Die Ölkrise 1973 war rückblickend eine vertane Chance. Die Forschung stand in den Startlöchern, um Technologien für den Einsatz erneuerbarer Energien zu entwickeln. Stattdessen hat bis heute kein politischer oder wirtschaftlicher Konflikt und kein Krieg die Abhängigkeit vom Öl verändert. Im Gegenteil, der petromoderne Way of Life hat unser Leben voll im Griff: Egal ob Reinigungsmittel, Pharmaka, Kreditkarte oder Smartphone - alles basiert auf dem Rohstoff. Eine Abkehr vom Öl scheint unvorstellbar. Öl ist noch immer in großen Mengen verfügbar und billig. Vorbei die Annahme, die USA würden ewig auf den Nahen Osten angewiesen sein. Die hochumstrittene Fracking-Technologie ließ die USA zum weltgrößten Ölproduzenten aufsteigen. Auch Russland möchte weiterhin aus seinen Bodenschätzen den größtmöglichen Profit schlagen. Die Karten im Öl-Poker werden gerade wieder neu gemischt. Doch die wichtigste Frage der Zukunft ist die gleiche, die man sich schon 1973 gestellt hatte: Schafft die Menschheit es, sich aus der Abhängigkeit des schwarzen Goldes zu befreien? Anekdotenreich und vielschichtig zeichnet Andreas Sawall den Aufstieg des klebrigen Rohstoffs zum globalen Schmierstoff nach - mittels Archivaufnahmen und zahlreicher Interviews wie mit Harald Lesch oder Daniel Ammann, dem Autor des Buches "King of Oil".
Masuno Sensei ist Gartenarchitekt und Zen-Priester im Kenkoji Tempel in Yokohama. Die von ihm geschaffenen Gärten sind untrennbar mit seiner Lehre verbunden: "In der Zen-Lehre glauben wir, dass alles, zum Beispiel ein Stein, ein Baum oder sogar die Gartenerde, die sogenannte Buddha-Natur in sich trägt - d.h., die potenzielle Fähigkeit besitzt, zu Buddha zu werden. Unsere Arbeit besteht darin, alles zu Buddha werden zu lassen." Was die Lehre besagt, ist für unsere moderne, westliche Welt voller Alltagsstress und Probleme oft schwer nachvollziehbar. Bei der Sitzmeditation des Zen-Buddhismus, dem sogenannten Zazen, soll ein Zustand der Leere erreicht werden - kein Zurückblicken, kein Vorausschauen, nur die Konzentration auf den Moment. Dies wird mit größtmöglicher Präzision ausgeführt. Wie geht das? Und was bedeutet das für die Zen-Gärten Japans? Neben seinen Aufgaben als Zen-Priester betreibt Masuno Sensei im Vorderhaus seines Tempels seine weltweit bekannte Firma für Gartendesign. In seinem Team ist auch die 30-jährige Feiquang Tong aus China. Sie verehrt Masuno Sensei und will von ihm die Geheimnisse seiner Gartenkunst erlernen. Besonders am Herzen liegen dem Zen-Priester die Steine, die so wesentlich für die Zen-Gärten sind: "Du musst erst das Herz des Steins ergründen und herausfinden, wie die Steine platziert werden möchten. Du musst lernen, die Stimme des Steins zu hören." Der Zuschauer folgt Masuno Sensei und Feiquang sowie dem bekannten Zen-Meister Fujita Issho auf den Spuren des Zen-Buddhismus und dessen Widerspiegelung sowohl in der Gartenkunst als auch im alltäglichen Leben.
Dieses Nachrichtenformat richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche und behandelt, nach dem Vorbild von Nachrichtensendungen für Erwachsene, unterschiedliche Themen aus Europa und der gesamten Welt.
(1): Stiergulasch aus der Camargue (2): Nostalgiegeschmack: Valeria - eine Französin in Spanien (3): Ran an die Töpfe!
(1): Joseph Kessel und der Mythos Hongkong (2): Paris: Europas Freudenhaus (3): Ungarn: Mártons Nudeln mit Pilz-Rahmsoße (4): Australien: Ein feministischer Roadtrip
(1): Anjou: Étienne Davodeaus dokumentarische Kunst (2): Levittown: US-amerikanische Vorstadt-Utopie (3): Deutschland: Rayks Forelle mit Gemüse (4): Madrid: Ein tödliches Gerücht
Zu den einzigartigen Tierarten, die in dem Gebiet des zweithöchsten Berggipfels der Welt, dem K2 in Pakistan leben, gehört auch die Schraubenziege. Sie gilt als die größte Wildziege der Welt. Die Schraubenziegen-Jungen müssen schnell lernen, Felsen zu erklimmen und sich vor ihren natürlichen Fressfeinden, wie Steinadlern, Wölfen oder Luchsen in Sicherheit zu bringen. Im Winter wurden dramatische Szenen von Kämpfen der Männchen um ihr Recht auf Paarung gefilmt; die manchmal tödlich enden können. Diese Kämpfe sind beeindruckende Demonstrationen ihrer Kraft und Behändigkeit. Erfolgreiche Schutzstrategien haben die Schraubenziegen und die fast ausschließlich vegetarisch lebenden Braunbären vor der Ausrottung bewahrt. Die steigenden Temperaturen haben das Revier der dort lebenden Tiere jedoch drastisch schrumpfen lassen und stellen vor allem für die Schneeleoparden eine große Gefahr dar. Die weitgehend einzelgängerischen und scheuen Großkatzen benötigen ein Revier von 1.600 Quadratkilometern. Da sie in der Natur weniger Beute finden, reißen die Schneeleoparden zunehmend Vieh. Die Dokumentation lässt einen aufgebrachten Hirten zu Wort kommen, der aufgrund der Schneeleoparden bereits über hundert Tiere verloren hat und beleuchtet auch die erfolgreichen Strategien, mit denen Konflikte zwischen Mensch und Wildtieren entschärft werden.
Das Flussbecken des Indus in Pakistan ist eine faszinierende Landschaft aus Feuchtgebieten und Seen, die zahlreichen Tierarten als Lebensraum dient. Der Indus gehört zu den wichtigsten Zugrouten für Vögel, die hier nach ihren bis zu 4.500 Kilometer langen Wanderungen rasten. Doch Habitatverlust, Umweltverschmutzung und Klimawandel bedrohen bedeutende Ramsar-Feuchtgebiete wie den Uchalli Wetland Complex, wo seltene Arten wie die Weißkopfruderente und Flamingos überwintern. Hier lebt auch der stark gefährdete Indusdelfin. Jedes Jahr müssen Exemplare aus austrocknenden Bewässerungskanälen gerettet werden. Die schilfbewachsenen Ufer des Indus bieten zudem dem ebenfalls gefährdeten Schweinshirsch Schutz - doch aufgrund der schwindenden Feuchtgebiete ist seine Population bereits um etwa ein Viertel gesunken. Auf dem Manchar-See leben in schwimmenden Dörfern die letzten Vertreter der Mohana, eines jahrtausendealten Fischervolks. Sie nutzen bis heute ihre traditionelle Fangtechnik, bei der sie Reiher einsetzen, um Fische aufzuscheuchen. Doch ihre Lebensweise ist durch zunehmende Umweltverschmutzung bedroht, und viele Mohana mussten aufs Festland umsiedeln - wo ihre Häuser 2022 von schweren Überschwemmungen zerstört wurden. Der Klimawandel stellt die größte Bedrohung für den Indus dar. In der Trockenzeit wird der Fluss zu 80 Prozent aus Schnee- und Gletscherschmelzwasser gespeist. Zudem gehört der Indus-Aquifer zu den am stärksten beanspruchten Grundwasserleitern weltweit. Was wird aus den Landwirten und Wildtieren, wenn die Temperaturen weiter steigen und unregelmäßige Regenfälle zu extremen Dürreperioden und Überschwemmungen führen?
Die Thar, die sich um die indisch-pakistanische Grenze erstreckt, zählt zu dengrößten Wüsten der Subtropen. Trotz des Extremklimas leben hier überraschend viele Arten: Zum Beispiel die "Wüstenballerina" genannte Chinkara-Gazelle und der "Blue Bull", Asiens größte Antilopenart. Während des Monsuns ergrünt die Wüste und viele Vögel nutzen diesen seltenen Segen. Einer davon ist der Bayaweber, so genannt aufgrund der Art, wie er seine Nester herstellt. Männchen auf Brautschau konkurrieren miteinander: Wer das schönste Nest "webt", erhält die Aufmerksamkeit der Weibchen. Das Braunbauch-Flughuhn hat die perfekte Tarnfarbe für den Sandboden, in den es seine Eier ablegt. Bis zu 80 Kilometer weit fliegt es, um Wasser in speziellen Bauchfedern zu speichern, mit denen es erst die Eier kühlen kann und später die durstigen Küken tränken. Die Männchen begleiten ihre Brut bei den ersten Schritten: Dabei spreizen sie ihre Flügel wie Sonnenschirme aus, um die Küken vor der sengenden Sonne zu schützen. In der Thar gibt es fast acht Millionen Nutztiere, deren Dung den Mistkäfern als Nahrung und Ablageort für ihre Eier dient. Wie Sisyphos rollen sie Mistkugeln vor sich her, die das zehnfache ihres Körpergewichts wiegen. Die Thar ist auch die am dichtesten besiedelte Wüsten der Erde. Mehr als 1,6 Millionen Menschen überleben hier bei jährlichen Niederschlägen von nur etwa 25 Zentimetern. Aufgrund anhaltender Dürreperioden wird das Futter für ihre Kamele und Rinder knapper. Ihre traditionelle Lebensweise ist durch das heißer werdende Klima vom Untergang bedroht.
Was Europa bewegt
(1): Italiens kleine Wunder: Tortellini (2): Kulinarische Mitbringsel (3): Ran an die Töpfe!
(1): Le Havre: Monets impressionistischer Hafen (2): Kaunas: Glanzstück des litauischen Modernismus (3): In Vietnam: Maus gebratener Tintenfisch mit Gemüse (4): In Chile: Bücher des Zorns
(1): Celia, Elena Fortúns kleine Heldin aus Madrid (2): Bordeaux: Die Stadt der zehntausend "Échoppes" (3): Hawaii: Lasagne mit Brotfrüchten von Heidi (4): Irland: Piraten außer Kontrolle
Die junge Yvette nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau. Gemeinsam mit ihrer Freundin Noémie verübt sie einen Raubüberfall auf einen Juwelier. Doch der Einbruch geht gehörig daneben und als sie gefasst wird, wendet sie sich hilfesuchend an den Rechtsanwalt André Gobillot. Sie habe zwar keinen Pfennig in der Tasche, könne ihn aber "in Naturalien" bezahlen - signalisiert sie dem älteren Mann, indem sie ihm freimütig ihre weiblichen Vorzüge präsentiert. Er akzeptiert, und mit seiner Hilfe endet die Verhandlung mit einem Freispruch. Doch Yvettes Freiheit bedeutet die Gefangenschaft ihres Verehrers. Gobillot verfällt der jungen Frau, die zu seiner Geliebten wird. Da er verheiratet ist, ruft die Liaison einen Skandal hervor. Schnell wird klar, dass die Beziehung nicht nur seine Ehe gefährdet, sondern sich auch auf seine berufliche Karriere auswirkt. Als dann noch ein junger Mann beginnt, um Yvette zu werben, wird das ungleiche Paar auf eine harte Probe gestellt ...
Wale sind cleverer, als man denkt: Sie können nicht nur lernen, sondern Gelerntes auch weitergeben und ihr Verhalten dementsprechend anpassen. Der Regisseur und Biologe Rick Rosenthal tauchte mit Buckel- und Schwertwalen und erklärt anhand jüngster wissenschaftlicher Erkenntnisse die überraschenden kognitiven Fähigkeiten der riesigen Meeressäuger. Menschliche Gesellschaften basieren auf dem Austausch von Wissen; lange dachte man, das mache sie einzigartig. Dann zeigten Ethologen auf, dass auch andere Tierarten - Affen, Elefanten, Delfine, Wölfe und sogar Raben - eine Kultur haben. Und jetzt behaupten sie: Gleiches gilt auch für Wale! Um diese These zu belegen, erforschten sie vor allem Orcas, Buckel- und Pottwale. Wie "zivilisiert" die Wale sind, wird daran gemessen, wie viele Informationen sie miteinander austauschen. So erlernten Buckelwale beispielsweise die Bedeutung der schrillen Pfeiftöne, mit denen Orcas gemeinsam nach Heringen jagen, und stürzten sich gierig auf die von diesen zusammengetriebenen Fischschwärme. Sie verändern außerdem jährlich ihren Gesang, dessen Funktion noch umstritten ist. Das jeweils neue Gesangsmuster wird von den Männchen im Südpazifik "komponiert" und erklingt schließlich in allen Weltmeeren. Dank einer präzisen Ultraschallkarte kann man heute sehen, wie der "Hit des Jahres" um die Welt geht. Das Erlernen eines solchen Gesangs erfolgt nicht instinktiv, sondern durch Weitergabe von Informationen - für Rick Rosenthal ein echtes Kulturphänomen. Das Team von "Das Wesen der Wale" filmte mit Hilfe von Kajaks, Booten, Hubschraubern und Drohnen unter Wasser und aus der Luft und erläutert die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Meeresbiologen, die gemeinsam mit Rick Rosenthal die Kultur der Wale ans Licht bringen wollen.
Fast 8.000 Inseln faszinieren mit beeindruckender Unterwasserwelt, großer Artenvielfalt und einzigartigen Karst- und Vulkanlandschaften - das sind die Philippinen. Eine der eindrucksvollsten Inseln des Archipels ist Palawan. An ihrer Westküste mündet der längste unterirdische Fluss der Welt, der Puerto-Princesa-Underground-River ins Meer. Aufgrund seines Höhlensystems ist er schiffbar und wurde als UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Jean Paul Rodriguez taucht in der Bucht vor Port Barton. Die faszinierende Vielfalt der Fische und Korallen ist selbst für den früheren Rettungstaucher überwältigend. Verschiedene Strömungen in diesem Teil des Meeres halten die Wassertemperatur stabil. Aus diesem Grund ist die zerstörerische Korallenbleiche kaum ausgeprägt, sodass auch die große Grüne Meeresschildkröte noch genügend Nahrung findet. Im Norden liegen die bizarren Felseninseln rund um den Fischerhafen El Nido, die Palawan zu einem beliebten Touristenziel gemacht haben. Die stillen Zeugen einer längst vergangenen Epoche entstanden vor 200 Millionen Jahren aus Korallenriffen am Meeresgrund, die beim Auseinanderdriften der Kontinente an die Oberfläche geschoben wurden. An einer der steilen Felswände klettert Regie Veguilla in eine Höhle auf der Suche nach verlassenen Schwalbennestern. Nach zwei Stunden gefährlichem Auf- und Abstieg kehrt er mit zitternden Knien und drei weißlichen Nestern aus Vogelspeichel zurück. Die Nester gelten in China als Delikatesse, die zu Suppe verarbeitet wird.
Weltweit gibt es mehr als 100 Millionen Seen, die für Mensch als auch Tier überlebensnotwendig sind. Das Süßwasser stellt für die Hälfte aller Fische den Lebensraum dar und bietet somit für Vögel, Amphibien und Insekten eine gute Nahrungsquelle. Einige Seen zeichnen sich jedoch durch extreme Bedingungen aus und sind giftig, salzig oder besitzen eine hohe Temperatur. Der Meeresbiologe und Forschungstaucher Uli Kunz begibt sich in diesen besonderen Lebensraum und erkundet die größten, tiefsten und außergewöhnlichsten Seen der Welt. Schweden gilt als das Land der 100.000 Seen. Unter ihnen befindet sich auch der größte See im westlichen Europa: Der Vänern. Doch wann und wie sind diese Seen entstanden? Was lebt in der Tiefe? Und welche Rolle spielt der Hecht, der größte Räuber im See? Von der skandinavischen Seenplatte reist Uli Kunz über den Bodensee bis zu den großen Seen Afrikas und Nordamerikas. Kanada ist mit mehr als zwei Millionen Seen das Land mit den meisten Seen der Welt. Weltberühmt sind die Great Lakes an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Sie sind ein Naturparadies - und ein Zentrum für Handel und Schifffahrt. Mehr als 30 Millionen Menschen leben in ihrem Einzugsgebiet. Welche Geschichten erzählen die Wracks am Grund der Großen Seen - und wie kann man sie für die Zukunft erhalten? Ein Stück weiter nördlich liegt ein weltweit einzigartiges Freiluftlabor: Forschende verschmutzen hier die Natur: um sie zu schützen und besser zu verstehen. Denn Seen sind ein Ökosystem im ständigen Wandel - manche existieren nur für einige Monate, andere für Millionen von Jahren.
Tief unter der Erde hat das Wasser spektakuläre Landschaften geformt: Höhlen, die zu den letzten weißen Flecken des Planeten gehören. Es ist eine Welt, die zum größten Teil noch unbekannt ist, schließlich ist sie nur erfahrenen Höhlentauchern zugänglich und ihre Erkundung nicht ungefährlich. In Mexiko erkundet Forschungstaucher Uli Kunz die Unterwelt der Halbinsel Yucatán und stößt auf rätselhafte Spuren der Maya. Für sie waren die Cenoten lebenswichtige Trinkwasserquellen und Kultstätten. Kunz taucht hinab in einen der größten Süßwasser-Speicher der Erde und begegnet Tieren, die sich an das Leben in völliger Dunkelheit angepasst haben. Von Mexiko aus geht es auf die Reiteralm bei Berchtesgaden, ein von steilen Felswänden umgrenztes Karstplateau. Hier wartet eine fremde Welt, denn der Gebirgsstock ist durchzogen von tiefen Höhlen und Schächten. Die Dokumentation begleitet Höhlenforscher auf eine Expedition der Extreme ins Innere des riesigen Bergmassivs. Höhlen sind Zeugen der Erdgeschichte - und oft auch Archive der menschlichen Vergangenheit. In den Calanques in Südfrankreich liegt die Cosquer-Höhle: Hier entdeckten Taucher vor knapp vierzig Jahren rätselhafte Tiermalereien aus der Steinzeit. Heute ist die Höhle nur tauchend zugänglich. Und der Meeresspiegel steigt: Schon bald werden die Fels-Zeichnungen ganz von Wasser bedeckt sein. Die Reise in die Welt der Höhlen ermöglich tiefe Einblicke in die Geschichte der Erde: Welche Kräfte führen zur Entstehung von Höhlen? Wie passen sich Tiere an die extremen Bedingungen an? Und wieso sind Höhlen so wichtige Archive für Archäologen?
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
Boris Kojcinovi? und seine Mitstudierenden leben seit Dezember 2024 in der Philosophischen Fakultät der Universität von Novi Sad. Zehntausende Studierende Serbiens haben mehr als 60 Fakultäten des Landes aus Protest gegen die Regierung besetzt. Nach der Sanierung des Bahnhofs von Stadt Novi Sad war Anfang November 2024 das Vordach eingestürzt, dabei starben 16 Menschen. Seitdem vermehren sich die Proteste gegen die mangelnde Aufklärung der Bahnhofskatastrophe, die zu einem Symbol für die korrupte Klientelwirtschaft und das Versagen des Staates wurde. Gemeinsam mit anderen Studierenden organisiert Boris landesweite Proteste und Blockaden. Sie planen einen Protestmarsch in die zentralserbische Stadt Novi Sad, um am serbischen Nationalfeiertag mit einer Großdemonstration erneut gegen die Regierung zu protestieren. Auch Zoran ?aji? unterstützt die Proteste, die sich inzwischen zu einer breiten Bürgerbewegung gegen die Regierung entwickelt haben. Er war als Ingenieur und Berater am Umbau des Bahnhofs von Novi Sad beteiligt, stieg aber aus Protest gegen die Nichteinhaltung von Vorschriften aus und sprach als einer der ersten öffentlich über mangelnde Bauaufsicht und Korruption beim Bahnhofsumbau. Goran Ješi?, früher ein führender Politiker im Regionalparlament der Vojvodina in Novi Sad, wurde nach der Tragödie, als Zehntausende Menschen friedlich protestierten, zusammen mit vielen anderen verhaftet. Viele Studierende wurden verprügelt. Drei Wochen verbrachten er und viele andere im Gefängnis. Erst nach großem öffentlichem Druck wurden sie freigelassen. Inzwischen versucht er, Oppositionsgruppen im Kampf gegen die Regierung von Aleksandar Vuci? zu vereinen.
David Aames befindet sich in Haft. Der Psychologe Dr. McCabe befragt ihn nach seinen Erinnerungen. Da kommen David Bilder der Vergangenheit vor Augen: Als reicher Erbe eines New Yorker Verlagsimperiums verbringt er sein Leben umgeben von gut gelaunten Partymenschen, schnellen Autos und hübschen Frauen. Doch dann stellt ein Autounfall mit einer verärgerten Geliebten dieses privilegierte Leben auf den Kopf. Bald muss David sich fragen: Hat er wirklich einen Mord begangen? Kann er seiner Wahrnehmung noch trauen, wenn die Grenzen zwischen Realität und Alptraum verschwimmen? Und welche Rolle spielt bei alldem diese rätselhafte Firma, die Herrschaft über den Tod verspricht? "Vanilla Sky" ist ein faszinierender Mystery- und Psycho-Thriller, mit dem Regisseur Cameron Crowe im Jahr 2001 ein bildprächtiges, starbesetztes Remake von Alejandro Amenábars und Mateo Gils Film "Öffne die Augen" aus dem Jahr 1997 schuf. In beiden Filmen spielt Penélope Cruz die gleiche weibliche Hauptrolle. An ihrer Seite ist im Remake Superstar Tom Cruise zu sehen. Die verhängnisvolle Dreiecksbeziehung der Filmhandlung komplementiert Cameron Diaz in der Rolle der verschmähten Geliebten. Weitere Stars wie Kurt Russell, Tilda Swinton und Timothy Spall bekleiden überzeugend Nebenrollen. "Vanilla Sky" ist spannend und mitreißend, eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen Wünschen und Ängsten, schönen und finsteren Traumvorstellungen. Ex-Beatle Paul McCartney spielte eigens einen neuen Song ein, "Vanilla Sky", mit dem er 2002 für den Oscar nominiert wurde.
In "Prüdes Hollywood" berichten Filmschaffende sowie Expertinnen und Experten, warum das aktuelle Blockbuster-Kino der Sexszene den Rücken gekehrt hat. Ist Hollywood prüde geworden? Oder rentiert sie sich für die großen Studios einfach nicht mehr? Haben Debatten wie #MeToo eine neue Sensibilität gegenüber Sexdarstellungen mit sich gebracht? Wie ist es in dieser Stimmung überhaupt noch möglich, Sexszenen zu drehen? Das beantwortet eine sogenannte Intimitätskoordinatorin, die in der Dokumentation bei ihrer Arbeit begleitet wird. Filmsex darf im Blockbuster-Kino nicht mehr stattfinden - und wandert in den Arthouse-Film und in die Streaming-Serie ab. "Prüdes Hollywood" zeigt, welche Beziehungsformen, welche Gender- und Körperbilder die Zuschauerinnen und Zuschauer hier sehen. Die Dokumentation beantwortet auch die Frage, was das Fehlen der Sexszene im Mainstream über unsere Gesellschaft aussagt: Sind wir übersättigt von der permanenten Verfügbarkeit pornografischer Darstellungen? Lassen wir uns Erotik lieber in die Intimität der eigenen vier Wände streamen? Oder spiegelt das Kino einfach nur wider, was sich in unseren Betten abspielt - beziehungsweise nicht abspielt? Joe Eszterhas, der Drehbuchautor des Erotikthrillers "Basic Instinct" (1992) erzählt, warum der heiße Mix aus Sex und Krimi in den 1990er Jahren so populär war. Arthouse-Urgestein Catherine Breillat wirft in ihren Filmen moralische Vorstellungen von Sexualität über Bord und produziert einen Skandal nach dem anderen. Und Ita O'Brien, eine Hollywood-erfahre Intimitätskoordinatorin, erklärt, wie durch ihre Arbeit mutigere, extravagantere und authentischere Sexszenen möglich werden.
2015 sucht die Regisseurin Nora Philippe, damals junge Mutter in New York und ohne weibliche Gemeinschaft um sich herum, nach Verbündeten. Sie entdeckt das Barnard College, eine Frauenuniversität in New York, und trifft auf Studentinnen, die von einer feministischen Revolution träumen. Evy, Lila, Anta und Talia kämpfen für den Klimaschutz, für Frauenrechte, gegen Rassismus und für den interreligiösen Dialog. Zehn Jahre lang begleitet die Regisseurin die Frauen, verfolgt ihre Lebenswege und reflektiert ihre eigenen Erfahrungen als Mutter. Gemeinsam schaffen sie einen Raum für intime Selbstreflexion und eine politische Analyse dieser Dekade. Herkunft und Lebenswege der jungen Frauen sind unterschiedlich: Anta, in East Harlem geboren und früh zur Waise geworden, versucht Frieden mit ihrer unglücklichen Kindheit zu schließen. Sie zieht nach Paris und beginnt ein neues Leben. Evy studiert Umweltwissenschaften und geht dann nach Dallas, um dort gegen die extreme Umweltverschmutzung zu kämpfen. Lila, die in einer armen Familie in Montana aufgewachsen ist, entscheidet sich nach dem Studium für die spirituelle Begleitung von Menschen am Lebensende. Talia, die aus einer orthodoxen jüdischen Gemeinschaft stammt, schlägt eine Laufbahn als Journalistin ein. 2017 beteiligen sich die vier an Protesten gegen die Trump-Regierung, erleben den Beginn der MeToo-Bewegung, demonstrieren für Black Lives Matter und gegen die Abschaffung des Abtreibungsrechts. Evy, Lila, Anta und Talia sind heute 30 Jahre alt und haben ihre Ideale nicht aufgegeben. Gerade jetzt, nachdem Trump wiedergewählt wurde und die extreme Rechte überall auf dem Vormarsch ist, ist das Engagement dieser Frauen umso wichtiger.
Die attraktive und souveräne Caroline befindet sich an einem Wendepunkt in ihrem vormals geordneten Leben als Ehefrau, Mutter und Großmutter: Nach dem Krebstod ihrer besten Freundin hängt sie ihren langjährigen Beruf als Zahnärztin an den Nagel und sieht sich einer neuen Freiheit gegenüber, die sie zuletzt in ihren Kindheitstagen erlebte. Um angesichts der vielen Zeit, die ihr nun zur Verfügung steht, nicht zu vereinsamen, schenken ihre Töchter ihr einen Schnupperkurs in einem Senioren-Freizeitclub namens "Les beaux jours". Nach einem Dissens mit der Leiterin des Schauspielkurses, für den sie sich zunächst angemeldet hatte, findet sie schließlich Gefallen an einem Computerkurs und besonders an dessen charmantem Dozenten Julien. Nachdem er ihr bei einem Internetproblem geholfen hat, bittet Julien Caroline, seine schmerzenden Backenzähne zu untersuchen. Es folgen ein gemeinsames Essen, ein Kuss und schließlich ein unverfänglicher Seitensprung, der sich zu einer leidenschaftlichen Affäre des ungleichen Paares weiterentwickelt. Doch Caroline, die erstmals seit langem wieder unbeschwert ist, wird in ihrer Kopflosigkeit unachtsam. So ist es nicht verwunderlich, dass ihr Mann Philippe von ihren Eskapaden erfährt und sie zur Rede stellt. Caroline, die aufgrund des großen Altersunterschieds von Anfang an skeptisch gegenüber den Absichten Juliens war, beginnt, die Zukunftsaussichten mit beiden Männern zu hinterfragen ...
Es herrscht ein reges Treiben im Kruger-Nationalpark in Südafrika. Hier leben Erdferkel, Schuppentiere und viele andere Wildtierarten nebeneinander. Um zu überleben, sind sie auf ihre bis zur Perfektion geschärften Sinnesorgane angewiesen, denn Gefahren lauern überall im Nationalpark. Das Erdferkel ist ein Meister der Illusion, denn dank seiner großen Ohren hört es sogar Gefahr, die unter der Erde lauert. Auch der Serval lässt sich bei jedem Schritt von seinem ausgeprägten Gehörsinn leiten. Das Schuppentier und die Ginsterkatze verlassen sich eher auf ihren Geruchssinn. Damit erkennen sie Gefahren und spüren Nahrung auf. Andere Tiere haben ein effizientes Tarnkleid, das sie für Fressfeinde so gut wie unsichtbar macht. Wenn die Tarnung nicht ausreicht, bleiben Flucht oder Verteidigung. Wer nicht schnell genug für die Flucht ist, hat effiziente Verteidigungsmechanismen entwickelt. Vom undurchdringlichen Panzer des Schuppentiers bis zu den spitzen Stacheln des Stachelschweins - jedes Tier hat seine eigene Taktik, um sich vor den unerbittlichen Fressfeinden zu schützen. Die Dokumentation gewährt Einblicke in die unbekannte Welt von sieben bisher selten gefilmten Wildtierarten: Serval, Erdferkel, Schuppentier, Ginsterkatze, Südafrikanische Wildkatze, Zibetkatze und Stachelschwein.
Der Cotopaxi in den ecuadorianischen Anden ist mit fast 5.900 Metern einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde. Sein Gipfelgletscher wird ständig überwacht, denn bei einem Ausbruch schmilzt das Eis und es bilden sich Schlammlawinen, sogenannte Lahars, die verheerende Schäden anrichten. Die Forschungsarbeit in dieser Höhe ist eine echte Herausforderung. Das erfährt Arnaud am eigenen Leib: Er wird höhenkrank und muss wieder zum tausend Meter tiefer gelegenen Basislager absteigen. An den Hängen des Cotopaxi begegnet er den Chagras. Der letzte Vulkanausbruch hat den ecuadorianischen Cowboys große Probleme bereitet, da sich die Asche wie eine Betonschicht auf das Gras gelegt hat, das somit ihre Tiere nicht mehr ernähren konnte. Im Falle einer Eruption müssen die Chagras ihre Reitkünste unter Beweis stellen und das Vieh mit Hilfe von Lasso und Pferd evakuieren. Doch der Vulkan stellt nicht nur ein Risiko dar, sondern auch eine Einnahmequelle, denn die Schlammströme hinterlassen Ablagerungen, aus denen sich wertvolle Baustoffe gewinnen lassen. Außerdem steht der Berg im Zentrum einer Glaubensrichtung, in der sich Katholizismus und überlieferte Weisheiten vermischen. Der Schamane Santiago Benitez lädt Arnaud zu einem Reinigungsritual ein: Sie begeben sich in eine Schwitzhütte, die mit glühendem Vulkangestein beheizt ist - eine bewegende Erfahrung. Die Menschen am Fuße des Cotopaxi haben gelernt mit der Gefahr, die vom Vulkan ausgeht, zu leben, haben aus ihrer Schwäche eine Stärke gemacht. Der Felsriese ist der Bezugspunkt ihrer Lebensphilosophie, die ihnen hilft, der Zukunft gelassen entgegenzusehen.
Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.