Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
Am 14. März 2021 betreten sieben Frauen und sieben Männer unter der Leitung des Entdeckers und Forschers Christian Clot die Höhle von Lombrives in den französischen Pyrenäen. 40 Tage wollen sie dort verbringen, ohne Tageslicht und ohne zeitliche Anhaltspunkte. Sie beginnen das Experiment "Deep Time", das an die Missionen des französischen Geologen Michel Siffre erinnert. Aber während Siffre sich allein auf den Weg machte, ist "Deep Time" eine Gruppenerfahrung mit einem interdisziplinären wissenschaftlichen Ansatz weit über die bloße Chronobiologie hinaus. Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit des Menschen an Extremsituationen zu erforschen. Die Teilnehmenden schlagen ihr Basislager tief in der Höhle auf. Sie müssen das Leben im Camp organisieren und lernen, unter Extrembedingungen als Gruppe zu funktionieren. Das fehlende Tageslicht, Kälte und Müdigkeit beeinflussen den Rhythmus jedes Einzelnen auf unterschiedliche Weise. Die Deeptimer sind mit Sensoren und Hightech-Geräten ausgestattet, um vor, während und nach dem Höhlenaufenthalt wissenschaftliche Daten zu sammeln, die von Expertinnen und Experten auf den Gebieten Kognitionswissenschaft, Chronobiologie, Soziologie, Physiologie, Psychologie, Ethnologie, soziale Organisation und Genetik ausgewertet werden. Christian Clot und sein Team haben Hypothesen formuliert, die sie in der Höhle von Lombrives wie in einem Labor unter Realbedingungen überprüfen. Die Höhle wurde vor allem wegen ihrer beeindruckenden Größe für das Projekt ausgewählt. Sie ermöglicht die Einrichtung verschiedener Lebensbereiche und soll zeigen, ob die Erforschung dieser außergewöhnlichen Umgebung der Gruppe helfen kann, Stimmungstiefs und Krisen zu überwinden. "Deep Time - 40 Tage Extremerfahrung" gewährt hautnahe Einblicke in dieses unglaubliche Abenteuer. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten einige Monate nach Ende des Experiments über ihre ersten Ergebnisse. Auf lange Sicht werden ihre interdisziplinären Analysen dazu beitragen, die Mechanismen und Grenzen der menschlichen Anpassung besser zu verstehen - eine Fähigkeit, die in Zukunft immer stärker gefordert sein könnte.
Im heutigen Georgien entstanden schon im ersten Jahrhundert nach dem Vorbild der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem erste urchristliche Gemeinden. Bereits im Jahr 337 wurde in dem ostgeorgischen Königreich Kartli das Christentum zur Staatsreligion erhoben, lange vor der Christianisierung Europas. Die georgische orthodoxe Kirche ist autokephal, das heißt eigenständig. Damit konnten, vor allem in der Abgeschiedenheit der Klöster, viele alte kirchliche und kulturelle Traditionen, alte Produktions- und Lebensweisen bewahrt werden, die auf den Betrachter aus der heutigen schnelllebigen und technisierten Welt eine große Faszination ausüben. Vor der Sowjetherrschaft gab es auf dem Territorium des kleinen Staates, der nicht größer ist als das Bundesland Bayern, unzählige aktive Klöster, von denen nur wenige bewahrt werden konnten. Ihre kulturhistorisch wertvollen Bauten mit über 1.000 Jahre alten Fresken und Ikonen wurden unter der kommunistischen Herrschaft entweiht - als Lagerhäuser, Viehställe oder Militärlager und Kasernen missbraucht. Doch seitdem das Land im Jahr 1991 seine Souveränität wiedererlangte, bemühen sich Staat und Kirche, die alten Klöster wieder mit Leben zu füllen und vor dem Verfall zu bewahren. Immer wieder unternimmt der 33-jährige Erzpriester Artschil Kachidse Reisen durch die Klöster des Landes. Er interessiert sich für die Entwicklung des klösterlichen Lebens, sowohl in religiöser als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Welche Perspektive hat das traditionell so eng mit Georgien verflochtene Klosterleben in der heutigen Zeit?
Dieses Nachrichtenformat richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche und behandelt, nach dem Vorbild von Nachrichtensendungen für Erwachsene, unterschiedliche Themen aus Europa und der gesamten Welt.
(1): Japans kulinarische Box (2): Nostalgiegeschmack: Ayaka, eine Japanerin in Österreich (3): Ran an die Töpfe!
(1): Das Bangkok des skurrilen Pink Man (2): Aita, der Kampfgesang der Marokkanerinnen (3): In Ungarn: Suzys Paprikahuhn (4): In den USA: Trinken um jeden Preis
(1): Finnland: Die Kunst der Nation (2): Pantelleria: Eine Insel ohne Wasser (3): Schweiz: Berts Pilzpfanne (4): Osaka: Schnelle Nudeln
Geschmackserlebnis: Die leckersten Heringe Amsterdams, frisch aus dem Meer und auf Zwiebeln und Gurken serviert, findet man auf dem Albert Cuyp Markt im Bezirk Pijp. Als einer der ältesten und bekanntesten Märkte Amsterdams erstreckt er sich über 2,5 Kilometer auf der Albert-Cuypstraat. Austern schlürfen und dabei etwas Gutes tun, damit sich die Miesmuscheln gegenüber den pazifischen Austern im Wattenmeer wieder durchsetzen, ausbreiten und damit als Nahrung für Vogelpopulationen dienen können. Wenn Jan Geertsema mit seiner Frau an der Küste Austern sammelt, steckt dieser nachhaltige Gedanke hinter seiner innovativen Geschäftsidee. Ein anderes Gewächs aus dem Wasser verarbeitet Mark Kulsdom in seinen vegetarischen Burgern, die sich auf dem Markt besonders bei jüngeren "Foodies" gut verkaufen: Meeresalgen. Sie stammen von den ersten niederländischen Algenbäuerinnen Rebecca Wiering und Jennifer Breaton. Sie wagten den unternehmerischen Sprung ins kalte Wasser - oder besser, in die Oosterschelde - und eröffneten hier ihre Algenfarm. Heutzutage kommen Obst und Gemüse meist aus hochtechnisierten Gewächshäusern. Petra Barendses gigantisches Gewächshaus besitzt ein Bewässerungssystem, das durch ein Tropfenprinzip 90 Prozent Wasser einspart. In dem hydroponisch-organischen Glashaus sind Larven für die Schädlingsbekämpfung und Bienen für die Bestäubung zuständig. Der Gouda gilt als Aushänge-Käsesorte der Niederländer. In bunten Farben wird er auf den Markt gebracht. Diese weisen auf die vielen verschiedenen Kräuter und Gewürze hin, die zugesetzt wurden. Zum Schluss eines Marktgangs darf die echte Stroopwafel, die knusprige Sirupwaffel nach traditioneller Rezeptur, nicht fehlen. Noch warm gegessen, ist sie besonders "lekker".
Acht Monate lang Temperaturen unter null Grad. Wie können bei diesen Voraussetzungen das ganze Jahr über schmackhafte Lebensmittel gesichert werden? Innovation ist gefragt! Mit der Vanha Kaupahalli, einem Ziegelsteinbau aus dem 19. Jahrhundert, haben sich die Finnen hierfür ein architektonisches Monument geschaffen. Vom Wasser aus gesehen sticht die Alte Markthalle als erstes Gebäude, das man von Helsinki wahrnimmt, hervor. Im Innern der Halle überwältigt die erstaunliche Vielfalt der Speisen und Zutaten aus dem ganzen Land. Das Rentierfleisch stammt aus dem hohen Norden Lapplands. Rentierzüchter Olli Pulju treibt dort seine sonst wild lebende Herde zusammen, um die geeigneten Schlachttiere auszusuchen. Das überaus nährstoffreiche Rentierfleisch gehört zur traditionellen Ernährung der Finnen. Immer neue Ideen stürmen den kulinarischen Markt Helsinkis. Zwei Jungunternehmer und ihre neue kulinarische Idee: Karelische Piroggen aus dem Osten Finnlands bieten sie als Streetfood ihren Kunden an. Die Neugier auf immer neue Geschmacksvariationen ist groß, auch beim heiß geliebten Eis. Und wenn etwas schief geht, regelt das der berühmte finnische Humor. Auch die Experimentierfreude des finnischen Sternekochs Filip Langhoff scheint grenzenlos. Gesalzener Fisch, eingemachte Beeren, marinierte Karotten. Seit jeher zwang das raue Klima die Finnen, raffinierte Konservierungsmethoden zu entwickeln, die heute immer weiter ausgebaut und persönlich interpretiert werden. Neu ist auch der finnische Käse, per Zufall von einem Uniprofessor kreiert. Das Quappenangeln sorgt als ein beliebter Volksport für regen Nachschub auf dem Kauppatori-Markt, unweit der Alten Markthalle. Bei einem abendlichen Dinner in der Vanha Kauppahalli wird Rentier in verschiedenen Varianten zubereitet. In gemütlicher Atmosphäre versammelt sich eine neue, offene und doch traditionsverbundene finnische Küchenkultur.
Das eigentliche Kochen beginnt für Wookwan Sunim mit der Auswahl der richtigen Zutaten. Von Lebensmitteln aus dem Supermarkt, von Fast Food und Fertiggerichten hält sie gar nichts. Ihre Vorräte sind vor allem saisonal und regional gewachsen: "Dadurch, dass wir im Gebirge leben, kochen wir mit dem, was uns die Natur schenkt - vor allem mit wilden Pflanzen." Und diese wachsen nicht nur im Gemüsegarten des Klosters, sondern auch zwischen Blumenbeeten, im angrenzenden Wald oder auf Schotterwegen. Im Prinzip essen sie alles, was rings um den altehrwürdigen Gameunsa-Tempel wächst. Aus Blüten gewinnen sie Tee, aus Blättern machen sie Salate und frisch ausgegrabene Wurzeln werden getrocknet und dann frittiert. Gerade in den vitaminarmen Wintermonaten suchen die Nonnen nach nährstoffreichen Wurzeln im Wald. Denn bevor im Herbst die Pflanzen ihre Blätter abwerfen, speichern sie Mineralien und Vitamine in ihrem Wurzelgeflecht. "Die ganze Energie dieser Welt kommt von der Natur", betont Wookwan Sunim. Damit die Wurzeln auch bekömmlich sind, bereitet die Äbtissin sie mit selbst gemachten Pasten und Soßen zu - vor allem mit Chilipaste und Sojasoße. Sie sollen aus dem wilden Wurzelgemüse die unerwünschten Bitter- und Giftstoffe ziehen. "Auf der ganzen Welt essen Menschen vor allem, was ihnen schmeckt, und nicht, was ihnen guttut. So haben viele ihre Gesundheit ruiniert. Die Tempelküche dagegen ist sehr einfach. Sie basiert auf drei Grundlagen: Sojasoße, Chilipaste und Sojabohnenpaste", erläutert Wookwan Sunim. Neben dem gesundheitlichen Aspekt sind es vor allem die außergewöhnlich aromatischen Geschmackskreationen der Tempelküche, die international Beachtung finden. Eingelegtes Gemüse, gekochter Reis und tägliche Gebete gehen im Zen-Buddhismus Südkoreas eine äußerst vitale Symbiose ein, von der die umsorgten Nonnen genauso profitieren wie ihre buddhistischen Anhänger.
Was Europa bewegt
Über 20.000 Apfelsorten gibt es weltweit, jede mit eigenem Charakter und Aroma. Im Bergischen Land hegt und pflegt Apfelbauer Martin Thönes einen Mix aus modernen und alten Sorten. Familie Thomson in Devon setzt auf vegane Rezepte, um den Apfel in all seinem Glanz zur Geltung zu bringen. Von Adam und Eva über Schneewittchen bis hin zu Wilhelm Tell - der Apfel spielt in zahlreichen Mythen und Geschichten eine zentrale Rolle. Kein Wunder, gilt er doch als besonders gesund! Lucie Fischer-Chapalain entlockt Apfelresten einen aromatischen Essig, der als Würzmittel dient. Aus frischen Äpfeln und wärmenden Gewürzen kreiert sie außerdem ein köstliches Apfel-Nelken-Gel zum Anrichten von Desserts. Eine Reise durch die faszinierende Welt des Apfels, die Tradition, Kultur und Genuss verbindet.
(1): Eine Stadt mit zwei Gesichtern: Juan Marsés Barcelona (2): Hongkong: Heiß geliebtes Neonlicht (3): Auf Martinique: Audes Flusskrebse mit Tomatensoße und Brot (4): In Litauen: Kurs auf die Freiheit
(1): Japan: Tanizakis Laster und Geheimnisse (2): Japan: Siegeszug des Sake (3): Japan: Mikas Pancakes mit süßen Bohnen (4): Die "Desperate Housewives" von Tokio
Nachdem ein Attentäter namens Khamel zwei Richter des Obersten Gerichtshofs, Jensen und Rosenberg, ermordet hat, schreibt die Jurastudentin Darby Shaw einen Aufsatz, in dem sie ihre Theorie zu den Hintergründen der Tat darlegt. Über ihren Freund, Professor Callahan, gelangt die Theorie an das FBI. Der Investigativjournalist Gray Grantham will ihre Geschichte, alle anderen wollen sie tot sehen ... Nach der Ermordung von zwei Richtern des Obersten Gerichtshofs wird eine Untersuchung eingeleitet, doch die Ermittler tappen im Dunkeln. Die Jurastudentin Darby Shaw unternimmt auf eigene Faust Nachforschungen und findet eine Verbindung zwischen den beiden scheinbar sehr unterschiedlichen Richtern: Beide sind Naturliebhaber und haben eine Ölbohrung in Louisiana blockiert, die seltene Pelikane bedroht hätte. Darüber schreibt sie einen Aufsatz und gibt ihn ihrem Professor und Liebhaber Thomas Callahan. Dieser leitet den Aufsatz an einen Freund beim FBI weiter, und bald ist die sogenannte "Pelikan-Akte" im Weißen Haus gelandet. Jemand will offenbar nicht, dass die Akte veröffentlicht wird, denn Callahan wird bei einem Autobombenattentat getötet, das Darby nur knapp überlebt. Währenddessen wird Gray Grantham, ein Investigativjournalist beim "Washington Herald", von jemandem kontaktiert, der behauptet, Informationen über die Morde zu haben. Diese Kontaktperson macht jedoch einen Rückzieher. Darby wendet sich ebenfalls an Grantham, der die Information über das Engagement der beiden Richter als korrekt bestätigt. Darbys Computer, Disketten und Dateien verschwinden aus ihrem Haus. Grantham und Darby tauchen gemeinsam unter und finden heraus, dass es sich bei der Kontaktperson um einen Washingtoner Anwalt handelt, spezialisiert auf die Öl- und Gasindustrie. Unter Hochdruck versuchen die beiden, Beweise für ihre Thesen zu finden, um sie veröffentlichen zu können. "Die Akte" ist ein spannender Politthriller mit komplexem Plot, suggestiver Musik und überzeugenden darstellerischen Leistungen von Denzel Washington und Julia Roberts.
Der süße Duft von Cremetörtchen vermischt sich mit dem von reifen Zitronen, Knoblauch und Stockfisch. Der Mercado da Ribeira präsentiert Lissabon von seiner kulinarischen Seite und lädt ein, die verschiedenen Regionen und damit die Lieferanten der Produkte zu besuchen. Schon seit dem Jahr 1882 zieht er seine Kunden an. Mit der Renovierung im Jahr 2014 wurde die Markthalle um einen Gourmet-Bereich erweitert, in dem nun die besten Köche der Stadt Speisen zubereiten. Frauen bestimmen das Geschehen auf dem Mercado. Rosa ist eine der bekanntesten Peixeiras. Ihr frischer Tintenfisch stammt aus dem nur 20 Minuten entfernten Ort Cascais. Der Fisch, den die aufstrebende Köchin Marlene Vieira verarbeitet, kommt dagegen aus dem hohen Norden Europas. Sie verrät das Geheimnis ihres Bacalhau, den sie mit verschiedenen regionalen Zutaten variiert. Die Portugiesen sind die größten Stockfischverbraucher. Über tausend Gerichte mit Stockfisch soll es in Portugal geben. An der Caparica-Küste gedeiht Kohl mitten im Naturschutzgebiet am Strand. Gewächshäuser sind hier nicht erlaubt. Doch der für Portugal typische Tronchuda gedeiht prächtig. Meist landet das grüne Gemüse klein geschnitten in einer Caldo Verde, dem Nationalgericht der Portugiesen. So auch in Alberto Santos Tasca, einem der typischen Nachbarschaftsrestaurants in Lissabon. Wer den Duft von Zitronen liebt, kann sie gleich dreimal im Jahr blühen sehen. In Mafra sollen sie besonders saftig sein. Hier hat Lucilia Domingos ihre Plantage aufgebaut, die sie in liebevoller Kleinarbeit pflegt. Die Liste der Verwendung der sauren Früchte ist endlos. In einem der für Lissabon typischen Kioske serviert Tomás Gomes sie in erfrischenden Drinks - weit muss Tomés seine Zitronen nicht tragen: Sein renovierter roter Kiosk steht in Sichtweite des Marktes.
Der volle Stolz der bayerischen Hauptstadt trägt den Namen "Viktualienmarkt". Er vermittelt ein unverfälschtes und heimatliches Gefühl der reichhaltigen Esskultur in Bayern. In den vergangenen 200 Jahren erlebte der Münchner Viktualienmarkt eine Transformation vom Handelsort für Agrarerzeugnisse zu einem Paradies für Feinschmecker, Marktbesucher und Touristen. Seine etwa einhundert Stände sind heißbegehrt und bieten ein fein ausgewogenes Angebot zwischen Folklore und authentischer bayerischer Esskultur. Im Biergarten, dem besonderen Hingucker, schenken die historischen Brauereien in festgelegtem Wechsel das "beste Bier der Welt" aus. Was darf auf keinen Fall fehlen? Natürlich, Käse! Hier, unweit der bayerischen Alpen, bekommt man zudem die große Vielfalt aus den österreichischen, italienischen, schweizerischen Regionen zu schmecken. Der Stand von Wolfgang und Susanne Hofmann ist darauf spezialisiert. Die Geschwister gehören zu den besten Käseveredlern in Europa. Sie importieren handwerklich hergestellten Käse von Almen und Klosterkäsereien und lassen ihn mit viel Sorgfalt individuell reifen. Eine Kreation von Wolfgang ist ein mit Wildblüten ummantelter Bergkäse aus der Jachenau. Die Pilze am Stand von Renate Zollner entführen den Gaumen in die Oberpfalz und den Böhmerwald. Dort liefern ihr während der Pilzsaison ortskundige Pilzkenner die verborgenen Schätze des Waldes. Am Stand in München bereichert sie die Kunden mit ihrem Wissen über die Pilze und deren Zubereitung. Die Verkäufer wissen genau, woher ihre Waren stammen, sei es der Käse von den Kalkmagerwiesen am Tarn, der Honig aus dem Mangfalltal, das Wild von der Treibjagd bei Dingolfing oder die Brezen aus dem Mehl der Hofbräuhaus-Kunstmühle, die einst die Malzbrechmühle des Hofbräuhauses war. Die Liebe zum Gespräch über gutes Essen, zum Austausch mit ihren neugierigen Kunden verbindet wohl alle Standbesitzer auf dem Viktualienmarkt.
Seit seiner Gründung im Jahr 1896 entwickelte sich die US-amerikanische Metropole Miami von einem Bauernhof in den Sümpfen der Everglades zur weltbekannten "Magic City". Jährlich kommen mehr als 15 Millionen Besucherinnen und Besucher auf der Suche nach Strandvergnügen und intensivem Nachtleben in die Stadt. Doch es gibt auch ein anderes Miami zu entdecken - eines, das die Reisekataloge nicht zeigen: die überraschend wilde Seite dieser Stadt. Neben den zahlreichen einheimischen Arten haben sich in Miami im Laufe der Zeit tierische Einwanderer aus aller Welt angesiedelt. Die meisten von ihnen wurden - ob absichtlich oder nicht - einst vom Menschen importiert. Während sich die unfreiwilligen Einwanderer an ihre neue Umgebung anpassten, mussten sich auch die Einheimischen an ihre neuen Nachbarn gewöhnen. Der Hurrikan "Andrew" sorgte 1992 dafür, dass in Miami ein paar Pfauen aus einem privaten Stall entkamen. Seither haben sich die Vögel stark vermehrt. Zu Beginn tritt eine Pfauenhenne auf, die gerade Nachwuchs bekommen hat. Sie ist damit beschäftigt, ihre Küken auf das Leben in den Vorstädten und Parks von Miami vorzubereiten. Andere Bewohner sind schon lange in Miami heimisch und wissen, wo es Futter gibt. Waschbären halten sich an die Menschen in den Parks - oder besser: an deren Fast-Food-Reste. Die schlauen Tiere fischen ein Festmahl aus den Mülleimern. Kein Wunder, dass die schwarz-weißen Waschbären "trash pandas" genannt werden: Müll-Pandas. Aus dem Pfauenküken wird indes ein junges Männchen. In seiner ersten Balzsaison kann er die Damen noch nicht beeindrucken. Wie "Mann" es richtig macht, führt ein ausgewachsener Artgenosse mit opulentem Federschmuck vor. Aber unser Junggeselle hat noch Zeit zu üben - eines Tages wird er die Chance bekommen, seine Gene an die nächste Generation der Pfauen von Miami weiterzugeben. Bunte Einblicke in Miamis wilde Seite - tropisch, quirlig und exotisch.
Andreas Kieling versteht sich auch als Chronist der Zeit und dokumentiert überall auf der Welt wie Natur- und Artenschutzprojekte den Herausforderungen der globalen Klimakrise begegnen. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Tierwelt und ihre Lebensräume? Auf seiner Reise zu den schönsten Wasserparadiesen nimmt Kieling den Zuschauer mit zu den Falklandinseln. Dort hat er das Glück, eine große Schule von 50 Commerson-Delfinen beobachten zu können. Die quirligen Schnellschwimmer haben ein breites Beutespektrum und sind daher weniger anfällig für die Klimaerwärmung in den Meeren. In Südgeorgien und auf den Falklandinseln beweisen Südliche See-Elefanten in brutalen Revierkämpfen ihre Dominanz. Die bis zu vier Tonnen schweren Männchen liefern sich gewaltige Auseinandersetzungen, bei denen der Boden bebt. Trotz der Eisschmelze sind die Bestände der Südlichen See-Elefanten stabil. In China und Myanmar sucht Kieling nach seltenen Süßwasserdelfinen. Der chinesische Flussdelfin ist durch Schiffsverkehr und Wasserverschmutzung bereits ausgestorben. Im Amazonasgebiet in Brasilien trifft der Tierfilmer auf neugierige rosa Flussdelfine und darf sogar mit ihnen tauchen. In der Hanifaru-Bucht auf den Malediven beeindrucken große Schulen von Riffmantas. Am Anblick der eleganten Formationsschwimmer kann sich selbst der erfahrene Tierfilmer nicht sattsehen. Zum Höhepunkt seiner Reise taucht Kieling mit dem Mondfisch, dem größten Knochenfisch der Welt, und erfüllt sich damit einen Kindheitstraum.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
Viele bevorzugen den Brennerpass als Weg in den Süden. Doch die stark befahrene Strecke ist in die Jahre gekommen, marode Brücken müssen dringend erneuert werden. Streusalz und ständig wachsender Verkehr haben den rund 50 Jahre alten Tragwerken enorm zugesetzt. Seit Anfang Januar ist die Luegbrücke, kurz vor der italienischen Grenze, meist nur noch einspurig befahrbar. Jahrelang gab es Streit zwischen dem Autobahnbetreiber und der Anrainergemeinde Gries am Brenner. Deren Bürgermeister Karl Mühlsteiger fordert einen Tunnel, obwohl Gutachter sich längst gegen die Tunnellösung ausgesprochen haben. Nun soll nach Jahren des Prozessierens mit der Brücken-Sanierung begonnen und ein neues Tragwerk errichtet werden, denn die Zeit drängt. "Die Brücke ist am Ende ihres Lebens angelangt", sagt Peter Augschöll, Ingenieur beim österreichischen Autobahnbetreiber ASFINAG. Die Brücke ist so marode, dass sie an manchen Stellen schon durch aufwändige Konstruktionen unterfangen wurde, damit im Ernstfall niemand abstürzt. Durch die mehrjährige Einspurigkeit droht der Brenner endgültig zur Staufalle zu werden. Anrainer sind genervt, italienische Hoteliers sorgen sich, dass die Gäste zukünftig ausbleiben, und Spediteure und ihre LKW-Fahrer müssen mit neuen Einschränkungen und Fahrverboten zurechtkommen. Doch die Luegbrücke ist erst der Anfang. In den nächsten zwei Jahrzehnten müssen auf österreichischer Seite fast alle Brennerbrücken erneuert werden - auch die Europabrücke. Der Brennerbasistunnel, ein reiner Eisenbahntunnel, wird noch Jahre in Bau sein und für den Straßenverkehr kaum Entlastung bringen.
"Sie glauben ja nicht, wie kompliziert es ist, einen Flirt zu programmieren", vertraut die Mitarbeiterin des Roboterherstellers ihrer neuen Produkttesterin Alma Felser an. Um Gelder für ihre Forschung zu Keilschriften zu bekommen, hat sich die alleinstehende Anthropologin notgedrungen von ihrem Dekan dazu überreden lassen, an einer Studie über humanoide Roboter mitzuwirken. Ihr Gutachten soll bei der Entscheidung helfen, ob die Marktzulassung solcher Roboter ethisch vertretbar ist. Zu diesem Zweck muss Alma drei Wochen lang Tom bei sich aufnehmen: einen Roboter der Extraklasse in attraktiver Menschengestalt, dessen Künstliche Intelligenz einzig und allein darauf ausgerichtet ist, Almas perfekter Partner zu sein. Sein Algorithmus wurde mit allen möglichen Daten über sie gefüttert, lernt bei jeder Interaktion dazu und passt sein Verhalten an Almas Charakter und ihre Bedürfnisse an. Alma, die nicht daran glaubt, dass eine Maschine einen Menschen ersetzen kann, lässt sich nur äußerst widerwillig auf das Experiment ein. Mit der Zeit wird sie jedoch immer häufiger von Tom - und sich selbst - überrascht. Denn abgesehen von seiner erwartbaren mathematischen und analytischen Intelligenz zeigt Tom sich erstaunlich sensibel und humorvoll: So aufmerksam wie niemand sonst hört er Alma zu, scheint ihre Probleme zu verstehen und bringt sie zum Lachen. Wird sie etwa doch Gefühle für ihn entwickeln? Und wie steht es um Tom - empfindet er oder simuliert er nur? Kann er eine eigene Persönlichkeit, einen eigenen Willen entwickeln?
Mireille Mathieu in ihrem Heimatland Frankreich teilweise kritisch beäugt, hingegen in Deutschland, Russland und China ungebrochen verehrt. Die Sängerin polarisiert. Zu Beginn ihrer Karriere in Frankreich als würdige Nachfolgerin von Edith Piaf gefeiert, wird ihr Erscheinungsbild in der Presse manches Mal als Traditionalismus abgehandelt - und das trotz des nach wie vor unglaublichen, internationalen Erfolges der 1946 Avignon geborenen Sängerin: Duette mit namhaften Kollegen, allen voran Charles Aznavour, Plácido Domingo, Peter Alexander und Patrick Duffy, mehr als 185 Millionen verkaufte Schallplatten, mehr als 1.200 aufgenommene Titel in elf Sprachen. Welcher Künstler kann so etwas vorweisen? Die Dokumentation zeigt das Spannungsfeld zwischen der Gefeierten und gleichzeitig faszinierenden Künstlerin, einer musikalischen Botschafterin Frankreichs in der Welt, die in der eigenen Heimat nur noch wenig auftritt. Der Film hinterfragt, warum Mathieu derart spaltet, aber auch, woher sie kommt und welche Menschen die Sängerin auf ihrem Lebensweg begleitet haben. Zwischen Bewunderung und Anerkennung eines künstlerischen Lebenswerkes und einer kritischen, teilweise mokanten Bewertung einer Künstlerin nähert sich diese Dokumentation einer ungewöhnlichen Frau. Es äußern sich deutsche wie französische Kenner der Musikszene sowie Freunde, Kollegen und Kolleginnen. Unter anderem der französische Moderator Stéphane Bern, die Texter und Komponisten Christian Bruhn und Ralph Siegel sowie der französische Lyriker und Musikkolumnist Frédéric Zeitoun.
Stargeiger David Garrett ist jetzt 44 Jahre alt. Das ehemalige Klassik-Wunderkind füllt nicht nur Konzerthäuser, sondern begeistert mit eigenen musikalischen Arrangements und ausgefeilten Bühnenshows Millionen Fans weltweit - ein hart erarbeiteter Erfolg, der mit vielen Entbehrungen, bereits in der Kindheit, dem Wunsch nach künstlerischer Anerkennung und der Suche nach dem Selbst verbunden ist. In der Mitte seines Lebens zieht Garrett ein erstes, sehr persönliches Resümee. Wie ist er zu dem geworden, der er heute ist? Wie ist das Verhältnis zu seinen Eltern - speziell seinem Vater, der ihn an der Geige gedrillt hat? Wem vertraut er heute? Wie geht er damit um, dass Hardcore-Klassiker bei seinem Namen die Nase rümpfen? Dabei werden Fluch und Segen des Welterfolgs, aber auch die vielen Facetten des Menschen David Garrett deutlich. Die Dokumentation zeigt den Musiker offen und privat wie nie. Dafür öffnet er sein Archiv zu bislang unveröffentlichtem Videomaterial. Die wichtigsten Stationen seines Lebens werden angesteuert und Wegbegleiter, Freunde und Familie erzählen. Ob in New York, wo der Wendepunkt seines Lebens stattfand, in Amsterdam bei intensiven Studioaufnahmen, in Berlin, der Stadt seiner Kindheit, oder auf Mallorca, wo er Entspannung sucht. Musikalisch porträtiert die Dokumentation sowohl den Klassik- wie den Cross-over-Künstler David Garrett. Darunter sind auch Ausschnitte seines Konzerts in den Caracalla-Thermen in Rom.
Mit seiner individuellen Auswahl erinnert David Garrett an das Goldene Zeitalter der Geigenvirtuosen - an Künstler wie Zino Francescatti, Arthur Grumiaux, Jascha Heifetz, Fritz Kreisler und Yehudi Menuhin, die ihr Publikum mit musikalischen Miniaturen und Zugaben begeisterten. "Leider spielen seit einigen Jahrzehnten Geiger immer seltener einige der kurzen Stücke, die die Großen der 1920er- und 1930er-Jahre in ihren Konzerten aufgeführt haben, dabei bleiben sie einem sofort im Gedächtnis", sagt Garrett. "Mir bedeutet es deswegen umso mehr, dass ich nun die Gelegenheit habe, all diese schönen Stücke wieder lebendig werden zu lassen." Begleitet wird Garrett von seinem Gitarristen und Arrangeur Franck van der Heijden, dem Bassisten Rogier van Wegberg sowie dem "Orchestra del Teatro Vittorio Emanuele di Messina" unter der Leitung der Dirigentin Gianna Fratta.
"Ich gehe keine Risiken ein", erklärt Martin zwei erstaunten Polizisten, nachdem er allein drei brutale Gestalten davon abgehalten hat, einen wehrlosen jungen Mann nachts in einer Einkaufspassage zusammenzuschlagen. Denn nach 20 Jahren als Soldat in der französischen Fremdenlegion hat Martin die Fähigkeit und die körperliche Verfassung, in jeder gefährlichen Situation zu überleben. Jetzt ist der Veteran wieder in seine tschechische Heimatstadt zurückgekehrt, um sich ein normales Leben aufzubauen. Allerdings gestaltet sich das als zunehmend schwierig, denn auf die Komplexität menschlicher Emotionen und Beziehungen hat ihn seine Zeit beim Militär nicht vorbereitet. Beim ersten Besuch seiner Schwester erfährt Martin, dass seine Mutter verstorben ist. Aber auch seine Schwester hat sich über die Jahre von ihm entfremdet und ist inzwischen mit einem cholerischen Trinker verheiratet. Nur mit ihrem kleinen Sohn versteht sich Martin auf Anhieb. Als herauskommt, dass seine Mutter hoch verschuldet war, begleicht er mit seinem angesparten Sold die Schulden der Familie. Um sich trotzdem seinen Traum von einem eigenen Café zu erfüllen, wofür das Geld eigentlich vorgesehen war, beginnt er, an illegalen Kämpfen teilzunehmen. Gleichzeitig bekommt Martin Zugang zur höheren Gesellschaft, denn es stellt sich heraus, dass der junge Mann, den er vor den Schlägern beschützt hat, der Sohn des stellvertretenden Bürgermeisters Kadlec ist. Zu Ehren des Retters veranstalten die Kadlecs ein Familienessen in ihrer Villa. Dort lernt Martin Sara kennen, die kluge und wohlbehütete Tochter des Hauses. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, die Saras Vater mehr und mehr missfällt. Kadlec stellt Nachforschungen an und konfrontiert Martin mit einer schweren Schuld aus der Vergangenheit, die das neue Leben des Veteranen zerstören könnte ...
Der erste Teil der Dokumentationsreihe "Afrikas Neue Museen" erforscht, wie Kunst aus den Fängen der ehemaligen Kolonialherrschaft befreit und zum Bestandteil der eigenen Kulturgeschichte gemacht werden kann. Das Théodore Monod Museum of African Art in Dakar wurde während der französischen Kolonialherrschaft im Senegal gegründet. Seine ethnologischen Sammlungen von Alltagsgegenständen, Ritualobjekte, Ton- und Bildaufnahmen dienten ursprünglich der "weißen Neugier" an den künstlerischen und kulturellen Errungenschaften der Menschen in Westafrika. Dieses koloniale Erbe stellt für den aktuellen Konservator des Museums, El Hadji Malik Ndiaye, eine enorme Herausforderung dar. Wie will er das afrikanische Erbe dekolonialisieren? Für die Dak'Art 2022 hat Malik Ndiaye, Kurator der 14. Kunstbiennale von Dakar, afrikanische Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Sie lassen ihre Werke in einen Dialog mit den Objekten aus den kolonialen Sammlungen treten. Aber auch in Europa drängt sich die Frage und die damit verbundene kulturpolitische Herausforderung auf: Wie soll man mit den ethnologischen Sammlungen in den heimischen Museen umgehen? So sind der Generalintendant des Humboldt Forums in Berlin, Hartmut Dorgerloh, und die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy nach Dakar gereist, um mehr über die Ideen und Konzepte von Malik Ndiaye zu erfahren. Wird es dem Museum in Dakar gelingen, seine koloniale Vergangenheit hinter sich zu lassen und sein kulturelles Erbe für ein aufstrebendes, kreatives Land zu nutzen?
Durch Zusammenschlüsse und Eroberungen entstand aus England, Wales, Schottland und Nordirland das "Vereinigte Königreich". Wer die Mentalität des Inselstaates verstehen will, muss in seine vielfältige Geschichte eintauchen. "Mit offenen Karten" erzählt, was dieses weltweit einzigartige politische System geprägt hat: Mit dem Brexit, den Spannungen im Königshaus und den Unabhängigkeitsbestrebungen Schottlands hat das Vereinigte Königreich im jungen 21. Jahrhundert bereits einige Krisen hinter sich. Was wird das Land von König Charles III. in den nächsten Jahren erwarten?
Flip-Flops: eine Neuheit für General de Gaulle. Diese neuartigen Schuhe kommen in den unterschiedlichsten Augenblicken zum Einsatz. Ganz egal ob am Strand oder zu Hause. Auch wenn die neuen Geräusche, die mit diesen Schuhen verbunden sind, gewöhnungsbedürftig bleiben, so können die Flip-Flops bei anderem Lärm behilflich sein … Ein guter General muss schließlich für jede Situation gerüstet sein.
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.