16:55
Das Sultanat Oman ist das vielleicht bestgehütete Geheimnis des Nahen Ostens. Dieser Winkel Arabiens beherbergt unvergleichliche Landschaften und einige der produktivsten Ökosysteme unseres Planeten. Hier leben seltene Tiere: Buckelwale, Arabische Wölfe, Karakale und das Arabische Chamäleon. Das Geheimnis des Artenreichtums liegt im Sommermonsun, dem sogenannten Kharif, der der südlichen Küste Regen bringt. Wadis, in die Berge gegrabene trockene Flussbetten, füllen sich mit Wasser und die trockene Landschaft erwacht zum Leben. Der Kharif wird durch starke Böen angetrieben, die im nördlichen Indischen Ozean entstehen und eine der stärksten Strömungen der Erde antreiben. Dadurch können in der sonst so warmen Meereslandschaft Seetangwälder wachsen, die den perfekten Lebensraum für den Oman-Anemonenfisch bilden. Das kalte, nährstoffreiche Wasser, das an die Oberfläche getrieben wird, sorgt für reiches Planktonvorkommen. Es ist Nahrungsgrundlage für Millionen von Meerestieren, darunter auch der Arabische Buckelwal - von dem es weniger als 100 Individuen auf unserem Planeten gibt, die alle hier im Arabischen Meer zu finden sind. Der Reichtum, der so viele Lebewesen ins Arabische Meer lockt, steht im Gegensatz zur kargen Landschaft von Omans größter Insel - Masirah. Und doch ist diese unwirtliche Insel wichtig für das Überleben mehrerer bedrohter Arten wie dem Schmutzgeier. Für die Unechte Karettschildkröte ist es die wichtigste Küstenlinie im Indischen Ozean. 90 Prozent der Population kehren hierher zurück, um ihre Eier abzulegen.
17:50
Die Regenwälder des Khao Sok, einer der schönsten Nationalparks Thailands, gehören zu den ältesten der Welt. Um die Tiere hier kümmert sich Jo, der Chefbiologe für Südthailand. Zu seinen Aufgaben gehört es, die im Park lebenden Fledermausarten zu bestimmen. Sie zu fangen ist schwierig und gefährlich. Immer wieder passiert es, dass er und seine Mitarbeiter von einem Tier gebissen werden. Das ist überaus schmerzhaft und kann zu lebensbedrohlichen Infektionen führen. Immer wieder werden im Khao-Sok-Nationalpark neue Spezies entdeckt. Und Jo würde gerne eine neue Fledermausart fangen. Sorgen bereiten ihm die Elefanten des Parks. Ein Stausee zerteilt die großen Waldgebiete und beeinträchtigt die Wanderung der Elefanten. Jo muss einen Ausweg suchen, um die Bestände der Tiere zusammenzuführen. Von hier aus ziehen sich Kalksteinkarstberge bis hinunter zur südwestlichen Küste Thailands. Auch im Golf von Thailand sind die Karstberge zu finden, die oft von Höhlensystemen durchzogen sind. Dort brüten die Weißnestsalanganen, deren Nester hoch an den Höhlendecken hängen und die in China als Delikatesse gelten. Ein Vermögen wird für die Nester aus Vogelspeichel bezahlt, aber nur unter Gefahren können die Männer von den Inseln sie ernten. Im Nationalpark Khao Sok streift der Biologe Jo mit seinen Leuten durch die Wälder auf der Suche nach Elefanten. Keiner weiß, wie viele hier leben. Er will ihre Zahl erfassen. Die Wälder und der große See des Khao Sok sind bestechend schön, aber der friedliche Eindruck täuscht. Das Leben im Einklang mit der Natur verlangt den hier lebenden Menschen all ihre Kraft ab.
18:30
Jedes Jahr im Herbst steigt der Shinto-Priester Hirose hoch zum Vulkan Unzen, um die Gottheit für das Herbstfest herunterzuholen. Sie soll den Vulkan besänftigen. Der Unzen, einer der großen aktiven Vulkane auf Kyushu, der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln, hat schon Feuer gespuckt und dabei vielen Menschen den Tod gebracht. Jetzt gehört der Vulkan zu einem Nationalpark, bedrohlich, aber schön. Seit jeher ziehen die japanischen Vulkane die Menschen an. Sie glauben, dass auf den Gipfeln die Götter wohnen. So sagen die Priester der Shinto-Religion, dass so viel Macht göttlich sein müsse. Die faszinierende Naturgewalt des Vulkans Sakurajima im Süden von Kyushu lässt den Fotografen Takehito Miyatake nicht mehr los. Um Aufnahmen zu machen, fährt er jeden Monat zehn Stunden mit dem Auto zum Sakurajima, einem überaus aktiven Vulkan, der beständig Asche und Gestein in den Himmel wirft. Der Vulkan ist für ihn wie eine Geliebte, deren Reizen er sich nicht mehr entziehen kann. An den Hängen der Vulkane nutzen Bauern die fruchtbare Erde für den Reisanbau, Nudelmacher verwenden dieses Getreide und die heißen Quellen, um einmalige Delikatessen herzustellen. Und der Fischer Michihiro Harada fängt mit traditionellen Methoden geschickt die amphibischen und schlauen Schlammspringer, die es gerade in der aus Vulkanasche bestehenden Ariake-See massenhaft gibt. Denn auch die Tiere haben einen Weg gefunden, im Schatten der Vulkane zu leben, seien es Schlammspringer, Krabben oder Affen.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
19:40
"Er ist wieder nicht da", sagt Andrei Costea. Dabei hatte der Eigentümer des Bauernhofs der Vermessung telefonisch zugestimmt. Frustriert packen die Topographen aus Bukarest ihre Messgeräte wieder ein. Allein die Fahrt in die Banater Berge hat acht Stunden gedauert. Nun stehen sie bereits zum zweiten Mal vor verschlossener Tür. Seit 2014 versucht Rumänien mit EU-Geldern, alle Grundstücke des Landes zu erfassen. Doch das Kataster zählt bis heute zu den unvollständigsten der EU. Besonders in den entlegenen Bergregionen gibt es große Lücken. Hier regeln die Bauern ihren Grundbesitz seit Generationen per Handschlag und ohne Notar. Dass Eigentum heute nur noch mit zentimetergenauen Koordinaten aus Satellitentechnik anerkannt wird, löst Misstrauen aus: "Viele denken, dass wir in irgendeinem politischen Auftrag kämen und ihr Land wegnehmen wollen", so Topograph Andrei. "Dabei wollen wir doch nur unsere Kataster-Arbeit machen!". Einer, der beide Welten kennt, ist Luca Cionca. Der 65-Jährige lebt mit seiner Frau Maria in der Bergsiedlung Inele?, erreichbar nur durch einen zweistündigen Fußmarsch und über eine steile Leiter. Luca kennt jeden Baum auf seinem 13 Hektar großen Grundstück, doch auf dem Papier existierte sein Besitz lange nicht. "Man hat geerbt und wusste einfach, was einem gehört", erklärt Luca Cionca, "aber man hatte kein Dokument, keinen Grundbucheintrag". Ursprünglich wollte Rumänien bereits 2024 ein vollständiges Kataster haben. Auch die neue Frist bis 2027 ist ambitioniert. Den Topographen geht es nicht nur ums Vermessen, sondern auch ums Vertrauen der Bauern.
20:15
Unvermittelt taucht Ex-Kommissar Dennert - Ingo Thiels alter Kollege und Lehrmeister - im Polizeipräsidium Mönchengladbach auf. Dennerts Besuch hat einen wichtigen Grund: Es gibt neue Spuren in einem 30 Jahre alten, ungelösten Vermisstenfall. Damals verschwand der 15-jährige Sven eines Abends spurlos. Die eilig zusammengestellte Sonderkommission tappte im Dunkeln. Umso verstörender war es, als schon bald Briefe aus verschiedenen Ländern bei den Eltern eintrafen: alle verfasst von einem Jungen namens Chris. Dieser schrieb, dass es Sven gut gehe und sie sich gemeinsam auf einer längeren Reise befänden. Die Briefe waren für die Nerven der Eltern eine Zerreißprobe. Die Polizei glaubte an einen Trittbrettfahrer, denn einen Chris gab es in Svens Umfeld nicht. Dann kamen plötzlich keine Briefe mehr. 30 Jahre lang. Als die mittlerweile 70-jährigen Eltern eines Tages wieder Briefe von Chris erhalten, trifft sie das schwer. Könnte es doch noch Hoffnung geben, ihren Sohn wiederzufinden? Nun landen die mysteriösen neuen Briefe auf dem Schreibtisch von Ingo Thiel. Er veranlasst eine intensive kriminaltechnische Untersuchung des Beweismaterials. Eine eigens vom LKA bestellte Expertin für operative Fallanalyse bestätigt, dass nicht nur der Duktus der neuen Briefe dem der Jahrzehnte älteren Exemplare gleicht, sondern auch Satzbau und Wortwahl weiterhin auf dem Niveau eines Jugendlichen mit geringem Bildungsstand sind. Das kommt den Ermittlern merkwürdig vor ...
21:45
Die Gipsy Kings zählen zu den erfolgreichsten musikalischen Exporten Frankreichs. Die Band besteht aus Mitgliedern der Roma-Familie Reyes aus der Camargue, deren musikalische Wurzeln bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Damals begleiteten die Söhne und ein Schwiegersohn den Flamencosänger José Reyes. Aus ihrer Interpretation der Rumba catalana entwickelte sich ein einzigartiger Sound, der Anfang der 1980er Jahre die Dancefloors weltweit eroberte. Ihr virtuoses Gitarrenspiel inspirierte Künstler wie Joan Baez und prägte später sogar Stars wie Rosalía. Hits wie "Bamboléo", "Djobi Djoba" oder "Volare" stehen auch heute noch auf den Playlists in Frankreich, aber auch in Osteuropa, den Vereinigten Staaten und Japan. Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich ein zerrissenes Familienunternehmen. Streit um Ruhm und Geld führte dazu, dass mehrere Gründungsmitglieder die Band verließen. Zwar sorgt die akkurate Aufreihung virtuoser Akustikgitarristen auf der Konzertbühne dafür, dass der Schein gewahrt bleibt, doch die Gipsy Kings sind heute eher eine Marke mit wechselnder Besetzung. Die Dokumentation bietet seltene Einblicke: Die meisten Gründungsmitglieder sprechen erstmals offen vor der Kamera. Neben der bewegten Geschichte der Band analysiert der Film auch den Einfluss der Sinti- und Roma-Musik auf den globalen Latin-Pop.
22:40
Auf ihrer Tour "Oral Fixation" füllte Shakira mit ihren größten Pop-Hits ganze Stadien. Die Live-Aufnahmen der Shows zeigen die beeindruckende Bühnenpräsenz und Kondition der wohl berühmtesten kolumbianischen Sängerin. Der Film "Shakira - Oral Fixation Tour" verewigt mit Konzertaufnahmen aus Miami (Florida) und San Juan (Puerto Rico) Shakiras berühmte Welt-Tournee 2006/2007. Bei dieser außergewöhnlichen Tour machte die Sängerin in 27 Städten Halt und spielte 41 ausverkaufte Konzerte (mit 2,7 Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen) auf fünf Kontinenten. Ein Kraftakt und zugleich ein Beleg für Shakiras erfolgreiche internationale Karriere, die 2001 mit ihrem ersten englischsprachigen Welthit "Whenever, Whenever" (eine Singleauskopplung des Albums "Laundry Service") begann. Ein Film mit Live-Performances von Songs wie "La Tortura" (mit Alejandro Sanz), "Whenever, Wherever", "Underneath Your Clothes", "Inevitable", "Don't Bother, "Hey You" und dem Welterfolg "Hips Don't Lie" (mit Wyclef Jean). Aufzeichnung vom September 2006 in Miami, USA, und vom Dezember 2006 in Puerto Rico.