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In den 1960er Jahren hatte das Kino in Großbritannien gegen die immer stärkere Konkurrenz des Fernsehens zu kämpfen. Als Reaktion darauf wandte sich die Filmindustrie gewagteren Inhalten zu und schuf den Boom der "Erotikkomödien", die aufgrund ihrer Einstufung als "nicht jugendfrei" für die Fernsehausstrahlung verboten waren. Den Auftakt dieser Revolution bildete 1968 "School for Sex": Der Film lief zunächst sechs Monate in London und kam in Paris auf über 70.000 verkaufte Tickets. Im Zuge des allgemeinen Sittenwandels wurden freizügige Streifen wie "Partnertausch und Gruppensex" zu Mainstream-Erfolgen. Die großen Studios zogen nach und lieferten Produktionen wie "Ohne Hemd und Höschen - Der Fensterputzer" (1974), die bekannteste britische Sexploitation-Serie mit Robin Askwith. Im Gegensatz zur eleganten europäischen Erotik setzten die britischen Filmemacher auf frechen Humor. Mitte der Siebziger war das Genre Softporno bereits gut etabliert, und im Jahr 1975 kamen rund zwanzig neue Produktionen heraus. Filme wie "Eskimo Nell" parodierten den Trend sogar. David Sullivan, einer der größten Brit-Porn-Produzenten, eroberte den Markt mit "Come Play with Me" (1977): Der Film lief vier Jahre lang nonstop und machte Mary Millington zum ersten Pornostar der britischen Filmgeschichte. Millington starb mit nur 33 Jahren an einer Überdosis aus Drogen und Wodka. Selbst Hollywood-Queen Joan Collins ließ sich auf das Genre ein, um ihre Karriere zu boosten, und spielte in den Verfilmungen der Romane ihrer Schwester Jackie: "The Stud" (1978) und "The Bitch" (1979). Viele andere Schauspielerinnen folgten ihrem Beispiel.
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2025 zeigte ARTE im Rahmen der Berlinale-Party das Livekonzert von Tocotronic im bis auf den letzten Platz gefüllten Columbia Theater. Die deutschen Indie-Pioniere stellten ihr neues Album "Golden Years" vor, große Hits wie "Freiburg", "Let There Be Rock" und "Drüben auf dem Hügel" fanden dennoch ihren Weg auf die Setlist und ließen Fanherzen höherschlagen. Auch 2026 wird die ARTE-Berlinale-Party wieder fester Bestandteil des Filmfestivals. Diesmal kündigt sich internationaler Besuch im Columbia Theater an. The Kooks aus Brighton befinden sich im 21. Bandjahr und schaffen das, was den meisten Rockbands über derart lange Strecken nicht gelingen will: relevant bleiben. Die neue Platte "Never/Know" holt sich die drittbeste UK-Chartplatzierung der Bandgeschichte. Bereits mit ihrem Debütalbum "Inside In/Inside Out" gelang ihnen der große internationale Durchbruch: Hits wie "Naive", "She Moves in Her Own Way" und "Ooh La" prägten Mitte der 2000er die weltweite Indie-Szene und verhalfen dem Tonträger zu Platinauszeichnungen. Der Nachfolger "Konk" landete direkt auf Platz 1 der UK-Charts, aber auch die nächsten Werke "Junk of the Heart" und "Listen" festigten den Status der Band immer weiter. Ihr Sound: wandelbar von eingängigen Gitarren-Hooks bis hin zu funkigen Pop-Elementen. Kein Wunder also, dass zu ihren prominenten Fans unter anderem die Rolling Stones zählen. Weltweite Tourneen, festivaltaugliche Hymnen und mehr als drei Milliarden Streams machen The Kooks heute zu einer der prägenden Indie-Bands ihrer Generation. Hier gibt es die Highlights der Show aus dem Columbia Theater.