16:55
Besucht wird die Ilha Formosa, die schöne Insel - wie Taiwan einst genannt wurde. Während einer Zugfahrt lässt sich die atemberaubende Landschaft und Natur der Insel im Westpazifik erleben. Das taiwanesische Streckennetz ist wie ein Kreis um die Insel gelegt und lädt daher besonders zu einer Entdeckungsreise mit dem Zug ein. Die Rundreise beginnt in Taiwans quirliger Inselhauptstadt Taipeh. Eine erste Station ist das Dorf Houtong, das für seine Katzen berühmt ist. Auf der Pingxi-Linie fährt der Zug in gemächlichem Tempo weiter vorbei an Bächen und Wasserfällen nach Shifen. Sobald der Zug die Gleise passiert hat, lassen hier junge Liebespaare Himmelslaternen aufsteigen, auf denen sie Kinderwünsche niedergeschrieben haben. Weiter geht es an der Ostküste Richtung Hualien. Die Strecke verläuft hier entlang einsamer Pazifikstrände. Dann erreicht die Bahn den ältesten Nationalpark Taiwans, den Taroko-Nationalpark. Die etwa 19 Kilometer lange Taroko-Schlucht gehört zu den Höhepunkten einer Taiwan-Reise. Hier hat sich der ungestüme, blaugrüne Fluss Liwu in Jahrmillionen bis zu 600 Meter tief in die steil aufragenden, schimmernden Felsen aus reinem Marmor gegraben. Taiwan ist aber auch bekannt für heiße Quellen. In einer 50 Grad warmen Quelle in freier Natur kann sich jeder seine eigene "Badewanne" schaufeln und das heilende Wasser genießen. Weiter geht es zur Westküste der Insel. In der Nähe von Kaohsiung geht es zum Kloster der Insel Fo Guang Shan, was so viel wie "Buddhas Berg des Lichtes" bedeutet. Dort wird man in die Geheimnisse des humanistischen Buddhismus eingeweiht.
17:50
Der "Tren a las Nubes" - der "Wolkenzug" - fährt im Norden von Argentinien über schwindelerregende Viadukte und tiefe Täler. Eine technische Meisterleistung in den Anden und eine atemberaubende Fahrt durch eine spektakuläre Landschaft. 27 harte Jahre lang arbeiteten sich Arbeiter aus aller Welt durch das steinige Gelände, bis 1948 die damals höchste Bahnstrecke auf 4.220 Metern endlich fertiggestellt werden konnte. Nun konnten die reichen Bodenschätze und landwirtschaftliche Erzeugnisse der Region endlich von Salta bis an die chilenische Küste, nach Antofagasta, transportiert werden. Entlang der Bahnstrecke haben sich Nachfahren indigener Stämme Nordargentiniens angesiedelt. Sie leben von dem, was die karge Natur zu bieten hat, und von den Touristen, die mit dem Zug vorbeikommen. Doch seit nur noch der Cargozug und nicht mehr der "Wolkenzug" vorbeikommt, müssen sie bis nach San Antonio de los Cobres reisen, um ihre Produkte zu verkaufen. Wenn sich dann der Zug mit großem Getöse in Bewegung setzt, ist die Freude riesig. Sogar über die dicken schwarzen Qualmwolken, die die in die Jahre gekommene Diesellok ausstößt, wenn sie sich keuchend und stampfend durch das Altiplano von Argentinien bewegt, bis zum berühmten Viadukt La Polvorilla. Auch wenn regelmäßig Erdbeben den Boden dieser Region erschüttern, lässt sich der "Wolkenzug" davon in der Regel nicht aus der Spur bringen. Die Dokumentation folgt der Spur der Gleise und den monumentalen Viadukten auf der Bahnstrecke Ramal C-14 von Salta durch die "Wüste des Todes" bis in das halbverlassene Wüstendorf Tolar Grande.
18:35
Von Chennai im Norden nach Rameswaram im Süden sind die Reisenden rund zehn Stunden auf den als heißesten geltenden Schienen Indiens unterwegs. Die Bahn streift Vogelreservate, durchquert Reisfelder, hinter denen die Kalvarayan Hills zu entdecken sind, und überquert den Kaveri, den "Ganges des Südens", auf dem Weg zur wohl gefährlichsten Eisenbahnbrücke des Indischen Ozeans: der Pamban-Brücke, auch "Königin der indischen Brücken" genannt. Sie verbindet das indische Festland mit Rameswaram auf der Insel Pamban. Schon 1870 wollte die damalige britische Regierung eine Brücke bauen, doch erst 1911 wurde mit dem Bau begonnen, der 1914 fertiggestellt wurde. Die Pfeiler der Brücke stehen im Salzwasser und das gesamte Bauwerk ist von starker Korrosion bedroht. Zusätzlich rütteln Wirbelstürme und hohe Windgeschwindigkeiten am Stahlgerüst. 1964 wurde die Brücke von einem 240 Stundenkilometer schnellen Zyklon zerstört, durch den über hundert in der Nähe lebende Menschen ihr Leben verloren. Eine große Verantwortung für die Lokführer, die auf der gesamten Strecke wachsam sein müssen - denn nicht nur Passanten, Motorroller oder Autos kreuzen überraschend die Fahrbahn, auch heilige Kühe machen es sich gern auf den Schienen gemütlich. Die Dokumentation begleitet den "Rameswaram Express" auf seiner Fahrt von Chennai, der Hauptstadt Tamil Nadus im Norden, bis zu ihrem Höhepunkt, der Überquerung der Pamban-Brücke, nach Rameswaram im Süden. Atemraubende Luftaufnahmen erzählen die Geschichte einer architektonischen Meisterleistung in der Welt der Eisenbahn.
19:20
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:35
Irland übernimmt für sechs Monate den Vorsitz im Rat der EU. Regierungschef Micheál Martin empfing EU-Ratspräsident Costa und den ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine fühlt sich das traditionell neutrale Irland, das bisher nur 0,2 % seines Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgab, nicht mehr sicher.
19:40
Montenegro lockt nicht nur mit Naturschönheiten, es ist auch ein Steuerparadies mit Einkommenssteuersätzen zwischen neun und 15 Prozent! Der Deutsche Michael Bader kam erstmals 2005 nach Montenegro - für einen Kurzurlaub. Es gefiel ihm so gut, dass er sich eine Ferienwohnung kaufte. Seit 2009 lebt er ganz in Montenegro und hat sich dort ein Business aufgebaut - mit Ferienwohnungen und der Begleitung von Auswanderern zu Behörden. Einige Deutsche haben Grundstücke illegal erworben, ohne es zu wissen. Nun hoffen sie auf nachträgliche Legalisierung und suchen seinen Rat. Größere Probleme bereiten in Montenegro diverse Großinvestoren - vor allem aus den Emiraten und der Türkei. Sie sicherten sich nach der Unabhängigkeit im Jahr 2006 die schönsten Hot-Spots, meist große Hotelanlagen. Ganz anders: das "wooden village". Marko Mugošas kleines Familienunternehmen verfügt nur über sieben Blockhütten. Es liegt in nächster Nähe zum Skadarsee, einem landschaftlichen Highlight im Hinterland. Seine Frau und sein Bruder unterstützen ihn im Familienbetrieb, seine Mutter kocht im Restaurant. Der Tourismus ist Fluch und Segen zugleich. Die Architektin Zenepa Lipka ist 2014 aus Deutschland heimgekehrt. Sie setzt sich für den Erhalt des Vogelschutzgebietes auf der Saline von Ulcinj ein. "Die atemberaubende Natur ist ein Grund, warum ich zurückgekehrt bin - und ich habe gehofft, von innen heraus etwas ändern zu können." Doch mittlerweile ist sie ernüchtert: "Montenegro ist ein ökologischer Staat, so steht es zwar in der Verfassung, aber das gilt" - so ihre Einschätzung - "nur auf dem Papier!"
20:15
Zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erzählt dieser Film die Revolution aus einer ungewohnten Perspektive: nicht aus der Sicht der Gründerväter, sondern mit den Worten jener, die kämpften, litten und überlebten - und deren Erfahrungen lange unbeachtet blieben. Ausgehend von originalen Militärpensionsakten entfaltet sich ein vielstimmiges Panorama des Unabhängigkeitskriegs. Einfache Soldaten, Frauen, versklavte Menschen und Jugendliche berichten in ihren eigenen Worten von Hoffnung, Angst, Gewalt und Entbehrung in einem Krieg, der tief in den Alltag eingriff. Der junge "Minuteman" William French greift nach den ersten Schüssen von Lexington und Concord zu den Waffen, nicht wissend, was ihn erwartet. Männer wie James Potter Collins schildern das Chaos, den Lärm und den ständigen Kampf ums Überleben in Schlachten wie denen von Bunker Hill, Long Island, Brandywine oder Yorktown. Versklavte Menschen wie Prince Griswold kämpfen darüber hinaus für eine ganz konkrete Hoffnung: Freiheit - erkauft mit ihrem Dienst an der Waffe. Jenseits der Fronten halten Frauen wie Susannah Chandler Familien und Höfe unter unvorstellbaren Bedingungen zusammen. Andere, wie Deborah Sampson, sind ihrer Zeit voraus und ziehen als Männer verkleidet selbst in den Krieg. Der Film folgt diesen Biografien von den ersten Gefechten über Hunger, Krankheit und den Winter von Valley Forge bis zur Entscheidung von Yorktown. Er zeigt, wie sich ein neues politisches Bewusstsein formt - und wie brüchig das Versprechen von Freiheit bleibt, das für viele erst Generationen später eingelöst wird.
21:40
Polizeikommissarin Catherine Cawood sieht weiterhin in der Kleinstadt Halifax in West Yorkshire nach dem Rechten. Nach altbekannter Manier geht sie ihrer Arbeit nach und freut sich bereits auf ihren bevorstehenden Ruhestand. Als die Überreste einer Leiche gefunden werden, dauert es nicht lange, bis Sergeant Catherine wieder auf die Fährte des inhaftierten Mörders und Vergewaltigers Tommy Lee Royce stößt. Ryan, Catherines Enkel und Sohn des kriminellen Tommy, ist mittlerweile 16 Jahre alt und gerät in der Schule wiederholt in Konflikt mit seinen Lehrern. Catherine schützt den Jungen weiterhin vor seiner Familiengeschichte, doch hat er inzwischen eigene Vorstellungen davon, ob und wie er mit seinem verurteilten Vater Tommy in Kontakt stehen möchte. Letzterer schmiedet auch hinter Gefängnismauern weiter Pläne und träumt von einem Leben in Freiheit. Unterdessen verschlechtert sich die Familiensituation von Ryans Sportlehrer Rob. Seine Frau Joanna sucht Hilfe beim Nachbarn und Apotheker Faisal. Catherine Cawoods letzte Wochen vor der Pensionierung sind alles andere als ruhig.
22:40
Apotheker Faisal wird von mehreren Seiten erpresst. Derweil schmiedet Tommy im Gefängnis Pläne und Catherine erfährt von einem Verrat in den eigenen Reihen, der sie zutiefst erschüttert. Auch die finale Staffel baut auf die Spannung zwischen den zwei Hauptcharakteren Catherine und Tommy und zeichnet zugleich ein kritisches Bild von strukturellen Schwächen des britischen Staates.
23:40
Catherine stellt Ryan ein Ultimatum, da sein Verhalten schmerzliche Erinnerungen weckt. Inzwischen fassen Apotheker Faisal und seine Schicksalsgefährtin Joanna einen folgenreichen Plan. Auch die finale Staffel baut auf die Spannung zwischen den zwei Hauptcharakteren Catherine und Tommy und zeichnet zugleich ein kritisches Bild von strukturellen Schwächen des britischen Staates.