18:35
Die schottische Waldkiefer trotzt dem unbeständigen Klima und bildet das Herzstück eines faszinierenden Ökosystems, das unter anderem dem Steinadler, dem seltenen Auerhahn und dem quirligen Roten Eichhörnchen ein Zuhause bietet. Als eine der langlebigsten Baumarten ist sie aber auch Zeuge der schottischen Geschichte und der tiefgreifenden Veränderungen, die die wilden Highlands und ihre Bewohner in den vergangenen 500 Jahren durchgemacht haben. Seit die Menschen ihre Beziehung zur Natur überdenken und die Rewilding-Bewegung verstärkt Zulauf gewinnt, werden wieder Waldkiefern angepflanzt. Sie erobern ihre alte Heimat zurück und schenken den Wildtieren der schottischen Highlands ein neues Zuhause. "Natura Europa" erzählt die Geschichte einer ganz besonderen, uralten schottischen Waldkiefer. Die Zuschauer verfolgen ihr Wachstum über fünf Jahrhunderte hinweg, begegnen nebenbei einigen legendären Figuren aus der schottischen Geschichte und lernen viel über die wilden Tiere, die den Baum und den umliegenden Wald bevölkern. Die atemberaubenden Bilder lassen eine legendäre Landschaft wiederaufleben und verweben die Kreisläufe der Natur mit Geschichte und Gegenwart der schottischen Highlands.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
Demokratische Republik Kongo: Präsident Tshisekedi schlägt eine Verschiebung der für 2028 vorgesehenen Präsidentschaftswahl für den Fall vor, dass der Konflikt im Osten des Landes bis dahin nicht beendet ist. In den beiden Provinzen östlich von Kinshasa - Nord-Kivu mit der Hauptstadt Goma und Süd-Kivu mit der Hauptstadt Bukavu - bricht seit Jahrzehnten immer wieder Krieg aus.
19:40
Retro ist längst mehr als eine Mode - es ist für einige Menschen ein Lebenskonzept. So wie für Hebe (27) und Henk (34), die in Antwerpen leben. In ihrem Alltag dreht sich alles um 20er und 30er Jahre. Kleidung, Möbel, Musik und viele Gebrauchsgegenstände stammen aus vergangenen Zeiten. Sie sehen es als Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben und ihr Leben zu entschleunigen. Dabei bleiben Hebe und Henk aber sehr pragmatisch: Sie schätzen moderne Technik ebenso wie die Freiheiten der heutigen Gesellschaft. Auch Sébastian (55) aus Lyon hat seine Leidenschaft für frühere Jahrzehnte zum Lebenskonzept gemacht. Mit seiner Frau Lesley organisiert er in Chamrousse in den französischen Alpen das Vintage-Event "Alpine Classique", bei dem Retro-Fans aus ganz Europa zusammenkommen. In einer Zeit, die ihnen nicht sehr vielversprechend erscheint, ist die Flucht in die Vergangenheit eine Art Ventil für sie. Höhepunkt ist jedes Jahr das Fest in den Alpen. Zwischen Holzskiern, Oldtimern und Vintage-Kleidung entsteht dort eine eigene nostalgische Welt. Die niederländische Musikerin Floor (30) lebt den Retro-Gedanken über die Musik der 60er und 70er Jahre. Ihre Eltern sind beide Musiker und sie ist mit dem Sound der 60er und 70er Jahre aufgewachsen. Schon als Teenager hat sie angefangen, Schallplatten und Kleidung aus dieser Zeit zu sammeln. Floor ist ein Fan von Musikern wie Bob Dylan und David Bowie, von denen sie sich inspirieren lässt. Nun geht sie auf Tour. Was alle verbindet, ist der Wunsch, für einen Moment auszusteigen aus einer komplexen, oft überfordernden Gegenwart.
20:15
Eine junge Journalistin will Jahrzehnte später verstehen, was 1942 in Finnland geschah und welche Rolle Abraham Stiller dabei spielte. Als sie ihn befragt, ringt der inzwischen alte Mann mit seinen Erinnerungen - und seinen Schuldgefühlen. Aus der Interviewsituation führen Rückblenden nach Helsinki: Ende der 1930er Jahre will das Land kaum noch jüdische Flüchtlinge aufnehmen. Stiller, eine zentrale Stimme der jüdischen Gemeinde Finnlands und Inhaber eines Mode- und Textilgeschäfts, verspricht Hilfe in Form von Arbeit, Papieren, Unterkunft. Er nimmt Menschen bei sich auf, nutzt seine Beziehungen und glaubt, mit Pragmatismus und Zuversicht das Schlimmste verhindern zu können. Sehr zum Unbehagen seiner Frau und jener Gemeindemitglieder, die lieber unsichtbar bleiben möchten. Mit dem Krieg verschärft sich die Lage. Antisemitische Stimmung dringt in den Alltag und in Stillers Geschäft. Die Staatspolizei interessiert sich zunehmend für Arbeitserlaubnisse und Herkunft. Während Stiller bei Beamten und Ministern interveniert, geraten einzelne Geflüchtete, wie Stillers Schützling Georg Kollmann, ins Fadenkreuz. Im Norden, in der Nähe der dort stationierten deutschen Truppen, müssen jüdische Männer unter härtesten Bedingungen arbeiten. Zugleich wird in Helsinki über "Lösungen" verhandelt, die zunächst die ausländischen Juden treffen sollen. Stiller versucht zu helfen, wird aber selbst zum Spielball eines Apparats, der Vertrauen ausnutzt und Fakten verdreht. Die Journalistin folgt schließlich den Spuren des einzigen Überlebenden und bringt Stiller dazu, sich seinen Schuldgefühlen zu stellen.
21:30
1945, der Zweite Weltkrieg ist fast vorbei und die Nazigrößen sind bereits aus Wien getürmt. Doch im Salzkammergut herrschen sie nach wie vor. In den Stollen des Salzbergwerks Altaussee lagern Kunstschätze, die in Europa für das geplante Führermuseum in Linz zusammengeraubt wurden. Gauleiter Eigruber ordnet die Sprengung an, doch die Dorfbewohner widersetzen sich. An der Spitze des Widerstands stehen die ungleichen Freunde Sepp Rottenbacher und Franz Mitterjäger. Während Franz seit langem aktiv im Kampf gegen die Nazis ist, versucht Sepp sich lange herauszuhalten. Bis Franz erschossen wird ... 1945: Nach und nach werden Deutschland und Österreich von den Nazis befreit. Doch in Altaussee im Salzkammergut ist ihre Herrschaft noch nicht zu Ende. Hier haben sich Nazigrößen wie Ernst Kaltenbruner, Chef der Gestapo, in der Nähe des alten Salzbergwerks verschanzt. In dessen Stollen lagern Kunstschätze, die in ganz Europa für das geplante Führermuseum in Linz geraubt wurden. Der Gauleiter von Oberdonau, August Eigruber, ordnet die Sprengung an, damit die Meisterwerke nicht in die Hände der Alliierten fallen. Doch bei den Bergleuten beginnt sich Widerstand zu regen. Aber im Gegensatz zu seinem Freund Franz, der mit seiner Frau Elsa die Deserteure und Partisanen in den Bergen heimlich versorgt, versucht der eigenbrötlerische Sepp, sich möglichst aus allem rauszuhalten. Erst als sein Freund von der Gestapo erschossen wird und wie ein Hund verscharrt werden soll, kommt er aus der Reserve ... Zusammen mit den Bewohnern des kleinen Dorfs stellt er sich gegen den Befehl des Gauleiters und versucht die Sprengung des Bergs in letzter Minute zu verhindern, um die Mine als ihre Existenzgrundlage zu sichern. Dabei begibt sich die Dorfgemeinschaft in große Gefahr, denn auf Widerstand steht immer noch die Todesstrafe ...
23:20
Ludwig van Beethoven war ein Humanist, ein Moralist und ein Künstler, der aufgrund seiner umfassenden Vision für die Menschheit zur Unsterblichkeit bestimmt war. Alle seine Werke und die Bandbreite seines Schaffens weisen auf seine universellen Menschheitsideale hin, aber keines verkörpert sie mehr als seine letzte vollendete Symphonie - die Neunte. Am 7. Mai 1824 wurde sie in Wien uraufgeführt. Beethoven war mit auf der Bühne, doch selbst dirigieren konnte er nicht mehr. Er war zu diesem Zeitpunkt schon völlig taub. Dennoch gelang ihm mit der "Neunten" ein Werk, das die symphonische Komposition völlig neu prägen sollte. Vielleicht war das mit einer der Gründe, warum er Friedrich Schillers Text mit in die Symphonie aufnahm. Schiller schrieb 1785 sein Gedicht "Ode an die Freude" mitten in der Aufbruchsstimmung des Sturm und Drang im Leipziger Exil. Beethoven wählte aus dem Text die Passagen, die zu seinen humanistischen Idealen passten. Am 7. Mai 2024, zum 200. Jahrestag der Uraufführung feierte ARTE Beethovens "Neunte" in vier europäischen Städten. Aus Mailand erklang der dritte Satz - "Adagio molto e cantabile - Andante moderato". ARTE zeigt nun die gesamte Mailänder Aufführung mit Riccardo Chailly am Pult des Orchesters der Mailänder Scala. Es singen Polina Pastirchak (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Mezzosopran), Benjamin Bruns (Tenor) und Markus Werba (Bariton).