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TV Programm für ARTE am 10.10.2026

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Sulawesi - Am Anfang war die Höhlenmalerei 21:45

Sulawesi - Am Anfang war die Höhlenmalerei

Dokumentation

Seit einiger Zeit gilt als gesichert, dass sich die Spezies Homo sapiens vor über 300.000 Jahren in Afrika entwickelte. Doch wann genau sind die Fähigkeiten zum Geschichtenerzählen und der Herstellung von Kunstwerken entstanden? Seit den Entdeckungen der Höhlenmalereien in Lascaux (rund 18.000 Jahre alt) und Chauvet (etwa 36.000 Jahre alt) schien klar, dass der entscheidende kulturelle Entwicklungssprung vor ungefähr 40.000 Jahren in Europa stattgefunden haben muss. 2014 wurde diese Annahme jedoch durch einen wichtigen wissenschaftlichen Fortschritt infrage gestellt: Dank einer neuen Datierungsmethode konnte nachgewiesen werden, dass Felsmalereien auf der indonesischen Insel Sulawesi, die bislang nur auf einige Tausend Jahre geschätzt worden waren, mindestens 40.000 Jahre alt sind. Seither wurden auf Sulawesi Hunderte weiterer Höhlen mit Malereien entdeckt, deren Mindestalter inzwischen auf 51.200 Jahre datiert wurde. Diese Entdeckungen schafften es auf die Titelseiten renommierter Wissenschaftsjournale und sorgten für ein neues Verständnis der evolutionären Entwicklung des Homo sapiens. In der Januarausgabe 2026 der Fachzeitschrift "Nature" stellt ein Artikel die bislang älteste bekannte Malerei der Welt vor - sie soll mindestens 67.800 Jahre alt sein. Diese bahnbrechende Erkenntnis zeigt, dass Homo sapiens figurative Darstellungen mehr als 20.000 Jahre früher schuf als bislang angenommen. Die Funde auf Sulawesi legen zugleich nahe, dass die Fähigkeit zur Kunst bereits wesentlich früher entstanden sein könnte - möglicherweise noch in Afrika, bevor sich Homo sapiens von dort aus über andere Teile der Welt verbreitete.

Danach

Thorin - Der letzte Neandertaler 22:40

Thorin - Der letzte Neandertaler

Dokumentation

Bevor die Neandertaler vom Erdboden verschwanden, lebten sie für eine Dauer von rund 300.000 Jahren auf dem eurasischen Kontinent. Warum starben sie aus? Wie trat der Homo sapiens an ihre Stelle? Die Forschungen des Teams um Ludovic Slimak deuten darauf hin, dass Homo sapiens bereits vor rund 54.000 Jahren im Rhônetal präsent war - deutlich früher als bisher angenommen. Zugleich zeigen die außergewöhnlich gut erhaltenen Ablagerungen, dass Homo sapiens und Neandertaler die Höhle in sehr kurzer zeitlicher Folge nutzten und sich möglicherweise in der Region begegneten. In der Grotte Mandrin sind archäologische Fundstücke außergewöhnlich gut erhalten. Dies liegt an ihrer Öffnung gen Norden, durch die der Mistral Sand in sie hineinträgt. Ausgrabungen beweisen, dass Menschen die Höhle über einen Zeitraum von rund 80.000 Jahre lang immer wieder nutzten. Die Analyse von Rußablagerungen erlaubt es, Dauer und Abfolge einzelner Besiedlungsphasen erstaunlich genau zu rekonstruieren. In einer rund 54.000 Jahre alten Schicht fanden Forscher zudem winzige Feuersteinspitzen. Sie zeigen, dass die ersten des Homo sapiens, die sich in der Höhle niederließen, mit Pfeil und Bogen jagten - und das 40.000 Jahre vor der bisher angenommenen Erfindung dieser Jagdmethode. Haben diese Homo sapiens - die ersten, deren Überreste im heutigen Westeuropa gefunden wurden - die Neandertaler aus der Grotte Mandrin vertrieben? 2015 wurde eine neue Entdeckung gemacht: In einer Schicht, die auf etwa 10.000 Jahre nach der Ankunft des anatomisch modernen Menschen zurückgeht, wurden die fossilen Überreste eines Neandertalers gefunden. Sie zeigen, dass der Neandertaler in die Grotte Mandrin zurückgekehrt sein muss. Zunächst wurde seine DNA einer alten Neandertaler-Linie zugewiesen. Über einen Verwandten wurde dann aber eine neuere Abstammungslinie der Art in Südeuropa gefunden. Seither kann bei den späten Neandertalern von einem mediterranen Zweig gesprochen werden. Die Geschichte des Aufeinandertreffens zweier Arten der Gattung Mensch im Rhône-Tal ist ein archäologischer Thriller.

Abel Selaocoe beim Rheingau Musik Festival 2025 23:35

Abel Selaocoe beim Rheingau Musik Festival 2025

Konzert/Musik

Abel Selaocoe ist ein charismatischer Performer, der die Parameter des Cellos neu definiert. Dabei ist das Cello wirklich nicht das Instrument, das man mit der südafrikanischen Heimat des Ausnahmekünstlers als erstes in Verbindung bringt. Sein Ziel ist aber genau das: Möglichkeiten auszuloten, inwiefern sich die Kultur seines Saiteninstrumentes weiterentwickelt, während es verschiedene kulturelle Räume durchschreitet. "Da wo ich herkomme, steckt man nicht alles gleich in eine Schublade", berichtet er von seiner früheren und wichtigen künstlerischen Prägung. Also hat sich Selaocoe mit großer Neugier auf die Reise in musikalische Zwischenwelten begeben. In seinen Konzerten wird die Stimme zum Instrument und der ganze Körper zum Kommunikationsmittel. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Perkussionisten Sidiki Dembele lässt er in einem Open-Air-Konzert im Kloster Eberbach Werke mit unterschiedlichen musikalischen Wurzeln aufeinandertreffen und so die Welt ein Stück zusammenrücken. Das Rheingau Musik Festival hat sich seit 1987 zu einem der bedeutendsten europäischen Festivals entwickelt und zieht jedes Jahr außergewöhnliche Künstlerinnen und Künstler in die reizvolle Region. Abel Selaocoes Open-Air-Konzert ist in der Reihe der Events eine Veranstaltung, die sich abhebt - eine Fusion der Gegensätzlichkeiten. Die Location des traumhaften, romanischen Klosterkreuzgangs, die Geschichte erzählt, trifft auf innovatives Cellospiel "out of the box".