17:50
Das weltweite Artensterben gilt als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Geht es um den Schutz von Tieren und Pflanzen, kann jede und jeder einen Teil beitragen - das hilft nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch den Menschen. Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Crystal River in Florida, USA, haben für die Rettung des verdreckten Meeresgebiets, das ihre Stadt umgibt, gekämpft. Sie ließen Algen absaugen und pflanzten Seegras per Hand - mit Erfolg! Inzwischen gibt es in Crystal River wieder kristallklares Wasser und Seegras. Und sogar die Seekühe, die Manatis, sind zurückgekehrt. In Bayern zeichnet die Plakette "Vogelfreundlicher Garten" naturnahe private Gärten aus. Das Ziel der Initiatoren: Sie wollen möglichst viele Gartenbesitzer für das Thema Artenvielfalt sensibilisieren. Denn jeder kann durch die Umgestaltung des eigenen Gartens etwas beitragen. Bisher wurden bereits über 5.000 Plaketten vergeben. Selbst im heimischen Gemüsegarten muss man kein Gift verwenden. Wenn Insekten willkommen sind, dann sorgen sie gegenseitig dafür, dass keine Art überhandnimmt - und die Menschen können trotzdem Gemüse ernten. In der Normandie kauft ein Unternehmer ein Stück Land mit Weiden und Forst und überlässt es möglichst der Natur. Das Ergebnis: Schon bald kehren sogar seltene Arten zurück. Und in Ecuador verliebte sich einst ein Pater aus Italien in die Nebelwälder Ecuadors. Mit Hilfe von Spendengeldern kaufte er immer mehr Land auf, um diesen besonderen Lebensraum zu erhalten. Über die Jahre hat er ein über 1.000 Hektar großes Schutzgebiet für die Nebelwälder und seine Bewohner geschaffen. Alle diese Geschichten zeigen: Auch das Engagement Einzelner lohnt sich.
18:35
Die Stürme nehmen zu, die Insel ist den Elementen ausgeliefert. Die Bewohnerinnen und Bewohner reagieren, indem sie sich vom konsumorientierten Lebensstil abwenden und aufs Wesentliche besinnen. Die Dokumentation taucht ein in das einfache, naturnahe Leben auf der Insel Sein. Vor der Küste des Départements Finistère widersetzt sich eine von unbeugsamen Galliern bevölkerte Insel den Auswüchsen des modernen Lebens. Im Zweiten Weltkrieg engagierten sich ihre Bewohner besonders stark in der Résistance. Heute kämpfen sie an vorderster Front gegen den Klimawandel. "Wer Sein sieht, sieht sein Ende." Der alte Seefahrerspruch beschwört die Gefahren der Iroise-See, die karge Île-de-Sein, die im Meer verschollenen Seeleute ... Heute ist die bretonische Insel jedoch ein einzigartiger Lebensraum für Menschen, die der modernen Welt den Rücken kehren. Der Film erzählt von Wolken, Wind, Wasser - und von den Inselbewohnerinnen und -bewohnern, die es jeden Tag mit den Elementen aufnehmen. Belohnt werden sie dafür mit einem Leben direkt am Puls der Natur, fernab vom Gedränge und Lärm der Stadt. Wer die Überfahrt bei stürmischem Wetter wagt, fragt sich, was diese Menschen dazu bewegt hat, hier ihren Anker auszuwerfen. In letzter Zeit nehmen Stürme und Überflutungen zu, die Insel droht zu versinken. Während die Menschen in Städten erst langsam anfangen, den Klimawandel wahrzunehmen, ist er auf Sein längst Realität geworden.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
Die beiden 19-jährigen Rekruten David Bratland und Jesper Bruseth leisten hier in Kirkenes beim "Jegerbataljonen GSV" ihren Grundwehrdienst. Die Ausbildung der Grenzjäger, rund 400 Kilometer nördlich vom Polarkreis, ist hart. Im Winter sind hier Temperaturen von minus 30 Grad Celsius keine Seltenheit. Zudem gibt es nur wenige Stunden Tageslicht. Beim Orientierungslauf auf Skiern trainieren die Rekruten und Rekrutinnen nicht nur körperliche Fitness, sondern auch selbstverantwortliches Handeln. Ihre Aufgabe: Die knapp 200 Kilometer lange Grenze zu Russland zu überwachen und - im Kriegsfall - zu verteidigen. Neuerdings werden die Soldaten auch an schweren Waffen zur Flug- und Panzerabwehr ausgebildet. Während David und Jesper auf Skiern die verschneiten Weiten der norwegischen Tundra durchqueren, sieht sich der russischstämmige Kurator des Barents Spektakel, Jewgenij Goman, wenige Kilometer entfernt am zugefrorenen Förstevatne-See mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Das zentrale Element der Eröffnungsshow des Kunstfestivals - ein riesiger Flugdrache - will einfach nicht abheben. Während das exil-russische Künstlerkollektiv gemeinsam mit dem örtlichen Blasorchester fieberhaft basteln und die Performance proben, platzt die Nachricht vom Tod Alexej Nawalnys in die Vorbereitungen. Die Eröffnung einer Ausstellung über in Russland inhaftierte Regime-Gegner gerät zum spontanen Trauermarsch vor das russische Konsulat. Auch wenn es zunächst scheint, als könne keine rechte Festivalstimmung mehr aufkommen, wird die Eröffnungsshow am darauffolgenden Abend dann doch zum großen Spektakel, gegen die Hoffnungslosigkeit.
20:15
Matt King ist Anwalt und Treuhänder eines riesigen Familienlandguts auf Hawaii. Als man ihm im Krankenhaus mitteilt, dass seine im Koma liegende Frau Liz vermutlich nie mehr aufwachen wird, muss der vielbeschäftigte Matt seine beiden Töchter darauf vorbereiten, von ihrer Mutter Abschied zu nehmen. Amerikanische Dramedy von Alexander Payne mit George Clooney (2011). Matt King und seine Frau Liz leben auf Hawaii. Neben seinen Aufgaben als Rechtsanwalt und Treuhänder des Familienlandguts hat Matt nur wenig Zeit, für seine Töchter Scotti und Alex als Vater präsent zu sein. Von seiner Rolle als Ehemann für die waghalsige Liz ganz zu schweigen. Als diese nach einem Motorbootunfall im Koma liegt, muss der vielbeschäftigte Anwalt notgedrungen Vaterpflichten übernehmen. Gleichzeitig steckt er mitten in Verhandlungen über den geerbten Familienbesitz auf der Insel Kauai: Nach mehr als 150 Jahren wollen die Kings das geschützte Land für eine stattliche Summe verkaufen. In dieser neuen Routine wird Matt mit einer erschütternden Nachricht konfrontiert: Seine Frau wird vermutlich nie wieder aus dem Koma erwachen. Ihm bleiben nur wenige Tage, um das dem Familien- und Freundeskreis rechtzeitig mitzuteilen und damit allen einen persönlichen Abschied zu ermöglichen, bevor die lebenserhaltenden Maßnahmen wie von Liz vorgesehen eingestellt werden. Matt holt zuerst die 17-jährige Alex aus dem Internat, um ihr den bevorstehenden Tod ihrer Mutter mitzuteilen. Von der wütenden Teenagerin erfährt Matt den nächsten Schlag: Seit Monaten betrog ihn Liz mit einem Mann namens Brian Speer. Und wie sich herausstellt geht es bei diesem Speer um den Immobilienmakler, der am Kauai-Verkauf sehr viel Geld verdient. Trotz seines Schmerzes und Alex' störrischer Haltung macht sich Matt mit seinen beiden Töchtern auf die Suche nach Speer, um auch ihm den letzten Gruß an Liz' Sterbebett zu gewähren.
22:05
"All die Schönheit und das Blutvergießen" ("All the Beauty and the Bloodshed") ist ein persönlicher und zugleich politisch aufrüttelnder Dokumentarfilm der Oscar-prämierten Regisseurin Laura Poitras. Im Zentrum steht die Fotografin Nan Goldin, deren Werk und Leben untrennbar mit den Themen Intimität, Schmerz, Widerstand und Erinnerung verbunden sind. Der Film zeichnet ein vielschichtiges Portrait der Künstlerin, die sich nie gescheut hat, gesellschaftliche Tabus zu brechen - sei es durch ihre radikal ehrlichen Fotografien oder durch ihren öffentlichen Protest gegen die mächtige Sackler-Familie, die durch das Schmerzmittel OxyContin mitverantwortlich für die verheerende Opioid-Krise in den USA ist. Nan Goldin war selbst nach einem Unfall von dem Schmerzmittel abhängig geworden. Laura Poitras verwebt Nan Goldins künstlerische Laufbahn mit ihrem politischen Engagement: Archivmaterial, Interviews und ihre ikonischen Fotografien verschmelzen zu einer eindrucksvollen filmischen Geschichte. Begleitet werden dabei die widerständigen Aktionen der Aktivistengruppe P.A.I.N. (Prescription Addiction Intervention Now), mit der Goldin Museen weltweit dazu brachte, sich von den Sacklers zu distanzieren. Diese hatten sich als Kunstmäzene einen Namen gemacht. Der Film ist Chronik des Widerstandes und gleichzeitig eine Reflexion über Macht und die Kraft der Kunst, gesellschaftliche Veränderung anzustoßen. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig, ist "All die Schönheit und das Blutvergießen" ("All the Beauty and the Bloodshed") ein bewegendes Zeugnis für den Mut, sich zu exponieren - künstlerisch wie politisch. Ein Film, der unter die Haut geht.