04:01
Die dritte Staffel des Kurzprogramms wirft einen humorvollen Blick auf unsere Gesellschaft und die Rolle des Sports. In dieser Folge: Tierischer Influencer - auf der Jagd nach Aufmerksamkeit und Likes ist einem einradfahrenden Flamingo kein Hindernis zu groß. Für seine Follower nimmt er jede Gefahr in Kauf. Doch Augen auf bei der Berufswahl ...
04:05
Der Katamaran "Nomade des Mers" dringt in den Mangrovenwald vor, der in den Deltas der Flüsse Saloum und Sine im Senegal liegt, wenige Kilometer nördlich der Grenze zu Gambia. Corentin kocht zweimal pro Tag für die Crew. Natürlich auf Holzfeuer - wie Milliarden andere Menschen auch. Dabei wird ihm bewusst, dass alleine für Kochfeuer enorm viel Holz verbraucht wird. Außerdem entwickelt ihr Kocher einen dichten, giftigen Qualm. Für Kochfeuer werden jedes Jahr weltweit Waldflächen gerodet, die der Größe Belgiens entsprechen. Der senegalesische Waldbestand ging in den letzten 50 Jahren um 40 Prozent zurück. Aber Corentin hat von einem Ersatzbrennstoff gehört: "grüne Kohle" aus Bioabfällen, zum Beispiel Reisstroh. Jean Goepp ist Gründer des Vereins Nébéday, der seit Jahren im Senegal grüne Kohle fördert. Er erklärt der Crew seine Methode für die Herstellung dieses revolutionären nachhaltigen Brennstoffs, außerdem dürfen sie Frauengruppen bei der Produktion zusehen. Sie erfahren: Grüne Kohle ist nachhaltig, natürlich und der Qualm macht nicht krank. Nun möchte die Crew wissen: Ist ein Kocher mit grüner Kohle auch für den Katamaran geeignet?
05:00
Der Menstruationszyklus - umgeben von Tabus, Missverständnissen und Falschannahmen. Sogar die Forschung ist davon betroffen. Noch! Denn immer mehr Expertinnen und Experten fordern zum Handeln auf. Die Sportmedizinerin Dr. Petra Platen will mit einem Pilotprojekt den Leistungssport voranbringen: Der hormonelle Einfluss auf das Leistungsvermögen von Sportlerinnen wird untersucht, um das Training an die Zyklusphasen anzupassen und so zu optimieren. Wie wenig erforscht der Menstruationszyklus ist, weiß auch der Evolutionsbiologe Christian Feregrino: "Von den rund 5.500 Säugetierarten menstruiert nur rund ein Prozent", erklärt er. Also Menschen, Primaten, einige Fledermausarten und die Stachelmaus. Ansonsten hat sich der Brunstzyklus als erfolgreich erwiesen. Kann dieser Unterschied in der evolutionären Entwicklung eine Erklärung für - bisher unverstandene - Phänomene und Krankheiten sein? Die Gynäkologin Petra Frank-Herrmann half dabei, die weltweit größte Zyklus-Datenbank anzulegen und die Annahme zu widerlegen, der Zyklus dauere standardmäßig 28 Tage. Wie man solches Wissen zum Verhüten oder zur Familienplanung nutzen kann, lernen Katharina, Valériane und Deborah aus Brüssel in einem Workshop. Das Menstruationsblut enthält einen Schatz, erklärt Dr. Ping Shen vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum. Sie gewinnt für medizinische Zwecke besondere Stammzellen aus diesem Blut. Maja Meiners und Heinke Schröder stellen mit ihrer Dokumentation auf inspirierende Weise dar, warum die Forschung über den Zyklus essenziell ist, um auf dessen verstecktes Potenzial zugreifen zu können.
05:55
Auf 3.500 Meter über der bolivianischen Millionenstadt La Paz erstreckt sich ihr Revier: Pura Pura - das höchstgelegene Skate-Gelände der Welt. Mit ihren traditionellen "Pollera"-Röcken wollen die neun Skaterinnen ein Signal senden: Eine Cholita - wie die Nachfahrinnen indigener Stämme in Bolivien oft abfällig genannt werden - kann alles, sogar auf dem Holzbrett dieses westlichen Extremsports balancieren. Sie selbst sind keine Cholitas vom Land, sondern leben als Schülerin und Studentin, Kindergärtnerin, Tätowiererin oder Marketingmanagerin in der Großstadt. Die Polleras haben die jungen Frauen von ihren indigenen Großmüttern geerbt. Bis zu fünf Schichten zählen die weit ausladenden Röcke. "Warmis sobre Ruedas" nennen die Skaterinnen ihre Gruppe selbstbewusst - auf Spanisch und in der indigenen Aymara-Sprache bedeutet das: "Frauen auf Rädern". Schon allein die voluminöse Tracht ist eine Herausforderung. Doch es geht um gemeinsamen Spaß, Zusammenhalt und soziales Engagement. Die Idee einer Cholitas-Skate-Gruppe kam der mittlerweile in Europa lebenden Aidé, deren Konterfei heute wie eine Ikone über dem Skate-Gelände wacht. Nun setzen ihre Freundinnen das Projekt fort, mit dem Ziel, immer mehr und jüngere Skaterinnen dafür zu begeistern. "Wir wollen vor allem Frauen ermutigen, die sich nicht trauen oder sich schämen und es nicht wagen, aus der traditionellen Rolle auszubrechen", sagen sie. Dieser Herausforderung sind auch die Vorbereitungen gewidmet, mit denen die Gruppe ihr immerhin dreijähriges Jubiläum zelebrieren wird.
06:50
Argentinisches Barbecue: Asado / Ein Biss'chen Heimat: Enzo, ein Argentinier auf Malta / Ran an die Töpfe!
07:20
Mexiko: Francisco Toledo, Maler der Mythen Francisco Toledo zählt zu den markantesten mexikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine Inspiration schöpfte er aus dem Bewusstsein für die eigene kulturelle Identität. Seine bunten Gemälde, Skulpturen und Keramiken sind beseelt von den Mythen seiner Vorfahren. Eine zutiefst indigene Kunst, die ihren Weg über die Grenzen Mexikos hinaus in die Museen der Welt fand. Toledos kreative Energie äußerte sich auch in seinem gesellschaftspolitischen Engagement und dem unermüdlichen Kampf für den Schutz des Kultur- und Naturerbes seiner Heimat Oaxaca. Kenia: Bäume pflanzen für den sozialen Frieden Die 2011 verstorbene kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai widmete ihr Leben der Aufforstung ihrer Heimat, die ökologisch und gesellschaftlich vor dem Zusammenbruch stand. Seit den 1970er Jahren kämpfte sie für Umweltschutz und Frauenrechte, weil sie verstanden hatte, dass beides zusammengehört. In Kenia weiß heute wohl fast jedes Kind, dass aus einem Sämling nicht nur ein Wald, sondern ein ganzes Land wachsen kann, wenn man ihn hegt und pflegt. China: Wus Mapo Tofu In Chongzhou bereitet Wu einen Klassiker zu. Für ihr Mapo Tofu schneidet sie Tofu, Rindfleisch, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer klein, frittiert Chilis und Szechuan-Pfeffer und zerkleinert sie mit dem Messer. Dann brät sie alle Zutaten mit Reiswein, Sojasoße und Wasser an. Den letzten Schliff verleihen feingehackte Chilischoten und Frühlingszwiebeln. Athen: Schändung mit dem Meißel Im Krieg gegen Sparta wollte Alkibiades, Neffe des großen Perikles, Athen zu Ruhm und Sieg verhelfen. Doch mitten in der Vorbereitung der Sizilien-Expedition wurde der junge Feldherr des Hermenfrevels bezichtigt. Alkibiades wechselte die Seiten und ging nach Sparta ...
08:05
Patagonien: Eine Graphic Novel wirft ein neues Licht auf Argentinien Die meisten Argentinier haben indigene Vorfahren. Dass sie von den Tehuelche abstammen, erfahren viele aber erst spät oder per Zufall. Solche Familiengeschichten dienten der Graphic Novel "Chère Patagonie" als Vorlage. Das von der Kritik gelobte Werk des argentinischen, in Spanien lebenden Autors Jorge González wurde 2011 zunächst in Europa veröffentlicht. In Lateinamerika hingegen erschien es erst 2024. Es konfrontiert Argentinien mit Tatsachen, die manche lieber verheimlichen würden. Im Land wird auch heute noch das von den europäischen Einwanderern etablierte Geschichtsnarrativ bevorzugt. Bretagne: Ein ganz besonderes Schaf Im Morgengrauen muten die nebelverhangenen Höhen der Monts d'Arrée - einer Bergkette in der westlichen Bretagne - beinahe märchenhaft an. Doch statt Märchenwesen lebt hier das endemische "Landes de Bretagne"-Schaf. Die lange Zeit verschwunden geglaubte Rasse tauchte irgendwann wieder auf und steht für die traditionelle Landwirtschaft der Region, die Geschichte der Menschen dieser Gegend und ihre Beziehung zur Natur und den Elementen. Estland: Karolines und Kairis Coregonen-Tatar In Tallinn gibt es bei Karoline und Kairi ein Coregonen-Tatar. Den seltenen Süßwasserfisch filetieren sie entlang der Gräte und vermischen das Fleisch anschließend mit roten Zwiebeln, Dill, Zitrone, Salz und Pfeffer. Serviert wird das Tatar auf estnischem Sauerteigschwarzbrot, das zu jeder Mahlzeit ein Muss ist. Das Tatar isst man in geselliger Runde, meistens mit Volksmusik im Hintergrund. Ägypten: Der Dolch von Tutanchamun Das Tal der Könige birgt viele ungelöste Rätsel rund um die königlichen Gräber, unter ihnen auch das vom mumifizierten Pharao Tutanchamun. All jene, die sein Grab öffneten, bezahlten diesen Frevel mit dem Leben. Beim Fluch des Pharaos mag es sich nur um eine Legende handeln, aber ein weiteres Mysterium beschäftigt die Archäologen schon seit längerem ...
08:55
Im heutigen Jordanien, an der Grenze dreier Wüsten - der Syrischen Wüste, der Arabischen Wüste und der Wüste Negev - liegt die geheimnisvolle Felsenstadt Petra, eine der großartigsten und faszinierendsten Stätten der Antike. Heute ist Petra die größte Touristenattraktion in Jordanien. Europäische Forschungsreisende haben die rätselhaften Ruinen im 19. Jahrhundert entdeckt: Die in den Fels gemeißelten Grabtempel mit ihren monumentalen Fassaden wurden vor ungefähr 2.000 Jahren errichtet und ihre Bauweise steht der Architektur der größten Gebäude Roms oder Alexandriens in nichts nach. Aber die Zivilisation, die sie hervorgebracht hat, war zu jener Zeit völlig unbekannt. Wer hat diese Bauten an diesem entlegenen Ort erschaffen? Und vor allem wie und wozu? Zwei griechische Autoren erwähnen Petra in ihren Berichten als das Herz eines florierenden Königreichs inmitten der von nabatäischen Nomaden bewohnten Wüste. Der eine beschreibt Petra als eine gigantische Nomadensiedlung, während der andere von einer luxuriösen Stadt spricht, deren Bewohner einen gehobenen Lebensstil pflegten. Wie hätte sich eine solche Stadt in dieser kargen Umgebung entwickeln können? Im Laufe der letzten 20 Jahre arbeiteten internationale Archäologenteams daran, diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Am Fuße der Grabstätten gibt der Sand die Reste einer Metropole frei, die über eine raffinierte Infrastruktur verfügte. 200 Kilometer weiter im Süden, im heutigen Saudi-Arabien, liefern die Ausgrabungen an einer anderen nabatäischen Stätte, Hegra, wertvolle Informationen, die es uns heute ermöglichen, die Geschichte dieser einzigartigen antiken Überreste zu rekonstruieren. Ein Puzzlestück fügt sich zum anderen, und so ergibt sich eine komplett neue Sicht auf das sagenumwobene Petra mit seinen Kulturdenkmälern, die heute zum UNESCO-Welterbe gehören.
10:15
Die Cheops-Pyramide galt in der Antike als bedeutendstes der sieben Weltwunder, von denen sie heute als einziges noch erhalten ist. Mehrere Jahrtausende lang hielt die "Große Pyramide" den Rekord als höchstes Bauwerk der Welt mit der größten Masse und dem größten Volumen. Sie steht für die Perfektion sämtlicher Verfahren der Steinquaderarchitektur. In der Dokumentation werden die neuesten Erkenntnisse aus den archäologischen Forschungsarbeiten von Mark Lehner und Zahi Hawass vorgestellt, die das Verständnis für dieses faszinierende Baudenkmal revolutioniert haben. Wie gelang es den Ägyptern, ohne heutige Bau- und Vermessungstechniken und nur mit Kupferwerkzeugen ein derartiges Meisterwerk zu errichten? Woher kamen die Tausenden Arbeiter, die die schweren Steine bewegt haben? Waren sie Sklaven? Wie sahen Unterbringung und Speiseplan der Arbeitskräfte aus, und wie organisierten sie sich? In der Dokumentation kommt der französische Ägyptologe Pierre Tallet zu Wort, dessen Forschungsgruppe 4.500 Jahre alte Papyrusfragmente in einem Hafen am Roten Meer entdeckte, von dem aus Transportschiffe die großen Baustellen des ägyptischen Reichs belieferten. Unter den Papyri befindet sich das Logbuch des pharaonischen Beamten Merer, der für die Lieferung von Kalksteinblöcken für den Bau der Cheops-Pyramide zuständig war. Er beschreibt die Verschiffung der Steine über den Nil und die Herstellung der Kupferwerkzeuge, die beim Bau der Pyramide verwendet wurden. Außerdem erwähnt er die Kasernen und Hafenanlagen und den Namen des Verantwortlichen für den Bau der Cheops-Pyramide.
11:25
Ein Kaiser als Staatsoberhaupt? In Österreich und Tschechien setzen sich Monarchisten für die Rückkehr der Krone ein, mit sehnsüchtigem Blick auf den früheren Glanz der Habsburger Dynastie und der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Was steckt hinter diesem Wunsch, in Zeiten von Krieg und multiplen Krisen?
11:55
Süße Illusion aus Sizilien: Minne di Sant'Agata / Ein Biss'chen Heimat: Fabrizio, ein sizilianischer Koch in Paris / Ran an die Töpfe!
12:25
Kenia: Henry de Monfreid, Schriftsteller und Freibeuter 1942 landete der französische Abenteurer Henry de Monfreid in Kenia. Hohe Berge, Savannen und endlose Sandstrände boten sich seinem Blick. Im autobiografischen Roman "Der Elefantenfriedhof" erzählt er von seinen Erlebnissen. Der Autor, Seefahrer und Schmuggler war damals bereits für seine Abenteuer am Horn von Afrika bekannt. In Kenia faszinierten ihn besonders die Elefanten, denen er eine fast schon menschliche Intelligenz zugestand. Sich einem Elefanten zu nähern, schien dem furchtlosen Freibeuter schwieriger als eine Hatz auf hoher See! Argentinien: Das weiße Gold der Salinas Grandes Die Hochwüste Puna im Norden Argentiniens vermittelt ein Gefühl unendlicher Einsamkeit. Dabei liegt in dieser kargen Landschaft ein Millionen Jahre alter Schatz, der mehreren Zivilisationen zu Wohlstand verhalf: die Salzvorkommen von Salinas Grandes. In den Anden wurde das Salz zu einem wirtschaftlichen und spirituellen Gut. Wie durch ein Wunder entging es der Habgier der Konquistadoren. Doch heute bedroht die große Lithium-Nachfrage das Ökosystem der Salzwüsten. Malaysia: Sonias Kokosbällchen In Kuching bereitet Sonia Onde Onde zu, kleine Kugeln aus Kokos und Pandan, einer aromatischen Tropenpflanze. Der Teig besteht aus Mehl, Wasser und dem Saft der Pandanblätter, die Füllung aus Palmzucker und Kokosnuss. Die Bällchen werden in Wasser gekocht und in Kokosraspeln gewälzt. Unwiderstehlich! Slowenien: Ein Arzt unter Tage Mehr als fünf Jahrhunderte lang galt: Wer in das Quecksilberbergwerk im slowenischen Idrija hinabsteigt, riskiert sein Leben. Trotzdem ging ein Arzt im 18. Jahrhundert das Wagnis ein und förderte eine neue Heilmethode zutage ...
13:10
Maximilien Luce: Ein Anarchist malt Paris Maximilien Luces (1858-1941) lichtdurchfluteten Gemälde spiegeln seinen Wunsch, die Welt zu begreifen und zu hinterfragen. Der Neoimpressionist war überzeugter Anarchist: Seine Gemälde über den Pariser Stadtumbau waren von symbolischer Bedeutung und bildeten die Komplexität seiner Zeit ab. Künstlerisch blieb der Arbeitersohn seinen Ursprüngen treu; sein Hauptsujet war die gesellschaftlich oft übersehene Arbeiterklasse, wobei sein Blick der Würde arbeitender Körper und der Schönheit eines einfachen Alltags galt. Grönland: Die Geschichte des Kajaks Das mittlerweile weltweit als Wassersportboot bekannte Kajak entstand eigentlich vor über 4.000 Jahren in der Arktis. Ohne das traditionelle, leichte und wendige grönländische Paddelboot wäre menschliches Leben nördlich des Polarkreises niemals möglich gewesen. Aufgrund der dänischen Kolonialisierung und der Modernisierung der Fischerei wäre der Vorläufer des heutigen Kajaks allerdings beinahe verschwunden. Panama: Atilanos Kochbananen-Stampf mit Schweinefleisch Siri stammt aus der Emberá-Gemeinde und bereitet nach dem Rezept ihrer Mutter einen Kochbananen-Stampf namens Majao mit Schweinefleisch zu. Zunächst pflückt sie die Kochbananen direkt von der Staude und hackt Knoblauch und Chili. Über offenem Feuer brät sie Knoblauch, Chili, Zwiebeln, Koriander und das Schweinefleisch an. Das Fleisch kommt schließlich auf einen Kochbananen-Stampf mit Gemüse. Detroit: Mal etwas ganz Neues In Michigan nahe Detroit bietet das Henry Ford Museum eine Ausstellung zum Thema Innovation in allen Bereichen. Bei der Ausstellungsgröße würde man am liebsten direkt dort übernachten. Dank eines einfallsreichen Architekten, der scheinbare Gegensätze miteinander vereint, könnte das bald möglich sein.
14:00
15:50
Von den Seychellen aus nimmt der Katamaran "Nomade des Mers" Kurs auf den Golf von Bengalen. Nach einigen Tagen auf hoher See macht die junge Crew Halt im südindischen Chennai, dem ehemaligen Madras und einstigen Handelsstützpunkt der britischen Kolonialmacht. Die Wasserversorgung für die mehr als sechs Millionen Einwohner der Metropole ist ein riesiges Problem. Zudem wächst die Bevölkerung weiter. Mit Amandine und Pierre-Alain möchte Corentin verschiedene lokale Akteure treffen, die daran arbeiten, den Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern. Seit der Meerwasser-Entsalzer auf der "Nomade des Mers" kaputtgegangen ist, hat auch Corentin nirgendwo ein brauchbares Lowtech-System zur Gewinnung von Trinkwasser gefunden. Corentin begibt sich auf einen Streifzug durch die Stadt und trifft Wissenschaftler, die an Verfahren zur Wasseraufbereitung forschen. Wasser wird in Indien wegen des Bevölkerungswachstums knapp und hinzu kommt, dass vielerorts Wasserressourcen kontaminiert sind. Viele Menschen erkranken beispielsweise an Cholera und verlieren ihre Arbeit. Das Forschungsinstitut setzt alles daran, auch Lösungen für die sozial Schwachen zu finden. Manche Systeme, die in der Stadt installiert wurden, wie eine Pflanzenkläranlage, könnten auch für die Crew der "Nomade des Mers" interessant sein.
16:20
Die Deutsche Alpenstraße schlängelt sich über 480 Kilometer vom Bodensee bis zum Königsee - immer entlang der bayerischen Voralpen. Unterwegs passiert sie Sehenswürdigkeiten wie das Märchenschloss Neuschwanstein oder die Zugspitze und bietet dabei kulinarische, landschaftliche und kulturelle Höhepunkte. Im Allgäu besuchen wir einen kreativen Koch, der mit selbst angebauten Kräutern die Gaumen der Gäste verzaubert. Beim Schloss Neuschwanstein nimmt uns ein bayerischer Cowboy mit auf einen Wanderritt in die heimische Bergwelt - Flussdurchquerung inklusive. Ein Künstler aus Wallgau begleitet uns auf den Gipfel der Zugspitze, wo er ein zweites Gipfelkreuz aufgestellt hat, und er zeigt uns, wie er die alpenländische "Lüftlmalerei" bewahrt. Wir besuchen einen Kaffeeröster am Chiemsee, der im uralten VW-Bulli italienischen Genuss auf die Alpenstraße bringt. Und zum Schluss nehmen uns zwei Rangerinnen mit in den Nationalpark bei Berchtesgaden, wo sie sich um die Bartgeier und Murmeltiere kümmern.
17:05
Unter den im Becken gefangenen Lebewesen ist ein Hai-Baby, das es nicht mehr rechtzeitig herausgeschafft hat. Der kleine Hai und seine Mitgefangenen müssen die beengten Verhältnisse, die Hitze und die Konkurrenz untereinander überstehen, bis die Flut sie wieder befreit. Unter und über der Wasseroberfläche offenbaren sich ganz unterschiedliche Strategien, um zu überleben. Am freigelegten Ufer entfaltet sich ein faszinierendes Schauspiel: Meereswürmer buddeln sich ein, Strandflöhe springen das 25-Fache ihrer Körpergröße hoch, um dem Schnabel des Piepers zu entkommen, Möwen kreisen angriffslustig im Gleitflug. Je höher die Sonne steigt, desto mehr erwärmt sich das Becken, und der Sauerstoffgehalt sinkt - eine tödliche Gefahr für den kleinen Hai, der jetzt eigentlich weit draußen auf hoher See sein sollte. Ein Einsiedlerkrebs sucht verzweifelt nach einer neuen Muschel, der Hummer gräbt mit seinen Scheren eine Festung, eine Samtkrabbe legt 200.000 Eier, und die Napfschnecken weiden mit ihrer widerstandsfähigen Raspelzunge die Algen ab. Die Dokumentation macht diesen Thriller hautnah erlebbar. Ihre Dramaturgie folgt dem Rhythmus der Gezeiten: Mit jeder Stunde wird die Lage bedrohlicher: Wer wird bis zur nächsten Flut überleben? Auch viele Nebendarsteller kämpfen ums Überleben. Auf oft verblüffende Art und Weise gelingt es den Akteuren dieser Miniaturwelt, bis zur Flut durchzuhalten: Jagdbündnisse werden geschmiedet, unerwartete Schwächen ausgenutzt. Aber auch für Balz, Paarung und Geburten ist das Gefängnis des Gezeitenbeckens mitunter genau der richtige Ort.
17:50
Nach sechs Stunden im Gezeitenbecken sind viele der eingeschlossenen Tiere erschöpft. Die Temperatur ist weiter gestiegen und der Sauerstoffgehalt ist bedrohlich gesunken. Überall lauern Fressfeinde, sowohl im Wasser als auch in der Luft. Wer jetzt noch überleben will, muss erfinderisch sein. Für die hier heimischen Lebewesen bedeutet das, Jagd, Paarung und Fortpflanzung an den Rhythmus der Gezeiten anzupassen. Während sich das Strandkrabbenweibchen häutet, unternimmt das Männchen einen Annäherungsversuch - doch der Krake lauert bereits. Seepocken können sich nicht fortbewegen und hätten es bei der Partnersuche schwer, wenn sie nicht über den längsten Penis im Tierreich verfügen würden. Die Natur passt sich auf vielfältige Weise an. Über der Wasseroberfläche haben mehr als 700 Algenarten verschiedene evolutionäre Strategien entwickelt, um die knappen Ressourcen untereinander aufzuteilen. Unter Wasser betreibt die grüne Samtschnecke Kleptoplastie: Sie lagert Chloroplasten von Algen ein und kann so Fotosynthese betreiben. Mit Einbruch der Nacht ändert sich die Lage erneut und es werden andere Tierarten aktiv. Der Countdown hat begonnen ...
18:35
Hohe Berge erheben sich majestätisch und fangen die feuchtwarme Luft ab, die vom Pazifik aufsteigt. Dichte Nebelschwaden ziehen über die steilen Hänge und speisen unzählige Fließgewässer, die die Landschaft prägen. Diese Wasserläufe machen den Nationalpark Baishanzu zu einem wahren Naturparadies. Das Schutzgebiet ist Lebensraum für eine Vielzahl endemischer und bedrohter Tiere. Dazu gehören verschiedene Molcharten, das Ohrenschuppentier - ein wichtiger Regulator von Ameisen- und Termitenpopulationen -, der Chinesische Riesensalamander, die Großkopfschildkröte sowie Makaken. Darüber hinaus dient das bergige Reservat zahlreichen Zugvögeln als Rastplatz, darunter Schwarzschnabelstörchen, Schneekranichen, Seidenreihern sowie dem seltenen Schwarzstirnlöffler. Auch Silberfasane mit ihrem herrlich gezeichneten Gefieder sind hier anzutreffen. Aufgrund der über 600 Pilzarten, von denen mehr als 300 essbar sind oder Heilzwecken dienen, wurde die Provinz Zhejiang zum "global wichtigen System des landwirtschaftlichen Kulturerbes" erklärt.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Mehr als 2.000 Geflüchtete aus Afghanistan, Syrien, Irak, Iran und anderen Ländern harren derzeit monatelang in Pfarrwohnungen und Küsterbüros der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland aus - im sogenannten Kirchenasyl. Es ist oft das letzte Mittel vor einer drohenden Abschiebung.
20:15
Aktuell leben rund acht Milliarden Menschen auf der Erde, fast eine Milliarde davon in Küstenregionen, die bereits vom Klimawandel betroffen sind. Jakarta ist eines der eindrücklichsten Beispiele: Jedes Jahr setzt der Monsun weite Teile der Stadt unter Wasser. Gleichzeitig sinkt die Metropole stetig ab, während der Meeresspiegel unaufhaltsam steigt. Warum haben die Warnungen der Wissenschaft nicht schon viel früher zu einem entschlossenen Handeln geführt? Bereits im 19. Jahrhundert erkannten Forscherinnen und Forscher, dass die Industrialisierung die Atmosphäre verändern und die Temperaturen deutlich ansteigen lassen könnte. Mitte des 20. Jahrhunderts mehrten sich die Stimmen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die vor unabsehbaren Umweltfolgen durch die Nutzung fossiler Energieträger warnten. Die Studie "Die Grenzen des Wachstums" und die Stockholmer Umweltkonferenz markierten den Beginn eines internationalen Problembewusstseins. Die erste Ölkrise führte jedoch dazu, dass die westlichen Industriestaaten verstärkt auf Kohle setzten und Umweltfragen erneut in den Hintergrund rückten. Wissenschaftlerinnen und Umweltaktivisten versuchten daraufhin, die US-Regierung unter Jimmy Carter zum Handeln zu bewegen. Der Klimawandel wurde zu einem globalen politischen Thema, auch wenn die konkreten Maßnahmen weit hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen zurückblieben. Für Klimaforscher und -forscherinnen stand damals jedoch schon fest: Die Folgen des politischen Nichtstuns werden sich früher oder später bemerkbar machen.
21:00
Ende der 1970er Jahre gab US-Präsident Jimmy Carter bei führenden Klimaforschern eine Untersuchung zu den Risiken der globalen Erwärmung in Auftrag - trotz des von ihm begonnenen massiven Ausbaus der Kohleförderung. Ziel war es, die Abhängigkeit der USA von importiertem Erdöl zu verringern. Unter Leitung des Meteorologen Jule Charney kam eine Expertenkommission zu dem Ergebnis, dass eine Verdopplung des CO2-Gehalts der Atmosphäre im Laufe des 21. Jahrhunderts zu einer Erderwärmung um etwa drei Grad Celsius führen würde. Die Wahl Ronald Reagans führte zu einem politischen Kurswechsel: Umweltauflagen wurden zurückgenommen, obwohl ein neuer Bericht der US-Akademie der Wissenschaften zahlreiche Warnungen enthielt. Statt auf eine sofortige Reduzierung der Emissionen sollte auf künftige technologische Fortschritte gesetzt werden. Der Ökonom William Nordhaus entwickelte sogar Kosten-Nutzen-Modelle, die eine Erwärmung um drei Grad als wirtschaftlich "optimal" darstellten, während dem renommierten Klimaforscher James Hansen gleichzeitig die finanziellen Mittel gekürzt wurden. Mitte der 1980er Jahre gelang es Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, mit Hilfe von Eisbohrkernen einen einzigartigen Blick auf die Klimageschichte der vergangenen 150.000 Jahre zu werfen. Sie konnten dadurch eindeutig belegen, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung in bislang unbekanntem Ausmaß gestiegen war. 1988 erklärte James Hansen schließlich vor dem US-Kongress, dass der Klimawandel bereits begonnen habe. Seine Aussage markierte einen Wendepunkt.
21:45
Die Global Climate Coalition finanzierte tendenziöse Studien, unterstützte klimaskeptische Experten, stellte die Forschungsergebnisse des Weltklimarats infrage und betrieb intensive Lobbyarbeit, um klimapolitische Entscheidungen möglichst lange hinauszuzögern. Gleichzeitig nahm die Globalisierung rasant an Fahrt auf. Zwischen 1990 und 2010 nahm der weltweite Schiffsverkehr stark zu, Produktionsstandorte wurden nach Asien verlagert und multinationale Unternehmen etablierten globale Lieferketten, die auf reichlich verfügbarer und kostengünstiger fossiler Energie beruhten. Trotz immer eindringlicherer Warnungen von Forscherinnen und Forschern blieb das Wirtschaftswachstum oberstes politisches Ziel. Anfang der 2000er Jahre versuchte der Klimaforscher James Hansen erneut, Regierungen von der Dringlichkeit des Problems zu überzeugen. Er kritisierte Politiker, die nur jene wissenschaftlichen Erkenntnisse akzeptierten, die ihren Interessen entsprachen und warnte davor, dass diese Form der Verdrängung in eine ökologische Katastrophe führen werde. Obwohl sich die Global Climate Coalition schließlich auflöste, wurde ihre Strategie von marktradikalen Thinktanks fortgeführt. Inzwischen hat die globale Erwärmung bereits 1,5 Grad Celsius erreicht - und vielerorts tritt die Anpassung an den Klimawandel zunehmend an die Stelle seiner Bekämpfung. In Bangkok, New York, Japan und Jakarta werden Milliarden in Projekte zum Schutz vor dem steigenden Meeresspiegel investiert.
22:30
Viele Jahre galt der Irak als Brandherd im Nahen Osten: 2003 wurde Langzeit-Diktator Saddam Hussein durch eine US-geführte Koalition gestürzt, später folgte ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten und der Aufstieg des IS, der erst 2017 besiegt werden konnte. Seither wirkt der Irak nach außen stabil, in einer vom Nahostkonflikt erschütterten Region: Es gibt Wahlen, und ein Proporzsystem sichert Minderheiten politische Teilhabe. Hinter dieser scheinbaren Stabilität eskaliert jedoch derzeit eine schwere Gesundheitskrise. Der Klimawandel trifft den Irak besonders hart. Der Wassermangel wird durch eine marode Infrastruktur, Wasserverschmutzung und eine grassierende Korruption noch verschärft. Die Folge: eine Epidemie von Nierenerkrankungen. Bei einer Armutsquote von fast 25% sehen viele Iraker nur den Ausweg, ihre Niere auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Über soziale Medien werden Preise, Käufer und OP-Orte offen vermittelt, ohne behördliche Kontrolle. Die alleinerziehende Mutter Um Yousef hat ihre Niere verkauft, um damit die Therapie ihres autistischen Sohnes zu bezahlen - nun ist sie selbst schwer krank. Der junge Iraker Hussein sucht nach einem vertrauenswürdigen Käufer für seine Niere. Mit dem Geld will er das im Irak übliche Bestechungsgeld zahlen, um einen Job in einer Behörde zu bekommen und dann endlich eine Familie zu gründen. Expertinnen und Experten analysieren, wie Jahrzehnte von Konflikten, Umweltzerstörung, Wasserknappheit und ein überlastetes Gesundheitssystem zu dieser Katastrophe geführt haben - und wie schwer politische Lösungen sind.
23:30
Vor 60 Jahren wurde auf den Kanarischen Inseln die erste Meerwasserentsalzungsanlage auf europäischem Gebiet in Betrieb genommen. Heute gibt es hier bezogen auf Fläche und Einwohnerzahl weltweit die meisten solcher Anlagen. Das so gewonnene Süßwasser ist für menschliches Leben auf den Vulkaninseln unverzichtbar, begünstigt aber - da scheinbar im Überfluss vorhanden - auch eine ungezügelte Wirtschaftsentwicklung; etwa den Massentourismus oder die intensive Monokultur von Bananen für den Export. Zudem ist Meerwasserentsalzung alles andere als klimaneutral: Die Anlagen verschlingen Unmengen von Strom aus fossilen Quellen; die ins Meer zurückgeleitete Sole vernichtet marines Leben und trägt zur Ozeanversauerung bei. "Die Kanaren - Inseln am Tropf" beleuchtet erstmals die Abhängigkeit dieser Region von entsalztem Meerwasser. Ferner erklärt die Dokumentation, wie Wasserentsalzung funktioniert und welche Auswirkungen zu berücksichtigen sind. Im Bewusstsein des dringenden Gebots, die Natur, die eigene Gesundheit und die Zukunft der Kinder zu schützen, engagiert sich die kanarische Bevölkerung gemeinsam mit Wissenschaftlern für Alternativlösungen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Die Kanarischen Inseln sind dank jahrzehntelanger Erfahrung heute führend auf dem Gebiet der Meerwasserentsalzung, ihre technische Expertise ist weltweit gefragt. Angesichts immer häufigerer Dürren im Zuge des Klimawandels wird die Gewinnung von Trinkwasser durch diese Technologie für immer mehr Menschen zur überlebenswichtigen Notwendigkeit.