14:00
Robert Stroud wird nach einer Gefangenenrebellion in die Strafanstalt Leavenworth verlegt. Er sitzt wegen Mordes zwölf Jahre Zuchthaus ab und gilt als gewalttätig und verbittert. Als er einen Wärter ersticht, soll er hingerichtet werden, doch seine Mutter erreicht die Umwandlung des Urteils in lebenslange Einzelhaft. In der Isolation hat Stroud nur wenig Kontakt, bis er im Hof einen verletzten Sperling findet und ihn in seiner Zelle aufzieht. Später darf er Kanarienvögel züchten und entdeckt darin einen neuen Lebenssinn. Er entwickelt ein Heilmittel gegen eine gefährliche Vogelkrankheit und wird als Vogelexperte bekannt. Durch die Züchterin Stella Johnson entsteht erstmals eine persönliche Bindung, die jedoch zum Bruch mit seiner Mutter führt. Er wartet auf eine Begnadigung ... "Der Gefangene von Alcatraz" basiert auf der Lebensgeschichte des Amerikaners Robert Stroud, der 1963 in einem Gefängnishospital starb, nachdem er 54 Jahre in Zuchthäusern verbracht hatte, davon 43 Jahre in Einzelhaft. Der Film, auch ein Plädoyer für einen humaneren Strafvollzug, erhielt mehrere bedeutende Preise. Burt Lancaster wurde als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert, gewann den BAFTA Film Award und in Venedig die Coppa Volpi. Weitere drei Oscarnominierungen gingen an Telly Savalas und Thelma Ritter für ihre Nebenrollen und an Burnett Guffey für die beste Bildgestaltung in Schwarz-Weiß. Für Telly Savalas war es der Start seiner Schauspielkarriere, die im TV als Polizist Kojak mit "Einsatz in Manhattan" ihren Höhepunkt fand.
16:30
Der Katamaran nimmt Kurs auf den Inselstaat Taiwan, der zu den größten Elektronikproduzenten der Welt gehört. Die von Corentin so geschätzte Open-Source-Philosophie beruht auf dem Zugang zu einem Computer und zum Internet - zwei großartigen Erfindungen, von denen noch immer viele Menschen ausgeschlossen sind. Corentin fragt sich, wie mit Hilfe von Recycling-Komponenten jeder Mensch auf der Welt mit einem Computer ausgestattet werden könnte. Seine Herausforderung: im Hightech-Paradies einen Lowtech-Computer herstellen! Doch wie lässt sich ein kostengünstiger Computer mit geringem Energieverbrauch realisieren, während alle Welt immerzu der modernsten Technik hinterherjagt?
16:55
Die Langschwanzmakaken kommen im Vergleich zu anderen Primatenarten am häufigsten auf der Welt vor. In Thailand bevölkern sie zu Hunderten die Städte, ähnlich wie in Europa die Tauben. Am Morgen verlassen sie die Hügel und ziehen in die Städte, um in Mülltonnen und Häusern nach Nahrung zu suchen. Dennoch ist nicht viel über sie bekannt. Auf der thailändischen Insel Ko Kho Ram ernähren sich die Langschwanzmakaken von Austern, Muscheln und Krabben. Um die Schalentiere zu öffnen, greifen sie auf Werkzeuge wie Hammer und Amboss zurück, von denen man lange annahm, dass nur der Mensch und die Menschenaffen sie beherrschen. Die Langschwanzmakaken sind außerdem ausgezeichnete Taucher und Schwimmer, denn sie können unter Wasser hervorragend sehen. Fasziniert von diesen Primaten begeben sich die Filmemacher Dominique Hennequin und Cyril Ruoso auf Spurensuche. Die Dokumentation lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen zunächst die schönen Facetten des Lebens im Affenrudel entdecken, wie die wilden Spiele im Swimmingpool und im Mangrovenwald sowie das beeindruckende Miteinander bei der gegenseitigen Fellpflege während der langen Siesta. Doch der Film gewährt auch seltene Einblicke in die dunklen Seiten dieses Zusammenlebens: In diesen sehr hierarchisch organisierten Affenstämmen gilt das Gesetz des Stärkeren und "Lynchjustiz" ist durchaus nicht selten.
17:50
Namibia ist ein Land voller einzigartiger Geschichten und atemberaubender Landschaften, die in der Dokumentation "Namibias Naturwunder - Leben am Limit" erforscht werden. Die Namib, eine der ältesten und trockensten Wüsten der Welt, ist das Reich der Anpassungskünstler, in dem das Überleben eine Herausforderung darstellt. Die Trockenheit und Hitze prägen hier das Leben. Die letzten Wüstenelefanten leiden unter der längsten Dürre seit Jahrzehnten, und nur noch etwa 150 dieser majestätischen Tiere leben in kleinen Herden und wandern täglich weite Strecken auf der Suche nach Futter und Wasser. Doch auch in einem ausgetrockneten Flussbett finden sie noch etwas Fressbares wie die Früchte des Kameldornbaumes. Die Sandwüste der Namib ist ein dynamischer Lebensraum, in dem Wind die Dünen formt und organische Materialien an den Grund der Dünen trägt, die für die Lebensgemeinschaften der Wüste von großer Bedeutung sind. Die Küste Namibias ist vollkommen anders als das Landesinnere. Hier treffen die Wellen des Atlantiks auf schroffe Klippen und weite Strände. Der Benguelastrom trägt sauerstoff- und nährstoffreiches Wasser in den Norden und zieht große Fischschwärme an, von denen Seebären profitieren. "Namibias Naturwunder - Leben am Limit" zeigt die Herausforderungen, mit denen die Tiere in Namibia in einer so extremen Umgebung konfrontiert sind und wie sie sich angepasst haben, um zu überleben. Von den Wüstenelefanten und Welwitschien bis hin zu den Küstenbewohnern wie Strandwölfen bietet die Dokumentation einen faszinierenden Einblick in die vielfältige Natur und Tierwelt Namibias.
18:35
Die Kalahari ist eine trockene und karge Wüste, die dennoch eine überraschende Artenvielfalt bietet. Eines der seltenen und faszinierenden Geschöpfe, die hier leben, ist das Steppenschuppentier. Es ähnelt einem possierlichen Dinosaurier und ist das einzige Säugetier, das Hornschuppen trägt. Über seine Lebensweise ist noch immer wenig bekannt. Als kleiner Wächter der Wüste beobachtet das Erdmännchen aufmerksam seine Umgebung und hält stets Ausschau nach Feinden. Zusammen mit seiner Kolonie geht es auf Futtersuche und buddelt sich durch den Boden auf der Suche nach Leckereien. Die wahre Leibspeise der Erdmännchen ist dabei überraschenderweise der Skorpion, den sie nach dem Entfernen des Giftstachels genüsslich aufessen. Im Nordosten Namibias liegen die großen Flüsse - der größte von ihnen ist der Sambesi. Hier führt eine Leitkuh eine Elefantenherde an. Elefantengesellschaften sind sehr komplex. Mütter mit ihren Kindern, Schwestern und Tanten mit ihrem eigenen Nachwuchs - sie alle bilden eine eng verbundene Familienherde. Wohl nirgendwo sonst in Afrika gibt es so viele Dickhäuter wie hier. Einst waren sie weit über den Kontinent verbreitet. Doch Afrikanische Elefanten werden immer seltener. Von den trockenen Savannen bis zu den weiten Flusslandschaften: Namibia ist das Land der tausend Gesichter, Wunder und Geschichten. Es ist eine Welt der kleinen Helden und großen Jäger.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:35
"Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen
19:40
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und Polens Beitritt zur Europäischen Union verließen Millionen von Menschen ihre Heimat. Eine ganze Generation war bereit, alles zu riskieren, um sich im Ausland ein neues Leben aufzubauen. Doch der Trend hat sich nun umgekehrt. Polens dynamische Wirtschaft, die sich verbessernde Lebensqualität und berufliche Perspektiven ziehen diejenigen an, die das Land einst verlassen hatten. Eine Polin erzählt von ihrem Leben in Deutschland, wo sie als Putzfrau arbeitete. Nach der Rückkehr in ihre Heimat absolviert sie eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und konnte dank staatlicher Unterstützung ihre eigene Praxis eröffnen. Ihre Geschichte zeugt von Veränderungen in Polen, die einen sozialen Aufstieg ermöglichen und auch von der Sehnsucht, sich in Polen wieder heimisch zu fühlen. Eine junge Wissenschaftlerin absolvierte ihr gesamtes Studium im Ausland, ihr stand eine internationale Karriere offen. Dennoch kehrte auch sie nach Polen zurück. Der Lebensweg dieser beiden Frauen steht für die Bestrebungen einer Generation, ihr Glück nicht mehr nur im Westen zu suchen. Die Reportage beleuchtet die Beweggründe für diese neue Art der europäischen Mobilität. Polen wurde nach Jahrzehnten der Auswanderung durch seinen politischen und wirtschaftlichen Wandel wieder attraktiv. Das Land im Umbruch behauptet seinen Stellenwert in der EU und verfolgt einen klaren Kurs: Nachwuchskräfte sollen im Land bleiben und einst ausgewanderte Fachkräfte zurückkehren.
20:15
Das Prag der 1920er und 1930er Jahre ist eine pulsierende europäische Metropole, die weit über die Grenzen der Tschechoslowakei hinaus strahlt und Menschen anzieht. Auf den ersten Blick scheint fast alles möglich in den zwei Jahrzehnten zwischen der Gründung der Ersten Tschechoslowakischen Republik 1918 und dem deutschen Einmarsch im März 1939: Die Stadt ist eine internationale Literatur-, Theater-, Jazz- und Tanz-Hochburg - mit Galerien und Theatern und mit einem pulsierenden Nachtleben in Bars und Varietés. Josephine Baker kommt in die Stadt, die mit New York, mit Paris und Berlin gleichzieht. Tschechische, deutsche und jüdische Künstlerinnen und Künstler machen aus der Moldau-Metropole ein "Babylon Prag". Doch auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die Kulturen dieser Stadt eher neben- als miteinander existierten, getrennt wie durch eine unsichtbare Mauer. Die Dokumentation "Babylon Prag" taucht ein in die zweisprachige Welt der Prager Kultur jener beiden Jahrzehnte, in denen Prager Künstler Großes geleistet haben, allen voran Kafka mit seinen Romanen und Romanfragmenten. Dabei ist dieses erste Jahrzehnt der jungen Republik von latenten Konflikten zwischen Tschechen und Deutschen geprägt. Obwohl in der Minderzahl, hatten die Deutschen unter der Herrschaft der Habsburger großen Einfluss. Jetzt verweisen die Tschechen die ehemals dominierende Minderheit auf den zweiten Platz, was Unmut schürt. Und so kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen, deren innere Triebfeder der Nationalismus ist - das unselige Erbe des 19. Jahrhunderts.
20:55
Die Weltwirtschaftskrise nach dem Schwarzen Freitag 1929 gießt Öl in die schwelenden Konflikte zwischen den Deutschen und den Tschechen. Die Deutschen dominierten früher das öffentliche Leben und finden sich plötzlich auf dem zweiten Platz wieder. Tschechen und Slowaken sehen die Erste Tschechoslowakische Republik vor allem als ihre Republik. Keine Seite bemüht sich um Gemeinsamkeit. Man lebt nebeneinanderher. Die schwierige wirtschaftliche Lage trifft vor allem die sudetendeutschen Gebiete nahe der Grenze zum Deutschen Reich, die ihre Absatzmärkte verlieren. Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 spitzt sich die komplizierte Lage noch weiter zu. Auf der tschechischen wie auf der deutschen Seite drängen sich nationalistische Kräfte immer stärker in den Vordergrund. Zudem kommen Exilanten aus dem Deutschen Reich in das nahegelegene Prag. Einige, wie die Brüder Thomas und Heinrich Mann, erhalten sogar die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Künstler wie Karel Capek und Max Brod und Journalistinnen wie Milena Jesenská bemühen sich um Vermittlung bemühen - doch die Menschen hören nicht auf sie. Hitler allerdings nutzt die Gunst der Stunde. Bei der Münchner Konferenz werden die Sudeten 1938 dem Deutschen Reich zugesprochen. Die Tschechen dort fliehen nach Prag. Als die Wehrmacht 1939 einmarschiert, endet die politische Eigenständigkeit der Zweiten Tschechoslowakischen Republik. Der Naziterror beginnt, der viele Literaten und bildende Künstler ins Exil treiben wird. Wer bleibt, dem drohen oft Verhaftung und Konzentrationslager.
21:40
Ende November 1983 in Narborough, einem kleinen bürgerlichen Vorort der englischen Stadt Leicester: Die 15-jährige Lynda Mann ist auf dem Weg nach Hause, als sie vergewaltigt und erdrosselt wird. Nachdem ihre Leiche auf einem nahe gelegenen Sportplatz gefunden wurde, übernimmt Kriminalhauptkommissar David Baker die Ermittlungen. Zur gleichen Zeit arbeitet der Wissenschaftler Alec Jeffrey an der Universität von Leicester daran, DNA zu entschlüsseln. Mit dieser Entdeckung könnten einmalige Muster und Verwandtschaftsverhältnisse nachgewiesen werden. Doch die bisherigen Ergebnisse sind unbrauchbar. Trotzdem ist Alec so fasziniert von seiner Arbeit, dass er seine Familie vernachlässigt. Ein Jahr nach Lyndas Ermordung ist der Täter noch nicht gefasst und David Baker kann die Ermittlungen nur mit einem reduzierten Team fortführen, ohne viel Hoffnung auf Erfolg. Alec Jeffreys gelingt hingegen endlich der erhoffte Durchbruch: die perfekte Entschlüsselung einer DNA-Sequenz. Doch kann die Technik auch bei einem Mordfall eingesetzt werden? Die dreiteilige Serie basiert auf den wahren Mordfällen zweier Mädchen aus Leicester in den Jahren 1983 und 1986. Die Entdeckung des genetischen Fingerabdrucks durch Alec Jeffreys im Jahr 1984 wurde erstmals zur Überführung eines Mörders genutzt. Die Serie wurde mit dem inzwischen pensionierten Alec Jeffreys und dem ehemaligen Chefermittler David Baker entwickelt. Regie führte James Strong. Hauptdarsteller John Simm ist dem ARTE-Publikum aus der Serie "Life on Mars: Gefangen in den 70ern" bekannt.
22:25
Die kleine Gemeinde Narborough hat die Vergewaltigung und Ermordung der 15-jährigen Lynda Mann vor drei Jahren noch nicht verarbeitet. Damals fand sich trotz intensiver Ermittlungen kein Täter. Nun scheint der Mörder wieder zugeschlagen zu haben: Die gleichaltrige Dawn Ashworth wird vermisst und nach zwei Tagen auf einer Weide vergewaltigt und erdrosselt aufgefunden. Kriminalhauptkommissar David Baker und sein Team jagen nun einen Serienmörder. Am Tatort fällt der junge Gavin Hopkirk mit einer Aussage auf: "Ihr habt sie also gefunden? Ich wusste, ihr habt am falschen Ort geschaut." Die Ermittler verhaften den jungen Mann, und nach einiger Zeit in der Vernehmung gesteht er Dawns Ermordung. Zwar streitet er den Mord an Lynda vehement ab, aber Davids Team freut sich, endlich einen Schlussstrich unter die Fälle zu setzen. Doch im Detail passen Gavins Aussagen nicht: Dawn trug ein Kleid, keine Hose. David Baker will sichergehen. Er erfährt von einer neuen DNA-Methode und erhofft sich davon ein einwandfreies Ergebnis. Dafür besucht er Alec Jeffreys, den Entdecker des genetischen Fingerabdrucks, der einige Kilometer entfernt an der Universität von Leicester forscht. Die erst zwei Jahre zuvor entwickelte Technik der DNA-Bestimmung könnte helfen, die Spermaproben vom Tatort mit Gavins Blut zu vergleichen.
23:15
1987 in Narborough, einem Vorort von Leicester: Kriminalhauptkommissar David Baker und sein Team ermitteln in zwei ähnlichen Mordfällen. 1983 wurde die 15-jährige Lynda Mann vergewaltigt und erdrosselt, drei Jahre später die gleichaltrige Dawn Ashworth. Ein Tatverdächtiger, der bereits gestand, kann mit Hilfe einer DNA-Analyse von Wissenschaftler Alec Jeffreys als Täter ausgeschlossen werden. Allerdings kann Alec beweisen, dass die Spermaspuren an beiden Tatorten von derselben Person stammen. Ohne weitere Anhaltspunkte kommt Kriminalhauptkommissar David Baker plötzlich die Idee: Statistisch gesehen leben die meisten Täter in einem Umkreis von fünf Meilen um den Tatort. Wenn nun alle Männer zwischen 18 und 34 Jahren in diesem Gebiet auf ihre DNA getestet werden würden, könnte man die genetischen Fingerabdrücke vergleichen und so den Täter finden. Aber wie soll man 5.000 Männer dazu bringen, freiwillig eine Blutprobe abzugeben? Außerdem ist die Analyse jeder Probe kostspielig. Nach anfänglichem Widerstand des sparsamen Innenministeriums gelingt es David, die Finanzierung zu sichern, und Alecs Team kann in der Stadthalle von Narborough die ersten Proben nehmen. Einen solchen Massentest hat es noch nie gegeben. Immer mehr Männer können so als Täter ausgeschlossen werden. Doch im Labor stauen sich die Proben, die Analyse dauert lange. Die größte Herausforderung: Gelingt es dem Täter, das System zu umgehen, würde die Glaubwürdigkeit des DNA-Verfahrens erschüttert. Das Team steht unter Druck. Dann taucht eine Zeugin mit einem Hinweis auf, der die entscheidende Wendung bringt ...