18:45
Nur wenige Kilometer Küste, aber tausende Kilometer Trockenmauern: Die Cinque Terre gehören zu den am härtesten erarbeiteten Kulturlandschaften Italiens. Hoch über Monterosso lebt Pater Renato Brenz Verca im Kapuzinerkloster. In seinem "Paradiesgarten der Mönche" wachsen Wildkräuter und Zitronen, aus denen er einfache, traditionelle Gerichte der klösterlichen Küche zubereitet. In Vernazza arbeitet Margherita Ermirio an den steilen Hängen der Cinque Terre. Stein für Stein repariert sie Trockenmauern, die die Landschaft überhaupt erst tragen. Aus den Zitronen, die an den Hängen wachsen, kocht sie Marmelade und backt einen Kuchen. Der Massentourismus hat Leben und Landschaft der Cinque Terre tiefgreifend verändert: Zimmer zu vermieten, ist oft lukrativer, als kleine, schwer zugängliche Ackerfelder zu bewirtschaften oder von einer kleinteiligen, nachhaltigen Fischerei zu leben. Zwei, die nach einem Gleichgewicht zwischen neuer Realität und Tradition suchen, sind Lorenzo und Guido Galletti. Lorenzo macht aufgegebene Ackerflächen wieder urbar. Seine Felder sind klein, verstreut und oft nur zu Fuß erreichbar; für Traktoren oder große Maschinen ist hier kein Platz. Die Ernte verarbeitet er zu gefüllten Ravioli. Guido ist einer der letzten aktiven Fischer der Cinque Terre. In Corniglia - dem einzigen Ort ohne Hafen - gehört zur Fischerei auch ein erheblicher körperlicher Kraftaufwand. Neben dem Fischen bewirtschaftet er alte Ackerfelder. Sein Sohn Pietro Galletti kocht daraus einfache Gerichte - in einem kleinen Lokal mit atemberaubendem Blick auf das Meer.
19:20
"ARTE Journal", das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur
19:40
In Schleswig-Holstein werden immer mehr verwaiste Fischotter gefunden, deren Mütter durch Wildunfälle umgekommen sind - was die traurige Begleiterscheinung einer eigentlich positiven Entwicklung ist: Die Fischotter kehren nach Deutschland zurück. Über Dänemark, Polen, Tschechien breiten sich die Wassermarder wieder weiter Richtung Süden und Westen aus. Auf ihren Wanderungen werden ihnen dabei häufig Straßen zum Verhängnis. Nur der Umbau von Brücken mit Durchlässen und Stegen unter den Straßen kann das verhindern. Zudem ist die Rückkehr der Fischotter eine Entwicklung, die nicht allen gefällt. Gerade die Besitzer großer Fischteiche stehen oft einem Problem gegenüber, denn die wendigen und flinken Fischotter sind ausgezeichnete Jäger und können einen Teichbestand bis an die Existenzgrenze reduzieren. Hier ist die Politik gefragt: Hilfe und Ausgleichszahlungen sind nötig, denn Fischotter stehen unter strengem Schutz. Umso wichtiger ist es, dass Mensch und Tier da, wo Lebensraum und Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen, Lösungen gefunden werden. Christian Erdmann beschränkt sich derweil auf die Aufzucht der verwaisten Otter. Eine Herausforderung ist es, für diese Tiere Partner zu finden, denn gerade in den ersten Monaten sind Fischotter auf gleichaltrige Gesellschaft angewiesen. So unversöhnlich, wie sich Fischotter als Erwachsene gegenüberstehen, so dringend brauchen sie anfangs Gefährten. Die Suche nach Gesellschaft für ein Jungtier namens Felix ist daher besonders wichtig, damit auch er nach einem Jahr als starker und überlebensfähiger Otter wieder ausgewildert werden kann.
20:15
Burma, 1943: Britische Kriegsgefangene treffen in einem japanischen Lager ein und erhalten den Befehl, eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke über den Kwai zu errichten. Lagerkommandant Colonel Saito verlangt, dass auch die Offiziere körperlich mitarbeiten. Doch Oberst Nicholson verweist auf die Genfer Konvention und widersetzt sich den Anordnungen - selbst um den Preis schwerer Misshandlungen. Als Saito schließlich nachgibt, übernimmt Nicholson die Leitung des Brückenbaus. Was zunächst als Zeichen militärischer Disziplin gedacht ist, entwickelt sich zunehmend zu einem persönlichen Prestigeprojekt. Währenddessen entkommt der amerikanische Soldat Shears dem Lager und wird von den Alliierten für ein gefährliches Sabotagekommando rekrutiert. Ihr Auftrag: die Brücke vor ihrer Fertigstellung zerstören. David Lean verbindet Kriegskino mit einem vielschichtigen Drama über Pflichtbewusstsein, Stolz und die moralischen Grenzen militärischer Loyalität. David Leans "Die Brücke am Kwai", basierend auf Pierre Boulles Roman, gewann 1958 sieben Oscars, darunter für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller Alec Guinness. Gedreht wurde überwiegend in Sri Lanka, wo eigens eine rund 130 Meter lange Brücke errichtet wurde. Heute gilt "Die Brücke am Kwai" als Meilenstein des Kriegsfilms, weil er spektakuläre Inszenierung mit einer kritischen Auseinandersetzung über Gehorsam, Ehre und die Absurdität des Krieges verbindet.
22:50
Das "Weltfestival des Zirkus von Morgen" wurde 1977 von Isabelle und Dominique Mauclair gegründet. Unter der Leitung von Alain M. Pacherie, dem Direktor des Cirque Phénix, bringt es jedes Jahr Dutzende von jungen Akrobaten, Seiltänzern, Clowns, Jongleuren und Trapezkünstlern aus der ganzen Welt zu einem internationalen Wettbewerb in Paris zusammen. Aus Äthiopien, China, Dänemark, Indien, Kanada, Tadschikistan, der Ukraine, den USA, aber natürlich auch aus Deutschland, Frankreich und Italien reisen die jungen Frauen und Männer in die französische Hauptstadt, um vor einer hochkarätigen internationalen Jury ihr Können zu zeigen und um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen zu kämpfen. Selten war Zirkuskunst so lebendig und kreativ. In diesem Jahr wird das "Weltfestival des Zirkus von Morgen" zum 43. Mal veranstaltet. Die Teilnahme an dieser atemberaubenden Show kann für die jungen Talente zum Wendepunkt ihrer Karriere werden. Das Best-of zeigt die sieben Medaillengewinner und eine Auswahl von sechs weiteren Nummern. Medaillengewinner des "Weltfestivals des Zirkus von Morgen" 2024: - Zwei Bronzemedaillen: Anton Manaharov (Handstand, Ukraine) The Ginger Rope (Vertikalseil, USA) - Zwei Silbermedaillen: Pal's Compagnie (Schleuderbrett, Ungarn) Mukhamadi Sharifzoda (Handstand, Tadschikistan) - Zwei Goldmedaillen: Nationale Akrobatentruppe von China (Jonglage, China) "Eisenbahntruppe" - Xiangiu Yan (Diabolo, China) Großer Preis: Marica Marinoni (Cyr Wheel, Italien) Die sechs anderen Nummern von diesem Best-of im Überblick: - Trio Inshi, Sonderpreis (Jonglage, Ukraine) - The Revel Pucks, Sonderpreis (Riesen Rola-Rola, UK) - Matéo & Aélia, Sonderpreis (Diabolo, Frankreich) - Cie Les Objets Volants - Just Passing, Preis des Zirkusklubs (Jonglage, Frankreich) - Trickatrap (Trapez, Kanada-Quebec) - Und: die Ehrengäste der 43. Ausgabe: Les Expirés (Antonin Wicky und Jérémy Vitupier, Clownerie, Kanada-Quebec), Bronzemedaille des 37. Festivals