17:20
Franken ist eine häufig verkannte Weinbau-Enklave mitten in Bayern - einer Region, die allgemein für ihre Hopfenfelder und die hohe Brauereidichte bekannt ist. Schon die Römer pflanzten Reben auf den sonnigsten Hanglagen. Die steil aufsteigenden fränkischen Weinberge liefern mineralische, kräftige Weißweine. Heute ist der Weinanbau in der Region durch den Klimawandel bedroht: Bodenerosion und Trockenheit machen den charakteristischen fränkischen Rebsorten zu schaffen. Mit vereinten Kräften versuchen Winzer und Wissenschaftler, das fränkische Weinbauerbe zu retten. Die Winzer müssen immer kreativer werden, um die lange Geschichte ihrer Weinberge zu bewahren. Manchmal bedeutet Kreativität auch, alte manuelle Verfahren wiederzubeleben, die zwar äußerst mühsam sind, aber den Boden schützen. Familie Knoll folgt den Grundsätzen des biodynamischen Anbaus, um ihre Weinberge in größerem Einklang mit der Natur zu bewirtschaften. Spezialisierte Forscher haben für dasselbe Gebiet nachgewiesen, dass die Weinberge in besonders exponierten Hanglagen bei zunehmenden Trockenperioden nicht mehr ohne Bewässerung auskommen. Der junge Winzer Markus Müller hat sich mit rund 40 anderen Weinbauern zusammengetan, um eine gemeinsame Bewässerungsanlage zu bauen. Daniel Heßdörfer von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau forscht seit mehr als 20 Jahren zum Wein von morgen, der sich an extreme Temperaturen und starke Regenfälle anpasst. Auf dem Weinberg des Instituts züchtet er alte Rebsorten nach, die dem Klimawandel in den kommenden Jahren besser standhalten sollen.
17:50
Im Laufe der Evolution ist es den Greifvögeln gelungen, sechs der sieben Kontinente zu erobern. Wegen ihrer Jagdkünste werden sie bewundert und gefürchtet. Die Gruppe der Greifvögel ist mit rund 300 Arten äußerst vielfältig und hat einige kuriose Mitglieder. Die Dokumentation beginnt mit einem der mächtigsten Vertreter der Greifvögel, dem afrikanischen Kronenadler. Seine Krallen sind so lang wie die eines Grizzlybären und können stärker zupacken als das Gebiss eines Rottweilers. Seine bevorzugte Beute sind Grünmeerkatzen und Antilopen, die bis zu 30 Kilogramm schwer sein können. Das in Südostasien lebende Finkenfälkchen wird dagegen nur 14 bis 17 Zentimeter groß. Im schnellen Flug erbeutet der Vogel geschickt Schmetterlinge und andere Insekten. Trotz der enormen Unterschiede in Größe, Ernährung, Lebensraum und Lebensweise haben alle Greifvögel drei Merkmale gemeinsam: einen gebogenen Schnabel, eine Vorliebe für Fleisch sowie Krallen, die perfekt an das Jagdverhalten der jeweiligen Art angepasst sind. Die kurzen Krallen der Eule zerquetschen Nagetiere, die langen Fänge des Falken ermöglichen es, die Beute in der Luft zu greifen, und die gebogenen Krallen des Fischadlers sind im wahrsten Sinne des Wortes Angelhaken. Mit diesen Fähigkeiten können Greifvögel fast jeden Lebensraum erobern. In South Dakota nutzt eine Prärieeule den Dung von Bisons, um Insekten für ihre Jungen anzulocken. Und auf ihrem Flug in den Süden legen hunderttausende Amurfalken in Nagaland im Nordosten Indiens einen Zwischenstopp ein, um sich für einen der größten Vogelzüge zu stärken. Doch auf die geborenen Jäger lauern auch Gefahren. Ein Jahr lang begleitet der Film die Tiere und zeigt, wie sie Herausforderungen erfolgreich meistern.
18:35
Viele Tierarten nutzen den Flug zur Partnerwerbung. Die Dokumentation zeigt Balzrituale in der Luft, kämpferische Revierverteidigung und dauerhafte Bindungen - beobachtet bei Arten auf mehreren Kontinenten. Im mexikanischen Tropenwald sammeln Prachtbienen Duftstoffe und komponieren im Flug ein individuelles Bouquet zur Partnerwerbung. Teufelsrochen hingegen versammeln sich zu Tausenden und springen aus dem Meer, um potenzielle Partner auf sich aufmerksam zu machen. Glühwürmchen leuchten ausschließlich zur Paarungszeit: Die Männchen bieten den Weibchen eine fliegende Lichtshow. Blinkt ein Weibchen zurück, gilt das als Zeichen der Paarungsbereitschaft. Im kenianischen Grasland springen Leierschwanzweber in die Höhe, um wählerische Weibchen zu beeindrucken. Andere Arten setzen zusätzlich auf den offenen Zweikampf: Sie fordern Rivalen gezielt heraus. Auf der Isla Contoy konkurrieren Fregattvogelmännchen um Nistmaterial - eine entscheidende Voraussetzung für ihr Werben um Weibchen. Flughundmütter in Australien tauchen ins kalte Nass, um ihren Nachwuchs vor der sengenden Hitze zu schützen. Und in Japan vollführen Mandschurenkraniche ein einzigartiges Balzritual: einen Tanz auf dem Eis.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:40
Grönland soll Teil der USA werden - so will es Donald Trump. Der dreiste Plan, sich die größte Insel der Welt mit ihren Bodenschätzen zu greifen, beunruhigt nicht nur die Grönländer. Auch Dänemark ist empört, denn die ehemalige Kolonie gehört politisch noch immer zum Königreich. Doch wie lange noch? Viele Grönländer wollen endlich selbst über ihr Schicksal bestimmen.
20:15
Louis, ein junger Kommissar, tritt eine neue Stelle in Roubaix an, einem ehemals prosperierenden Industriestädtchen an der Grenze zu Belgien. Gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Kommissar Daoud, der in Roubaix aufgewachsen ist und die Stadt wie seine Westentasche kennt, ermittelt er wegen eines Wohnungsbrands, der in einem etwas heruntergekommenen Viertel gelegt wurde. Zwei junge Nachbarinnen und mögliche Zeuginnen, Claude und Marie, widersetzen sich erst einer Aussage bei der Polizei, haben dann aber trotzdem einen Tipp, wer es gewesen sein könnte. Die von ihnen erkannten Tatverdächtigen haben jedoch alle ein Alibi. Ein paar Tage später erreicht die Polizei ein Anruf der beiden Frauen: Sie seien besorgt, im Nachbarhaus sei etwas im Gange. Eine 80-jährige Frau wird tot aufgefunden, vermutlich ist sie nicht eines natürlichen Todes gestorben. Bei der Polizeiarbeit kommt heraus, dass Claude und Marie sich am Abend der Tat im Nachbarhaus aufgehalten haben. Was hatten sie dort zu suchen und - viel wichtiger: Haben sie etwas mit dem Mord zu tun? Ein atmosphärischer Polizeikrimi, der kritisch auf die Verhörmethoden der Polizei blickt. Es entsteht eine gewisse Sympathie für die Tatverdächtigen, aber auch für die Kommissare, Arnaud Desplechins Hauptfiguren. Vor allem Daoud, intensiv gespielt von Roschdy Zem, trägt die typischen Züge des einsamen Ermittlers aus dem Film noir.
22:10
Ein abgetragener Trenchcoat, ein alter grauer Peugeot 403 auf dem Hollywood Boulevard, eine angekaute Zigarre, ein depressiver Hund, eine unsichtbare, doch omnipräsente Ehefrau - und ach, eine Frage hätte ich da noch ... Über zwei Milliarden Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt werden bei diesem Steckbrief sofort an Inspektor Columbo denken: Die gleichnamige TV-Serie, für die er mit einem Golden Globe und mehreren Emmys ausgezeichnet wurde, war ein Welterfolg. Der erste Antiheld in der Geschichte der Fernsehserie begleitete seine Zuschauer von 1968 bis 2003, und sein Name war mit Sicherheit berühmter als der seines Darstellers. Doch Peter Falk war mehr als der sympathische, nachlässig gekleidete Ermittler aus Los Angeles. Der Film- und Theaterschauspieler spielte unter der Regie einiger der bedeutendsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts - darunter Nicholas Ray, Frank Capra, Blake Edwards und William Friedkin. Für seine ersten beiden Auftritte auf der Kinoleinwand in "Unterwelt" (1960) und in "Die unteren Zehntausend" (1961) wurde er für den Oscar nominiert. Außerdem gehörte er zu den Lieblingsschauspielern des unkonventionellen Independent-Regisseurs John Cassavetes, der ihm 1970 in "Ehemänner" und 1975 in "Eine Frau unter Einfluss" an der Seite von Gena Rowlands zu seinen sicher beeindruckendsten Rollen verhalf. Mit Columbo gelang Falk, was nur wenigen Schauspielern gelingt: Er machte eine Fernsehserienfigur zur internationalen Ikone. 1987 spielte er in "Der Himmel über Berlin" von Wim Wenders eine auf ihn zugeschnittene Rolle, die mit den Berührungspunkten von Peter Falk und Columbo spielt. Die Dokumentation geht dem großen Erfolg der TV-Serienfigur auf den Grund - und dem legendären Schauspieler, der sie verkörperte.
23:05
Der einsame Träumer Mario trifft eines Nachts auf die verzweifelte Natalia, die seit einem Jahr sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Verlobten wartet, und verliebt sich in sie. Die beiden schließen Freundschaft und treffen sich auch an den folgenden Abenden. Allmählich sieht Natalia ein, dass die Hoffnung auf die Rückkehr ihres Geliebten aussichtslos ist, und sie beginnt, Marios Zuneigung zu erwidern. Doch dann, in einer Nacht, in der Schnee fällt, nimmt die Geschichte eine tragische Wendung ... Luchino Viscontis Verfilmung der Novelle "Weiße Nächte" von Fjodor M. Dostojewski, im Original in St. Petersburg verortet, ist eine großartig inszenierte, traurig-schöne Liebesgeschichte, der es mit Leichtigkeit gelingt, zu faszinieren und zu fesseln, mit hervorragenden Leistungen aller künstlerisch Beteiligten. Neben den beiden namhaften Hauptdarstellern Maria Schell und Marcello Mastroianni, die ihre Rollen facettenreich und differenziert interpretieren, wirken an dem Film viele Meister ihres Faches mit, wie Giuseppe Rotunno an der Kamera, Komponist Nino Rota und Drehbuchautorin Suso Cecchi D'Amico. Die Nebenrolle des verreisten Geliebten bekleidet überdies Jean Marais. Als filmisches Kleinod, einzigartig in seiner Inszenierung und betörend in seiner schlichten Schönheit, fasziniert der Film, eine italienisch-französische Koproduktion, mit bezaubernder Optik, dramaturgischer Feinheit und wunderbarer Musik. Der Film nahm 1957 am Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig teil und gewann den Silbernen Löwen. Weitere Preise folgten.
00:45
Die Pogrome sorgen in den Vereinigten Staaten für großes Aufsehen, auch bei Gegnern der Einwanderung von Juden und sogar unter den Anhängern antisemitischer Bewegungen. Auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz erklärt Präsident Roosevelt, er hätte "nie gedacht, dass sich solche Dinge in einer Zivilisation des 20. Jahrhunderts ereignen könnten." Als einziger Staatschef weltweit verfügt er die Abberufung seines Botschafters aus Berlin. Obwohl er die Quoten des geltenden Einwanderungsgesetzes nicht ändern kann, erklärt Roosevelt, dass alle deutschen Juden, die mit einem Touristenvisum zu Besuch in den USA sind, im Land bleiben dürfen. In den folgenden Monaten wird das Leben für Juden in Deutschland unerträglich: Kindern wird der Besuch öffentlicher Schulen untersagt, Erwachsenen wird verboten, Auto zu fahren oder ein Fahrzeug zu besitzen, Parks, Kinos und Theater dürfen von Juden nicht mehr betreten werden, sie dürfen keine Unternehmen mehr leiten und keinen Handel mehr treiben. Deutschland den Rücken zu kehren, bedeutet für sie allerdings meist ein Leben in Armut, denn Auswanderer dürfen gerade einmal zehn Reichsmark mitnehmen. Dennoch beantragt Ende 1938 die Hälfte der noch in Deutschland lebenden Juden ein Visum für die Vereinigten Staaten.
01:35
Im Mai 1940 überfallen deutsche Truppen die bis dahin neutralen Länder Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne am 22. Juni steht auch der Norden Frankreichs unter deutscher Besatzung. Die rasche Niederlage der europäischen Demokratien wirft Fragen auf: Gab es innere Unterstützung für Hitlers Expansion? Der damalige US-Botschafter in Paris vermutet, der schnelle Zusammenbruch Frankreichs sei auch auf die Aktivitäten französischer Kommunisten sowie auf Nazi-Agenten zurückzuführen, die sich angeblich unter jüdischen Flüchtlingen im Land befanden haben sollen. In den USA wächst die Sorge, deutsche Spione könnten ebenfalls ins Land geschleust werden. In dieser angespannten Atmosphäre vermischt sich die Angst vor Spionage mit antisemitischen Ressentiments und einer breiten Ablehnung von Migration. Trotz der restriktiven Einwanderungspolitik der US-Regierung engagieren sich zahlreiche Privatpersonen in jüdischen Hilfsorganisationen, um jüdische Flüchtlinge auf der ganzen Welt zu unterstützen.
02:30
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor wächst in den USA die Furcht vor ausländischer Unterwanderung. In seiner Rede im Berliner Sportpalast am 30. Januar 1942 erklärt Adolf Hitler unmissverständlich, der Krieg werde "nur damit enden, dass entweder die arischen Völker ausgerottet werden oder dass das Judentum aus Europa verschwindet". Schon bald bestätigen US-Medien erste Berichte über die Massenmorde der Nazis. Wenige Monate später schildern amerikanische Zeitungen den Beginn der Massenvernichtung der Juden in Europa. US-amerikanische Juden und ihre Unterstützer fordern ein entschlossenes Eingreifen der USA, um den Völkermord zu stoppen. Doch Präsident Franklin D. Roosevelt und das Militär argumentieren, dass nur ein schneller Sieg über Nazideutschland den Holocaust beenden könne - und lehnen spezielle Rettungsmaßnahmen ab. Dennoch versuchen Aktivisten wie Rabbi Stephen Wise, Präsident des "American Jewish Congress", und Peter Bergson, ein ehemaliger zionistischer Irgun-Mitstreiter aus Palästina, die Öffentlichkeit zu mobilisieren. Mit Unterstützung des Drehbuchautors Ben Hecht organisiert Bergson im Madison Square Garden die Aufführung eines von Kurt Weill komponierten Musicals, das der mehr als vier Millionen bereits ermordeten Juden gedenkt. Prominente wie Edward G. Robinson, John Garfield und Paul Muni wirken mit. Erst im Januar 1944 reagiert die US-Regierung: Roosevelt gründet das "War Refugee Board" - die von einer alliierten Regierung eingerichtete Behörde, die gezielt die Rettung verfolgter Juden in Europa koordiniert. Doch in Ungarn warten noch rund 800.000 Menschen auf Hilfe ...
03:25
03:30
Das Pflegepersonal des Klinikums Darmstadt veröffentlichte in den sozialen Netzwerken einen Clip zur Frage: Wie würde es in Krankenhäusern ohne Fachkräfte aus dem Ausland aussehen?
03:45
Das Kulturmagazin des Senders ARTE wird täglich aus Paris gesendet. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Zentrum der Sendung und werden versiert unter die Lupe genommen.
04:29
Die siebte Staffel kommt diesmal aus Belgien. In dieser Folge: Ein Mann eröffnet in einem Dorf ein Restaurant. Aber das Geschäft läuft nicht gut. Also hat er eine Idee, nämlich einen Wettbewerb: Wer sein Pferd zum Lachen bringt, bekommt eine kostenlose Mahlzeit ...