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Der alleinstehende Privatdetektiv François Manéri ermittelt im Fall der verschwundenen Studentin Rachel Siprien. Da die junge Frau seit sechs Monaten unauffindbar ist, hat die Polizei den Fall bereits aufgegeben. François ist einverstanden, sich im Auftrag von Rachels Mutter eine Woche lang der Suche zu widmen - mehr nicht. Die Befragung von Rachels Stiefvater, der Nachbarn und des Ex-Freundes zeichnen das Bild einer geheimnisvollen und unberechenbaren jungen Frau. Die offenbar zwischen zwei Welten pendelte: jener ihres wohlhabenden Elternhauses und dem düsteren Milieu eines Swingerclubs. François verstrickt sich bald in ein Netz gefährlicher Bekanntschaften, wozu auch seine verheiratete Geliebte gehört. Die Auffindung von Rachels Leiche löst neue Fragen aus, und François sieht sich vor die Wahl gestellt: aufgeben oder weiterforschen ... Eine Schlüsselfigur könnte Rachels beste Freundin Clarisse sein, mit der François eine sexuelle Beziehung eingeht. Guillaume Niclouxs Thriller baut die Spannung langsam auf und zieht den Zuschauer in ein Rätselspiel um Lust und Macht. "Eine ganz private Affäre" ist der erste einer Reihe französischer Kriminalfilme von Guillaume Nicloux, die alle düster und atmosphärisch sind. Zu nennen sind "Im Schatten der Wälder" (2003) und "Le Concile de Pierre" (2006). Komödien-Darsteller Thierry Lhermitte erscheint hier in einer seltenen Rolle: sehr schroff und wortkarg als privater Ermittler. Noch vor ihrem internationalen Durchbruch ist Marion Cotillard in der Rolle der Clarisse zu sehen.
22:00
In "Sterben" geht es um die Familie Lunies, die schon lange keine mehr ist. Erst als der Tod, der alte Bastard, auftaucht, begegnen sie sich wieder. Lissy Lunies, Mitte 70, ist im Stillen froh darüber, dass ihr dementer Mann langsam dahinsiechend im Heim verschwindet. Doch ihre neue Freiheit währt nur kurz, denn Diabetes, Krebs, Nierenversagen und beginnende Blindheit geben ihr selbst nicht mehr viel Zeit. Im Zentrum dieses Panoptikums der Todgeweihten aber steht ihr Sohn, der Dirigent Tom Lunies, Anfang 40. Mit seinem depressiven besten Freund Bernard arbeitet er an einer Komposition namens "Sterben", und der Name wird zum Programm. Gleichzeitig macht ihn seine Ex-Freundin Liv zum Ersatzvater ihres Kindes, das eigentlich auch sein eigenes hätte sein können. Toms Schwester Ellen beginnt währenddessen eine wilde Affäre mit dem verheirateten Zahnarzt Sebastian. Die beiden verbindet die Liebe zum Alkohol. Sie verweigert sich, im System zu funktionieren, und wählt stattdessen die Lust und den Rausch. Aber alles im Leben hat seinen Preis. Matthias Glasner begibt sich in seinem bislang persönlichsten Film auf den Drahtseilakt Leben, in all seiner physischen Wucht und sinnlichen Dringlichkeit - getragen von einem hochkarätigen Ensemble. "Sterben" feierte Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2024, wo Matthias Glasner den Silbernen Bären für das beste Drehbuch gewann. Auch wurde "Sterben" vierfach mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet: als bester Spielfilm, für die beste weibliche Hauptrolle, die beste männliche Nebenrolle und die beste Filmmusik.