18:35
Die Ustica-Linse ist eine besondere Hülsenfrucht, die nur auf der sizilianischen Vulkaninsel wächst. Das Klima und der Lavaboden verleihen dieser lokalen Sorte einen einzigartigen und intensiven Geschmack. Schon seit dem 18. Jahrhundert bauen die Ustica-Landwirte ausschließlich diese Sorte an. Sie ist reich an Kalzium, Eisen und Kalium. Aufgrund ihrer vielen Nährstoffe schaffte sie es sogar ins All - als Bestandteil einer Suppe für Astronauten. Die Familie Mancuso baut die Linsen in der vierten Generation an und verarbeitet sie am liebsten zu einer mediterranen Suppe. Außerdem kommen auf den Tisch: die typische Pizza Usticese, süße Ciambelline - eine Art italienischer Donut aus Kartoffelteig - und gefüllter Tintenfisch auf Macco-Creme.
19:10
Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.
19:30
Berühmt ist Madagaskar für seine Lemuren, die possierlichen Halbaffen. Und für seine Vanille. Die SAVA-Region im Nordosten ist ein weltweit bedeutendes Zentrum für den Anbau der sogenannten Königin der Gewürze. "Ich bin stolz, weil wir wertvolle Produkte für die ganze Welt produzieren", sagt Marie Rasoandalana. Vanille, Kaffee, dazu Rohstoffvorkommen in der Erde - arm ist Madagaskar eigentlich nicht. Tatsächlich aber fehlt es den Menschen im Land an vielem. Politische Krisen lähmen die Wirtschaft und den Fortschritt. Korruption und Misswirtschaft führten dazu, dass etwa zwei Drittel der Menschen in Armut lebt. Im Süden gibt es immer wieder Hungersnöte, die soziale Schieflage ist gewaltig. In Andasibe, einer Kleinstadt im Zentralmassiv, sitzt Madame Lanto in ihrem Büro im Bahnhof und verkauft Fahrscheine. Die "Dia Tsara"-Linie von Moramanga an die Ostküste ist eine Lebensader für die Menschen. Die malerische Strecke entlang des Flusses Vohitra verbindet Dörfer, die mit dem Auto nicht zu erreichen sind. "Während der Pandemie, als kein Zug fuhr, sind wir zu Fuß gegangen", sagt Razafindramanitra aus dem Dorf Fanasana. "60 Kilometer hin und 60 Kilometer wieder zurück." Die Dokumentation von Maik Gizinski ist ein Streifzug durch das raue Madagaskar - die Heimat faszinierender Tiere und wunderbarer Menschen, die voller Zuversicht für eine gute Zukunft kämpfen.
20:15
New York, 1975: Drogenboss Carlito Brigante wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Er will ein neues Leben beginnen, sein Geld ehrlich verdienen und mit Freundin Gail auf die Bahamas ziehen. Doch schnell wird Carlito von seiner Vergangenheit eingeholt - und wieder geht es um Leben und Tod. Brian De Palmas zugleich spannender und bewegender Gangsterfilm (1993) mit Kultstatus. New York, 1975: Der puerto-ricanische Gangsterboss Carlito Brigante wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. Doch er hat Glück, sein Anwalt David Kleinfeld entdeckt einen Verfahrensfehler und holt ihn schon nach fünf Jahren aus dem Gefängnis. Als freier Mann fasst Carlito den Entschluss, mit seiner kriminellen Vergangenheit abzuschließen und ein bürgerliches Leben zu führen. Sein Traum ist es, sich auf den Bahamas zur Ruhe zu setzen - doch dafür muss er zunächst auf legale Weise Geld verdienen ... Auch privat will Carlito einen Neuanfang wagen. Mit seiner früheren Geliebten, der Tänzerin Gail, beginnt er eine ernsthafte Liebesbeziehung. Gail bestärkt Carlito in seinen guten Vorsätzen und plant mit ihm eine gemeinsame Zukunft. Doch der Ausstieg aus dem Drogenmilieu fällt dem Ex-Mafioso schwerer als gedacht - und ausgerechnet sein Anwalt David Kleinfeld verwickelt ihn wieder in zwielichtige Geschäfte. Wird Carlito sein altes Leben wirklich hinter sich lassen können? Brian De Palmas fesselnder Gangsterfilm mit den beiden Oscar-Preisträgern Al Pacino und Sean Penn bietet neben großer Spannung und Nervenkitzel mitreißend melancholische Szenen.
22:30
In den 70er Jahren erfand eine Handvoll Klangmagier eine Zauberformel für eine tanzbare Musik, die mit dem gängigen Radioformat von Pop und Rock brach. Die sinnlich pulsierenden Rhythmen der Disco-Kultur wurden zum Soundtrack der sexuellen Befreiung. Zeitgleich mit dieser musikalischen Explosion eroberte die Erotik das Kino, Erotik- und Pornofilme erlebten einen kommerziellen Boom, und Sex war nicht mehr nur Privatsache, sondern ein öffentliches Thema in Kultur und Gesellschaft. War Disco der musikalische Spiegel eines von allen Tabus befreiten Zeitgeistes? Ist es Zufall, dass die Blütezeit dieses Musikstils mit dem Höhenflug des Pornos zusammenfiel? Beiden Phänomenen gemein ist eine bis dato beispiellose Inszenierung von Körper und Lust. Es geht um das Zeigen von Nacktheit, um Grenzüberschreitung und die Sprengung der letzten Schranken einer Gesellschaft im Umbruch. Die Disco-Kultur ist nicht nur Glitzer und Glamour, sie steht auch für eine Epoche. Ihre Leitfiguren, etwa Amanda Lear, Marc Cerrone sowie Brigitte Lahaie, die in diesen Jahren zum ersten französischen Pornostar wurde, erzählen von den damaligen Kämpfen um Integration und vom Wind der Freiheit, der mit den 80er Jahren wieder abflauen sollte ...
23:25
Die Dokumentation ist eine Liebeserklärung an einen Ort, an dem das Leben für ein paar Stunden lauter, bunter und intensiver wird: die Dorfdisco. Neonlicht flackert, der Bass drückt, der Boden klebt. Draußen knattern Mopeds, drinnen beginnen die Nächte, die man nie vergisst. Hier wird geflirtet, getanzt, gestritten - und wieder versöhnt. Für viele ist es der erste Ort gelebter Freiheit. Die Dorfdisco ist mehr als ein Ort - sie ist ein Versprechen. Mitten in der Provinz öffnet sich eine andere Welt. Hier wird ausprobiert, wer man sein könnte: erster Kuss, erster Rausch, der Mut anders zu sein als vorgesehen. Große Sehnsüchte in kleinen Orten. Doch diese Welt verschwindet. Die Lichter gehen aus, die Tanzflächen bleiben leer, ganze Diskotheken werden zu Relikten - manchmal sogar zu Museumsstücken. Was geht verloren, wenn diese Nächte verschwinden? Mit Archivmaterial, persönlichen Geschichten und tanzbarer Musik - von Nena über France Gall bis zu den Bee Gees - erzählt die Dokumentation von einem prägenden Kosmos zwischen Aufbruch und Abschied. Auf diese Reise führen unter anderem die Schauspielerin Anne Ratte-Polle, der Musiker Nikko Weidemann und der Rapper Finch. Ergänzt wird der Blick durch den Fotografen François Prost und den Musikverleger Frédéric Leibovitz, der an seinen Vater, den DJ-Pionier Lucien Leibovitz, erinnert.