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Paris, 1858: Nach einem Attentat an der damaligen Pariser Oper, das ihn und die Kaiserin beinahe das Leben gekostet hätte, beschließt Napoleon III., in seiner Hauptstadt ein neues, prunkvolles und vor allem sicheres Opernhaus bauen zu lassen. Ganz unerwartet gewinnt ein junger, unbekannter Architekt den Wettbewerb: Charles Garnier. Fast 15 Jahre lang baut er mit seinem Team und Hunderten von Handwerkern das größte Theaterhaus des 19. Jahrhunderts. Der junge Architekt setzt moderne neue Werkstoffe wie Metall ein und beschäftigt die größten Talente seiner Zeit, etwa den Bildhauer Louis-Félix Chabaud. Bis zur Fertigstellung der Oper ist Garnier starkem Gegenwind ausgesetzt: von kleinlicher Polemik, die von enttäuschten Konkurrenten ins Leben gerufen wurde, bis hin zur Kritik der republikanischen Opposition, die in der Oper ein Sinnbild für alle Ungleichheiten sieht. Trotz der unverbrüchlichen Unterstützung durch den Kaiser weht Garnier auch die Unbill des berühmten Baron Haussmann entgegen, denn dieses mit allen bekannten Regeln brechende Bauprojekt bringt die perfekte Harmonie von Haussmanns Pariser Stadtplanung durcheinander. Der Dokumentarfilm erzählt die Entstehungsgeschichte der Pariser Opéra Garnier. Das Gebäude und sein Grundriss brachen mit allen bisher bekannten künstlerischen, technischen und raumgestalterischen Konzepten eines Opernhauses. Veranschaulicht durch exklusive Archivbilder führt dieser Spaziergang hinter die Kulissen eines der berühmtesten Bauwerke von Paris, Symbol für den Stil des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III. und der darauf folgenden frühen Dritten Republik.
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Mit dem selten gespielten Stück "Das Paradies und die Peri" beginnt an der Staatsoper Hamburg eine neue künstlerische Ära. Intendant Tobias Kratzer und Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber eröffnen ihre erste gemeinsame Saison mit einem Werk, das gesellschaftliche Relevanz, musikalische Exzellenz und eine Reflexion über das Verhältnis von Bühne und Publikum in einem packenden Theaterabend bündelt. Robert Schumanns 1843 uraufgeführtes Stück steht zwischen Oper und Oratorium. Die Geschichte der Peri, die durch Opfermut und Mitgefühl Erlösung sucht, wird bei der Neuinterpretation durch Kratzer und Wellber auch zum Spiegel heutiger Herausforderungen, zu einer Suche nach Empathie in einer Welt voller Krisen. Kratzers Inszenierung durchbricht dabei die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum: So entsteht ein kollektives Theatererlebnis, das auch das Publikum in einen emotionalen Austausch einbindet. Vera-Lotte Boecker, 2022 vom Magazin "Opernwelt" zur Sängerin des Jahres gekürt, übernimmt die Titelrolle, ein Rollendebüt von sängerischer Virtuosität und großer emotionaler Tiefe. Der Abend steht exemplarisch für die Programmatik der neuen Intendanz an der Staatsoper Hamburg: Oper soll zum Resonanzraum drängender politischer und menschlicher Fragen werden. Die Suche der Peri nach der einen Gabe, die ihr den Weg ins Himmelreich eröffnet, führt durch die großen Krisen der Gegenwart: Krieg, Pandemie und Klimawandel.