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TV Programm für ARTE am 29.06.2026

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Monica Vitti, die Königin des italienischen Films 22:15

Monica Vitti, die Königin des italienischen Films

Künstlerinnenporträt

Monica Vitti, 1931 als Maria Luisa Ceciarelli geboren, gilt als Ikone des europäischen Kinos. Bekannt wurde sie durch die frühen Filme von Michelangelo Antonioni, mit dem sie eine Arbeits- wie Liebesbeziehung verband. Bereits ihr erster gemeinsamer Film "Die mit der Liebe spielen" machte sie 1960 international bekannt. Es folgten "Die Nacht" (1961), "Liebe" (1962) und "Rote Wüste" (1964). Entrückt, cool, unnahbar: In Antonionis Studien der Entfremdung des Menschen in der Moderne, der Leere und Beziehungslosigkeit wurde Monica Vitti mit ihrem reduzierten und konzentrierten Spiel zum Sinnbild der undurchdringlichen, einsamen Protagonistin. Ein Image, das sie im zweiten Teil ihrer Schauspielkarriere überraschend durchbrach. In einer Reihe populärer Komödien präsentierte sich eine völlig andere Monica Vitti: witzig, temperamentvoll, lebenslustig. Vitti avancierte zum weiblichen Star der italienischen Komödie, die ansonsten von Männern dominiert war, und drehte etwa mit Mario Monicelli, Ettore Scola, Vittorio De Sica und Alberto Sordi. Monica Vitti spielte in über 50 Filmen fürs Kino und Fernsehen mit, bevor sie sich in den 1990er Jahren aus der Schauspielerei zurückzog, selbst unterrichtete, schrieb und Regie führte. Kaum jemand hat das Frauenbild in Italien so sehr beeinflusst und verändert wie sie. In der Dokumentation kommt vor allem Monica Vitti selbst zu Wort - in ihren Rollen und in Interviews. Daneben sprechen ihre Biografin Laura Delli Colli, der Filmkritiker Carlo Chatrian und die französische Schauspielerin und Regisseurin Laetitia Masson über ihren Einfluss.

Danach

Das Kino des Bernardo Bertolucci 23:10

Das Kino des Bernardo Bertolucci: Opulent und unangepasst

Künstlerporträt

Bernardo Bertoluccis künstlerischer Aufstieg fiel in eine Zeit des globalen Umbruchs - die 1960er Jahre und die folgenden Jahrzehnte, in denen das Kino zum zentralen Medium des gesellschaftlichen Wandels wurde. Als einer der international einflussreichsten Regisseure seiner Zeit verstand er es, den Geist dieser Ära einzufangen. Nach ersten Erfahrungen als Assistent von Pier Paolo Pasolini begann Bertolucci bereits in den 1960er Jahren, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. Ein frühes Schlüsselwerk ist "Der große Irrtum" (1970), in dem Bertolucci die politische Radikalisierung der Jugend im Kontext der 68er-Bewegung reflektiert. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er mit "Der letzte Tango in Paris" (1972). Das Drama mit Marlon Brando und Maria Schneider in den Hauptrollen über eine obsessive, anonyme Beziehung zwischen zwei Fremden polarisierte die Kritik und bleibt bis heute höchst umstritten. Ein Höhepunkt seines Schaffens ist "Der letzte Kaiser" (1987). Als erste westliche Produktion, die in der Verbotenen Stadt in Peking gedreht werden durfte, erzählt der Film die Lebensgeschichte des letzten chinesischen Kaisers Puyi. Der Film wurde mit neun Oscars ausgezeichnet und gilt als Meisterwerk des epischen Kinos. Eine unverwechselbare visuelle Opulenz, komplexe Figuren und eine tiefe Auseinandersetzung mit historischen und gesellschaftlichen Prozessen zeichnen Bertoluccis Filme aus. Sein Werk ist ein Meilenstein des Weltkinos. Die Dokumentation ist nicht nur eine Hommage an den italienischen Maestro, sondern auch an eine kreative Bewegung, deren Erbe - radikale Freiheit, kompromisslose Sinnlichkeit und unabhängiges Denken - bis heute fasziniert.