17:50
Suriname - ein Land, das kaum jemand kennt und das doch voller Wunder steckt. Die ehemalige niederländische Kolonie zwischen Guyana und Französisch-Guayana ist der kleinste unabhängige Staat Südamerikas. Ein Ort, an dem sich Natur noch in ihrer ursprünglichsten Form zeigt: 93 Prozent dichter Regenwald, durchzogen von mächtigen Flüssen - und eine Küste, die sich ständig neu erfindet. Am Atlantik entsteht aus den Sedimenten des Amazonas eine knapp 400 Kilometer lange, wandelbare Küstenlandschaft - ein einzigartiges Zusammenspiel von Land und Wasser. Hier leben Tiere, die man so kaum erwartet: Faultiere, die lautlos durch das Blätterdach gleiten; seltene Guyana-Delfine mit schimmernd rosafarbenen Bäuchen, die sich in den Mischgewässern aus Süß- und Salzwasser tummeln; und Riesenotter, elegante Jäger und Schlüsselarten eines empfindlichen Ökosystems. Doch dieses Paradies ist bedroht. Illegale Tierhaltung und Umweltveränderungen setzen der Artenvielfalt zu. Biologen und Naturschützer kämpfen darum, das Bewusstsein für diesen verborgenen Reichtum zu schärfen. Suriname besitzt sogar zwei Küsten: eine uralte, heute als Savannengürtel sichtbar - und eine junge, dynamische am Atlantik. Während im Osten neues Land entsteht, verteidigen Mangroven im Westen ihre Existenz gegen die Kraft des Meeres. Dazwischen formt sich eine faszinierende Wasserwelt aus Lagunen, Seen und Sümpfen. Eine bildgewaltige Entdeckung eines Landes im Wandel - voller Geheimnisse, die darauf warten, entdeckt zu werden.
18:35
Suriname - die grüne Lunge Südamerikas. Das kleine Land am Atlantik ist zu 93 Prozent von tropischem Regenwald bedeckt - ein weitgehend unberührtes Naturparadies. In den Baumkronen turnen Totenkopfäffchen, Leguane lauern im Dickicht, und mit etwas Glück zeigt sich der spektakuläre Felsenhahn, leuchtend orange und mit imposantem Kopfgefieder. Die Flüsse sind die Lebensadern des Landes - reißende Verkehrswege, die den Alltag bestimmen. Wer hier lebt, weiß, wie man ihre Strömungen liest und Klippen bei Niedrigwasser umgeht. Im Regenwald sind die Marrons zu Hause, die Nachfahren versklavter Westafrikaner, die im 17. und 18. Jahrhundert von den Plantagen der niederländischen Kolonialherren ins Landesinnere flüchteten. Sie leben im Einklang mit der Natur und vertrauen auf die traditionellen Heilmethoden ihres Medizinmannes, der den Regenwald als eine große Schatzkammer begreift. Doch auch dieses Ökosystem steht unter Druck. Der große Brokopondo-Stausee überflutete in den 1960er Jahren riesige Waldgebiete. Menschen wurden umgesiedelt, Tierpopulationen veränderten sich, Jaguare werden verdrängt und illegal gejagt. Gleichzeitig zerstören Goldabbau und Abholzung das empfindliche Gleichgewicht. Zwischen den abgestorbenen Baumriesen des Sees bergen Taucher bis heute wertvolles Tropenholz - ein gefährliches Geschäft unter Wasser. Eine eindrucksvolle Reise in einen Regenwald voller Leben, Wissen und Widersprüche.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.
19:40
Die Reportage begleitet religiöse junge Menschen in Berlin. Was diese in ihrer Hinwendung zu Gott suchen, ist unterschiedlich: Lorenzo (17) ist ohne seinen Vater aufgewachsen und findet durch seinen Glauben die Kraft, mit dessen Fehlen besser umzugehen. Leni (18) hat das Gefühl, im Gebet ein Gegenüber zu haben, das ihr zuhört und sie voll und ganz annimmt. Noa (22) ist sich durch ihre Religion sicher, dass ihr Leben einen Sinn hat. Zuversicht und ein Gefühl von Sicherheit beschreiben alle drei als Grunderfahrungen des Glaubens. Einige junge Menschen interessieren sich wieder für Frömmigkeit und Bibeltreue. Sie wenden sich dem Glauben zu, präsentieren sich mit religiösen Symbolen, folgen Influencern mit christlichen Inhalten oder arbeiten aktiv in Kirchengemeinden mit. Die Häufung von Krisen wie Corona, Klimawandel und Kriegsgefahr lassen viele nach spirituellem Halt und Orientierung suchen, aber auch der Wunsch nach gelebter Gemeinschaft mit anderen spielt eine Rolle. Kritiker sehen die Gefahr, dass gerade auf Social Media vor allem vereinfachende Botschaften verfangen, und manche Jugendliche deshalb anfällig werden könnten für unterkomplexe Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit. Auch die politische Einflussnahme religiöser Gruppen etwa in den USA erfüllt manche mit Sorge. Sich als liberal verstehende Kirchengemeinden wie die Baptisten aus Berlin-Schöneberg oder der evangelische Pfarrer Viktor Weber aus Berlin-Spandau wollen diesen Entwicklungen entgegentreten, indem sie Jugendlichen auch für eine hinterfragende Haltung zur Bibel gewinnen.
20:15
Marina stammt aus gutem Haus, wie man so sagt. Ihre Mutter betrog während des Krieges ihren Stiefvater. Marina wird von ihrem Stiefbruder verführt. So fällt die bürgerliche Familie auseinander und Marina steht allein da. Ihren Lebensunterhalt verdient sie fortan als Prostituierte. Bis sie sich in den gescheiterten Maler Alexander verliebt. Dieser droht aufgrund eines Hirntumors zu erblinden. Sie fahren nach Italien und finden ein kurzes Glück. Erfolglos versucht Marina, in ihrem alten Gewerbe das Geld für die Operation aufzutreiben. Überraschend erklärt sich der Arzt, bei dem sich Alexander vorgestellt hat, zu einer kostenlosen Operation bereit. Nach dem Eingriff kann Alexander wieder sehen. Nach einer glücklichen Zeit lässt Alexanders Sehvermögen erneut nach. Auch eine weitere Operation kann die Erblindung nicht aufhalten. Alexander verliert den Lebensmut ... Der Film "Die Sünderin" (Regie: Willi Forst) löste in der Bundesrepublik Anfang der 50er Jahre einen Skandal aus. Die Kirche störte sich an der Suizidszene, an der "verklärenden Darstellung der wilden Ehe" und der Prostitution Marinas. Es kam zu Boykottaufrufen, öffentlichen Protesten und Morddrohungen gegen Hildegard Knef. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen wurde der Film in den ersten drei Wochen von zwei Millionen Deutschen gesehen. Nach dem Abflauen der Proteste schwand das Interesse und der Film wurde kein finanzieller Erfolg.
21:40
Hildegard Knef war vieles: Schauspielerin, Sängerin, Autorin, sozialliberales Vorbild, Schwulenikone. Zum 100. Geburtstag der Ausnahmekünstlerin blickt der Film zurück auf ihr bewegtes Leben zwischen Berlin, New York und Hollywood - ein Leben, das Spiegel ist für das Nachkriegs- und das geteilte Deutschland, für die Lebendigkeit, Widersprüchlichkeit und Sensationsgier unserer Gesellschaft und die sie anfeuernden Medien. Gezeigt werden zahlreiche Originalinterviews mit Hildegard Knef, Ausschnitte aus Spielfilmen wie "Die Mörder sind unter uns" und "Die Sünderin", Konzertmitschnitte, die ihre bis heute beeindruckende Bühnenpräsenz belegen, sowie Fernsehberichte aus Berlin, New York und anderen Stationen ihrer Karriere. Neben Hildegard Knef selbst kommen Freunde, Verwandte, Kollegen, Zeitzeugen und Journalisten zu Wort: Knefs Tochter Christina Palastanga-Gardiner, ihr letzter Ehemann Paul von Schell, der "taz"-Journalist Jan Feddersen, Knefs langjähriger Visagist René Koch, die Musikerin Mieze Katz - die ein Duett mit Knef eingesungen hat - und Tim Fischer, der mit ihren Liedern auf Tournee geht. Außerdem: der Filmwissenschaftler Markus Neumann sowie ihr letzter Manager und Nachlassverwalter Thomas Jost. Die Dokumentation porträtiert keine makellose Ikone, sondern eine ambivalente, vielschichtige Frau, die sich zeitlebens dem Erwartungsdruck widersetzte - und doch zur Projektionsfläche wurde.
22:35
Die Pariser Freunde Jean, Charles, Raymond, Jacques und Mario halten zusammen wie Pech und Schwefel. Fast täglich treffen sie sich an der Bar und frönen den kleinen, zumeist promillehaltigen Freuden des Alltags. Für größere Wünsche fehlt es den Männern jedoch an den nötigen finanziellen Mitteln. Das ändert sich schlagartig, als sie mit einem Gemeinschaftslos den Jackpot der Lotterie knacken und satte 100.000 Francs gewinnen. Zunächst verfolgt jeder seine eigenen Träume, dann wird den fünf Freunden klar: Sie wollen zusammenbleiben. Gemeinsam kaufen sie ein heruntergekommenes, romantisch am Flussufer gelegenes Schlösschen, das sie mit viel Schweiß in ein Tanzlokal verwandeln wollen. Langsam nehmen die Pläne Form an und die Eröffnung des "Chez Nous" steht kurz bevor. Doch dann zieht ein Sturm auf und mit dem Unwetter brechen Katastrophen über die fünf herein: Mario ist Grieche und soll ausgewiesen werden, Jacques hat einen tödlichen Unfall, und das Herz von Jean und Charles schlägt für die gleiche Frau. Eigentlich sollte das Lokal ein Ort der ausgelassenen Freude, der Musik und der Liebe werden, nun ist es ein düsterer Ort der Stille, der Tränen und Zwietracht. Das zünftige Band der Freundschaft droht endgültig zu zerreißen ... Julien Duvivier hat rund 70 Filme gedreht und gilt als pessimistischer Poet seiner Epoche. Mit "Zünftige Bande" brachte er einmal mehr ein Schlüsselwerk des Poetischen Realismus auf die Leinwand, das durch die authentische Darstellung des Arbeitermilieus, die Psychologie der Charaktere und die herausragenden Leistungen der Darsteller besticht.