19:35
Seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran richten sich dessen Vergeltungsschläge auch gegen die Emirate. So wurden bisher Militärstützpunkte und Energieinfrastruktur, aber auch Gebäude und Hotels und zuletzt das Atomkraftwerk Barakah angegriffen. Zu dem Angriff bekannte sich niemand, aber Experten machen die mit dem Iran verbündeten Huthi aus dem Jemen dafür verantwortlich.
19:40
Cosplay ist für Sophy (22) ein Weg, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Während ihrer Schulzeit fühlte sie sich oft als Außenseiterin. Aber seit sie in Kostümen ihrer Gaming-Heldinnen zu sogenannten Conventions geht, fühlt sie sich in einem stabilen sozialen Umfeld geborgen. Sarah (36) holt sich durch Cosplay Farbe in ihren Alltag aus Bürojob und Carearbeit. Monatelang bringt sie damit zu, bis ins kleinste Detail durchdachte Kostüme herzustellen, die sie dann auf ihrem Insta-Profil veröffentlicht. Für Lisa (33) ist Cosplay eine berufliche Perspektive. Die gelernte Bühnenplastikerin hat früher bei Hollywoodproduktionen Requisiten gebaut und Schauspieler gestylt. Doch das langweilte sie irgendwann. Jetzt gestaltet sie professionelle Cosplay-Outfits und hofft darauf, dass Gaming-Firmen sie für Marketingzwecke buchen. Außerdem verdient sie als Influencerin über ihre Reichweite auf Social-Media-Plattformen. Auf circa fünf Milliarden US-Dollar wird der internationale Markt mit Kostümen und Accessoires geschätzt. Doch hinter dem Trend steckt mehr als nur Spielerei: Die meisten Cosplayer finden im Experiment mit den Identitäten neue Freiräume für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung.
20:15
Ende des 19. Jahrhunderts galt das Automobil als ultimativer Beweis menschlichen Erfindergeistes: eine Supermaschine wie aus einem Roman von Jules Verne! In nur 30 Jahren veränderte das Auto Stadtbilder, Landschaften und den Alltag der Menschen. Wie konnte diese Erfindung, die die komplexesten technischen Errungenschaften ihrer Zeit in sich vereinte, zum Massenprodukt werden? Die Dokumentation erzählt vom rasanten Aufstieg der Automobilherstellung zu einem der bedeutendsten Industriezweige der Welt. Dabei unternimmt sie eine Zeitreise von den Pariser Boulevards, auf denen die ersten "pferdelosen Kutschen" fuhren, bis zu Hitlers Autobahnen, vom Ford T bis zum Citroën Traction Avant. Problematisiert wird jedoch auch der wachsende Rohstoffbedarf, den die Europäer als rücksichtslose Kolonialmächte zum Beispiel mit Gummibaumplantagen in Afrika deckten. Besonders eindrucksvoll schildert die Dokumentation auch die Wandlung der Herstellungsverfahren: Ausgehend von einem Werkstatt- und Manufakturprodukt steht das Automobil in den 1930er Jahren für eine Revolution der industrialisierten Fertigung bis hin zur systematischen Massenproduktion, die in den gigantischen Fabriken von Detroit ihren Anfang nimmt. Lobbygruppen begannen in den USA damit, den Siegeszug des Autos unter anderem durch die Verdrängung der Straßenbahnen weiter zu forcieren.
21:05
Das Auto ist mehr als ein Gebrauchsgegenstand - es verkörpert ein Lebensgefühl. Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegszeit avancierte es zum Symbol der aufstrebenden Konsumgesellschaft: Küstenstraßen wurden asphaltiert, der Massentourismus nahm Fahrt auf und bald durchzog ein engmaschiges Straßennetz die Landschaften. Malerische Stadt- und Dorfplätze verwandelten sich in riesige Parkflächen, parallel dazu entwickelte sich das "Road Movie" zu einem eigenen Filmgenre. Familienkutschen wurden ebenso sorgfältig ausgewählt wie die Limousinen von Staatsoberhäuptern und Stars. Das Automobil stand für Emanzipation, Freiheit und Männlichkeit - aber auch für Entfremdung, neue Zwänge, Ängste und Tragödien. Die erschreckend hohe Zahl der jährlichen Verkehrstoten ist nur eines der dunklen Kapitel in der Geschichte des Kraftfahrzeugs. "Die Geschichte des Automobils" erzählt, wie das Auto zum Aushängeschild einer Epoche wurde, in der unermüdlicher Konsum noch als Versprechen ewigen Wohlstands galt.
22:00
In nur rund 100 Jahren hat das Automobil die Lebens- und Arbeitswelten der Menschen auf allen Kontinenten grundlegend verändert, dazu Städte und Landschaften geprägt. Ende des 19. Jahrhunderts als Meisterwerk gefeiert, im 20. Jahrhundert zur Ikone stilisiert, wird es seit der Jahrtausendwende zunehmend als Umweltzerstörer und Luftverschmutzer gegeißelt und ist zum Sinnbild für die Schattenseiten des menschlichen Fortschritts geworden. Wie kaum ein anderes Objekt verkörpert das Auto die Widersprüche westlicher Gesellschaften, die einerseits nach stetigem Wirtschaftswachstum streben und andererseits ihren ökologischen Fußabdruck verringern wollen. Von der Ölkrise 1973 über die Hoffnung auf einen neuen Wirtschaftsaufschwung durch das Elektroauto dokumentiert "Die Geschichte des Automobils" den unaufhaltsamen und permanenten Fortschrittsdrang der Menschheit - bis hin zu der Erkenntnis, dass heute ein umfassendes Umdenken erforderlich ist, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.
22:55
"Lebensgefahr: Umweltschützer im Visier" erzählt die erschütternden Geschichten von Berta Cáceres, Paulo Paulino Guajajara und Aldo Zamora - drei Umweltaktivisten, die in Lateinamerika für den Schutz ihrer Heimat, der Wälder und Flüsse eintraten und dafür mit dem Leben bezahlten. Ihr Verbrechen? Sie stellten sich den Interessen mächtiger Konzerne entgegen, die mit Rückendeckung lokaler Handlanger und oft korrupter Behörden die natürlichen Ressourcen der Region schonungslos ausbeuten. Der Dokumentarfilm rekonstruiert nicht nur die Lebenswege der drei Aktivistinnen und Aktivisten, sondern enthüllt auch die systematischen Strukturen hinter ihrer Ermordung. Durch Gespräche mit Weggefährten, Familienmitgliedern, Klimaexperten und Soziologen wird deutlich, wie wirtschaftliche Gier, politische Untätigkeit und das Wegschauen der Justiz den Raubbau an der Natur vorantreiben. Immer wieder zeigen sich dieselben Muster: Bedrohungen, Einschüchterungen, schließlich Morde - und am Ende Täter, die selten zur Rechenschaft gezogen werden. Doch die Konsequenzen dieser Verbrechen beschränken sich nicht auf Lateinamerika: Die tropischen Regenwälder des Amazonas sind einer der wichtigsten CO2-Speicher der Erde. Ihre Abholzung verschärft die Klimakrise - mit globalen Folgen. Der Beitrag macht unmissverständlich klar: Der Kampf der indigenen Gemeinschaften und Umweltaktivisten ist kein lokaler Konflikt, sondern eine Frage von weltweiter Bedeutung. Solange Umweltaktivisten nicht ausreichend geschützt werden, ist auch der Schutz der Erde in Gefahr.