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TV Programm für ARTE am 12.10.2026

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Re: 19:40

Re:: Workuta - Russlands vergessene Stadt in der Arktis

Reportage

Die russische Stadt Workuta wurde einst als Straflager und Bergbaustadt für deutsche Kriegsgefangene gegründet. Vor Beginn des Zerfalls der Sowjetunion hatte die Stadt rund 120.000 Einwohner, zuletzt noch etwa 55.000. Damit war Workuta eine der am schnellsten schrumpfenden Großstädte Russlands. Workuta liegt oberhalb des Polarkreises, der Winter dauert hier neun Monate und nach der Schließung vieler Kohleminen gab es kaum noch Jobs. Ganze Stadtteile wurden zu Geisterstädten. Dazu kommt, dass die Stadt nicht ans Straßennetz angeschlossen ist und etwa 1.000 Kilometer nördlich der nächstgelegenen Großstadt liegt. Doch Workuta entfaltet eine neue Anziehungskraft. Viele Menschen können sich die Mieten in Russlands Großstädten nicht mehr leisten. Russlands soziale Netzwerke sind gerade voll mit dem Thema: Hier gibt es Eigentumswohnungen ab 500 Euro zu kaufen! Ein Eigenheim zum Preis eines Smartphones! Auch Elena Sbezhnewa wohnt seit Kurzem hier. Sie ist Kriegsflüchtling aus dem Donbass. Eine Wohnung im Rest Russlands konnte sie sich nicht leisten. Nun wohnt sie in einer modernen Wohnung, die sie für rund 8.000 Euro Kaufpreis erworben hat. Sie leidet trotzdem unter den allgemeinen Problemen wie Einsamkeit, Dunkelheit, Abgeschiedenheit und Entfernung zu Bekannten. Doch Workuta war für sie die einzige Möglichkeit, eine eigene Wohnung zu besitzen. In Zeiten von Krieg und Krisen findet man in Workuta zumindest das, was der Rest Russlands aktuell nicht bieten kann: Ruhe und Sicherheit.

Kommissar Maigret sieht rot 20:15

Kommissar Maigret sieht rot

Kriminalfilm

Im Pariser Stadtteil Pigalle wird ein Amerikaner aus einem vorbeifahrenden Wagen erschossen. Kommissar Maigrets Kollege, Inspektor Lognon, wird Zeuge des Verbrechens. Er alarmiert die Polizei, doch als diese eintrifft, ist die Leiche verschwunden. Für Maigret beginnt ein rätselhafter Fall. Die Spuren führen ihn tief in das Milieu amerikanischer Gangster, die sich in Paris ein neues Machtzentrum aufbauen wollen. Trotz des Drucks amerikanischer Diplomaten und Ermittlungsbehörden verfolgt Maigret unbeirrt seinen Plan. Plötzlich wird Lognon entführt ... Mit "Kommissar Maigret sieht rot" inszenierte Gilles Grangier einen Kriminalfilm, der klassische Ermittlungsarbeit mit dem Film-noir-Flair des Paris der 1960er Jahre verbindet. Jean Gabin spielt den berühmten Kommissar mit ruhiger Autorität und feinem Gespür für die Menschen hinter dem Verbrechen. Der Krimi ist Jean Gabins dritte und letzte Verkörperung des legendären Kommissars Jules Maigret. Die Verfilmung basiert auf Georges Simenons Roman "Maigret, Lognon und die Gangster" aus dem Jahr 1951. Regisseur Gilles Grangier drehte an Originalschauplätzen in Paris und setzte mit Michel Legrands Musik auf einen nüchternen, spannungsvollen Stil, der den Maigret-Filmen bis heute ihren besonderen Charakter verleiht.

Das Mädchen mit den goldenen Händen 21:40

Das Mädchen mit den goldenen Händen

Drama

Katharina Schubert wurde durch deutsche TV-Serien als Schauspielerin bekannt. "Das Mädchen mit den goldenen Händen" ist Schuberts Regiedebüt, für das sie auch das Drehbuch schrieb. Sie selbst ist in der alten Bundesrepublik geboren; durch Verwandte ihrer Mutter erlebte sie aber die Unterschiede zwischen dem Leben in den zwei Systemen. Ihre Eindrücke hat Schubert in diesem Familiendrama eingefangen. "Mit Bedacht und viel Umsicht lotet das Drama die Gräben zwischen Ost und West aus, wo Menschen zwischen Erinnern und Vergessen nach Wegen suchen, wie es weitergehen soll."

Aelita 23:20

Aelita

Stummfilm

Mit "Aelita" schuf Regisseur Jakow Protasanow 1924 einen Meilenstein der Science Fiction. Der Stummfilm erzählt von dem Moskauer Ingenieur Loss, der geheimnisvolle Signale aus dem All empfängt und von einer Reise zum Mars träumt. In seinen Visionen begegnet er der Marskönigin Aelita und gerät in einen Konflikt zwischen Liebe, Macht und Revolution. Dabei verschmelzen Realität, Fantasie und gesellschaftlicher Umbruch zu einem ebenso ungewöhnlichen wie faszinierenden Filmerlebnis. Seine herausragende Stellung in der Filmgeschichte verdankt Aelita vor allem seiner revolutionären Bildgestaltung. Die von der Avantgarde-Künstlerin Alexandra Exter entworfenen futuristischen Kostüme und Bühnenräume verbinden Kubismus, Konstruktivismus und moderne Kunst zu einer visionären Weltraumästhetik, die das Science-Fiction-Kino nachhaltig prägte. Für die musikalische Begleitung sorgt die finnische Band Cleaning Women, die mit selbst gebauten Instrumenten aus Alltagsgegenständen einen unverwechselbaren Klangkosmos erschafft. Zwischen Industrial-Rock, elektronischen Grooves und Avantgarde entwickeln die drei Musiker einen pulsierenden Sound, der die futuristischen Visionen des Films eindrucksvoll in die Gegenwart transportiert. Die Band ist international für ihre Neuvertonungen von Stummfilmklassikern bekannt und veröffentlichte bereits 2004 ihre Musik zu Aelita als eigenes Album. Fast ein Jahrhundert nach seiner Entstehung wirkt der Stummfilm noch immer modern - als utopisches Weltraummärchen, politisches Gleichnis und Triumph filmischer Fantasie.