12:40
Die Waise Pearl ist die Tochter eines weißen Vaters und einer indigenen Mutter. Nach dem Tod ihrer Eltern wird sie bei der Familie von Senator McCanles in Texas aufgenommen, die eine gute Bekannte ihres Vaters ist. Als sich die beiden sehr unterschiedlichen Söhne des Senators gleichzeitig in Pearl verlieben, ist das der Auslöser für eine Familientragödie epischen Ausmaßes. "Duell in der Sonne" von 1946 ist ein leidenschaftlicher Western von King Vidor und William Dieterle, der mit imposanten Landschaftsbildern, rauchenden Colts und großen Gefühlen alle Register des Genres zieht. Pearl Chavez ist die Tochter einer indigenen Mutter und eines weißen Vaters. Nachdem ihr Vater ihre Mutter ermordet hatte und für diese Tat erhängt wurde, steht Pearl plötzlich allein da. Zu jung, um allein zu leben, wird sie zur angesehenen Familie von Senator McCanles gebracht. Pearls Ankunft entzweit die Familie: Laura McCanles ist der Jugendlichen wohlgesonnen, weil sie vor langer Zeit mit Pearls Vater befreundet war. Der Senator währenddessen lehnt sie aufgrund ihrer indigenen Herkunft ab. Die Familie hat zwei erwachsene Söhne: den Frauenhelden Lewt und den ehrbaren Jesse. Beide verlieben sich in Pearl, doch Lewt ist mit seiner draufgängerischen Art und seiner Unverschämtheit erfolgreicher. Pearl wird seine Geliebte. Doch als sie feststellen muss, dass sie für ihn nur ein bedeutungsloses Abenteuer ist, willigt sie ein, Sam Pierce, den Futtermeister der Ranch, zu heiraten. Das kann Lewt wiederum nicht ertragen. Er erschießt Pierce und flüchtet mit Hilfe seines Vaters. Gleichzeitig stellt sich Sohn Jesse offen gegen den Senator, weil der den Bau der Eisenbahn sabotiert und Lewt dabei sogar zu einem Sprengstoffattentat angestiftet hat. Die Fronten in der Familie prallen aufeinander und zermalmen alles, was ihnen im Weg steht ...
14:45
Der Atlantik ist jung und wild - ein Ozean der Stürme. Kein anderes Meer erlebt so heftige Gezeiten oder reißende Strömungen. Trotzdem ist der Atlantik eine Brücke zwischen den Kontinenten. Mutige Seefahrer überquerten ihn schon vor Jahrhunderten und schrieben Geschichte. Doch er war auch Schauplatz dunkler Kapitel wie des Sklavenhandels. Die kraftvollen Strömungen des Atlantiks können tödlich sein, aber sie schaffen auch Leben. Für Europa besonders wichtig ist der Golfstrom. Er beeinflusst unser Klima und sorgt für gemäßigte Temperaturen. Vor den Lofoten schafft er für riesige Kabeljauschwärme ideale Laichbedingungen und lockt Menschen aus aller Welt auf die abgelegenen Inseln. Bis zu 16 Meter liegen am Atlantik zwischen Ebbe und Flut. Das prägt den Alltag der Menschen, denn die Gezeitenzonen sind ein artenreicher Lebensraum. Im Senegal sammeln Frauen bei Niedrigwasser Muscheln auf den Wattflächen und Austern zwischen Mangrovenwurzeln. So ist der Ozean Taktgeber und wirtschaftliche Grundlage zugleich. Er sichert ihren Lebensunterhalt. Der Atlantik ist ein Ozean der Extreme: In der Karibik richten gewaltige Stürme und Hurrikans enorme Zerstörungen an, außerhalb der Saison bietet die Region jedoch paradiesische Lebensbedingungen. Anschauliche Illustrationen und spektakuläre Aufnahmen machen das marine Leben und die Dynamik der Meeresströmungen erlebbar. Diese Folge der Reihe zeigt eindrucksvoll, wie der Ozean die Menschheitsgeschichte mitbestimmt und Lebenswelten gestaltet.
15:30
Der Pazifik bedeckt ein Drittel der Erdoberfläche. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass seine Oberfläche "friedlich" wirkt. So dachten die ersten Europäer, die ihn überquerten. Und doch prägen ihn auch gewaltige Kräfte tief unter der Oberfläche. Lange Zeit eine Barriere, ist er heute Bühne des Welthandels. Der Pazifische Ozean trennt Asien und Amerika in zwei scheinbar unendlich weit voneinander entfernte Welten. Doch vor etwa 35.000 Jahren verband eine Landbrücke die beiden Kontinente und ermöglichte so die Ausbreitung des Menschen nach Amerika. Heute ragt die Sankt-Lorenz-Insel als einer der letzten Zeugen der ehemaligen Verbindung aus dem eiskalten Wasser der Beringsee. Hier leben die Yupik. Denn auch wenn der Ort stürmisch und unwirtlich scheint - das Meer mit seinem reichen Ökosystem bietet ihnen alles, was sie zum Leben brauchen. Auch auf der südkoreanischen Insel Jeju liefert der Pazifik den Haenyeo-Frauen eine Lebensgrundlage. Zwischen Felsen tauchen sie nach Meeresfrüchten - gefährliche Tauchgänge, die ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit sichern. Der Pazifik ist jedoch auch ein Ozean der Katastrophen: Entlang des Pazifischen Feuerrings brodeln riesige Vulkane und in Japan haben Erdbeben und Tsunamis tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In spektakulären Aufnahmen und anschaulichen Illustrationen macht diese Folge die gewaltigen Naturkräfte und vielfältigen Lebenswelten des Pazifiks erlebbar. Wie bereits der erfolgreiche Vorgänger "Kontinente" erzählt auch die Reihe "Ozeane" vom engen Zusammenspiel zwischen Natur, Mensch und Kultur.
16:15
Schimmernd blau breitet sich der Indische Ozean zwischen Afrika, Asien und Australien aus. Die Europäer haben seine Bedeutung lange unterschätzt - dabei war er schon früh ein Tor zur Welt. Die warmen Gewässer des Indischen Ozeans beherbergen eine einzigartige Artenvielfalt und bilden die Lebensgrundlage der Menschen an seinen Ufern. In der zerklüfteten Landschaft des Sundaschelfs finden Seenomaden einen geschützten Siedlungsraum, wo sie völlig autark leben. Dazu perfektionieren sie ihre Tauchfähigkeiten und passen ihr Leben an den Ozean an. Der Indische Ozean ist auch die Geburtsstätte des Monsuns. Das mächtige Wetterphänomen bringt enorme Niederschläge, sorgt für fruchtbares Schwemmland und schafft somit die Grundlage für ein rasantes Bevölkerungswachstum. Mit seinen Winden ermöglicht der Monsun außerdem Fahrten über das offene Meer ins Unbekannte. So entstand bereits in der Bronzezeit ein riesiges Handelsnetz. Über den Indischen Ozean tauschen Menschen aber nicht nur Waren. Vor allem auf Inseln, die als Rast- und Relaisstationen dienten, zeigt sich bis heute eine Vermischung von Menschen, Kulturen und Religionen. Als Schnittstellen zwischen Flüssen und dem Meer sind die Deltas des Indischen Ozeans Wiegen der Zivilisation - und Lebensader für Abermillionen Menschen und Tiere. In den Sundarbans arbeiten Fischer mit Ottern zusammen. Sie trainieren diese intelligenten Säuger, um in den dichten Mangroven an Nahrung zu gelangen. Diese Folge zeigt, wie der Indische Ozean seit Jahrtausenden das Leben, den Handel und die Kulturen seiner Küsten prägt.
17:00
New York, 1917: Für die große Ausstellung der "Society of Independent Artists" wird ein Pissoir mit dem Titel "Fountain" und der Signatur "R. Mutt" eingereicht. Das Auswahlkomitee lehnt das Objekt als "nicht künstlerisch" ab. Die Avantgarde-Zeitungen nehmen Anstoß an der Zensur und greifen den Eklat auf. Doch in der Welt herrscht Krieg, der Skandal gerät in Vergessenheit - und das Objekt selbst geht schließlich verloren. Die künstlerische Revolution, die "Fountain" ausgelöst hatte, blieb weitgehend unbemerkt. Erst 1935 gräbt André Breton in einem lobenden Artikel über die Radikalität des Ansatzes den Namen "Fountain" wieder aus, um ihn dauerhaft mit dem von Marcel Duchamp zu verbinden. Der junge Franzose, der während des Krieges im New Yorker Exil lebte, schuf ab 1916 Kunstwerke aus zweckentfremdeten Dingen, so genannte Ready-mades. Duchamp avancierte zum prominentesten Künstler seiner Generation und gelangte durch die von ihm autorisierten Reproduktionen der verschollenen "Fountain" zu Wohlstand. Doch einige Jahre nach Duchamps Tod 1968 entdeckte ein Forscher einen Brief des Künstlers an seine Schwester, datiert auf den 11. April 1917: "Eine Freundin hatte unter dem männlichen Pseudonym 'Richard Mutt' ein Pissoir als Skulptur eingeschickt". Der Brief erregte Aufsehen. Um welche Frau handelte es sich? Die Fachwelt brachte die Baronin Elsa von Freytag-Loringhoven ins Spiel, eine exzentrische, schwer einzuordnende Vertreterin der Dada-Bewegung aus Deutschland. Die Dokumentation nimmt die Ermittlungen auf und verhilft der verkannten Künstlerin zu neuer Beachtung.
17:55
Was wäre Wien ohne den Prater? Kaum ein anderer Lebensraum in der Donaumetropole versprüht derart viel Lebensfreude und Energie. Im Sommer 2022 wollten die Wiener Symphoniker die frühsommerlichen Attraktionen im Prater um ein neues Open-Air-Konzert bereichern. Das Konzert hat den Charakter eines musikalischen Familienpicknicks - die Zuschauerinnen und Zuschauer bekommen Decken und Körbe, sitzen auf der Wiese und lauschen den Orchesterklängen unter der Leitung des Dirigenten Dirk Kaftan. Als Gesangssolisten hatten sich namhafte Künstler angesagt: Die charmante, junge Sopranistin Nikola Hillebrand ist von ihren internationalen Konzertauftritten bekannt. Ihr zur Seite steht der österreichische Bariton Daniel Schmutzhard. Viele Besucherinnen und Besucher hatten ihre Picknickdecke bereits ausgebreitet und freuten sich auf das Konzert, doch dann kam die Unwetterwarnung, und das erste Prater-Picknick musste abgesagt werden. Allerdings waren die Kameras auch schon bei der Generalprobe dabei. Diese Aufnahmen können nun gezeigt werden. Programm: Franz Lehár - "Meine Lippen, sie küssen so heiß" aus "Giuditta" Emmerich Kálmán - "Grüß mir mein Wien" Carl Millöcker - "Ich schenk mein Herz" aus "Die Dubarry" Johann Strauss (Sohn) - "Wiener Blut" Leroy Anderson - "Bugler's Holiday" Allegra Tinnefeld - "Sibelius on Tour" Zequinha de Abreu - "Tico-Tico no Fubá" Franz Léhar - "Lippen schweigen" aus "Die lustige Witwe"
18:40
Über 25.000 Feigenbäume wachsen in den "Feigendörfern" rund um das Städtchen Kymi. Im Spätsommer ist Erntezeit. Familie Karawa pflückt jeden Tag 100 Kilogramm Feigen. Danach müssen die Früchte getrocknet werden. Dazu werden sie aufgeschnitten, auf Paletten ausgebreitet und in die Sonne gestellt. Großmutter Vassiliki, 90 Jahre alt, presst dann jeweils zwei Feigenhälften zur "Askada" aufeinander. Das darf sonst niemand, denn die Paare müssen gut zusammenpassen - was laut Vassiliki bei den Feigen nicht anders sei als bei den Menschen. Die Familie bereitet aus den Feigen traditionelle und neue Gerichte zu: Schwein mit Feigen, Feigen im Speckmantel, Salat mit Feigen, Feigenbrot oder auch Chutney.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Einen halben Tagesmarsch dauert der Aufstieg mit Packpferden in das Sommerlager der Schäferin Laqe und ihrer Familie, auf einer Hochebene in den Bergen nördlich des kleinen Dorfes Lepushe. Jedes Jahr wandert die Familie mit ihrer Schafherde hinauf und bleibt, bis der erste Schnee fällt. Das Weideland weit oben in den Bergen empfindet Laqe als Paradies: "Mein halbes Leben habe ich hier verbracht", so die Schäferin. "Und ich bete zu Gott, dass ich hier sterben darf." Hoch über dem Bergfluss Shala lebt Gjelosh Preka mit seiner Frau Mirja. Er betreibt den letzten Laden in den Bergen. Wer etwas kaufen will, ruft so lange nach Gjelosh, bis er den Hang herunterklettert und seinen Laden aufschließt: "Ich verkaufe alles, was die Menschen hier oben brauchen. Heute leben nur noch etwa 30 Menschen hier." Hauptberuflich arbeitet Gjelosh im alten Wasserkraftwerk im Tal, repariert ehrenamtlich die maroden Stromleitungen in halsbrecherischer Höhe und schleppt mit seinem Allradwagen liegengebliebene Autos ab. Denn hier oben gibt es kaum befahrbare Straßen - oft führen nur felsige Pfade weiter.
20:15
Die junge, spießige und leicht verklemmte Roberta Glass ist mit dem Badewannenverkäufer Gary verheiratet und führt in ihrer Luxusvilla in New Jersey ein langweiliges Hausfrauenleben. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest sie Kontaktanzeigen. Dabei entdeckt und verfolgt sie die Korrespondenz von Susan und Jim, die sich in New York verabreden. Roberta beschließt, bei diesem Treffen dabei zu sein, und beobachtet die beiden aus sicherer Distanz. Von der extrovertierten, punkigen Susan fasziniert, folgt Roberta ihr eine Weile und ersteht die Jacke, die Susan in einem Laden gegen ein Paar Stiefel getauscht hat. Dann wird Roberta in einen Unfall verwickelt und verliert vorübergehend ihr Gedächtnis. Aufgrund der Jacke, die sie trägt, wird sie von anderen für Susan gehalten, und da Roberta sich an nichts erinnern kann, geht sie auch selbst davon aus ... Nun taucht sie tief in Susans aufregendes Leben ein und wird in undurchsichtige, bedrohliche Machenschaften verstrickt. Eine Verfolgungsjagd durch die US-Metropole New York und bis nach Atlantic City nimmt ihren Lauf - inklusive Romantik und Flair der 80er Jahre.
21:55
Madonna, geboren 1958 in Bay City, Michigan (USA), ist eine feministische Pop-Ikone, die das Popstar-Sein als Kunstform begreift, dabei immer wieder Tabus bricht und sich gegen Konventionen auflehnt. Sie ist aber auch eine Unternehmerin, die nicht nur ihre künstlerische Freiheit auslebt, sondern auch die kommerzielle Kontrolle über ihre Arbeit innehat - unabhängig, selbstbestimmt und unangepasst. Madonna ist eine Rebellin des Pop In seinem Porträt zeichnet Filmemacher Oliver Schwabe ("Tokio Hotel - Hinter die Welt", "Die Paten von St. Pauli") anhand von exklusivem Archivmaterial die Karriere der Ausnahmekünstlerin nach und greift auf exklusive Interviews zurück, die die Journalistin Christiane Rebmann in den vergangenen Jahrzehnten mit Madonna hat führen können. Konzertaufnahmen und Videos zeigen die Wandlungsfähigkeit Madonnas, und Interviews zeugen von der Dringlichkeit und der Konsequenz, mit der sie ihre Karriere über Jahrzehnte verfolgt und sie zu einem Vorbild werden lässt. Dabei schont sie sich nie und ist bereit, über Grenzen zu gehen - sei es in ihrem Sex-Book, in ihren expliziten Videos und Liveshows oder in ihren klaren Statements gegen Rassismus oder Homophobie. Sie sieht Provokation als Mittel, um gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen. Madonna überschreitet bewusst Grenzen, um Diskurse über Sexualität, Religion oder Geschlechterrollen auszulösen. Dafür liebt sie ihr Publikum, für das die Künstlerin stellvertretend für Freiheit und Gleichheit kämpft. Madonna spricht im Film für sich selbst und lässt so einen besonderen Blick auf eine schwer zu fassende Kunstfigur zu, die immer überrascht, manchmal provoziert, aber sich dabei stets treu bleibt.
22:50
Auf David Mancusos Loft-Partys, in Clubs wie dem Gallery und Paradise Garage kommen Menschen jeder Hautfarbe und sexueller Orientierung zusammen und feiern gemeinsam das Leben. Diese Orte sind die Vorläufer der ersten Diskotheken. Dort entwickeln DJs wie Nicky Siano oder Larry Levan Skills wie Mixing und Beatmatching und bringen damit die Menge auf dem Dancefloor zum Kreischen. Der charakteristische "Four on the floor"-Schlagzeug-Groove, entwickelt von Earl Young, war bei "The Love I Lost" von Harold Melvin & The Blue Notes im Jahr 1973 zum ersten Mal zu hören. Auch Songs wie "Soul Makossa" von Manu Dibango, erschienen auf einem kleinen Plattenlabel in Kamerun, gehören zu den frühen Hits der Disco-Ära. Erlaubt ist, was tanzbar ist - ganz egal, woher es kommt. Disco ist damit eine der inklusivsten Szenen überhaupt. Heute würde man die frühen Discos wohl als sogenannte Safe Spaces bezeichnen, denn Disco ist zunächst der Sound der Ausgegrenzten - der LGBTIQ+*-Community, der Schwarzen, der Hispanoamerikaner und Frauen. Disco wird ihre Waffe im Kampf um Gemeinschaft, Identität und Inklusion. Sie, die Außenseiterinnen und Außenseiter, treiben das neue Genre voran. Der Sound, zu dem sie tanzen, wird bald die Welt erobern.
23:40
Mitte der 1970er werden junge schwarze Soulsängerinnen zu Disco-Diven, schwarze Männer und Latinos zu Superstar-DJs. Der Glamour der ersten Disco-Divas wie Donna Summer, Gloria Gaynor oder Anita Ward steht im krassen Gegensatz zur Lebensrealität vieler US-Amerikanerinnen und -Amerikaner. Wenige Jahre zuvor mussten diese Ausnahmesängerinnen noch in braven Girl Combos die Arme hin- und herschwingen und so tun, als wären sie die Unschuld vom Lande. Jetzt werden Acts wie Patti LaBelle von angesagten Modedesignern ausgestattet wie funky Paradiesvögel aus dem All und liefern mit Hits wie "Lady Marmalade" den Soundtrack zum Eskapismus aus dem tristen Alltag. Sylvester, ein Drag-Sänger mit einem gigantischen Stimmumfang, feiert mit "You Make Me Feel" einen Riesenerfolg. Er darf mit dem San Francisco Symphony einen kompletten Abend bestreiten: der Hochkultur-Ritterschlag für das Disco-Genre. Spätestens mit dem Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta und dem dazugehörigen Soundtrack der Bee Gees erobert Disco schließlich die ganze Welt. Die Clubs werden immer größer, das legendäre Studio 54 in New York liefert die Vorlage für Großraumdiscos weltweit. Von Lissabon bis Tokio, von Norwegen bis Südafrika sprießen Diskotheken aus dem Boden.