19:40
Vor anderthalb Jahren kannte Sofie Klippenspringen nur aus Videos in den sozialen Netzwerken. Inzwischen springt sie selbst aus Höhen bis zu zwanzig Metern. "Man ist völlig im Tunnel, weil natürlich auch ein Risiko mitspielt", beschreibt Sofie das Gefühl kurz vor dem Sprung. Ihr Freund Jonas weiß aus eigener Erfahrung, welche Folgen die riskanten Sprünge haben können. Er kämpft nach einer schweren Schulterverletzung bis heute mit einer mentalen Blockade. In diesem Sommer will Sofie zum ersten Mal bei einem internationalen Event springen und dabei auch bekannte Gesichter der Szene treffen, die sie bislang vor allem aus dem Netz kennt. Mit dabei ist auch Florian. Er ist Weltrekordhalter im sogenannten Death Diving, einer extremen Form des Klippenspringens. Seit seinem Rekordsprung aus rund 48 Metern ist er einer der Stars der Springer-Szene. Noch arbeitet er als Dachdecker, doch er träumt davon, durch Sponsoren zukünftig vom Sport leben zu können. Diesen Anspruch hatte Lionel, genannt Loulou, aus Südfrankreich nie. Mit 56 Jahren springt er noch regelmäßig von den Kalkfelsen seiner Heimat Cassis und gibt seine Erfahrung an Jugendliche weiter. Er warnt davor, sich von spektakulär inszenierten Clips in den sozialen Netzwerken zu Leichtsinn verleiten zu lassen, denn ohne Training und Sicherheitsmaßnahmen können die Sprünge lebensgefährlich sein. Für Loulou ist Angst ein wichtiger Begleiter - und doch will auch er mehr: Seit Monaten bereitet er sich auf einen Kopfsprung aus 42 Metern vor, mit dem er seinen Rekord in dieser Disziplin übertreffen will.
20:15
Nicholas Van Orton stammt aus einer vornehmen Familie, kontrolliert als Investmentbanker Millionensummen und lebt in San Francisco. Sein Leben scheint perfekt, wäre da nicht die Einsamkeit. Seine Frau hat ihn verlassen, und mit seinem labilen Bruder Conrad verbindet ihn wenig. Dennoch kreuzt Conrad an seinem 48. Geburtstag auf und schenkt ihm einen Teilnahmegutschein für ein neuartiges Erlebnisspiel. Noch bevor Nicholas recht weiß, ob er überhaupt teilnehmen will, ist er bereits in ein Spiel verstrickt, dessen Regeln er nicht kennt. Erst sind es nur Kleinigkeiten, die den Finanzmann irritieren: ein ausgelaufener Füllhalter, eine Aktentasche, die sich partout nicht öffnen lässt, eine Panne in einem Restaurant. Allmählich aber steigert sich die Intensität der Zwischenfälle. Nicholas wird erpresst, findet sein Haus in chaotischem Zustand vor und wird schließlich unter Drogen gesetzt und nach Mexiko verschleppt. Aus dem Geschäftsmann ist ein Verfolgter geworden, der niemandem mehr trauen kann und um sein Leben kämpfen muss. David Fincher stellt mit "The Game" wieder unter Beweis, dass er zu den eigenwilligeren Regisseuren Hollywoods gehört. Der technisch brillante, von dem Autorenteam Brancato und Ferris ("The Net") mit viel Dialogwitz ausgestattete Thriller zeigt Michael Douglas in der Rolle, die er am besten beherrscht: als autoritären Charakter, dessen Zusammenbruch den Blick auf die Defizite der amerikanischen Gesellschaft freigibt.
22:20
Es klingt nach einer urbanen Legende: Auf den Schulhöfen erzählt man sich von einer alptraumhaften Videoaufnahme, die alle nach sieben Tagen tötet, die sie gesehen haben. Tatsächlich sterben mehrere Schüler unter mysteriösen Umständen genau eine Woche, nachdem sie den Film angeschaut haben. Von der unheimlichen Geschichte fasziniert, besorgt sich die Reporterin Reiko das Video. Und die Legende scheint zu stimmen: Auch für sie läuft die Lebenszeit bald ab. Will sie überleben, muss sie den Fluch brechen. Offenbar steht eine ungesühnte Gewalttat mit den Todesfällen in Verbindung. Kann es sein, dass ein ruheloser böser Geist sein Unwesen treibt? Die Zeit drängt. Schrecklicher wird die Situation für Reiko noch, als sie erkennt, dass auch ihr kleiner Sohn das Video zu sehen bekommen hat. Regisseur Hideo Nakata gilt mit seinen Filmen als entscheidender Vertreter des Genres J-Horror. Auf seinen national wie international höchst erfolgreichen und aufsehenerregenden Spielfilm "Ring - Das Original" ("Ringu"), der auf einer populären Buchvorlage basiert, folgten mehrere Fortsetzungen, Remakes und Parodien; das Geistermädchen Sadako Yamamura wurde zum bleibenden Element der östlichen und westlichen Popkultur. Hideo Nakatas legendärer Gruselfilm kommt ohne allzu schrille Schockeffekte aus, seine unheimliche Atmosphäre wird wirkungsvoll durch Töne, Farbgestaltung und Kamerabewegungen erzeugt. Und das Rätselraten um die tatsächlichen Hintergründe und Umstände der furchterregenden Handlungselemente hält bis zum Schluss die Spannung hoch.
23:50
(1) Ball Face (2) Sauce Playground (3) Geier (4) Short Cuts (5) Zoom - Ruhe, wir schließen!