05:00
New York, Warschau, Barcelona: Die Dokumentation ist eine Reise zu drei Orten, die die Karriere Jakub Józef Orli?skis entscheidend prägten. "Ich will das Leben und die Welt" treffen - das ist die Maxime des polnischen Stars, der seine Karriere in der Straßengang einer Breakdance-Kompanie begann und heute mit seiner Engelsstimme, seiner Präsenz in den sozialen Medien, als Model und auch als Tänzer immer wieder für Überraschungsmomente sorgt. Back to the roots: Seinen Spagat zwischen Opern- und Breakdance-Bühne begann Orli?ski in einem Chor in Warschau sowie als Graffiti- und Straßenkünstler. Der Weg war schwer. ARTE begegnet Orli?ski in seiner Heimatstadt ganz privat. Dass "Opern-Counter" nicht alles für ihn bedeutet, demonstriert Orli?ski mit dem romantischen Farbenspektrum von Karol-Szymanowski-Liedern und Jazzimprovisationen. In die Herzen des Publikums hat sich der Opern- und Konzertsänger mit seinem Debüt in der New Yorker Carnegie-Hall gesungen. Er besuchte die Juilliard-School und eroberte die MET. In "The Big Apple" gibt Orli?ski break-tänzerische Kostproben und spricht mit dem Komponisten, Dirigenten und Pianisten Matthew Aucoin über seine Erfolgsoper "Eurydice". Auch das katalanische Publikum liebt den sympathischen polnischen Sänger: Im Palau de la Música in Barcelona, einer Basis von Orli?skis Konzertaktivitäten, begeisterte er mit seinem Ensemble Il Pomo d'Oro mit barocken Kostbarkeiten.
06:05
Seit einigen Jahren erlebt Shanghai einen Ansturm von Neuankömmlingen, die ihr Glück in der größten Hafenstadt der Welt suchen. Der niederländische Fotograf Ruben Terlou will wissen, was nötig ist, um in hier Erfolg zu haben. Er trifft sich mit einigen der zugewanderten Neulinge und den Träumern, die in der Millionenstadt Fuß fassen wollen. Laut Chinas Präsident Xi Jinping erfordert eine erfolgreiche Nation ebenso erfolgreiche Individuen, weshalb sich im Leben alles dem sogenannten Chinese Dream unterordnen soll. Um die moderne Skyline der Stadt in Bildern einzufangen, ist Ruben mit einem Kranführer verabredet, der die Entwicklung Shanghais zur Metropole miterlebt und diese Entwicklung fotografisch - von seiner Aussicht im Kran - dokumentiert hat. Miss Ting zählt zu den privilegierteren Bewohnerinnen Shanghais. Ihr Vater hat es in 20 Jahren geschafft, ein Imperium aufzubauen. Während ihrer Kindheit war sie genauso arm wie alle anderen, heute fährt sie Ferrari und findet das bescheiden. Beim Besuch eines Schönheitschirurgen erfährt Ruben von einer jungen Patientin, dass hohe Wangenknochen zu Unglück führen, weshalb sich viele junge Frauen, in der Hoffnung ihr Schicksal zu ändern, operieren lassen. Auf seinem weiteren Weg durch die Stadt begegnet Ruben außerdem dem jungen Xia Sun, der erst vor kurzer Zeit vom Land in die Metropole gekommen ist. Eigentlich wollte er Schriftsteller werden, nun verdient er als Aushilfskraft in einer Werkstatt mühsam seinen Lebensunterhalt. Jetzt muss er seine Träume vom Schreiben der mühevollen Jagd nach dem Geld unterordnen.
06:35
Dank der unmittelbaren Nähe der Universidad Regional Amazónica Ikiam zum Amazonas-Regenwald haben Forschende und Studierende sehr kurze Wege zwischen Forschungsterrain und Labor - ein unschätzbarer Vorteil. Aufgrund zahlreicher Stipendien stellen Angehörige indigener Völker die Mehrheit der Studierenden dar. Yanet Villasana beispielsweise arbeitet im Labor an der Züchtung ölfressender Mikroorganismen, um eine nachhaltige und natürliche Lösung zur Sanierung von Ökosystemen zu entwickeln. Sie nimmt ihre Studiengruppe mit in einen Steinbruch, wo sie Gesteinsproben sammeln. Für Diana, eine Studentin aus dem Volk der Kichwa, war es der größte Traum, an die Ikiam zu gehen. Jetzt studiert sie im zweiten Jahr Biotechnologie und besucht jede Woche ihre an verschiedenen Orten im Regenwald lebenden Angehörigen, um ihnen zu erklären, woran sie gerade forscht. Der mexikanische Chemiker Miguel Herrera entwickelt eine von der Natur abgeschaute Membran, mit der toxische Nanopartikel aus dem Wasser gefiltert werden können. Dank des Standorts der Universität im Herzen des Regenwalds können Yanet Villasana, Miguel Herrera und die anderen Forschenden der Ikiam Tag für Tag ihr Wissen über die Ökosysteme und das komplexe Zusammenspiel der dort lebenden Spezies erweitern und vertiefen. Bald schon werden sie sich auf eine einwöchige Expedition in die Tiefen des Dschungels begeben. Dort gilt es, sich ohne Kontakt zur Außenwelt auf ihr Wissen und das Know-how ihres Projektleiters zu verlassen, unter dessen Führung die Gruppe in bisher unbekanntem Gebiet eine neue Forschungsstation errichten wird.
07:30
François Pallandre ist Bergführer und hat die höchsten Gipfel der Welt erklommen. Ein Skiunfall ließ ihn sein Leben überdenken, und jetzt hat sein alter Mentor ihn überzeugen können, der Gilde der ältesten Bergführertruppe von Chamonix beizutreten. Diese wurde nach einem Unglück am Montblanc 1821 zur sozialen Absicherung der Bergführer und ihrer Angehörigen ins Leben gerufen. François Pallandre führt seine Klienten auf anstrengenden und gefährlichen Skirouten, gesäumt von verwehten Gletscherspalten, mehrere Meter hohen Türmen aus Gletschereis und schwierigen Schneeverhältnissen. Der Schwierigkeitsgrad der Route wird immer an die Fähigkeiten der Skifahrer und Klienten angepasst - für seine Arbeit braucht François Pallandre daher nicht nur beste technische und körperliche Voraussetzungen, sondern auch viel Menschenkenntnis. Die Ausbildung zum Bergführer dauert fünf Jahre - die Anwärter müssen eine harte Eintrittsprüfung bestehen, bei der selbst jene mit viel alpiner Erfahrung an ihre Grenzen stoßen oder sogar durchfallen. Auch in diesem Sommer werden es nur wenige schaffen.
08:25
Seit mehr als 30 Jahren ist David Robert Hau Chef-Ranger im Nationalpark Komodo. Keiner kennt die Insel und seine Bewohner - die großen, drachenähnlichen Komodowarane - so gut wie er. David ist der einzige Ranger, der selbst in die entlegensten Winkel des Parks vordringt und auch andere gefährliche Tiere wie die Javanische Speikobra aufspürt. Ein Kreuzfahrtschiff verlässt Komodo. In den vergangenen Jahren ist die indonesische Insel zunehmend beliebter bei Tourismusveranstaltern geworden. Eine Win-win-Situation: Die Komodowarane garantieren Nervenkitzel bei den Besuchern aus aller Welt. Die dadurch eingenommenen Gelder ermöglichen sowohl dem Nationalpark als auch den Einheimischen, die vom Souvenirverkauf leben, ein gutes Auskommen. Bedingung ist, dass weder die Natur noch die Tiere gestört werden. Um das zu gewährleisten, sind die Nationalparkhüter im Einsatz. Chef-Ranger David Hau hat viel zu tun. Seit über 30 Jahren kontrolliert er die Bestände nicht nur der Riesenechsen, sondern auch anderer einheimischer Arten wie etwa der blauen Weißlippenbambusotter. Im Laufe der Jahre hat er sich so einen einmaligen Wissensschatz über das Verhalten und den Charakter der Tiere angeeignet, der ihm nun zugutekommt. Bei über tausend Passagieren pro Kreuzfahrtschiff können es die Ranger nicht dem Zufall überlassen, ob die Touristen die Warane sehen. Dies ist aber nötig, um ihnen das Aha-Erlebnis zu bieten. Folglich müssen David und sein Team die imposanten Tiere an einen speziellen Platz locken, wo sie jedoch nicht mit den Menschen aneinandergeraten dürfen. Denn auf den anderen Inseln gab es schon tödliche Bisse. Eine nicht immer einfache Gratwanderung.
09:20
(1): Das bittersüße Arabien von Mahmoud Sabbagh (2): In Saudi-Arabien: Am Ursprung des Islams (3): In Dschidda: Das schwarze Sprudeln
10:00
(1): Kenia: Wiege des Königs der Löwen (2): Kenia: Die Insel Lamu, Wiege der Swahili-Kultur (3): Kenia: Skandal im Tal der Glücklichen
10:40
Wie eine Krabbe liegt die Île d'Ouessant vor der bretonischen Küste im offenen Atlantik. Knapp 850 Menschen leben auf der abgeschiedenen Insel - wobei ein Großteil nur im Sommer kommt, wenn die Tage lang und mild sind. Früher lebte die kleine Gemeinschaft von dem, was die karge Landschaft und das umliegende Meer hergaben. Heute kommen die meisten Lebensmittel vom Festland, doch wie vielerorts gewinnt das Thema Selbstversorgung auch auf der Insel an Bedeutung. Wildpflanzen, die in der Abgeschiedenheit üppig gedeihen, Algen und regionale Landwirtschaft erleben seit einigen Jahren ein Revival. Das liegt auch an jungen Frauen wie Gwenaëlle Héré-Mazé und Lucie Deck, die zurück oder neu auf die Insel gezogen sind, um das alte Wissen zu bewahren und kreativ weiterzuentwickeln.
11:10
Die schottische Nordseeküste ist geprägt von schroffen Felsenklippen, einsamen Inseln und kleinen Hafenstädten. Nördlich des Festlandes liegen die Orkneys. Dieser Archipel aus etwa 70 Inseln ist seit Jahrtausenden bewohnt. Geheimnisvolle Steinkreise, wie der "Ring of Brodgar", geben bis heute Rätsel auf. Auf North Ronaldsay, der nord-östlichsten der Orkney Inseln, leben nur gut 70 Menschen und über 4.000 Schafe. Die North-Ronaldsay-Schafe sind sehr genügsam und ernähren sich hauptsächlich von Seetang. An der Küste erzählen Burgruinen von der Geschichte Schottlands. Dunrobin Castle wirkt mit seinen vielen Türmchen wie ein Märchenschloss am Meer. Die kleine Hafenstadt Arbroath ist berühmt für ihren Räucherfisch den "Arbroath Smokie". Die Klippen bei Arbroath sind von unterirdischen Höhlen durchzogen. Hier verkauften früher Schmuggler ihre Waren. In der alten Hafenstadt Wick liegt eine der nördlichsten Whisky Destillerien Schottlands. Die Fässer lagern in einer Halle direkt am Meer. Das gibt dem Whisky ein besonderes Aroma. Auf der "Isle of May" lebten früher Mönche. Heute gehört sie ganz den Seevögeln. Die einzigen menschlichen Bewohner sind heute Wissenschaftler, die von Frühjahr bis Herbst für eine Langzeitstudie die Vögel beobachten. Das Wetter an der schottischen Nordseeküste ist wechselhaft. Manchmal erlebt man vier Jahreszeiten an einem Tag. Die Schotten nehmen das gelassen und mit Humor. In St Monans suchte eine Lehrerin aus dem Ort eine Verwendung für ausgediente Gummistiefel. Sie bepflanzte sie mit Blumen und machte daraus einen Gummistiefelgarten.
12:05
Englands Nordseeküste ist vielfältig und bietet so manche Überraschung. Weiße Sandstrände, Klippen und die von Kanälen durchzogenen Norfolk Broads. In Bamburgh, nahe der Grenze zu Schottland, thront "Bamburgh Castle" hoch über einem der schönsten Strände Englands. Ein Paradies für Surfer, die sich hier bei einer Wassertemperatur von kühlen 12 Grad in die Wellen stürzen. Etwas weiter südlich, an der Küste von Yorkshire, türmen sich Klippen auf. Über eine schmale Straße erreicht man den kleinen Ort Staithes am Fuß der Klippe. Bei Ebbe ist der Strand ein Geheimtipp für Fossiliensammler. Die Hafenstadt Cromer war im 19. Jahrhundert ein mondäner Badeort. Heute kommen die Besucher hauptsächlich wegen der berühmten "Cromer Crabs". Die handtellergroßen Krabben schmecken so gut, weil sie auf einem Kreideriff vor der Küste leben. Eine andere Delikatesse wird auf der schmalen Landzunge Spurn gezüchtet. Heimische Austern, die aber auf keinen Fall gegessen werden sollen! Naturschützer züchten sie, um sie auszuwildern. Sie sollen ein neues Austernriff bilden. Die Norfolk Broads sind eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Die vielen Kanäle entstanden, weil hier früher Torf gestochen wurde. Heute schippern Freizeitkapitäne gemütlich durch das Labyrinth von Kanälen und Flüssen. An den Ufern wächst Schilfrohr, das zu Reet verarbeitet wird. Die Reetschneider sind mit einem Kahn unterwegs und transportieren ihre Ernte ab. Viele Häuser in den Norfolk Broads sind noch mit Reet gedeckt. Eine spannende Entdeckungsreise an Englands Nordseeküste.
13:00
Breite Strände und Bettenburgen - so kennt man die kurze belgische Küste. In Westflandern betreiben Fischer ein uraltes Handwerk: das Krabbenfischen zu Pferd. Auf dem Rücken ihrer Vollblüter pflügen sie mit Netzen durch den Meeresboden, auf der Suche nach einer besonderen Köstlichkeit: Nordseekrabben. Auch Muscheln sind in Belgien beliebt - nur kamen die bisher alle aus den Niederlanden. Das soll sich jetzt ändern: Vor der Küste wird die erste Hochsee-Muschelfarm installiert. Ganz im Osten liegt der Nationalpark Het Zwin - Rastplatz für Tausende Zugvögel und Arbeitsplatz für Ornithologen, die hier Daten über die Vögel sammeln und dabei Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Evolution studieren. Gleich hinter der Grenze zu den Niederlanden beginnt Zeeland - die Region an der Nordsee, die stark unter Sturmfluten zu leiden hatte. Die Dämme der gigantischen Deltawerke, eines Schutzsystems gegen Hochwasser und Sturmfluten, sind ein Bollwerk gegen das Meer und haben ganze Landstriche verändert. In Südholland, am Strand von Den Haag, versucht der Künstler Theo Jansen, seinen Strandskulpturen mit Hilfe des Windes Leben einzuhauchen. Das ist nicht immer leicht, denn seine Kreaturen sind riesig und die Elemente launisch. Weiter nördlich in der Marinestadt Den Helder trainiert Gert-Jan Wit für seine Überquerung des Ärmelkanals. Noch schwimmt er an der niederländischen Küste, aber in wenigen Tagen will er es von Dover nach Calais schaffen. Die Reise endet auf der westfriesischen Insel Schiermonnikoog. Dort ist Thijs de Boer zu Hause, ein leidenschaftlicher "Strandräuber", der seit 50 Jahren Schätze sammelt, die die Nordsee anspült.
13:55
Als Rod Slater zum Generalmanager einer südafrikanischen Goldmine ernannt wird, ahnt er nicht, dass er das Werkzeug einer Börsenspekulation wird. Während er sich auf eine Affäre mit der Frau seines Vorgesetzten einlässt, geht eine riskante Bohrung unter Tage schief und er setzt alles daran, die eingeschlossenen Arbeiter zu retten. Abenteuerthriller von Peter Hunt mit Roger Moore. Rod Slater wird zum Generalmanager einer Goldmine in Südafrika ernannt. Kaum im Amt, drängt ihn sein Vorgesetzter Manfred Steyner zu einer äußerst riskanten Bohrung. Steyner legt Slater ein gefälschtes Gutachten vor, nach dem sich hinter einer Grünsteinschicht, dem sogenannten Damm, nicht Wasser, sondern Gold befinden soll. Slater bleibt keine Wahl - wenn er den Job behalten will, muss er mitmachen. Was er nicht ahnt: Steyner ist in eine Börsenspekulation verstrickt und legt es darauf an, dass der Damm durch die Bohrung bricht und die Mine überflutet, so dass eine Verknappung den Goldpreis in die Höhe treibt. Parallel dazu verliebt sich Slater in Terry, Steyners Frau. Während das Liebespaar einige Tage in einer abgelegenen Jagdhütte verbringt, lässt Steyner die Bohrung heimlich fortsetzen, damit Slater nicht den Sicherheitsmechanismus auslösen kann, den er zum Schutz vor einem Wassereinbruch einbauen ließ. Und so beginnt für Slater ein Wettlauf gegen die Zeit, rechtzeitig zur Mine zurückzukehren und unter Tage das Leben der Arbeiter zu retten, die in den gefluteten Stollen eingeschlossen sind. Steyner, der eine Reise vorgetäuscht hat, beobachtet das Geschehen von einem Hang aus ...
15:55
Warum entstehen geniale Ideen an manchen Orten - und welches geistige Klima brauchen sie, damit sie wachsen und neues Wissen entsteht? Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch folgt den Spuren der klügsten Denkerinnen und Denker, die unser Verständnis von der Welt bis heute prägen. Ein Roadmovie bis zu den Ursprüngen der Wissenschaft: von Wüsten und antiken Ruinen über Bibliotheken und Klöster bis zu den Universitäten Europas. Alles beginnt unter dem Sternenhimmel Mesopotamiens: bei Sumerern und Babyloniern, die mit jahrhundertelangen Himmelsbeobachtungen Kalender und Zeitrechnung entwickelten - die Basis aller Wissenschaft. In der griechischen Hafenstadt Milet wagen Denker erstmals, Natur ohne Mythen, allein mit dem Verstand zu erklären. Alexandria wird mit seiner berühmten Bibliothek und seinem Museion zum größten Wissenszentrum der Antike - ein Ort, an dem Forschung gezielt politisch gefördert wird, weil Wissen als Macht- und Prestigefaktor gilt. Mit dem Zerfall der antiken Welt droht dieses Wissen zu verschwinden. Doch arabische Gelehrte übersetzen, bewahren und erweitern es: in Astronomie, Physik oder Medizin. Von Bagdad über Fès bis Kairo entsteht ein goldenes Zeitalter der Wissenschaft. Über das maurische Andalusien gelangt dieses Wissen schließlich zurück nach Europa. Muslime, Christen und Juden arbeiten hier gemeinsam an Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische. Über Venedig, London und Cambridge verfolgt Harald Lesch den Weg des Wissens weiter bis zu den Anfängen der modernen Naturwissenschaft. Am Ende des Films steht die Erkenntnis: Die besten Ideen gedeihen dort, wo Denken frei bleibt und Wissen geteilt wird.
17:25
Ob über den Aufstand von Landarbeitern in Südafrika, die Situation von Prostituierten in Mexiko oder über die neuen Gastarbeiter in Deutschland ... Das internationale Nachrichtenmagazin berichtet von den Brennpunkten der Welt.
18:20
Ab 1979 setzte die kommunistische Volksrepublik China die Ein-Kind-Politik durch: Bis 2015 durften Familien aus demografischen Gründen nur Einzelkinder haben. Nach mehr als 30 Jahren dieser gravierenden Verletzung persönlicher Grundfreiheiten denkt die chinesische Führung langsam um: Erst wurde es Paaren wieder erlaubt, zwei Kinder zu bekommen, und seit 2021 sogar drei. Tatsächlich stieg das Bewusstsein für die nunmehr katastrophale Situation: In der alternden chinesischen Bevölkerung gibt es zu wenig Erwerbstätige und zu viele Rentner, so dass eine Finanzierung nicht mehr gewährleistet ist. China versucht seither, das Blatt zu wenden, und betreibt eine nachwuchsfreundliche Familienpolitik. Dennoch muss es sich einer Realität stellen: Das Reich der Mitte wird alt sein, bevor der materielle Segen kommt! Mit einem Streifzug in alternde Gesellschaften auf fast allen Kontinenten beleuchtet diese Folge von "Mit offenen Karten" eine demografische Entwicklung, die in den kommenden Jahrzehnten schwer zu Buche schlagen wird und von der bislang nur Afrika verschont ist.
18:35
Kasachstan ist ein riesiges, geheimnisvolles Land in Zentralasien, fast acht Mal so groß wie Deutschland. Eine Region der Extreme zwischen uralter Nomadentradition, den Resten der sowjetischen Supermacht und dem Aufbruch in die Moderne. Der bildstarken Dokumentation gelingt ein Blick in das streng abgeriegelte Sternenstädtchen Baikonur. Als geheimes Testgelände 1955 gegründet, war Baikonur der Startplatz für die sowjetische Weltraummission. Noch immer starten hier 20 Raketen pro Jahr ins All. Dorthin zu reisen, das wünscht sich auch die 17-jährige Anna Novikova. Sie geht auf die Internationale Kosmonautenschule. Wer raus zum streng bewachten Raketenstartgelände will, muss in den sogenannten Motovoz-Pendlerzug steigen. Anar Sydykova ist eine von sechs Schaffnerinnen, die fürs Sperrgebiet eine Sondergenehmigung haben. Was aus Kasachstan gar nicht wegzudenken ist, sind die kasachischen Pferde - rund 1,7 Millionen von ihnen leben in den weiten Steppen. Azat Kurmanbajev besitzt 250 dieser Tiere. Er ist Stutenmilchproduzent und liefert damit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Außerdem gilt Stutenmilch als natürliches Antibiotikum. Im Osten des Landes bringt der Steppenwind eine riesige Düne zum Singen. Diese Töne will Zhanar Doskalieva einfangen, denn sie ist Geräuschemacherin bei Kasachfilm. Im Westen Kasachstans liegt der Aralsee, Schauplatz einer der weltweit größten Umweltkatastrophen. Seit etwa 1960 trocknete der See zunehmend aus. Nun aber sorgt der Kokaral-Staudamm dafür, dass der Wasserspiegel wieder steigt. So können die Fischer mit ihren Booten wieder hinausfahren, wie diese Dokumentation in beeindruckenden Bildern zeigt.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Der Jemen, am südlichsten Zipfel der Arabischen Halbinsel, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es handelt sich um ein Land mit einer reichen Kultur und Historie, doch nach zehn Jahren Bürgerkrieg herrscht bittere Not: zerstörte Städte, fehlende Versorgung, systematische politische Repression. Eine verlorene Generation von Kindern wächst ohne Schulbildung, ohne medizinische Versorgung und ohne Nahrung auf. Hilfslieferungen werden blockiert, geplündert oder auf dem Schwarzmarkt verkauft. Das Elend des Landes geht auf das Konto der radikal-islamischen Huthis. Seit Jahren kämpft die Miliz gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Über 400.000 Menschen starben bereits an den Folgen des Krieges. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen - rund die Hälfte der Bevölkerung. Seit Oktober 2023 ist aus dem lokalen Konflikt ein regionaler geworden: Seither greifen die Huthis verstärkt internationale Handelsschiffe im Roten Meer an - offiziell, um die Palästinenser im Gaza-Krieg gegen den Erzfeind Israel zu unterstützen. Trotz jahrelanger Luftschläge und internationaler Interventionen gelang es weder Saudi-Arabien noch der UN-gestützten Regierung, die Huthis zu besiegen. Die Miliz hat sich im Chaos des Bürgerkriegs zur dominierenden Kraft im Land entwickelt. Geschickt nutzt sie Krieg, Religion und Notstand, um ihre Macht weiter auszubauen - und sich als Bollwerk gegen den Westen zu präsentieren. Ohne Waffenstillstand und eine neue politische Strategie droht der Jemen, zwischen Blockade, Gewalt und Einflussnahme noch weiter zerrieben zu werden.
20:05
Laut der französischen Entwicklungsagentur könnte das Wirtschaftswachstum Afrikas in den Jahren 2026 und 2027 das von Asien übertreffen. Zwölf Länder dürften Wachstumsraten von über sechs Prozent verzeichnen, darunter mehrere westafrikanische Staaten: Guinea, Benin und die Elfenbeinküste. Fokus auf die Elfenbeinküste, ein Musterbeispiel für das Potenzial Afrikas.
20:15
An der libanesischen Küste liegt eine der ältesten Städte der Welt: Byblos. Mit ihren jahrtausendealten Ruinen aus verschiedenen Epochen und Stilen ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens. Ende der 2010er Jahre machte ein französisch-libanesisches Team eine ebenso außergewöhnliche wie unerwartete Entdeckung: riesige unterirdische Strukturen, die fast 4.000 Jahre alt sind. Das Archäologen-Team entdeckte eine weitläufige Nekropole mit monumentalen Grabkammern, die teilweise aus mehreren Einzelkammern bestehen. Die Gräber liegen übereinander und bilden eine Anordnung, die in dieser Region noch nie zuvor entdeckt wurde. Noch erstaunlicher ist, dass die Grabkammern intakt und ungeplündert sind. Die Nekropole enthält noch alle Gebeine und Gegenstände, die die Toten auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten sollten. Diese Gegenstände verraten, dass die Verstorbenen einst zur Elite von Byblos gehörten. Sie zeugen auch von den Verbindungen der Stadtbewohner zum alten Ägypten. Byblos war über Jahrtausende Hauptlieferant eines Rohstoffes, der für die Entwicklung des ägyptischen Reichs eine zentrale Rolle spielte: Bauholz, vor allem Zedernholz. Es war für die Pharaonen unentbehrlich, um Pyramiden, Schiffe und Paläste zu bauen. Diese Dokumentation begleitet die Ausgrabungen in der Nekropole, die von einem Archäologen-Team des Louvre und der libanesischen Generaldirektion für antike Schätze vorangetrieben werden. Jeder Arbeitsschritt, jede Entdeckung in diesem seit der Bronzezeit verschütteten Labyrinth bringt neue Erkenntnisse über die Blütezeit von Byblos.
21:40
Die Pyramidenstadt Teotihuacán in Zentralmexiko gilt bis heute als eines der größten Rätsel der Archäologie. Niemand weiß, wer die Herrscher der Stadt waren oder warum sie plötzlich verlassen wurde. Mit der Entdeckung eines unterirdischen Tunnelsystems durch den Archäologen Sergio Gómez ist es nun gelungen, Teile der glanzvollen Vergangenheit der Tempelstadt zu entschlüsseln. Sie flohen kurz vor einem Vulkanausbruch des Popocatépetl. In ihrer neuen Heimat in Zentralmexiko erbrachten Zehntausende Flüchtlinge eine der größten Bauleistungen der Geschichte: Sie schufen Teotihuacán - ein religiöses Zentrum mit gigantischen Stufenpyramiden und Wohnbezirken für bis zu 200.000 Menschen. Die reiche Vielvölkerstadt wurde zu einer der bedeutendsten Metropolen Mesoamerikas. Und doch ist Teotihuacán ein Ort voller Rätsel: Die Herrscher dieser riesigen Stadt sind unbekannt. Denn anders als die rivalisierenden Maya hinterließen die Teotihuacanos keine schriftlichen Quellen. Ein spektakulärer Zufallsfund verspricht nun Antworten auf diese Rätsel. Der mexikanische Archäologe Sergio Gómez hat einen geheimnisvollen Tunnel entdeckt, der unter die zentrale Pyramide der Stadt führt. Am Ende des Tunnels könnte ein Kultplatz, womöglich sogar das lang gesuchte Herrschergrab warten. Über 1.800 Jahre war der Tunnel verschlossen gewesen. Mit jedem Meter dringen die Archäologen weiter in die Glaubenswelt der Bewohner Teotihuacáns vor, eine Welt voll bizarr anmutender Opferrituale und märchenhafter Jenseitsvorstellungen. Fundstücke im Tunnel erzählen die Geschichte eines Volkes, das mit dem Bau der Tempelstadt den Göttern ihre Ehrerbietung erweisen wollte: Sie waren dankbar, dass die Götter gnädig gewesen waren und der Vulkanausbruch des Popocatepetl nicht ihr gesamtes Volk ausgelöscht hatte. Die Kameras sind dabei, wenn die Forscher in eine Kammer unter der Pyramide vorstoßen. Es warten ungeahnte Entdeckungen, die dazu beitragen, Teile des Rätsels der Pyramidenstadt zu lösen.
22:35
"Nurejew" ist eine Hommage an das Leben und die Karriere von Rudolf Nurejew, einem der berühmtesten Balletttänzer des 20. Jahrhunderts. Durch seine künstlerische Kraft und seinen Mut, politischen und sozialen Konventionen zu trotzen, wurde er zu einer Ikone des Balletts und der freien Kunstwelt. Die Handlung entfaltet sich entlang einer Auktion, bei der persönliche Gegenstände Nurejews nach seinem Tod versteigert werden. Damit verbunden sind eindringliche Szenen aus Nurejews Leben: von seiner Karriere in der Sowjetunion über seine spektakuläre Flucht in den Westen bis zu seinem prägenden Einfluss auf die westliche Ballettszene. Das Skandalstück wurde 2017 nach der Generalprobe am Bolschoi Theater abgesetzt, kam später doch noch zur Premiere und wurde ein großer Publikumserfolg. 2023 wurde es wegen der offenen Darstellung von Nurejews Homosexualität endgültig abgesetzt.