05:00
Ihre zumindest umgangssprachig weitreichende Bekanntheit ist kein Zeichen großer Beliebtheit: Schnepfen. Sie gehören wie Kiebitz und Brachvogel zu den Wiesenvögeln, die früher fast überall in Deutschland heimisch waren. Über Schnepfen ist wenig bekannt. Fest steht: sie haben es zunehmend schwer, weil der Mensch immer mehr Feuchtwiesen trockenlegt und damit den Lebensraum der Vögel zerstört. Am Dümmer See in Niedersachsen aber haben es Naturschützer um den Biologen Heinrich Belting geschafft ein in Deutschland einmaliges Schutzgebiet einzurichten. Hier sind ihre Bestände gewachsen. Der unbestrittene Star auf den nassen Wiesen ist die Uferschnepfe. Sie steht im Mittelpunkt zahlreicher Studien, denn wenn sich die sogenannte Schlüsselart vermehrt, überleben auch viele andere Wiesenvögel. Uferschnepfen sind wahre Ausdauerathleten der Lüfte. Sie legen tausende Kilometer in wenigen Tagen zurück. Mit Feuchtgebieten allein in Deutschland ist den Langstreckenziehern aber nicht geholfen. Die Vögel benötigen intakte, nahrungsreiche Wiesen entlang ihrer Zugrouten, die bis in den Senegal an der Westküste Afrikas führen. Und weil die Vögel so wichtig sind, stehen sie unter besonderer Beobachtung. Sender liefern rund um die Uhr Daten von ihren Aufenthaltsorten. Und um vor Ort zu verstehen, was den Vögeln auf ihren langen Reisen zu schaffen macht, sind die Vogelschützer um Heinrich Belting ihnen hinterher geflogen. Eine abenteuerliche Reise auf den Spuren einer ganz besonderen Vogelart.
05:55
Der Spreewald, nur eine knappe Autostunde von Berlin entfernt, ist ein Naturparadies, durchzogen von unzähligen Kanälen und Fließen. Ein verwunschener Landstrich, der mit einem ganz eigenen Zeitgefühl und alten Bräuchen gestresste Großstädter magisch anzieht. Anfang Januar wird auch im Spreewald die Fastnacht gefeiert. Auffallend im kleinen Örtchen Burg sind die vielen jungen Leute in ihren Trachten. Es ist die Tracht der Wenden und Sorben, jener Slawenvölker, die seit dem sechsten Jahrhundert durch Völkerwanderungen in den Spreewald kamen. Bräuche werden hier akribisch gepflegt - so tragen zum Beispiel die Mädchen und Frauen kunstvoll gesteckte und handbestickte Hauben. Ein Handwerk, das nur noch ganz wenige Spreewälderinnen beherrschen - zu ihnen gehört Christa Dziumbla, die ihr Wissen an die 18-jährige Cindy weitergibt. Und jedes Jahr im Frühjahr kehrt Adebar, wie der Volksmund den Weißstorch nennt, zurück in den Spreewald, um hier zu brüten und seinen Nachwuchs großzuziehen. Vielfältig ist auch die Küche der Region. Junge und innovative Köche interpretieren typische Spreewaldgerichte neu, zum Beispiel Sternekoch Oliver Heilmeyer im feinen Hotel Zur Bleiche. Aber auch der gebürtige Brandenburger Marco Giedow zaubert mit den ökologisch hochwertigen Rohstoffen eine moderne und leichte Küche mit vielen Referenzen an den Spreewald: Bio-Gemüse, selbst gebackenes Brot, kaltgepresstes Leinöl und Fleisch von Tieren, denen es auf den Weiden und Wiesen gut geht. Das, was die Region ausmacht, findet man hier überall: gutes Essen, altes Handwerk und eine verzauberte Landschaft. So nah und doch so fern von der Hauptstadt.
06:45
(1): Rentiersteak aus Schwedisch Lappland (2): Ein Biss'chen Heimat: Johanna, eine Schwedin in England (3): Ran an die Töpfe!
07:20
(1): Tokio: Von der Kunst, allein zu genießen (2): Äthiopien: Im Land der Langstreckenläufer (3): Neuseeland: Paulines Steak mit Honig (4): Avignon: Tanz der Zombies
08:05
(1): Griechenland: Voula Papaioannou fotografiert die Besatzungszeit (2): München: Der erste Hippie (3): Argelès-sur-Mer: Simons katalanischer Tintenfisch (4): Türkei: Spionagehochburg Ankara
08:55
Die öffentliche Enthauptung eines Königs galt lange als unvorstellbar. Und dennoch starb König Charles I. auf dem Schafott - rund 140 Jahre vor der Französischen Revolution 1789. Was führte zu seinem radikalen Ende? Der Dokumentarfilm begibt sich auf die Spurensuche eines Königs, von dem behauptet wird, er habe alles getan, um geköpft zu werden, auch wenn er selbst nie damit gerechnet hätte - ebenso wenig wie die meisten seiner Zeitgenossen. Von seinem Vater hat Charles nicht nur den Thron geerbt, sondern auch die feste, unverrückbare und niemals an der Realität überprüfte Vorstellung, dass er König von Gottes Gnaden sei. Dementsprechend glaubte er, so hoch über seinen Untertanen zu stehen, dass er mit diesen nicht zum Wohle des Staates zusammenarbeiten müsse. Das führte zu Konflikten mit dem englischen Parlament, welches schon damals auf eine lange Tradition zurückblicken konnte, und letztlich zum Bürgerkrieg um die Frage, wer der Herr im Staate sei. Nachdem Charles diesen Krieg nicht für sich gewinnen konnte und aus der Haft heraus versuchte, einen weiteren Bürgerkrieg anzuzetteln, kam es schließlich zu einem Prozess, in dem er von einigen radikalen Mitgliedern des Parlaments angeklagt wurde. Charles erkannte seine Richter nicht an - er hatte die Situation bis zu seinem blutigen Ende falsch eingeschätzt. Der Dokumentarfilm beleuchtet ein bedeutendes Ereignis der europäischen Geschichte im Britannien des 17. Jahrhunderts und legt seinen Fokus auf die dramatischen Ereignisse vor und während des Bürgerkriegs in England und dessen Auswirkungen auf die Monarchien in Europa.
10:25
Maria Tudor war die erste Frau auf Englands Thron und eine Pionierin in der englischen Monarchie. Jedoch festigte sich nach ihrem Tod der Mythos der blutigen Maria Tudor - eine Erfindung von Königin Elisabeth? Denn Maria war durchaus nicht blutrünstig. Sie wollte für das Seelenheil ihrer Untertanen sorgen, sie vor der Gefahr ewiger Verdammnis retten. Marias fünf Jahre währende Regierung sähe man heute als wegweisend im Kampf für Geschlechtergleichheit, hätten nicht tendenziöse Zeitgenossen daran gearbeitet, ihr Andenken nachhaltig zu beschädigen - allen voran ihre ehrgeizige Halbschwester Elisabeth I. Diese ließ während ihrer Regierungszeit Maria gezielt dämonisieren. Je düsterer das Bild der erzkatholischen Maria, desto strahlender sollte ihr eigenes Bild wirken: das der siegreichen "Gloriana", die England ein für alle Mal vom Aberglauben an die rückständische Papstkirche befreit hat. Maria I. wollte eine gottgefällige Königin und gute Ehefrau sein. Diese Ideale ließen sie schmerzvolle strategische Fehlentscheidungen treffen. Etwa, dass sie ihrem Mann, dem spanischen König Philipp II., englische Truppen für seine Kriege auf dem Festland zur Verfügung stellte. Die Dokumentation beleuchtet Marias Werdegang: als kindliche Thronerbin, als degradierte Zofe der eigenen Schwester und schließlich als erste Frau auf Englands Thron. Welche Talente und Sehnsüchte, Eigenheiten und Schicksalsschläge prägten sie? Und welche ihrer zahlreichen Errungenschaften sollte sich später ihre Schwester, Königin Elisabeth I., ans Revers heften?
11:25
Was Europa bewegt
11:55
(1): Libanesische Bulgurbällchen: Kibbeh (2): Ein Biss'chen Heimat: Claudine, eine Libanesin in Toulouse (3): Ran an die Töpfe!
12:25
(1): Mexiko: Guillermo del Toro und die Monster seiner Kindheit (2): Tirol: Das Imster Schemenlaufen (3): Philippinen: Crestitas und Angelicas Okra-Eintopf (4): Brest: Rettet das Gold!
13:10
(1): Frankreich: Kiraz zeichnet den Pariser Chic (2): Sardinien: Auf der Insel der Muschelseide-Spinnerinnen (3): Montenegro: Damirs schwarzes Risotto (4): Japan: Muhammad Ali traut sich was
14:00
Der rebellische Sklave Spartacus wird in einer Gladiatorenschule ausgebildet und verliebt sich dort in die Sklavin Varinia. Als der patrizische Senator Crassus sie kauft, zettelt Spartacus einen Aufstand an, bei dem die Gladiatoren die Freiheit erlangen. Sie beschließen, unter Spartacus' Führung gemeinsam zur Hafenstadt Brundisium aufzubrechen. Auf ihrem Weg dorthin befreien sie zahlreiche andere Sklaven. In Freiheit trifft Spartacus wieder auf Varinia, der es inzwischen gelungen ist, von dem Wagen zu fliehen, der sie zu ihrem neuen Besitzer nach Rom bringen sollte. Die beiden werden ein Paar. Später besiegen die nun freien Gladiatoren ein von Crassus' Günstling Glabrus kommandiertes Heer. Danach ziehen sie in die Hafenstadt Brundisium zurück, um von dort mit Hilfe einer Piratenflotte in ihre Heimatländer zu gelangen. Der römische Senat beschließt jedoch, den Aufstand niederzuschlagen, womit sich Crassus als Retter Roms profilieren will. Er wird gegen die Warnungen des Senators Gracchus zum obersten Befehlshaber und ersten Konsul ernannt. Diesmal werden die Sklaven von der römischen Übermacht vernichtend geschlagen. Die Überlebenden werden gekreuzigt, da sie ihren Anführer nicht verraten. Crassus versucht unterdessen erfolglos, Varinia zu erobern, die mit Hilfe von Gracchus fliehen kann.
17:15
Jedes Frühjahr beginnt sie aufs Neue - die Spargelzeit, und mit ihr die Leidenschaft für das königliche Gemüse. In Deutschland gibt es zahlreiche Anbaugebiete für Spargel, darunter auch die Altmark. Hier bewirtschaftet Axel Tinneberg seinen Hof und widmet sich mit Hingabe der anspruchsvollen Spargelkultur. Von der mühsamen Pflanzung über die Ernte bis hin zur Verarbeitung. Doch was unterscheidet weißen von grünem Spargel? Warum gilt Deutschland als Spargelnation Nummer eins? Und warum verbannte die Katholische Kirche zeitweise das Gemüse aus den Speisesälen zahlreicher Klöster? Deutsch-Französin Lucie präsentiert zwei Spargelklassiker in neuem Gewand: eine cremige Sauce Hollandaise und eine originelle Spargelstulle - Genuss pur für Spargelliebhaberinnen und -liebhaber.
17:50
Die Karpaten sind das Herz der europäischen Wildnis. Die Gebirgskette erstreckt sich über mehrere Länder und ist Heimat für zwei Drittel der in Europa lebenden Bären, Luchse und Wölfe. Bären benötigen riesige Reviere, denn auf der Suche nach Unterschlupf, Nahrung und einem Partner legen sie weite Strecken zurück. In Rumänien ermöglicht ihnen eine uralte Passage die Wanderung zwischen den Nord- und Südkarpaten, um sich zu paaren und den Fortbestand der Art zu sichern: der Korridor von Zarand. Doch in dem sich wirtschaftlich entwickelnden Gebiet haben sich die Aktivitäten des Menschen verstärkt, was den Korridor bedroht und zu Konflikten mit den Menschen geführt hat. Die Mitglieder einer Umwelt-NGO und eines Vereins schützen die Wildtiere, die auf den Korridor angewiesen sind, und sichern gleichzeitig den Verbleib der einheimischen Bevölkerung und die Erhaltung ihrer Traditionen.
18:35
Am Fuße des Himalayas, zwischen Indien und Nepal, liegt das Terai - eine Region mit einer der größten Tigerpopulationen der Welt. Im 2001 vom WWF eingerichteten Khata-Korridor bewegen sich die Raubkatzen frei zwischen zwei großen Nationalparks. Vor 20 Jahren existierte zwischen diesen beiden Schutzgebieten kaum noch intakte Natur: ein durch Abholzung verwüstetes Land, eine durch Wilderei stark dezimierte Tierwelt und eine Dorfbevölkerung, die nur ein karges Auskommen hatte und nach und nach abwanderte. Dank umfangreicher Aufforstungsmaßnahmen ist es gelungen, diese Naturräume zu regenerieren und wieder zwei unterschiedliche Tigerpopulationen anzusiedeln. Die neuen Ressourcen zogen pflanzenfressende Arten an, die wiederum die Tiger anlockten, sodass sich die Bestände vermischen und genetisch erneuern konnten. Der Artenreichtum lockte weitere Tiere an, setzte zusätzliche Ressourcen frei und ermutigte die Menschen, ihre Bemühungen fortzusetzen. 20 Jahre systematischer Wiederaufforstung haben ein sterbendes Land in eine fruchtbare Landschaft verwandelt. Doch jüngste Zwischenfälle zwischen Tigern und der Dorfbevölkerung werfen die Frage auf, wie dieser Erfolg nachhaltig gesichert und ein stabiles natürliches Gleichgewicht bewahrt werden kann.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Was bedeutet es innerhalb weniger Minuten alles zu verlieren? Wie gehen Menschen damit um? Wie kann man den Verlust überwinden? Wie umgehen mit einer Familiengeschichte, die ohne materielle Erinnerungsstücke auskommen muss? Das Hotel von Esther Bellwald ist zerstört. Biolandwirt Dani Ritler ist ebenfalls schwer vom Bergsturz von Blatten betroffen. Doch Aufgeben ist keine Option. Dani Ritler und seine Frau Karin wollen im Nachbarort Ferden einen Neuanfang wagen. Ihr Ziel ist es, ein neues Hotel zu eröffnen - einen Ort, der Hoffnung und Zusammenhalt symbolisiert. Doch zwischen Bauplänen, Bürokratie und der Frage nach der Finanzierung wird der Traum zur Zerreißprobe. Auch Esther Bellwald und ihr Mann Laurent Hubert wollen im Lötschental bleiben. In Blatten führten sie mit dem "Nest und Bietschhorn" das älteste Hotel im Tal in vierter Generation. Nun soll auf der Lauchernalp ein temporäres Hotel entstehen - eine provisorische Heimat für Gäste und ein Neuanfang für das Team. Der Weg dorthin ist geprägt von Unsicherheit, aber auch von erstaunlicher Willenskraft und Gemeinschaftssinn. Die Reportage begleitet die beiden Geschichten über Monate hinweg und zeigt, was es heißt, in den Bergen nicht nur Häuser wieder aufzubauen, sondern auch Hoffnung.
20:15
Estland ist der kleinste der drei baltischen Staaten. Rund die Hälfte des Landes ist bewaldet. Nahe der russischen Grenze liegt Alutaguse, das größte zusammenhängende Waldgebiet im Baltikum. Der dortige Nationalpark ist Lebensraum für Elche, Wölfe, Bären sowie zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten. Die Dokumentation begleitet den Flughörnchen-Forscher Uudo Timm in die Taiga und trifft Triin Asi und Bert Rähni, die in ihrem "Bärenwald" arbeiten. Im Soomaa-Nationalpark fertigt Aivar Ruukel als einer der letzten Einbaum-Bootsbauer Kanus aus einem einzigen Espenstamm. Dieses Handwerk wird hier seit Jahrhunderten gepflegt - ein estnisches Kulturgut, das seit 2021 auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes steht. Etwa eine Fährstunde von der Küste entfernt liegt die Insel Kihnu. In vier Dörfern leben um die 700 Menschen, doch die Insel lockt jährlich etwa zwölfmal so viele Touristen an. Die meisten wollen eine einzigartige Kultur erleben, die oft als Europas letzte matriarchalische Gesellschaft bezeichnet wird. "Die Frauen auf Kihnu haben eine sehr wichtige Rolle: Sie sind die Bewahrerinnen der kulturellen Traditionen", sagt die Lehrerin und Bäuerin Külli Laos. In Lettland liegt das Naturreservat Pape. Dort wechseln sich Feuchtwiesen mit Waldflächen, Küstenlagunen, Mooren, Sandstränden und Wanderdünen ab. Jedes Jahr ziehen Millionen von Zugvögeln durch diese Landschaft. Auch viele Wölfe, Luchse, Otter, Biber und Elche suchen die Ruhe dieser Gegend. Das ist nicht selbstverständlich: Der Zerfall der Sowjetunion löste einen Rückgang der Landwirtschaft aus und die Fläche drohte, überwuchert zu werden.
20:55
"Die Kurische Nehrung" - das antworten viele Litauer auf die Frage, was man in ihrer Heimat unbedingt sehen muss. Die schmale Halbinsel im Westen des Landes beherbergt die höchsten Dünen Nordeuropas. Mehr als eine Million Reisende zieht es jedes Jahr in die "Sahara der Ostsee". Doch die Nehrung ist bedroht. Dünen-Ranger wachen während der Hochsaison über die einzigartige Landschaft im Nationalpark. Das Fischerdorf Nida ist der bekannteste Ort des litauischen Teils der Nehrung. Alvidas, Laimis und Robertas Kazlauskas gehören zu den letzten Fischern im Haff und pflegen das alte Handwerk in dritter Generation. Auf der Kurischen Nehrung verläuft eine der wichtigsten Vogelzugrouten im gesamten Ostseeraum. Nahe des Kap Vente befindet sich seit 1929 eine Vogelwarte, die älteste ihrer Art in ganz Europa. Dort beringen Ornithologen Vögel, um mehr über deren Zugverhalten herauszufinden. Das Baltikum ist reich an unberührter Natur. Mitten im lettischen Naturpark Daugavas Loki haben sich die Auswanderer Alessa Beck und Sebastian Boldt ihren Lebenstraum als Selbstversorger erfüllt. Zahlreiche Burgen und Gutshäuser prägen die Landschaft im Baltikum. Gintaras Karosas engagiert sich für den Erhalt des kulturellen Erbes. Beim Herrenhaus Liubavas in Litauen sind die Restaurierungsarbeiten in vollem Gange.
21:45
Ein Wagen kommt von der Straße ab und geht in Flammen auf. Tom, der Fahrer des Wagens, kann zwar sich selbst, aber nicht seine Frau retten. Zumindest berichtet er dies den Polizisten, die kurz darauf am Unfallort eintreffen. Die Kollegen sind erschüttert und spenden ihm Trost wegen des Verlusts seiner Ehefrau. Schließlich ist Tom ein anständiger Mann und ein Polizeikollege von der anderen Seite der nahe gelegenen Grenze zu Belgien. Besonders der Polizeichef der französischen Gemeinde, Roger Rabet, fühlt mit ihm, da er selbst seine Frau durch einem Autounfall verloren hat. Rabet kann es kaum fassen, als sein Kollege Philippe, der die Verunglückte kannte, den Verdacht äußert, es könnte sich um einen inszenierten Unfall handeln. Philippe sucht nach jemandem, der seine Einschätzung teilt. Aber vergebens: Er selbst und die Hinweise, die er findet, werden von niemandem ernst genommen. Dabei ist es offensichtlich, dass Tom etwas verheimlicht. Philippe geht der Sache nach und macht eine erschütternde Entdeckung ...
22:30
Tom und Linda machen eine schwierige Zeit durch. Da wäre zunächst die Nachricht, dass sie niemals Kinder bekommen werden. Auch Lindas Sonnenstudio steht vor dem Ruin. Wenn ihr Geschäft nicht bald besser läuft, müssen sie ihren Besitz verpfänden. Lindas zwielichtiger Cousin Serge, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun bei ihr einen Job will, ist jedenfalls keine große Hilfe. Die letzte Hoffnung sind Toms Schwester Corinne und ihre Kirchengemeinde. Die Chancen auf Unterstützung stehen schlecht, Linda ist dort nicht gerade beliebt, da sie nicht gläubig ist, dafür aber umso mehr trinkt und sich peinlich danebenbenimmt. Gegen alle Erwartungen ist die Kirchengemeinde vom Sonnenstudio begeistert, für sie eine Art Urlaub am Strand und das sogar gleich um die Ecke. Doch war es die richtige Entscheidung, sich bei den einfachen Leuten der Kirche zu verschulden? Was tun, wenn die Bank das Sonnenstudio per Gerichtsbeschluss leerräumen lässt, bevor das Geschäft wieder richtig Fahrt aufnehmen kann? Als Linda zufällig mit der Pyromanin Carole zusammentrifft, ergeben sich neue Möglichkeiten. Nur wissen beide noch nichts von ihrem Glück - oder Pech.
23:20
Tom ist gar nicht begeistert, als seine Frau Linda ihm beichtet, dass eine Leiche in ihrem Keller liegt und sie sogar für diesen Todesfall verantwortlich ist. Er will die Polizei anrufen, sein Kollege Joseph werde schon dafür sorgen, dass das Geschehene als Unfall anerkannt wird. Linda hat einen anderen Plan: Mit 400.000 Euro ist ihr Leben im Falle eines Unfalltods versichert, das Geld würde alle ihre finanziellen Probleme lösen. Auch wenn Tom sich nur schwer überreden lässt, sich nicht wie ein anständiger Mensch zu verhalten, planen sie den Versicherungsbetrug. Ihr Wagen soll von der Straße abkommen und verbrennen, allerdings mit der Leiche statt Linda auf dem Beifahrersitz ... Als Lindas Cousin Serge vorbeischleicht, um erneut nach einem Job zu fragen, stolpert er über die Tote in ihrem Haus. Bereits erfahren in kriminellen Machenschaften, besteht er darauf, bei dem Versicherungsbetrug mitzumachen, und kümmert sich zunächst um die Spurenbeseitigung. Doch dabei erregt er gefährlich viel Aufmerksamkeit ...