19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Ulama - von zwei Mannschaften à fünf Spielern auf einem langen, schmalen Feld ausgetragen, erinnert es an Volleyball. Bei Ulama erfolgt aber nur der Aufschlag mit der Hand, danach wird mit der Hüfte gespielt. Man kennt das Ballspiel schon von den Azteken, Maya, Olmeken und anderen Völkern Mittelamerikas. Einst ging es um Leben und Tod, um die Gunst der Götter oder um Sieg und Niederlage in bewaffneten Konflikten. Deshalb verboten die spanischen Priester das Spiel nach der Eroberung Mexikos. Aber in kleinen Bergdörfern zwischen der Pazifikküste und der Sierra Madre, im Bundesstaat Sinaloa, hat Ulama überlebt. Seine Renaissance ist der Familie Lizárraga zu verdanken, die sich seit drei Generationen bemüht, das Spiel wieder populär zu machen. José Lizárraga ist nicht nur Spieler und Trainer, sondern auch Präsident des ersten und einzigen Ulama-Verbandes. Heute gibt es in Mexiko wieder über tausend aktive Ulama-Spieler. Die Hochsaison des Spiels beginnt im Herbst, wenn die Ernte eingebracht ist und die Tage kühler werden. Die jährliche Meisterschaft wird als Turnier im Dezember veranstaltet. Zwei Dutzend Herren-, Damen- und Juniorenteams aus ganz Mexiko, auch aus der Hauptstadt und den USA. reisen an. Schon die Unterbringung und Verköstigung der Gäste in den Dörfern ist eine Herausforderung. José hat alle Hände voll zu tun, aber er ist auch in Sorge. Denn er hat seine Frau Tanya Maria und den neun Monate alten, kranken Sohn Sebastian Itzcoatl lange nicht gesehen. Denn sie leben in Guadalajara, wo die medizinische Versorgung besser ist. Wird er sie zum Turnier wiedersehen? Und wird sein Traum von der Titelverteidigung wahr werden?
20:15
Acht Jugendliche an der berühmten New Yorker "High School of Performing Arts" werden von der Aufnahmeprüfung bis zur großen Abschlussperformance begleitet. Vereint durch ihren großen Traum steht ihnen jedoch nicht nur das anstrengende Training bevor, sondern auch die harte Schule des Lebens. Oscarprämierter Episodenfilm mit mitreißenden Musik- und Tanzszenen. Der große Traum vom Showbiz: Wer das harte Casting der "High School of Performing Arts" in New York hinter sich gebracht hat, hat noch einen steinigen Weg bis zum Ruhm vor sich. In den drei Studiengängen Musik, Tanz und Schauspiel müssen die Studierenden alles geben, um später für das harte Showbiz gewappnet zu sein. Im aktuellen Jahrgang prallen komplett unterschiedliche Charaktere aufeinander. Zum Beispiel muss die schüchterne Doris, behütet von einer überfürsorglichen Mutter, sich mit Leroy aus einem New Yorker Ghetto verständigen. Oder der introvertierte Montgomery, der den Hänseleien des vorlauten Ralph ausgesetzt ist. Auf dem Weg bis zum Abschlussball müssen die jungen Künstler durch die harte Schule des Lebens gehen: Coming-outs, häusliche Gewalt, erste Liebesnächte, stolze Eltern, sexuelle Übergriffe, unverhoffte Schwangerschaften und besonders der Umgang mit Erfolg und Misserfolg neben der kräftezehrenden Ausbildung. Für seinen Film castete Alan Parker echte Studierende der New Yorker "High School of Performing Arts" und kreierte mit spaßigen Musicalszenen im Discoglanz der 80er Jahre ein lebensechtes Ensemblestück, dessen Titel "Fame" einen ironischen Unterton mitschwingen lässt.
22:20
"Dirty Dancing" - nur eine seichte Musik-RomCom der 80er Jahre? Keineswegs. Hinter der Liebesgeschichte steckt eine politische Erzählung mit klarer feministischer Dimension. Baby trainiert nur deshalb so intensiv mit Johnny für den Wettbewerb, weil sie kurzfristig dessen eigentliche Tanzpartnerin ersetzt. Diese lässt in der Zwischenzeit einen illegalen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Die Handlung spielt 1963, als Abtreibung in den USA noch strafbar war. Bis zum Grundsatzurteil "Roe gegen Wade", das das Recht auf Abtreibung landesweit absicherte, vergingen noch zehn Jahre. Drehbuchautorin Eleonor Bergstein verknüpfte, auch auf Grundlage eigener Erfahrungen, Romanze und das Thema Abtreibung bewusst miteinander. Sie war überzeugt, dass politische Botschaften in einem populären, glamourös inszenierten Film ein größeres Publikum erreichen würden. "Ein Musikfilm mit einer Prinzessin, die keine andere Wahl hat, als sich unters Messer eines Quacksalbers zu legen, um sich nicht ihre Zukunft zu verbauen, ist der beste Weg, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren", sagte sie. Als "Dirty Dancing" 1987 in die Kinos kam, war Abtreibung in den USA zwar legal, doch die Pro-Life-Bewegung gewann unter Präsident Ronald Reagan an Einfluss. Indem Bergstein die Geschichte in eine Zeit vor der Legalisierung verlegte, erinnerte sie an die Bedeutung dieser hart erkämpften Errungenschaft. "Dirty Dancing" heute wiederzusehen heißt deshalb auch, einen Film neu zu entdecken, der weit über die Konventionen der RomCom hinausgeht und überraschend deutlich für Feminismus und sexuelle Selbstbestimmung eintritt. Lange nach "Roe gegen Wade" stehen das Recht auf Abtreibung und andere Freiheiten in den Vereinigten Staaten erneut massiv unter Druck. Vor diesem Hintergrund wirkt "Dirty Dancing" aktueller denn je.
23:15
Patrick Swayze ist eine Leinwandikone und blieb, wie sein Vater, immer auch ein Cowboy. Seine Mutter war eine gefeierte Choreographin und Patrick sollte das Beste seiner Eltern in sich vereinen: Athlet, Wettkämpfer, Künstler. Nachdem er sich in New York in einer Ballettkompanie einen Namen gemacht hatte, zog er nach Los Angeles, um Filmstar zu werden. Wie keiner vor ihm hatte er den Ehrgeiz, alle körperlichen Herausforderungen und Stunts selbst auszuführen. Seinem Talent, aber auch seiner unbedingten Härte gegen sich selbst verdankte er große Erfolge - und sie führten ihn in große Krisen. Durch alle diese Phasen begleiteten ihn seine Ehefrau Lisa Niemi und wenige Vertraute wie seine Agentin, seine Managerin und Schauspielerkollegen. In diesem Dokumentarfilm berichten sie von seinem Leben und seiner Karriere und zeichnen das Bild eines Künstlers zwischen Depression und Manie, zwischen Abschottung und Geltungsdrang. In Archivaufnahmen kommt auch immer wieder Patrick Swayze selbst zu Wort und erzählt von Höhenflügen und Fluchten aus Hollywood in die Einsamkeit der Ranch in New Mexico. Swayze starb 2009 mit nur 57 Jahren.