19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Kirgisistan - ein Land, das die meisten Menschen auf Anhieb gar nicht auf der Weltkarte lokalisieren können. Umso überraschender ist, was das zentralasiatische Land zu bieten hat: Imposante Hochgebirge, uralte Traditionen und gastfreundliche Menschen, die mit ihrer einladenden Wärme der winterlichen Kälte trotzen. Traditionen wie der Reitsport Kok Boru oder das Manas-Epos gehören in ländlichen Regionen weiterhin zum Alltag. Das Nomadenleben war lange Zeit die beste Möglichkeit, in der Extremlandschaft zwischen Steppe, Halbwüste und Hochgebirge zu bestehen. Für viele Erwachsene ist Viehzucht auch heute noch die einzige Möglichkeit, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Um aus dieser Armut zu entfliehen, gehen die Kinder hier voller Stolz und Ehrgeiz in die Schule. Denn sie wollen eines Tages ein besseres Leben führen als ihre Eltern. Doch gerade im harten kirgisischen Winter ist der Schulweg lang, beschwerlich und voller Gefahren. Sherali (8) und sein Bruder Ali (12) reiten eineinhalb Stunden vom Haus ihrer Großeltern zur Schule: durch Dunkelheit, über Felder und über einen vereisten Bergpfad. Akzholtoy (12) und ihre Schwester Akmarzhan (6) laufen eineinhalb Stunden zu Fuß. Sie müssen einen gefrorenen Flussarm überqueren.
20:15
Amerika, 1873: Ein Arzt will in Montana ein neues Leben beginnen. In einem Goldgräberdorf lässt er sich nieder und pflegt die nach einem Überfall verletzte junge Elizabeth. Er bewahrt sie vor einer versuchten Vergewaltigung und erschießt den Angreifer. Daraufhin wollen die Dorfbewohner ihn hängen sehen ... Einer der letzten Western mit Gary Cooper (1959). 1873: Der verschlossene Arzt Joe Frail lässt sich in einem Goldgräberdorf in Montana nieder. Der zurückhaltende Neuankömmling wird von den Einheimischen mit Neugierde beäugt, sie wissen nichts von seiner Vergangenheit. Frail versucht nach dem Suizid seiner Frau einen Neuanfang. Bei einem Postkutschenüberfall überlebt die junge Elizabeth als Einzige und wird verletzt von Goldsucher Frenchy zu Joe Frail gebracht. Der Arzt kann ihr Augenlicht retten. Schnell verliebt sich Elizabeth in ihn, und obwohl Joe ihre Gefühle längst erwidert, weist er sie zunächst zurück. Elizabeth bleibt trotzdem im Dorf und erwirbt eine Mine, um auf eigene Faust nach Gold zu schürfen. Als Frenchy die wehrlose Elizabeth vergewaltigen will, rettet Joe sie und erschießt den Angreifer. Schließlich gesteht er sich seine Gefühle ihr gegenüber ein - doch Frenchys Tod soll nicht ungesühnt bleiben. Ein Widersacher hetzt die Dorfbewohner gegen Joe auf, der Mob will ihn am Galgen hängen sehen. Wird Elizabeth Joe retten können?
22:00
Gary Cooper, mit bürgerlichem Namen Frank James Cooper, verbrachte seine Kindheit auf einer Farm im ländlichen Montana. Seine Eltern stammten ursprünglich aus England. Der Vater war sowohl Richter als auch Rancher und konnte sich ein beachtliches Vermögen aufbauen. Dank seiner Reitkünste versuchte Cooper in den 1920er Jahren in Hollywood als Stuntman Fuß zu fassen. Seinen Durchbruch feierte er 1930 im Liebesfilm "Marokko", in dem er unter der Regie von Josef von Sternberg an der Seite von Marlene Dietrich spielte. Zwei Jahre später übernahm er die Hauptrolle in der Hemingway-Verfilmung "In einem anderen Land" (1932). Cooper war persönlich mit dem Schriftsteller befreundet und trat 1943 erneut in einem Hemingway-Stoff auf, diesmal in "Wem die Stunde schlägt" mit Ingrid Bergman. Seine erste Oscar-Nominierung erhielt er 1936 für die Komödie "Mr. Deeds geht in die Stadt" von Regisseur Frank Capra. Besonders bekannt wurde er jedoch durch seine Rollen in Westernfilmen. Regielegende Cecil B. DeMille besetzte ihn unter anderem in "Der Held der Prärie" und "Die scharlachroten Reiter". Privat kursierten Gerüchte über Beziehungen zu Marlene Dietrich, Carole Lombard, Ingrid Bergman und Grace Kelly. Cooper war jedoch ab 1933 mit der Schauspielerin Veronica Balfe verheiratet. Das Paar bekam 1937 eine Tochter namens Maria Cooper. Coopers Schauspielstil war zurückhaltend und minimalistisch - ein Kontrast zum expressiven Ansatz des Actors Studio. Er verkörperte den klassischen amerikanischen Helden: stark, moralisch und ohne innere Konflikte. Erst in den 1970er Jahren wurde dieser Typus vom komplexeren Antihelden des New Hollywood abgelöst, den emotionale Tiefen und persönliche Krisen ausmachten.
22:55
Hildegard Knef war vieles: Schauspielerin, Sängerin, Autorin, sozialliberales Vorbild, Schwulenikone. Zum 100. Geburtstag der Ausnahmekünstlerin blickt der Film zurück auf ihr bewegtes Leben zwischen Berlin, New York und Hollywood - ein Leben, das Spiegel ist für das Nachkriegs- und das geteilte Deutschland, für die Lebendigkeit, Widersprüchlichkeit und Sensationsgier unserer Gesellschaft und die sie anfeuernden Medien. Gezeigt werden zahlreiche Originalinterviews mit Hildegard Knef, Ausschnitte aus Spielfilmen wie "Die Mörder sind unter uns" und "Die Sünderin", Konzertmitschnitte, die ihre bis heute beeindruckende Bühnenpräsenz belegen, sowie Fernsehberichte aus Berlin, New York und anderen Stationen ihrer Karriere. Neben Hildegard Knef selbst kommen Freunde, Verwandte, Kollegen, Zeitzeugen und Journalisten zu Wort: Knefs Tochter Christina Palastanga-Gardiner, ihr letzter Ehemann Paul von Schell, der "taz"-Journalist Jan Feddersen, Knefs langjähriger Visagist René Koch, die Musikerin Mieze Katz - die ein Duett mit Knef eingesungen hat - und Tim Fischer, der mit ihren Liedern auf Tournee geht. Außerdem: der Filmwissenschaftler Markus Neumann sowie ihr letzter Manager und Nachlassverwalter Thomas Jost. Die Dokumentation porträtiert keine makellose Ikone, sondern eine ambivalente, vielschichtige Frau, die sich zeitlebens dem Erwartungsdruck widersetzte - und doch zur Projektionsfläche wurde.
23:50
Ein historischer Fernsehfilm nach wahren Begebenheiten: In unserem kollektiven Gedächtnis ist das delikate Treffen der beiden Staatsmänner die Geburtsstunde der deutsch-französischen Freundschaft und ebenso der europäischen Einigungsbewegung, aus der nicht zuletzt auch ARTE hervorgegangen ist. "An einem Tag im September" wurde im Beisein des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Haus der Geschichte in Bonn uraufgeführt. Seine internationale Premiere feierte der Film auf dem Monte-Carlo Television Festival 2025.
01:20
Für Bären, Wale oder Nashörner ist es eng geworden. Kaum ein Winkel der Erde, wo nicht auch der Mensch unterwegs ist. Doch dann kommt Corona - plötzlich herrscht Stille. Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, sollen im Frühjahr 2020 über vier Milliarden Menschen zu Hause bleiben. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Wie reagieren Wildtiere auf diese "Anthropause"? Für die Wissenschaft ergibt sich eine einzigartige Gelegenheit. Mit Minisendern, Hydrophonen und Videofallen verschaffen sich Forschende rund um den Globus Einblicke in das Leben von Wildtieren in Zeiten der Pandemie. Vor der Küste von British Columbia horchen Walforscher in die Stille unter Wasser. In den Dolomiten werden Braunbären bei Grenzüberschreitungen ertappt. Wildschweine in Tschechien und Rehe in Italien liefern GPS-Daten, Marder in Berlin Fotobeweise von ihren sich wandelnden Nachtaktivitäten. Nashörner traben Streckenrekorde durch die von Touristen verlassene Serengeti, zu unerwarteten Zielen. Aber in der Lockdown-Zeit versiegen auch Nahrungsquellen - mit Folgen, etwa für die Krähen von Paris. Im schottischen St. Andrews laufen Informationen von über 600 Biologinnen und Biologen, Naturschützern und Datenexpertinnen zusammen: Daten von mehr als 13.000 getrackten Tieren - über eine Milliarde Standortdaten. Jetzt werden Beobachtungen und Bewegungspunkte von vor, während und nach dem Lockdown verglichen und für eine globale Megastudie zusammengeführt. Die Wissenschaftsdokumentation berichtet über das einzigartige Big-Data-Projekt zum Tierverhalten in Zeiten der plötzlichen Stille und die Erkenntnisse für unsere Zukunft.
02:15
An den Steilhängen Amalfis und hoch über den Klippen von Sorrent wachsen die wohl berühmtesten Zitronen der Welt: Einst für die Seeleute angebaut - damit diese auf ihren Reisen gesund blieben - ziehen sie heute Gäste aus der ganzen Welt an. Noch bis ins vergangene Jahrhundert waren Zitronen ein Luxusgut. Diese Zeiten sind vorbei, doch an Bekanntheit haben die Zitronen Amalfis und Sorrents nichts eingebüßt. Angebaut wird die Amalfi-Zitrone auf Terrassen, gestützt von Trockensteinmauern, die hier schon seit dem Mittelalter stehen. Nicht nur der Anbau, auch die Ernte ist noch immer Handarbeit - und Knochenarbeit: Salvatore Aceto pflückt auf den Steilhängen seine reifen Zitronen zwischen ausschwärmenden Bienenvölkern. Auf den gleichen Hängen sucht sein Sohn Gianmarco, angehender Agronom, nach Lösungen zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Noch tiefer im Hang bessert der Zitronenbauer Gino Amatruda seinen "pergolato" aus. Die Gartenkonstruktion aus Kastanienholz stützt die Gärten seit Jahrhunderten. Auf der anderen Seite der Sorrentinischen Halbinsel liegt der "Agriturismo Giardino di Vigliano". Valentina Nunziata ersetzt hier die Nylonnetze über ihrem Zitrushain mit Schilfmatten, den "pagliarelle". Diese schützten seit Generationen die Bäume vor Wind, Hagel und Starkregen. In einem Kastanienwald bei Sorrent fährt der junge Imker Vincenco D'Esposito im Morgengrauen seine Bienenstöcke in die Zitronengärten an der Küste. Zitronenbäume können sich zwar selbst bestäuben, aber mit Hilfe der Honigbiene gibt es eine größere Ernte - und duftenden Zitrushonig noch dazu.
03:00
Kojo hat einen großen Traum: "Borga" zu werden. Borga sind ghanaische Männer, die im Ausland einen exzessiv reichen Lebensstil führen und somit die Familie im Heimatland unterstützen können. Nach einer prägenden Begegnung mit einem Borga in seiner Heimatstadt Accra in Ghana geht Kojo die Vorstellung nicht mehr aus dem Kopf. Bisher verdient sich Kojos Familie mühsam mit Schrotthandel den Lebensunterhalt. Er und sein Bruder Kofi verbringen ihre Zeit auf der Müllhalde und sortieren und verbrennen Metallschrott. Die Arbeit ist hart und lebensgefährlich, doch sie haben keine Wahl. Als dann Kojos Vater seinem großen Bruder Kofi die Zusammenarbeit im Familiengeschäft anbietet, fühlt sich Kojo angestiftet, den beiden zu beweisen, dass er ebenso ein Geschäftsmann sein und es zu etwas Großem bringen kann. Nach Jahren harter Arbeit und geringer Wertschätzung seitens des Vaters und des Bruders sieht Kojo keine andere Chance, als aus seinem bisherigen Leben auszubrechen. Er nimmt all seinen Mut zusammen und entschließt sich, nach Deutschland zu gehen und reich zu werden. In Mannheim angekommen, scheint der Traum dann schnell geplatzt. Kojo erfährt einen Rückschlag nach dem anderen und kämpft sich gerade so durch. Als er Bo kennenlernt, glaubt er endlich die richtige Person getroffen zu haben, die ihn weiterbringt. Er bekommt Arbeit, lernt in einem Club Lina kennen und scheint kurzzeitig glücklich. Da er jedoch nicht mit Geld, sondern nur mit Kost und Logis für seine Arbeit bezahlt wird, nimmt er aus Geldnot und Verzweiflung einen lebensgefährlichen Job an ...
04:43
Wer bislang dachte, Seniorinnen und Senioren hätten keinen Humor, wird in dieser amüsanten Kurzfilmreihe eines Besseren belehrt. Die siebte Staffel der "Alten Schachteln" kommt diesmal aus Belgien. In dieser Folge: Im Internat wird mit Disziplin nicht gespaßt.