22:45
Das Puppentheater "Der große Wagen" der Familie Burchnar besteht aus fünf Köpfen. Vater Simon, der Gründer, leitet das fahrende Theater, benannt nach dem Sternbild Großer Wagen; er wird von seinen drei Kindern Simon, Martha und Lena beim Spiel unterstützt und von seiner Mutter Gabrielle beim Bau der Puppen. Als mit dem Alter die Kraft nachlässt, stellt Simon den Kunstmaler Pieter als Verstärkung ein. Zwischen ihm und Simons Sohn Louis herrscht spontan eine Art stillschweigendes Einverständnis, denn die jungen Männer werden beide von unerfüllten Leidenschaften getrieben: Was die Malerei für Pieter, ist das Schauspiel für Louis. Kaum ist Pieter jedoch in die Truppe aufgenommen, ist es mit dem Puppenspiel vorbei: Simon bricht bei einem Auftritt zusammen und stirbt kurze Zeit später. Die Familienkonstellation bricht auf, Rollen werden neu verteilt. Die Schwestern Lena und Martha wollen das Lebenswerk ihres Vaters erhalten; für Louis aber scheint der richtige Zeitpunkt gekommen, den Sprung zum professionellen Theater zu wagen - als Schauspieler. Als er noch dazu eine neue Liebe findet, ist ein Konflikt mit Pieter vorprogrammiert. Die familiäre Struktur löst sich nach und nach auf; vorsichtig versucht jede und jeder für sich, den Pfad des eigenen Lebens zu finden.
00:15
Michel Ballot durchforstet den tropischen Regenwald Kameruns auf der Suche nach einem mythischen Wesen, das der Wissenschaft Rätsel aufgibt: dem Mokélé-Mbembé. Zahlreiche Berichte deuten auf seine Existenz hin, doch der Entdecker hat das geheimnisvolle Tier noch nie zu Gesicht bekommen. Nach jahrelangen Expeditionen wagt Michel einen letzten Versuch: Er verlässt das Terrain der wissenschaftlichen Zoologie und vertraut sich Dieudonné Médès an - einem der einflussreichsten Schamanen am Ufer des Flusses Dja. Der Schamane überzeugt Ballot, bei einer Zeremonie Kontakt mit dem "Geist" Anamocot aufzunehmen, da dieser unter rituellen Bedingungen den Aufenthaltsort des Mokélé-Mbembés preisgeben könnte. Ballot stößt dabei allerdings auf erheblichen Widerstand, denn die Sphäre der Mystik, in die er eindringen will, hatte sich von jeher jeder staatlichen und kolonialen Einflussnahme entzogen und war somit für Außenstehende normalerweise nicht zugänglich. Dem westlich geprägten Forscher werden bei dieser Grenzüberschreitung ihm unbekannte Kräfte und Wissensformen eröffnet. Auf der Suche nach weiteren Antworten begegnet er Hermine Kamadia aus dem Dorf Ndongo. Auch sie holt sich den Beistand mystischer Kräfte ein, wenn sie sich politisch engagiert, für konkrete Verbesserungen kämpft oder administrative Probleme löst. Eine weitere Perspektive eröffnet sich durch den Fährtenleser Blaise Mann. Von ihm lernt der Forscher, dass es sowohl beim Spurenlesen als auch bei Ritualen darum geht, Feinheiten wahrzunehmen, die sich dem bloßen Auge entziehen, und seine Sinne für subtile Zeichen der Natur zu schärfen. Diese Art des Sehens stellt die Objektivität der Wahrnehmung infrage. Beim diesjährigen Festival Visions du réel in Nyon wurde der Film mit einer besonderen Erwähnung der Jury ausgezeichnet, im internationalen Wettbewerb.
01:50
Die 1961 in außergewöhnlich gutem Zustand geborgene "Vasa" gleicht einer Zeitkapsel, die 333 Jahre auf dem Meeresgrund überdauert und ihre archäologischen Schätze noch nicht vollständig preisgegeben hat. Gut 60 Jahre nach der Restaurierung des Wracks macht die Forschung noch immer neue Entdeckungen. Im Vasa-Museum, aber auch in Deutschland, Dänemark und Frankreich analysieren Archäologen die im Wrack gefundenen Dinge wie Knochen, Holzteile, Alltagsgegenstände und Stoffe. Bei der Bergung 1961 fand man nur drei der 64 Kanonen, die die "Vasa" am Tag ihres Untergangs an Bord hatte. Was passierte mit den anderen? Schließlich können auch die zahlreichen Handelsbeziehungen nachvollzogen werden, die es Schweden ermöglichten, sich seit Beginn des 17. Jahrhunderts mit Stoffen für Segel aus Tausenden von Kilometern Entfernung zu versorgen. Bei genauerer Untersuchung des Holzes, aus dem das Schiff gebaut wurde, konnte dessen Herkunft ausgemacht werden, was Aufschluss über den Handel mit strategischen Materialien in der turbulenten damaligen Zeit gibt. Die Forscher konnten außerdem den Männern und Frauen ein Gesicht geben, die bei dem Unglück ihr Leben ließen. Auch hier gab es Überraschungen. Die "Vasa" gleicht einem Geisterschiff, das Jahrhunderte nach seinem plötzlichen Untergang wieder auftaucht und seither immer wieder neue Geheimnisse ans Licht bringt.
02:45
Im Laufe der Evolution ist es den Greifvögeln gelungen, sechs der sieben Kontinente zu erobern. Wegen ihrer Jagdkünste werden sie bewundert und gefürchtet. Die Gruppe der Greifvögel ist mit rund 300 Arten äußerst vielfältig und hat einige kuriose Mitglieder. Die Dokumentation beginnt mit einem der mächtigsten Vertreter der Greifvögel, dem afrikanischen Kronenadler. Seine Krallen sind so lang wie die eines Grizzlybären und können stärker zupacken als das Gebiss eines Rottweilers. Seine bevorzugte Beute sind Grünmeerkatzen und Antilopen, die bis zu 30 Kilogramm schwer sein können. Das in Südostasien lebende Finkenfälkchen wird dagegen nur 14 bis 17 Zentimeter groß. Im schnellen Flug erbeutet der Vogel geschickt Schmetterlinge und andere Insekten. Trotz der enormen Unterschiede in Größe, Ernährung, Lebensraum und Lebensweise haben alle Greifvögel drei Merkmale gemeinsam: einen gebogenen Schnabel, eine Vorliebe für Fleisch sowie Krallen, die perfekt an das Jagdverhalten der jeweiligen Art angepasst sind. Die kurzen Krallen der Eule zerquetschen Nagetiere, die langen Fänge des Falken ermöglichen es, die Beute in der Luft zu greifen, und die gebogenen Krallen des Fischadlers sind im wahrsten Sinne des Wortes Angelhaken. Mit diesen Fähigkeiten können Greifvögel fast jeden Lebensraum erobern. In South Dakota nutzt eine Prärieeule den Dung von Bisons, um Insekten für ihre Jungen anzulocken. Und auf ihrem Flug in den Süden legen hunderttausende Amurfalken in Nagaland im Nordosten Indiens einen Zwischenstopp ein, um sich für einen der größten Vogelzüge zu stärken. Doch auf die geborenen Jäger lauern auch Gefahren. Ein Jahr lang begleitet der Film die Tiere und zeigt, wie sie Herausforderungen erfolgreich meistern.
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Fotos können unser Weltbild beeinflussen. Und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin "Mit offenen Augen" ordnet Bilder ein und erklärt Hintergründe. Moderatorin Sonia Devillers liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
03:45
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
04:30
Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Joséphine Baker.