20:15
Auf einem Bergpfad in den französischen Alpen stürzt ein Mann in die Tiefe und stirbt. An diesem Morgen war nur ein anderer Bergsteiger in etwas Entfernung auf dem gleichen Pfad unterwegs, Enzo Tovoli, und verständigt als Zeuge die Rettungskräfte. Überraschend wird Enzo am nächsten Morgen im Moment seiner Abreise von der Polizei festgenommen. Der Untersuchungsrichter hat noch Fragen. Er hat herausgefunden, dass Enzo wichtige Informationen zu dem Toten zurückhält. Denn Enzo verbindet eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Opfer, das seit 40 Jahren in einem Zeugenschutzprogramm unter neuem Namen lebte. Für den jungen Untersuchungsrichter Dorieu ist es unmöglich vorstellbar, dass ausgerechnet diese beiden Männer Jahrzehnte später zufällig auf demselben abgelegenen Bergweg aufeinandergetroffen sein sollen. In mehreren Verhören versucht er, Enzo Widersprüche nachzuweisen, und unterstellt ihm einen lange geplanten Rachemord. Doch der ältere Mann bleibt bei seiner Version. Zwischen Richter und Verdächtigem entwickelt sich ein psychologisches Kräftemessen über Wahrheit und Beweis, politische Überzeugungen und die Frage, ob eine Tat nur deshalb wahrscheinlicher wird als ein unwahrscheinlicher Zufall, weil es ein Motiv gibt. Emmanuel Finkiel überträgt das Duell nach einer literarischen Vorlage von Erri De Luca als konzentriertes Drama auf den Bildschirm, mit dem dreifachen Donatello-Preisträger Fabrizio Bentivoglio als Enzo und dem dreifachen César-Preisträger Swann Arlaud als Untersuchungsrichter. Gedreht wurde unter anderem in den französischen Hochalpen rund um Gap und La Grave.
21:55
Die Geschichte von John Lennon und seiner jungen Assistentin May Pang stand lange im Schatten einer der berühmtesten Beziehungen der Popgeschichte. Als die Ehe von John Lennon und Yoko Ono Anfang der 1970er Jahre in eine Krise gerät, beginnt dieses wenig bekannte Kapitel im Leben John Lennons. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte aus der Sicht von May Pang. Bemerkenswert ist dabei die Rolle Yoko Onos. Sie ermutigt ihre Assistentin May Pang dazu, Zeit mit John Lennon zu verbringen, wodurch sich eine intensive Liebesbeziehung entwickelt, die rund 18 Monate andauert. Später bezeichnet Lennon sie als sein "Lost Weekend" - obwohl diese Zeit deutlich länger als ein Wochenende währte. May Pang ist erst als Mitarbeiterin von Apple Records, dann als ihre persönliche Assistentin mit Lennon und Ono verbunden. Ihre persönlichen Erinnerungen, bislang selten gezeigte Fotografien, Archivmaterial und Zeitzeugeninterviews erzählen, welche Dramen sich daraus entwickelten. Gleichzeitig wirft der Film einen neuen Blick auf John Lennon selbst. Er dokumentiert eine Phase kreativer Erneuerung, in der er an den Alben "Mind Games", "Walls and Bridges" und "Rock 'n' Roll" arbeitet. In der Zeit mit May Pang entsteht sein einziger US-Nummer-eins-Hit als Solokünstler, "Whatever Gets You Thru the Night". Pangs Erinnerungen zufolge, hilft sie ihm dabei, die Beziehung zu seinem Sohn Julian neu aufzubauen und verlorene familiäre Bindungen wiederzufinden. Dadurch entsteht das Bild eines Mannes, der zwischen Weltruhm und persönlicher Sehnsucht seinen eigenen Weg sucht.
23:25
Im März 1975 steht Supertramp an einem entscheidenden Punkt ihrer Karriere. Das 1974 veröffentlichte Album Crime of the Century hat die Band aus der britischen Progressive-Rock-Szene herauskatapultiert - nicht nur wegen ihres Erfolges bei Kritik und Publikum, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit, komplexe Arrangements mit eingängigen Melodien zu verbinden. Doch der Weg dorthin war kein geradliniger: Supertramp balancierte stets zwischen künstlerischem Ehrgeiz und dem Wunsch, ein Massenpublikum zu erreichen. Das Konzert im Hammersmith Odeon - aufgezeichnet kurz vor der Nordamerika-Tournee, die die Band endgültig als globale Größe etablieren sollte - ist ein Dokument dieser Spannung. Es zeigt eine Band, die ihre Wurzeln im Progressive Rock nie verleugnet, aber gleichzeitig den Mut hat, sich weiterzuentwickeln. Die Setlist, eine Mischung aus Highlights von "Crime of the Century" und neuen Stücken, die später auf "Crisis? What Crisis?" (1975) erscheinen werden, spiegelt diesen Übergang wider: düster, poetisch, aber auch voller popkultureller Momente. Dieses Konzert wurde 1975 aufgezeichnet und wird in der ursprünglichen Bildqualität gezeigt, um seine Authentizität zu bewahren.