15:50
Durch ihren Film "The Big Lebowski" machten die Coen-Brüder 1998 einen schluffigen Typen mit dem Spitznamen "The Dude" zur Kultfigur. Darsteller des Antihelden war Jeff Bridges, der bis dahin eher in Nebenrollen und Genrefilmen zu sehen war. Doch nun wurde Bridges über Nacht zum Hollywood-Star. Dabei wollte er nie im Rampenlicht stehen und lehnte Rollen ab, die ihm zu viel Sichtbarkeit beschert hätten. Die Wurzeln dieser Verweigerung liegen in seiner Biografie: Bridges entstammt einer Schauspielerfamilie und fürchtete, mit den Erfolgen seiner Eltern und seines Bruders Beau nicht mithalten zu können. Sein Verhältnis zur Schauspielerei war gespalten. In der Öffentlichkeit schob er Faulheit und mangelnden Ehrgeiz vor - und lebte danach. Lieber frönte er seiner Kunstleidenschaft und versuchte sich in Musik, Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Dabei wurde Jeff Bridges schon 1972 für seine Rolle in "Die letzte Vorstellung" für einen Oscar nominiert, sowie ein zweites Mal 1985 für "Starman". Mit "Die fabelhaften Baker Boys" (1989) landete er einen Publikumserfolg. Das versöhnte ihn zwar mit dem Schauspielberuf, aber ein Star wollte er immer noch nicht sein. Er lebte zurückgezogen in Montana, mit derselben Frau seit 1974 und seinen Kindern. Aber seine Bestimmung holte ihn mit einer Rolle ein, die ihm wie auf den Leib geschrieben war: "The Dude". Erstmals wurde er nachhaltig mit einer von ihm verkörperten Figur identifiziert. Dieser Befreiungsschlag ebnete den Weg für einen Karriereneustart - und den lange fälligen Oscar im Jahr 2010 für "Crazy Heart".
16:55
Die Dokumentation führt in den Süden Tunesiens, in eine der trockensten Regionen der Welt. Dort, in den Dünen der Sahara, liegt der Palmenhain der Familie von Tahar Mna. Weil die Erträge immer geringer werden, fasst Tahar einen gewagten Plan: Wie einst seine Vorfahren will er mitten in der Wüste einen neuen Palmenhain anlegen. "Tunesien - Eine Oase für die Zukunft" erzählt, mit welchen Schwierigkeiten Tahar kämpfen muss, und zeichnet dabei auch das Porträt seiner Familie und der Dorfbewohner, die Tahar letztlich bei seinem Vorhaben unterstützen. Tahars Geschichte ist beispielhaft. Für seine neue Oase nutzt er überliefertes Wissen und passt es den Erfordernissen des Klimawandels an. Um in der als unfruchtbar geltenden Region mit ihrem dramatischen Wassermangel überleben zu können, muss er ständig auf das empfindliche ökologische Gleichgewicht achten. Deshalb setzt er auf Innovationen in der Agroforstwirtschaft. Die Herausforderung ist groß, denn Tahar muss den Palmenhain fruchtbar machen. Nur dann sichert er seiner Familie und seinen Nachkommen ein Auskommen für rund hundert Jahre.
17:50
Als Tor zu Afrika hat Marokko lange Zeit Eroberer angezogen, die alle ihre Spuren hinterlassen haben. Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca ist eine der größten Moscheen überhaupt. Das befestigte Dorf Aït-Ben-Haddou ist eine ehemalige Karawanenstadt. Mit seinen Lehmmauern erhebt sich der Ort wie eine Fata Morgana und dient immer wieder als Filmkulisse. Im Marokko von heute trifft die alte Welt auf die neue. Technische Meisterleistungen wie der globale Megahafen Tanger Med und eine der größten Solarfarmen der Welt versetzen in Staunen. Kontrastreiche Landschaften begegnen sich: die Mittelmeerküste mit gemäßigtem Klima, das mächtige Atlasgebirge mit schneebedeckten Gipfeln und die scheinbar endlose Sahara, die größte heiße Wüste der Erde. Außergewöhnliche Menschen nennen dieses Land ihr Zuhause: von traditionellen Berberbauern über Gnawa-Musiker bis hin zu Abenteurern, die sich unter der rauen Wüstensonne bewegen. Alljährlich treten Extremsportler zum Marathon des Sables (MDS) an, einem Lauf durch die Weiten der Sahara. Noch immer ziehen auch Nomaden durch die Wüste. Nur dank der widerstandsfähigen Kamele, die sie begleiten, können sie ihre Lebensweise erhalten. Unter der heißen Sonne gedeihen im Draa-Tal Dattelpalmen. Ein unterirdischer Fluss versorgt die Plantagen und ermöglicht so seit Jahrhunderten das Überleben der Menschen in den Oasen.
18:35
In der Provinz Tigray in Äthiopien finden sich uralte christliche Wurzeln. Die ersten Christen schufen einmalige Kulturdenkmäler im massiven Sandstein. Noch heute ist die Stadt Aksum Pilgerstätte für äthiopische Christen. Weiter im Süden ragen im Simien-Gebirge einige der höchsten Gipfel Afrikas empor. Im Hochland auf über 2.200 Meter Höhe leben äußerst seltene Primaten. Die Dscheladas, auch Blutbrustpaviane genannt, ernähren sich ausschließlich von Gras, das es hier reichlich gibt. Der höchstgelegene See Afrikas und größte Äthiopiens ist der Tana-See. Sein Fischreichtum lockt große weiße Pelikane an. Wie seit Jahrhunderten fahren die Fischer mit ihren traditionellen Binsenbooten hinaus und werfen ihre Netze aus. Die Tis-Issat-Wasserfälle gelten als Ursprung des Blauen Nils. Nicht weit von der Hauptstadt Addis Abeba eröffnet sich das Great Rift Valley, der Große Afrikanische Grabenbruch. Diese Täler bilden eine eigene reiche Welt aus Savannen, Wald und sanften Hügeln von einzigartigem Artenreichtum. Die seltenen und wenigen Elefanten am Horn von Afrika sind fast nur aus der Luft zu entdecken.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
In der sechsten slowakischen Liga sind keine sportlichen Highlights zu erwarten, und schon gar nicht in der siebten, achten oder gar neunten Spielklasse. Zu welchen Spielen Iná Liga auch immer geht, beide Mannschaften sind so schlecht, dass keine von ihnen mehr absteigen kann. Iná-Liga-Gründer Jukub Bubenik weiß genau, weshalb er seinen Kanal nur auf den Fußball ausgerichtet hat, und nicht etwa auf Basket-, Volley- oder Handball: In der Slowakei gibt es noch im entferntesten Dorf mindestens eine Kneipe, eine Kirche und einen Bolzplatz. Außerdem gibt es eine Art Gegenbewegung: weg von den millionenschweren Spielern und den milliardenschweren Sportrechteinhabern - und hin zu den wunderbaren Kämpfern, die jeder Chance hinterherrennen, auch wenn sie keine haben. Denen es egal ist, wenn der Fußballplatz uneben ist, wenn Züge zwischen Zuschauertribüne und Seitenlinie durchfahren oder wenn die Mannschaften nach dem Halbzeit-Donnerwetter des Trainers in der Kabine angeheitert aufs Spielfeld wanken. Diese Matches haben eins gemeinsam: Sie feiern den Fußball in seiner natürlichsten Form.
20:15
Als der Mexikaner Juan Miranda ausnahmsweise in eine komfortable Reisekutsche zusteigen darf, kommt ihm zu Ohren, was feine Herrschaften über ihn und seinesgleichen denken. Es dauert allerdings nicht lange, da zittert die hochnäsige Gesellschaft vor ihm, denn Juan entpuppt sich als Wegelagerer und Anführer einer Bande. Kurz darauf lernt Juan auf spektakuläre Weise Sean Mallory kennen. Der irische Ex-Revolutionär knattert auf einem Motorrad durch die Gegend und trägt so viel Dynamit und Nitroglyzerin am Leibe, dass er ganz Mexiko in die Luft jagen könnte. Juan will Mallory unbedingt dafür gewinnen, mit ihm die Bank in Mesa Verde auszurauben. Zunächst zeigt sich der Ire wenig begeistert, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten kommen die beiden doch zusammen. Als Mallory schließlich für Juan den Weg freisprengt, erlebt der eine Überraschung ... und wird bald als revolutionärer Held gefeiert, obwohl er gar nichts von der Revolution hält. Rod Steiger und James Coburn spielen die Hauptrollen in Sergio Leones actionreichem Italo-Western. Die mexikanische Revolution bietet den effektvollen Hintergrund für diese Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei sehr verschiedenen Männern.
22:45
1964 kämpft die schwarze Bevölkerung im US-Bundesstaat Mississippi mit wachsendem Erfolg für Gleichberechtigung. Dann aber verschwinden eines Nachts in der Kleinstadt Jessup County drei führende Vertreter der Bürgerrechtsbewegung - es besteht kaum Zweifel daran, dass sie von fanatischen Anhängern des rassistischen Ku-Klux-Klans ermordet wurden. Von den Leichen fehlt jede Spur. Das FBI schickt zwei Spezialagenten nach Jessup County: Der junge Alan Ward ist ein intellektueller und idealistischer Harvard-Absolvent, Rupert Anderson ein abgebrühter und zynischer Ex-Sheriff. Er ist in Mississippi aufgewachsen und weiß aus Erfahrung, wie man den Leuten dort begegnet. Bei den zuständigen Behörden der Südstaaten-Kleinstadt stoßen die beiden Agenten auf starken Widerstand. Vor allem der einflussreiche Sheriff Stuckey und sein undurchsichtiger Stellvertreter Pell lassen Ward und Anderson spüren, dass ihre Nachforschungen unerwünscht sind. Zugleich lösen die FBI-Ermittlungen immer brutalere Reaktionen seitens des Ku-Klux-Klans aus. Häuser brennen, Schwarze werden überfallen, entführt und grausam misshandelt. Zwar sind Ward und Anderson überzeugt, dass auch der Polizeichef und seine Männer mit den Geheimbündlern unter einer Decke stecken, aber beweisen können sie es nicht. Als die Gewalt eskaliert, beschließen die beiden, mit härteren Methoden gegen das dichte Netz aus Rassismus und Hass vorzugehen. Tatsächlich erzielen sie erste kleine Erfolge. Um endlich an die Drahtzieher heranzukommen, versucht Anderson, Pells junge Ehefrau dazu zu bewegen, die Gewalttaten ihres Mannes nicht länger zu decken. Das hat fatale Konsequenzen ...