05:15
Die Prophezeiungen Mimirs, des einstigen Hüters der Quelle, lassen Göttervater Odin keine Ruhe: Auf welche Art sollten Lokis Kinder den Göttern zum Verhängnis werden oder gar den Weltenuntergang Ragnarök herbeiführen? Loki ist Odins Blutsbruder: Wäre er eines solchen Verrats fähig? Um Loki von Asgard fernzuhalten, schickt ihn Odin mit seinem ältesten Sohn Thor auf Reisen. Unterdessen hat der Göttervater eine Vision. Ihm erscheint eine Riesin mit ihren drei soeben geborenen Kindern in einer Höhle: der Wolf Fenris, die Schlange Jörmungand und die furchteinflößende kleine Hel. Könnte die junge Familie mit Loki in einem unheilvollen Zusammenhang stehen? Zumal der Name der Mutter nichts Gutes verheißt: Angrboda - "die, durch die das Unheil kommt". Derweil sind Thor und Loki in Jötunheim an einem gigantischen Eispalast angelangt. Es ist die Burg des Riesen Utgardaloki. Der fordert die beiden Reisenden zu Wettkämpfen heraus, denen sie sich arglos stellen. Doch selbst bei den leichtesten Aufgaben schlagen die Riesen die Götter gnadenlos. Wer sind diese unbesiegbaren Gegner? Unterdessen hat der von Odin engagierte Baumeister in Asgard den Wiederaufbau des Schutzwalls schon fast abgeschlossen. Nach seiner Rückkehr aus der Welt der Riesen wird Loki klar, dass der Baumeister dank seines magischen Hengstes so schnell mit der Arbeit vorankommt. Kurzum vertreibt er das Tier mit einer List, und Thor tötet den Baumeister. Als Loki etwas später nach Asgard zurückkehrt, begleitet ihn ein achtbeiniges Fohlen namens Sleipnir. Es ist schneller als der Wind und seine Abstammung geheimnisumwoben ...
05:40
September 1822: Prinz Pedro I. und seine Gemahlin Leopoldina rufen das brasilianische Kaiserreich aus. Ein wagemutiger Schritt, der die Mächtigen in der europäischen Politik überrascht und verärgert. Hätte ihn das Herrscherpaar nicht gesetzt, würde es Brasilien in seiner jetzigen Form nicht geben - die Region wäre in Teilrepubliken zerfallen, zerrissen in einem Zweifrontenkrieg gegen Feinde in der südamerikanischen Nachbarschaft und auf dem europäischen Kontinent. Die treibende Kraft hinter diesem Entschluss war jedoch weniger der spätere Kaiser Pedro I. von Brasilien aus dem Hause Braganza als seine Habsburger Gemahlin Leopoldina. Aufgewachsen in der behüteten Atmosphäre des Wiener Hofs kommt sie in die wild-exotische Welt Brasiliens. Ihre Ehe mit Dom Pedro verläuft anfangs glücklich, als sich Pedro jedoch von einer Reise eine Mätresse mitbringt, kommt es immer häufiger zu Konflikten zwischen ihm und Leopoldina. Leopoldina stirbt früh, ihr Mann wird zur Abdankung zugunsten seines Sohnes Pedro II. gezwungen. Unter ihm sollte Brasilien noch einige Jahrzehnte ein Kaiserreich bleiben, bis die Abschaffung der Sklaverei zu einer Revolution der Großgrundbesitzer gegen die Braganza führt. Die Spurensuche Pedros II. in Wien bildet den Rahmen für die Erzählung der Lebensgeschichte seiner Mutter, die eng verknüpft ist mit der Geschichte der Unabhängigkeit ihrer zweiten Heimat Brasilien, wo sie noch heute als Volksheldin verehrt wird.
06:35
Zwei Kronprinzen, zwei Weltreiche und zwei Lebensläufe, schicksalhaft verbunden: Rudolf von Österreich und Wilhelm von Preußen. Beide Prinzen leiden unter der ihnen zugedachten Rolle, eine Welt aufrechtzuerhalten, die im Bröckeln begriffen ist. Beide erdulden Kindheitstraumata in der Beziehung zu ihren Eltern: Rudolfs unnahbarer Vater, Kaiser Franz Josef, lehnt seine intellektuellen Aktivitäten ab. Wilhelm wird den überhöhten Anforderungen seiner Mutter, der Kronprinzessin Victoria, nie gerecht. Beide Prinzen erfahren, dass man ihnen die Kaiserwürde nicht zutraut. Ihre Kindheit fällt in eine schwierige Ära beider Reiche: Bei Königgrätz besiegt Preußen Österreich und gründet später das Deutsche Kaiserreich. Dennoch werden Österreich und Preußen Bündnispartner. Als Symbol sollen Wilhelm und Rudolf Freundschaft schließen. Deren Ziele und Weltanschauungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Der liberale Rudolf hat die Vision eines vereinten Europas, der konservative Wilhelm will autoritär regieren. Ein opulentes Dokudrama über zwei Erben europäischer Kaiserhäuser - für den einen mündet der Weg im Triumph, für den anderen in einer Tragödie. In aufwendigen Spielszenen wird die Beziehung der beiden Prinzen zueinander und zu ihren Eltern nachempfunden. Der Film erzählt vom Schicksal zweier Thronerben, die nach außen hin glänzen und funktionieren müssen, innerlich aber durch die Erziehung der Eltern zerrüttet sind. Und das vor dem Hintergrund österreichisch-deutscher Geschichte, in der der Grundstein für den Ersten Weltkrieg gelegt wurde.
07:25
Das kulturelle Erbe, das die Familie Medici der Menschheit hinterlassen hat, ist immens. Als Förderer von Kunst und Kultur scharte sie die größten Künstler in Florenz um sich: Donatello, Sandro Botticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci - um nur einige Namen zu nennen. Diese wiederum mehrten den Ruhm der einflussreichen Familie. Die Medici schafften es mit Geld, Intrigen und Gewalt, aber auch dank ihrer kulturellen Bildung an die Spitze der Macht - bis hin zum Amt des Papstes. Die Landsitze der Familie - prachtvolle, herrschaftliche Villen rund um Florenz - sind Zeugen von Mord und Totschlag ebenso wie von berührenden Liebesgeschichten. Die Medici-Villa in Poggio a Caiano, erbaut von Lorenzo dem Prächtigen und stilbildend für die Renaissance-Villen, war ausdrücklich für die Flitterwochen neuvermählter Paare in der Familie vorgesehen. Der Park von Pratolino mit seiner heute verschwundenen Villa diente Francesco de' Medici und seiner Geliebten Bianca Cappello als geheimes Liebesnest. Und in Cerreto Guidi geht noch heute der Geist von Isabella de' Medici um, die im Jagdschloss der Familie ihr junges Leben aushauchte... Im 18. Jahrhundert starb die Linie der Medici-Herrscher aus, die letzte Vertreterin der Dynastie hinterließ keine leiblichen Erben - aber ein Testament, das den Kunstsinn der Medici noch einmal machtvoll zum Ausdruck bringt. Anna Maria Luisa de' Medici ist es zu verdanken, dass die Kunst, die ihre Vorfahren über Jahrhunderte gefördert und gesammelt hatten, noch heute dort zu sehen ist, wo sie entstand: in Florenz.
08:20
Humphrey Bogarts Karriere beginnt am New Yorker Broadway. Nach dem Schwarzen Freitag von 1929 lässt er sich in Hollywood nieder, dort sind gute Theaterschauspieler beim Übergang vom Stumm- zum Tonfilm gefragt. Zunächst muss er sich mit Nebenrollen als Gangster in B-Filmen zufriedengeben, bis ihm die Verfilmung von "Der versteinerte Wald", einem Theaterstück von Robert E. Sherwood, den ersten Erfolg beschert. Den Durchbruch bringen ihm 1941 "Entscheidung in der Sierra" und "Die Spur des Falken". Als Rick Blaine an der Seite von Ingrid Bergman wird er in "Casablanca" ein Jahr später zum Star weltweit. 1944 dann die Schicksalsbegegnung: Howard Hawks vertraut ihm die Hauptrolle in "Haben und Nichthaben" an. Seine Partnerin ist ein junges Model: Lauren Bacall. Ein Jahr zuvor hat sie mit dem Cover von Harper's Bazaar die Aufmerksamkeit des Regisseurs auf sich gezogen. Die erst 19-jährige Bacall zittert, als sich ihr Traum vom Schauspielen erfüllt und sie die ersten Szenen mit dem 44-jährigen Star dreht. Um das zu verbergen, schaut sie mit ihren Katzenaugen und leicht gesenktem Kopf von unten herauf zu ihm: "The Look" ist geboren. Ihr gemeinsamer Sohn Stephen Bogart, geboren 1949, gewährte dem Filmemacher Bertrand Tessier Einblick in das Familienarchiv, das ihm persönliche Facetten des Mannes und der Frau hinter der Legende offenbarte. Dazu kommen zahlreiche Kenner zu den Karrieren und der Beziehung des legendären Paares zu Wort.
09:15
Prachtstraßen sind monumentale Zeitzeuginnen. Ihre architektonische Schönheit und prunkvolle Anmutung haben Jahrhunderte überdauert. Sie waren und sind Schauplätze politischer und kultureller Zeitenwenden. Neben Regierungsgebäuden beherbergen sie bedeutende Kulturinstitutionen, dienen als Flaniermeilen und sind bis heute Touristenmagneten. Doch die mondänen Boulevards, einstige Symbolbilder kultureller Repräsentation, lassen sich heute nicht mehr ausschließlich mit romantisierter Sehnsucht und Nostalgie betrachten. Die Serie zeigt die berühmtesten Prachtstraßen Europas, erzählt ihre Geschichte und fragt, wie sie sich für die Zukunft rüsten - und zugleich, wie sehr sie noch immer jene Menschen begeistern, die hier arbeiten und leben. Die Piotrkowska-Straße in Lódz ist eine der bekanntesten historischen Straßen Polens. Wie eine Lebensader durchzieht sie die Stadt, die oft als das "Wohnzimmer Polens" bezeichnet wird. Auf fünf Kilometern - sie ist die längste durchgängige Prachtstraße Europas - verdichten sich in der Piotrkowska Geschichte, Architektur und Stadtleben. Wer die Piotrkowska entlanggeht, durchquert zwei Jahrhunderte urbanen Wandels: vom Industrieversprechen der Textilmetropole über den Niedergang nach dem Ende des Kommunismus bis hin zur Neuerfindung als Hotspot für Kreative aus Kunst und Mode. Für die Menschen hier ist die Piotrkowska mehr als eine Prachtstraße - sie ist Lódz.
09:40
"Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!
10:15
Auf dem Weg zu den Malediven erleidet die "Nomade des Mers" einen Schaden. Eine Woche, nachdem die junge Crew um den Ingenieur Corentin de Chatelperron die Küste von Madagaskar verlassen hatte, kam mitten im Indischen Ozean in stockfinsterer Nacht plötzlich starker Wind auf. Wenig später lag der gebrochene Mast im Wasser. Zum Glück schaffte es die "Nomade des Mers" noch bis nach Victoria, die Hauptstadt der Seychellen. Bei ihrer Ankunft wartete aber schon die nächste Schwierigkeit: Die Gesundheitsbehörden auf den Seychellen sind sehr streng. Sie kontrollieren, dass keine Krankheiten eingeschleppt werden. Als sie die Hühner, die Würmer und den Kompost auf dem Katamaran entdecken, wird das Team unter Quarantäne gestellt. Die Hühner müssen abgegeben werden und auch die Pflanzen - ein sehr trauriger Moment für die Crew. Doch die Lowtech-Begeisterten lassen sich nicht entmutigen. Sie wollen den Mast reparieren lassen, machen sich auf die Suche nach neuen Pflanzen und Lösungen. Auf den paradiesischen, üppig grünen Inseln treffen sie Menschen, die lokale Umweltschutzaktionen unterstützen. Patrick Logan beispielsweise stellt aus altem Speiseöl Biodiesel her. An der Universität der Seychellen erfährt Corentin von einem Dozenten für Chemie, wie man richtig guten Biodiesel herstellen kann. Eine großartige Innovation, die Corentin umso mehr zu schätzen weiß, da es der Katamaran ohne Diesel-Treibstoff nicht bis nach Victoria geschafft hätte.
10:45
Von den schroffen Gipfeln bis in die entlegenen Täler offenbart die Hauptinsel Taiwans eine Natur von außergewöhnlicher Schönheit und beeindruckender Vielfalt. Die Insel, von portugiesischen Seefahrern einst "Ilha Formosa" - die schöne Insel - genannt, wird von majestätischen Bergen beherrscht, die steil in den Himmel ragen und von der Urgewalt der Region zeugen. In den dichten Wäldern pulsiert das Leben: Hier existiert eine überwältigende Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, die sich an dieses außergewöhnliche Umfeld angepasst haben. Baumkletterer erforschen die Kronen uralter Taiwania-Riesen, während Tierärztinnen verletzte Wildtiere versorgen und bedrohte Arten wie den Taiwanischen Schwarzbären rehabilitieren. An den Küsten formen Stürme und Brandung eine sich ständig wandelnde Landschaft. Hier pflegen Feuerfischer ein jahrhundertealtes Handwerk, und Bauern arbeiten mit einer traditionellen Methode, bei der Enten in den Reisfeldern für natürliche Schädlingskontrolle sorgen. Die Dokumentation erzählt von der einzigartigen Insel Formosa, auf der Wildnis und Zivilisation eng zusammenleben - und von den Menschen, die täglich daran arbeiten, dieses fragile Gleichgewicht zu bewahren.
11:25
Taiwan - das sind 36.000 Quadratkilometer Land, verteilt auf nahezu einhundert Inseln im Pazifik. Abseits der Hauptinsel Formosa bieten sie eine Landschaft von erstaunlicher Vielfalt: von Koralleninseln und schroffen Basaltklippen bis hin zu farbenprächtigen Riffen. Es ist eine einzigartige Inselwelt, in der alles Leben seit ungezählten Generationen in engem Zusammenspiel existiert - und seit jeher vom Meer geprägt wird. Der Reichtum an natürlichen Ressourcen ist ein besonderes Merkmal der Inseln Taiwans - und hält auch für die Tierwelt unerwartete Möglichkeiten bereit. In den Gewässern um die "Schildkröteninsel" Guishan lebt eine einzigartige Krabbenart unter extremen, lebensunwirtlichen Bedingungen: Hydrothermale Schlote stoßen bis zu 140 Grad heißes, stark saures Wasser aus. Die Orchideeninsel Lan Yu dagegen ist die Heimat der Yami, auch Tao genannt - eines von Taiwans 16 indigenen Völkern. Sie leben hier seit mehr als 4.000 Jahren. Die Koralleninsel Xiaoliuqiu ist dank der Bemühungen ehrenamtlicher Naturschützer zu einem Eldorado für Meeresschildkröten geworden. Auf den Penghu-Inseln setzt ein Forscher derweil alles daran, eine Seeschwalbenart zu erhalten, die bereits als ausgestorben galt. Die Basaltfelsen, die hier vor Millionen Jahren durch Vulkanausbrüche entstanden sind, bieten einen idealen Rastplatz für die Vögel. Und auf Matsu, Taiwans nördlichstem Archipel, spielte der Glaube schon immer eine zentrale Rolle. Bis heute heißt es, die Insel habe mehr Götter als Menschen. Gleichzeitig lockt ein mysteriöses Naturphänomen - die "Blauen Tränen" - immer mehr Touristen an.
12:10
Im Upo-Feuchtgebiet in der Provinz Gyeongsang dreht sich viel um einen sagenumwobenen Vogel: den Ibis. Der in vielen Volksliedern besungene Vogel galt hier seit den 1970er Jahren als ausgestorben. Die Provinz Gyeongsang rief 2008 ein Wiederansiedlungsprojekt ins Leben und importierte Ibisse aus China. Im Süden befindet sich der größte und älteste Nationalpark Südkoreas: der Jirisan-Nationalpark. Mit fast 5.000 Pflanzen- und Tierarten, der einzigen Bärenpopulation Südkoreas und tiefen Tälern umfasst das Gelände eine Fläche von mehr als 480 Quadratkilometern. Im Ostteil des Parks leben die Ordensschwestern des Daewonsa-Tempels. Das aus dem Jahr 548 stammende Gotteshaus ist einer der ganz wenigen buddhistischen Nonnentempel Südkoreas. Die Nonnen bauen hier ihr eigenes Gemüse an. Mehr als 400 Gäste kommen jedes Jahr zu Besuch. An den Ausläufern des Jirisan-Parks befindet sich ein Forschungsgebiet für den Reisanbau. Die Jeolla-Provinz gilt als Kornkammer Südkoreas. Anhand mehr als 800 entwickelter Reissorten experimentiert man hier erfolgreich mit nachhaltigen Anbaubedingungen. Nur wenige Kilometer vom nördlichen Ende entfernt pulsiert das pralle Leben. Seoul ist mit knapp zehn Millionen Menschen eine Megacity und Anziehungspunkt für das moderne, zukunftsorientierte Südkorea.
13:00
Das Biosphärenreservat Suncheon ist eines der artenreichsten Ökosysteme Südkoreas: ein Küstenfeuchtgebiet, in dem Meer, Marschlandschaft, Salzwiesen, Dämme und Deiche miteinander verbunden sind. Im Jahr 2018 wurde es zum Weltnaturerbe ernannt. Umgeben von Bergen ist die Suncheon Bay ein Paradies für Vogelfans und Ornithologen. Im Südwesten Südkoreas, im Landkreis Sinan, wird das Leben von der Fischerei und der Landwirtschaft dominiert. Die Inseln wurden im Laufe der vergangenen Jahre durch unzählige Brücken miteinander verbunden. Um das Gebiet für Touristinnen und Touristen attraktiver zu gestalten, fördert der Landkreis ungewöhnliche Forschungsprogramme, wie etwa die Zucht von Austern. Trotzdem kämpft die Region ums Überleben. Immer mehr junge Koreanerinnen und Koreaner sehnen sich nach dem pulsierenden Leben der Metropolen. Während in der einen Region der Tourismus gefördert werden soll, hat man sich auf der Insel Heuksando für die Abgeschiedenheit entscheiden. Ob Bootsbau oder Rochenfang - die Südkoreanerinnen und Südkoreaner kümmern sich mit Leidenschaft darum, dass ihre Naturgüter nicht aussterben. Besonders auf den abgelegenen Inseln pflegen die Menschen das einfache Leben im Einklang mit der Natur.
13:45
Jacques Cournot ist ein erfahrener Kapitän, der sein Geld mit Schiffsüberführungen verdient. Als ihn der wohlhabende Geschäftsmann Hugo Hendrix zu einem lukrativen Auftrag überredet, ahnt er nicht, worauf er sich einlässt. Er soll die Luxusjacht Dragoon ihrer Eigentümerin Madame Osborne abkaufen und in die Karibik überführen. Doch kurz nach Besichtigung wird die Jacht gestohlen, und Cournot wird zum Hauptverdächtigen. Madame Osborne überredet Cournot, mit ihr zusammen nach dem verschwundenen Schiff zu suchen. Schon bald gibt es Hinweise, dass sich an Bord eine wertvolle Fracht befindet. Je tiefer Cournot in die Machenschaften seines Auftraggebers gerät, desto klarer wird, dass er Teil eines internationalen Waffenhandels geworden ist. Zwischen einsamen Inseln, offenem Gewässer und undurchsichtigen Bündnissen muss er entscheiden, wem er noch vertrauen kann. Während die Gefahr wächst, kämpft er nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, seine moralischen Grundsätze zu bewahren.
15:20
Unter der Herrschaft Ludwigs XIV. war Versailles eine ständige Baustelle. Auch anschließend wurde es von den nachfolgenden Bewohnern unaufhörlich umgewandelt. Daher hat das Kulturdenkmal, das Millionen Besucher heute erblicken, nur noch entfernte Ähnlichkeit mit der Residenz des Sonnenkönigs. Außerdem erzählt es nichts über seine erstaunliche Entstehungsgeschichte. Moderne Rekonstruktionstechniken eröffnen heute einen neuen Blick auf Versailles und seine Entstehung. Der Dokumentarfilm beobachtet die Wissenschaftler bei ihren Bemühungen, die Räume und Ausstattungen der verlorenen Orte zu rekonstruieren und die Entstehungsgeschichte des Schlosses zu klären. So rekonstruiert der Konservator des Schlossmuseums, Alexandre Maral, die irrwitzigen barocken Fantasiegebilde, die eine Zeit lang den Park füllten, und lässt die Zuschauenden eine wunderbare künstliche Grotte mit zauberhaften Springbrunnen erkunden. Der wissenschaftliche Direktor des Versailler Forschungszentrums, Mathieu da Vinha, führt detailliert vor, wie die großen Höflingsgemächer eingerichtet waren. Der Spezialist für die königlichen Sammlungen, Matthieu Lett, kann dank der 3D-Rekonstruktion des Privatmuseums von Ludwig XIV. die Hängung in diesem sehr privaten Ort in virtueller Realität ausprobieren. Verbunden mit der Untersuchung Tausender alter Pläne ermöglichen diese modernen Rekonstruktionstechniken eine vollkommen neue Erforschung der architektonischen Vergangenheit von Versailles und offenbaren deren verborgenen Sinn.
16:55
Valletta ist eine der prunkvollsten Städte Europas, und so zählt die Hauptstadt von Malta seit 1980 in ihrer Gesamtheit zum Unesco-Welterbe. Valletta wurde ab 1566 aus einem Guss erbaut, von den Rittern des Johanniterordens - bekannt als die Malteserritter. Der Film untersucht, wie der Welterbestatus das Stadtbild und das Leben der Bewohner verändert. Historikerinnen, Architekten, Stadtplaner und Künstlerinnen erzählen davon, wie die Bewahrung des wertvollen Erbes, Tourismus, und Immobilienboom zusammenwirken. So steht Maltas Hauptstadt Valletta heute exemplarisch für die Chancen und Konflikte, die mit dem Status als Welterbestätte verbunden sind. Die Kunsthistorikerin Charlene Vella beschreibt die Stadt als Gesamtkunstwerk. Der Architekturhistoriker Conrad Thake erläutert die Entstehung Vallettas nach der Großen Belagerung 1565. Der Kunsthistoriker Keith Sciberras zeigt die internationale Bedeutung von Caravaggios berühmtem Werk "Die Enthauptung Johannes des Täufers" in der St. John's Co-Cathedral. Stadtplaner Antoine Zammit und Unesco-Botschafter Alexander Farrugia diskutieren, wie sich das historische Erbe mit den Bedürfnissen einer lebendigen Stadtgesellschaft vereinbaren lässt, und Sängerin Ira Losco, Eurovision-Teilnehmerin, erzählt, warum sie Valletta so schätzt und auf Malta bleibt. Der Film "Unesco-Weltkulturerbe - Schätze für die Ewigkeit: Valletta" zeigt dank exklusiver Zugänge zu den Bauten der Malteserritter, wie sich die einstige Festungsstadt zu einem weltweit beachteten Kulturerbe entwickelt hat.
17:50
Die Tschechische Philharmonie beendet ihre Saison traditionell mit dem Konzert auf dem Hradcany-Platz zwischen Dom und Prager Burg. Das diesjährige Programm, unter der Leitung des französischen Maestros Alain Altinoglu, steht ganz im Zeichen der USA. Alfred Newmans berühmter "20th Century Fox Fanfare" folgt ein Stück des großen Tschechen Antonín Dvorák, das "Largo" aus seiner Neunten Sinfonie. Mit Leonard Bernsteins "Symphonic Dances from West Side Story" klingt das sommerliche Konzert aus. Alfred Newman (1900-1970) komponierte die "20th Century Fox Fanfare" 1933 als Begleitmusik zum Logo des berühmten Filmstudios. Dvoráks "Symphonie aus der Neuen Welt" von 1893, inspiriert von seinen Jahren in Amerika, gehört nach wie vor zu den beliebtesten Werken des Orchesterrepertoires. Der zweite, langsame Satz, "Largo", besticht durch seine Melodieführung, die mit dem Ton des Englischhorns beginnt, ein Ausdruck der Sehnsucht des Komponisten nach der Heimat. Reich an Atmosphäre und emotionaler Tiefe hat dieser Satz ein eigenständiges Leben jenseits der Symphonie selbst erlangt. Leonard Bernsteins Musical "West Side Story" wurde 1957 in New York aufgeführt. Es versetzt Shakespeares Drama "Romeo und Julia" ins New York der 1950er Jahre, und aus dem Konflikt zwischen zwei Familien wird ein Bandenkrieg. Die einprägsamsten Momente fasste Bernstein später in seinen "Symphonic Dances from West Side Story" zusammen, einer von Jazz und lateinamerikanischen Rhythmen durchdrungenen Partitur.
18:35
(1) Wer hat schon mal Pilates gemacht? Fabian Erik Schlüter erzählt von den Ursprüngen dieser Trendsportart (2) Was sagen Deutsche und Franzosen, wenn sie sich wehtun? (3) Claire Doutriaux schaut sich einen Ausdruck an, der in Frankreich täglich verwendet wird: "Bon courage". Seine deutsche Entsprechung hat eine ganz andere Konnotation. (4) Und wie immer - das Rätsel
18:50
Über 1.500 Quadratkilometer und die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen erstreckt sich die Rhön. Wegen der weiten Ausblicke wird die Region auch das "Land der offenen Fernen" genannt. Im Naturschutzgebiet Lange Rhön hält Julia Djabalameli eine der ältesten Schafrassen der Welt: das Rhönschaf. Die Schäferin wohnt mit ihrem Sohn in Melperts, einem kleinen Dorf in der hessischen Rhön. Während sie sich um ihre Tiere kümmert, ist Adrian bei seinen Freunden nebenan: Die van Eyks und ihre drei Kinder sind Teil einer Hofgemeinschaft. Das Abendessen bereitet Vanessa van Eyk gemeinsam mit ihrem Schwiegervater Franz vor. Die beiden kochen Rhöner Mehlklöß' in einer Variante mit buntem Gemüsecurry. Franz hat den heruntergekommenen Hof in den 1980er Jahren gekauft und die erste Landkommune der Rhön gegründet. Heute leben in der Hofgemeinschaft vier Familien. Anfang Oktober feiern alle gemeinsam das Erntedankfest. Dafür probiert Vanessa typische Rezepte der Region wie den Rhöner Apfel-Schmand-Kuchen aus. Die Brüder Till und Samuel Vollmer, die in der Hofgemeinschaft aufgewachsen sind, bereiten eine Rhönlammkeule zu. Während die Kinder das Lagerfeuer vorbereiten, erntet Vanessa im Gemeinschaftsgarten Herbstgemüse für den Rhöner Ploatz, einen deftigen Blechkuchen mit Roggenmehl.
19:20
ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
Bastri Limoj ist Hirte im südalbanischen Bergdorf Vranisht und lebt mit seiner Familie wie viele in Albanien auf dem Land - von dem, was er mit seinen Schafen und Ziegen erwirtschaftet. Während der sozialistischen Diktatur, zwischen 1944 und 1990, wurden die Herden jedoch zwangskollektiviert, den Hirten weggenommen und in Gemeinschaftseigentum umgewandelt. Nach dem Ende des Regimes waren es die Alten, die sich wieder auf die Tradition besannen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nachwuchs gab es kaum. Zu mühselig erschien vielen jungen Menschen der Beruf, zu rückwärtsgewandt, mit zu geringen Verdienstmöglichkeiten. Auch Bastris Sohn Lucjano suchte wie viele seiner Generation ein besseres Leben in der Stadt und studierte Maschinenbau. Ab und zu kommt er in sein Heimatdorf zurück, um seinem Vater zu helfen. Der möchte diesmal, dass er ihn auch beim Auftrieb der Herde zur Sommerweide in die Berge begleitet. Der Weg über die Geröllpfade ist gefährlich für Mensch und Tier. Und auch oben auf den Weiden nimmt die Sorge um das Vieh nur selten ein Ende. Kein Platz für Schäferromantik - außer in den überlieferten polyphonen Gesängen. Diese mehrstimmigen Gesänge mit einem tiefen Halteton stammen aus der Hirtentradition der Region Labëria. Mittlerweile greifen auch junge Leute sie begeistert wieder auf. Liegt hierin eine Chance für den Schäferberuf? Und wird der Vater seinen Sohn überzeugen können, sein Erbe fortzuführen und so tatkräftig mitzuhelfen, dass die Schäfertradition nicht ausstirbt?
20:15
Michael Corleone, Sohn des verstorbenen Mafiapaten Vito Corleone, übernimmt die Geschäfte des Corleone-Clans. Als er jedoch versucht, seinen Einflussbereich auf das Gebiet der Spielkasinos auszudehnen, stößt er auf erbitterten Widerstand. Sein New Yorker Partner Frankie Pentangeli nimmt es ihm übel, dass er sich mit dem Kasinobetreiber Hyman Roth verbündet, um seine Macht zu vergrößern. Nur knapp kann Michael einem Mordanschlag entkommen. Er vermutet Frankie Pentangeli dahinter und schwört Rache. Um ein Kasino-Geschäft mit dem korrupten Batista-Regime auf Kuba einzufädeln, reist Michael mit Hyman Roth auf die Karibikinsel. Dort erhält er Hinweise, dass sein eigener Bruder Fredo an dem Mordversuch mitgewirkt haben soll, lässt ihn jedoch zunächst unbehelligt. Währenddessen hat Frankie Pentangeli erreicht, dass Michael Corleone vor Gericht erscheinen muss. Durch raffiniert eingefädelte Intrigen wird Michael schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun kann er seine Rachepläne in die Tat umsetzen. Aber er verliert durch seine zunehmende Gewaltbereitschaft und seinen unbeugsamen Herrschaftsanspruch die Zuneigung seiner Ehefrau Kay, so dass er schließlich völlig allein dasteht ... Parallel zur Gangsterkarriere Michael Corleones erzählt der Film in geschickt eingefügten Rückblenden die Anfänge des Clangründers Vito Corleone, seine Kindheit auf Sizilien, seine Flucht nach Amerika und seinen Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum mächtigsten Mafiapaten New Yorks. Der zweite Teil der opulenten Mafiasaga wurde gleich mit sechs Oscars ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Francis Ford Coppola die begehrte Trophäe für die beste Regie, den besten Film und zusammen mit Mario Puzo für das beste adaptierte Drehbuch. Als bester Nebendarsteller wurde Robert De Niro geehrt. "Gegenüber dem ersten Teil sind die grellen, spektakulären Effekte stark zurückgenommen. Der brillant inszenierte und exzellent gespielte Film verbindet in angemessener Form gesellschaftliche Reflexion und spannende Unterhaltung." (Lexikon des Internationalen Films)
23:25
Die Ermordung des Carabiniere Carlo Alberto Dalla Chiesa im Jahr 1982 war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Staatsanwaltschaft von Palermo gründete einen sogenannten Anti-Mafia-Pool und machte Jagd auf Salvatore "Totò" Riina. Das Richter-Team sollte auch gegen die wegen ihrer Verbindungen zur Mafia bis dahin unantastbaren Geschäftsleute und Politiker ermitteln. Daraufhin ließ Riina den Ermittlungsrichter Rocco Chinnici durch ein Attentat mit einer Autobombe ermorden. Von nun an machten zwei junge Richter Palermos, Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, den Kampf gegen die Mafia zu ihrer Lebensaufgabe. Insbesondere dank der Zeugenaussage eines ehemaligen, weniger von Reuegefühlen als von Rachegelüsten angetriebenen Rivalen Riinas gelang es den Richtern schließlich, Hunderte von Haftbefehlen gegen die Cosa Nostra zu erlassen. 1986 wurde in Palermo der Maxi-Prozess gegen 475 Angeklagte eröffnet, obwohl der weiterhin flüchtige Riina ein Klima der Angst aufrechterhielt. Bei dem Prozess wurden sehr schwere Strafen verhängt. Riina wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein historischer Urteilsspruch, der vollkommen wider Erwarten im Berufungs- und im Kassationsverfahren bestätigt wurde. Aus Wut gab Riina 1992 zwei tödliche Sprengstoffanschläge auf die Richter Falcone und Borsellino in Auftrag. Eine doppelte Tragödie und für die Sizilianer eine mit 9/11 vergleichbare Schockwelle. Riina wurde 1993 verhaftet und starb 2017 im Alter von 87 Jahren im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses in Parma. Bis zum Schluss zeigte er keinerlei Reue. Der zweiteilige Dokumentarfilm beleuchtet den blutigen Mafia-Krieg, der zwischen 1977 und 1994 mitten in Europa geführt wurde.