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TV Programm für ARTE am 29.04.2026

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Stets zu Diensten 21:40

Stets zu Diensten: Nachwuchs in der Gastronomie

Beruf und Bildung

Jeden Morgen um halb sechs klingelt für Alma, Chaily, Elias, Sarah und Abdul der Wecker in der Pariser Banlieue. Ihre Berufsschule für Hotel- und Gaststättengewerbe ist mitten im Zentrum der französischen Hauptstadt - eine lange Strecke liegt nun vor ihnen. Die Dokumentation begleitet eine Vorabschlussklasse. Mit Handkamera und ohne Drehbuch dokumentiert sie den Alltag von Schülerinnen und Schülern, die sich in einem Alter befinden, in dem der Spagat zwischen Sorglosigkeit und Zukunftssicherung nicht leichtfällt. Sowohl in den praktischen Unterrichtsstunden als auch in den Küchen und Lernrestaurants liegt der Fokus auf Disziplin und Präzision. Doch es gibt auch Gelegenheiten für Lachanfälle und geflüsterte Vertraulichkeiten. Neben dem Alltag in der Berufsschule wird die theoretische Ausbildung in Praktika mit der echten Arbeitswelt konfrontiert. In Hotels, Restaurants und als Bedienung erfahren die Auszubildenden, wie Hierarchie funktioniert, müssen Erschöpfung, Erwartungsdruck, unfreundliche Kunden und strenge Aufseher aushalten. Die Grenze zwischen Schule und Erwachsenenleben verschwimmt immer mehr und lässt durchscheinen, was es bedeutet, sich in einem Leistungssystem hocharbeiten zu müssen. "Stets zu Diensten" begleitet die Jugendlichen in ihrem Alltag, dokumentiert ihre Zweifel, ihre Wut, aber auch ihre Träume und Lachanfälle. Hinter jeder Uniform steckt eine eigenständige Persönlichkeit und ihr Wunsch nach Selbstbestimmung.

Danach

Die Frau auf dem Dach 22:40

Die Frau auf dem Dach

Drama

Mira hat ihr Leben im Griff - zumindest sieht es von außen so aus. In einer anonymen Wohnsiedlung erledigt die 60-Jährige routiniert den Haushalt, füttert die Fische, kocht, wäscht und geht zur Arbeit ins Krankenhaus, wo sie als Hebamme zuverlässig für andere da ist. Zu Hause jedoch sitzt ihr Mann vor dem Fernseher, der erwachsene Sohn wirkt abwesend, Gespräche versanden. Mira trägt vieles allein. Auch das, was niemand sehen soll: Schulden, die sich über Jahre angesammelt haben, weil sie geholfen, geliehen, ausgeglichen und geschwiegen hat. An einem scheinbar gewöhnlichen Morgen steckt Mira nach den vertrauten Handgriffen ein Küchenmesser ein und geht zur Bank. Mit dem Überfall, der innerhalb von Minuten scheitert, bricht sie aus ihrem geordneten Leben aus. Die Polizei ist alarmiert, Mira flieht und wird kurz darauf verhört. Sie wirkt wie betäubt, kann ihre Tat kaum erklären, gesteht und kehrt zunächst nach Hause zurück. Dort ist sie konfrontiert mit dem Gerede der Nachbarn und der Hilflosigkeit ihrer Familie. Mira rutscht zwischen Schuld, Scham und Erschöpfung in eine Krise, die sie schließlich in die Psychiatrie führt. Dort muss sie sich mit Fragen auseinandersetzen, die sie bisher ignoriert hat: Wofür hat sie ihr Geld geopfert? Warum hat niemand ihre Not bemerkt? Während Job und familiäre Sicherheiten bröckeln, beginnt Mira, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und Grenzen zu ziehen. Anna Jadowska erzählt dieses leise Drama in hellen, fast ausgeblichenen Bildern und mit großer Nähe zur Hauptfigur; Dorota Pomykala trägt den Film mit einer zurückgenommenen, eindringlichen Präsenz.