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Für die Bewohnerinnen und Bewohner Kabuls fühlte sich die Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 wie ein Rückfall in die Vergangenheit an. Bereits in den 1990er Jahren hatten die Taliban Afghanistan in ein Refugium des radikalen Islamismus verwandelt: Frauen wurde der Zugang zu Bildung und Arbeit verwehrt, während Osama bin Laden und Al-Qaida ungehindert Trainingslager errichten konnten. In diesen Lagern entstand auch der Plan für die Anschläge vom 11. September 2001. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten von dieser dramatischen Ära, die Afghanistan in eine Spirale aus Gewalt und religiösem Fundamentalismus stürzte. Zu Wort kommen ein Menschenrechtskommissar, eine afghanische Journalistin sowie der frühere Präsident Aschraf Ghani. Ihre Erinnerungen geben Einblicke in das Leben unter dem Taliban-Regime. Internationale Entscheidungsträger ergänzen diese Perspektive: Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter beschreibt, wie der von Washington unterstützte Sieg des islamistischen Widerstands gegen die Sowjetunion den Einfluss der Extremisten stärkte. Nach den Anschlägen vom 11. September unterstützten die USA lokale Warlords im Kampf gegen Osama bin Laden und die Taliban, doch der Konflikt nahm kein Ende. Die Niederlage der Taliban im Jahr 2001 und die neue Präsenz internationaler Truppen brachten vielen Menschen in Afghanistan Hoffnung. Frieden kehrte jedoch nicht ein. Aus dem Untergrund bereiteten die Taliban ihre Rückkehr vor: "Das ist unser Land. Wir müssen kämpfen."
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Ab 2002 war die internationale Koalition in Afghanistan präsent, unterstützte die USA im "War on Terror" und engagierte sich für den Wiederaufbau. Kabul wird durch die Erfahrungen von Menschen erlebbar, die nach langen Jahren im Exil hoffnungsvoll zurückkehrten. Viele sahen neue Möglichkeiten für freie Presse, Bildung, Frauenrechte und demokratische Wahlen. Der Weg Afghanistans zur Demokratie wurde jedoch von Warlords behindert, die unter Präsident Karzai einflussreiche Positionen erhielten. Zu den prägenden Akteuren der Republik zählt General Abdul Raschid Dostum, dessen Sichtweise in der Serie dargestellt wird. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten von Menschenrechtsverletzungen und Korruption, die oft ungesühnt blieben und die Bevölkerung wütend machten. Ein Taliban-Gründungsmitglied erklärt, wie die Gruppe die Schwächen des neuen Staates ausnutzte und nach und nach Teile des Landes zurückeroberte. Bald fühlten sich die afghanische Armee und die internationalen Truppen weder in den Provinzen noch in Kabul sicher. 2014 leitete Präsident Barack Obama den Truppenabzug ein. Aschraf Ghani, ein im Westen ausgebildeter Akademiker, wurde Nachfolger von Hamid Karzai, um Afghanistan vor dem Scheitern zu bewahren - doch der Beginn seiner Amtszeit verlief alles andere als reibungslos.
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Nach Jahren des Krieges befindet sich Afghanistan in einer prekären Lage. Die afghanischen Streitkräfte leiden unter Ressourcenmangel, während die Regierung in Kabul weder Stabilität noch Sicherheit gewährleisten kann. Unter US-Präsident Donald Trump wird ein Sonderbeauftragter entsandt, um mit den Taliban einen Deal zu verhandeln. Dieser soll den Abzug der US-Truppen ermöglichen. Nach dem Rückzug der Vereinigten Staaten gewinnen die Taliban rasch an Boden. 2021 erobern sie eine Provinz nach der anderen. Die afghanische Armee, die jahrelang von der Unterstützung der USA abhängig war, bricht innerhalb weniger Monate weitgehend zusammen. Am 15. August 2021 erreichen die Taliban Kabul. Auf den Straßen herrscht Panik. Tausende Menschen drängen zum Flughafen und versuchen verzweifelt, das Land zu verlassen. Unter ihnen befinden sich auch hochrangige Regierungsvertreterinnen und -vertreter. Die Ministerin für Frauenangelegenheiten versucht, ihre Kinder zu trösten, während der Chef des Geheimdienstes alles daransetzt, nicht den Taliban in die Hände zu fallen. Nahe dem Präsidentenpalast fallen Schüsse. Präsident Aschraf Ghani, der zuvor erklärt hatte, Afghanistan nicht verlassen zu wollen, steht vor einer schweren Entscheidung: bleiben oder fliehen? Er verlässt gemeinsam mit seiner Frau das Land. Heute lebt Ghani im Exil - wie Millionen Afghaninnen und Afghanen weltweit. Viele trauern um ihre Heimat und die verpasste Chance auf eine andere Zukunft. Doch die Geschichte Afghanistans ist nicht zu Ende. Mit der Rückkehr der Taliban an die Macht stellt sich die Frage: Wie wird die Zukunft des Landes aussehen?
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Belarus liegt in Europa. Doch Präsident Alexander Lukaschenko hält das Land mit Angst und Repression unter Kontrolle: Tausende Regimegegnerinnen und Regimegegner sind inhaftiert, Oppositionelle im Exil, viele Familien auseinandergerissen. Die EU reagiert mit immer neuen Sanktionen. Doch wie wirksam sind diese Maßnahmen? Die Recherche folgt Investigativjournalisten und Dissidenten auf einer Spurensuche quer durch Europa. In Österreich und Deutschland sind es Möbel und Holzprodukte, die trotz Importverboten möglicherweise weiterhin aus Belarus stammen. In Wien ist ein Telekommunikationsunternehmen mit der Frage konfrontiert, wie sich im geschäftlichen Verhältnis mit einer Diktatur gesetzliche Vorgaben, unternehmerische Verantwortung und der Schutz von Menschenrechten vereinbaren lassen. Und in Polen stoßen Journalisten auf Hinweise zu Lieferketten für Chemikalien und Mikrochips, die als Zulieferung für Russlands Krieg gegen die Ukraine von Bedeutung sein könnten. Die Dokumentation macht deutlich, wie verschachtelte Lieferketten, Zwischenhändler und internationale Umwege es erschweren, die Sanktionen wirksam durchzusetzen. Gleichzeitig zeigt die Recherche die menschlichen Folgen des Systems: Ehemalige politische Gefangene schildern Erlebtes, Swetlana Tichanowskaja und andere Oppositionsvertreter appellieren an die Verantwortung Europas. Anstelle einfacher Schuldzuweisungen zeigt der Film Grauzonen zwischen Recht, Moral und Profit - und stellt eine unbequeme Frage: Welche Verantwortung tragen europäische Unternehmen, wenn sie in den Strukturen einer Diktatur agieren?