Wieso grenzen Kinder andere Kinder aus? Welche Faktoren tragen dazu bei, dass manche Kinder zu Mobbern werden, andere zu Opfern? Welche typischen Rollen und Dynamiken entfalten sich beim Mobbing? Ana (13) wird seit Jahren von ihren MitschülerInnen gemobbt - aufgrund ihrer Hautfarbe. Wie und warum übernehmen oder reproduzieren manche Kinder fremdenfeindliche Vorurteile? Wie spricht man mit Kindern über Rassismus? Und vor allem: Wie hilft man den betroffenen Kindern? Lucca (16) und seine Mitschülerin Columbe sind an ihrer Schule Botschafter im Kampf gegen Mobbing. Die beiden wissen aus ihrem eigenen Umfeld, dass Mobbing dazu führt, dass das Selbstwertgefühl von Kindern beeinträchtigt wird, dass Kinder verletzt werden, sowohl psychisch als auch körperlich. Diese Verletzungen sind am Ende traumatisierend. Cybermobbing kann besonders schlimm sein, weil es für die Opfer beinahe unmöglich ist, sich zu entziehen. Zum Expertenteam gehören: Psychologin Taniesha Burke, Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort, Catherine Blaya, Professorin für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Cybermobbing und Grégoire Borst, Professor für Entwicklungspsychologie und kognitive Neurowissenschaften.
Die positiven Effekte von Musik sind nicht von der Hand zu weisen. Sie entspannt oder pusht, sie wirkt zum Beispiel auch gegen Stress und Schmerzen und erleichtert den Spracherwerb. Musizieren hilft bei Lese-Rechtschreib-Schwäche und außerdem in der Suchttherapie. Obendrein kann es zwischenmenschliche Beziehungen verbessern. Eine neurowissenschaftliche Studie geht den Ursprüngen dieser Superkräfte auf den Grund, die im menschlichen Gehirn verankert sind. Neurowissenschaftler, Gynäkologen und Kognitionspsychologen erläutern ihre zuweilen extrem originellen Forschungsmethoden. In Dijon beispielsweise gibt es musikalische Experimente in einer Säuglingsstation: Dort singt eine Sopranistin Frühgeborenen vor und gibt den jungen Eltern jede Menge Tipps für Wiegenlieder. Erstaunliche Resultate zeigen auch Initiativen zur musikalischen Früherziehung in einem französischen Kindergarten. In Kanada beweist ein musikalisch unterlegtes Speeddating, welchen unbewussten Einfluss Musik auf Gefühle haben kann, und in Leipzig erfand ein Forscher ein Fitnessgerät, das den Motivationseffekt von Musik beim Sport zur Suchttherapie einsetzt. Offenbar gibt es für Musik sogar Potenzial bei der Behandlung von Demenzpatienten und der Vorbeugung von Gedächtnisverlust, wie ein Projekt mit regelmäßigen Gesangsstunden in einem Altersheim nahelegt. Welche biologischen und neurologischen Phänomene löst Musik beim Menschen aus? Welche Mechanismen spielen sich bei Musikimpulsen im Gehirn ab? Diese mitreißende musikalische Wohlfühldokumentation verdeutlicht, dass Musik sehr viel mehr ist als ein einfacher Zeitvertreib oder eine künstlerische Aktivität wie jede andere: Musik ist nichts weniger als die Universalsprache der Menschheit.
Das Leben hat es lange nicht gut gemeint mit Margret, Lina oder Melody. In einem Land, wo Frauen noch immer wenig zählen, wo Bildung nur an wenige Privilegierte vergeben wird und die Armut bis heute einen Großteil der Menschen lähmt, lagen ihre Chancen auf ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben bei Null. Doch sie sind dabei, sich freizuboxen, und das im wörtlichen Sinne. Die jungen Frauen gehören zu der immer größer werdenden Anzahl weiblicher Boxerinnen in Sambia, die ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Motiviert durch ihre individuellen Schicksale - Margret will ihre Mutter aus der Armut befreien, Lina ihren Sohn zu sich holen und Melody endlich nicht mehr herumgestoßen werden, - sind sie doch unterschiedlich erfolgreich in ihren Bestrebungen. Während Lina bereits als internationale Profi-Boxerin kämpft und Margret zur Meisterin ihrer Gewichtsklasse aufgestiegen ist, gehören die meisten zum Heer der namenlosen Boxerinnen, die auf ihre Chance hoffen. Für Melody könnte sich dieser Traum demnächst sogar erfüllen. Sie darf gegen eine der erfolgreichsten Gegnerinnen ihres Viertels antreten - ausgerechnet gegen Margret, gegen die viele andere Frauen aus Melodys Boxstall bisher verloren haben. Wird sie, die junge, bisher von der Konkurrenz kaum wahrgenommene Kämpferin, den Spieß diesmal umdrehen können? Sowohl für Melody als auch für ihren Boxclub wäre dieser Sieg Ehre und Triumph zugleich.
Dieses Nachrichtenformat richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche und behandelt, nach dem Vorbild von Nachrichtensendungen für Erwachsene, unterschiedliche Themen aus Europa und der gesamten Welt.
Ob in der Küche, der Industrie oder im menschlichen Körper - Salz ist unverzichtbar. Doch woher kommt das weiße Gold? Die Ile de Ré vor der französischen Atlantikküste ist bekannt für ihre Salinen. Hier betreiben James Renou und seine Freundin Maud einen Salzgarten, in dem sie das Meersalz nach alter Tradition ernten. Im österreichischen Salzkammergut baut Bergmann Alexander Köberl den mineralischen Schatz tief unter der Erde ab. Von der historischen Bedeutung von Salz, das einst als Zahlungsmittel diente und um das sogar Kriege geführt wurden, bis hin zu seinem kontroversen Status in der modernen Ernährungswissenschaft - Salz bietet jede Menge Stoff für Geschichten. Die Deutsch-Französin Lucie kombiniert Salziges mit Süßem und Saurem: Es gibt cremiges Salzkaramell und aromatische Salzzitronen.
(1): Das bezaubernde Elsass von Gustave Doré (2): Elsass: Im Tal der Amischen (3): Frankreich: Brunos Foie Gras mit Früchtebrot (4): Straßburg: Zu Besuch bei den Naslingen
Recep Tayyip Erdogan hat das Land umgestaltet und den Lebensstandard der meisten Türkinnen und Türken in seinen ersten Jahren an der Macht massiv verbessert. Aber er hat auch ein brutales Vorgehen gegen Andersdenkende angeordnet und die fast vollständige Kontrolle über Justiz und Medien übernommen. Viele betrachten Erdo?an heute als Diktator, der die türkische Demokratie ausgehöhlt hat und mit allen Mitteln um seinen Machterhalt kämpft. Der Zweiteiler erzählt die Insider-Geschichte von Erdogans rasantem Aufstieg zur Macht. Mit Aussagen von Ex-Präsident Abdullah Gul, ehemaligen und amtierenden stellvertretenden Premierministern, Parteichefs, Oppositionsvertreterinnen, Analysten und Journalistinnen ist dieser Zweiteiler ein fesselnder und detaillierter Bericht über die vielen Kämpfe, die Erdogan auf seinem Weg zu bestehen hatte. Erdogan hat seit 2023 seine Politik, Gegner mittels juristischer Vorwürfe auszuschalten, fortgesetzt. Am 19. März ließ er seinen wichtigsten Konkurrenten, den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu (CHP), verhaften. Damit wurden die größten Proteste seit den Auseinandersetzungen um den Gezi-Park 2013 ausgelöst.
Seit mehr als 20 Jahren wird die Türkei von Recep Tayyip Erdogan regiert. Er hat das Land umgestaltet und den Lebensstandard der meisten Türkinnen und Türken in seinen ersten Jahren an der Macht massiv verbessert. Aber er hat auch ein brutales Vorgehen gegen Andersdenkende angeordnet und die fast vollständige Kontrolle über Justiz und Medien übernommen. Viele betrachten Erdogan heute als Diktator, der die türkische Demokratie ausgehöhlt hat und mit allen Mitteln um seinen Machterhalt kämpft. Der Zweiteiler erzählt die Insider-Geschichte von Erdogans rasantem Aufstieg zur Macht. Mit Aussagen von Ex-Präsident Abdullah Gul, ehemaligen und amtierenden stellvertretenden Premierministern, Parteichefs, Oppositionsvertreterinnen, Analysten und Journalistinnen ist dieser Zweiteiler ein fesselnder und detaillierter Bericht über die vielen Kämpfe, die Erdogan auf seinem Weg zu bestehen hatte. Erdogan hat seit 2023 seine Politik, Gegner mittels juristischer Vorwürfe auszuschalten, fortgesetzt. Am 19. März ließ er seinen wichtigsten Konkurrenten, den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu (CHP), verhaften. Damit wurden die größten Proteste seit den Auseinandersetzungen um den Gezi-Park 2013 ausgelöst.
Im kurdisch geprägten Batman im Südosten der Türkei schreibt die 31-jährige Gülistan Sönük Geschichte: Mit dem höchsten Stimmenanteil im ganzen Land wird sie am 31. März 2024 zur Bürgermeisterin ernannt. Sie ist die erste gewählte Frau in diesem Amt, und das in einer streng konservativen Stadt. Das sorgt in der ganzen Türkei für Schlagzeilen. Mehrere prokurdische Vorgänger Sönüks wurden zuvor abgesetzt und durch Erdogan-nahe Zwangsverwalter ersetzt - ihr droht das gleiche Schicksal. Aber Gülistan lässt sich nicht beirren und will frischen Wind ins Rathaus bringen. Die Bürgermeisterin setzt sich für eine Wahrung der kurdischen Identität und vor allem für Frauenrechte ein. Wie schwer diese durchzusetzen sind, weiß sie aus persönlicher Erfahrung. Sie stammt aus einer streng religiösen Familie, wo die Männer das Sagen haben. Sie war das erste Mädchen im Dorf, das aufs Gymnasium gehen konnte. Bis heute ist Gülistans eigene Großmutter dagegen, dass ihre Enkelin sich politisch engagiert. Sinem Dedetas gewinnt 2024 im konservativen Istanbuler Bezirk Üsküdar den Bürgermeisterinnen-Posten, jahrzehntelang eine Hochburg von Erdogans Partei. Dedetas Wahlsieg nährt im ganzen Land die Hoffnung, dass eine andere Politik möglich ist. Die 43-jährige Dedetas ist gelernte Schiffsbauingenieurin, leitete jahrelang die Istanbuler Fährbetriebe. Nun will sie in ihrem Bezirk der Vetternwirtschaft ein Ende bereiten, die Verwaltung effizienter gestalten, Kindergärten und Parks eröffnen.
(1): Des Sultans liebstes Essen (2): Nostalgiegeschmack: Oksan - eine Türkin in Österreich (3): Ran an die Töpfe!
(1): The Quiet Girl: Schweigsames Irland (2): Kolumbien: Bitterer Zucker (3): Spanien: Octavis gegrillte Zwiebeln (4): Vichy: Ein riskantes Versteck
(1): Patrick Leigh Fermor und der griechische Widerstand (2): Armenien: Das Alphabet als Grundstein einer gemeinsamen Geschichte (3): Drôme: Gisèles Lammkeule (4): England: Eine Frau greift nach den Sternen
Die junge Philosophie- und Literaturabsolventin Alice Heimann verlässt Oxford, um eine Stelle im Rathaus von Lyon anzutreten. Nach anfänglicher Verwirrung wird sie schließlich zum persönlichen Gespräch bei Bürgermeister Paul Théraneau geladen. Dieser offenbart ihr verzweifelt, dass er nach 30 Jahren in der Politik "nicht mehr denken kann" - er fühle sich ausgelaugt und leer. Alice soll ihn auf neue Gedanken bringen, ihm Ideengeberin sein. Von nun an ist es ihre Aufgabe, für den Bürgermeister kurze Notizen mit philosophischen Reflexionen zu erstellen. Théraneau ist von Alices Einfällen rasch begeistert. Diese fühlt sich langsam in den hektischen Alltag im Rathaus ein. Dort muss sie neben den vielen Terminen des Bürgermeisters auch Zeit für die ständigen Anfragen seiner Kabinettschefin Isabelle Leinsdorf finden. Schließlich ernennt Théraneau Alice zur Leiterin des Projekts "Lyon 2500", das als Einstimmung auf seine bevorstehende Präsidentschaftskandidatur dienen soll. Doch das zieht den Zorn vieler Kolleginnen und Kollegen auf Alice, die sie als inkompetent ansehen und ihr den Erfolg nicht gönnen. Alice bemerkt, dass sie sowohl beruflich als auch privat unglücklich ist, und so stellt sich auch in ihrem Austausch mit dem Bürgermeister die Frage, ob Philosophie und Politik überhaupt miteinander vereinbar sind. Die Tragikomödie "Alice oder Die Bescheidenheit" wirft einen so kritischen wie komödiantischen Blick hinter die Kulissen der Politik. Dabei steht die Rolle der unvoreingenommenen Alice in direktem Kontrast zu den hierarchisch organisierten Abläufen und der alltäglichen Hektik im Rathaus. Der Film besticht durch seine intelligenten, überaus inspirierenden Dialoge und auch durch sein Porträt der Stadt Lyon.
Er ist eine Speisekammer, ein Liebesnest und manchmal auch ein Schlachtfeld. Es geht um einen ganz gewöhnlichen Gemüsegarten mit seinen vielen Bewohnern. Unzählige Arten von Insekten, Spinnen und Weichtieren finden in dem Gemüsegarten eine Zuflucht, wenn der Gärtner auf alle Gifte verzichtet. Dann tut sich hier eine Welt auf, die niemand erwartet - mit einer Artenvielfalt, die überrascht und in der sich viele große und kleine Dramen abspielen. Die Dokumentation zeigt den Mutterinstinkt eines Ohrenkneiferweibchens, den perfiden Kampf von Schlupfwespen mit Raupen, den Alltag im Hofstaat der Erdhummelkönigin, die ungeheuren Kräfte der grazilen Florfliegen und das Liebespiel der Weinbergschnecken. Viele der kleinen Tiere werden zu wichtigen Helfern des Gärtners. Räuber und Pflanzenfresser halten sich gegenseitig in Schach. So muss der naturliebende Gärtner nur auf einen kleinen Teil seiner Ernte verzichten, wird aber mit vielen Wundern der Natur belohnt. Es ist eine faszinierende Welt voller Verwandlungen und großer Überraschungen, die sich so in jedem Gemüsegarten abspielen könnten, wenn auf Gifte verzichtet würde. "Naturwunder Gemüsegarten - Die große Welt der kleinen Tiere" ist ein filmischer Appell für mehr Artenvielfalt vor der eigenen Haustür.
An der Elbe - dort wo die großen Containerschiffe von der Nordsee Richtung Hamburg fahren - liegt eine ganz besondere Region. Hier wechseln sich einzigartige Kultur- und Naturlandschaften ab: endlose Obstwiesen, seltenes Regenmoor und ursprünglicher Wald. Wenn sich der Nebel nach langer Winterstarre lichtet, erwachen die feuchten Wiesen. Sie sind Drehscheibe für den Vogelzug zwischen Arktis und Afrika. Die Nonnengänse und manche Kiebitze überwintern hier, die Säbelschnäbler kommen zum Brüten. Im Frühsommer bietet das Blütenmeer der Apfelwiesen einen einmaligen Anblick im größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Nordeuropas - dem Alten Land. Vor rund 600 Jahren ließen sich niederländische Siedler hier nieder und sicherten das Land vor dem Meer mit Deichen. Um den nassen Boden zu entwässern und urbar zu machen, zogen sie Gräben. Bis heute durchziehen Hunderte dieser Kanäle die Äcker und Obstwiesen. Doch auch diese einzigartige Landschaft steht vor Herausforderungen: Durch die Elbvertiefung versalzen die Böden und der Klimawandel mindert die Ernten und gefährdet auch die Biotope in Marschen, Geest und Mooren. Dennoch gibt es hier im Verlauf des Naturjahres viele Neuanfänge und spektakuläre Naturereignisse zu beobachten. Der Film zeigt die ungewöhnlichen Kultur- und Naturlandschaften während der vier Jahreszeiten: Im Zentrum stehen die Obstwiesen mit ihren alten und neueren Sorten, von der Frühlingsblüte, die möglichst keinen Frost bekommen sollte, über das Bangen um die Ernte bis hin zum Winterschnitt.
Die Menschen fliegen zum Mond und schicken sich an, auch den Mars zu erobern. Aber was wissen wir vom Leben in den Unterwasserwelten der Ozeane, vom Leben "Im Blau der Tiefe"? Der erste Teil der vierteiligen Dokumentationsreihe von Jacques Cluzaud und Jacques Perrin zeigt, wie verschiedene Hochseetiere in den unendlichen Weiten des Wassers überleben, ohne jeden festen Grund, auf dem sie sich niederlassen oder verstecken könnten. Und ob Walhai, Thunfisch oder Blauwal, sie müssen den Meeresströmen folgen, um auf der Reise in der großen Meereswüste ihre Nahrung zu finden.
Neben tiefen Schluchten und berggleichen Erhebungen gibt es auch unter der Meeresoberfläche zahlreiche sandige Ebenen. In und unter diesem Sand verbergen sich zahlreiche Tiere. Nur ab und zu treten rollende, beobachtende Augen, spitze Stacheln, geöffnete Atemröhren und sich plötzlich aufrichtende Fühler aus der scheinbar leeren Fläche hervor. Das Geheimnis des Überlebens in dieser völlig relieflosen Welt besteht darin, sich unter den Sandkörnern zu vergraben und unsichtbar zu machen. Im Kontrast dazu stehen riesige submarine Algenwälder, die undurchdringlich erscheinen. Auch in ihnen lässt sich für viele Tiere rettender Unterschlupf finden. So fühlen sich im Gestrüpp der Algen unter anderem Seeotter und Ohrenrobben gut geschützt.
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
Viele junge Russen haben sich für Belgrad als neuen Lebensort entschieden, so auch Mascha Dostojewskaja und ihr Mann Wasja. Nachdem sie Russland den Rücken zugekehrt haben und nach einem Zwischenstopp in Armenien versuchen sie nun in Serbien Fuß zu fassen. Mascha arbeitet als Freelancerin, Wasja ist Datenanalyst - gemeinsam suchen sie nicht nur eine Wohnung, sondern auch ein Stück Heimat. Belgrad hat sich in den letzten Jahren durch den Zuzug von rund 150.000 Russen stark verändert. Während sie mit Unterstützung des Anwalts Ognjen ?urovi? eine passende Bleibe finden, erleben Mascha und Wasja die Licht- und Schattenseiten dieser Entwicklung. Die steigenden Mieten und die Bildung von Parallelgesellschaften belasten die serbische Bevölkerung, die sich zunehmend entfremdet fühlt. Gleichzeitig profitieren die Stadt und ihre Bewohner von Investitionen. Bars, Cafés und Beautysalons entstehen, Dienstleistungen werden modernisiert, und der kulturelle Austausch bereichert das Leben in der serbischen Hauptstadt. Mascha und Wasja erleben Belgrad als eine Stadt im Umbruch, die sich zwischen Aufbruchsstimmung und sozialer Spannung bewegt. Während sie versuchen, sich einzuleben, bleibt die Frage, ob Belgrad wirklich ihr neues Zuhause wird - oder nur ein weiterer Schritt auf ihrem Weg in eine ungewisse Zukunft.
Berlin, 1945: Unterstützt von der jungen Fotografin Susanne findet der aus dem Krieg heimgekehrte Chirurg Dr. Mertens langsam wieder zu sich selbst. Auch sie kehrt aus der Gefangenschaft im Konzentrationslager zurück in die Stadt. Eines Tages trifft der Chirurg auf Ferdinand Brückner, seinen ehemaligen Hauptmann, der Weihnachten 1942 an der Ostfront die Erschießung von polnischen Zivilisten befahl - unter ihnen auch Frauen und Kinder. Brückner hat es in den Nachkriegswirren sehr bald schon wieder weit gebracht: Als Fabrikant lässt der aalglatte Geschäftsmann aus Stahlhelmen Kochtöpfe stanzen und feiert sein Weihnachtsfest als biederer Familienvater. Schuldgefühle sind ihm fremd. Mertens' Gewissen hingegen rebelliert. Er greift zur Pistole, um am Weihnachtsabend Brückners Verbrechen zu sühnen. Im letzten Moment versucht Susanne, ihn von diesem Akt der Selbstjustiz abzuhalten und zu überzeugen, dass der Kriegsverbrecher vor ein Gericht gestellt werden muss. Der erste deutsche Nachkriegsfilm überhaupt wurde am 15. Oktober 1946 in Berlin uraufgeführt. Als erste Produktion des neuen Filmstudios Deutsche Film AG (DEFA) auf dem früheren Gelände der Universum-Film AG (UFA) vertrat der Film jene kritischen Inhalte, mit denen die kommunistisch dominierte Studioleitung die Jugend zu Demokratie und Humanität erziehen wollte. Wolfgang Staudtes "Die Mörder sind unter uns" ist bis heute einer der bedeutendsten Filme der DEFA. Er bescherte dem deutschen Nachkriegsfilm mit Hildegard Knef den ersten Star und der sowjetischen Besatzungszone in der Filmproduktion einen Vorsprung vor den westlichen Alliierten.
Der französische Finanzexperte Sébastien Grenier führt zusammen mit seiner Frau Anna, einer jungen deutschen Literaturdozentin, ein ruhiges und beschauliches Leben in Zürich, der Stadt des Geldes und der vermeintlichen Neutralität. Doch Grenier hat eine Vergangenheit, von der Anna nichts weiß: Bis vor zehn Jahren war er als Geheimagent für die französische Regierung tätig - ein Lebensabschnitt, den Grenier so weit wie möglich aus seinem Bewusstsein verdrängt hat. Doch eines Nachts taucht aus dem Nichts der Regierungsvertreter Jean-Paul Chance auf: Französische Agenten wurden in Zürich während eines Terroranschlags ermordet, Grenier soll wieder aktiv werden. Sein ganzes Leben steht mit einem Schlag Kopf. Während er, um die Fassade zu wahren, weiterhin als Bankangestellter arbeitet, versucht er, über frühere Kollegen aus Geheimdienstzeiten an Informationen über Chance und seine Hintermänner zu kommen. Grenier traut der Sache nicht. Ist Chance ein Doppelagent, der ihn täuschen will? Warum braucht Paris Grenier gerade jetzt? Noch bevor er herausfinden kann, wer ihn wirklich kontaktiert hat, werden seine alten Verbündeten unter mysteriösen Umständen ermordet. Und es kommt noch schlimmer: Anna, die verdächtigt wird, eine Komplizin der Terroristen zu sein, kommt ebenfalls bei einem Attentat ums Leben. Verzweifelt stürzt sich Grenier in den Kampf gegen seine unsichtbaren Feinde. Allein gegen alle sinnt er auf Rache. Yves Boisset inszenierte "Der Maulwurf" als düsteren Spionagethriller voller Misstrauen und Verrat. Lino Ventura spielt feinfühlig die Rolle des reaktivierten Spions Grenier, der seinem Widersacher - ebenfalls großartig gespielt von Michel Piccoli - entgegentritt.
Als die dänische Filmemacherin Lea Glob im Jahr 2009 zum ersten Mal Apolonia Sokol traf, führte diese, so schien es, ein Leben wie im Bilderbuch: Geboren wurde die talentierte Apolonia in einem Pariser Underground-Theater und wuchs in einer Künstlerkommune auf - das ultimative Bohème-Leben, also... In ihren Zwanzigern studierte sie an der Beaux-Arts de Paris, einer der renommiertesten Kunstakademien Europas. Im Laufe der Jahre begleitete Lea Apolonia immer wieder mit der Kamera. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Porträt des schwierigen Fortkommens einer jungen Frau in der Welt der Kunst. Apolonia ist sich ihres Talents zwar sicher, doch ihr Weg ist kein leichter. Apolonia muss lernen, dass Malerinnen mehr Opfer bringen und größere Hindernisse überwinden müssen als ihre männlichen Kollegen. Apolonias Resilienz wird auf die Probe gestellt. Dasselbe gilt für ihre Freundin Oksana Schatschko, eine Mitbegründerin und Aktivistin der Frauenbewegung "Femen", mit der sie lange Zeit zusammengelebt hat. Zwischen Apolonia und Lea entsteht im Laufe der Zeit eine echte Freundschaft. Aus Leas Idee, Apolonia über einen langen Zeitraum hinweg mit der Kamera zu begleiten, entstand dieser fesselnde Film, eine Dokumentation über einen 13 Jahre langen, gemeinsamen Weg und das Nachdenken über Kunst, Liebe, Mutterschaft, Sexualität, Selbstdarstellung - und darüber, wie man in einer von Patriarchat, Kapitalismus und Krieg beherrschten Welt Erfolg haben kann, ohne sich selbst zu verlieren. Der Film gewann 2022 den Hauptpreis auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA).
Die vierte Symphonie von Johannes Brahms (1833-1897) und Arthur Honeggers (1892-1955) dritte, seine "liturgische" Symphonie bilden eine spannende Kombination: Mit seiner Vierten beendete Brahms sein symphonisches Schaffen mit einem facettenreichen Werk, für das auch der junge Richard Strauss hohe Begeisterung empfand: "Ein Riesenwerk (...) neu und originell und doch von A bis Z ein echter Brahms". Komponist Arthur Honegger wurde als Sohn Schweizer Eltern in Frankreich geboren und verbrachte dort den größten Teil seines Lebens. Im Jahr 1945, kurz nach dem Ende der deutschen Besatzung, begann er seine dritte Symphonie. Mit dem Werk reflektiert Honegger Kriegserfahrungen und durchleuchtet auf beeindruckende Weise die fragile Gefühlslage zum Beginn der Nachkriegszeit. 2011 gab Dirigent Herbert Blomstedt sein Debüt am Pult der Wiener Philharmoniker - ein spätes Debüt, das aber zu einer intensiven künstlerischen Verbundenheit zwischen ihm und dem Orchester führte. Seitdem leitet er die Wiener Philharmoniker regelmäßig bei Abonnementkonzerten, bei Gastspielen in Europa sowie bei Konzerten der Salzburger Festspiele. 2021 brachte er gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern im Großen Festspielhaus in Salzburg Brahms' vierte und Honeggers dritte Symphonie auf die Bühne.
Es ist Frühlingsanfang, noch liegt die Insel in winterlichem Grau, doch ein junger Mann arbeitet ganz allein mit einem Holzschieber an seinen riesigen Salzbecken: Arnaud Jégat ist einer von rund 150 Salzproduzenten der Insel vor der französischen Atlantikküste. Sauniers, Salzbauern, werden sie hier genannt. Mit dem Beginn des warmen Wetters ist es Zeit, die Salinen aus dem Winterschlaf zu holen. Für die vorbereitenden Arbeiten braucht Arnaud fast das ganze Frühjahr, sorgenvoll blickt er jeden Morgen in den Himmel, denn das Wetter entscheidet über den Erfolg seiner Arbeitsabläufe. Arnaud und seine Frau Audrey leben von der Produktion des groben Salzes, das ein ganzes Jahr trocknen muss, bevor es vermarktet werden kann, und vom Verkauf des feineren, legendären Fleur de Sel. Anders als viele ihrer Kollegen haben sich die beiden entschieden, unabhängig zu bleiben. Sie bringen ihr Salz unter dem Namen ihres Salzgartens Le Marais Breteau selbst auf den Markt. Das Paar schließt sich auch keinem Label an: "Ich denke, dass die Leute heute eher darauf achten, meinen Namen zu lesen, mich zu treffen, mich und Audrey... unseren Betrieb. Ich glaube, das ist unsere beste Auszeichnung." Zu Arnauds Kunden gehört mittlerweile auch eine große Supermarktkette auf dem Festland sowie andere Unternehmen und Privatleute, die die Qualität seines Salzes zu schätzen wissen.
Camila (8) baut jeden Tag neue Fantasiewelten mit ihrem Spielzeug und spielt mit ihren Freunden Abenteuer nach. Warum ist die Entwicklung der Vorstellungskraft wichtig für soziale Skills? Wie kann man kreatives Denken fördern? Und wie unterscheidet sich Kreativität von Fantasie? Die Zwillinge Lena und Olga (14) kreieren verschiedene Kunstwerke in einem Atelier. Wie laufen kreative Prozesse im Gehirn ab? Die Zwillinge wissen aus eigener Erfahrung, dass nicht nur die Idee zählt, sondern auch die Beharrlichkeit, mit der kreative Ideen durchdacht und umgesetzt werden. Für Khazar (15) war es wichtig zu lernen, wie Probleme kreativ gelöst werden können. Tanzen hat sein Leben verändert. Mehrmals die Woche produziert er mit seinen Freunden Musik und lädt seine Performances auf TikTok hoch. Zum Expertenteam gehören Dr. Annette Jael Lehmann (Professorin für Moderne und Zeitgenössische Kunst), der Kreativitätsforscher Dr. Rainer Holm-Hadulla und Grégoire Borst (Professor für Entwicklungspsychologie und Kognitive Neurowissenschaften).
anschl.: Mit offenen Augen
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.