19:40
Bastri Limoj ist Hirte im südalbanischen Bergdorf Vranisht und lebt mit seiner Familie wie viele in Albanien auf dem Land - von dem, was er mit seinen Schafen und Ziegen erwirtschaftet. Während der sozialistischen Diktatur, zwischen 1944 und 1990, wurden die Herden jedoch zwangskollektiviert, den Hirten weggenommen und in Gemeinschaftseigentum umgewandelt. Nach dem Ende des Regimes waren es die Alten, die sich wieder auf die Tradition besannen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nachwuchs gab es kaum. Zu mühselig erschien vielen jungen Menschen der Beruf, zu rückwärtsgewandt, mit zu geringen Verdienstmöglichkeiten. Auch Bastris Sohn Lucjano suchte wie viele seiner Generation ein besseres Leben in der Stadt und studierte Maschinenbau. Ab und zu kommt er in sein Heimatdorf zurück, um seinem Vater zu helfen. Der möchte diesmal, dass er ihn auch beim Auftrieb der Herde zur Sommerweide in die Berge begleitet. Der Weg über die Geröllpfade ist gefährlich für Mensch und Tier. Und auch oben auf den Weiden nimmt die Sorge um das Vieh nur selten ein Ende. Kein Platz für Schäferromantik - außer in den überlieferten polyphonen Gesängen. Diese mehrstimmigen Gesänge mit einem tiefen Halteton stammen aus der Hirtentradition der Region Labëria. Mittlerweile greifen auch junge Leute sie begeistert wieder auf. Liegt hierin eine Chance für den Schäferberuf? Und wird der Vater seinen Sohn überzeugen können, sein Erbe fortzuführen und so tatkräftig mitzuhelfen, dass die Schäfertradition nicht ausstirbt?
20:15
Michael Corleone, Sohn des verstorbenen Mafiapaten Vito Corleone, übernimmt die Geschäfte des Corleone-Clans. Als er jedoch versucht, seinen Einflussbereich auf das Gebiet der Spielkasinos auszudehnen, stößt er auf erbitterten Widerstand. Sein New Yorker Partner Frankie Pentangeli nimmt es ihm übel, dass er sich mit dem Kasinobetreiber Hyman Roth verbündet, um seine Macht zu vergrößern. Nur knapp kann Michael einem Mordanschlag entkommen. Er vermutet Frankie Pentangeli dahinter und schwört Rache. Um ein Kasino-Geschäft mit dem korrupten Batista-Regime auf Kuba einzufädeln, reist Michael mit Hyman Roth auf die Karibikinsel. Dort erhält er Hinweise, dass sein eigener Bruder Fredo an dem Mordversuch mitgewirkt haben soll, lässt ihn jedoch zunächst unbehelligt. Währenddessen hat Frankie Pentangeli erreicht, dass Michael Corleone vor Gericht erscheinen muss. Durch raffiniert eingefädelte Intrigen wird Michael schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun kann er seine Rachepläne in die Tat umsetzen. Aber er verliert durch seine zunehmende Gewaltbereitschaft und seinen unbeugsamen Herrschaftsanspruch die Zuneigung seiner Ehefrau Kay, so dass er schließlich völlig allein dasteht ... Parallel zur Gangsterkarriere Michael Corleones erzählt der Film in geschickt eingefügten Rückblenden die Anfänge des Clangründers Vito Corleone, seine Kindheit auf Sizilien, seine Flucht nach Amerika und seinen Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum mächtigsten Mafiapaten New Yorks. Der zweite Teil der opulenten Mafiasaga wurde gleich mit sechs Oscars ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Francis Ford Coppola die begehrte Trophäe für die beste Regie, den besten Film und zusammen mit Mario Puzo für das beste adaptierte Drehbuch. Als bester Nebendarsteller wurde Robert De Niro geehrt. "Gegenüber dem ersten Teil sind die grellen, spektakulären Effekte stark zurückgenommen. Der brillant inszenierte und exzellent gespielte Film verbindet in angemessener Form gesellschaftliche Reflexion und spannende Unterhaltung." (Lexikon des Internationalen Films)
23:25
Die Ermordung des Carabiniere Carlo Alberto Dalla Chiesa im Jahr 1982 war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Staatsanwaltschaft von Palermo gründete einen sogenannten Anti-Mafia-Pool und machte Jagd auf Salvatore "Totò" Riina. Das Richter-Team sollte auch gegen die wegen ihrer Verbindungen zur Mafia bis dahin unantastbaren Geschäftsleute und Politiker ermitteln. Daraufhin ließ Riina den Ermittlungsrichter Rocco Chinnici durch ein Attentat mit einer Autobombe ermorden. Von nun an machten zwei junge Richter Palermos, Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, den Kampf gegen die Mafia zu ihrer Lebensaufgabe. Insbesondere dank der Zeugenaussage eines ehemaligen, weniger von Reuegefühlen als von Rachegelüsten angetriebenen Rivalen Riinas gelang es den Richtern schließlich, Hunderte von Haftbefehlen gegen die Cosa Nostra zu erlassen. 1986 wurde in Palermo der Maxi-Prozess gegen 475 Angeklagte eröffnet, obwohl der weiterhin flüchtige Riina ein Klima der Angst aufrechterhielt. Bei dem Prozess wurden sehr schwere Strafen verhängt. Riina wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein historischer Urteilsspruch, der vollkommen wider Erwarten im Berufungs- und im Kassationsverfahren bestätigt wurde. Aus Wut gab Riina 1992 zwei tödliche Sprengstoffanschläge auf die Richter Falcone und Borsellino in Auftrag. Eine doppelte Tragödie und für die Sizilianer eine mit 9/11 vergleichbare Schockwelle. Riina wurde 1993 verhaftet und starb 2017 im Alter von 87 Jahren im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses in Parma. Bis zum Schluss zeigte er keinerlei Reue. Der zweiteilige Dokumentarfilm beleuchtet den blutigen Mafia-Krieg, der zwischen 1977 und 1994 mitten in Europa geführt wurde.