19:40
Am 28. Februar 2023 stoßen im Tempi-Tal in Mittelgriechenland ein Personenzug und ein Güterzug frontal zusammen. Ein verheerendes Feuer bricht aus, dessen Ursache bis heute ungeklärt ist. 57 Menschen sterben. Es ist das schwerste Zugunglück in der Geschichte Griechenlands. Panos Routsis verliert an dem Tag seinen 22-jährigen Sohn Denis. Er vermutet, dass der Güterzug Gefahrgut transportierte. Panos fordert eine Exhumierung seines Sohnes und hofft, die Analyse der Überreste bringt Klarheit. Als die Behörden dies ablehnen, tritt er in einen öffentlichen Hungerstreik. Seither ist er zum Gesicht der sogenannten Tempi-Bewegung geworden, die lückenlose Aufklärung fordert. Auch Katarina will verstehen, wie es zu der Katastrophe kam. Sie war im Zug und hat das Unglück überlebt. Die Angehörigen und Überlebenden haben das Gefühl, dass die Ursachen vertuscht werden sollen. Ungereimtheiten werden bekannt: So soll die Unfallstelle bereits nach wenigen Tagen ohne gründliche Spurensicherung geräumt worden sein. Investigativjournalistin Eurydice Bersi recherchiert zu dem Fall und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Der Verdacht steht im Raum, dass EU-Subventionen zur Modernisierung des Bahnsystems veruntreut wurden. Im Februar 2025 entlädt sich die Wut der Bevölkerung über die verschleppten Ermittlungen auf der Straße. Der Ministerpräsident übersteht nur knapp ein Misstrauensvotum wegen Vertuschungsverdacht. Die Reportage begleitet die Protagonisten in den Tagen rund um den Prozessauftakt, der die Schuldfrage klären soll. Doch schon der erste Gerichtstag endet im Chaos.
20:15
Sheriff Will Kane möchte nach seiner Heirat mit der Quäkerin Amy als Sheriff zurücktreten. Am selben Tag erhält er jedoch die Nachricht, dass Frank Miller, ein gefährlicher Bandit, den er vor Jahren hinter Gitter brachte, mit dem Zug unterwegs in die Stadt ist, um sich an ihm zu rächen. Aus Angst drängt die Gemeinde daraufhin ihren Sheriff aus dem Ort. Doch kurz nach seiner überstürzten Abreise kehrt er zurück, gegen den Willen seiner Frau Amy: Kane will bleiben und sich Miller stellen. Der Zug wird um 12 Uhr mittags ankommen. Als Amy ihn vor die Wahl stellt, sich zwischen ihr und der Stadt zu entscheiden, entscheidet Kane sich dafür, seine Gemeinde zu schützen. Doch im Ort wird ihm jede Unterstützung verweigert. Alle drängen ihn, auch Helen, seine einstige Geliebte, die Stadt zu verlassen. Kane gibt nicht nach und bleibt. Schließlich ist es 12 Uhr mittags ... Als der Film 1952 in die Kinos kam, reagierte das Publikum teils empört, denn er erfüllte die Erwartungen an einen typischen Western nicht. Statt Action wurden emotionale Dialoge geboten - aber auch große Spannung. Inzwischen gilt "Zwölf Uhr mittags" als Meisterwerk und wurde 2007 vom American Film Institute auf Platz 27 der 100 besten US-amerikanischen Filme aller Zeiten gesetzt.
21:35
Die erfolgreiche Dirigentin Nina lebt getrennt von ihrem Mann mit ihrem pubertierenden Sohn Lars zusammen. Ihr Beruf bestimmt einen wesentlichen Teil ihres Alltags. Gerade befindet sie sich mitten in den Proben für Gustav Mahlers Fünfte Symphonie und muss für das Orchester jederzeit erreichbar sein. Als Lars nach dem Tod einer Mitschülerin Verhaltensauffälligkeiten zeigt, weiß sie nicht, wie sie ihre Kapazitäten priorisieren soll, zeitlich, aber auch nervlich. Sie sucht das Gespräch mit Lars, was sich zwischen den ständigen beruflichen Telefonaten schwierig gestaltet. Lars ist genervt von der mangelnden Aufmerksamkeit seiner Mutter und blockt gleichzeitig ihre Kontaktversuche ab. Auf Ninas verzweifeltes Angebot, einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen, geht er ein - aber nur unter der Bedingung, das Wochenende gemeinsam in ihrem Ferienhaus auf einer bretonischen Atlantikinsel zu verbringen. Trotz des beruflichen Drucks willigt Nina ein. In der winterlichen Atmosphäre der Insel, umgeben von rauer Natur und schroffen Einheimischen, sucht sie weiter den Kontakt zu Lars. Die Stille des Unausgesprochenen zwischen Mutter und Sohn lässt in Nina eine schlimme Vermutung aufkommen. Hanna Slak inszeniert eine beinahe zerbrochene Mutter-Sohn-Beziehung vor der winterlichen Atmosphäre einer Atlantikinsel; die Stille dieses "ausgestorbenen" Ortes korrespondiert auf beeindruckende Weise mit dem Schweigen zwischen den Figuren. Ein langsam erzähltes Drama voller Suspense.
23:00
40 Jahre umspannt die Handlung des monumentalen Gangster-Epos (1984) von Sergio Leone. Im Mittelpunkt stehen die Freunde Noodles und Max, die schon als Jugendliche während der Prohibitionszeit mit ihrer Gang die Lower East Side von New York unsicher machen. Als mit Ende des Alkoholverbots ihre größte Einnahmequelle versiegt, kommt es zu einem folgenreichen Streit ... New York: Schon als Jugendliche beschaffen sich die Freunde Noodles, Max, Dominic, Patsy und Cockeye in der Lower East Side der 1920er Jahre ihr Taschengeld durch Diebstahl und Erpressung. Ihre kriminelle Karriere bekommt einen Schub, als sie einen korrupten Cop mit einer Prostituierten überraschen und ihn fortan mit Beweisfotos nötigen, über ihre kriminellen Aktivitäten hinwegzusehen. Aber so werden sie langsam Bugsy, der mit seiner Gang das Viertel kontrolliert, zu mächtig. Der setzt seine Leute auf die Jungs an, und es kommt zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Dominic erschossen wird. Völlig außer sich über den Tod des Freundes, ersticht Noodles Bugsy. Nach zehn Jahren kommt Noodles aus dem Gefängnis frei. Er wird von Max erwartet, der inzwischen eine Verbrecherorganisation aufgebaut hat und viel Geld mit illegalem Alkoholhandel verdient. Kurz vor dem Ende der Prohibition plant Max einen letzten großen Coup: Er will die Federal Reserve Bank ausrauben. Noodles fürchtet, dass der Überfall scheitern und seine Freunde in den Tod führen wird. Um sie zu schützen, verrät er den Plan an die Polizei. Doch als diese einschreitet, richtet sie ein Blutbad an. Noodles fühlt sich schuldig und flieht aus New York. Erst Jahrzehnte später kehrt er zurück und erfährt, dass Max das Massaker überlebt hat. Aber die Freundschaft lässt sich nicht kitten ...