19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Lotta Kokemohr zählt zu den Star-Athletinnen im Ninja-Sport. Mit 13 Jahren gewann sie die Kids-Version von "Ninja Warrior Germany" - ein Erfolg, der ihr Leben prägte. Heute trainiert die 17-Jährige fast täglich in ihrem selbstgebauten Ninja-Parcours im Garten. Ihr Ziel: die Europameisterschaft in Krakau und vielleicht eines Tages Olympia - denn Hindernisparcours im Ninja-Stil wird 2028 Teil des Modernen Fünfkampfs. René Casselly, der erste Titelträger "Ninja Warrior Germany", zählt zu den legendären Figuren der Szene. Zwischen Trainingszeiten zu Hause bei seiner Familie in Ungarn, Wettkämpfen in TV-Shows und todesmutigen Auftritten im Zirkus ringt er mit der Frage, ob er den Weg Richtung Olympia einschlagen soll, und entdeckt ein bisher unbekanntes Terrain für sich. Dritter Protagonist ist Steffen Moritz, Gründer der deutschen Ninja-Bundesliga. Er organisiert bundesweite Wettkämpfe und will den jungen Sport einer breiten Masse zugänglich machen. Seinen Sohn Jonas begleitet er durch Trainings und als Sportwissenschaftler erklärt er, warum sich gerade Kinder und Jugendliche so stark vom Ninja-Sport angezogen fühlen. Die Sportart greift natürliche Bewegungsmuster auf, fördert Kreativität und verbindet Communities weltweit. Zwischen Wettkampfstress, persönlichem Antrieb und familiärem Rückhalt erzählt die Reportage davon, wie eine vermeintliche Nische rasant wächst und weltweit begeistert.
20:15
Nach dem Tod seiner Frau hat Erwan einen Job als Minenräumer in der Bretagne angenommen, um genügend Zeit zu haben, sich um seine damals neunjährige Tochter Juliette zu kümmern. Nun ist Juliette 21 Jahre alt und hochschwanger. Da es in seiner Familie eine Vorgeschichte mit genetisch übertragbaren Krankheiten gibt, begleitet Erwan seine Tochter zum Arzt, um sich selbst testen zu lassen. Das Ergebnis ist zunächst erleichternd: Die Krankheiten auf Erwans väterlicher Seite stellen für Juliettes Kind keine Gefahr dar. Erwan ist mit seinem geliebten Vater gar nicht verwandt! Nach einem kurzen Moment der Erschütterung begibt Erwan sich auf Vatersuche. Er beauftragt eine Privatdetektivin, die ihm bald Joseph als möglichen Erzeuger präsentiert. Dieser war früher Anarchist und könnte ein flüchtiges Verhältnis mit Erwans Mutter gehabt haben. Zudem wohnt er nicht weit entfernt. Erwan nimmt Kontakt zu ihm auf und versucht, sich dem Unbekannten langsam zu nähern. Parallel dazu hat er andere Probleme: Juliette weigert sich, ihm den Namen des Vaters ihres ungeborenen Kindes zu verraten. Und sie hat, da sie keinem etwas abschlagen kann, einen unfähigen Praktikanten in Erwans Minenräumkommando eingeschleust ... Es ist die Begegnung mit Anna, einer temperamentvollen Ärztin, nachts auf einer Straße nach einem Wildunfall, die Erwan auf eine positive Wendung in seinem Leben hoffen lässt. Doch bei einem seiner nun regelmäßigen Besuche bei Joseph entdeckt er, dass Anna dessen Tochter ist. Aus dieser Farce sucht Erwan einen Ausweg.
21:50
Irland, 1981: Ein Vater setzt seine Tochter Cáit für den Sommer bei einer entfernten Cousine ab. Von ihrem Elternhaus ist wenig bekannt, außer dass es dort weitere Kinder zu ernähren gibt und ein Mangel an Liebe zu beklagen ist. Die Cousine Eibhlín und ihr Mann Seán wohnen allein auf dem Land: Zwischen Kuchenbacken und Kälberfüttern integriert sich Cáit behutsam in das neue Familienleben. Es wird wenig gesprochen, und doch darf Cáit über alles reden. Selbst der wortkarge Seán erwärmt sich für das fremde Mädchen und kümmert sich zunehmend um sie. Trotz der Harmonie scheint es in diesem Haus voller Liebe etwas Unausgesprochenes zu geben: Das Paar lebt sehr abgeschieden, und die Begegnung mit der Außenwelt wird vermieden; fast so, als wäre Cáits Anwesenheit an sich ein Geheimnis. Das Ende dieses Sommers hält vielleicht eine Antwort parat. Colm Bairéad schildert mit Takt und Zärtlichkeit, wie ein Kind entdeckt, was ein liebevolles Familienleben sein kann. Die idyllischen grünen Landschaften seiner Heimat Irland verleihen dem Film eine verzauberte Atmosphäre.
23:20
Seit kurzem hat Juliettes Großmutter Aussetzer, Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen. Die Diagnose lautet Alzheimer. Bald wird sie in eine Spezialeinrichtung müssen, aber der Großvater möchte sie so lange wie möglich selbst zu Hause pflegen. Die Trennung scheint dennoch unausweichlich. Juliette beginnt, die letzten Momente des gemeinsamen Lebens eines Paares zu filmen, das ihre Vorstellung von Liebe geprägt hat. Ursprünglich wollte sie dokumentieren, wie ihr Großvater seine Rolle als pflegender Angehöriger empfindet, sich mit der Realität dieser Krankheit auseinandersetzen und einer fast 65 Jahre währenden Beziehung ein filmisches Denkmal setzen. Doch im Laufe der Gespräche und der Dreharbeiten entsteht eine Parallelerzählung, die ihre idealisierte Wahrnehmung dieses Vorzeigepaars differenzierter erscheinen lässt. Daraufhin setzt sich Juliette das Ziel, die Schattenseiten ihrer Familiengeschichte zu erkunden, bevor sich die Antworten in den Mäandern der Erinnerung und der Trauer verlieren. Ihre Großeltern sind die letzten Familienangehörigen, die sie mit ihrem Vater Gilles verbinden. Dieser starb, als Juliette 20 Jahre alt war. Nach und nach erkennt sie die Kluft zwischen ihrem verklärten Familienbild, das durch ihren kindlichen Blick und die immer gleichen Geschichten geprägt wurde, und einer weitaus vielschichtigeren Realität. Schon ihr Großvater hatte seine Familie seit Anfang der 1960er Jahre ununterbrochen gefilmt und einen umfangreichen Fundus geschaffen: Unzählige Super-8-Spulen und Hunderte von Fotografien dokumentieren mehr als 50 Jahre im Leben einer Familie aus der französischen Mittelschicht. Sie verleihen der einzigartigen Geschichte von Juliette einen universellen Charakter und zeigen, wie Familiennarrative entstehen.
00:25
Charles, ein Versicherungsunternehmer, und seine Frau Hélène sind Teil des Großbürgertums; mit ihrem Sohn leben sie außerhalb von Paris, in der Nähe von Versailles. Ihre Ehe verläuft gut, doch Charles ist misstrauisch geworden und fürchtet, von Hélène betrogen zu werden. Eines Tages entdeckt er per Zufall, dass sie ihn über ihre Verabredungen in der Stadt belogen hat. An Charles nagen Zweifel, weshalb er einen Privatdetektiv beauftragt. Dieser bringt die Wahrheit ans Licht: Hélène trifft sich dreimal wöchentlich mit dem Schriftsteller Victor Pegala. Charles sucht Victor auf und versichert ihm glaubwürdig, dass er ihm nicht feindlich gesinnt ist. Er bittet Victor, ihn durchs Haus zu führen, und entdeckt dabei einen Gegenstand, den er Hélène vor einigen Jahren geschenkt hat. Im Affekt erschlägt er Victor und löscht dann sorgfältig die Spuren. Die Leiche des Schriftstellers wirft er in einen Teich. In den folgenden Tagen wundert sich Hélène über die mysteriöse Abwesenheit ihres Liebhabers, bis die Polizei sie besucht. Die Schlinge zieht sich um Charles zusammen ...
02:05
Nichts prädestinierte Astrud Gilberto dazu, Sängerin zu werden. Sie stand lange im Schatten ihres Ehemanns João Gilberto, der die brasilianische Musik mit seiner ganz besonderen Art des Gitarrenspiels revolutionierte. Bis zu jenem Tag im Jahr 1963, als sie den Song "The Girl From Ipanema" aufzeichnete. Laut Legende soll Astrud zufällig im Studio gewesen sei, als der Produzent Creed Taylor beschloss, eine englische Version des Titels "Chega de Saudade" einzuspielen. Astrud sprach Englisch, im Gegensatz zu ihrem Ehemann João, der ihr deshalb vorschlug, den von Tom Jobim komponierten Song in der englischen Übersetzung des wunderschönen Textes von Vinícius de Moraes aufzuzeichnen. Die Musik interpretierte ein geniales Trio mit dem Komponisten selbst am Klavier, João Gilberto an der Gitarre und dem US-amerikanischen Jazzmusiker Stan Getz am Saxofon. Astrud ging auf den Vorschlag ein, obwohl sie nie zuvor gesungen hatte. Und es geschah ein Wunder. Als das Album "Getz/Gilberto" ein Jahr später erschien, wurde Astrud Gilberto über Nacht zur weltweiten Botschafterin der Bossa Nova und zur Inkarnation einer bestimmten Vorstellung von Brasilien. Doch was ist Legende und was Wahrheit? Die Dokumentation erzählt anhand von Berichten der letzten Bossa-Nova-Pioniere, was wirklich an diesem Tag des Jahres 1963 geschah. Doch vor allem schildert er den unglaublichen Werdegang einer jungen Frau aus Rio de Janeiro, die es verstand, ihre Chance zu ergreifen und sich zu emanzipieren. Astrud Gilberto war in den USA sehr erfolgreich und veröffentlichte rund zwanzig Soloalben.
02:55
Im eigenen Land produzierter Wein könnte künftig bei über einer Milliarde Inder auf den Tisch kommen - vielleicht sogar bei Weinliebhabern auf der ganzen Welt. Die Dokumentation stellt einige dieser visionären Weinbauern vor. Rajeev Samant gehört zu den Vorreitern der indischen Weinkultur. Er hat den Weinbau nach Indien gebracht und legte die ersten Weinberge des Landes an. Mit seinem Gut Sula Vineyards, das wie ein Themenpark rund um Wein und Lifestyle gestaltet ist, erreichte er in weniger als 20 Jahren das Produktionsniveau der weltweit größten Weinbauern. Auf den Spuren von Pionieren wie Samant investiert der Franko-Inder Ravi Viswanathan bedeutende Summen in das Weinunternehmen Grover Zampa. Er möchte mit seinen Weinen zur internationalen Spitzenklasse vordringen. Bei einem Besuch während der Weinlese spricht er über seine Ziele für sein neues Gut und darüber hinaus. In Mumbai, der wirtschaftlichen und kulturellen Hauptstadt des Landes, hat sich Sonal Holland ganz dem Wein verschrieben. Die Weinkennerin, die als Einzige in Indien den Titel "Master of Wine" trägt, will den Frauen ihres Landes den Genuss edler Tropfen nahebringen. Denn für sie steht fest: Die neue Weinkultur unterstützt das Streben der jungen Inderinnen nach Erfolg und Emanzipation. Der Wein ist zum Symbol einer Gesellschaft geworden, die sich verändert und weiterentwickelt.
03:25
03:30
Eine Olympiade mit gedopten Athleten - so lautet das Versprechen dieses Werbespots. An den für Mai 2026 in Las Vegas geplanten "Enhanced Games" sollen nur Sportler teilnehmen, die leistungssteigernde Substanzen verwenden. Fokus auf eine neue Form des sportlichen Wettkampfs, bei dem Doping zur Spielregel wird.
03:40
Soziale Netzwerke für unter 15-Jährige verbieten - drohen Fehlentwicklungen? Der entsprechende Gesetzentwurf wurde am 26. Januar, von der Nationalversammlung verabschiedet. Er sorgt jedoch für heftige Diskussionen. / Indien - EU: Das "historische" Abkommen mit strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung sieht eine Senkung der Zölle auf zahlreiche Produkte vor.
04:30
1999 wurde Pikachu vom "Time Magazine" nach Ricky Martin zur zweitwichtigsten Persönlichkeit des Jahres gekürt - im zarten Alter von drei Jahren. Den Sänger hat er seither übrigens bei Weitem in den Schatten gestellt. Die Animationsserie "(Fast) Die ganze Wahrheit", die mit augenzwinkerndem Humor aus dem Nähkästchen prominenter Persönlichkeiten plaudert, wartet mit einer fünften Staffel auf. Die vom Kreativteam der französischen Produktionsfirma Blogothèque geschaffene Serie setzt Spielzeug oder Alltagsutensilien in Stop-Motion-Animationen ein, die von einer frechen Off-Stimme kommentiert werden. In der fünften Staffel gesellen sich zur lustigen Porträtgalerie 39 weitere Promis, u. a. Josephine Baker, Jeanne Moreau, Albert Camus, Napoleon, Alain Delon und Virginie Despentes.