05:00
Vor 60 Jahren wurde auf den Kanarischen Inseln die erste Meerwasserentsalzungsanlage auf europäischem Gebiet in Betrieb genommen. Heute gibt es hier bezogen auf Fläche und Einwohnerzahl weltweit die meisten solcher Anlagen. Das so gewonnene Süßwasser ist für menschliches Leben auf den Vulkaninseln unverzichtbar, begünstigt aber - da scheinbar im Überfluss vorhanden - auch eine ungezügelte Wirtschaftsentwicklung; etwa den Massentourismus oder die intensive Monokultur von Bananen für den Export. Zudem ist Meerwasserentsalzung alles andere als klimaneutral: Die Anlagen verschlingen Unmengen von Strom aus fossilen Quellen; die ins Meer zurückgeleitete Sole vernichtet marines Leben und trägt zur Ozeanversauerung bei. "Die Kanaren - Inseln am Tropf" beleuchtet erstmals die Abhängigkeit dieser Region von entsalztem Meerwasser. Ferner erklärt die Dokumentation, wie Wasserentsalzung funktioniert und welche Auswirkungen zu berücksichtigen sind. Im Bewusstsein des dringenden Gebots, die Natur, die eigene Gesundheit und die Zukunft der Kinder zu schützen, engagiert sich die kanarische Bevölkerung gemeinsam mit Wissenschaftlern für Alternativlösungen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Die Kanarischen Inseln sind dank jahrzehntelanger Erfahrung heute führend auf dem Gebiet der Meerwasserentsalzung, ihre technische Expertise ist weltweit gefragt. Angesichts immer häufigerer Dürren im Zuge des Klimawandels wird die Gewinnung von Trinkwasser durch diese Technologie für immer mehr Menschen zur überlebenswichtigen Notwendigkeit.
05:55
Man kann Pelota mit der Hand spielen oder mit einem Schläger, auch mit einem eigens angefertigten Handschuh. Insgesamt gibt es etwa 20 Varianten. Wichtig dabei ist, dass es eine gegenüberliegende Wand gibt, die den geworfenen Ball zurückprallen lässt. Was sich einfach anhört, erfordert Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Im Baskenland wird dieser Sport seit Jahrhunderten betrieben. Hier wurde er erfunden und noch heute spielen ihn bereits die Kinder nach der Schule auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Pelota gilt als das Spiel der Basken. Und als eines der wichtigsten identitätsstiftenden Merkmale einer Region, die eine bewegte Geschichte hinter sich hat, aus sieben Provinzen besteht und auf der Grenze zweier Länder liegt. Ellande Alfaro spielte lange Zeit als Profi Pelota, heute produziert er die Bälle für das Spiel. Sie sind aus Gummi, Schafwolle und anderen einheimischen Materialien. In seiner Freizeit ist er als Schiedsrichter unterwegs, bewertet Spiele und unterrichtet junge Spieler. Die Brüder Jon und Patxi Tambourindeguy sind bis heute aktiv, spielen in der baskischen Liga. Für sie alle ist wichtig, dass Pelota lebendig bleibt. Ein Symbol der Eigenständigkeit - und sportliches Mittel der Politik.
06:50
Argentinische Teigtaschen: Empanadas / Ein Biss'chen Heimat: Federico, ein Argentinier in Montpellier / Ran an die Töpfe!
07:20
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Die tunesische Jugend aus der Sicht von Leyla Bouzid / Arizona: Once Upon a Time in the West / China: Gebratenes Schwein und getrocknete Radieschen von Xie / Département Ain: Der Schein trügt
08:05
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Die Bretagne, Olivier Adams literarischer Zufluchtsort / Gujarat: Die letzte Heimat des Asiatischen Löwen / Panama: Isabels frittierter Fisch / Kanada: Die ersten Umweltaktivisten
08:55
Unter der Herrschaft Ludwigs XIV. war Versailles eine ständige Baustelle. Auch anschließend wurde es von den nachfolgenden Bewohnern unaufhörlich umgewandelt. Daher hat das Kulturdenkmal, das Millionen Besucher heute erblicken, nur noch entfernte Ähnlichkeit mit der Residenz des Sonnenkönigs. Außerdem erzählt es nichts über seine erstaunliche Entstehungsgeschichte. Moderne Rekonstruktionstechniken eröffnen heute einen neuen Blick auf Versailles und seine Entstehung. Der Dokumentarfilm beobachtet die Wissenschaftler bei ihren Bemühungen, die Räume und Ausstattungen der verlorenen Orte zu rekonstruieren und die Entstehungsgeschichte des Schlosses zu klären. So rekonstruiert der Konservator des Schlossmuseums, Alexandre Maral, die irrwitzigen barocken Fantasiegebilde, die eine Zeit lang den Park füllten, und lässt die Zuschauenden eine wunderbare künstliche Grotte mit zauberhaften Springbrunnen erkunden. Der wissenschaftliche Direktor des Versailler Forschungszentrums, Mathieu da Vinha, führt detailliert vor, wie die großen Höflingsgemächer eingerichtet waren. Der Spezialist für die königlichen Sammlungen, Matthieu Lett, kann dank der 3D-Rekonstruktion des Privatmuseums von Ludwig XIV. die Hängung in diesem sehr privaten Ort in virtueller Realität ausprobieren. Verbunden mit der Untersuchung Tausender alter Pläne ermöglichen diese modernen Rekonstruktionstechniken eine vollkommen neue Erforschung der architektonischen Vergangenheit von Versailles und offenbaren deren verborgenen Sinn.
10:25
Im Serengeti-Nationalpark lassen sich die größten Herdenwanderungen der Welt beobachten: Auf der Suche nach saisonalen Futter- und Wasserquellen begeben sich jährlich Millionen Gnus und Zigtausende anderer Huftiere auf einen tausend Kilometer langen Treck durch die Savanne, von Tansania im Süden nach Kenia im Norden und wieder zurück. Ein atemberaubendes Naturschauspiel in einer unvergleichlichen Landschaft: ebenes Grasland, soweit das Auge reicht, hier und da unterbrochen von Flüssen, Hügeln und Waldstücken. Wo die Herden ziehen, sind auch hungrige Raubtiere nicht weit. Von den 300.000 Zebras auf Wanderung widmet sich die Dokumentation besonders einem einzelnen Tier: einer trächtigen Stute. Ihr Fohlen kommt gleichzeitig mit Tausenden Gnukälbern zur Welt. In der flachen, weiten Savanne lauern Raubtiere auf leichte Beute. Zebras sind intelligent und wissen, dass sie mit den riesigen Gnuherden ziehen müssen, um ihre Jungtiere zu schützen. Die Zebrastute folgt den Gnus, behält aber Gefahren stets im Auge. Nach mehr als 150 Kilometern muss das Zebrafohlen seinen ersten Fluss durchqueren. Hier lauern hungrige Krokodile im Hinterhalt, aber die Herde hat keine andere Wahl. Denn am anderen Ufer regnet es, und üppige Graslandschaften warten auf sie. Hinter der rutschigen Uferböschung, die erklommen werden muss, liegt die Grumeti-Ebene. Aber die Tiere müssen noch einen weiteren Fluss überwinden, den legendären Mara in Kenia, nach dem das Naturschutzgebiet Masai Mara benannt ist.
11:25
Bulgarien ist das Zentrum der globalen Rosenölproduktion. Jeden Frühling beginnt im Tal der Rosen ein Wettlauf gegen die Zeit: Innerhalb von vier Wochen müssen die Blüten jeden Morgen frisch geerntet werden. Doch Arbeitskräftemangel und steigende Kosten setzen die Branche unter Druck. ARTE Re: begleitet Pflücker und Rosenbauern und zeigt, wer den Preis für das kostbare Öl zahlt.
11:55
Normannische Küche: Kutteln nach Caener Art / Ein Biss'chen Heimat: Corentin, von der Normandie nach Polen / Ran an die Töpfe!
12:25
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Griechenland: Der Spleen des Schriftstellers Vassilis Alexakis / Nantes: die Hauptstadt der Pflanzen / Mexiko: die Chaya-Chilindrinas von Deysi / Die Suche nach dem Heiligen Gral in den USA
13:10
Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge: Yves Marchand und Romain Meffre fotografieren Detroit / Saint-Ouen: Schatzsuche auf dem "Dachboden der Welt" / El Salvador: Eder Angels Tamales mit Chipilínblättern / Dänemark: Woodstock auf skandinavische Art
14:00
Nordfriesland heute: Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt Hauke Haien zwei wichtige Funktionen im Küstenschutz. Er wird Deichgraf und Direktor des Küstenschutzes. Fachlich ist Hauke der beste Mann für diese Aufgabe, er ist ein Visionär, der im Einklang mit der Natur lebt und denkt. Allein die Menschen sind nicht seins. Als Eigenbrötler weiß Hauke kaum, wie er ein Publikum begeistern und Mitstreiter gewinnen kann. Seine Warnungen vor den Auswirkungen des Klimawandels werden im Dorf als Hysterie abgetan, obwohl die Küstenbewohner wissen, dass eine drastische Kurskorrektur der Klimapolitik unvermeidlich ist. Aber sobald diese die eigene Existenz betrifft, hält man lieber am Bewährten fest. Zu Haukes Glück unterstützt ihn seine Frau Elke. Umsichtig und klug gelingt es ihr, Hauke Gehör zu verschaffen. Seine Ansätze stoßen sogar in der Politik auf ein positives Echo. Man verspricht, ihn zu unterstützen, doch bald wird bekannt, dass seine Pläne sehr viel weiter reichen, als er selbst bisher kundgetan hat. Die moderne Adaption von Theodor Storms "Der Schimmelreiter" durch Francis Meletzky (Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer) überträgt die Vorlage in die Gegenwart und macht daraus einen spannenden Fernsehfilm, der mit dem Klimawandel eines der relevantesten Themen unserer Zeit in den Mittelpunkt stellt.
15:45
Über 20.000 Apfelsorten gibt es weltweit, jede mit eigenem Charakter und Aroma. Im Bergischen Land hegt und pflegt Apfelbauer Martin Thönes einen Mix aus modernen und alten Sorten. Familie Thomson in Devon setzt auf vegane Rezepte, um den Apfel in all seinem Glanz zur Geltung zu bringen. Von Adam und Eva über Schneewittchen bis hin zu Wilhelm Tell - der Apfel spielt in zahlreichen Mythen und Geschichten eine zentrale Rolle. Kein Wunder, gilt er doch als besonders gesund! Lucie Fischer-Chapalain entlockt Apfelresten einen aromatischen Essig, der als Würzmittel dient. Aus frischen Äpfeln und wärmenden Gewürzen kreiert sie außerdem ein köstliches Apfel-Nelken-Gel zum Garnieren von Desserts. Eine Reise durch die faszinierende Welt des Apfels, die Tradition, Kultur und Genuss verbindet.
16:15
"Schloss Schönbrunn" zeigt beeindruckende Bilder einer der schönsten herrschaftlichen Residenzen Europas so, wie es selbst die Habsburger Kaiser nie gesehen haben. Denn erst aus der Vogelperspektive, die moderne Drohnenkameras ermöglichen, offenbart sich die ganze Pracht und Größe dieses spätbarocken Juwels in Wien. Das gewaltige Ensemble mit Schloss, Park, Tiergarten und zahlreichen Nebengebäuden diente vom 18. Jahrhundert an den Herrschern aus dem Hause Habsburg als Wohnung, aber auch als repräsentativer Herrschaftssitz. Zwei Frauen stehen für die wechselhafte Geschichte des Schlosses: Kaiserin Maria Theresia und Kaiserin Elisabeth, bekannt als Sisi. Kaiserin Maria Theresia baute das Schloss aus, als Sommerresidenz war es gedacht. Wohnlich sollte es sein, zugleich aber repräsentativ. Und vor allem sollte es der Idee des Absolutismus sichtbar Ausdruck verleihen. Alles an diesem Schloss ist auf die Verherrlichung eines absolutistischen Herrschers ausgerichtet, der nur Gott untertan ist, sich selbst aber sein Land, sein Volk, ja Fauna und Flora untertan macht. Daher die Ornamentik der Beete, die Alleen aus in Form geschnittenen Bäumen, das Bildprogramm von Gloriette und Neptunbrunnen. Hieß es für Maria Theresia am Ende eines Sommers Abschied nehmen, so wollte Franz-Joseph mit seiner Sisi dort das ganze Jahr zubringen - allerdings wie auf einem Präsentierteller, denn der Park war schon lange den Wienern zugänglich. Sisi floh von Schönbrunn. Franz-Joseph blieb und starb dort vereinsamt. Glück hat der Prunk den beiden nicht gebracht.
17:50
Am Mont-Saint-Michel herrschen Gezeiten, die zu den stärksten in Kontinentaleuropa zählen. Sie machen die Bucht rund um die mehr als tausendjährige Abtei zu einem sich ständig wandelnden Lebensraum für Seehunde, Zugvögel und Trichterwürmer. Weiter nördlich, auf der schottischen Isle of Mull, tummeln sich Papageitaucher an der Küste, über der die Burg Duart Castle thront. Über den Klippen schwebt wieder der majestätische Seeadler. Der große Raubvogel war fast ausgestorben und gilt heute als Symbol für erfolgreichen Artenschutz. Im Loiretal bieten die Schlösser Chambord, Villandry und Chenonceau eine unerwartete Kulisse für eine vielfältige und verborgene Tierwelt. In den königlichen Wäldern verstecken sich Rothirsche, in den Feuchtgebieten seltene Salamander; Fledermäuse nisten auf alten Dachböden, und Schwalben bauen ihre Nester unter den Steinbögen. Weiter südlich offenbart die Alhambra in Granada eine weitere Facette der Beziehung zwischen Mensch und Wasser. Die Nasriden waren geniale Architekten und schufen mit ihrem wasserdurchfluteten Bauwerk eine wahre Oase für Insekten und seltene Amphibien. Die Reise endet am Pont du Gard, einem Meisterwerk römischer Ingenieurskunst. Am Fluss Gardon unter dem Aquädukt leben Biber, Vipernattern und Etruskerspitzmäuse. Ein weiterer Beweis, dass die größten Bauwerke zu Refugien für allerlei Lebewesen werden können, wenn Mensch und Natur in Einklang miteinander leben.
18:35
Ob in den tiefen Wäldern der Karpaten oder hoch oben auf den Gletschern des Mont Blanc: In diesen großartigen Landschaften voller Felsen, Burgen und historischer Stätten entsteht teilweise eine neue Beziehung zwischen Mensch und Natur. In den rumänischen Karpaten erwachen im Schatten des sogenannten Dracula-Schlosses Fledermäuse und Braunbären aus ihrem Winterschlaf. Auch der Wisent, das größte Landsäugetier Europas, ist hier wieder heimisch geworden und trägt zur Regeneration uralter Ökosysteme bei. Weiter westlich, im Elsass, zu Füßen der Hohkönigsburg kämpft der durch die moderne Landwirtschaft stark bedrohte Feldhamster ums Überleben. Die Weißstörche, die beinahe ausgestorben waren, nisten inzwischen wieder auf den Dächern der Dörfer und werden so zum Symbol für ein überwiegend harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier. In der Sächsischen Schweiz überragen atemberaubende Felsformationen die Basteibrücke. Jedes Jahr bewundern Millionen Besucherinnen und Besuchern die fantastische Landschaft, die ein idealer Zufluchtsort für Wanderfalken ist. Hier zeigt sich, dass nachhaltige Forstwirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Schließlich führt die Reise in die Pyrenäen und in das Mont-Blanc-Massiv. Auf dem Pic du Midi de Bigorre wird deutlich, wie stark die Ökosysteme durch den Klimawandel unter Druck geraten. Im Mont-Blanc-Massiv entdecken Wissenschaftler zudem, dass selbst der Schnee eine eigene, unsichtbare Lebenswelt beherbergt: Mikroalgen bilden eine Art "Hochgebirgsozean", der für das Leben in den Bergen unverzichtbar ist.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen.
19:40
In Lierneux in den belgischen Ardennen leben psychisch kranke Patienten in Gastfamilien, fernab von geschlossenen Anstalten. Für sie beschränkt sich die Therapie nicht nur auf regelmäßige Arztbesuche, sie beginnt schon im Alltag, in der Küche, am Esstisch und im täglichen Kontakt mit der Gastfamilie. Dieses einzigartige Modell hat seinen Ursprung im Mittelalter in der flämischen Stadt Geel, dort nahmen die Bürgerinnen und Bürger schon damals Menschen mit psychischen Leiden bei sich zu Hause auf. Die Reportage begleitet Patienten, eine Gastfamilie und Pflegekräfte, die gemeinsam versuchen, ein fragiles Gleichgewicht aufrechtzuerhalten: Freiheit zu erlauben, ohne die Betreuung zu vernachlässigen. Denn hier vermischen sich täglich psychiatrische Betreuung und Alltag: Gemeinsam kochen und essen, die Arbeit auf dem Feld oder einfach nur jemand, der abends auf einen wartet - all das sind Wege, mit der Krankheit umzugehen und ein erfülltes Leben zu führen. Diese Alternative zur psychiatrischen Einweisung ist heute in Belgien gefährdet, denn es fehlt an Gastfamilien und auch am Geld zu deren Unterstützung.
20:15
Tagsüber rast die 29-jährige Valeska aka Les für einen kleinen, alternativen Kurierdienst durch Hamburg, von Lieferung zu Lieferung. Nach Feierabend feiert sie mit ihrer Kurier-Gang, die wie eine Familie für sie ist, und genießt ihre Situationship mit Roya. Diesen Alltag aus körperlicher Kontrolle auf dem Rad und Kontrollverlust, sobald sie vom Sattel steigt, würde Les um nichts auf der Welt aufgeben. Als sie erfährt, dass sie schwanger ist, steht für sie fest, keine Mutter werden zu wollen. Doch dann steht ihr Vater, Norbert, nach langer Funkstille vor ihrer Haustür. Les ist überfordert, flieht aus dem Haus und wird von einem Auto angefahren. Mutter und Kind kommen glimpflich davon. Als selbstständige Kurierfahrerin bekommt sie kein Krankengeld. Ohne Les' Wissen heuert Vater Norbert bei dem Kurierdienst als Ersatzfahrer an. Währenddessen versucht Les, ihre Abtreibung vorzubereiten. Doch als sie ihrem Kollegen Tyler, dem werdenden Vater, von der Schwangerschaft erzählt, ist er überglücklich und auch Roya möchte das Kind zusammen mit ihr großziehen. Les gerät ins Straucheln ... "Sommer auf Asphalt" ist inspiriert von Wolf Schmids Roman "Pedalpilot Doppel-Zwo", Regie führte Simon Ostermann. Premiere feierte der Film 2026 als Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfests Emden-Norderney, mit Mala Emde und Christoph Maria Herbst in den Hauptrollen.
21:45
Obwohl die Hälfte der Weltbevölkerung die Menopause erlebt und viele Frauen so schwere Beschwerden haben, dass ihr Alltag stark beeinträchtigt ist, ist diese Lebensphase noch immer wenig erforscht. Über Jahrhunderte trugen historische Vorurteile dazu bei, dass viele Betroffene im Stillen litten und Wissen bis heute begrenzt ist. Nun suchen Forschende weltweit nach Antworten, um die Auswirkungen des Östrogenrückgangs auf Körper und Gehirn zu ergründen. Warum haben vier von fünf Frauen Hitzewallungen, mehr als ein Viertel Schlafstörungen? Warum leiden 41 Prozent unter Gedächtnisproblemen? Warum hat die Altersgruppe 45 bis 54 Jahre die höchste Selbstmordrate? Wie hängen Menopause-Symptome mit dem dreifach höheren Alzheimer-Risiko von Frauen und Depressionen zusammen? Welche Möglichkeiten gibt es, dem entgegenzuwirken? "Menopause Mystery" bricht Tabus, deckt Mythen und Fehlinformationen auf und rückt die Menopause in ein neues Licht.
22:40
Der politische Aufbruch an der Universität Vincennes kippt in Misstrauen, Paranoia und groteske Selbstentlarvung. Nachdem Jimmy verhaftet wurde und das versteckte Arsenal in Gérards Wohnung unentdeckt blieb, wächst innerhalb der Gruppe der Verdacht, dass es einen Informanten geben muss. Claudine gerät schnell in den Fokus der Anschuldigungen. Während Gérard und Françoise fieberhaft nach einem Verräter suchen, zeigt sich, wie fragil Solidarität wird, sobald Angst, Schuld und Eitelkeit ins Spiel kommen. Claudines Situation verschärft sich, denn Jacques drängt sie, ihm brisante Informationen über die linke Gruppe zu liefern. Doch Claudine beginnt, sich diesem Zugriff zu entziehen. Während ein Foucault-Vortrag über Überwachung und staatliche Kontrolle die Ereignisse auf theoretischer Ebene spiegelt, wird auf dem Campus immer deutlicher, wie eng politische Praxis und Beobachtung miteinander verknüpft sind. Schließlich entladen sich die inneren Spannungen der Gruppe in einer Reihe schmerzhafter Selbstbekenntnisse. Klassenherkunft, Begehren, Eifersucht und revolutionäre Pose brechen offen hervor. Was als Suche nach einem Verräter beginnt, wird zu einer bitteren Offenlegung bürgerlicher Widersprüche und politischer Illusionen. Claudine erkennt dabei endgültig, dass ihr weder Jacques noch die Polizei einen Ausweg bieten können. Indem sie sich von ihm lossagt, entscheidet sie sich erstmals klar für die eigene Wahrheit. Doch der Preis bleibt hoch: Jimmy kehrt geschunden von der Polizei zurück und bekommt die Folgen der temporären Festnahme zu spüren.
23:10
In Vincennes wird aus politischer Theorie offene Konfrontation. Die Entlassung von Jimmy und die prekäre Lage der Reinigungskräfte lösen an der Universität einen Streik aus, den Gérard und Françoise zu einem größeren Aufstand ausweiten wollen. Mit Parolen, Liedern und wachsender Entschlossenheit versuchen sie, Studierende und Beschäftigte zu mobilisieren und die Arbeitskämpfe der "Unsichtbaren" ins Zentrum des Campus zu rücken. Für einen kurzen Moment scheint die Vision einer gemeinsamen Bewegung greifbar. Doch die politische Dynamik kollidiert schnell mit institutionellen Zwängen, persönlichen Interessen und sozialer Realität. Während Merloux sich gesprächsbereit zeigt und Zugeständnisse macht, verweigert er gleichzeitig die zentrale Forderung nach einer direkten Anstellung der Reinigungskräfte durch die Universität. Damit bleibt die strukturelle Unsicherheit der Arbeiter bestehen. Zugleich droht Claudines eigener Lebensentwurf zu zerbrechen: Weil der Streik den Lehrbetrieb lahmlegt, geraten ihre Prüfungen, ihre Stipendienchancen und damit ihre gesamte Zukunft ins Wanken. Währenddessen wird auch Jacques wieder aktiv und versucht, im Schutz des Chaos Informationen für die Polizei zu sammeln. Auch innerhalb der Gruppe verschieben sich die Beziehungen: Zwischen Françoise und Gérard knistert es - sowohl intellektuell als auch körperlich. Doch der Traum einer solidarischen Revolte hält nicht lange. Als die Universitätsleitung die Müllberge räumen lässt und damit den Streik faktisch bricht, kippt die Stimmung.
23:40
Die Lage in Vincennes spitzt sich zu: Präsident André Merloux wird seit Tagen von einer Gruppe maoistischer Studierender festgehalten. Was als politische Aktion begann, kippt zunehmend in ein gefährliches Machtspiel zwischen Ideologie, persönlicher Verzweiflung und moralischer Grenzüberschreitung. Während Jimmy und Ahmed auf konkrete Zusagen für Arbeit und ein würdiges Leben drängen, macht die Kerntruppe die Besetzung zum symbolischen Tribunal über Klassenkampf, Gewalt und Verrat. Mitten im Chaos aus Vollversammlungen, improvisierter Bürokratie und revolutionärer Rhetorik werden auch die Widersprüche der Institution selbst sichtbar: Opportunismus, Manipulation und die Frage, wie viel Befreiung ein System verträgt, das sich doch permanent selbst verwaltet. Claudine sieht angesichts brennender Zertifikate ihren Klassenaufstieg sich in Luft auflösen. Sekretärin Nino versucht, den Universitätsalltag im Krisenmodus aufrechtzuerhalten; Merloux verteidigt sich in seiner Notlage mit philosophischer Schärfe. Als aus dem politischen Schauprozess existenzieller Ernst wird, droht die Situation endgültig zu eskalieren. Doch ausgerechnet im Moment größter Zuspitzung offenbart sich, dass nicht nur die Revolution, sondern auch die Universität selbst auf Fiktionen, Improvisationen und Täuschungen gebaut ist. Auf Regierungsseite sieht sich Jacques durch einen Mitschnitt aus Merloux' verwanztem Büro schon als entscheidender Akteur bei der Auflösung von Vincennes triumphieren.