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TV Programm für ARTE am 07.04.2026

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Stadt Land Kunst 12:25

Stadt Land Kunst: Dubravka Ugresics Kroatien / Brasilien / Paris

Magazin

(1): Dubravka Ugresics literarische Abrechnung mit Kroatien (2): Brasilien: Der Nordosten tanzt im Takt des Maracatu (3): Mongolei: Sunjees Tsuivan (4): Paris: Obacht mit der Nächstenliebe

Danach

Stadt Land Kunst 13:10

Stadt Land Kunst: Sardinien / Marokko / Kopenhagen

Magazin

(1): Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten (2): Marokko: die Wüste und ihre Nomaden (3): Nicolas' Bouillabaisse aus Marseille (4): Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo

Der Regenschirmmörder 14:00

Der Regenschirmmörder

Komödie

Grégoire Lecomte schlägt sich als drittklassiger Schauspieler durch und tritt vor allem in Werbespots für Hundefutter auf. Nach langer Durststrecke scheint sich sein Traum vom Durchbruch zu erfüllen: Er wird zu einem Casting für die Rolle eines Killers in einem großen Gangsterfilm eingeladen. Nervös und hoffnungsvoll macht er sich auf den Weg - doch wie so oft in seinem Leben geht alles schief. Durch eine harmlose, aber folgenreiche Türverwechslung landet er nicht im Büro der Filmproduktion, sondern im Hotelzimmer eines mächtigen Mafioso, der just in diesem Moment einen gefürchteten Profikiller erwartet. Da der echte Killer sein Äußeres mittels plastischer Operationen ständig verändert, weiß der Gangsterboss nicht, wie sein Auftragsmörder aktuell aussieht. Grégoires unbeholfene Art und sein unscheinbares Erscheinungsbild deutet er als raffinierte Tarnung. Überzeugt, einen besonders verschlagenen Profi vor sich zu haben, weiht er ihn in einen heiklen Plan ein: In einem Luxushotel in Saint-Tropez soll ein milliardenschwerer deutscher Waffenhändler ausgeschaltet werden. Als Tatwerkzeug dient ein scheinbar harmloser "bulgarischer Regenschirm" mit vergifteter Spitze. Grégoire hält all dies für die aufwendig vorbereitete Inszenierung eines Filmsets und das tödliche Utensil für ein ausgefallenes Requisit. Mit einem großzügigen Vorschuss reist er an die Côte d'Azur, während der echte Killer seinen Fehler bemerkt und die Jagd eröffnet.

Asche und Wiedergeburt, in Spaniens Wäldern 15:35

Asche und Wiedergeburt, in Spaniens Wäldern

Dokumentation

Seit Jahrzehnten werden Waldbrände weltweit heftiger und zerstörerischer. In den Sommermonaten füllen Nachrichten von katastrophalen Brandverläufen im Süden Europas die Schlagzeilen. Und doch haben Feuer und Landschaft hier eine lange gemeinsame Geschichte. Waldbrände gehören zum natürlichen Rhythmus der Erneuerung. Aus Asche folgt Wiedergeburt. Tier- und Pflanzenarten in natürlich gewachsenen Wäldern haben im Laufe der Evolution erstaunliche Anpassungs- und Überlebenstricks entwickelt. Einige Arten sind feuerresistent, andere sind sogar auf Brände angewiesen, um sich fortzupflanzen. Die andalusischen Korkeichenwälder etwa trotzen seit Jahrtausenden den immer wiederkehrenden Waldbränden. Ihre mehrere Zentimeter dicke Korkborke schützt die Bäume und die darunter liegenden Knospen vor den Flammen. Das artenreiche spanische Buschland existiert nur, weil es hier regelmäßig brennt. Einige hier lebende Arten wie das andalusische Taublatt brauchen die Brände sogar, um zu überleben. Nach jedem Feuer werden die Karten im Waldsystem neu gemischt. Zu den Gewinnern gehören anpassungsfähige Tierarten wie Manguste, Ginsterkatze und viele Gliedertiere. Ein alter, natürlich gewachsener Wald ist bei einem Brand die beste Lebensversicherung für seine Bewohner. Vom Menschen gepflanzte Monokulturen aus Kiefern und Eukalyptus dagegen brennen in den Sommermonaten oft großflächig und vernichtend nieder. Doch auch sie haben danach die Chance auf einen Neuanfang, um gegen künftige Brände besser gewappnet zu sein. Das erfordert ein Umdenken bei der Bepflanzung im Sinne einer nachhaltigen Waldnutzung.

Frankreichs Nordwesten 16:20

Frankreichs Nordwesten: Von der Alabasterküste in die Orne

Land und Leute

Gleich hinter der Bucht der Somme beginnt die berühmte Alabasterküste. Ihre weißen Kreidefelsen sind Ikonen der Normandie. Doch sie bröckeln - und der Klimawandel verschärft die Erosion. Imen Turki und Nicolas Lecoq erforschen die Dynamik der Kieselstrände, die hier so typisch sind. Sie wollen herausfinden, wie man Natur und Mensch an der fragilen Küste besser schützen kann. Weiter westlich, an der Blumenküste, liegen die mondänen Strandbäder Deauville, Trouville und Cabourg. Typisch für die normannische Seebad-Architektur: die prächtigen Dachspitzen, die die Häuser krönen. Sie werden noch heute in der Töpferei Mesnil de Bavent von Hand gefertigt, einer der letzten Traditionswerkstätten der Region. Auf den steilen Kreidehängen im Tal der Seine sind Nicolas Valy vom Botanischen Institut der Normandie und seine Kolleginnen unterwegs, um Samen von seltenen Pflanzen für die nationale Samenbank einzusammeln. Ganz im Süden der Normandie trainieren Thomas Bellefontaine und Jeanne Tornier ihre Percheron-Pferde für Zuchtwettbewerbe. Die legendären Kaltblüter, die einst die Pariser Omnibusse zogen, erleben eine Renaissance als Freizeittiere. Gleich nebenan haben sich Paulo Ferreira und Nathalie Leuliet der nachhaltigen Küche verschrieben. Sie besuchen Produzenten in der Umgebung, denn ihre Gerichte sollen so lokal wie möglich sein. Im Domfrontais macht Sébastien Roullier mit seiner Wanderbrennerei beim Obstbauern Jérôme Lecrosnier Station, um Calvados zu brennen. Nur noch wenige dieser fahrbaren Destillen reisen von Hof zu Hof. Südlich von Le Havre liegt das Marais-Vernier, ein einzigartiges Feuchtgebiet. Hier untersucht Clémentine Camus, wie sich das Moor entwickelt, während der Ornithologe Géraud Ranvier auf Lauschtour unterwegs ist, um herauszufinden, welche Vögel gerade im Naturschutzgebiet nisten.

Frankreichs Nordwesten 17:05

Frankreichs Nordwesten: Vom Mont-Saint-Michel ins Cotentin

Land und Leute

Am Mont-Saint-Michel formen die Gezeiten eine Landschaft, die sich mit jeder Flut neu schreibt. Mit ihren langen Stränden ist die Region auch Land der Pferde. Hier werden Traber und Springpferde gezüchtet, die weltweit erfolgreich sind, aber auch Verletzungen kennen. Pferdetherapeutin Marine Siron nutzt die Kraft des Meeres und ihr Fingerspitzengefühl zur Heilung der Vierbeiner. An der Steilküste von Granville sammelt Köchin Sarah Herpin Wildkräuter. Gegenüber, auf dem Insel-Archipel Chausey mit seinen weißen Sandstränden, untersuchen Lisa Lefrançois und Frédérik Chevallier die Auswirkung des Bootsverkehrs auf das verborgene Unterwasserparadies der Seegraswiesen. Weiter nördlich lichtet Fotograf Philippe Fauvel Landschaften der Superlative ab. Acht Flussmündungen bilden dynamische Ökosysteme voller Farben und Formen. Ihr Erscheinungsbild wandelt sich ständig im Zusammenspiel von Gezeiten, Licht und Wetter. Im Norden der Halbinsel beginnt das Cotentin mit malerischen Orten wie Vauville. Ursprünglich, verschlafen, doch bewohnt von Menschen, die diese abgelegene Ecke Nordfrankreichs lieben. Schlossherr Eric Pellerin pflegt hier einen botanischen Garten. Subtropische Pflanzen gedeihen hier dank des Golfstroms gut. Im Naturschutzgebiet Mare de Vauville mit seinen endlosen Dünen, Tümpeln und Stränden schützt Marie-Léa Travert Flora und Fauna. Vor der Küste von Omonville-la-Rogue fängt Fischer Jules-Étienne Mauger Hummer und Seespinnen. Täglich genießt er von seinem Boot aus den Blick auf die wilde, menschenleere Küste mit ihren grünen Hügeln.

Schmetterlinge!!! - Superhelden der Natur 17:50

Schmetterlinge!!! - Superhelden der Natur: Die Verwandlungskünstler

Tiere

Auf der Erde gibt es 200.000 Arten von Schmetterlingen. Sie existierten bereits vor den Dinosauriern. Und im Laufe von 300 Millionen Jahren lernten sie, sich an jedes Ökosystem anzupassen. Sie sind wahre "Superhelden der Natur". Doch wie entfalten diese als so zart und kurzlebig geltenden Insekten ihre Superkräfte? Was sind ihre Geheimwaffen? Mit neuen Technologien können Forscher diese Insekten wie nie zuvor verfolgen und ihre fantastischen Fähigkeiten entschlüsseln. Besonders auffällig ist ihre Verwandlungsfähigkeit. Manche Schmetterlinge nutzen ihre Farben und Motive zur Nachahmung, zur Tarnung - oder zur "Hochstapelei". Die Schönheit der Verwandlungskünstler kann sich sogar als tödlich erweisen.

Schmetterlinge!!! - Superhelden der Natur 18:35

Schmetterlinge!!! - Superhelden der Natur: Die Überlebenskünstler

Tiere

Auf der Erde gibt es 200.000 Arten von Schmetterlingen. Sie existierten bereits vor den Dinosauriern. Und im Laufe von 300 Millionen Jahren lernten sie, sich an jedes Ökosystem anzupassen. Sie sind wahre "Superhelden der Natur". Doch wie entfalten diese als so zart und kurzlebig geltenden Insekten ihre Superkräfte? Was sind ihre Geheimwaffen? Mit neuen Technologien können Forscher diese Insekten wie nie zuvor verfolgen und ihre fantastischen Fähigkeiten entschlüsseln. Beeindruckend ist ihre Fähigkeit, extremen Temperaturen standzuhalten. Ihr Organismus kann eisige Winterkälte ebenso überstehen wie drückende Sommerhitze. Sie sind Überlebenskünstler, die allen Elementen trotzen.

ARTE Journal 19:20

ARTE Journal

Nachrichten

Die auf vielen Sendern vorgenommene strikte Trennung von Politik- und Kulturnachrichten wird hier aufgehoben. Es werden Schnittpunkte aus beiden Bereichen präsentiert und Zusammenhänge dargestellt.

Mit offenen Karten - Im Fokus 19:35

Mit offenen Karten - Im Fokus

Infomagazin

Re: 19:40

Re:: Mit Raketen und Schwarzpulver durch die Osternacht

Reportage

Schon ein halbes Jahr vor Ostern fängt Theodósis Sezénias mit seiner Gruppe an, Feuerwerksraketen für den Rouketopolemos zu bauen. Mit geheimen Zutaten, an geheimen Orten, denn das österliche Feuerwerksduell auf der griechischen Insel Chios ist eigentlich illegal. Jedes Jahr in der Nacht zum orthodoxen Ostersonntag beschießen sich hier zwei Kirchengemeinden mit Zehntausenden selbstgebauten Raketen. Es ist eine Frage der Tradition und der Ehre, beim Rouketopolemos im Seefahrer-Ort Vrondádos mitzumachen. Das Spektakel, das seinen Ursprung im 19. Jahrhundert haben soll, ist inzwischen auch zur Touristenattraktion geworden - obwohl es von den Behörden nie legalisiert wurde. Theodósis ist seit mehr als 20 Jahren dabei. Der Rouketopolemos ist sein Leben, seine Gruppe für ihn so etwas wie seine Familie. "Wir leben für diese Tradition, wir halten sie aufrecht", sagt er. Es gehe dabei längst nicht nur um das Duell an sich, nicht nur darum, wer in der Osternacht den gegnerischen Glockenturm am häufigsten trifft, sondern um die monatelangen Vorbereitungen, das Zusammensein, die gemeinsamen Erlebnisse. Mittlerweile gibt Theodósis sein Wissen an die nächste Generation weiter, an die Jüngeren. Es gehöre Ausdauer dazu, sagt er, Zeit und Geld. Denn alles sei handgemacht, und bis jemand in der Lage sei, eine gute Feuerwerksrakete zu bauen, vergingen drei bis vier Jahre. Wie erfolgreich werden seine Zöglinge dieses Mal sein? "Jedes Jahr ist anders", weiß Theodósis. "Die Raketen sind unterschiedlich, die Teams ändern sich, jedes Jahr hat seine Geschichten."

Putins Netzwerk in Europa 20:15

Putins Netzwerk in Europa: Naives Europa

Dokumentation

Die europäischen Staatslenker tappten blindlings in jede Falle, die Wladimir Putin ihnen bisher gestellt hat: 2017 wollten Gesandte des Kremls die katalanische Unabhängigkeitsbewegung dazu bewegen, mit Madrid zu brechen - bis hin zum Angebot, Truppen nach Barcelona zu schicken! In Norddeutschland wurden knapp ein Jahrzehnt lang alte Seilschaften aus dem Kalten Krieg wiederbelebt, um die Gaspipeline Nord Stream 2 in trockene Tücher zu bringen und die Abhängigkeit Westeuropas von russischer Energie zu sichern. Dabei gelang es einem Putin nahestehenden ehemaligen Stasi-Spitzel, Landes- und Bundespolitiker davon zu überzeugen, die amerikanischen Sanktionen zu umgehen. Sobald die Pipeline fertiggestellt war und der Westen immer abhängiger von russischer Energie wurde, hielt sich Wladimir Putin für unantastbar genug, um seinen von langer Hand geplanten Angriffskrieg gegen die Ukraine durchzuziehen.

Putins Netzwerk in Europa 21:00

Putins Netzwerk in Europa: Der Informationskrieg

Dokumentation

Im Juni 2024 verkündete der ehemalige Staatspräsident Dimitri Medwedew im Kurznachrichtendienst Telegram, Russland müsse das Leben der Westler in einen endlosen Albtraum verwandeln, bis sie nicht mehr zwischen haarsträubender Fiktion und Realität unterscheiden könnten. Genau das passiert derzeit. In den Monaten nach der Invasion in der Ukraine versuchten die Europäer zu reagieren. Mehrere hundert russische Agenten wurden wegen Einflussnahme, Desinformation und Destabilisierung aus dem Hoheitsgebiet der EU ausgewiesen. Moskau lernte daraus und greift inzwischen auf die Dienste Dritter zurück. So sprühten im Oktober 2023 in Frankreich mehrere aus der Republik Moldau stammende Täter Davidstern-Graffitis auf Pariser Fassaden - auf Anweisung aus Moskau, um Panik bis in die höchsten Sphären des Staates zu schüren. Im Rahmen der großangelegten Desinformations-Kampagne "Doppelgänger" wurde die Aktion anschließend im Internet publik gemacht. Diese Online-Offensive wird derzeit fortgesetzt, um das Vertrauen der Bürge zu untergraben und die westliche Demokratie weiter zu schwächen. Noch ist der Ausgang der Konfrontation ungewiss, aber die Weichen für das Chaos sind gestellt - zur großen Genugtuung des Kremlherrn Wladimir Putin.

Macron - Merz: Hinter den Kulissen der Macht 21:45

Macron - Merz: Hinter den Kulissen der Macht: Zeit für einen Neustart

Dokumentation

Die Anfänge der Zusammenarbeit von Macron und Merz sind vielversprechend. Der Tradition folgend, gilt der erste Staatsbesuch des frisch gewählten Bundeskanzlers Frankreich. Am 7. Mai 2025 wird Friedrich Merz von Emmanuel Macron empfangen. Macron glaubt, in Merz den idealen Partner gefunden zu haben, um den deutsch-französischen Motor wieder anzukurbeln - im Dienst der strategischen Souveränität Europas, eines seiner erklärten geopolitischen Ziele seit 2017. Weder Angela Merkel noch Olaf Scholz waren bereit, diesen Schritt mitzugehen. Merz willigt in den "Epochenbruch" ein. Mit dem Angriffskrieg Wladimir Putins im Osten und einem unberechenbaren Donald Trump im Westen fordern beide Männer ein starkes Europa. Von Paris bis Kiew und von Berlin bis Washington begleitet die Kamera sie zu internationalen Gipfeltreffen. Sie stärken die militärischen Abwehrkräfte der Ukraine sowie den europäischen Pfeiler der Nato. Allerdings wird der deutsch-französische Neustart streckenweise durch den französischen Haushaltsstreit und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Deutschland ausgebremst. Vor einem Abendessen in der Berliner Villa Borsig stimmt ein Quartett "Les feuilles mortes" an - eine seltsame Wahl, die erste Zweifel aufkommen lässt.

Macron - Merz: Hinter den Kulissen der Macht 22:30

Macron - Merz: Hinter den Kulissen der Macht: Europa auf dem Prüfstand

Dokumentation

Die Anfänge zwischen Macron und Merz sind vielversprechend, dann wird es komplizierter. Die ursprüngliche, positive Dynamik wird durch die geopolitische Realität und interne Spannungen ausgebremst. Für die Ukraine ist kein Frieden in Sicht und Wladimir Putin verstärkt den Druck in Form von Fake News und Drohnenüberflügen innerhalb der EU-Außengrenzen. Europa bleibt standhaft: Es hält die Unterstützung für die Ukraine aufrecht und stärkt seine Ostflanke. US-Präsident Donald Trump wird zu einem feindseligen Verbündeten, der mit erhöhten Zöllen droht und Ansprüche auf das dänische Staatsgebiet Grönland erhebt. Paris und Berlin bieten weiterhin die Stirn und verstärken ihre militärische Präsenz im Hohen Norden. Trotz der transatlantischen Affinitäten von Merz wird der deutsch-französische Schulterschluss bei einem Abendessen im Fort de Brégançon und anlässlich eines gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitsrats in Toulon bekräftigt. Doch dann bröckelt es von innen. Konfrontiert mit einer neuen, innenpolitischen Krise, lehnt Macron das EU-Mercosur-Abkommen ab und torpediert damit die deutschen Bemühungen, neue Absatzmärkte für die notleidende Wirtschaft zu finden. Auch das deutsch-französisch-spanische Programm Future Combat Air System (FCAS) zur Entwicklung von Kampfflugzeugen der Zukunft und Symbol der deutsch-französischen Ambition, scheitert vorerst, weil sich die Industrie nicht einigen kann. Schließlich zieht Macron eine Trumpfkarte: Er bietet an, den nuklearen Abwehrschirm Frankreichs auf Deutschland und sieben weitere Nachbarländer auszuweiten - für ein starkes Europa!

Ungarn: Europas Populistenschmiede 23:20

Ungarn: Europas Populistenschmiede

Dokumentation

Zur Sicherung seines Machterhalts änderte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán Verfassung und Wahlgesetz, zentralisierte die Medien. Befreundete Oligarchen "kauften" die meisten unabhängigen Journalistinnen und Journalisten, die seither regierungstreu berichten. Zu den neuen Ultrareichen in Ungarn zählt auch Orbáns Freund aus Kindertagen, der frühere Klempner Lorinc Mészáros, der dank zahlreicher öffentlicher Aufträge mit undurchsichtigen Vergabebedingungen zum reichsten Mann des Landes avancierte. Orbáns autoritärer Regierungsstil, die sogenannte "illiberale Demokratie", dient gleichgesinnten europäischen Amtskollegen inzwischen als Blaupause. Im alle zwei Jahre stattfindenden "Budapester Demographie-Gipfel" - eine Veranstaltung gegen Einwanderung und zur Förderung des völkischen Nationalismus - vereint er die großen rechten Stimmen Europas um sich und stützt deren Wahlkampagnen. Ungarn, mit Orbán an der Spitze, gilt als Herzstück eines großen paneuropäischen Rechtsbündnisses, das sich in Brüssel mit den "Patrioten für Europa" eine eigene Fraktion geschaffen hat. Als unverhohlene Anlehnung an die Politik des US-Präsidenten Donald Trump lautet deren Slogan: "Make Europe Great Again". Untermauert von Zeitzeugenaussagen und Expertenmeinungen, einige davon ehemalige Verbündete Viktor Orbáns, analysiert die Dokumentation, wie es dem starken Mann in Ungarn gelang, an die Macht zu kommen und diese seit mehr als 15 Jahren an sich zu binden. Wie wurde seine Methode nach Italien, Frankreich, Österreich und Brüssel exportiert? Und warum könnte die "illiberale Demokratie" langfristig die führende Politikform in Europa werden?