socca genannt. Am Cap de la Croisette in Cannes zieht es Céline Guésdon raus aufs Meer: Die ehemalige Profisportlerin fährt mit ihrem Stand-Up-Paddle gerne zu der vor Cannes liegenden Île Sainte-Marguerite. Ihr vorgelagert ist die etwas kleinere Île Saint-Honorat. Hier bauen Mönche der Abtei Lérins seit Jahrhunderten Wein an.

Surfing Hippos 17:25

Surfing Hippos: Der Strand der Dschungeltiere

Tiere

Tief im Herzen Afrikas liegt ein Ort, an dem zwei Welten aufeinandertreffen: der endlose Regenwald des Kongobeckens und der wilde Atlantik. An der Küste Gabuns verschmelzen Urwald und Ozean zu einem Grenzland von seltener Magie - dem Strand der Dschungeltiere. Hier zeigt sich das Leben von seiner überraschendsten Seite. Tiere, die man sonst nur tief im Dschungel erwartet, finden sich plötzlich am Meer wieder. Giganten wie Elefanten und Flusspferde, die in der Brandung surfen, teilen sich den Strand mit Antilopen, Affen, Reptilien und unzähligen kleineren Bewohnern. Jeder folgt seinen eigenen Bedürfnissen - auf der Suche nach Nahrung, Schutz oder Heilung. Und wenn die Nacht hereinbricht, verwandelt sich der Strand in eine Wiege des Lebens, die seit Jahrtausenden neue Generationen hervorbringt. Doch das Paradies hat Risse bekommen. Strömungen tragen Plastikmüll bis an diese Küste, an den letzten unberührten Strand Afrikas. Was für die Tiere seit Jahrtausenden ein Ort der Nahrung, des Schutzes und der Begegnung war, droht zur Müllkippe zu werden. Die Dokumentation ist eine filmische Reise an einen einzigartigen Ort, an dem Wald und Meer, uralte Rhythmen und moderne Bedrohungen aufeinandertreffen - ein Naturfilm voller Magie und eindringlicher Geschichten über ein Paradies, das aus dem Gleichgewicht zu geraten droht.

Mit offenen Karten 18:10

Mit offenen Karten: Asien und Afrika: Stärken und Schwächen

Infomagazin

Afrika rückt zunehmend in den Fokus - als Kontinent der Chancen. 2026 überstieg das afrikanische Bruttoinlandsprodukt erstmals das von Asien. Länder wie Ruanda, Tansania, Marokko oder Südafrika zeigen wirtschaftliches Potenzial, auch wenn einige Staaten weiterhin mit Konflikten (Sudan, Kongo), dschihadistischen Bedrohungen und politischer Instabilität (Mali) konfrontiert sind. Währenddessen mehren sich in Asien Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung. Die Sendung "Mit offenen Karten" zeigt diese Entwicklungen, nicht ohne die historischen Meilensteine beider Kontinente zu beleuchten. Obwohl Afrika und Asien oft unter dem Begriff "aufstrebende Volkswirtschaften" zusammengefasst werden, verlief ihre Entwicklung höchst unterschiedlich.

ARTE Reportage 18:25

ARTE Reportage: Brasilien / USA

Dokumentation

(1) Brasilien: Mein Onkel wählt Bolsonaro Miyuki Droz Aramaki erzählt die Geschichte ihrer Familie, von der Ankunft ihrer Vorfahren als japanische Einwanderer in Brasilien vor fast einem Jahrhundert bis zum Engagement ihrer Mutter gegen die Militärdiktatur in den 70er-Jahren. Die Idee für die Reportage kam ihr aufgrund der WhatsApp-Familiengruppe, in der ihr Onkel seit Jahren Videos zugunsten von Bolsonaro teilt. Sie erhielt den Eindruck, dass ihre Angehörigen mit populistischen Videos und Aufrufen zur Stimmabgabe für die extreme Rechte überschwemmt werden. Die Reportage drehte sie mit Bolsonaristen der jüngeren Generation und besuchte politische Influencer. Sie traf Familien in bescheidenen Verhältnissen, die gegen die Regierung Lula und für die extreme Rechte stimmen wollen, und einen jungen Aktivisten, der dem Bolsonarismus den Rücken kehrt. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Luiz Inácio Lula da Silva, dem Anführer der brasilianischen Linken, und dem rechtsextremen Flavio Bolsonaro, voraus. (2) USA: Trump und die Liebe der Latinos Trumps Beliebtheit bei den Hispanics hat stark abgenommen. Gründe dafür sind unter anderem die Wirtschaft, denn das "golden Age", das er versprochen hatte, ist nicht eingetroffen. Hinzu kommen die ICE-Razzien, die in den Latino-Vierteln Angst säen. US-Bürger, die festgenommen werden, weil sie "mexikanisch aussehen" und Arbeitnehmer, die sich nicht mehr auf die Straße trauen … Einige seiner ehemaligen Wähler werfen Trump vor, mit ICE zu weit gegangen zu sein. Werden die Latinos deshalb zu den Demokraten zurückkehren? Nicht unbedingt. Viele, die von beiden politischen Parteien enttäuscht sind, neigen dazu, sich ihrer Stimme zu enthalten. Fast 15 Prozent der amerikanischen Wähler sind Latinos: eine entscheidende Wählerschaft für den Ausgang der Zwischenwahlen.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur

Tracks East 19:40

Tracks East: Streit um Tschechiens neuen Kurs

Reportagereihe

Klimaschutz, Ukraine-Hilfe, EU-Kurs: Bei fast allen großen Fragen schlägt Tschechien seit dem Regierungswechsel im Dezember 2025 einen radikaleren Ton an. Die rechtspopulistische Koalition unter Andrej Babiš bremst den bislang pro-europäischen Kurs des Landes. Die rechte Partei Motoristé sob? wurde erst 2022 gegründet und sitzt schon in der Regierung. Sie wurde vor allem von jungen Männern gewählt. Investigativjournalist Dávid Pásztor trifft Adam Sejna, der mit gerade mal 19 Jahren als Influencer in der rechten Szene Furore macht. Pásztor versucht zu verstehen, wie der Partei dieser bemerkenswerte politische Aufstieg gelingen konnte. Die erfolgreiche Indie-Sängerin Amelie Siba sorgt sich um die Kulturszene und den Rechtsruck in der Gesellschaft. Worauf sich viele einigen können: den Stolz auf den "Kleinen Maulwurf", den Exportschlager des tschechischen Animationsfernsehens und das heimliche Kultursymbol des Landes. Der Maulwurf spielt eine zentrale Rolle im Projekt des Künstlers Jakub Jansa für die Biennale in Venedig.

Franz von Assisi - Der Grenzgänger 20:15

Franz von Assisi - Der Grenzgänger

Dokumentation

Franziskus von Assisi, dessen Tod sich 2026 zum 800. Mal jährt, gehört zu den populärsten Figuren der Kirchengeschichte. Sein Leben ist ein Bruch mit allen Konventionen seiner Zeit: ein Sohn aus reichem Haus, der öffentlich dem Besitz abschwört, sich an die Seite der Ausgestoßenen stellt und die Kirche damit zugleich herausfordert und erneuert. Seine radikale Botschaft prägt die europäische Kultur bis heute. Wie konnte ein Mann, der freiwillig als Bettler lebte, so wichtig werden? Aktuelle Forschung zeigt einen Franziskus, der die großen gesellschaftlichen Veränderungen des 13. Jahrhunderts miterlebt: Aufstieg des Frühkapitalismus, religiöse Reformbewegungen, die Kreuzzüge. Doch seine Radikalität inspiriert und provoziert noch heute: Sein Sonnengesang beeinflusst die Umweltbewegung, sein radikaler Eigentumsverzicht wirft Fragen an unsere Gesellschaft auf. Seine naturnahe Spiritualität ist auch für säkulare Sinnsucher anschlussfähig. Und Franziskaner bauen heute wieder Brücken zwischen Christentum und Islam. Filmemacher Stefan Ludwig folgt den Spuren dieses charismatischen Rebellen. Die Reise führt von Paris, wo ein erst kürzlich entdecktes Manuskript zu sehen ist, bis in die Felsspalten von La Verna, wo Franziskus wochenlang meditierte. In Assisi wird die Faszination Franziskus besonders spürbar, als seine Gebeine erstmals öffentlich zu sehen sind und 370.000 Gläubige anziehen. Doch Franziskus' Grenzgänge führen weit über Europa hinaus: Mitten im Fünften Kreuzzug trifft er den muslimischen Sultan Al-Kamil - eine Begegnung voller Symbolkraft, gerade heute.

Woran wir glauben 21:40

Woran wir glauben: Die Natur des Menschen

Dokumentation

Woher kommen wir? Warum leiden wir? Und woran halten wir uns fest, wenn die Welt unbegreiflich wird? "Warum wir glauben" geht den ältesten Fragen der Menschheit nach - und erzählt Glauben nicht als etwas Fernes oder Vergangenes, sondern als Kraft, die unser Denken bis heute prägt. Die Reise beginnt bei den San in der Kalahari-Wüste, wo Natur, Ahnen und Rituale den Alltag bestimmen. Sie führt zu Forschenden, die erklären, warum der Mensch überall Bedeutung erkennt: im Rascheln eines Busches, in Wolken, Gesichtern, Zufällen und Krisen. Glaube erscheint hier als uraltes Überlebensprogramm - und als Antwort auf Angst, Tod und Chaos. Doch die Suche endet nicht in der Tradition. Ein jüdischer Philosoph spricht von Spiritualität als Versuch, die Punkte des Lebens zu verbinden. Ein atheistischer Podcaster fragt, ob Sinnkrisen nicht schlicht zur menschlichen Existenz gehören. Ein ukrainischer Militärseelsorger erlebt, wie Menschen an der Front nach Trost greifen, wenn nichts anderes mehr trägt. Und in Israel erzählt ein ehemaliger Ultraorthodoxer vom schmerzhaften Weg aus einem Glaubenssystem, das Halt gab - und zugleich Freiheit nahm. Zwischen Ritual und Vernunft, Geborgenheit und Kontrolle, Gottvertrauen und Zweifel fragt der Film: Warum verschwindet der Glaube nicht, selbst in säkularen Gesellschaften? Vielleicht, weil Menschen immer nach etwas suchen, das größer ist als sie selbst.

Woran wir glauben 22:35

Woran wir glauben: Götter, Geister und Gurus

Dokumentation

Was bleibt vom Glauben, wenn die großen Kirchen an Macht verlieren? Diese Folge von "Warum wir glauben" führt in eine Welt, in der Spiritualität nicht verschwindet, sondern sich Menschen ihre Glaubenswelt selbst "basteln": in indischen Ashrams, bei französischen Neo-Druiden, in japanischen Shinto-Ritualen oder in der Popkultur. Ein junger Niederländer folgt Sadhguru nach Indien, weil er im westlichen Leben nur Leere und Selbstoptimierung findet. In Frankreich berufen sich moderne Druiden auf alte Gottheiten und die Kräfte der Natur. In Japan bezeichnen sich viele Menschen als unreligiös - und verehren doch Anime-Figuren oder Popstars wie Götter. Forschende erklären, warum Glaube nicht einfach verschwindet, sondern sich immer neue Bühnen sucht. Zwischen Sehnsucht und Kommerz, innerer Erfahrung und Abhängigkeit fragt der Film: Wo beginnt Spiritualität - und wo kippt sie in Kult, Ausbeutung oder Selbstverlust? Zugleich zeigt er, warum Menschen auch in einer säkularen, vernetzten Welt nach etwas suchen, das größer ist als sie selbst: nach Verbindung, Orientierung und einem gemeinsamen Sinn.

Woran wir glauben 23:30

Woran wir glauben: Eine bessere Welt

Dokumentation

Kann Glaube die Welt verändern und zu einem besseren Ort machen? Diese Folge von "Warum wir glauben" erzählt von Menschen, für die Glaube nicht nur Trost ist, sondern auch ein Auftrag: zu helfen, zu handeln, sich einzumischen. In einem Kloster in der Bretagne lebt Schwester Laure in Stille, Gebet und Dienst an Alten und Kranken. Für sie bedeutet Glauben, aus sich selbst herauszutreten. Im Mittelmeer rettet Isabell Nohr mit der Organisation Sea-Watch Menschenleben - ohne an Gott zu glauben, aber mit einem tiefen Glauben an Gemeinschaft und Verantwortung. In New Orleans wird Gospel zur Kraftquelle einer Community, die im Glauben Schutz und Zusammenhalt gefunden hat. In Mexiko sprechen die Wixárika mit Erde, Feuer, Meer und Pflanzen - für sie ist Natur keine Ressource, sondern Familie. Und in Dubai sieht ein muslimischer Astrophysiker Gott in den einfachen Gesetzen des Universums, die so viel Schönheit möglich machen. Zwischen Kloster und Rettungsschiff, Bibel und Menschenrechten, Wissenschaft und Naturreligion fragt der Film, was Glauben heute bewirken kann. Er zeigt seine Ambivalenz: Religion kann trösten, verbinden und mobilisieren - aber auch instrumentalisiert werden. Am Ende steht eine große, sehr gegenwärtige Frage: Reicht Vernunft allein, um die Welt zu retten? Oder brauchen Menschen etwas, das sie über sich selbst hinausführt, etwas, das sie handeln lässt für eine bessere Welt?