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New York, Ende der 70er Jahre: Der kleine Gangster Lefty Ruggiero arbeitet als Auftragskiller für die Mafiafamilie Bonanno. Als er den jungen Donnie Brasco kennenlernt, imponiert ihm vor allem dessen Unerschrockenheit. Doch er ahnt nicht, dass Donnie in Wirklichkeit Joe Pistone heißt und ein Agent des FBI ist, der einen Weg sucht, als verdeckter Ermittler in die Kreise der Mafia einzudringen. Lefty und Donnie freunden sich an, und es gelingt Lefty tatsächlich, die "Familie" zu überzeugen, Donnie aufzunehmen. Je länger Joe Pistone als Donnie Brasco ermittelt, desto stärker verändert er sich, und Schritt für Schritt identifiziert er sich mit seiner Rolle in der Mafiafamilie. Seine eigene Frau und seine Kinder vernachlässigt er zusehends. Währenddessen wird seine Beziehung zu Lefty, der ihn wie ein Vater behandelt, immer enger und vertrauter. Doch die Mafiabosse lassen sich nicht auf Dauer täuschen. So finden sie bald heraus, dass es einen Verräter unter ihnen geben muss. Joe Pistone alias Donnie Brasco sieht sich zum Handeln gezwungen. "Donnie Brasco" ist ein origineller Film mit einer brillanten Besetzung. Vor allem Al Pacino überzeugt als kleiner Mafioso, der es nicht schafft, in der Verbrecher-Hierarchie aufzusteigen. Der Film basiert lose auf der wahren Geschichte von Joseph D. Pistone, einem FBI-Undercover-Agenten, der in den 1970er Jahren unter dem Decknamen Donnie Brasco, als Juwelendieb aus Vero Beach, Florida, die Bonanno-Mafiafamilie in New York City infiltrierte.
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Quasi unfreiwillig wird der junge Punkgitarrist Johnny Depp mit der Fernsehserie "21 Jump Street - Tatort Klassenzimmer" zum Jugendidol. Am liebsten - und besten - spielt er danach jedoch Außenseiterfiguren: die Antihelden des American Dream. Johnny Depp fasziniert Kusturica, Jarmusch, John Waters - aber vor allem seinen Seelenverwandten Tim Burton, der in ihm einen schauspielernden Paria sieht. Obwohl er sich dagegen wehrt, wird er von der Klatschpresse immer wieder in die Schublade des düsteren Schönlings gesteckt, der Drogen nimmt und sich zu Exzessen jeder Art hinreißen lässt. Der von ihm verehrte Schauspielkollege Marlon Brando wird sein Mentor. Doch noch prägender wird die Begegnung mit dem Schriftsteller Hunter S. Thompson, den er in "Angst und Schrecken in Las Vegas" verkörpern wird: Johnny fühlt sich ihm, seinem Nonkonformismus und seinem sozialkritischen Blick auf Amerika stark verbunden. In der Saga "Fluch der Karibik" mischt er die Walt Disney Company mit der subversiven Figur des Captain Jack Sparrow auf - die ihn zu einem der bestbezahltesten Schauspieler der Filmgeschichte macht. Aber die Blockbuster entfernen ihn von den sensibleren Figuren. Und bald ist das Publikum nur noch an seinen Skandalen als verschwenderischer, exzentrischer Star interessiert. Der Höhepunkt hierbei ist der stark mediatisierte Prozess gegen seine Ex-Frau Amber Heard. Wird Johnny Depp zu dem Wesen zurückfinden, das seine Figuren einst ausmachte? Ist er im Herzen der junge Punkrocker geblieben, der er bei seinen Anfängen in Hollywood war?
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In den Traumfabriken wird nichts so bleiben, wie es ist, denn Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt gerade alle Kreativbereiche der Filmwelt. Monatelang waren Hollywoods Schauspielerinnen und Schauspieler im Streik, weil sie fürchteten, Filmstudios könnten sie durch Software ersetzen. Was für Außenstehende wie ein Science-Fiction-Film klingt, ist längst Realität: In den Babelsberg-Studios erstellt ein kleines Unternehmen digitale Klone von realen Darstellern und Darstellerinnen - für Filme wie "Matrix 4". Entwickelt werden auch Figuren für den Hintergrund einfach zum Downloaden: "Komparse" ist bald keine Berufsbezeichnung mehr, sondern ein Dateityp. Werden wir künftig überhaupt noch menschliche Schauspieler und Schauspielerinnen auf den Leinwänden und Bildschirmen sehen, oder werden das virtuelle Wesen aus dem Computer sein? Werden wir den Unterschied erkennen oder wenigstens spüren, oder wird er uns egal sein? Schreiben bald nur noch Maschinen die Drehbücher oder analysieren sie die Skripte menschlicher Autoren und Autorinnen? Was wird aus Weltenbauern, aus Animationsexperten und aus Dutzenden anderen kreativen Berufsbildern? Was bleibt übrig von Hollywood, wenn alles nur noch Software ist? Der Filmemacher Mario Sixtus trifft den Kinoproduzenten Max Wiedemann, die Philosophin Mercedes Bunz, die Schauspielerin und Autorin Samira El Ouassil, den Soziotechnologen Jürgen "Tante" Geuter. Und er spricht auch mit Motion-Designern, mit Synchronsprechern - und mit KI-Künstlern und -Künstlerinnen aus aller Welt.