21:50
50 Jahre Filmkarriere in weniger als einer Stunde widerzuspiegeln, ist eine große Herausforderung. Kirk Douglas (1916-2020) spielte in mehr als 90 Filmen mit und war einer der letzten Stars des Goldenen Zeitalters von Hollywood. Er gehörte zu den wandlungsfähigsten Darstellern im Filmgeschäft: vom raubeinigen Westernheld über zerbrechliche Figuren bis hin zum unermüdlichen Kämpfer. Und doch war ihm eine Karriere als Schauspieler nicht unbedingt vorherbestimmt: Als Sohn jüdischer Emigranten wuchs Douglas in einem New Yorker Armenviertel auf und wurde schon im jungen Alter mit Antisemitismus konfrontiert. Doch mit seinem außergewöhnlichen Talent, viel Ehrgeiz und etwas Glück konnte der Junge aus bettelarmen Verhältnissen zur Filmlegende aufsteigen. Tatsächlich war es die nicht minder bekannte Lauren Bacall, eine ehemalige Studienfreundin, die ihm zu seiner ersten Filmrolle verhalf. Ihre Freundschaft hielt nicht zuletzt, weil die bereits etablierte Schauspielerin den damaligen Broadway-Darsteller Kirk Douglas dem Produzenten Hal Wallis empfahl. So ließ Douglas die Theaterbretter hinter sich und ging nach Hollywood, um seinen ersten Film "Die seltsame Liebe der Martha Ivers" zu drehen. Der große Durchbruch gelang Kirk mit der Rolle des rücksichtslosen Boxers in "Zwischen Frauen und Seilen". In den folgenden Jahren arbeitete das Ausnahmetalent mit großen Regisseuren wie Billy Wilder, Howard Hawks, Otto Preminger und Elia Kazan. Die Dokumentation begibt sich auf die Reise zu den wichtigsten Stationen der langen Karriere von Kirk Douglas. Dabei streift sie die großen Meilensteine der Geschichte Hollywoods.
22:45
"Der einzig wahre Tarzan" ist die erste Dokumentation über den Ausnahmesportler Johnny Weissmuller, der Opfer seines eigenen, vom amerikanischen Showbetrieb geschaffenen Images wurde. Es ist die Geschichte vom Preis des Ruhms, die Menschen in aller Welt fasziniert. Die Dokumentation gibt einen intimen Einblick in Weissmullers frühe Lebensphase, die Höhepunkte seiner Popularität sowie seinen späteren Abstieg. Hollywoods erstes männliches Sexsymbol war fünf Mal verheiratet und verlor den Kontakt zu seinen Kindern, sein gesamtes Vermögen und seinen guten Ruf in zahlreichen Gerichtsprozessen. Seine Leistungen als Schauspieler waren häufig Gegenstand herber Kritik. Dennoch erhielt der frühere Page eines Luxushotels den American Patriot Award und wurde von der Königin von England ausgezeichnet. Amerikanische Soldaten baten ihn, seinen berühmten Schrei auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges auszustoßen. Er wurde zu einer Legende, die Kindheit und Jugend von Millionen Menschen weltweit prägte. Seltene und nie zuvor veröffentlichte Fotografien und bislang unbekanntes Archivmaterial illustrieren seine Sportkarriere, seine olympischen Triumphe, seine gescheiterten Ehen, seine Hollywooderfolge als Tarzan und anschließend seine Karriere als "Jungle Jim". Ausgehend von persönlichen An- und Einsichten von Johnny Weissmuller Jr. zu Karriere und Leben seines Vaters, zeigt die Dokumentation Interviews mit Zeitzeugen der großen Hollywooderfolge, aber auch des Abstiegs in Acapulco, Mexiko. Zu Wort kommen auch Weissmullers Ex-Ehefrauen und Hollywoodstars wie John Wayne und Errol Flynn. Es ist keine weitere glamouröse Abhandlung über Johnny Weissmullers Schwimm- und Filmkarriere und auch keine skandalträchtige Paparazzi-Geschichte. Vielmehr ist die Dokumentation ein einfühlsames und dennoch unsentimentales Porträt des Mannes, der zum einzig wahren Tarzan für Filmbegeisterte auf der ganzen Welt wurde.
23:40
Ihre Erscheinung ist ehrfurchtgebietend, ihr Klang verleiht ihr majestätischen Glanz: Die Orgel gilt als Königin der Instrumente - optisch wie akustisch. Doch seit einiger Zeit bleiben die oft beeindruckenden Kirchenräume leer. Was auch bedeutet: Die Orgeln werden nicht mehr gehört. Zugleich kennt die Zunft der Organisten und Organistinnen keine Nachwuchsprobleme, besonders der Anteil junger Musikerinnen ist groß. Anders als das Publikum, das die Kirchen eher aufsucht, um einem Gottesdienst beizuwohnen, ist die Beziehung des Musikers zur jeweiligen Orgel durch die spezifischen akustischen, architektonischen, historischen und spirituellen Bedingungen am Standort des Instruments geprägt. Findet sich in dieser Beziehung von Musiker, Orgel und dem Raum der Kirche der "Spirit" des Instruments - und damit womöglich der Schlüssel zu einem Image jenseits des Kircheninstruments? Durchsetzt mit spektakulären Bildern aus mächtigen Kathedralen des Kontinents geht die Dokumentation dieser Frage nach. Dabei begegnen wir verschiedensten Musikern und Orgelbauern an "ihren" Orgeln - jungen Wilden, Koryphäen, Aussteigern und Individualisten - von Zuzana Ferjencíková über Olivier Latry zu Cameron Carpenter. Was empfinden die Organistinnen und Organisten, sobald sie am Instrument sitzen, die Register ziehen und die Tasten drücken? Welche Rolle spielt der Wind für Klang und Wirkung des Instruments, warum ist Perfektion gleichermaßen Freund und Feind von Orgelbau und Orgelklang? Die Aussagen der Musiker und Musikerinnen verdichten sich zu einem Stimmungsbild, das von der Faszination und dem "Spirit" der Orgel kündet.